Baupolitik
Bund mietet Büroflächen für 271 Millionen Euro – trotz eigener leerstehender Immobilien

Der Bund hat im Jahr 2018 insgesamt 271 Millionen Euro für die Anmietung von Büroflächen ausgegeben. Gleichzeitig verfügt der Bund über 138.000 Quadratmeter leerstehender Flächen, die nach eigenen Angaben für Bürozwecke verwendet werden könnten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegt. Die Kosten für die Anmietung von Büroflächen sind trotz der Leerstände in den vergangenen Jahren gestiegen. 2014 waren es nur 167 Millionen Euro. Der wohnungs- und baupolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Föst, kritisierte die wachsenden Ausgaben der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) „Auf dem angespannten Gewerbemietmarkt muss der Bund immer tiefer in die Tasche greifen und lässt gleichzeitig die eigenen Büroräume brachliegen. Hier werden Millionen Steuergelder verschleudert“, sagte Föst. Das Versagen in der Bau- und Wohnungspolitik der GroKo setze sich im Missmanagement der BImA fort.

Türkei
Erdogan: „Warum sollten wir keine Atomwaffen haben?“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan signalisierte am Mittwoch die Möglichkeit, das Land mit Atomwaffen auszustatten. Er könne nicht akzeptieren, dass einige Länder Atomraketen haben und andere Staaten daran gehindert werden, die gleichen Waffen zu besitzen. „Warum sollten wir keine Atomwaffen haben, während andere es tun? Ich akzeptiere das nicht“, sagte Erdogan in der zentralen Provinz Sivas, wo der türkische Staatschef an den 100. Jahrestag des Sivas-Kongresses gedachte. „Einige haben Raketen mit nuklearen Sprengköpfen, nicht ein oder zwei“, so Erdogan. Er verwies darauf, dass fast alle Industrieländer Atomraketen hätten. Die USA und Russland hätten zwischen 12.500 und 15.000 nukleare Sprengköpfe, sagte er. Auch auf Israels Arsenal bezog er sich. Er sei persönlich jedoch gegen Atomwaffen.

Den Haag
UN-Gericht lehnt Radovan Karadzic-Antrag ab

Den Haag – Das UN-Gericht in Den Haag hat einen Antrag des ehemaligen bosnisch-serbischen politischen Führers Radovan Karadzic abgelehnt, eine Entscheidung zu überdenken, mit der ihm eine Berufung gegen das letzte Urteil verweigert wurde. Im März dieses Jahres verurteilte das Haager Gericht Karadzic im Endurteil zu lebenslanger Haft, nachdem er gegen seine Verurteilung in erster Instanz Berufung eingelegt hatte. Er wurde des Völkermords an Bosniaken aus Srebrenica im Jahr 1995 für schuldig befunden.
Das UN-Gericht wies am Mittwoch auch den Antrag von Karadzic zurück, sein Gesuch auf erneute Prüfung der Ablehnung eines weiteren Rechtsmittels an Richter Jean-Claude Antonetti und nicht an den Präsidenten des Mechanismus für internationale Strafgerichtshöfe, Karmel Agius oder seinen erfahrensten Richter, Theodor Meron, zu stellen.
Karadzic hatte die Entscheidung über seinen Antrag auf Berufung durch Antonetti gefordert, da er behauptete, dass sowohl Agius als auch Meron gegen ihn voreingenommen seien, weil sie seine Untergebenen zuvor wegen ähnlicher Verbrechen verurteilt hatten. Unmittelbar nach der Entscheidung vom Mittwoch reichte Karadzics Anwalt Peter Robinson einen weiteren Antrag ein, gegen sie Berufung einzulegen und Agius und Meron von der Entscheidung über sie abzuziehen.

