Ausland
Aserbaidschan: Visafreies Reisen für Türken ab 1. September

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Ankara – Ab dem 1. September werden türkische Staatsbürger, die nach Aserbaidschan reisen, kein Visum mehr benötigen, teilte der türkische Außenminister am Donnerstag mit. Der aserbaidschanische Staatspräsident Ilham Aliyev habe seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan bereits letzte Woche über die neue Regelung informiert, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Donnerstag. Die Entscheidung stehe mit dem traditionellen Verständnis „eine Nation – zwei Staaten“ im Einklang, so Cavusoglu. Somit steigt die Zahl der Länder die türkische Staatsbürger ohne EU-Aufenthaltstitel visumfrei besuchen können auf 115.  

Eurostat
EU-Bevölkerung steigt auf über 513 Millionen

Am 1. Januar 2019 wurde die Bevölkerung der Europäischen Union (EU) auf beinahe 513,5 Millionen geschätzt, verglichen mit 512,4 Millionen im 1. Januar 2018. Im Laufe des Jahres 2018 wurden in der EU mehr Sterbefälle als Geburten registriert (5,3 Millionen Sterbefälle und 5,0 Millionen Geburten), was bedeutet, dass die natürliche Veränderung der EU-Bevölkerung ein zweites Jahr in Folge negativ war. Die Bevölkerungsveränderung (positiv, mit 1,1 Millionen Einwohnern mehr) war deshalb durch den Wanderungssaldo bedingt. Mit 83,0 Millionen Einwohnern (bzw. 16,2% der gesamten EU-Bevölkerung am 1. Januar 2019) ist Deutschland der bevölkerungsreichste Mitgliedstaat der EU, vor Frankreich (67,0 Millionen bzw. 13,1%), dem Vereinigten Königreich (66,6 Millionen bzw. 13,0%), Italien (60,4 Millionen bzw. 11,8%), Spanien (46,9 Millionen bzw. 9,1%) und Polen (38,0 Millionen bzw. 7,4%). Von den übrigen Mitgliedstaaten haben vierzehn einen Anteil von zwischen 1% und 4% an der EU-Bevölkerung und acht einen Anteil von unter 1%. Diese Zahlen werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, rechtzeitig zum Weltbevölkerungstag (11.Juli) herausgegeben. Im Jahr 2018 stieg die Bevölkerung in achtzehn EU-Mitgliedstaaten und ging in zehn zurück. Der stärkste Bevölkerungszuwachs wurde in Malta verzeichnet (+36,8 je 1 000 Einwohner), gefolgt von Luxemburg (+19,6 je 1 000 Einwohner), Irland (+15,2), Zypern (+13,4), Schweden (+10,8), Slowenien (+6,8), Belgien (+6,1), Spanien und den Niederlanden (jeweils +5,9) und dem Vereinigten Königreich (+5,6). Der stärkste Bevölkerungsrückgang wurde hingegen in Lettland (-7,5 je 1 000 Einwohner) registriert, gefolgt von Bulgarien und Kroatien (jeweils -7,1), Rumänien (-6,6) und Litauen (-5,3). Insgesamt nahm die EU-Bevölkerung im Laufe des Jahres 2018 um 1,1 Millionen Menschen (+2,1 je 1 000 Einwohner) zu. Unterdessen wurden im Jahr 2018 in der EU 5,3 Millionen Sterbefälle registriert, 46 000 mehr als im Vorjahr. Irland (6,4 je 1 000 Einwohner), Zypern (6,6) sowie Luxemburg (7,1) verzeichneten 2018 die niedrigsten Bruttosterbeziffern, gefolgt von Malta (7,6), den Niederlanden (8,9) sowie Spanien und Schweden (jeweils 9,1). Am anderen Ende der Skala waren die Werte am höchsten in Bulgarien (15,4), Lettland (15,0), Litauen (14,1), Rumänien (13,5) und Ungarn (13,4). In der EU insgesamt lag die Rohersterblichkeitsrate bei 10,4 pro 1 000 Einwohner.

