Ankara – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat anlässlich des jüdischen Festes „Hanukkah“ eine Botschaft veröffentlicht. Darin gratulierte Erdogan allen jüdischen Bürgern zu Hanukkah.
Erdogan betonte in der auf der Webseite des Präsidialamts veröffentlichten Botschaft die Reformen der letzten 18 Jahre, die das Einheits-, Zusammenhalts- und Zugehörigkeitsgefühl der Türkei verstärkten und das freie Ausleben des Glaubens ermöglichten. Mit diesen Gedanken wünschte der Staatspräsident allen Jüdischgläubigen, insbesondere den jüdischen Bürgern der Türkei, viel Glück und Frieden zum Hanukkah-Fest.
Erdogan:
Wir halten es für sehr wichtig, dass alle, die in diesem Land leben, ihre Überzeugungen und Traditionen frei und ohne jede Diskriminierung unabhängig von ihrer Religion, Sprache oder ethnischen Herkunft praktizieren können. In diesem Sinne haben wir in den letzten 18 Jahren Schritte unternommen, die die Freiheiten aller unserer Bürger erweitern und insbesondere die Glaubens-, Gottesdienst- und Gewissensfreiheit gewährleisten.
Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit breiteten sich weltweit wie eine Plage aus, so der türkische Staatchef.
Die Türkei werde jedoch mit ihrer großen Kultur der Toleranz und ihrer Tradition, die „Unterschiede als Reichtum betrachte“, weiterhin ein Beispiel für die ganze Welt sein.
„Ich gratuliere allen Juden, insbesondere unseren jüdischen Bürgern, die ein untrennbarer Teil unserer Gesellschaft sind, zu Hanukka und wünsche ihnen alles Gute für ihr Wohlergehen an diesem bedeutsamen Tag, an dem Licht über Dunkelheit herrschte“, so Erdogan weiter.
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– Selahattin Ülkümen –
Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete
Nach Ansicht des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie der Duldung von nicht erlaubten Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.
Peking – Während VW das geplante Werk in der Türkei nach enormem Druck aus der Politik und den Medien stoppen musste – genannt wurde die Menschenrechtslage – hat der Autobauer am Dienstag in Hefei, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet, um die Entwicklung der Elektromobilität in China voranzutreiben.
VW will sich mit JAC Volkswagen Automotive weiter auf die Produktion von E-Autos konzentrieren. Das neu errichtete F&E-Zentrum wird verschiedene Abteilungen, einschließlich F&E, Qualitätssicherung und Testung, in einem Industriegebiet zusammenfassen und sich auf die Industrialisierung von Produkten konzentrieren. Da China der weltweit größte NEV-Markt sei, sei das Land ein innovatives Kraftwerk für die Autoindustrie. Deshalb müsse das Unternehmen seine lokale F&E-Expertise in China, für China und von China in die Welt aufbauen und stärken, zitiert China.org Stephan Wöllenstein, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns in China.
Da Volkswagen seinen Anteil an JAC Volkswagen im Mai dieses Jahres mit einer Investition von zwei Milliarden Euro auf 75 Prozent erhöht hat, wurde das Joint Venture JAC Volkswagen in diesem Monat in Volkswagen (Anhui) Automotive Company Limited umbenannt und Volkswagen hat die Managementkontrolle übernommen, berichtet China.org weiter.
In der zweiten Phase des Expansionsprojekts von Volkswagen Anhui, die 2021 beginnen soll, wird laut Wöllenstein die Infrastruktur und Ausstattung der Produktionslinie verbessert. Das Werk werde eine jährliche Produktionskapazität von rund 350.000 Fahrzeugen haben. Das erste Modell soll 2023 vom Band laufen.
China wird wegen den Menschenrechtsverletzungen gegen Minderheiten, wie etwa Uiguren oder Christen, von Menschenrechtsorganisationen heftig kritisiert. Washington erwägt Chinas Menschenrechtsverletzungen gegen muslimische Uiguren als „Völkermord“ einzustufen.
Über eine Million Gefangene
Laut Menschenrechtsorganisationen halte China eine unglaublich große Zahl von Personen der weitgehend muslimischen Minderheit in über den ganzen Nordosten verstreuten sogenannten Umerziehungslagern gefangen.
Über eine Million, mehr als sieben Prozent der muslimischen Bevölkerung in der chinesischen Region Xinjiang, sind nach Experten der Vereinten Nationen jetzt in einem sich erweiternden Netzwerk von „politischen Umerziehungslagern“ eingesperrt.
„Zu Pekings Gräueltaten gegen die Uiguren gehören schreckliche Taten gegen Frauen, darunter Zwangsabtreibung, Zwangssterilisation und andere Zwangsgeburtsverhütungsmethoden, staatlich geförderte Zwangsarbeit, sexuelle Gewalt, auch durch Vergewaltigung in der Haft, Zwangsheimaufenthalte von Han [chinesischen] Beamten und Zwangsehen“, so eine Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats, des NSR, im September dieses Jahres.