Regionale Kooperationsrat
Bregu: Ohne den Westbalkan wird die EU immer eine unerledigte Angelegenheit sein

„Die Europäische Union wird immer eine unerledigte Angelegenheit ohne den Westbalkan sein. Der Preis für Stagnation und die weitere Verschiebung der Entscheidung über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nordmazedonien ist kurz gesagt ein Risiko“, sagte Majlinda Bregu, Generalsekretärin des Regionalen Kooperationsrates (RCC), während des gestrigen Panels für die westlichen Balkanstaaten im Strategischen Forum von Bled. Laut Bregu habe niemand mehr den Luxus, Zeit zu verlieren. „Ein Drittel der Bevölkerung der Region ist in den letzten 5 Jahren weggezogen“, betonte sie. In Bezug auf die Arbeit von RCC erklärte Bregu, dass sie hoffe, dass die Regierungen der Region bei der Umsetzung der regionalen Wirtschaftsagenda erfolgreicher sein würden. „Wir sind im digitalen Bereich erfolgreich, mit dem Regional Roaming Agreement, was ein Zeichen dafür ist, dass, wenn ein politischer Wille vorhanden ist, die Dinge vorankommen könnten“, so Bregu. Andererseits bleiben die Herausforderungen an die Mobilität und das Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen zwischen den Volkswirtschaften der Region bestehen, berichtet das Webportal European Western Balkans weiter. „Selbst wenn wir es genehmigt hätten, was nützt es, wenn die Kosovaren nicht nach Bosnien und Herzegowina einreisen können, da sie ein Visum benötigen, und im letzten Jahr die Zahl der verweigerten Visa die Zahl der erteilten überstieg“, betonte Bregu und schloss mit der Einschätzung, dass ein starker politischer Wille für den weiteren Ausbau der regionalen Zusammenarbeit wichtig ist. Majlinda Enver Bregu ist eine albanische Politikerin und Sozialwissenschaftlerin. Zwischen 2007 und 2013 leitete sie das Ministerium für Europäische Integration im Kabinett Berisha I und II. Zeitgleich übte sie das Amt der Regierungssprecherin aus. Der Regionale Kooperationsrat ist ein regionaler Kooperationsrahmen für Länder in Südosteuropa mit dem Ziel, „die gegenseitige Zusammenarbeit und die europäische und euro-atlantische Integration Südosteuropas zu fördern, um die Entwicklung in der Region zum Wohle seiner Bevölkerung anzuregen“  

Volleyball EM 2019
Frauen Volleyball-EM: Türkei nach Sieg gegen Niederlande im Halbfinale

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Ankara – Nachdem im Juli die türkische U-16 Nationalmannschaft der Frauen Italien im Finale der EM bezwang und Europameister wurde, wollen nun auch die Damen der Nationalmannschaft ihren jungen Kolleginnen gleichziehen. Nach einem Sieg gegen die Niederlande erreichten sie nun das Halbfinale der Volleyball EM 2019. Die türkische Frauen-Volleyball-Nationalmannschaft besiegte am Mittwoch die Niederlande mit 3:0 und zog somit ins Halbfinale der CEV-Volleyball-EM 2019 ein. In der Sporthalle Ankara unterstützten rund 12.000 leidenschaftliche türkische Fans ihr Team. Die türkischen Volleyballerinnen sicherten sich den Sieg in drei Sätzen, 25-20, 25-22 und 25-20. Die Türkei trifft nun im Halbfinale des Turniers am Samstag auf den Sieger des Viertelfinalspiels Polen gegen Deutschland.

"Ich will meinen Sohn zurück"
Türkei: Immer mehr Kurden schließen sich Sitzstreik gegen die HDP an

