Tierschutz
Für bessere Tierhaltung: Verband fordert Fleischsteuer

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Osnabrück – Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesregierung aufgefordert, die Haltung von Nutztieren zu verbessern. Verbandspräsident Thomas Schröder sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Parallel zur CO2-Steuer brauchen wir auch eine Fleischsteuer.“ Mit den Einnahmen könnte der Umbau der Ställe finanziert werden. „Pro Kilo Fleisch, Liter Milch oder Eierkarton sind das nur wenige Cents“, so Schröder. Er rief Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dazu auf, eine umfassende Nutztierstrategie vorzulegen. „Wir müssen festlegen, wie es in 20 oder 30 Jahren in den Ställen aussehen soll“, sagte Schröder. Die notwendigen Umbaumaßnahmen in der Landwirtschaft müssten gefördert werden. Dazu sollen laut Schröder die Einnahmen aus der Fleischsteuer dienen. Am Dienstag ist Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner im Agrarland Niedersachsen zu Besuch. Sie trifft sich hier nicht öffentlich mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sowie mit Vertretern der Land- und Ernährungswirtschaft. Thema soll unter anderem die Tierhaltung sein.  

Tierschutz
70.000 Haustiere in den Sommerferien in Tierheimen abgegeben

Osnabrück –  In deutschen Tierheimen sind rund um die Sommerferien wieder Zehntausende Haustiere abgegeben worden. Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder schätzte die Gesamtzahl im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auf bis zu 70.000 Tiere. Kranke Tiere werden zum Problem „Die Tierheime sind so schon über das gesamte Jahr an ihrer Kapazitätsgrenze. Jedes weitere Tier ist da natürlich eines zu viel“, sagte Schröder. Besonders der Gesundheitszustand der Tiere mache den Heimen zu schaffen: „Besitzer geben ihre Tiere mittlerweile ab, weil sie sich die Behandlung von Hund oder Katze nicht mehr leisten können.“ Tierschutzbund fordert Einschränkungen bei Exoten-Haltung Hinzu kämen sogenannte Exoten wie Schlangen, Warane oder Vogelspinnen, auf die Tierheime nicht vorbereitet seien. „Die Tiere haben besondere Anforderungen an die Haltung. Und sind zum Teil gefährlich für die Mitarbeiter“, sagte Schröder. Er forderte von Bund und Ländern eine sogenannte Positiv-Liste aufzusetzen. „Dann hätten wir einen Katalog von Tieren, die in Deutschland gehalten werden dürfen. Derzeit kann jeder quasi alles halten.“

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– Türkei – Tierschutz: Türkische Polizei gründet neues Cyberteam gegen Tierquäler

Die Abteilung für Cybekriminalität der türkischen Polizei hat nun elf neue Teams zur Verfugung. Eines dieser Teams wird Gewalt gegen Tiere online verfolgen.

Tierschutz: Türkische Polizei gründet neues Cyberteam gegen Tierquäler

Meinung
Kommentar: Der Green New Deal wird weder das Klima, noch die Umwelt retten