Wirtschaft
China: Türkische Kirschen erobern weltgrößten Markt

Shanghai – Die erste Kirschenlieferung des türkischen Herstellers Alanar Fruit die keiner Kältebehandlung unterzogen wurde, erreichte die Millionenmetropole Shanghai in China. Das bringt den weltgrößten Markt mit dem weltgrößten Kirschenerzeuger zusammen. In der türkischen Exportstrategie stellt China ein bedeutsames Potential als Konsument dar.
Dies sei ein wichtiger Wendepunkt in den Handelsbeziehungen zwischen der Türkei und China, sagte der Türkische Generalkonsul in Shanghai, Ahmet Denk. Er glaube, dass China in naher Zukunft zu einem der wichtigsten Exportmärkte für türkische Kirschen werden wird. Die Türkei ist der weltweit größte Produzent von Kirschen, und China ist der größte Verbraucher von Kirschen weltweit. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern bei der Einfuhr und Ausfuhr von Kirschen wird den türkischen Obstbauern zugutekommen und die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit zwischen China und der Türkei weiter vertiefen, so Denk.
Emrah Ince, Geschäftsführer von Tekfen Agri, hierzu: „Unser Eintritt in den chinesischen Markt ist für uns sehr wichtig. Mit der Möglichkeit, ohne Kältebehandlung zu liefern, punkten wir mit einer vorteilhaften Position bei den Exporten nach China. Um diesen „Wettbewerbsvorteil“ zu erreichen, begannen wir, die Kirschen schon vor Ende der Saison nach China zu exportieren, wobei wir die 16-tägige Kältebehandlung durch eine 3-stündige Begasung ersetzten. Diese Entwicklung ist mehr als nur ein weiteres Exportprodukt, wir beginnen, den chinesischen Markt von den USA zu übernehmen“, so Ince. Das Ziel sei es, sich langfristig für viele Jahre ohne Einbußen bei Qualität und Rückverfolgbarkeit im chinesischen Markt zu etablieren. „Wir werden unsere Bemühungen fortsetzen, damit die türkische Kirsche den Wert findet, den sie in der Welt verdient“, so Ince weiter.

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– „Türkei Tourismusland 2018“ – Türkei: 60 Prozent mehr Touristen aus China

Die zahlreichen Aktivitäten des türkischen Tourismusministeriums in China, waren erfolgreich. In 2018 wurden 60 Prozent mehr chinesische Urlauber verzeichnet.

Türkei: 60 Prozent mehr Touristen aus China

Politik
Günther will Frauenquote von 50 Prozent in CDU

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat einen schlechten Umgang mit Frauen in der Politik beklagt und eine Frauenquote von 50 Prozent in seiner CDU gefordert. Kein Mann wäre als neuer Verteidigungsminister ähnlich scharf kritisiert worden wie es der am Mittwoch zur Vereidigung antretenden CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer widerfahren sei, sagte Günther der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Als Frau muss sie sich noch stärker beweisen, als es Männer müssten. Es ist absurd, dass das heute immer noch so ist.“ Wenn Frauen in der Politik Verantwortung übernähmen, würden sie von manchen Männern, die dort in der Mehrheit seien, kritisch gesehen. „Auch jetzt gibt es da wieder ein paar Herren, die Probleme damit haben, dass mit Angela Merkel, Ursula von der Leyen und Annegret Kramp-Karrenbauer drei Frauen wichtige Positionen haben. Ich kann zig Beispiele nennen, wo Männer wichtige Funktionen haben und vielleicht nicht die Besten sind – und das stört niemanden.“ Günther sprach sich dafür aus, dass die CDU, die in ihrem Statut eine freiwillige Frauenquote von einem Drittel der Ämter und Mandate verankert hat, den Frauen künftig die Hälfte aller Plätze einräumen muss. „Auch bei uns muss auf jeden Fall auf jeden zweiten Platz eine Frau kommen. Das reicht aber nicht aus. Es muss auf allen politischen Ebenen darauf hingewirkt werden, dass Frauen zur Hälfte berücksichtigt werden. Was die Wahlkreise betrifft, muss aus Führungsämtern dafür geworben werden, dass dort zur Hälfte Frauen antreten.“

Fremdenfeindlichkeit
Berlin: Betender Türke geschlagen und mit Müll beworfen

Berlin –  Ein betender Türke ist in Berlin-Spandau von zwei Personen rassistisch beleidigt und angegriffen worden. Der 38-Jährige rollte am Dienstagabend gegen 20.30 Uhr im Stadtteil Spandau auf dem Gehweg seinen Gebetsteppich aus, berichtet die Tageszeitung BILD unter Berufung auf eine Mitteilung der Polizei. Daraufhin habe ein Mann ihn ausländerfeindlich beleidigt und körperlich angegriffen. Wie die BILD weiter berichtet, setzte sich der Türke mit einem Fahrradschloss zur Wehr.
Anschließend habe sich auch eine Anwohnerin in den Streit  eingemischt und den 38-jährigen Türken mit gefüllten Mülltonnen beworfen und ihn ebenfalls beleidigt.