Diyarbakir (nex) – Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im vergangenen Monat begann, entwickelt sich allmählich zu einer Bewegung. Immer mehr Kurden trauen sich, gegen die HDP-Partei und die Terrororganisation PKK auszusprechen. Im August hatte Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakır einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen. Nach dem Wiedertreffen mit ihrem Sohn nahm sie einen Anruf vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan entgegen. „Sie haben sich gewehrt und (…) Ihren Sohn aus den Händen dieser Verräter gerettet. Aus diesem Grund gratuliere ich Ihnen meinerseits und im Namen des Volkes. (…) Wir brauchen solche Mütter“, sagte Erdogan beim Gespräch. Auch der ältere Sohn Akars, Fırat, sei bereits 1994 von PKK-Terroristen entführt worden. 2017 wurde er in den Bergen tot aufgefunden. „Ich konnte nicht einmal den Körper meines Sohnes sehen“, sagte sie. „Sobald man dieses Gebäude betritt, kann niemand entkommen. Die HDP verschleppen unsere Kinder mithilfe von Drogen (…) und Medikamenten in die Berge. Es ist ein Ort des Gemetzels für Wilde und Unterdrücker“, zitiert Daily Sabah die kurdische Mutter. Immer mehr Kurden trauen sich Nun trauen sich immer mehr Eltern, die PKK und auch die HDP-Partei öffentlich zu kritisieren. Seit dem gestrigen Dienstag haben mehrere kurdische Eltern vor dem Büro der HDP einen Sitzstreik begonnen. Fevziye Cetinkaya behauptet, ihr 17-jähriger Sohn sei über Mitglieder der HDP in der südöstlichen Provinz Diyarbakir in die Reihen der Terrorgruppe aufgenommen worden. Sie habe sich am Montag zusammen mit ihrem Mann Sahap Cetinkaya an die Polizei gewandt und eine Beschwerde eingereicht, so Cetinkaya. „Alles, was ich von ihnen (HDP-Mitglieder) will, ist, dass mein Kind zu mir zurückgebracht wird“, sagte sie. „Entweder haben sie mein Kind hier versteckt oder es woanders hingebracht…. Ich werde nicht gehen, bis mein Kind zurück ist“, fügte sie hinzu. Der Vater warf HDP-Mitgliedern vor, ihre Kinder zum Beitritt zur PKK zu ermutigen. „Sie schicken Kinder von armen Menschen [zur PKK]…. Ich will meinen Sohn zurück, sonst nichts. Wir haben diese Kinder unter schwierigen Bedingungen aufgezogen und in die Schulen geschickt“, sagte er. Später am Tag schlossen sich drei weitere Mütter – die behaupten, ihre Kinder seien von den PKK-Mitgliedern entführt worden – Çetinkaya an. Die türkische Regierung beschuldigt die HDP seit langem, Verbindungen zur PKK-Terrorgruppe zu haben. In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer in einer Mitteilung im Februar dieses Jahres. Eva Quadbeck in der Rheinischen Post:

„Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist als Terrororganisation aus gutem Grund seit Anfang der 90er Jahre verboten. Dass sie hierzulande in Vereinen und Verlagen dennoch weiter operiert, kann der Rechtsstaat nicht hinnehmen. Das Verbot der Verlage ist nur konsequent. Die Bundesregierung tut gut daran, bei der PKK nüchtern nach rechtsstaatlichen Prinzipien zu verfahren. Deutschland steht in der Kritik der türkischen Regierung, die behauptet, es werde hierzulande nicht konsequent gegen die PKK vorgegangen, was nicht stimmt. Die politische Linke in Deutschland wiederum sieht das Verbot der Verlage als Zensur an.

Das Verbot hat aber nichts mit der Einschränkung von Meinungsfreiheit zu tun. Die betroffenen Verlage hatten die Unterstützung der verbotenen PKK im Auge. Dafür hätten sie auch Bananen vertreiben können. Die PKK heizt Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Deutschland an. Mit Gewalt ausgetragene Rivalitäten befördern eine ablehnende Haltung gegenüber diesen Volksgruppen. Ein solcher Mechanismus gefährdet den inneren Frieden der Gesellschaft – insbesondere in Zeiten, in denen Fehlverhalten von Migranten gerne von Rechtspopulisten aufgegriffen wird“.

 

Türkei
Izmir: Türkisch-deutsches Joint Venture OPET FUCHS nimmt Betrieb im neuen Werk auf

