Flüchtlingskrise
Orban: EU wird Flüchtlingswelle nicht ohne Hilfe der Türkei stoppen können

0
Budapest – Die Europäische Union kann die Flüchtlingswelle nicht ohne die Unterstützung der Türkei stoppen, sagte der ungarische Premierminister Viktor Orbán nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag. Auf einer Pressekonferenz in Budapest sagte Herr Orbán, die Türkei sei der „strategische Partner Ungarns in den Bereichen Sicherheit und Migration“, und die beiden Länder strebten eine engere Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich an. Herr Orbán fügte hinzu, dass die staatliche ungarische Eximbank eine Kreditfazilität von 200 Millionen US-Dollar zur Finanzierung türkisch-ungarischer Joint Ventures eröffnet habe. Ungarn war das einzige EU-Land, das die türkische Anti-Terror-Offensive in Nordsyrien offen unterstützte und argumentierte, dass es notwendig sei, die Migration nach Europa zu reduzieren. „Wir sollten das Problem nicht nach Europa bringen, sondern die Hilfe dorthin, wo es gebraucht wird“, sagte er und bezog sich auf die vier Millionen Flüchtlinge in der Türkei. Erdogan drohte erneut mit der „Öffnung der Tore“ um die Flüchtlinge nach Europa weiterreisen zu lassen, wenn die Türkei nicht die notwendige Unterstützung der internationalen Gemeinschaft erhält und wenn die geplante Sicherheitszone innerhalb Syriens nicht bald eingerichtet wird. „Ob Unterstützung kommt oder nicht, wir werden unsere Gäste weiter beherbergen, aber nur bis zu einem gewissen Punkt“, sagte Erdogan. „Wir werden gezwungen sein, die Grenzen zu öffnen. Wir können nicht gezwungen werden, die Last allein zu tragen“, sagte er. Der türkische Staatschef fügte lächelnd hinzu, dass die Flüchtlinge nicht nach Ungarn wollten. „Wenn wir die Grenzen öffnen, ist es klar, wohin sie gehen“, sagte Erdogan mit Hinblick auf Frankreich und Deutschland. Ankara forderte die Europäische Union wiederholt auf, ihr Versprechen von über drei Milliarden Euro an Hilfe für syrische Flüchtlinge zu erfüllen. Ein Abkommen zwischen der Türkei und der Europäischen Union sieht vor, dass die Europäische Union „3+3 Milliarden Euro an Hilfe“ für die Betreuung von Flüchtlingen in der Türkei bereitstellt. Die Türkei sagt, dass bisher nur 850 Millionen Euro geflossen seien.

Auch interessant

– Syrienkrise – Aramäer: „Wo war der Aufschrei, als die YPG christliche Schulen schloss?“

Der Weltverband der christlichen Aramäer (WCA) hat die mediale internationale Anteilnahme für den syrischen Zweig der Terrororganisation PKK, die YPG, verurteilt und in einer Pressemitteilung gefragt, warum die Empörung ausblieb, als vier christliche Schulen der Aramäer in Nordsyrien am 28. August des vergangenen Jahres durch die YPG geschlossen wurden.

Aramäer: „Wo war der Aufschrei, als die YPG christliche Schulen schloss?“

Landwirtschaft
Kälberpreise in Deutschland stark eingebrochen: Weniger als 10 Euro für ein Tier

