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Istanbul: Armenische Zeitung feiert 110-jähriges Bestehen

Die älteste Minderheitenzeitung der Welt, "Jamanak", feiert in diesem Jahr ihr 110-jähriges Jubiläum. Die armenischen Brüder Misak and Sarkis Kocunyan veröffentlichten die erste Ausgabe im Jahre 1908 in Istanbul.

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(Foto: AA)

Istanbul (nex) – Die älteste Minderheitenzeitung der Welt, „Jamanak“, feiert in diesem Jahr ihr 110-jähriges Jubiläum. Die armenischen Brüder Misak and Sarkis Kocunyan veröffentlichten die erste Ausgabe im Jahre 1908 in Istanbul.

Jamanak, was aus armenisch „Zeit“ bedeutet,  ist zugleich auch die älteste Tageszeitung der Türkei und erlebte den Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und die Geburt der Türkischen Republik.

Mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren gehörte das Blatt zu den bedeutendsten Tageszeitungen ihrer Zeit und wurde sogar auf dem Balkan und in Ägypten gelesen.

Obwohl die aktuelle Wochenauflage nur 10 Prozent der ursprünglichen Auflage beträgt, deckt die Tageszeitung mit ihren zehn Mitarbeitern immer noch ein breites Themenspektrum ab, darunter Kunst, Wissenschaft, Politik und Sport.

Seit 2013 wird zudem eine Onlineversion der Zeitung veröffentlicht. Sie ist somit nun auch weltweit verfügbar.

„Jamanak“ berichtet über türkische und internationale Politik sowie die Entwicklungen in der armenischen Welt, aber vor allem über Themen, die für die armenische Gemeinschaft in Istanbul von Belang sind.

In Bezug auf die Pressefreiheit in der Türkei merkte Kocunyan an, dass dieses Thema für die Mitarbeiter von Jamanak von großer Bedeutung sei.

Die Zeitung werde immer wieder gefragt, ob sie keinen Repressalien ausgesetzt seien, weil sie auf armenisch berichten.

„Wir haben keine Probleme, auf Armenisch zu veröffentlichen, weder durch die Öffentlichkeit noch durch die Zivilgesellschaft“, so Kocunyan gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Sie versuchten, objektiv zu sein, wenn es um die Behandlung von Themen im Zusammenhang mit türkisch-armenischen Beziehungen geht.

„Wir sind von den allgemeinen Herausforderungen des Mediensektors betroffen, aber ich denke, dass die Lage in der Türkei für Medien von Minderheiten im Allgemeinen positiv ist“, sagte er gegenüber Anadolu und wies darauf hin, dass sie Subventionen vom Staat erhalten haben, auch wenn die Beträge eher symbolisch waren.

„Das sind sehr hoffnungsvolle Entwicklungen, die uns auf unserem Weg ermutigen. Ich denke, dass es sehr positiv ist, wenn es darum geht, die Herangehensweise des Staates zu demonstrieren“, betonte Kocunyan. Die armenische Gemeinschaft von Istanbul sei der größte Befürworter einer Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien.

Istanbul beherbergt weitere armenische Zeitungen wie Agos, Marmara, Paros und Luys sowie den Verlag „Aras“, der hauptsächlich armenische Literatur und Werke über armenische Kultur druckt.

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