Wahlen im Kosovo
Kosovo: Die nächste Regierung wird die Regierung des Dialogs mit Serbien sein

Pristina – Am Sonntag öffneten im Kosovo die Wahllokale zu den Parlamentswahlen des jungen Staates. Der Wahlausgang könnte zu großen Veränderungen im politischen System des Landes führen.
Hauptthemen für die 1,9 Millionen Wahlberechtigten des Kosovo war die Bekämpfung der Korruption und ein Friedensabkommen mit Serbien, das den Weg für die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen ebnen würde.
Im vergangenen August hatten mehrere Parteien Neuwahlen gefordert, nachdem Regierungschef Ramush Haradinaj seinen Rücktritt angekündigt hatte. Er hatte seine Entscheidung mit einer Vorladung vor ein Sondergericht zur Ahndung von Kriegsverbrechen begründet. Während des Kosovo-Krieges war Haradinaj Befehlshaber der Widerstands-Organisation UCK. Ein Sondertribunal in Den Haag hat ihn wegen seiner Rolle bei dem Aufstand gegen die serbischen Streitkräfte 1998-99 als Verdächtigen für Kriegsverbrechen vorgeladen.
Meinungsumfragen haben gezeigt, dass die Öffentlichkeit mit Haradinajs Leistung an der Spitze einer Dreierregierung unzufrieden ist und die Werte Oppositionsparteien gestiegen seien.
Es wird erwartet, dass die Demokratische Liga für das Kosovo (LDK) oder die nationalistische, linksgerichtete Vetevendosje, bei der heutigen Wahl als Sieger hervorgehen. Auch der Demokratischen Partei des Kosovo (PDK), die größte Partei der aktuellen Koalition, räumt man gute Chancen für einen Sieg ein.
„Die nächste Regierung wird die Regierung des Dialogs sein, vom ersten Tag bis zum letzten Tag, und erst wenn der Dialog vorbei ist, werden wir uns mit echten Themen wie Korruption, Bildung und Wirtschaft befassen müssen“, sagte Arton Demhasaj vom Cohu (Wake up) Think Tank in Pristina gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die erste Aufgabe der neuen Regierung sei es, die Verhandlungen mit Serbien wieder aufzunehmen.

Zum Thema

– Parlamentswahlen am Sonntag – Kosovo-Wahlen: Wird Vjosa Osmani die erste Premierministerin?

Am kommenden Sonntag finden im Kosovo Parlamentswahlen statt, die zu großen Veränderungen im politischen System des Landes führen könnten.

Kosovo-Wahlen: Wird Vjosa Osmani die erste Premierministerin?
   
 
   

Meisenheim
Rassistische Beleidigungen: Äthiopier von drei Männern attackiert

Ein 19-jähriger Zuwanderer aus Äthiopien wurde am gestrigen Samstag, gegen 13:00 Uhr, von drei Männern im Stadtpark Meisenheim attackiert. Wie die Polizeipräsidium Westpfalz mitteilte, schlug einer der Drei mit einem Stock nach dem 19-Jährigen, der hierbei leicht an der Hand verletzt wurde. Dieser lief dann zu seiner Wohnung, wobei ihm die Männer folgten. Vor dem Wohnhaus angekommen, skandierten diese daraufhin eine Beleidigung mit rassistischem Hintergrund gegen den Äthiopier und verließen kurz darauf den Ort. Im Rahmen der weiteren Maßnahmen konnten zunächst die Personalien eines der Täter festgestellt werden, da sich dieser und der 19-Jährige kannten, so die Polizeimitteilung. Die weiteren Ermittlungen dauerten an. Zeugen die Hinweise zum geschilderten Sachverhalt machen können, werden gebeten sich mit der Polizei in Lauterecken unter 06382-9110 bzw. pilauterecken@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzten.