0
Grund ist das Überangebot in Deutschland  Osnabrück – Der Preis für Kälber ist in Deutschland in den vergangenen Monaten „stark eingebrochen“. Das schreibt die Bundesregierung laut „Neuer Osnabrücker Zeitung“ auf eine Anfrage der Grünen. Demnach bekamen Landwirte im Oktober im Schnitt gerade 8,49 Euro für ein Kuhkalb. Im Mai lag der Preis nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums noch bei gut 25 Euro, und schon das war deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. Wie die „NOZ“ unter Berufung auf Abrechnungen berichtet, haben einzelne Landwirte aber noch deutlich weniger für ihre Tiere erhalten – zum Teil nur einen Euro pro Tier. Das Ministerium bezieht sich auf Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft. Demzufolge bekamen Bauern auch für Bullenkälber deutlich weniger Geld: Im Oktober lag der durchschnittliche Preis bei unter 50 Euro. Im Mai waren es noch fast 105 Euro. Die Bundesregierung begründet den Preiseinbruch mit einem Überangebot an Kälbern. Grüne: Kälber verkommen zu wertlosem Nebenprodukt Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte in der „NOZ“: „In der industriellen Milchproduktion verkommen die nicht benötigten Kälber zu wertlosen Nebenprodukten.“ Vor allem männliche Kälber werden auf Milchviehbetrieben nicht benötigt. Sie werden häufig an spezialisierte Betriebe verkauft, die die Tiere bis zur Schlachtreife mästen. Die weiblichen Tiere werden überwiegend in der Milchproduktion eingesetzt, überzählige oder unfruchtbare Kuhkälber werden verkauft. Viele dieser Mastbetriebe befinden sich im Ausland. Der Export ist allerdings ins Stocken geraten, wie Transportzahlen der Bundesregierung zeigen. Der Bauernverband beklagt, dass einzelne Veterinärämter keine Genehmigungen mehr für Kälbertransporte in andere EU-Länder erteilten. Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbandes, teilte der „NOZ“ mit: „Das führt direkt und unmittelbar zu einem starken regionalen Angebotsüberhang und zu diesem Preisverfall. Dieses Verhalten der Behörden halten wir für untragbar.“ Hinzu kommen laut Regierung in manchen Regionen Deutschlands Vermarktungsprobleme infolge von Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit.

Promi-News
Torsten Sträter: „Depression ist eine tiefschwarze, unendliche Traurigkeit“

0
Comedian litt jahrelang unter Depressionen  Osnabrück – Torsten Sträter ist derzeit einer der beliebtesten deutschen Komiker und erfolgreicher Autor, kennt aber auch ganz andere Zeiten in seinem Leben. Jahrelang litt der 53-Jährige unter Depressionen. „Bei mir gab es diese Leere und Hoffnungslosigkeit, ich konnte über nichts lachen und nichts fühlen. Absolut entsetzlich“, sagte Sträter in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Depression ist eine tiefschwarze, unendliche Traurigkeit, die dir Dinge plausibel macht wie Suizid. Du denkst: Wenn du es geschickt anstellst, kannst du alle Probleme auf einen Schlag lösen. Wenn sich diese Plausibilität der schwarzen Gedanken einschleicht, musst du unbedingt etwas dagegen unternehmen.“ Sträter begab sich mehrmals in Behandlung: „Ich habe eine Therapie angefangen, zwischendurch eine gemacht und gehe auch jetzt ab und zu zum Therapeuten. Ich habe damals vor 20 Jahren Antidepressiva bekommen. Vor vier Jahren habe ich die noch einmal genommen, weil mich der Tod meiner Mutter so erwischt hat. Jetzt ist aber alles gut.“ „Ich habe nie viel Kohle gehabt“ Seine Vergangenheit sei insgesamt nicht gerade rosig gewesen: „Nach der Scheidung meiner Eltern verarmten wir. Ich habe nie viel Kohle gehabt. Irgendwann kommt es dir normal vor, nur mit den paar Euro auszukommen und zu wissen, an Urlaub ist gar nicht zu denken, und ich muss noch zehn Tage warten, bis ich mir dies oder das leisten kann – wie zum Beispiel essen gehen.“ Über diese Erfahrung sei er heute froh: „Wenn ich mit 30 viel mehr Geld verdient hätte, wäre ich wahrscheinlich durchgedreht. Und ich hätte versucht, all meine pubertären und postpubertären Fantasien finanziell zu erfüllen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Ich brauche ganz viele Sachen nicht.“ Das gilt allerdings nicht für Schuhe: „Ich habe ein Faible für Schuhe entdeckt, also für schöne Stiefel. Weil ich immer billige Schuhe hatte, trage ich jetzt teurere. Das gönne ich mir einfach. Genauso geht es mir mit Klamotten. Wenn ich irgendwo in einer netten Boutique etwas sehe und es mir dann auch noch passt, also wo ich die Plauze drunterkriege, dann kaufe ich das. Das ist ein reiner Lustkauf.“ Nach seinem Wehrdienst machte Sträter in den 1980er-Jahren eine Ausbildung zum Herrenschneider. „Fand ich gut“, sagte der Comedian im „NOZ“-Interview. „Ich war und bin ein großer Kostüm- und Maskenfreund. Batman, Zorro, all diese Charaktere haben mich als Kind sehr geprägt. Ich habe als Jugendlicher versucht, etwas zu nähen, und dabei die Bluse meiner Mutter kaputt geschnitten. Die fand das mäßig geil, also war richtig sauer. Ich war einer von den Jungs mit 14, von denen es hieß: Der ist bestimmt schwul. Weil ich oft in Stoffläden unterwegs war und nach billigen Stoffresten gefragt habe. Daraus habe ich dann etwas Brauchbares genäht.“