Ein Kommentar von Ernst Wolff Kaum ein Begriff schafft es derzeit so oft in die politische Diskussion wie der Green New Deal. Angesichts der zunehmenden Umweltzerstörung, der explodierenden sozialen Ungleichheit und der immer deutlicheren Zerfallserscheinungen im Finanzsektor verwundert das nicht, denn er scheint fast so etwas wie ein Patentrezept zur Lösung aller Gegenwartsprobleme zu sein. Die Idee dahinter ist relativ einfach und schnell erklärt: Staaten und Zentralbanken sollen sich zusammentun, frisches Geld schöpfen, die Wirtschaft durch Förderprogramme ankurbeln und massenweise Arbeitsplätze in „grünen“ Industrien schaffen. Auf diese Weise sollen sie für Vollbeschäftigung sorgen, die ökologische Wende herbeiführen und den Klimawandel ausbremsen. Da die zahllosen Bedrohungen unserer Zeit vielen Menschen Angst machen, wächst die Anhängerschaft der Green-New-Deal-Bewegung rasant. Politiker wie Bernie Sanders, Yanis Varoufakis oder die Grünen bekennen sich inzwischen ebenfalls dazu. Was steckt hinter dem Green New Deal? Der Begriff selbst geht auf den New Deal des US-Präsidenten Roosevelt zurück, der in den Dreißiger Jahren die Auswirkungen der Großen Depression, insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit, durch staatlich geförderte Infrastruktur-Maßnahmen abmildern konnte. Theoretische Grundlage des New Deal war die Wirtschaftslehre des Keynesianismus. Sie besagt, dass der Staat in Krisenzeiten in das Geschehen eingreifen soll, um vor allem über Infrastrukturprojekte Arbeitsplätze zu schaffen, so den Konsum anzuheizen und die Wirtschaft durch erhöhte Nachfrage wieder in Gang zu bringen. Der Keynesianismus erlebt in unseren Tagen eine Art Wiederauferstehung, und zwar in Gestalt der Modern Monetary Theory. Deren Anhänger argumentieren folgendermaßen: Da die Unmengen an Geld, die seit der Krise von 2007/08 in das Finanzsystem gepumpt worden sind, bis heute keine nennenswerte Inflation erzeugt haben, kann diese Politik des Gelddruckens (auch Quantitative Easing genannt) praktisch unbegrenzt fortgeführt werden. Weil auf diese Weise genügend Geld erzeugt werden könnte, um den Green New Deal zu finanzieren, haben sich die meisten seiner Befürworter inzwischen zu den Anhängern der Modern Monetary Theory gesellt und bilden mit ihnen eine Art Einheitsfront für eine neue, grüne Zukunft. Ein folgenschweres Missverständnis Diese Sicht der Dinge basiert allerdings auf einem folgenschweren Missverständnis: Dass es seit der Krise von 2007/08 keine Inflation gegeben hat, liegt nämlich daran, dass die vom Bankensektor künstlich geschaffenen Riesensummen nicht an die arbeitende Bevölkerung, sondern ausschließlich an Großinvestoren vergeben wurden, die das Geld nicht in die Realwirtschaft, sondern in die Finanzmärkte gesteckt haben. Dass es bisher im normalen Leben zu keiner nennenswerten Inflation gekommen ist, liegt also daran, dass die arbeitenden Menschen so gut wie nichts von dem Geld gesehen haben. Wenn aber nun im Rahmen eines Green New Deals das von den Zentralbanken geschaffene Geld über Infrastrukturprojekte in ihre Taschen geleitet würde, sähe das anders aus. Dann würde die Kaufkraft der Massen angehoben, was die Industrie umgehend dazu veranlassen würde, die Preise für Konsumgüter zu erhöhen. Und je mehr Geld ins System gepumpt würde, umso höher fiele die so entstehende Inflation aus. Egal also, wie viel Geld die Menschen vom Staat erhielten, es würde ihnen – mit leichter zeitlicher Verzögerung – über die Inflation im Alltag wieder abgenommen werden. Warum erhält der Green New Deal trotzdem so viel Aufmerksamkeit? Dass der Green New Deal dennoch soviel Aufmerksamkeit erhält, liegt zum einen daran, dass Politiker den Hype opportunistisch für sich nutzen. Zum anderen aber kommt er für die globale Finanzindustrie in äußerst schwierigen Zeiten wie gerufen. Die schlimmsten Einbrüche an den Aktienmärkten seit 70 Jahren zu Weihnachten 2018 haben nämlich gezeigt, dass es für das globale Finanzsystem nach zehn Jahren der „Notmaßnahmen“ – das heißt Zinssenkungen und Gelddrucken – kein Zurück zur Normalität mehr gibt. Die Zentralbanken, allen voran die FED und die EZB, haben der Welt seit Jahresbeginn deutlich zu verstehen gegeben, dass ihnen nur noch ein Mittel bleibt: Die Geldschleusen wieder zu öffnen, also noch mehr Geld ins System zu pumpen und es zu noch niedrigeren Zinsen zu vergeben. Diese Politik aber bringt ein gewaltiges Problem mit sich, denn sie muss der internationalen Öffentlichkeit ja irgendwie plausibel gemacht werden. Genau diesen Zweck erfüllt der New Green Deal: Mit seiner Hilfe kann unter dem Vorwand, grüne Politik betreiben zu wollen, weiter Geld gedruckt und das System zumindest noch für einige Zeit künstlich am Leben erhalten werden. Der Green New Deal wird dabei aber weder das Klima, noch die Umwelt retten, sondern genau das Gegenteil bewirken. Er wird dazu führen, dass die Lösung der drängendsten Probleme der Menschheit einmal mehr verschoben wird – und zwar in eine höchst unsichere Zukunft.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches “Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“. Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