Die ausbleibende Verurteilung der VW-Investition von deutschen Politikern und Medien sorgt bei Beobachtern in der Türkei für große Verwunderung.
Osnabrück – CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat für eine möglichst späte Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union geworben.
Er halte „den Gedanken für klug, in einer so außergewöhnlichen Lage ein Nebeneinander von amtierender Kanzlerin und Kanzlerkandidat nicht zu lange werden zu lassen. Deshalb ist es sinnvoll, unseren Kandidaten später im Jahr zu benennen und nicht gleich nach der Entscheidung über den neuen CDU-Vorsitzenden“, sagte Spahn im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Eine Kür sechs Monate vor der Wahl wäre früh genug. Das hieße: Im März oder April sollten wir uns einigen. Dann reicht die Zeit, um einen auf unseren Kandidaten zugeschnittenen Wahlkampf zu führen.“
Spahn betonte, CDU und CSU würden „gemeinsam entscheiden“, und mahnte: „Ein Kanzlerkandidat der Union hat nur dann eine gute Chance, wenn er von beiden Schwesterparteien breit unterstützt wird.“
Stimmen aus der CDU, der populäre Gesundheitsminister möge sich selbst doch noch um den CDU-Vorsitz bewerben, erteilte Spahn eine Absage. „Ich habe im Februar entschieden, mit Armin Laschet im Team anzutreten, mit ihm als Kandidat für den Vorsitz. Das gilt“, sagte Spahn und ermahnte die CDU zur Geschlossenheit: „Wir haben vor wenigen Wochen am Streit über die Verschiebung des Parteitages erlebt, dass es unter der Oberfläche in der Partei weiterhin brodelt. Der Zusammenhalt der CDU ist kein Selbstläufer. Konflikte werden derzeit nur von Corona zugekleistert“, so seine besorgte Bestandsaufnahme.
Spahns Appell: „Für mich bleibt es zentral, dass wir als Partei geeint sind. Es bringt uns gar nichts, wenn wir erst einen Vorsitzenden und später einen Kandidaten haben, der dann aber nicht Kanzler wird, weil wir es nicht schaffen, unsere Partei zusammenzuhalten.“
Die CDU-Führung will am kommenden Montag den genauen Fahrplan zur Wahl des Nachfolgers von Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze festlegen. Bislang ist eine Abstimmung Ende der zweiten Januar-Woche vorgesehen. Die Bewerber sind neben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet der Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen.
CDU-Bundesvize Breher will für mehr Personal in Kitas sorgen
Osnabrück – Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Silvia Breher will die Erzieherausbildung bundesweit reformieren, um den Beruf attraktiver zu machen. „Die Erzieher haben immer höhere Anforderungen, die Zahl der Kita-Plätze steigt. Die Erzieher werden aber gerade jetzt in der Pandemie gar nicht gesehen“, sagte Breher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Künftig sollen sich angehende Erzieher für eine dualisierte Ausbildung entscheiden können, während der sie eine tarifliche Ausbildungsvergütung erhalten, schlägt Breher vor. Das mancherorts Erzieher für ihre Ausbildung selbst zahlen müssen, ist aus ihrer Sicht veraltet und gehöre abgeschafft.
Mit dem Vorstoß, den Breher gern im Wahlprogramm der CDU für die Bundestagswahl 2021 verankert sehen möchte, will die Bundestagsabgeordnete aus Niedersachsen auf den Fachkräftemangel in Betreuungseinrichtungen reagieren. Demnach fehlen allein in der frühkindlichen Bildung bis zum Jahr 2025 rund 190.000 Erzieher. „Wir brauchen dringend mehr Erzieher, und dazu müssen wir den Beruf attraktiver machen“, sagte Breher. „Die hohe Arbeitsbelastung und der zunehmende Erwartungsdruck, der an die Betreuung und Erziehung in Kitas gestellt wird, hält junge Menschen gerade davon ab, sich für den Erzieherberuf zu entscheiden. Das müssen wir ändern“, meint sie.
Die Erzieherausbildung ist Ländersache und läuft je nach Bundesland unterschiedlich ab. Meistens handelt es sich um eine mehrjährige schulische Ausbildung mit Praktika, für die kein Verdienst gezahlt wird. Breher will die dualisierte Ausbildung, die in Niedersachsen bereits erprobt wird, künftig zusätzlich zu den bisherigen Ausbildungswegen flächendeckend anbieten.
Um die Ausbildungsplätze zu finanzieren, will Breher das Gute-Kita-Gesetz, das 2022 ausläuft, fortführen und den Ländern zweckgebunden aus Bundesmitteln Geld für die Vergütung der Auszubildenden zur Verfügung stellen.
Vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten hat EU-Ratspräsident Charles Michel der Türkei wegen des Streits im östlichen Mittelmeer eine mögliche Reaktion der EU angekündigt. Bei dem Konflikt geht es um die Ausbeutung von fossilen Ressourcen, die sich im Meeresgrund des östlichen Mittelmeers befinden sollen. Die EU, insbesondere Griechenland und der griechische Teil von Zypern, verlangen von der Türkei die Einstellung von Erkundungen türkischer Forschungsschiffe in der Levante, da die Suche nach Energieressourcen ihrer Ansicht nach in deren Wirtschaftszone durchgeführt würde. Die Türkei lehnt dieses Ansinnen ab, da nach ihrer Meinung die Explorationen in der Wirtschaftszone der Türkei stattfänden. Ankara beruft sich dabei auf die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen, wonach Küstenstaaten eine eigene Wirtschaftszone von 200 Seemeilen (370,4 km) zusteht.
Griechische Position ist mit internationalem Seerecht unvereinbar
Die von Deutschland vorgeschlagenen Gespräche über eine Lösung des Streits zwischen Griechenland und der Türkei brachten keine Ergebnisse, weil Athen seit jeher auf maximalistischen Positionen beharrt, die mit dem internationalen Seerecht nicht vereinbar ist. Ferner haben sich griechische Regierungen noch nie an Verträge mit der Türkei gehalten. Bestes Beispiel hierfür ist der Vertrag von Lausanne. Bei den Erkundungen der türkischen Forschungsschiffe war die griechische Regierung mit der Rückendeckung Frankreichs auf Provokation aus.
Der griechische Teil von Zypern hat mit internationalen Energiekonzernen und Anrainerstaaten Abkommen über die Ausbeutung von Öl und Gas abgeschlossen, ohne dabei die Türkei zu konsultieren. Die Türkei ist neben Griechenland und Großbritannien Garantiemacht in Zypern und lehnt den Alleinvertretungsanspruch der zyperngriechischen Administration über Gesamtzypern ab, weil sie als Schutzmacht der Zyperntürken eine Beteiligung Nordzyperns an der Energieausbeutung fordert.
Bei diesem Streit geht um die Ausbeutung von Energieressourcen im Mittelmeer und um geostrategische Interessen in der Region. Nach den Vorstellungen der EU soll die Türkei auf ihre rechtlichen Ansprüche, die sich aus dem internationalen Seerecht ergeben, verzichten, keine Erkundungen nach Erdgas mehr durchführen. Griechenlands und Südzyperns Einwände anerkennen und sich vor die Küste von Antalya zurückziehen. Das ist es, was Brüssel, überspitzt formuliert, von der türkischen Regierung verlangt. Deutschland, Frankreich und andere Staaten wissen, dass die Türkei wie jeder andere Staat in einer vergleichbaren Situation diese Forderung nicht akzeptieren wird.
Rechtsanspruch der Türkei auf Wirtschaftszone im Mittelmeer
Zumal, wie ich bereits dargelegt habe, die türkische Position sich aus dem internationalen Seerecht ergibt, also ein Rechtsanspruch auf die eigene Wirtschaftszone vorliegt. Mögliche Wirtschaftssanktionen der EU würden gegen geltende internationale Verträge verstoßen, da die Türkei keine Rechtswidrigkeit begangen hat. Die EU missachtet beim Konflikt mit Ankara über die Ausbeutung von fossilen Energieressourcen das internationale Seerecht. Eine Lösung bestünde darin, Verhandlungen zwischen den Anrainerstaaten zu führen.
Griechenland hat stets versucht, seine Streitigkeiten mit der Türkei in der Ägäis und jetzt im Mittelmeer nicht durch Verhandlungen zu lösen, sondern unter Zuhilfenahme von EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich oder Österreich Sanktionen gegen die Türkei beschließen zu lassen. Griechische Medien und auch die Regierung hatten in den letzten Wochen die deutsche Regierung dazu gedrängt, ein Waffenembargo insbesondere im maritimen Bereich gegen die Türkei beschließen zu lassen, da Athen wegen der deutsch-türkischen Zusammenarbeit vor allem im U-Boot-Bereich äußerst besorgt ist. Es wird beim EU-Gipfel vor allem auf Deutschland ankommen, weil insbesondere Paris ein Verfechter von Sanktionen gegenüber der Türkei ist. Mit dem Vorstoß der griechischen Regierung wird der Eindruck erweckt, dass nicht ein Interessenkonflikt zwischen Griechenland und der Türkei existiert, sondern zwischen der EU und der Türkei.
Entscheidend beim EU-Gipfel ist die Position Deutschlands
Trotz der Haltung des französischen Präsidenten Macron wird die Position von Bundeskanzlerin Merkel beim Gipfel entscheidend sein. Sie wird womöglich keine Entscheidung treffen, die Deutschland und Europa schaden könnte. Es ist schwierig vorherzusehen, welche Entscheidung beim EU-Gipfel getroffen wird, da die Bundeskanzlerin im Vorfeld keine konkrete Stellungnahme in dieser Frage abgegeben hat.