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin habe Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen.

Ankara
Türkei: Mann schießt auf Mitarbeiter der weißrussischen Botschaft

Ankara – In der türkischen Hauptstadt Ankara ist am Mittwochabend ein Mitarbeiter der weißrussischen Botschaft, Alexander Poganschew, von einem Unbekannten angeschossen worden.
Wie die Nachrichtenagentur Sputnik unter Berufung auf türkische Medien weiter berichtet, gab der Angreifer zwei Schüsse auf den Diplomaten ab.
Nach der Attacke habe sich der Mann selbst erschossen. Es soll sich bei ihm um einen türkischen Militär im Ruhestand und einen Nachbarn des weißrussischen Diplomaten handeln, so Sputnik weiter. Ein Streit zwischen den beiden Männern soll nach ersten Erkenntnissen der Hintergrund des blutigen Angriffs sein.
Laut Sputnik sei der schwerverletzte Poganschewi in ein Krankenhaus gebracht worden und befinde sich derzeit auf einer Intensivstation. „Der Mitarbeiter der weißrussischen Botschaft war zusammen mit seinem Kind auf dem Weg nach Hause, als er von einem psychisch labilen türkischen Staatsbürger angeschossen wurde. Er befindet sich derzeit in einem schweren Zustand, er wird ärztlich versorgt“, so der Pressesprecher des weißrussischen Außenministeriums gegenüber Sputnik. Der Diplomat sei jedoch viermal angeschossen worden und nicht wie in Medien berichtet zweimal.   Im Dezember 2016 war auch der russische Botschafter zu Ankara, Andrej Karlow, auf einer Ausstellung in Cankaya, dem Diplomatenviertel der türkischen Hauptstadt, erschossen worden.

Der Angreifer zielte auf Karlow, als dieser bei der Eröffnungszeremonie einer Fotoausstellung eine Rede hielt. Medienberichten zufolge habe der Attentäter dabei „Rache für Aleppo“ gerufen.  Der Diplomat wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus verbracht und erlag dort seinen Verletzungen.

 
 
 