Xinjiang
China: Türkei plant Entsendung von Beobachtungsteam für Uiguren

Bangkok – Die Türkei werde eine zehnköpfige Delegation in die von überwiegend turksprachigen muslimischen Uiguren bewohnte Region Xinjiang im Nordwesten Chinas entsenden, so der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. „Wir stellen eine Delegation von Experten aus verschiedenen Institutionen zusammen“, so Cavusoglu am Rande des 52. Außenministertreffens der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Die Türkei wolle, dass ihre „uigurischen Brüder und Schwestern in Frieden unter dem Dach Chinas leben“, zitiert TRT World Cavusoglu. Ankara habe am 24. Juni eine offizielle Einladung aus China erhalten. Für die Inhaftierung von Berichten zufolge mehreren Millionen Uiguren in Internierungslagern wird Peking international scharf verurteilt. Das kommunistische Regime weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet die Lager als „Berufsbildungszentren“ zur Bekämpfung von Extremismus. Die Türkei ist die einzige muslimische Nation, die regelmäßig ihre Besorgnis über die Situation in Ostturkestan zum Ausdruck gebracht hat, wie auch im Februar im Rahmen des UN-Menschenrechtsrates. Einreiseverbot für mehrere deutsche Abgeordnete Nach dem Einreiseverbot für mehrere deutsche Abgeordnete, hat der Bundestag bei der chinesischen Botschaft interveniert. China lässt derzeit gleich zwei deutsche Parlamentsdelegationen nicht ins Land. Namentlich abgelehnt wird die Grünen-Abgeordnete Bause. Wie Deutschlandfunk unter Berufung auf Angaben einer Regierungssprecherin weiter berichtet, wurde China aufgefordert, die deutsche Entscheidung zur Besetzung der geplanten Delegation zu akzeptieren. Die Regierung in Peking hatte sich ausdrücklich geweigert, die Grünen-Politikerin Bause im Rahmen eines Abgeordnetenbesuchs ins Land zu lassen. Bause tritt seit längerem für die Rechte der muslimischen Minderheit der Uiguren in China ein, berichtet Deutschlandfunk weiter. Auch dem Menschenrechtsausschuss des Bundestags verweigere Peking die Einreise. „In einem partnerschaftlichen Dialog muss es möglich sein, unliebsame Themen anzusprechen“, so die Ausschussvorsitzende Jensen (FDP) gegenüber Deutschlandfunk.