Hamburg
Filmfest Hamburg: NDR Nachwuchspreis geht an Mehdi M. Barsaoui für „Ein Sohn“

Der NDR Nachwuchspreis geht in diesem Jahr an den tunesischen Regisseur Mehdi M. Barsaoui für seinen Film „Ein Sohn“. Der Preis für Langfilmdebüts oder zweite Regiearbeiten, der seit 2012 beim Filmfest Hamburg vergeben wird, wurde am Samstag verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert. NDR Intendant Lutz Marmor: „Gutes Fernsehen lebt von guten Filmen. Ich freue mich, dass viele der auf dem Filmfest gezeigten Produktionen auch einen Platz in unseren Programmen finden werden. Mit dem NDR Nachwuchspreis möchten wir junge Künstlerinnen und Künstler unterstützen und sie ermutigen, auch in Zukunft anspruchsvolle Filme zu produzieren.“ In der Jurybegründung heißt es: „‚Ein Sohn‘, das erstaunlich reife Spielfilmdebüt des Tunesiers Mehdi M. Barsaoui, erzählt ergreifend die Geschichte einer modernen Familie, die durch einen furchtbaren Schicksalsschlag auf archaische Verhaltensregeln zurückgeworfen wird. Mit seinen zahlreichen, klug durchdachten Twists – Barsaoui schrieb auch das Drehbuch – wird die hochkomplexe Geschichte immer dichter und packender, ohne sich je in der gesellschaftlichen und sozialen Vielschichtigkeit zu verlieren. Vor allem aber hat uns dieses hervorragend gespielte und gefilmte Werk in jeder Minute gefesselt, aufgewühlt und schlichtweg nicht mehr losgelassen.“ Zum Inhalt: Tunesien im Sommer 2011. Fares, Meriem und ihr 10-jähriger Sohn Aziz sind eine moderne Familie, die auch sechs Monate nach dem Sturz des Ben Ali-Regimes unbeirrt ihr privilegiertes Leben führt. Eines Tages fahren die drei in den Süden des Landes, um die atemberaubende Landschaft der tunesischen Wüsten zu entdecken. Doch der Traumurlaub wird zum Albtraum, als ihr Auto von einer bewaffneten Gruppe überfallen und Aziz schwer verletzt wird. Während die Eltern um das Leben ihres Sohnes kämpfen, droht ihre Liebe an vergangen geglaubten Ereignissen zu zerbrechen.

Mönchengladbach-Basaksehir
Türkische Polizei verwundert: Es gab keine Verhaftungen wegen christlichen Symbolen

Istanbul – Die Polizei in Istanbul zeigte sich sichtlich verwundert über die Meldungen in deutschen Medien vom Samstag. In einer Mitteilung sagte die Behörde, dass weder irgendwelche Banner wegen „christlichen Symbolen“ abgenommen wurden, noch hätte es Verhaftungen gegeben. Lediglich sei ein Eintritt mit Plakaten mit der Aufschrift „Ultras“ nicht erlaubt worden. Diese seien nach türkischem Gesetz verboten, da der Begriff im Fußball für Gewalt und Hooliganismus stünde. Die etwa 10 Mönchengladbach-Fans hätten daraufhin einen Eintritt abgelehnt und draußen gewartet. Auch sei niemand in Busse gezwungen worden. Dass die Banner „christliche Symbole“ beinhalten habe man erst in den Medien erfahren. Deutsche Medien berichteten in den vergangenen Tagen, dass Mönchengladbach-Fans vor dem Europa-League-Spiel gegen Basaksehir drangsaliert worden seien. Die türkische Polizei habe den Fans Fahnen abgenommen, weil sie „christliche Symbole“ zeigten. Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl  sprach von einer „Polizeidiktatur“ und kündigte eine Beschwerde bei der UEFA an. „Das macht mich extrem traurig, dass wir 2019 in Europa solche Zustände haben, dass die Polizei diktieren kann, welche Fahnen mit ins Stadion kommen. Diese Regel gibt es nicht“, zitiert die Tageszeitung WAZ den Sportdirektor.  

