Chapel Hill – Der in den USA lebende türkische Chemie-Nobelpreisträger Aziz Sancar erklärte, dass er sich auch in der Türkei gegen Corona impfen lassen würde.
Gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu(AA) betonte Sancar, dass er kein Experte für Infektionskrankheiten sei und riet der Bevölkerung dem Rat türkischer Ärzte zu folgen.
„Ich kann keinen Beitrag zu dem leisten, was türkische Spezialisten zu diesem Thema gesagt haben. Ich würde dem Rat der türkischen Ärzte folgen, wenn ich in der Türkei wäre“, so der Chemiker.
Wie AA weiter berichtet, stellte der Chemiker klar, dass er nicht in den sozialen Medien unterwegs sei und dass die ihm zugeschriebenen Anti-Impf-Tweets von einem Fake-Konto stammten.
„Diejenigen, die das tun oder es verbreiten, obwohl sie wissen, dass es gefälscht ist, sollten mit rechtlichen Schritten rechnen.
„Ich weiß nicht, warum sie das tun. Bei dem Impfstoff geht es nicht um eine politische Partei. Diejenigen, die entschieden haben, den Impfstoff aus China für den Einsatz in der Türkei zu kaufen, sind keine Politiker, sondern unsere Gesundheitsexperten“, sagte er.
Sancar fügte hinzu, dass er zwar nicht wisse, welcher der chinesischen, russischen und amerikanischen Impfstoffe oder der von türkischen Wissenschaftlern in Deutschland hergestellte Impfstoff wirksamer sei, aber er glaube, dass sie alle Schutz bieten würden.
„Ich rate meinem Volk, den derzeit in der Türkei verfügbaren Impfstoff zu verwenden und auf keinen anderen Rat zu hören, als auf den der Gesundheitsspezialisten“, fügte er hinzu.
„Wenn ich in der Türkei wäre, würde ich sofort in der Schlange warten, um den von unserem Gesundheitsministerium bereitgestellten Impfstoff zu bekommen“, so der Nobelpreisträger.
Sancar erhielt 2015 den Nobelpreis für Chemie zusammen mit Tomas Lindahl und Paul Modrich für ihre mechanistischen Studien zur DNA-Reparatur. Er habe, so hieß es in der Begründung, „auf molekularer Ebene entschlüsselt, wie Zellen beschädigte DNA reparieren und die genetischen Informationen erhalten können“ – was aufzeigt, dass auch bereits vorhandene Erbgutschäden gezielt behoben werden können.
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Ankara (aa) – Anlässlich des 25. Jahrestages der ständigen Neutralität Turkmenistans, hat der türkische Präsident am Samstag den Wunsch nach einer Aufnahme des zentralasiatischen Landes in den Türkischen Rat bekräftigt.
Bei der UN-Generalversammlung in New York stimmten am 12. Dezember alle Länder für den Sonderbeschluss „Die dauernde Neutralität von Turkmenistan“. So erhielt die neutrale Außenpolitik Turkmenistans den international anerkannten Rechtsstatus. Das Land nahm daraufhin den Status in die Verfassung auf und legte den 12.Dezember als Feiertag fest. Turkmenistan verkündigte jedoch bereits im Juli 1992 auf dem Gipfel der Helsinki-Konferenz für die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die „positive Neutralität“ als Hauptrichtung seiner Außenpolitik.
„Wir verfolgen das aktive Engagement Turkmenistans sowohl in der Zusammenarbeit zwischen den zentralasiatischen Ländern als auch im Dialogprozess, den sie mit Staaten und internationalen Organisationen außerhalb der Region führen. Auf diese Weise möchte ich noch einmal betonen, dass wir wünschen, dass Turkmenistan so bald wie möglich in den Türkischen Rat aufgenommen wird“, sagte Recep Tayyip Erdogan in einer Videobotschaft.
Der türkische Staatschef betonte, dass die Türkei das erste Land war, das die Unabhängigkeit Turkmenistans anerkannte und auch die UN-Resolutionen in den Jahren 1995 und 2015 unterstützte, um die Anerkennung der Neutralität des Landes zu ermöglichen.
„Die beispielhaften Schritte, die Turkmenistan in den Bereichen Transport, Energie, Industrie, Handel, Gesundheit und Umwelt im Einklang mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung unternommen hat, werfen nicht nur ein Licht auf die Zukunft Turkmenistans, sondern auch auf die Zukunft der Region“, so Erdogan weiter.
Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch die anhaltende COVID-19-Pandemie verursacht wurden, stieg das bilaterale Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 18 Prozent, bemerkte Erdogan.
Türkischer Rat
Der am 3. Oktober 2009 in Nachitschewan durch Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan und die Türkei gegründete Türkische Rat ist eine internationale Organisation von mehreren Turkstaaten. Zu den Mitgliedern gehört seit Oktober 2019 auch Usbekistan.
Ungarn ist seit September 2018 Beobachter des Türkischen Rates. Hierbei erklärte Viktor Orbán, dass die Ungarn als Magyaren stolz auf ihre Herkunft und Beziehung mit den Turkvölkern Zentralasiens seien.
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Osnabrück – Nach der Blockade Sachsen-Anhalts gegen eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags hat der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer, Verständnis für die Entscheidung gezeigt.
„Wenn Landtage wie bislang zu beteiligen sind, darf man sich doch nicht wundern, dass vielleicht auch mal Fraktionen eine andere Auffassung haben als die Intendanten der betroffenen Sender“, sagte Grosse-Brömer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Er halte den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland zwar für „unverzichtbar“.
Aber: „Dass beim teuersten öffentlichen Rundfunk weltweit die Frage danach gestellt wird, wie Ressourcen eingesetzt werden und ob er reformbedürftig ist, halte ich für einen völlig normalen Vorgang“, sagte Grosse-Brömer.
Er sei gespannt, wie jetzt das Bundesverfassungsgericht in dieser Frage entscheiden wird. „Wenn die Erhöhung des Beitrags vom Bundesverfassungsgericht so entschieden würde, dass eine Empfehlung der Rundfunkkommission eigentlich gar nicht abgelehnt werden kann, dann stellt sich die Frage, warum sich Parlamente überhaupt noch damit beschäftigen sollten“, sagte Grosse-Brömer.
Der CDU-Politiker hält für denkbar, dass das Bundesverfassungsgericht der Politik einen Auftrag erteilt, den Auftrag des öffentlichen Rundfunks neu zu formulieren. Grosse-Brömer sagte der NOZ: „Ich bin der Ansicht, dass eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks angezeigt ist.“
Scharfe Kritik übte der Parlamentarische Geschäftsführer am Verhalten von Grünen und SPD in der Debatte. „Wenn man im Koalitionsvertrag Beitragsstabilität vereinbart, dann sind Erhöhungen meiner Meinung nach ausgeschlossen. Davon sind dann die Regierungsparteien SPD und Grüne abgewichen. Die CDU-Landtagsfraktion ist bei dieser Auffassung geblieben, weil sie diese Ansicht auch schon länger vertritt. Daraufhin der CDU vorzuwerfen, sie habe die gleiche Auffassung wie die AfD und müsse ihr Verhältnis zu dieser Partei klären, halte ich für eine Frechheit“, sagte Grosse-Brömer.
„Um das mal klar zu sagen: Die SPD und auch alle anderen Fraktionen im Bundestag stimmen in jeder Sitzungswoche einmal mit der AfD. Anträge der FDP werden zum Beispiel häufig mit Stimmen der AfD, der SPD, Grünen und Linken abgelehnt. Wenn ich dabei jedes Mal Linken und SPD vorwerfen würde, sie müssten mal ihr Verhältnis zur AfD klären, dann würde mir das zu Recht zum Vorwurf gemacht. Deshalb erlaube ich mir umgekehrt, das im Fall Sachsen-Anhalt genauso zu tun“, so der CDU-Politiker weiter.
Baku – Bei einem Staatsbesuch in Aserbaidschan hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer bedeutungsvollen Geste des Friedens in einer Rede eine mögliche Öffnung der Grenzen zu Armenien angekündigt. Die Grenze zwischen der Türkei und Armenien wurde nach den Massakern an der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung in Bergkarabach durch armenische Milizen 1993 geschlossen und seitdem nicht mehr geöffnet.
Unter den damaligen türkischen Außenminister Abdullah Gül, Ali Babacan und Ahmet Davutoglu (2003-2014) gab es eine Annäherung zwischen der Türkei und Armenien was 2009 zur Unterzeichnung der Züricher Protokolle führte, in denen eine Wiederöffnung der Grenze in Aussicht gestellt wurde. Die Gespräche scheiterten jedoch und die Grenze blieb geschlossen.