Türkei
Handelsblatt: „Die türkische Lira gehört seit Mai zu den stärksten Währungen weltweit“

Istanbul – Um die starke Inflation der letzten Monate einzudämmen, ließ der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Anfang Juli die Leitzinsen um 4,25 Prozent drastisch senken und wurde dafür heftig kritisiert. Notenbankchef Murat Uysal, der nach dem Rauswurf von Murat Cetinkaya Anfang Juli dessen Posten übernommen hatte, senkte die Zinsen  von 24 auf 19,75 Prozent. Wie die Wirtschaftszeitung Handelsblatt weiter berichtet, hat sich Erdogans Entscheidung bisher jedoch als rational erwiesen. „Die Wirtschaft scheint das Schlimmste hinter sich zu haben“, schreibt Handelsblatt am Samstag. Handelsblatt weiter:
Es ist aber nicht nur die Zentralbank, die Einfluss auf die türkische Wirtschaft hat. Der Kauf russischer S400-Abwehrraketen durch die türkische Regierung sorgte dafür, dass sich viele Unternehmer und Investoren in dem Land vor Sanktionen aus den USA fürchteten. Am Ende gab es faktisch kaum Strafmaßnahmen. Nusret Altinbas, Chef der türkischen Investmentfirma Alnus Yatirim, ist überzeugt, dass viele Anleger und Analysten dies falsch eingeschätzt hätten. „Auch die großen Ratingagenturen gingen davon aus, dass der Druck auf der Türkei steigt“, erklärt er das Vorgehen von Fitch und Moody’s, die ihr Türkeirating in diesem Sommer erneut herabgesetzt haben. Doch letztlich habe sich die Lage entspannt.
Dies zeige sich auch beim Wert der Landeswährung. Die türkische Lira hatte im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar und dem Euro enorm an Wert verloren, doch seit Mai gehört sie zu den stärksten Währungen weltweit, so Handelsblatt weiter. Auch die Inflation sei wie geplant zurückgegangen – von 25 Prozent im Oktober vergangenen Jahres auf eine Inflationsprognose von 13,9 Prozent für 2019. Die zusätzlichen Maßnahmen der Erdogan-Regierung, wie etwa Preissenkungen für Konsumenten, sieht Handelsblatt als weitere Gründe für den Fall der Inflationsrate. Im März ging Ankara gegen Wucherpreise bei Lebensmittelgroßhändlern vor und erließ einige Steuern auf Luxusprojekte, zu denen in der Türkei auch Neuwagen zählen, so Handelsblatt weiter. Wie von Erdogan gewünscht, sinken jetzt in der Türkei die Zinsen für Kredite auf Häuser, Autos und andere Konsumgegenstände.

Terrorismus
Türkei: Norwegens PKK-Chef in Bursa festgenommen

Bursa – In der westtürkischen Provinz Bursa haben Sicherheitskräfte ein hochrangiges PKK-Mitglied festgenommen. Wie Daily Sabah (DS) unter Berufung auf Behördenangaben berichtet, ging der Festnahme eine gemeinsame Operation der Polizei und des türkischen Geheimdienstes (MIT) am 27. Juli voraus. Wie DS weiter berichtet, war der als M.S. identifizierte Terrorist demnach erst kürzlich in die Türkei eingereist und stand seitdem unter Beobachtung – er soll die Aktivitäten der PKK in Norwegen geleitet haben. Seit dem 31. Juli sitzt er wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation hinter Gittern.

Abdullah Öcalan gründete die PKK Ende der 1970er Jahre und führte bis zu seiner Verhaftung in Nairobi, Kenia 1999, einen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat, bei dem bisher über 40.000 Menschen zu Tode kamen. Die PKK wird in den USA, der EU und der Türkei als Terrororganisation eingestuft. Nach einem im Jahre 2013 begonnenen Versöhnungsprozess nahm die PKK ihre Angriffe im Juli 2015 wieder auf. Seitdem geht das türkische Militär wieder verstärkt gegen die Organisation vor. Die PKK und ihre Splitterorganisation TAK verübten zahlreiche Anschläge, unter anderem in Ankara und Istanbul.

Erst im Februar hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer zwei Vereinigungen verboten, die als Teilorganisationen der PKK gelten. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Seehofer in einer Mitteilung.