Wirtschafts-News
Türkei: Nach VW kündigt auch Airbus Multi-Milliarden-Investitionen an

Istanbul – Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und der Türkei entwickeln sich weiterhin prächtig. Nach Siemens, MAN und VW hat auch der europäische Flugzeughersteller AIRBUS angekündigt in den nächsten Jahren mindestens fünf Milliarden Euro in der Türkei investieren zu wollen.
„Airbus und die Türkei blicken auf eine lange Geschichte erfolgreicher Zusammenarbeit in der zivilen und militärischen Luftfahrt zurück. Seit fast 30 Jahren ist Airbus ein wichtiger Partner für das Land und arbeitet eng mit der Fluggesellschaft Turkish Airlines, dem Verteidigungsministerium und dem Vorsitz der Verteidigungsindustrie sowie der türkischen Luftwaffe, Marine und Küstenwache zusammen“ teilt das Unternehmen auf seiner Webseite mit.
Bis 2020 seien Investitionen von 2,5 Milliarden Euro geplant, diese sollen bis 2030 auf über 5 Milliarden Euro steigen
(Foto: Screenshot/Airbus)
Mit rund 270 Passagier- und Frachtflugzeugen, die bei neun Betreibern im Einsatz sind (ab 2018), und weiteren Bestellungen. sei die Türkei viertgrößte Airbus-Kunde in Europa. Die teilstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines habe laut dem Minister für Transport und Infrastruktur, Cahit Turhan, 84 Airbus-Jets vom Typ A321 NEO und 30 A350-900 bestellt, berichtet die türkische Tageszeitung Hürriyet. Investitionen und Partnerschaften hätten bis Mitte 2018 in der Türkei bereits mehr als 3.000 Arbeitsplätze geschaffen. Jedes zivile und militärische Airbus-Flugzeug, das heute fliegt, verfüge über Teile von türkischen Lieferanten, so das Unternehmen auf seiner Webseite weiter. Nicht nur Komponenten würden in der Türkei hergestellt, sondern zunehmend auch komplexere Großbaugruppen. Türkische Zulieferer hätten auch die Konstruktionsverantwortung für Teile und Baugruppen wie Querruder für die A350 XWB-Familie und Steuerflächen für eine Reihe von zivilen und militärischen Flugzeugplattformen übernommen. Eine enge Zusammenarbeit bestehe auch zwischen Airbus und dem türkischen Satellitenkommunikationsunternehmen TÜRKSAT, berichtet die türkische Tageszeitung Hürriyet. Im Jahr 2017 unterzeichneten Airbus und TÜRKSAT einen Vertrag über die Entwicklung von Türksat 5A- und Türksat 5B-Satelliten, zitiert die Zeitung Turhan. Die Satelliten sollen in den ersten Quartalen 2020 bzw. 2021 geliefert werden. Nach Angaben des Ministers plane auch die neu gegründete türkische Raumfahrtbehörde, in der kommenden Zeit kommerzielle sowie Forschungs- und Entwicklungsbeziehungen mit Airbus aufzubauen.

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– Neues VW-Werk – Trotz Drohungen und Warnungen: VW entscheidet sich für die Türkei

Der deutsche Automobilriese Volkswagen hat sich trotz der Interventionsversuche oppositioneller Kreise und einiger EU-Parlamentarier für die Türkei als Standort entschieden. VW bekräftigte, ein Werk im türkischen Manisa bauen zu wollen.