Kauder gegen Abschiebung
Konversion zum Christentum unter Muslimen

Kauder gegen Abschiebung für zum Christentum konvertierte Muslime Von Yasin Baş Angesichts der Tatsache, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine Gruppe von etwa 30 zum Christentum konvertierte Geflüchtete abschieben möchte, setzt sich nun der ehemalige Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) für einen Abschiebestopp der ehemaligen Muslime und deren Verbleib in Deutschland ein. Kauder sagte, er werde in dieser für viele Christen existenziellen Frage nicht lockerlassen und nach der Sommerpause den Bundesinnenminister Horst Seehofer auffordern, sich dafür einzusetzen. „Wir wollen erreichen, dass ähnlich wie etwa im Hinblick auf Afghanistan und Syrien die Bewertung der Lage vor Ort korrigiert wird und konvertierte Christen bis auf Weiteres nicht mehr in den Iran zurückgeschickt werden”, sagte Kauder im Gespräch mit der „Bild”. Gegenstand der Diskussion ist eine Gruppe von Ex-Muslimen, vorwiegend aus dem Iran, aber auch aus dem Irak, Syrien und Afghanistan. „Wir dürfen keine Christen in Länder abschieben”, sagte Kauder, „die dort bedroht und verfolgt werden.” Der ehemalige Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bemängelte ferner, dass Gespräche mit dem Bundesinnenministerium nicht erfolgreich verlaufen seien und man bisher keine temporäre Aussetzung von Abschiebungen erreicht habe. Überdies wirft die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGMR) einigen Staaten im Nahen- und Mittleren Osten vor, Menschen aus religiösen Gründen zunehmend zu verfolgen und zu foltern. Mehrheitlich Geflüchtete Schon seit längerer Zeit ist die Bekehrung von Menschen, insbesondere aus dem Iran und Afghanistan, zum Christentum ein Thema. Bei den Konvertiten handelt es sich dem Vernehmen nach mehrheitlich um Geflüchtete. So berichtet die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“, dass die „Zahl der Muslime, die in Deutschland und Österreich zum Christentum konvertieren, ist im Zuge der Flüchtlingsbewegung leicht angestiegen“ sei. Im Jahr 2017 seien in Österreich ca. 550 Muslime zum katholischen Glauben konvertiert. Für Deutschland liege keine konkrete Zahl vor, da die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) bei Neueintritten die vorherige Religionszugehörigkeit statistisch nicht erfasse. So hätte das Erzbistum Köln auf Anfrage der Zeitung mitgeteilt, dass sie „von etwa 40 bis 60 muslimischen Taufbewerbern pro Jahr“ ausgehe. Das Erzbistum Hamburg beziffere die Taufen von Muslimen in den letzten Jahren auf konstant fünf bis zehn jährlich. Das Bistum Fulda spreche von 20 Taufen von Muslimen im Jahr 2017. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erfasst die Zahl der zum Christentum übergetretenen Muslime nicht zentral. Die Tagespost berichtet: „Auf Anfrage teilte eine Sprecherin der EKD jedoch mit, dass protestantische Gemeinden immer wieder davon berichteten, dass auch Asylsuchende ihnen gegenüber den Wunsch äußern, getauft zu werden“. „Steter, kleiner Fluss, der zunimmt“ Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, sollen sich allein in Berlin Hunderte Afghanen und Iraner taufen lassen haben. Zudem wird oft angemerkt, dass ein Wechsel der Religion die Chancen erhöhe, ein Bleiberecht in Deutschland zu bekommen. Bei einer Konversion drohen den Flüchtlingen in ihrer Heimat harte Strafen, Verfolgung oder Enteignungen. So stehe im Iran und in Afghanistan auf den Übertritt vom Islam zum Christentum die Todesstrafe. Mit diesem Argument verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Konvertiten aus dem Iran oder Afghanistan aus Deutschland abgeschoben werden. Der Leiter der Iranerseelsorge bei der Evangelischen Landeskirche in Hannover, Pastor Günther Oborski, äußert sich in der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“, dass seit 2003 bereits 2.000 Iraner in seinem Seelsorgebereich konvertiert seien und das Interesse auch bei den Afghanen deutlich steige. Statistiken über Konvertiten würden weder von den christlichen Kirchen noch vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erhoben. Die Deutsche Bischofskonferenz spreche für das Jahr 2009 von allgemein 300 Taufen von Nichtchristen. Zur Anzahl der Konversionen vom Islam zum Christentum äußert sich der Islamwissenschaftler Jörn Thielmann vom Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa in einem Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) wie folgt: „Einige Hundert werden es pro Jahr schon sein. Das sind natürlich deutlich weniger als bei der Konversion vom Christentum zum Islam. Hier geht man von einer mittleren bis hohen vierstelligen Zahl aus. Aber es ist ein steter, kleiner Fluss, der meines Erachtens zunimmt.“ AEM: Missionare als „unschätzbare Brückenbauer“ Darüber hinaus meldet die unabhängige evangelische Nachrichtenagentur „idea“, dass die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), seine Mitgliedswerke und deren Mitarbeiter dazu aufgerufen habe, sich für Flüchtlinge zu engagieren. Missionare seien „unschätzbare Brückenbauer zwischen den Kulturen und helfen Gemeinden, ihre Möglichkeiten zu nutzen und zu entwickeln“, ist in einer Erklärung des AEM-Vorstandes zu lesen. Laut AEM müssten staatliche Organe, um Ursachen für Flucht und Vertreibung zu bekämpfen, weltweit aber auch in Deutschland, konvertierte Christen schützen. Primäre Aufgabe der großen Kirchen ist die Binnenmission Der Islamwissenschaftler Jörn Thielmann spricht davon, dass besonders evangelikale Gemeinden und Freikirchen bei der Außenmission engagiert seien. Bekannt dürften überdies sektenähnliche und radikale Gruppierungen wie die Zeugen Jehovas oder die Christliche Mitte und Evangelische Allianz sein. Laut Thielmann halten sich die beiden großen Kirchen in Deutschland, die Katholische Kirche und die evangelischen Landeskirchen mit der offensiven Missionierung von Muslimen eher zurück. Man befürchte, so der Islamwissenschaftler, „den Dialog mit dem Islam zu belasten“. Ziel bei der Katholischen und Evangelischen Kirche sei vielmehr die Binnenmission. Für die Evangelische Kirche scheint die Einschätzung des Islamwissenschaftlers eher zuzutreffen als bei den Katholiken. Denn vor einiger Zeit hat die Evangelische Kirche im Rheinland eine Broschüre mit dem Titel: „Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“ herausgebracht. In dem Dokument spricht sich die zweitgrößte evangelische Landeskirche Deutschlands gegen die Missionierungs- und Bekehrungsversuche von Muslimen aus. In der Handreichung wird folgendes betont: „Eine Begegnung mit Muslimen in Konversionsabsicht widerspricht dem Geist und Auftrag Jesu Christi und ist entschieden abzulehnen.“ Die Verfasser des Positionspapiers sind davon überzeugt, dass Missionierung dem interreligiösen Dialog und innergesellschaftlichen Frieden mit den Muslimen schade. Katholische Kirche beim Thema Mission offensiver Die Katholische Kirche geht das Thema Mission dagegen offensiver an. Mit Mission und aktiver Missionstätigkeit ist sie historisch verwurzelt. Die teilweise gewalttätige Latinisierung Südamerikas, Christianisierung Afrikas oder die Reconquista der iberischen Halbinsel gehören gewissermaßen zur Tradition des Katholizismus. Offiziell hält sich die Kirche nach wie vor an die Anweisungen von Papst Johannes Paul II. Mit Mission ist demnach auch gemeint, die gesamte Menschheit unter der Einheit der Kirche zu sammeln und aktiv für den Glauben zu werben. Zudem ist die Zahl derer in der Katholischen Kirche, die Dialog mit Mission gleichsetzen, nicht gerade gering.
Yasin Baş
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.