Trotz divergierender Interessen sollte Deutschland einem Land wie der Türkei, das im Nahen Osten, auf dem Balkan, in Nordafrika, im Mittelmeer und auch im Kaukasus eine bedeutende Rolle spielt, zu keiner Verschärfung der Situation beitragen. Die EU hat auch in anderen Bereichen mit Problemen zu kämpfen. Nach wie vor sind die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien im Rahmen des EU-Austritts von London nicht abgeschlossen.
Schwindender europäischer Einfluss
Der zunehmende Einfluss der Türkei im Kaukasus, im Nahen Osten, in Nordafrika und auch im östlichen Mittelmeer bereitet Brüssel Sorgen, weil mit dieser Entwicklung sich gleichzeitig auch die Bedeutung der EU als Akteur sich verringert hat. Der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan hat diese Tendenz verdeutlicht, weil die westlichen Staaten beim Konflikt den Aggressor Armenien unterstützt haben, obwohl Eriwan seit fast drei Jahrzehnten 20 Prozent aserbaidschanischen Territoriums besetzt hielt.
Nachdem die aserbaidschanische Armee Armenien militärisch besiegt hatte, wurde ein von Russland initiierter Waffenstillstand vereinbart. Russland war bereits vor dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan eine bedeutende Macht im Kaukasus. Jetzt kommt mit der Türkei ein weiterer Akteur hinzu, ohne dass dabei die westlichen Staaten ein Wörtchen mitzureden haben. Das Beispiel mit dem südlichen Kaukasus ließe sich mit Syrien, Libyen und auch anderen Regionen fortführen.
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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– Ankara –
Ukraines Premier Schmyhal wünscht Freihandelsabkommen mit der Türkei
Die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die Ukraine, sagte Denys Schmyhal am Sonntag.
Ankara – Der türkische Präsident hat den rassistischen Vorfall beim Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Istanbul Başakşehir scharf verurteilt.
Der Vorfall sei eine Fortsetzung der rassistischen Entwicklung in Frankreich, sagte Recep Tayyip Erdogan bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Frankreich sei zu einem Land geworden, in dem Rassismus und rassistische Aktivitäten stark gestiegen seien.
„Wir sind bedingungslos gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport und in allen Lebensbereichen“, twitterte Erdogan bereits am Dienstagabend.
Das Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Istanbul Başakşehir war am Dienstagabend wegen einer Äußerung des vierten Offiziellen aus Rumänien, Sebastian Coltescu, gegen den türkischen Co-Trainer, dem ehemaligen kamerunischen Nationalspieler Pierre Achille Webó, zunächst unterbrochen und schließlich abgebrochen worden.
„Wir haben nach einem Foul protestiert, da waren vier oder fünf von uns an der Bank und der vierte Offizielle sagte ’schicke diesen schwarzen Typen runter'“, so Webó in einem Interview mit dem spanischen Radiosender Onda Cero.
(Screenshot/Twitter)
Nusret Gökçe – Ein Künstler mit dem Fleisch
Zitat Muhammad Ali: „Die Champions kommen nicht aus den Trainingshallen, sondern von Menschen, die einen Wunsch, einen Traum und eine Vision innehaben”.
Dafür ist Nusret Gökçe, der Mann der die Nusr-Et Steakhäuser ins Leben rief, ein lebender Beweis. Auch er hatte diesen Wunsch, diesen Traum und die Vision in sich – und er hat alles verwirklicht. Heute kennt man Nusret Gökçe als Salt Bae. Er ist es, der jedes Steak mit einer salzigen Unterschrift versieht. Und, von dem sich auch Fußballer wie Manuel Neuer, Mesut Özil, Lionel Messi oder Ribéry gerne bekochen lassen und Schönheiten wie Rihanna ihn als T-Shirt-Druck ständig bei sich tragen.
(Foto: Screenshot/Instagram)
Seit dieser gutaussehende Mann mit dem abgewinkelten Arm Salz wie Feenstaub über das Steak bei Nusr-Et verteilt, steht die Frage im Raum: Wer ist dieser Salt Bae?
Nusret Gökçe – Ein Video ging viral
Ein Teil seines Erfolges ist sicher die Marke, die er für sich selbst kreierte. Ein eng anliegendes weißes T-Shirt, eine Sonnenbrille und ab und zu auch eine Zigarre. So kennt man ihn, so zeigt er sich auf Instagram, wo er zwischenzeitlich über 31 Mio Follower hat. Und dort wurde er als türkischer Koch 2017 auch zum erfolgreichsten Meme des Jahres.