Trotz Drohungen und Warnungen: VW entscheidet sich für die Türkei

Umweltpolitik
FDP-Chef Lindner befürchtet Unterwanderung von „Fridays for Future“

Liberaler beklagt Beschimpfung von Autobesitzern Osnabrück. FDP-Chef Christian Lindner sieht die Gefahr einer „Unterwanderung“ der Klimabewegung Fridays for Future. „Im Wege des Klimaabsolutismus werden offen Marktwirtschaft, Demokratie und das Privateigentum infrage gestellt“, sagte Lindner im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Gruppierungen wie Extinction Rebellion riefen zur Verkehrsblockade in Städten auf. Autos würden beschädigt und die Besitzer beschimpft. „Trotz der Bedeutung des Klimaschutzes hört für mich das Verständnis auf, wenn Gewalt angewendet wird“, sagte der Bundesvorsitzende der Liberalen. „Wir müssen diese Herausforderung in unserer Rechtsordnung lösen“, forderte er. Lindner pochte ferner auf einen transparenten Umgang mit den Milliarden-Einnahmen, die sich für den Staat aus der geplanten Bepreisung von CO2 ergeben. „Diese Einnahmen sollten nicht im Haushalt versickern oder für undurchsichtige Subventionen verwendet werden, sondern an die Bürger – pro Kopf exakt ausgerechnet – zurückgegeben werden“, verlangte der Parteichef. Dieses Modell würde Anreize schaffen für Menschen, sich klimafreundlich zu verhalten, ohne dass zu Verboten gegriffen werden müsse. Die jetzige Politik produziere dagegen „paradoxe“ Situationen. „Wer eine schwere Hybrid-Limousine als Dienstwagen fährt, die mit der Batterie nur ein paar Kilometer fährt und sonst wegen des Gewichts der Batterie mehr Sprit verbraucht, der bekommt eine Steuersubvention und spart so Tausende Euro. Das ist unwirksam und teuer“, kritisierte Lindner.

China
China: In der uigurischen Autonomieregion Xinjiang große Erdgasfelder entdeckt

Ürümqi – China hat nach eigenen Angaben im Süden der Autonomieregion Xinjiang riesen Gasreserven von über 115 Milliarden Kubikmetern entdeckt. Laut dem staatlichen Ölkonzern PetroChina wurden in Xinjiangs Tarimbecken riesige Erdgasfelder mit einer geschätzten Reserve von 115,3 Milliarden Kubikmetern entdeckt, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag. PetroChina ist der größte Öl- und Gasproduzent des Landes. „Das Unternehmen hat einen erfolgreichen Test einer Bohrung im Gasfeld mit einer Tagesleistung von 418.200 Kubikmetern Erdgas und 115,15 Kubikmetern Gas-Kondensat abgeschlossen“, sagte Tian Jun, stellvertretender Generaldirektor des Unternehmens, berichtet Xinhua weiter. PetroChina plane die Produktion im November zu beginnen, so der Bericht. Das Ölfeld Tarim liefert Erdgas an insgesamt 15 Regionen auf Provinzebene in Nord- und Ostchina über China. Internationale Menschenrechtsorganisationen werfen Peking vor, in Xinjiang, Millionen Uiguren und Angehörige anderer Minderheiten muslimischen Glaubens, in Umerziehungslager eingesperrt zu haben.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Katar entschuldigt sich für Brief gegen Uiguren

Katar ist das erste Land, das zugibt, sich für die Unterzeichnung des berüchtigten Schreibens zu schämen, in dem die Verfolgung der Uiguren in China unterstützt wird.