OPET FUCHS, das Joint Venture von FUCHS PETROLUB und OPET Petrolcülük, hat den Betrieb in seinem neuen Werk am Standort Aliaga in der türkischen Provinz Izmir aufgenommen. Insgesamt flossen Investitionen in Höhe von 24 Millionen EUR in das Werk, das nun mit einer Produktionskapazität von jährlich 60.000 Tonnen im Ein-Schicht-Betrieb zu einem der modernsten Schmierstoffwerke der Türkei zählen wird, so Fuchs. „Mit seinen fortschrittlichen Verfahrenstechnologien und modernen Automatisierungssystemen ist das neue Werk perfekt auf die Kundenbedürfnisse und Produktionsanforderungen in der Türkei abgestimmt. Es ist Teil unserer globalen Wachstumsinitiative, mit der wir in bestehende und neue Anlagen investieren, um unsere Kapazität mithilfe fortschrittlicher Technologien auszubauen“, betont Stefan Fuchs, Vorstandsvorsitzender von FUCHS PETROLUB SE, auf der internen Eröffnungsveranstaltung am 3. September 2019. Murat Seyhan, Geschäftsführer von OPET FUCHS, fügt hinzu: „Wir arbeiten hart, um mit unserem innovativen Ansatz, hoher Qualität, einer breiten Produktpalette und qualifizierten Fachkräften unseren in allen Sektoren tätigen Kunden eine herausragende Servicequalität zu bieten. Deshalb freuen wir uns sehr, unsere neue Anlage in Aliaga nun in Betrieb nehmen zu können.“ Auf einer Gesamtfläche von 55.000 m² wird in dem neuen Werk von OPET FUCHS künftig eine Vielzahl verschiedener Produkte produziert, darunter Motorenöle, Industrieschmierstoffe und Spezialprodukte. Mit der neuen Anlage verbessern sich Rückverfolgbarkeit, Reproduzierbarkeit und Nachhaltigkeit der hochwertigen Produkte von OPET FUCHS. Das Forschungs- und Entwicklungslabor ist mit den modernsten Technologien ausgestattet und verfügt über Kapazitäten für die Anwendung von mehr als 100 Prüfmethoden mit über 45 neuartigen Prüfgeräten. In dem Labor, das neue, auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Produkte konzipiert und entwickelt, werden Prototypen erstellt und getestet. Über FUCHS Der FUCHS-Konzern entwickelt, produziert und vertreibt hochwertige Schmierstoffe und verwandte Spezialitäten für nahezu alle Industrien und Anwendungsbereiche. Das Unternehmen, das 1931 in Mannheim gegründet wurde, beschäftigt weltweit mehr als 5.000 Mitarbeiter in 58 operativ tätigen Gesellschaften. FUCHS ist der weltweit größte Anbieter unter den unabhängigen Schmierstoffherstellern. Die nach Umsatz wichtigsten Märkte sind Westeuropa, Asien und Nordamerika.

Tourismus
Rekord: Noch nie haben so viele Deutsche die Türkei besucht wie im Juli

Istanbul – Wie die Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz) unter Bezugnahme der veröffentlichten Zahlen des türkischen Tourismusministeriums berichtet, haben noch nie so viele Deutsche die Türkei besucht, wie im Juli. „Der Boom überrascht“, so die faz dem Anschein nach etwas frustriert. Den veröffentlichten Zahlen zufolge bereisten im Juli 868 000 Deutsche die Türkei, 14 Prozent mehr als im Juli 2018. Zuvor war der August 2015 der bisher stärkste Monat mit 842 000 Ankünften. „Die Buchungen lassen nicht darauf schließen, dass unsere Kunden Probleme mit der Türkei haben“, zitiert die faz eine Sprecherin von TUI, dem größten Reiseveranstalter Europas. Für den Konzern sei das Land „der Shootingstar dieses Sommers“, berichtet die faz weiter. „Die Türkei ist auf dem besten Weg zu alten Rekorden“, so TUI. Tatsächlich könnte 2019 das stärkste Jahr für den deutschen Tourismus in der Türkei werden, so die faz weiter. Bisher habe 2015 diesen Rekord mit fast 5,6 Millionen Ankünften gehalten. Im vergangenen Jahr entschieden sich 4,5 Millionen Deutsche für die Türkei. Die ersten sieben Monate 2019 verzeichnen jetzt schon den zweitstärksten Wert der Geschichte, so die faz. 

Zum Thema

– Reisen – Russen benennen Türkei zum besten Land für erste Auslandsreise

Die Ticketbuchungsplattform „Aviasales“ hat in einer Umfrage unter russischen Reise-Enthusiasten herausgefunden, welche Länder in deren Augen für die erste Auslandserfahrung am besten sind. Deutschland schaffte es nicht unter die ersten fünf.