Eine Kritik der PKK ist im Vergleich zu den 1990er Jahren in europäischen Medien kaum noch zu finden. Obwohl es vor allem Kurden selbst sind, die unter dem Dominanzstreben der linksextrem ausgerichteten PKK und ihres syrischen Ablegers YPG leiden – und für viele Kurden, die der PKK/YPG-Doktrin nicht folgen, die Kritik an ihnen mit Gefahr für Leib und Leben verbunden ist – stellen westliche Medien die beiden Organisationen fast ausschließlich als legitimes Sprachrohr der Kurden dar.

(nex/aa/ds)

Zum Thema

– Istanbul – Französischer Pianist Stéphane Blet erhält Morddrohungen von PKK-Sympathisanten

Der weltbekannte französische Pianist Stéphane Blet hat am heutigen Freitag gegen Sympathisanten der Terrororganisation PKK und Gruppen, die er als „ultra-zionistisch“ bezeichnet, bei der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht.

Französischer Pianist Stéphane Blet erhält Morddrohungen von PKK-Sympathisanten
 

Rentenpolitik
Heil: Grundrente soll zum 1. Januar 2021 in Kraft treten

Osnabrück – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Forderungen aus seiner eigenen Partei nach einem Durchbruch im Grundrenten-Streit noch vor den Ost-Landtagswahlen in vier Wochen zurückgewiesen. Sein Ziel sei, dass die Grundrente „zum 1. Januar 2021 in Kraft tritt“, sagte Heil der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Um das zu erreichen, ist die politische Entscheidung im Herbst notwendig.“ Er sei zuversichtlich, dass „wir im Herbst eine Einigung in der Großen Koalition hinbekommen“, sagte Heil. Damit stellte sich Heil gegen Sachsens SPD-Chef Martin Dulig, der von der SPD-Führung ein Ultimatum an Union und Kanzlerin Angela Merkel gefordert hatte, in dem Streit noch vor dem 1. September einzulenken. An dem Tag wird in Sachsen und Brandenburg gewählt. Die Grundrente für Geringverdiener ist eines der zentralen Wahlversprechen der SPD. Auch die Forderung von CDU und CSU, den Kreis der künftigen Grundrenten-Empfänger durch eine Bedürftigkeitsprüfung zu begrenzen, wies Heil zurück: „Für Bedürftige gibt es die Grundsicherung“, sagte er in dem Interview. „Bei der Grundrente geht es aber um Menschen, die gearbeitet und sich Ansprüche erworben haben.“ Die SPD wolle, dass Altenpflegehelferinnen, Friseurinnen, Lagerarbeiter oder Reinigungskräfte „am Ende deutlich mehr im Portemonnaie haben“. „Keine zusätzliche Bürokratie, die Menschen traktiert“ „Ich will keine zusätzliche Bürokratie aufbauen, die Menschen traktiert“, stellte der Arbeitsminister klar. „Wir werden eine Grundrente einführen, die ihren Namen auch verdient. Davon werden etwa drei Millionen Menschen profitieren.“ Er sei zwar „bereit, mit der Union an einzelnen Stellschrauben zu drehen, und ich bin für gute Vorschläge offen“, sagte Heil. „Aber ich mache keinen faulen Kompromiss!“ Mit Blick auf die schwächelnde Wirtschaft warnte Heil vor Schwarzmalerei. Zwar kühle sich die Konjunktur ab, sagte er der „NOZ“. „Aber insgesamt ist der Arbeitsmarkt robust, und falls die Konjunktur tatsächlich einbrechen sollte, sind wir in Deutschland gut gerüstet, um einen solchen Einbruch arbeitsmarktpolitisch zu überstehen.“ So gebe es Rückenlagen bei der Bundesagentur für Arbeit von mehr als 20 Milliarden Euro, „um im Krisenfall Jobs beispielsweise durch Kurzarbeit zu sichern“. Rufen aus der Wirtschaft, die Wettbewerbsfähigkeit durch eine Senkung der Unternehmensteuern anzukurbeln, erteilte Heil eine energische Absage. „Ein Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmensteuern geht am Ende immer zulasten der Arbeitnehmer und Steuerzahler. Steuersenkungen für Spitzenverdiener und große Konzerne stehen nicht auf der Agenda dieser Regierung“, sagte der Minister.