Dafür genügte ein Video, das ihn zeigt, wie er kunstvoll ein Stück Fleisch tranchiert und mit erhobenem Arm und dem mittlerweile legendären abgeknicktem Handgelenk die Salzkörner wie Feenstaub über das Fleisch rieseln lässt. Innerhalb kürzester Zeit ging dieses Video von @lolalissaa viral und war der Start für Nusret Gökçes weltweite Karriere. Das Video hatte schnell 13 Mio Aufrufe und erhielt über 50.000 Kommentare. Dabei erhielt Nusret auch diesen liebevollen Slangausdruck Salt Bae. Bae steht dabei für Freund oder Freundin.
(Foto: Instagram(Nusr_et)Nusret Gökce – Frühes Leben
Nusret Gökçe wurde am 9. August 1983 in Erzurum als viertes von fünf Kindern einer armen Bergarbeiterfamilie geboren. Als er zwei Jahre alt war, zog die Familie nach Darica im Bezirk Kocaeli. Dort ging er auch zur Schule.
Doch die Schule war nicht sein Lieblingsort. Er verließ sie bereits nach der Grundschule wieder. In einem Interview in einer türkischen Zeitung erwähnte er auf die Frage nach seiner Kindheit, dass er sich an keine Kindheit erinnern könne. Seine Kindheit sei immer von Arbeit und finanziellen Schwierigkeiten geprägt gewesen.
Mit 14 Jahren begann er eine Metzgerlehre in Bostanci, einem Stadtteil in Istanbul. Auch die Lehrzeit war nicht einfach für ihn. Wie bei vielen türkischen Lehrlingen begann auch sein Beruf als Laufbursche und als Ladenputzer, von seinen 10 Meistern im Metzgereibetrieb hieß es, mach dies, mach das. Das Fleisch anzufassen lag auch für ihn als Lehrling noch in weiter Ferne. Seine erste Berührung mit Fleisch kam erst, als er kräftiger wurde, dann durfte er das Fleisch von den Knochen abkratzen.
Fragt man ihn heute, was der Beruf des Metzgers für ihn bedeutet, sagt er von sich, dass er ein Künstler dieser Arbeit sei. Andere malen ein Bild, für ihn ist das Schneiden des Fleisches Poesi, er redet mit dem Fleisch und fügt ihm dabei seine Liebe zu.
Ein undatiertes Foto aus seiner Kindheit. (Screenshot/Twitter)Nusret Gökce – Er ist noch nicht verheiratet
Unermüdlich arbeitet er seit 23 Jahren in seinem Job. Er kennt weder Freizeit noch Feiertage, sein Arbeitstag zählt trotz seines Erfolges immer noch bis zu 18 Stunden. Konnte er deswegen noch keine Familie gründen? Ist er deshalb noch nicht verheiratet? In einem Interview einer türkischen Zeitung sagte er, er habe keine Zeit für eine Frau. Eine Frau zu haben, Händchen zu halten, ins Kino gehen oder zusammen irgendwo sitzen, das geht nicht. Das Fleisch steht allem im Weg.
Nusret Gökçes Blick in die Welt
2007 eröffnete sein Lehrmeister, Günaydın Kasap, ein völlig neues Restaurant-Konzept, ein Metzger-Restaurant im Istinye Park, dem Einkaufszentrum der gehobenen Klasse auf der europäischen Seite von Istanbul. Nusret Gökçe hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon viel Erfahrung als Metzger für Günaydın Kasap in Küçükyalı, einem Stadtteil auf der asiatischen Seite von Istanbul, gesammelt und sollte nun die neue Filiale als Metzger und Koch im luxuriösen Istinye Park besetzen. Ihm gefiel dieses Konzept und er wurde schon damals erfolgreich.
Nusret war in seinem Beruf schon immer ehrgeizig und er wollte noch andere Restaurant-Konzepte in der Welt kennenlernen. Seine Kreditkarte bis zur Kante ausgeschöpft und mithilfe eines Kunden, der ihn zu verschiedenen Restaurants vermittelte, machte er sich auf den Weg nach Argentinien, der Heimat des Hilton-, Angus- und Hereford-Beefs. Dort bekam er einen völlig neuen Einblick zum Thema Fleisch und seiner Zubereitung. Drei Monate war er in Buenos Aires und arbeitete in den verschiedensten Lokalen. Kostenlos. Er lernte nicht nur viel Neues zum Thema Fleischbearbeitung, er lernte auch, wie Fleisch anders gebraten und entsprechend serviert werden kann. Die ihm angebotenen Stellen hat er abgelehnt, er kehrte wieder zu Günaydın Kasap zurück und setzte dort um, was er in Argentinien gelernt hatte.