Katar entschuldigt sich für Brief gegen Uiguren
 

Erdgasbohrungen
USA warnen Türkei vor „illegalen Bohrungen“ im Mittelmeer

Athen – Es gibt Regeln für die Erforschung der Energieressourcen im Mittelmeer, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Samstag und warnte die Türkei davor, Bohraktivitäten durchzuführen, die „illegal“ und „inakzeptabel“ sind. „Wir haben deutlich gemacht, dass das Vorgehen in internationalen Gewässern durch eine Reihe von Vorgaben geregelt wird. Wir haben den Türken gesagt, dass illegale Bohrungen inakzeptabel sind, und wir werden weiterhin diplomatische Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass legale Aktivitäten stattfinden“, sagte er während eines Besuchs in Griechenland. „Kein Land kann Europa als Geisel nehmen“, sagte Pompeo in einer Pressekonferenz. Die Spannungen zwischen Zypern und der Türkei über Offshorebohrungen haben sich verschärft, nachdem Ankara ein Bohrschiff in ein Gebiet geschickt hat, das bereits von Nikosia an italienische und französische Energieunternehmen lizenziert wurde, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Türkei hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkische Republik Nordzypern (TRNC) Rechte an den Ressourcen in der Region hat. Seit dem Frühjahr dieses Jahres hat Ankara zwei Bohrschiffe – Fatih und zuletzt Yavuz – in das östliche Mittelmeer geschickt, um das Recht der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC) auf die Ressourcen der Region geltend zu machen. Das erste seismische Schiff der Türkei, die Barbaros Hayrettin Pasa, die 2013 in Norwegen gekauft wurde, erkundet seit April 2017 das Mittelmeer. Im Juli haben die Außenminister der EU-Staaten in Reaktion auf die umstrittenen türkischen Erdgas-Erkundungen vor Zypern Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen. Unter anderem sollen EU-Gelder für Ankara gekürzt und die Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen eingestellt werden. Die türkische Regierung zeigte sich jedoch unbeeindruckt von den angekündigten Strafmaßnahmen und entsandte am darauffolgenden Tag ein viertes Bohrschiff Richtung Zypern. Der EU-Beschluss, die Türkei zu sanktionieren, würde die Spaltung auf Zypern „nur vertiefen“ und hätte keine Auswirkungen auf die Türkei, sagte der Sprecher der regierenden AKP, Ömer Celik, nach den Ankündigungen. „Es ist klar, dass ihr Vorgehen nicht mehr bringen wird, als die Spaltung auf der Insel Zypern zu vertiefen. Diese Sanktionen haben keine Auswirkungen auf die Türkei“, sagte Celik vor Journalisten in Ankara. Die türkischen Bohrschiffe Fatih und Yavuz würden ihre Arbeit im östlichen Mittelmeer fortsetzen, so Celik. Auch der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu zeigte sich unbeeindruckt: „Wenn Sie [EU] solche Entscheidungen gegen die Türkei treffen, werden wir die Aktivitäten [im östlichen Mittelmeerraum] verstärken. Wir haben drei Schiffe im östlichen Mittelmeer. Wir werden ein viertes Schiff so schnell wie möglich entsenden. Sie sollten verstehen, dass sie mit der Türkei nicht so umgehen können. Wir entscheiden, was wir auf unserem eigenen Kontinentalschelf tun werden“, sagte Cavusoglu auf einer Pressekonferenz.

Zypern wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei als Garantiemacht interveniert hatte. Die türkische Regierung hatte unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.

Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil.

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– Brüssel – Wegen Erdgasbohrungen: EU beschließt Strafmaßnahmen gegen Türkei

In Reaktion auf die umstrittenen türkischen Erdgas-Erkundungen vor Zypern haben die Außenminister der EU-Staaten Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen.

Türkei
Erdogan: Die Türkei hat Öl-Förderung mit der Fracking-Methode begonnen

Ankara (aa) – Die Türkei hat mit der Förderung von Erdöl begonnen, indem sie die hydraulische Frakturierungsmethode, auch bekannt als Fracking, einsetzt, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag. Die kommerzielle Erdölförderung nach dieser Methode ist eine Premiere für die Türkei, und sie findet in der südöstlichen Provinz Diyarbakir statt, sagte Erdogan in seiner Rede bei einem Treffen der regierenden AKP. „Turkish Petroleum hat 50.000 Barrel (pro Tag) bei der inländischen Ölproduktion überschritten und damit den Rekord der letzten 20 Jahre gebrochen“, so der türkische Staatschef. „Wir wollen diese[ Fracking]-Methode noch weiter ausbauen und werden neue Bohrungen beginnen“, fügte er hinzu. Die hydraulische Frakturierungsmethode, die Druckwasser und Chemikalien verwendet, ist eine weit verbreitete Technik, die in der Öl- und Erdgasindustrie der USA eingesetzt wird. Damit konnten die USA, heute der größte Öl- und Gasproduzent der Welt, ihre Rohölproduktion von 5 Millionen Barrel pro Tag (bpd) im Jahr 2008 auf 10,99 Millionen bpd im Jahr 2018 steigern, so die Daten der Energy Information Administration. „Anfang dieses Jahres haben wir in Thrakien auch neue Erdgas-Felder entdeckt, die unsere gesamten Erdgasreserven verdoppelt haben. In diesen Feldern befinden sich rund 3 Milliarden Kubikmeter Gas, die den Gasbedarf von 300.000 Haushalten für 10 Jahre decken werden“, sagte Erdogan.