Eröffnungsfeier in Bursa
Türkei: Erdogan eröffnet Istanbul-Izmir Autobahnstrecke

Bursa – Der türkische Präsident eröffnete am Sonntag die 426 Kilometer lange Autobahnstrecke zwischen den Küstenstädten Istanbul und Izmir. Die neue Trasse verkürzt die Reisezeit zwischen den Metropolen um mehr als die Hälfte auf nun unter dreieinhalb Stunden. 
„Tourismus, Handel und Industrie werden damit an Dynamik gewinnen, wir werden alle davon profitieren“, sagte Recep Tayyip Erdogan bei der Eröffnungsfeier in der Provinz Bursa.
Da die Autobahn durch das Build-Operate-Transfer (BOT)-Modell finanziert wurde, habe der türkische Staat keinen einzigen Cent für das 11 Milliarden Dollar Vorhaben ausgegeben, so Erdogan. Das Projekt wurde von einer Joint Venture-Gruppe finanziert, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.
Das Megaprojekt, das die nach Einwohnerzahl größte Stadt der Türkei, Istanbul, mit ihrer drittgrößten Stadt, Izmir, an der ägäischen Küste, verbindet, verkürzt die Reisezeit zwischen den beiden von achteinhalb Stunden auf etwa dreieinhalb Stunden. Das Autobahnprojekt schuf während des Baus Arbeitsplätze für 8.500 Menschen, und weitere 6.100 Menschen werden während des Betriebs beschäftigt sein.

Indien
Dreijähriges Mädchen vergewaltigt und enthauptet

Neu Dheli – Ein dreijähriges Mädchen ist in Indien auf einem Bahnhof entführt und anschließend mutmaßlich vergewaltigt und enthauptet worden. Die Polizei im östlichen Bundesstaat Jharkhand habe drei verdächtige Männer festgenommen, darunter auch einen Mann, der die Mutter des Kindes begleitet hatte, berichtet der Spiegel unter Bezugnahme auf Mitteilungen der ermittelnden Polizei. Den Angaben zufolge hatte das Mädchen am vergangenen Freitag mit seiner Mutter und deren Begleiter an einer Bahnstation in der Stadt Jamshedpur geschlafen, als es plötzlich verschwand, berichtet der Spiegel weiter. Dank der Aufnahmen von Überwachungskameras, seien die drei Tatverdächtigen identifiziert und festgenommen worden. Wie der Spiegel unter Berufung auf eine Mitteilung eines Behördensprechers weiter berichtet, hätten zwei der Männer bereits gestanden, das Mädchen vergewaltigt, gewürgt und geköpft zu haben. Die beiden Männer führten die Beamten demnach zur zerstückelten Leiche des Kindes, die sich in einer Tasche an einem abgelegenen Ort etwa vier Kilometer von der Bahnstation entfernt befand. Den Kopf der Dreijährigen fanden von der Polizei eingesetzte Spürhunde bisher nicht. Sexuelle Gewalt gegen Frauen und auch Kinder ist in Indien weitverbreitet, berichtet der Spiegel weiter. Zwischen 2012 und 2016 sei die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen offiziellen Statistiken zufolge um 60 Prozent auf 40.000 gestiegen. Die tatsächliche Zahl liege vermutlich deutlich höher, da vor allem in ländlichen Gebieten viele Fälle nicht gemeldet würden.

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– Sexueller Missbrauch von Kindern –

Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.