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– Publikation – Yasin Baş: Muslime in deutschen Medien 2018

Der Journalist und Autor Yasin Baş hat eine neue Publikation mit dem Titel „Presseschau 2018: Muslime in den Medien” herausgebracht. In dem als Jahrbuch konzipierten Werk werden nahezu alle im Jahr 2018 veröffentlichten Nachrichtenmeldungen, die die Muslime und den Islam in Deutschland betreffen, in fünf verschiedenen Kategorien untergliedert.

Yasin Baş: Muslime in deutschen Medien 2018

Türkei
Türkischer Zoll: „Auslandstürken kennen Gesetze der Türkei nicht“

Istanbul – Wer mit seinem PKW in die Türkei einreist, sollte sich im Vorfeld über die Nutzung des Fahrzeugs innerhalb der Türkei informieren. Ausländische Kennzeichen unterliegen eigenen Richtlinien, die im Zollgesetz klar geregelt sind. Dieses Gesetz bestimmt genau, wer das Fahrzeug während des Aufenthaltes in der Türkei, führen darf. Das sind neben dem Fahrzeughalter auch dessen Ehepartner, seine Kinder und seine Eltern mit Wohnsitz außerhalb der Türkei. Die Nutzung von Dritten ist nur dann erlaubt, wenn der Fahrzeughalter während der Fahrt im Fahrzeug anwesend ist. Das bedeutet, dass es auch verwandten Personen oder Freunden nicht gestattet ist, alleine ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen zu führen. Dies kann auch durch die Erteilung einer Vollmacht an Dritte nicht umgangen werden. Nach einem Bericht der türkischen Tageszeitung a haber, reiste der Deutschtürke Ahmet Temam gemeinsam mit Sohn und Schwiegertocher zum jährlichen Urlaub in die Türkei ein. Während der Sohn und dessen Frau mit dem Bus weiter nach Antalya fuhren, reiste er selber mit dem in Deutschland zugelassenen PKW zum Heimatbesuch nach Tokat weiter. Dort wurde das Fahrzeug von einer Radarfalle erfasst. Der Fahrer des PKWs war Temams Neffe aus Tokat. Das Fahrzeug wurde sofort beschlagnahmt, da der Bußgeldbescheid dem eigentlichen Fahrzeughalter nicht ordnungsgemäß schriftlich zugestellt werden konnte. Das beschlagnahmte, in Deutschland zugelassene Auto, musste daraufhin beim Zoll in Amasya wieder ausgelöst werden. Die Unkosten für sämtliche Behördengänge betrugen etwa 5000 Türkische Lira. Anschließend musste das Fahrzeug innerhalb eines Tages außer Landes gebracht werden und der Fahrzeughalter war gezwungen, innerhalb von sieben Tagen das Land zu verlassen. „Fakt ist, dass viele Türken, die im Ausland leben, die Gesetze der Türkei gar nicht kennen“, warnt Temam. Wer ein Fahrzeug mit ausländischen Kennzeichen benutzen darf, ist im türkischen Zollgesetz Nr. 4458 238 und, je nach Lage des Sachverhaltes, in Artikel 3/9 des türkischen Antischmuggelgesetzes Nr. 5607 geregelt:
„Fahrzeuge von Besitzern, die ausländische Kennzeichen tragen, dürfen nur von deren Ehegatten, Eltern oder Kindern mit Wohnsitz außerhalb des Zollgebietes der Türkei, gefahren werden. Eine Nutzung durch Dritte ist nur gestattet, wenn der Fahrzeughalter während der Fahrt im Fahrzeug anwesend ist. Besitzer dieser Fahrzeuge dürfen das Auto an Dritte auch nicht mit Erteilung einer Vollmacht weitergeben.“