Türkei
Sänger Yusuf Islam lädt Erdogan zur Moschee-Eröffnung ein

London – Der britische Sänger und Songwriter Yusuf Islam, der vor seinem Übertritt zum Islam (1977) als Cat Stevens bekannt war, hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Eröffnungsfeier der Cambridge-Moschee im kommenden Monat eingeladen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Quellen im Präsidialamt berichtet, lud Islam den türkischen Staatschef bei einem persönlichen Treffen im vergangenen Monat in Istanbul ein. Islam habe sich bei Erdogan auch für die Unterstützung der Türkei beim Bau der neuen Moschee im ostenglischen Cambridge bedankt. Die Abu Bakr Jamia Moschee soll 1.000 Gläubigen Platz bieten. Diyanet, das türkische Präsidium für religiöse Angelegenheiten, beteiligte sich am Bau. Laut Islam ist die Cambridge Moschee die erste umweltfreundliche Moschee in Europa und werde in der historischen Stadt als Brücke zwischen den Kulturen dienen.

Auch interessant

– Sinead O‘ Conner wird Muslima – Sängerin Sinead O’Connor bedankt sich bei Muslimen

In einem neuen Tweet dankte die irische Sängerin, die mit dem Song „Nothing compares to you“ Weltruhm erlangte, den Muslimen für ihre Unterstützung und freundliche Aufnahme in die „Ummah“, der muslimischen Weltgemeinschaft.

Sängerin Sinead O’Connor bedankt sich bei Muslimen

Justiz
Kommentar zu IS-Rückkehrern: Deutschland steht nun da wie der Ochs vorm Berg