Erdogan sagte am Donnerstag, sein Land könne seine Grenzen zu Armenien öffnen, wenn auch Jerewan Schritte für einen regionalen Frieden unternimmt.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Aliyev in Baku sagte Erdogan, dass die Türkei keine Probleme mit der armenischen Bevölkerung habe.
„Wir hegen keinen Groll gegen das Volk von Armenien. Das Problem ist mit der armenischen Regierung. Über 100.000 Armenier leben in meinem Land“, betonte Erdogan.
Erdogan erwähnte in seiner Rede einen Plan für einen „Sechs-Nationen-Block“. Auch Russland befürworte dieses Vorhaben.
„Russland, die Türkei, Aserbaidschan, Iran, Georgien….Armenien könnten in diese Plattform einbezogen werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Staatschef.
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Türkei: Präsident Erdogan bringt Beileid gegenüber Armeniern zum Ausdruck
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am heutigen Montag eine schriftliche Erklärung anlässlich des Gedenkens der Ereignisse des Jahres 1915 herausgegeben, in der er gegenüber den Enkelkindern der osmanischen Armenier, die zu jener Zeit ums Leben kamen, sein Beileid zum Ausdruck bringt.
Es ist der 6. Dezember 2019, Militärflugplatz Çorlu in der Provinz Tekirdağ. Aus dem Flugzeughangar wird mit einem Schlepper ein Ungetüm zum Rollfeld gebracht, denn auf diesen Augenblick haben die Ingenieure und Techniker von Baykar Technologies seit langer Zeit hingearbeitet. Der Prototyp der Angriffsdrohne Bayraktar Akıncı (TIHA), soll zu ihrem Jungfernflug starten. Die Turbo-Prop-Triebwerke werden eingeschaltet und dann rollt die Drohne von der Position zum Start.
https://www.youtube.com/watch?v=rIpDLZ_B9kM
Sie beschleunigt ihre Geschwindigkeit und wird immer schneller und dann endlich Take-off. Es ist genau 15:19 Uhr Ortszeit, als die Akıncı in den Himmel steigt und 16 Minuten nach dem Start wieder auf dem Flugplatz der türkischen Luftwaffe sicher landet. Die Erleichterung über diesen erfolgreichen Test ist aus den Gesichtern des Baykar-Teams deutlich abzulesen. Ihren Namen hat die Drohne den Osmanen zu verdanken. Die Akincis (auf Deutsch auch Renner und Brenner) waren ursprünglich osmanische Reitertruppen gemeint, die in feindlichen Terrain den Gegner und die örtlichen Gegebenheiten auskundschafteten.
Technische Details der Angriffsdrohne
Die Akıncı besitzt zwei ukrainische Turbo-Prob-Triebwerke des Typs Iwtschenko Progress AI-450C, die im August 2019 nach erfolgreichem Test in die Drohne integriert wurden. Die Turbinen des Prototyps hatten eine Leistung von 2 x 450 PS, wobei Baykar auch Triebwerke mit einer Leistung von 2 x 750 PS und 2 x 200 PS für ähnliche Modelle konfiguriert hat. Sie ist nach Herstellerangaben in der Lage, 24 Stunden in der Luft zu bleiben und erreicht eine Flughöhe von 40.000 Feet, was umgerechnet 12.192 Meter entspricht. Die Flügelspannweite beträgt 20 Meter, und die Länge 12,2 Meter.
Die Akinci hat ein Leergewicht von 4,5 Tonnen und kann bis zu 1,35 Tonnen Nutzlast mit sich führen. Ausgestattet ist diese Angriffsdrohne mit elektronischen Systemen und einem vielseitig einsetzbaren Radarortungssystem. Darüber hinaus besitzt es ein erweitertes System zur elektronischen Kriegsführung und ermöglicht die Überwachung und Auswertung von feindlichen Signalen. Dank der künstlichen Intelligenz kann das System ein bereits markiertes Ziel selbst berechnen, den Start, das Abheben in die Luft sowie den Angriff selbstständig ausführen und wieder zum Heimatflughafen zurückkehren.