Arbeitsrecht
Krankheitstage durch Hitze und Sonnenlicht seit 2008 verdoppelt

Die Zahl der Krankheitstage durch Hitze und Sonnenlicht hat sich im Zeitraum von 2008 bis 2017 verdoppelt. Zudem werden mittlerweile jährlich Tausende Fälle von Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt.

Probleme durch Salz- und Wasserverlust, Sonnenstich, Krämpfe, Hitzschlag und Ödeme seien einige der Gesundheitsschäden, die durch Hitze und Sonnenlicht ausgelöst werden können. Und solche Symptome haben in den vergangenen Jahren zu deutlich mehr Krankschreibungen geführt. Wie die tagesschau auf Angaben der Bundesregierung zu einer Anfrage der Linksfraktion weiter berichtet, gab es 2017 etwa 40.000 Arbeitsunfähigkeitstage „infolge von Schäden durch Hitze und Sonnenlicht“. Knapp zwei Drittel der Betroffenen waren Männer, ein Drittel Frauen. Im Vergleich zu 2008 habe sich die Zahl mehr als verdoppelt. Damals wurden bei Frauen 5494 Arbeitsunfähigkeitstage registriert, bei Männern 12.229. Die Angaben basieren auf Zahlen der gesetzlichen Krankenversicherungen, berichtet tagesschau weiter. 2015 habe es den bislang höchsten Stand gegeben – mit mehr als 50.000 Arbeitsunfähigkeitstagen. In diesem Jahr gab es in Europa mehrere Hitzewellen. Ob sich die Arbeitsunfähigkeitstage vor allem auf Menschen bezieht, die im Freien arbeiten, gehe aus den Angaben nicht hervor. Diese seien jedoch insbesondere von Hitze betroffen.

Syrienkrieg
Russisch-syrische Luftangriffe auf Marktplätze: Zahl der Todesopfer auf über 50 angestiegen

Idlib – Nach den russisch-syrischen Luftangriffen in der Deeskalationszone in der Provinz Idlib am Montagmorgen, ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 50 angestiegen, teilt die syrische Zivilschutzbehörde Weißhelme am Dienstag mit. Auch Helfer der Rettungsorganisation seien unter den Todesopfern. Die Bomben hätten einen Gemüsegroßmarkt in Maarat al-Numan getroffen. Bei den Angriffen seien zudem mehr als 100 Menschen verletzt worden und noch viele weitere unter den Trümmern begraben. Die syrische Zivilschutzbehörde machte Russland für die Angriffe verantwortlich. Moskau wies dies zurück. Man habe in dem Gebiet keine Einsätze geflogen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu (AA) unter Berufung auf Zeugenaussagen berichtet, bombardierten Kampfjets der syrischen Regierung auch einen Marktplatz in Saraqib in der Provinz Idlib. Bei dem Angriff seien mindestens sieben Zivilisten getötet und Dutzende verletzt worden. Laut einem Korrespondenten der AA führten russische und syrische Kampfflugzeuge auch Angriffe auf die Stadt Bidama und die Dörfer Talmenes und Al-Kabina durch und töteten dabei vier Zivilisten. Die Zahl der Todesopfer durch die Luftangriffe der letzten zwei Tage sei somit auf mindestens 67 gestiegen, berichtet die AA weiter. Obwohl Putin und Erdogan bei einem Treffen im russischen Sotschi im September 2018 sich darauf einigten, in der syrischen Provinz Idlib eine entmilitarisierte Zone zu schaffen, in der Aggressionen ausdrücklich verboten sind, gehen russische und syrische Streitkräfte in diesem Gebiet seit April dieses Jahres verstärkt gegen Oppositionelle vor. Seit Beginn der Offensive wurden der Beobachtungsstelle zufolge mehr als 700 Zivilisten getötet. (nex/aa)