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Demokratiepaket
Kirchenbau in der Türkei: Christlicher Bischof dankt Erdogan

Istanbul – Der Bau der neuen syrisch-orthodoxen Kirche in der Millionenmetropole Istanbul sei eine Bereicherung für die Türkei, sagte der türkische Präsident am Samstag. Beim Spatenstich der St. Ephrem (Mor Efrem) Kirche sagte Recep Tayyip Erdogan, der Bau der neuen Kirche würde zwei Jahre dauern. „Wie alle ihre anderen Verpflichtungen ist es auch die Aufgabe des Staates der Republik Türkei, die Bedürfnisse der syrisch-orthodoxen Gemeinschaft, das Urvolk unserer Geographie, zu erfüllen“, sagte Erdogan. Großbischof dankt Erdogan Yusuf Cetin, Großstadtbischof der syrisch-orthodoxen Kirche Istanbul, dankte Erdogan für seine Großzügigkeit und sagte, die syrische Gemeinschaft des Landes sei stolz auf den Präsidenten. „Die Geschichte der syrisch-orthodoxen Kirche reicht 2000 Jahre zurück“, sagte er und fügte hinzu: „Dies ist das erste Mal seit 2.000 Jahren, dass wir eine solche Geste sehen. Möge Gott ihn beschützen.“ Cetin fuhr fort, dass das assyrische Volk schon immer in Harmonie mit anderen ethnischen Gruppen gelebt habe und betonte, dass es den Staaten, in denen es lebt, „treu“ sei. In den vergangenen siebzehn Jahren habe es, unter der Regierung der von Staatspräsident Erdogan gegründeten islamisch-konservativen Partei AKP, für die vielen Glaubensrichtungen der Türkei zahlreiche positive Erneuerungen gegeben. 2013 etwa sei eine Schule, die in assyrischer Sprache unterrichtet, eröffnet worden – die erste seit 1928. Des Weiteren seien 55 syrisch-orthodoxe Kirchen, Klöster und Friedhöfe an die Gemeinde zurückgegeben worden. „Ohne den Willen und die Unterstützung von Erdogan wäre es uns nicht möglich, dieses Projekt zu realisieren“, sagte er und dankte dem Präsidenten. Noch nie in der Geschichte der Türkischen Republik hat es so viele Sanierungen und Instandsetzungen von Gotteshäusern der Minderheiten gegeben, wie in der Regierungszeit Erdogans. Sanierungsprojekte der Türkei unter Erdogan

Die Große Synagoge in der westtürkischen Provinz Edirne, die griechisch-orthodoxe Aya Nikola Kirche in der Provinz Canakkale, eine syrisch-katholische Kirche in der südosttürkischen Provinz Hatay, die armenischen Kirchen in den Provinzen Diyarbakir und Gaziantep, die griechisch-orthodoxen Kirchen Taksiyarhis in der westtürkischen Provinz Balikesir und Aya Yorgi in Istanbul und die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan in Istanbul sind einige der fertiggestellten Restaurierungsprojekte der türkischen Regierung. 2017 eröffnete in der Sonnenmetropole Antalya zudem eine weitere evangelische Kirche mit einem Gebetsraum für 220 Gläubige, einem Restaurant, Räumlichkeiten für Kinderbetreuung und einer Bibliothek für Christen.

(Foto: Screenshot/ayvalikholyspring.com)
Neue Cemhäuser Zwischen 80 und 90 Prozent aller Cemhäuser – den Gottesdienststätten der Aleviten – etwa, seien in den vergangenen Jahren errichtet worden. Das Justizministerium kündigte 2016 seinerseits an, einen Rat einzuberufen, der Meinungen und Vorschläge aus der alevitischen Community einholen soll. Sanierungen armenischer Kirchen Der Erzbischof des armenischen Patriarchats in der Türkei, Zakeos Ohanyan, bedankte sich in seiner Predigt bei den zuständigen Behörden für die Sanierung und Wiederinstandsetzung der historischen Kirche „Surp Krikor Lusarovic“ in der anatolischen Stadt Kayseri. Ohanyan: „Wir beten mit unseren muslimischen Schwestern und Brüdern zu Gott, dass in unserem Land und in der ganzen Welt der Frieden herrscht.“ Eiserne Kirche in Istanbul Die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan ist die einzige vollständig erhaltene eiserne Kirche der Welt – eisern, weil als Baumaterial hauptsächlich Gusseisen verwendet wurde. Erdogan habe die Restaurierung auf die Bitte der bulgarischen Minderheit in der Stadt initiiert, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu: „Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet.“