Diese Informationen können dann per Satellit weitergeleitet werden. Selbst wenn ein Satellit vom Feind getroffen werden sollte, kann das System autonom einen Angriff durchführen. Außerdem ist es möglich, die Drohne mit Luft-Boden-Raketen und Luft-Luft-Raketen auszurüsten, die gegen Ziele in der Luft als auch am Boden eingesetzt werden können. Die Akıncı kann auch mit türkischen Hochpräzisionsmarschflugkörpern des Typs SOM (Stand-off Mühimmat Seyir Füzesi) bestückt werden. Damit ist es möglich, weit entfernte Ziele aus großer Distanz zu treffen.
Vergleich mit einem Kampfflugzeug ist abwegig
Es wäre jedoch vermessen, die Akıncı mit einem Kampfflugzeug zu vergleichen, da allein die Manövrierfähigkeit eines Kampfflugzeugs, wie etwa ein Dog-Fight oder ein Nahkampf in der Luft diese Drohne überfordern würde, da sie nicht hierfür konzipiert wurde. Der Einsatz dieser Angriffsdrohnen ist eher als Entlastung für einsatzfähige Kampfflugzeuge zu sehen und es ist ökonomisch betrachtet wesentlich effizienter, da die Einsatzkosten für Drohnen wesentlich geringer sind.
Dieses Jahr erfolgten weitere Testflüge, bei dem auch ein gut gemachter Dokumentarfilm über die Akıncı der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die ersten sechs Bayraktar Akıncı 2021 den türkischen Streitkräften übergeben werden. Das Wesentliche bei dieser Drohne ist, wie der technische Leiter Selçuk Bayraktar in dem Film betont, „die Software und die elektronischen Systeme.“
Die Akıncı wird gelegentlich als der große Bruder der Bayraktar TB2 bezeichnet, die als eines der erfolgreichsten Kampf- und Aufklärungsdrohnen ihrer Zeit gilt und dies in Einsätzen in Syrien, Libyen und in Berg-Karabach unter Beweis stellte. Ihre Größe ermöglicht der Akıncı eine viel größere Nutzlast aufzunehmen (1.350 kg) als im Vergleich die TB2 mit 150 kg, also das neunfache mehr an Gewicht transportieren kann.
Die neue Angriffsdrohne muss sich in ihren zukünftigen Einsätzen jedoch erst beweisen, da sie anders konzipiert ist. Nach Ansicht von Militärexperten gibt es auf der Welt nur ein paar Länder, die eine derartige Drohne in dieser Größenordnung bauen können.
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Nach Lieferstopp: Türkische Drohne mit einheimischer Kamera CATS ausgestattet
Nach dem Waffenembargo der USA von 1974, hat die Türkei mit der Gründung von Stiftungen für das Heer, die Marine und die Luftwaffe den Grundstein für Rüstungsunternehmen wie Aselsan, Havelsan, Roketsan, TUSAŞ usw. gelegt.
Düsseldorf – Die Präsenzpflicht an den Schulen in Nordrhein-Westfalen wird ab Montag aufgehoben. Schüler der unteren Stufen sollen dann von zuhause aus am Unterricht teilnehmen.
Wie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag mitteilte, werden Schüler ab der Klasse acht auf Distanz unterrichtet. Außerdem wurden Schulferien um zwei Tage verlängert. „Aber die Schulpflicht bleibt“, sagte Laschet.
Wie Vize-Ministerpräsident und Familienminister Joachim Stamp (FDP) ankündigte, bleiben Kindertagesstätten weiterhin geöffnet. Man appelliere jedoch an alle Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen können, dies bis Januar zu tun.
Zu Beginn des kommenden Jahres soll mit den Schutzimpfungen gegen das Corona-Virus begonnen werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Institutes hat hierzu eine Priorisierung vorgeschlagen, wonach zunächst Menschen im Alter von 80 Jahren und älter geimpft werden sollen.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, gehörten im Jahr 2019 bundesweit rund 5,7 Millionen Menschen zur Altersgruppe 80 Plus, das waren 6,8 % der Bevölkerung. Am höchsten war der Anteil dieser Altersgruppe in Sachsen, gefolgt von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.
Zwischen den einzelnen Bundesländern variiert die Altersstruktur der Bevölkerung. So waren in Sachsen 8,6 % der Bevölkerung (349 000) 80 Jahre und älter, in Sachsen-Anhalt 8,3 % (182 000) und in Mecklenburg-Vorpommern sowie Thüringen jeweils 7,9 % (127 000 beziehungsweise 169 000 Menschen) – jeweils bezogen auf die Gesamtbevölkerung des jeweiligen Bundeslandes. Die Bundesländer sollen den Aufbau der Impfzentren koordinieren.