Russen benennen Türkei zum besten Land für erste Auslandsreise

Österreich
OE24: Gründer der Wiener „Türken-Partei“ bei Autounfall gestorben

Subotica – Drei Menschen sind Montagfrüh bei einem Verkehrsunfall auf einer Autobahn bei der nordserbischen Stadt Subotica gestorben. Ein weiteres Kind wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Den Angaben zufolge hatte der verunglückte Pkw – ein schwarzer Audi Q7 – ein Wiener Kennzeichen. Wie das österreichische Nachrichtenportal OE24 weiter berichtet,  soll es sich bei dem Lenker des Fahrzeuges um den Mitgründer der Wiener Türken-Partei „Gemeinsam für Wien“, Sami Akpinar, handeln. Der Politiker sei demnach bei dem Unfall gestorben. Im Unfallfahrzeug saß auch sein Bruder S. Akpinar aus Bregenz. Er starb ebenso wie ein weiterer Verwandter des Politikers und Untermehmers Sami Akpinar. Auch der Schwager der Brüder, Mesut K., sei bei dem Unfall gestorben. Wie OE24 weiter berichtet, soll einzig der 8-jährige Sohn des Bruders laut ersten Informationen schwer verletzt überlebt haben und im Krankenhaus liegen. OE24 zufolge, befanden sich die Pkw-Insassen auf dem Heimweg vom Urlaub. Eine weitere türkische Familie, auf der Rückreise nach England, sei nach dem Unfall stehengeblieben und habe das Kind aus dem Wrack gezogen.      

Baubranche
Plug-and-Play Hotels: Ein Finne will Kliniken und Hotels in Rekordzeit errichten