Salt Bae lernt in den Steakhäusern von New York
Es dauerte aber nur ein Jahr, dann überkam Nusret Gökçe der Wunsch, in die USA zu gehen. Er war neugierig, wie in den dortigen Steakhäusern das Fleisch zubereitet wird. Wieder war es ein Kunde, der ihm die Kontakte nach New York vermittelte. Viermal musste sich Nusret bewerben, bis ihm ein Visum erteilt wurde. Bei der vierten Bewerbung legte er sämtliche Zeitungsartikel über seine Kochkünste bei – sie brachten ihm den Einstieg in die USA.
Er durchwanderte die unterschiedlichsten Steakhäuser und es war ihm das größte Bedürfnis, mit viel Wissen im Rucksack nach Istanbul zurückzukehren. Zuvor allerdings bekam er noch Gelegenheit, ein Menü für die Journalisten zu zaubern, das dann in der New York Times veröffentlicht wurde. Der Durchbruch in die Welt der Großen war gekommen.
Vom ersten Nusr-Et Steakhouse bis zum eigenen Hotel
Zurück in Istanbul legte er mit seinem Freund Mithat Erdem, der als Investor fungierte, den Grundstein für das erste eigene Restaurant. Damit begann eine Neuinterpretation der Steakhaus-Kultur.
Neben seinen Nusr-Et Steakhäusern in Istanbul, Ankara, Bodrum und Marmaris, setzt das Unternehmen mittlerweile auch auf Nusret BURGER, ein Burger-Konzept für Fleischliebhaber, die keine Kompromisse eingehen wollen. So zumindest bewirbt Nusr-Et diese Restaurants auf seiner Homepage.
Mit starken Partnern an seiner Seite, konnte sich Nusr-Et Steakhouse auch weltweit niederlassen. Von Dallas über Miami nach New York und weiter nach Dubai, Abu Dhabi, Doha/Katar, Mykonos nach London. Und wo immer die Nusr-Et Steakhäuser ihre Tore öffnen, kommen die Reichen und die Schönen, Sternchen aus Film und Show, Sportler und Designer, einfach alle, die ihren Namen gerne mit Nusret Gökçe in Verbindung bringen.
Und bald werden sie auch in seinen Betten schlafen. Im Oktober 2020 eröffnete er in Istanbul sein erstes Hotel, den Nusret-Maçka-Palast. Damit verwirklicht er seinen größten Traum, wie er auf Instagram preisgab.
Was kostet ein Steak bei Nusr-Et oder ein Bett im Hotel?
Nusr-Et Steakhouse hat eine sehr ausgewogene Speisekarte.
Vorspeisen, wie Steak Tatar sind in bei Nusr-Et in Istanbul für 145 TL (Umgerechnet etwa 15 Euro/Stand 12/20) oder ein Nusret Spezial Sushi für 60 TL (6,3€) zu bekommen. Natürlich werden auch die verschiedensten Salate angeboten. Ein Hirtensalat bekommt man schon für 40 TL (4,2€) oder ein Avokado-Salat für 46 TL (4,75€).
Beim Fleisch kann man zwischen Rinder-Steaks, Bonfilets oder Lammfleisch wählen. Die Preise richten sich hier nach dem Gewicht des gewünschten Fleisches. So bezahlt man zum Beispiel für ein Nusret Kobe 200 gr 240 TL (25,3€). Ein Gold-Steak, wie es Franck Ribéry gegessen hat, kostet als 500 gr-Steak 500 TL (53€). Dagegen isst sich ein Lokum Burger schon für 60 TL (6,34€).
Das Park Hyatt Istanbul Macka Palas, das Hotel, das er vergangenes Jahr für 50 Mio Dollar erworben hat, bekam bisher überwiegend erstklassige Bewertungen. Die Preise für ein Zimmer bewegen sich von 400 Dollar bis 1200 Dollar für eine exklusive Suite. Alle Preisangaben sind ohne Gewähr.
Ehre und Respekt für Diego Maradona im Nusr-Et Steakhous
Eine respektvolle und ehrenhafte Geste zeigte er diese Tage. Zum Tod von Diego Maradona reservierte er im Nusr-Et Steakhouse in Dubai den Lieblingstisch der Fußballlegende mit den Worten: “Dies war Dein Lieblingstisch Maradona. Dieser Tisch ist für immer für Dich reserviert. RIP-Legende”.
(Instagram/Screenshot)Salt Bae – Mit Fitness auf der Karriereleiter nach oben
Neben seinem guten Aussehen und seinen Kochkünsten ist auch die muskulöse Figur von Nusret Gökçe ein weiterer Faktor, der zu seinem Ruhm beiträgt. Er macht kein Geheimnis daraus, wie er sich täglich fit hält. Sieht man seine Workouts, verbunden mit seiner Disziplin, wundert man sich nicht mehr über den Körperbau des Salt Bae. Bei Instagram gibt er seinen Körperfettanteil mit 5,8 Prozent an. Bei einer Größe von 1,68m bringt er 65kg auf die Waage.
https://youtu.be/cOQN5SUJukg
Auf der Karriereleiter ist noch kein Ende in Sicht. Sein Vermögen wird auf 200 Mio Dollar geschätzt. Trotz seines Reichtums ist Nusret Gökçe bodenständig geblieben. In seiner Heimatstadt hat er Schulen bauen lassen, er hilft Erdbebenopfern, hilft den Frauen am Frauentag und ist auch sonst immer bereit, seinen Erfolg mit Bedürftigen zu teilen.