Türkei macht Sack im Geschacher um Rücknahme von IS-Kämpfern zu Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Deutschland ist Meister bei der Selbstregulierung: Die Rücknahme pfandpflichtiger Einweggetränkeverpackungen, die Rücknahme ausgedienter Elektrogeräte oder die Rückrufaktion fehlerhafter Waren… Wie aber umgehen mit den in Nordsyrien, in der Türkei oder im Irak inhaftierten deutschen IS-Kämpfern? Da sind die Deutschen ziemlich überfragt und ratlos. Deutsche Politiker und Medien sind Meister darin, sich dieser Aufgabe eben nicht zu stellen. Sie erwarten unter anderem, dass das Problem erst nicht verlagert wird, die IS-Kämpfer dort bleiben wo sie derzeit sind; quasi im Endlager, fernab der Heimat. Nun, der türkische Innenminister Süleyman Soylu und dicht dahinter, der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar, wollen aber, dass Deutschland seiner völkerrechtlichen Pflicht nachkommt und die deutschen Staatsbürger zurücknimmt; ohne Wenn und Aber. Aber beim Wenn und Aber sind die Deutschen nun mal wie moralisch verkaterte Konformisten, besinnen sich schnell mal auch an den Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft im Sinne des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit vom 14. Juli 1933 zurück. Wenn da nicht die Unterschrift von Hitler drunter stehen würde, dass Gesetz wäre längst vom Bundestag verabschiedet worden. Da steht nun Deutschland wie der Ochs vorm Berg und ist damit beschäftigt, eine pfiffige Lösung zu finden. Wie wäre es z.B., wenn ein Deutscher seine deutsche Staatsangehörigkeit verliert, weil er ohne Zustimmung des deutschen Staates Wehrdienst in Streitkräften eines fremden Staates leistet? Diesen Paragraphen gibt es. Es ist wie eine Hintertür die man im Grundgesetz klammheimlich eingebaut hat, nur kennt es nicht jeder. Aber, dazu müsste die Bundesregierung diesen Kalifatsverein des IS erst einmal als Staat anerkennen. Nein, dazu wird es ganz bestimmt nicht kommen, dass ein zivilisierter demokratischer Rechtsstaat einen Haufen von Halsabschneidern auf einem fremden Staat als Staat anerkennt! Oder doch? Wie auch immer die Debatte in Deutschland nun fortgesetzt wird, welche irren Ideen man sich dabei noch ausdenkt, um die ausgedienten IS-Kämpfer nicht zurücknehmen zu müssen, der türkische Innenminister Süleyman Soylu hat die Faxen dicke und will die ersten 20 IS-Kämpfer am Montag zurückschicken. Deutschland kann diese IS-Kämpfer ja nach rechtsstaatlichen Maßstäben wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und mit nachgewiesenen Verbrechen für mehrere Jahre hinter Gitter bringen; aber freigelassen werden sie ganz sicher wieder, weil die Strafmaße nicht lächerlicher sein können, als sie es schon sind. Das grundlegende Problem ist aber, diesen Halsabschneidern die Verbrechen erst einmal nachzuweisen. Der deutsche Innenminister Seehofer hat es des Öfteren schon durchklingen lassen, weshalb man so reagiert wie man reagiert. Man wird nicht drumherum kommen, diese IS-Kämpfer zurückzunehmen, aber man will so viel Zeit gewinnen, dass man mit dieser gewonnenen Zeit jeden einzelnen Rückkehrer erst gar nicht frei herumlaufen lässt, sondern gleich einbuchtet und zur Anklage bringt, wenn sie deutschen Boden betreten. Innenminister Seehofer hat nur ein Problem: seine Justiz hat nicht die Manpower und die Gesetze, um auch noch die Verbrechen der IS-Kämpfer im Ausland zu verfolgen, nachzuweisen und sie dann ganz sicher für wenigstens ein Jahrzehnt wegzusperren. Das bedeutet, im Grunde könnten die IS-Kämpfer zurückkehren und dennoch frei bleiben, weil die Justiz sie bei der Rückkehr nicht nahtlos einkassieren kann. Und dann das nächste Problem, was auf Deutschland zukommt: weil die deutsche Justiz ihren entsprechenden Werkzeugen bereits beraubt wurde, die Täter für wenigstens ein Jahrzehnt wegzusperren, darf man sich spätestens nach wenigen Jahren darauf freuen, mit diesen Burschen mit im gleichen Linienbus zu sitzen. Die Wattebäuschen-Strafmaße in Deutschland sind geradezu Motivation für solche Burschen, dort anzufangen, wo sie kurz zuvor aufgehört haben; aber wem erzählt man denn das als Türke, dessen Land mitunter von solchen Burschen und ähnlichen Terrororganisationen wie der PKK seit Jahrzehnten heimgesucht wird? Da ist die Türkei in diesem Punkt viel härter, schneller und effektiver, nur Frankreich oder Spanien können da mithalten. Nicht nur, dass man ausländische Terroristen und Terror-Sympathisanten abschiebt und nicht wie Deutschland auch noch zu Hochburgen von Terrororganisationen wird, nein, Terrorverherrlicher werden für ihre Propaganda empfindlich bestraft, damit sie erst gar nicht auf die Idee kommen, noch weiter zu gehen. Kämpfer von Terrororganisationen werden für mindestens ein Jahrzehnt weggesperrt, bis sie in ein Alter eintreten, wo ihnen der Sinn des Lebens erst bewusst wird. Das dankt ihnen die türkische Bevölkerung, denn es gab genug Linienbusse, die von solchen und anderen Burschen angegriffen wurden und tödlich endeten. In Deutschland herrscht doch noch die Wagenburg-Mentalität, in sogenannten Asylverfahren Terroristen und Verbrecher der PKK oder der FETÖ zu schützen und das auch noch zu verteidigen. Sie zu beherbergen und mit ihnen eigene politische Süppchen zu kochen, scheint diese Mentalität auch noch zu unterstreichen. Bislang war Deutschland vor Terror geradezu in Wattebäuschen eingepackt, hatte keinerlei Probleme mit Terrorismus; höchstens welche in Zusammenhang mit dem Rechtsterrorismus. Aber die richtete sich auch nicht gegen Deutschland selbst, sondern gegen Ausländer, Deutsche mit Migrationshintergrund und Juden. Jetzt wo Deutschland selbst seit Jahren in Syrien aktiv beteiligt ist und ebenso ins Visier des sogenannten Kalifatsstaates rückt, macht man sich ernsthaft Sorgen, mit welchen Mitteln man dem nun Herr wird. Nun, vielleicht versteht man jetzt so langsam, weshalb die türkische Justiz so vorgeht, wie sie vorgeht und weshalb man so stinkig ist.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Militäroffensive Friedensquelle – Türkei weist ab Montag 1.200 IS-Kämpfer nach Europa aus

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu kündigte am Freitag die Ausweisung ausländischer IS-Kämpfer in ihre Heimatländer an.

Türkei weist ab Montag 1.200 IS-Kämpfer nach Europa aus

Diplomatie
Soft-Power-Index: Türkei erneut in der Top 30 – Deutschland wieder auf Platz 3

London (nex) – Portland Communications, eine in London ansässige Agentur für politische Beratung, hat ihr Soft-Power-Index für 2019 veröffentlicht. Frankreich ist im Soft-Power-Ranking, der sogenannten Softpower30, in diesem Jahr einen Platz aufgestiegen und löste somit Großbritannien als führende Nation ab. Deutschland befindet sich wie im vergangenen Jahr auf Platz drei der Liste. Schweden hat sich in diesem Jahr um gleich vier Plätze verbessert und verdrängte die USA von Rang vier. Die Vereinigten Staaten befinden sich nun auf Platz fünf. Nachdem sich die Türkei 2018 nicht im Top-30-Ranking platzieren konnte, erreicht sie 2019 vor Russland Rang 29. Softpower30-Index 2019 1. Frankreich 2. Großbritannien 3. Deutschland 4. Schweden 5. USA 6. Schweiz 7. Kanada 8. Japan 9. Australien 10. Niederlande 11. Italien 12. Norwegen 13. Spanien 14. Dänemark 15. Finnland 16. Österreich 17. Neuseeland 18. Belgien 19. Südkorea 20. Irland 21. Singapur 22. Portugal 23. Polen 24. Tschechische Republik 25. Griechenland 26. Brasilien 27. China 28. Ungarn 29. Türkei 30. Russland „Soft Power (im Deutschen auch als weiche Macht bezeichnet) ist ein von US-Politikwissenschaftler Joseph Nye geprägter politikwissenschaftlicher Begriff, der die politische Machtausübung (insbesondere die Einflussnahme in den internationalen Beziehungen) auf Grundlage kultureller Attraktivität, der Ideologie und auch mit Hilfe Internationaler Institutionen beschreibt. Zentrales Merkmal der Soft Power ist die Machtausübung durch die Beeinflussung der Ziele politischer Akteure, ohne dass dazu (wirtschaftliche) Anreize oder (militärische) Bedrohungen eingesetzt werden„, so Wikipedia.  

Metro
Verdi sieht bei Verkauf von Real-Filialen an Edeka Mitbestimmung in Gefahr

Die Gewerkschaft Verdi übt scharfe Kritik an den Plänen des Handelskonzerns Metro, einen Teil der Real-Filialen an den Handelsriesen Edeka zu verkaufen. „Die Ausgliederung an selbstständige Kaufleute der Edeka bedeutet zum Beispiel, dass die vorhandenen Mitbestimmungsstrukturen zerschlagen werden“, sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstagsausgabe). Nutzenberger bemängelt, dass beim geplanten Verkauf der SB-Warenhauskette Verdi-Tarifverträge und die Vertretung der Beschäftigten durch Betriebsräte „offenbar überhaupt keine Rolle“ spielten. Der Düsseldorfer Mutterkonzern Metro will seine kriselnde Tochter Real an den Immobilien-Investor Redos verkaufen. Doch Metro und Redos wollen nur einen Teil der Real-Märkte künftig selbst betreiben. Unprofitable Standorte sollen geschlossen, die restlichen an andere Unternehmen weitergegeben werden. Bislang hat aber nur der Handelsriese Edeka sein Interesse an einem Paket von 87 Real-Filialen beim Kartellamt angemeldet. Die wettbewerbsrechtliche Prüfung dürfte Wochen dauern. Der Verkaufsprozess zieht sich bereits seit mehr als einem Jahr hin. Die 34.000 Real-Mitarbeiter, die um ihre Stellen bangen, bitten jetzt die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel um Hilfe. „Wir leiden unter Zukunftsängsten und wollen endlich wissen, wie es weiter geht“, schreiben sie in einem bewegenden Brief. „Unsere Familien leiden unter dem Druck der Ungewissheit, ob wir im Jahr 2020 unsere Arbeitsplätze noch haben werden oder nicht.“ Von der Bundesregierung fordern die Real-Beschäftigten nun, „ein Machtwort“ zu sprechen.

London
Zehn Jahre Haft für Überfall auf Mesut Özil

London – Einer der Männer, die Ex-Nationalspieler Mesut Özil und Arsenal-Teamkollege Sead Kolasinac in London überfallen haben, ist zu einer Haftstrafe von 10 Jahren verurteilt worden. Der 30 Jahre alte Ashley Smith hatte im Oktober seine Tat gestanden.

Sein Komplize Jordan Northover legte Anfang November ein Geständnis ab. Dessen Urteil wird in den kommenden Tagen erwartet, berichtet RTL Online unter Berufung auf eine Meldung der BBC.

Özil und Kolasinac waren am 25. Juli in London von bewaffneten Männern, die auf Motorrädern saßen, überfallen worden. Kolasinac wehrte die Täter mit bloßen Händen ab. Die Täter flüchteten schließlich ohne Beute. Vor Özils Haus kam es etwa zwei Wochen später zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern und Özils Sicherheitsleuten. Die Polizei nahm daraufhin die zwei Angreifer fest.

New York
UN-Experten bezeichnen Mursis Tod als „staatlich sanktionierte Tötung“

New York – Die Haftbedingungen des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi könnten direkt zu seinem Tod geführt haben, sagten unabhängige UN-Experten am Freitag. Sie bezeichneten seinen Tod als „eine staatlich sanktionierte willkürliche Tötung“. Eine Gruppe von UN-Experten – darunter Agnes Callamard, Sonderberichterstatterin für außergerichtliche, summarische oder willkürliche Hinrichtungen – und die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen sind zu dem Schluss gekommen, dass Morsi, der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens, der am 17. Juni in einem Gerichtssaal starb, unter „grausamen“ Bedingungen festgehalten wurde. „Dr. Mursi wurde unter Bedingungen festgehalten, die man nur als grausam bezeichnen kann, insbesondere während seiner fünfjährigen Haft im Gefängniskomplex Tora“, schrieben die Experten. Hochrangige Mitglieder der Regierung von Mursi begrüßten die UN-Untersuchung, forderten die UN aber auf, ihre Untersuchung auf die „verdächtigen Umstände“ nach dem Tod von Mursis Sohn Abdullah im September auszudehnen. Abdullah Mursi, 25, war vor seinem Tod mit der UNO in Kontakt gewesen, um sich offiziell über den Tod seines Vaters zu beschweren. Er soll am 4. September an einem Herzinfarkt gestorben sein und wurde neben seinem Vater in Kairo begraben. „Abdullah starb kurz nachdem er privat den Vereinten Nationen entscheidende Beweise für den Tod seines Vaters gegeben hatte“, sagte Yehia Hamed, ein ehemaliger Minister unter Morsi, in der Erklärung. „Ich stand in engem Kontakt mit Abdullah Mursi und bin überzeugt, dass es seine sehr mutige Arbeit mit den Vereinten Nationen war, die zu seinem Tod führte.“ Die UN-Experten warnten auch davor, dass Tausende weitere Gefangene in Ägypten ähnliche Zustände erlitten, und auch ihre „Gesundheit und ihr Leben“ könnten ernsthaft gefährdet sein. „Wir haben glaubwürdige Beweise aus verschiedenen Quellen erhalten, dass Tausende weitere Gefangene in ganz Ägypten schwere Verletzungen ihrer Menschenrechte erleiden, von denen viele ein hohes Todesrisiko darstellen könnten“, heißt es in der Erklärung. „Dies scheint eine konsequente, absichtliche Praxis der derzeitigen Regierung von Präsident Abdel-Fattah El-Sisi zu sein, um Kritiker zum Schweigen zu bringen.“ Die Experten forderten die ägyptische Regierung am Freitag auf, den staatlich geförderten Praktiken ein Ende zu setzen, die „das Recht auf Leben, das Recht, nicht willkürlich inhaftiert zu werden, das Recht, nicht gefoltert oder misshandelt zu werden, das Recht auf ein ordentliches und ein faires Verfahren sowie eine angemessene medizinische Versorgung“ verletzen. In einem offiziellen Schreiben an die ägyptische Regierung skizzierten die Experten die Umstände, die zum Tod von Mursi hätten führen können, einschließlich Einzelhaft und fehlender medizinischer Versorgung. „Dr. Mursi wurde 23 Stunden am Tag in Einzelhaft gehalten“, schrieben die Experten. „Er durfte keine anderen Gefangenen sehen, auch nicht während der einen Stunde am Tag, in der er trainieren durfte. Er wurde gezwungen, auf einem Betonboden mit nur einer oder zwei Decken zum Schutz zu schlafen. Er durfte keinen Zugang zu Büchern, Zeitschriften, Schreibwaren oder einem Radio haben. Dr. Mursi wurde die lebensrettende und laufende Betreuung seines Diabetes und Bluthochdrucks verweigert. Er verlor allmählich das linke Augenlicht, hatte wiederkehrende diabetische Komata und wurde immer wieder ohnmächtig. Darunter litt er unter erheblicher Karies und Zahnfleischentzündungen“, fügten sie hinzu. Das Gremium warnte davor, dass Mursis ehemaliger Außenberater Essam El-Haddad und sein Sohn Gehad El-Haddad, der zum Zeitpunkt seiner Verhaftung Chefsprecher der Muslimbrüder war, ebenfalls unter lebensbedrohlichen Umständen festgehalten werden. „Diese beiden Männer werden durch die Bedingungen, unter denen sie festgehalten werden, und die Verweigerung der medizinischen Behandlung, getötet. Es scheint, dass dies beabsichtigt ist oder zumindest durch die rücksichtslose Missachtung ihres Lebens und Schicksals geschehen darf“, sagten die Experten. Die UN-Experten forderten eine unparteiische Untersuchung des Todes von Mursi und allen anderen Gefangenen, die seit 2012 in ägyptischer Haft starben.