Die Restaurierung erfolgte nach dem Reziprozitätsprinzip zwischen den beiden Staaten: Die bulgarische Regierung genehmigte den Wiederaufbau der Dschumaja-Moschee (Freitagsmoschee) in der zweitgrößten Stadt des Landes Plowdiw. Die türkische Regierung ihrerseits ermöglichte die Restaurierung der Eisernen Kirche. Es gibt weltweit lediglich in Argentinien, Österreich und der Türkei drei vorgefertigte Eiserne Kirchen.

Nach einem Brand in einer Holzkirche erhielten die bulgarischen Christen am 25. Juni 1890 vom Sultan die Erlaubnis, neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus zu bauen. Liaze erzählte im Gespräch mit Anadolu, dass die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen auf kleinen Frachtschiffen von Wien über die Donau, den Bosporus und das Goldene Horn nach Istanbul gebracht worden seien. Die Kirche im neugotischen Stil war in zwei Jahren errichtet und 1898 in Balat, dem alten jüdischen Viertel im europäischen Teil der Stadt, eröffnet worden.

Synagoge-Eröffnung: Juden bedanken sich mit Gebet bei Erdogan

Im Jahre 2015 weihte die türkische Regierung die mit staatlichen Mitteln restaurierte Synagoge von Edirne ein – am selben Wochenende fand die erste Hochzeit statt. Das Gotteshaus war über Jahrzehnte hinweg verfallen und wurde nicht genutzt. 2016 wurde dort die erste jüdische Hochzeitsfeier seit mehr als vier Jahrzehnten abgehalten. Obwohl sie sich von anderen traditionellen jüdischen Hochzeiten nicht unterschied, war das Ereignis von großer symbolischer Wichtigkeit für die jüdische Gemeinde in der Türkei. Vor allem für Rufat Mitrani, den Patriarchen der einzigen in Edirne lebenden jüdischen Familie, war es ein unvergesslicher Moment. Er war zuvor der Letzte, der vor mehr als 40 Jahren seine Frau Sara dort geheiratet hatte. In weiterer Folge verwaiste der Tempel und war dem Verfall preisgegeben, da es zu wenige Gemeindemitglieder gab. Die Zeremonie begann mit dem Lied „Boi Kala“, mit dem die Braut im prächtigen Tempel besungen wurde. Zwei Kantoren rezitierten ein Anoten, ein traditionelles Gebet, das auf die Zeit zurückdatiert, als die sephardischen Juden im 15. Jahrhundert aus Spanien nach Istanbul geflohen waren. Das Gebet stellte ursprünglich eine Dankesäußerung an den osmanischen Sultan dar, der der jüdischen Gemeinde damals Schutz gewährte. Am Hochzeitstag wurde es zu Ehren des derzeitigen politischen Führers der Türkei, Präsident Recep Tayyip Erdogan, vorgetragen.

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– „100 Millionen Romani-Sprecher“ – Erdogans Demokratie-Paket: Erstes Romani-Türkisches Wörterbuch veröffentlicht

„Das Romani ist kein Dialekt. Es ist eine der ältesten Sprache der Welt. Etwa 100 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sprechen diese Sprache. In Europa sind es 15 Millionen Roma, die diese Sprache sprechen“, so Ali Daylam, Vorsitzender der Föderation der Roma-Vereine, in einem Interview.