Anteil der Altersgruppe 80 Plus in Stadtstaaten geringer als in den östlichen Bundesländern
Vergleichsweise gering war der Anteil der Menschen im Alter von 80 Jahren und älter dagegen in Berlin oder Hamburg (jeweils 5,8 %). In Berlin müssten laut dem Entwurf der Impfkommission rund 211 000 Menschen dieser Altersgruppe geimpft werden, in Hamburg wären es 108 000 Menschen. Auch in Bayern leben in Relation zur Gesamtbevölkerung weniger Menschen der Altersgruppe 80 Plus als im Bundesdurchschnitt, dort stellen sie 6,3 % der Bevölkerung (831 000 Menschen). Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit einem Anteil der Hochbetagten von 6,8 % zwar im Mittelfeld, dort müssten jedoch gut 1,2 Millionen Menschen dieser Altersgruppe mit höchster Priorität geimpft werden.
In der Gruppe mit der laut dem Entwurf der Impfkommission zweithöchsten Prioritätsstufe sind Menschen im Alter von 75 bis unter 80 Jahre erfasst. Bundesweit betrifft das 3,9 Millionen Menschen, sie haben einen Anteil von 4,7 % an der Gesamtbevölkerung. Weitere 3,7 Millionen Menschen sind im Alter von 70 bis unter 75 Jahren, sie werden laut Stiko in der dritthöchsten Kategorie gelistet.
71 % der Bevölkerung nicht aufgrund ihres Alters für erste Impfungen vorgesehen
Bundesweit sind 29 % der Bevölkerung – 23,7 Millionen Menschen – 60 Jahre und älter. Sie fallen damit in eine der fünf Kategorien, die laut Kommission eine höhere Priorität für die Schutzimpfung haben. 59,4 Millionen Menschen waren zuletzt jünger als 60 Jahre. Sie sollen dann bevorzugt geimpft werden, wenn sie vorerkrankt sind oder beruflich in bestimmten Bereichen wie Kliniken oder Pflegeheimen tätig sind.
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– Corona-Pandemie –
Die Corona-Impfung: Rettung oder Risiko?
Ein Impfstoff gegen das Corona-Virus stellt ein Ende der Pandemie in absehbarer Zeit in Aussicht. Doch während es die einen kaum erwarten können, geht es anderen zu schnell. Über Chancen und Gefahren bzw. Defizite der Corona-Impfung diskutiert die Runde bei „Fakt ist!“ aus Magdeburg am 14. Dezember 2020 um 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen.
Die Debatte um den Corona-Impfstoff zeigt die Zerrissenheit in der Gesellschaft in diesen Tagen. Während die handelnden Politiker und die führenden medizinischen Institute alle Hoffnung auf den Impfstoff setzen und unisono zum Impfen aufrufen, gibt es Teile der Bevölkerung und auch Experten, die skeptisch sind.
Ihre Sorge: der Impfstoff sei mit heißer Nadel gestrickt und nicht ausreichend auf Langzeitwirkungen getestet. Diese Bedenken teilen auch Menschen, die sich nicht als generelle Impfgegner bezeichnen würden. Für sie sind noch viele Fragen offen – von der Wirksamkeit des Impfschutzes über die Befürchtung von Impfschäden bis zur Frage, wann spürbare Effekte bei den Infektionszahlen zu erwarten sind.
Skeptiker befürchten zudem, dass auch ohne Impfpflicht Menschen unter Druck geraten, die sich nicht impfen lassen wollen. Erste Fluggesellschaften wollen keine ungeimpften Passagiere mitnehmen. Droht solcherlei Diskriminierung auch am Arbeitsplatz, in Schule oder Kita? Darf die ungeimpfte Krankenschwester nicht mehr arbeiten, der Arzt nicht praktizieren?
Viele Impf-Befürworter beschäftigt unterdessen die Frage, wer den Impfstoff wann bekommen kann und soll. Denn selbst für die, die sich sofort impfen lassen würden, werden die Impfdosen am Anfang nicht ausreichen. Es muss also eine Reihenfolge geben, die ebenfalls Gegenstand der Debatte ist.