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Erdogans Serbienbesuch
Serbische Ministerin Mihajlovic: Die Türkei ist ein wichtiger Investor

Belgrad – Das Autobahnprojekt Sarajevo-Belgrad wird nicht nur Länder der Region, sondern auch Menschen verbinden, so die serbische Ministerin für Bau, Verkehr und Infrastruktur, gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Zorana Mihajlovic betonte, dass das Projekt von großer Bedeutung sei. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan werde während seines Besuchs Serbiens am Montag und Dienstag an der Grundsteinlegung teilnehmen „Dieses Projekt ist kein gewöhnliches Autobahnprojekt. Dieses Projekt ist ein Ring, der die gesamte Region verbindet. Dieses Projekt wird nicht nur die Länder der Region, sondern auch die Menschen verbinden. Der offizielle Start findet während Erdogans Besuch statt“, so Mihajlovic. Mihajlovic sagte, dass der erste Teil des Baus der Autobahn zweieinhalb Jahre dauern werde. Das Projekt wird von der türkischen Firma Tasyapi und serbischen Unternehmen durchgeführt. Mihajlovic wies darauf hin, dass die Straßen Sicherheit, politische und wirtschaftliche Stabilität und Entwicklung bedeuteten. „Wenn das Autobahnprojekt abgeschlossen ist, wird die Fahrzeit von mindestens fünf und sechs Stunden auf zwei Stunden verkürzt. Ich erwarte wirklich eine Menge Vorteile. Bei diesem Projekt geht es nicht nur um Zeit, es ist auch ein Weg der stärkeren Bindung zwischen den Menschen“, sagte sie. Neue Investitionen sollen mit der Türkei diskutiert werden Mihajlovic sagte, ihr türkischer Amtskollege Mehmet Cahit Turhan werde während Erdogans Besuch in Serbien unter den Gästen sein und neue Investitionsmöglichkeiten diskutieren. „Es gibt viele türkische Unternehmen in Serbien und [ihre Zahl] ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Das ist sehr erheblich und wichtig für uns. Die Türkei ist ein wichtiger Investor und versteht sich gut mit unseren Menschen. Es gibt auch eine wichtige Zusammenarbeit im Bereich der Infrastruktur zwischen der Türkei und Serbien. Auch der Minister für Verkehr und Infrastruktur Mehmet Cahit Turhan wird während des Besuchs kommen. Wir werden mit ihm über neue Investitionsfelder sprechen“, sagte Mihajlovic. Regionale Stabilität Mihajlovic sagte, dass der Schwerpunkt Serbiens auf der „regionalen Stabilität“ liege. „Ich bin sicher, dass Präsident Erdogan die gleiche Botschaft übermitteln wird. Ohne gute Beziehungen zwischen der Türkei und Serbien, der Türkei und Bosnien und Herzegowina würden wir heute nicht über ein so großes Projekt sprechen“, sagte Mihajlovic.
Der serbische Präsident Alexandar Vucic (l.) und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan. (Archivfoto: tccb)
Im Dezember 2018 unterzeichnete das türkische Unternehmen Tasyapi einen Vertrag mit der serbischen Regierung über die Planung und den Bau des ersten von zwei Autobahnabschnitten. Die Türkei sieht die Rolle der Autobahn als Garant für den Frieden in der Region.     .