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Die Preise fürs Bauen steigen seit Jahren. Auch 2019. Das liegt, so das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), vor allem an der anhaltend hohen Nachfrage nach Neubauimmobilien. In Großstädten und Ferienorten werden besonders viele neue Wohnungen gebraucht, aber auch Hotels und Hospitale. Überall dort wo Bauboom herrscht, explodieren die Kosten, verlängern sich die Fertigstellungszeiten. Kann modulare Bauweise helfen, Gebäude günstiger, schneller und mit einer höheren Qualität herzustellen? Ein finnisches Unternehmen ist davon überzeugt. Die Hotellerie in Deutschland befindet sich im zehnten Jahr des Wachstums in Folge. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft hat 2018 gut 477 Millionen Übernachtungen gezählt, vier Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zimmerauslastung wird mit 71,9 Prozent angegeben. Überall werden neue Hotels gebaut. Und das nicht nur zwischen Nordsee und Alpen. Auch in den USA beispielsweise. Dort ist die Zahl der Hotels in den vergangenen sieben Jahren um rund 3.500 auf 55.900 mit 5,3 Millionen Betten gestiegen. Das weltweite Transaktionsvolumen im Hotelinvestmentmarkt betrug im vergangenen Jahr laut dem Jones Lang Lasalle-Report „Hotel Investment Outlook 2019“ fast 68 Milliarden US-Dollar. Das größte Wachstum vermeldete der US-Markt mit einer Steigerung von rund 30 Prozent auf 36,5 Milliarden US-Dollar. Für 2019 erwarten die Autoren des Reports ein ähnlich hohes Niveau. Sorgen bereiten den Investoren die Baukosten. Sie sind in den letzten Jahren weltweit exorbitant gestiegen. Die Baukosten für ein Hotel, aber auch für ein Krankenhaus, hängen von den Entwicklungen an den Boden-, Baumaterial- und Arbeitsmärkten ab. Für die beiden letzteren Einflussfaktoren suchen Unternehmen seit Jahren nach innovativen Konzepten und neuen Lösungen. Fündig wird man im finnischen Turku. Hier hat die Firma Admares ihren Sitz. Die hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Namen als Hersteller schwimmender Villen und künstlicher Wellness-Inseln gemacht. Spätestens 2022 will Admares die weltweit erste Fabrik anlaufen lassen, in der ganze Hotels und Krankenhäuser in Modularbauweise schlüsselfertig hergestellt werden. „Die automatisierte Produktion von modularisierten Gebäudekomplexen ist der einzige Weg, die Baukosten im Immobiliensektor zu senken und gleichzeitig die Qualität zu steigern“, erläutert Admares-Geschäftsführer Mikael Hedberg die Idee seines Unternehmens. „Wir wollen Gebäude bauen wie man heute Autos in Fabriken herstellt.“ Unterstützt werden die Finnen bei Ausgestaltung von Produkt, Prozess, Organisation und bei der Realisierung ihrer Smart Factory von Beratern der Porsche Consulting. „Wir lassen die brillante Idee von Admares Wirklichkeit werden“, sagt Matthias Möhrke, Associate Partner bei Porsche Consulting. Durch das Admares-Konzept werden herkömmliche Arbeitsabläufe im Gebäudebau obsolet. „80 bis 95 Prozent der Wertschöpfung finden in der Fabrik statt“, sagt Matthias Möhrke. „So erreichen wir eine enorme Effizienz, Qualität und Geschwindigkeit. Die ist nicht zu erzielen, wenn diese Arbeitsschritte erst auf der Baustelle gemacht werden.“ Dort werden nur noch die letzten kleinen Schritte ausgeführt, etwa die Verbindung von Raummodulen und Gebäudekernelementen. Das sind zwei bis maximal zehn Prozent des gesamten Bauprozesses. Plug and play. Der Vorfertigungsgrad hängt sehr davon ab, wie individuell die Auftraggeber die Fassade und die Innenausstattung gestalten. Die Herstellung der Gebäudeeinheiten wird in kleine Schritte zerlegt und alle handwerklichen Leistungen werden im Vorfeld vollständig geplant. Die Module werden fertig ausgebaut und enthalten sämtliche Leitungen beispielsweise für Wasser und Strom: Wo Fliesen gewünscht sind, werden diese bereits in der Fabrik angebracht. Sogar die Halterung für einen Fernseher wird schon im Werk installiert. Und selbst die Möblierung erfolgt bereits im Werk. Ein Modul durchläuft bis zur Fertigstellung mehrere Stationen. „Wir verfolgen nicht nur einen modularen, sondern auch einen skalierbaren Ansatz“, erklärt Matthias Möhrke. „Ziel ist, je nach Anforderung und Region die nötigen Wertschöpfungsprozesse in der Fabrik zu realisieren. Derzeit sind die Fertigung des Rohbaus, Logistik und Vormontagen für Komponenten sowie die Herstellung der Hauptmodule vorgesehen.“ Diese Fertigungsweise hat auch Auswirkungen auf das Personal: Mitarbeiter am Fließband brauchen keine Baugewerbe-Erfahrung und können zwischen den Produktionsbändern hin- und herwechseln. Aufgaben, die normalerweise langjährige Erfahrungen voraussetzen wie beispielsweise Fliesenlegen oder Trockenbau, werden von Robotern erledigt. Roland Sitzberger, der für die Bauindustrie zuständige Partner bei Porsche Consulting, betont die Wichtigkeit des modularen Produktkonzepts, das Individualisierung ermöglicht, ohne die Vorteile einer Serienproduktion einzubüßen: „Unter Volllast wird in der Hauptmontage etwa alle 30 Minuten ein Modul fertiggestellt.“ Was bedeutet das für die Gesamtbauzeit? Sitzberger: „Die verkürzt sich verglichen mit einer traditionellen Abwicklung um bis zu 70 Prozent.“ Damit nicht genug. „Durch die Modulbauweise lassen sich die Kosten für die Erstellung eines Hotels oder Krankenhauses um durchschnittlich etwa 30 Prozent senken“, stellt Sitzberger klar. Abhängig sei das jedoch von einer Vielzahl von Einflussfaktoren wie etwa der Varianz. Der geplante letzte Schritt zur perfekten Smart Factory: Der Auftraggeber legt die Details seiner Bestellung im Online-Konfigurator von Admares fest. Die Daten fließen dann automatisch an die Produktionslinie. Maßfertigung der besonderen Art. Bauingenieur und Berater Sitzberger: „Selbst bei individuellen Wünschen des Bauherrn werden die Kosten durch die Modularbauweise gesenkt und die Fertigstellungszeiten verkürzt.“ Er ist überzeugt, dass das Potenzial der modularen Bau- und Vormontagelösungen für den Hotel- und Krankenhausmarkt enorm ist, auch weil der Bedarf an derart hergestellten Gebäuden „sehr hoch“ sei. Admares will im ersten Schritt den US-Markt bedienen, später den europäischen, arabischen und afrikanischen. Dieses Geschäftsmodell lässt sich mit Sicherheit auch auf andere Immobilien und andere Branchen adaptieren. Sitzbergers Resümee: „Die Admares-Fabrik der Zukunft ist eine Revolution für das Baugewerbe.“