„Fakt ist!“ aus Magdeburg diskutiert den ethisch-moralischen Aspekt des Themas und fragt außerdem nach: Wie gut ist Mitteldeutschland auf die Impfungen vorbereitet? Wie sicher ist der Impfstoff? Und ist eine komplette Rückkehr zum Leben vor der Pandemie trotz Impfstoff überhaupt möglich?
Darüber diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:
Beate Bröcker (SPD), Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit Sachsen-Anhalt;
Dr. med. Martin Terhardt, Kinderarzt und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO);
David Sieveking, Film-Regisseur aus Berlin (2018 Film „Eingeimpft“) sowie
Prof. Jan Schildmann, Medizin-Ethiker Universitätsklinik Halle.
Bürgerreporter Stefan Bernschein wird in der Sendung die Fragen der Menschen im Land zur Sprache bringen und verfolgt das Netz während der Sendung.
Die Zuschauer haben die Gelegenheit, ihre Fragen an Politiker und Experten zu stellen, im Vorfeld über Mail an faktist@mdr.de oder während der ausnahmsweise schon von 20.45 Uhr bis 21.45 Uhr ausgestrahlten Sendung auf der Facebook-Seite von MDR SACHSEN-ANHALT.
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Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion
Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.
Tirana – Tausende Albaner protestieren seit Tagen gegen die Tötung eines 25-jährigen Mannes durch die Polizei.
Der als Klodian Rasha identifizierte Mann wurde am Dienstagmorgen durch die Polizei getötet, da er sich „verdächtig verhielt“ und sich nicht an die coronabedingten Ausgangssperren gehalten haben soll. Zudem habe er die vorgeschriebene Atemschutmaske nicht getragen.
Albanischen Medienberichten zufolge versammelten sich am Mittwochnachmittag Demonstranten vor dem Innenministerium, und forderten lautstark den Rücktritt von Innenminister Sander Lleshaj. Das Gebäude des Premierministers Edi Rama sei mit Steinen beworfen worden. Dabei hätten die Demonstranten „regierungskritische Parolen skandiert“. Spezialkräfte der Polizei eilten herbei, um das Gebäude zu schützen. Medienberichten zufolge wurden mindestens acht Polizisten und zwei Demonstranten verletzt.
Thousands on the streets of #Tirana to protest against police brutality and demanding justice for Klodian Rasha, a 25 year old killed by police forces on Tuesday after breaking the lockdown hours. pic.twitter.com/7Kg6vaPL7e
Der Stellungnahme der Polizei zufolge, habe sich der 25-Jährige am Dienstagmorgen „verdächtig verhalten“ und sei dem Aufruf der Polizei anzuhalten, nicht gefolgt und geflüchtet.
Einer der Polizisten habe geschossen, weil er dachte, dass der Flüchtende bewaffnet sei. Das Innenministerium habe mitgeteilt, dass in der Nähe des Opfers zudem eine Schusswaffe gefunden worden sei.
Vater verurteilt Tat
In einem in den sozialen Medien veröffentlichten Video hat der Vater des Getöteten die Tat verurteilt. Sein Sohn sei an dem Morgen in der Nähe des Hauses bloß Zigaretten holen gegangen und die Polizei habe ihn erschossen, nur weil er keine Maske trug.
„Selbst wenn er ein Krimineller wäre, der wegen eines Verbrechens gefasst wurde. wenn er etwas getan hätte, hätte ihn die Polizei einfangen, verhaften und ins Gefängnis stecken können“, so der Vater. „Sowas würden nicht einmal die Serben tun“, klagt der leidende Vater in dem Video.
https://twitter.com/i/status/1336841503403020288
Während des Krieges zwischen Armenien und Aserbaidschan kamen auch Kampf- und Aufklärungsdrohnen des Typs Bayraktar TB2 des türkischen Unternehmens Baykar Technologies zum Einsatz. Die TB2 ist seit einigen Jahren unter anderem gegen die Terrororganisationen PKK und Daesh/IS sowie in Syrien und in Libyen eingesetzt worden. Die Ukraine hatte 2019 sechs Bayraktar TB2 für die eigene Armee gekauft und Fotos von diesen veröffentlicht. Darüber hinaus hat die ukrainische Regierung nach Medienangaben 48 weitere TB2 Drohnen bestellt.
Diese sollen in einem Joint Venture Unternehmen in der Ukraine hergestellt werden. Im Krieg um Berg-Karabach hat nach Ansicht von Militärexperten der Einsatz von Kampf- und Aufklärungsdrohnen der aserbaidschanischen Armee entscheidende Vorteile verschafft, weil im gebirgigen Terrain Berg-Karabachs die Manövrierfähigkeit von Kampfflugzeugen eingeschränkt gewesen sei und Drohnen diesen Nachteil ausgeglichen hätten.
Einheimisches Produkt ersetzt kanadische Kamera
Im Zuge der militärischen Erfolge der aserbaidschanischen Armee gegen Armenien verlangten armenische Lobbyorganisationen in den USA und in Kanada von den Regierungen in beiden Ländern Konsequenzen. Die kanadische Firma Westcam Inc., die die Kamera LX15 produziert, reagierte auf den politischen Druck der kanadischen Regierung mit einem Lieferstopp für die TB2. Kurz nach dieser Mitteilung hatte Baykar Technologies erklärt, dass man ab sofort auf die von der türkischen Firma Aselsan produzierte Kamera Cats (Optisch-elektronisches System) zurückgreifen werde.
Test mit Aselsan Cats-Kamera war erfolgreich
Das Unternehmen veröffentlichte dazu auch ein Video, bei dem die TB2 mit der Aselsan Cats Kamera ausgestattet einen Probeangriff auf ein Ziel an der Bucht von Saros flog. Bei diesem Test wurde die TB2 mit MAM-L (Mini Akıllı Mühimmat) mit präzisionsgelenkten Fliegerbomben mit Laserleitsystem von Roketsan ausgerüstet. Zum ersten Mal wurde dabei die Drohne mit vier MAM-L Fliegerbomben ausgerüstet statt wie bisher zwei MAM-L und zwei MAM-C, die für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt wurden.
Die MAM-L Fliegerbombe soll eine effektivere Splitterwirkung haben als die MAM-C. Bei dem Probeangriff hat die von Aselsan entwickelte Kamera Cats das Ziel mit einem Laserstrahl markiert, die Fliegerbomben mit Laserleitsystem abgefeuert und das Ziel erfolgreich getroffen.
Die kanadische Kamera hat mit den dazugehörigen Kabeln in etwa 55 kg Gewicht, während die türkische Kamera von Aselsan cirka 65 kg wiegt. Die Kameraauflösung in beiden Geräten beträgt 1920 x 1080 Pixel, bei der Thermal-Kamera in beiden Fällen 640 x 512 Pixel. Die Laserwellenlänge bei Westcam 860 nm und bei Aselsan Cats 1064 nm. Das türkische Cats-System ist in der Lage, aus 30 km Entfernung per Laserstrahl ein Ziel zu markieren.
Türkischer Motor für TB2
Ferner gab Baykar bekannt, dass statt des vom österreichischen Unternehmen Rotax hergestellten Motors Rotax 912 auf die vom türkischen Luft- und Raumfahrtkonzern TUSAŞ Engine Industries entwickelten PD 170 Motor in die TB2 integrieren werde. Der Motor von Rotax hat eine Stärke von 100 PS, während der TUSAŞ Motor PD 170 cirka 172 PS vorzuweisen hat.
Grundsteinlegung der heutigen Verteidigungsindustrie wurde 1974 gelegt
Nach dem Waffenembargo der USA von 1974, hat die Türkei mit der Gründung von Stiftungen für das Heer, die Marine und die Luftwaffe den Grundstein für Rüstungsunternehmen wie Aselsan, Havelsan, Roketsan, TUSAŞ usw. gelegt. Wenn die türkische Armee heute wie in der Vergangenheit in der Lage ist, Operationen im Inland oder grenzüberschreitenden Einsätze durchzuführen, ist dabei ihr größter Unterstützer die türkische Verteidigungsindustrie.
Die Zusammenarbeit im Rüstungsbereich wird koordiniert von der Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie (SSB) mit den Unternehmen der Stiftung zur Stärkung der türkischen Streitkräfte, Forschungsinstituten wie TÜBITAK, privaten Rüstungskonzernen, kleinen- und mittelständischen Unternehmen sowie den Universitäten des Landes.
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Das angespannte Verhältnis zur Türkei wirkt sich negativ auf die israelische Rüstungsindustrie aus, schreibt ein sicherheitspolitisches Fachmagazin. Die Türkei kaufe nicht nur keine Rüstungsgüter für den eigenen Bedarf mehr in Israel, sondern mache dem Land zusätzlich auch noch erfolgreich Konkurrenz auf dem Weltmarkt.