Salt Bae und seine Erfolge
Sein erster großer Erfolg war, als die Journalisten während seiner Zeit in New York ein Menü von Salt Bae in der New York Times veröffentlichten. Er hat auch schon als Gastschauspieler in der bekannten TV Serie Narcos mitgewirkt. In der Serie geht es um das Leben des kolumbianischen Drogenhändlers und Drogenschmugglers Pablo Escobar. Nusret servierte im Film wie im Leben Fleisch in einem Restaurant.
(Foto: Twitter/Nusret)
Neben Acun Ilicali stand Salt Bae in der Game Show Survivor 2017 Turkey vor der Kamera. In seinen Restaurants arbeiten mittlerweile über 400 Mitarbeiter. Superstars und Promis gehören zu seinen Gästen. Er konnte seinen größten Traum, ein eigenes Hotel, verwirklichen.
Zum Thema
– Türkei –
Istanbul: Nusret eröffnet sein 50-Millionen-Dollar-Hotel
Vom Metzger zum Multimillionär – für Nusret Gökce ein wahr gewordener Traum. Nach Dutzenden Restaurants weltweit, eröffnet er am heutigen Freitag sein im vergangenen Jahr gekauftes Hotel in Istanbul.
Mit 420 Millionen Paketen rechnet die Branche allein im November und Dezember – 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die für Verbraucherbeschwerden zuständige Bundesnetzagentur erwartet eine nochmalige Steigerung bei den Reklamationszahlen.
Die Aufsichtsbehörde verzeichnete bereits 2019 eine Zunahme der Beschwerden um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pressesprecherin Ulrike Platz verweist im rbb-Fernsehen darauf, dass die „…Zahlen seit Jahren kontinuierlich steigen. Wir hatten 2010 2.000 Beschwerden. 2019 18.000. Und es ist auch zu erwarten, dass das weiter steigt“.
Das rbb-Verbrauchermagazin SUPER.MARKT hat eine Stichprobe mit 30 Paketen gemacht, die aus Berlin und Frankfurt (Oder) an verschiedene Empfänger versendet wurden. Getestet wurden Zuverlässigkeit und Preise bei der Haustürzustellung durch DHL, dpd und Hermes. Hermes überzeugt mit konstant zügigen Lieferzeiten und tadellosen Zustellungen. dpd liefert am langsamsten. Außerdem kamen zwei von zehn Paketen beschädigt an, zwei wurden nicht bis zum Empfänger gebracht. Bei DHL ging es zwar am schnellsten, allerdings waren zwei der zehn Pakete beschädigt, drei Mal mussten die Sendungen erst abgeholt werden.
Die Gewerkschaft sieht die Hauptgründe für Reklamationen im steigenden Leistungsdruck, so Benita Unger von ver.di. „Die Paketzusteller haben natürlich eine enorme Belastung… Die stehen auch unter Zeitdruck, teilweise stellen die bis 100 zu 200 Pakete am Tag zu… Und da kann ich mir schon vorstellen, dass da an der einen oder anderen Ecke auch mal geschlampt wird oder die Beschäftigten einfach überlastet sind unter dem hohen Zeitdruck.“
Für Streitigkeiten ist bei der Bundesnetzagentur eine Schlichtungsstelle eingerichtet. Allerdings lehnt ein Großteil der Paketdienstleister die Teilnahme an Schlichtungsverfahren bereits in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ab. Ausnahme ist Hermes.
Ankara – Bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu in Ankara, erklärte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó, dass die Sicherheit der EU von der Türkei abhänge und erinnerte zudem an die versprochenen Zahlungen aufgrund des Flüchtlingsabkommens.
„Ob es ihnen gefällt oder nicht, die Sicherheit Europas liegt maßgeblich in den Händen der Türkei“, so Szijjártó.
Szijjártó:
„Wir wissen, dass die Türkei mehr als vier Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat, und wenn die Türkei nicht gewesen wäre, hätte die Situation ganz anders aussehen können. Hunderttausende von Migranten wären an den Grenzen Europas und Ungarns gelandet“.
Die Migrationsproblematik werde immer heftiger. Nicht nur Sicherheitsfragen, sondern auch Gesundheitsfragen rückten in den Mittelpunkt. Ein „unkontrollierter Zustrom von Migranten“ verursache auch die „Verbreitung der Viren“. Die Türkei schütze die Grenzen der EU.Ungarn hoffe, dass sich die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei wieder verbessern. Mehr denn je sei eine internationale Zusammenarbeit nötig. Diese müsste jedoch auf gegenseitigem Respekt beruhen.