Zum Thema

– Ägypten – Kairo: Mohammed Mursis Sohn stirbt an Herzinfarkt

Der jüngste Sohn des verstorbenen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi starb am Mittwoch an einem angeblichen Herzinfarkt in einem Krankenhaus in Kairo.

Kairo: Mohammed Mursis Sohn stirbt an Herzinfarkt
   

Landwirtschaft
Agrarverband DLG fordert Einsatz von Genscheren-Technik bei Pflanzenzüchtung

0
Verbandspräsident Paetow: Nachhaltigere Landwirtschaft durch neue Methoden  Osnabrück – Vor dem Start der weltgrößten Landtechnikmesse Agritechnica in Hannover hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) die Zulassung umstrittener Züchtungsmethoden wie etwa der sogenannten Gen-Schere „Crispr/Cas“ gefordert. DLG-Präsident Hubertus Paetow sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Neue Züchtungsmethoden machen eine nachhaltige Landwirtschaft möglich. Wir brauchen die Zulassung.“ Durch die gezielte Weiterentwicklung einzelner Getreidearten sei ein umweltschonenderer Anbau möglich, so Paetow. Er kritisierte, dass die neuen Technologien auf große Widerstände stoßen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Innovationen aufgrund unbegründeter Sorgen kaputtgeredet werden.“ Auch gegen Eisenbahn oder Auto hätten Menschen zunächst protestiert. „Und doch hat sich die kollektive Vernunft durchgesetzt“, sagte der DLG-Präsident, dessen Verband knapp 30.000 Mitglieder aus der Agrar- und Ernährungsbranche hat. Bei der „Crispr/Cas“-Methode können Pflanzen durch gezielte Eingriffe ins Erbgut beispielsweise resistenter gegen Schädlinge oder die Auswirkungen des Klimawandels gemacht werden. Mit der Gen-Schere sind deutlich schnellere Fortschritte möglich als durch herkömmliche Züchtungsmethoden. Der Einsatz des Crispr-Verfahrens ist in Europa aber an sehr hohe Auflagen geknüpft. Das kritisieren neben Wirtschaftsverbänden auch Wissenschaftler sowie die FDP. Unterstützung von FDP FDP-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad sagte der „NOZ“, Züchtung und Innovation seien verantwortlich dafür, dass hierzulande niemand hungern müsse. „Doch Deutschland und Europa schauen von der Zuschauertribüne aus zu, wie der Rest der Welt den Umgang mit neuen biotechnologischen Methoden gestaltet, während bei uns Gentechnikgegner die Spielregeln festlegen.“ Die Liberalen fordern eine Reform des Gentechnik-Rechts auf nationaler und europäischer Ebene.