„Wenn es um die Türkei und die EU-Beziehungen geht, hat es bekanntlich viele Diskussionen gegeben, aber wir sollten diese hinter uns lassen und im Einklang mit gegenseitigem Respekt und auf der Grundlage der internationalen Gesetze und des Vertrauens handeln“, so Szijjártó
Die Rolle der Politiker sollte auf Zusammenarbeit und gegenseitigem Respekt beruhen, und zu einer solchen Kultur sollte zurückgekehrt werden, anstatt sich gegenseitig anzugreifen, betonte der ungarische Außenminister. Es dürfe keine „Doppelstandards und Heucheleien“ mehr geben.
„Wir sollten die Sicherheit der Türkei und der EU nicht riskieren, und wir müssen uns an die Bedingungen halten, die in den unterzeichneten Vereinbarungen genannt und festgelegt wurden“, sagte Szijjártó mit Bezug auf die sechs Milliarden Euro, die der Türkei im Zuge des Flüchtlingsabkommens von der EU versprochen wurden. Die Türkei sei in jeder Hinsicht „ein „strategischer Partner der EU“. Am Dienstagnachmittag traf der ungarische Außenminister auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.
EU entscheidet über Türkei-Sanktionen
Am Donnerstag und Freitag will die EU über Sanktionen gegen die Türkei wegen des Gasstreits im östlichen Mittelmeer entscheiden. Frankreich, Griechenland und Zypern verlangen Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei. In Gasstreit werfen Griechenland und Zypern der Türkei vor, im östlichen Mittelmeer illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Ankara wiederum sieht sich im Recht.
Die Türkei wiederum hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkische Republik Nordzypern (TRNC) Rechte an den Ressourcen in der Region hat.
LIVE: Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu holds joint press conference with his Hungarian counterpart after talks in Ankara https://t.co/SW044cpgno
Antalya – Der türkische Staatchef hat in einer Videobotschaft am Montag erneut betont, dass eine Lösung der Krise im Mittelmeer ausschließlich durch gemeinsame Verhandlungen und Diplomatie und nicht durch Drohungen oder Erpressungen möglich sei.
„Wir glauben nicht, dass wir die Probleme im Mittelmeer lösen können, indem wir uns gegenseitig ausschließen, sondern indem wir uns mit allen Akteuren der Region an einen Tisch setzen“, betonte Recep Tayyip Erdogan. Die Türkei sei in der Situation im östlichen Mittelmeer niemals für Spannungen gewesen, sondern vielmehr für Frieden, Zusammenarbeit, Fairness und die Schaffung von Gerechtigkeit“, so Erdogan.
Diplomatie und Verhandlungen seien der kürzeste und „sicherste Weg“, für eine Lösung. „Wir erwarten von unseren Ansprechpartnern, dass sie diese Hand, die die Türkei ausgestreckt hat, nicht in der Luft hängen lassen. Ich glaube, dass wir, wenn wir mit Aufrichtigkeit und gesundem Menschenverstand handeln, eine win-win-basierte Formel finden können, die die Rechte aller schützt“, betonte der türkische Präsident.
Jedoch akzeptiere man auch keine Drohungen und Erpressungen:
„Die Türkei wird keine Pläne und Karten akzeptieren, die darauf abzielen, das Land auf seine Küsten vor Antalya zu beschränken“, so Erdogan. Die Türkei werde sich Drohungen und Erpressungen nicht beugen und im Land oder auf dem Meer keine „imperialistischen Expansionismus“ zulassen.
EU entscheidet über Türkei-Sanktionen
Am Donnerstag und Freitag will die EU über Sanktionen gegen die Türkei wegen des Gasstreits im östlichen Mittelmeer entscheiden. Frankreich, Griechenland und Zypern verlangen Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei. In Gasstreit werfen Griechenland und Zypern der Türkei vor, im östlichen Mittelmeer illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Ankara wiederum sieht sich im Recht.
Die Türkei wiederum hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkische Republik Nordzypern (TRNC) Rechte an den Ressourcen in der Region hat.
Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres hat Ankara zwei Bohrschiffe – Fatih und zuletzt Yavuz – in das östliche Mittelmeer geschickt, um das Recht der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC) auf die Ressourcen der Region geltend zu machen. Das erste seismische Schiff der Türkei, die Barbaros Hayrettin Pasa, die 2013 in Norwegen gekauft wurde, erkundet seit April 2017 das Mittelmeer.
Sie ist der Ansicht, dass die Gewässer, in denen sie probeweise nach Erdgas bohrt, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören. Die Türkei will mit den Bohrungen auch die Anteile der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft sichern.
Zypern wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei als Garantiemacht interveniert hatte. Die türkische Regierung hatte unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.
Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil.