Göttingen
Deutsch-türkischer Physikprofessor Metin Tolan wird Präsident der Uni Göttingen

Göttingen – Der Physiker Prof. Dr. Metin Tolan wird Präsident der Universität Göttingen. Das hat der Senat der Universität am heutigen Mittwoch einstimmig beschlossen. Der Stiftungsausschuss der Universität hat diesem Vorschlag ebenfalls einstimmig zugestimmt. Tolan folgt auf Prof. Dr. Reinhard Jahn, der das Amt bis zum 31. Dezember 2020 inne hatte. Seitdem nimmt die hauptberufliche Vizepräsidentin Dr. Valérie Schüller die Leitung der Universität kommissarisch wahr. Tolans Amtszeit beginnt voraussichtlich im Frühjahr. Senatssprecher Prof. Dr. Nicolai Miosge erklärte: „Sowohl als Sprecher des Senats als auch ganz persönlich gratuliere ich Metin Tolan zur kommenden Präsidentschaft der Universität Göttingen. Ich freue mich darauf, dass er mit großer Unterstützung der Universitätsangehörigen einen echten Aufbruch und Neuanfang voranbringen kann. Dies gilt umso mehr, als dass wir alle bereit sein sollten, nach der Überwindung der Pandemie die vielfältigen Erfahrungen, die wir in langen Monaten gemacht haben, in die künftige Ausrichtung unserer Universität einzubringen.“ Der Vorsitzende des Stiftungsausschusses Universität, Prof. Dr. Peter Strohschneider, sagte: „Herzlich gratuliere ich Metin Tolan ebenso wie der Universität zu dieser Entscheidung. Mit ihrem zukünftigen Präsidenten gewinnt die Georgia Augusta einen ebenso angesehenen Wissenschaftler wie erfahrenen Hochschuladministrator. Er wird die Universität umsichtig und klug leiten, so dass sie sich als eine pluralistische Einheit in ihren verschiedenen Funktionen höchst erfolgreich weiterentwickeln kann. Ich hoffe, dass der neue Präsident sein Amt alsbald antreten wird und freue mich sehr auf die konstruktive Zusammenarbeit.“ „Ich freue mich sehr über die Wahl und das Vertrauen, das in mich gesetzt wird, und danke allen Beteiligen dafür, dass dies unter den strengen Corona-Bedingungen ermöglicht wurde“, sagte Tolan. „Es ist eine große Ehre, zum Präsidenten einer Spitzenuniversität gewählt worden zu sein. Dieser Schwung muss jetzt mitgenommen werden, um die Universität auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.“ Tolan wurde 1965 in Norddeutschland als Sohn einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters geboren. Er studierte Physik und Mathematik an der Universität Kiel, wo er 1993 auch promoviert wurde. Als Postdoc forschte er mehrere Jahre in den USA, 1998 habilitierte er sich im Fach Experimentelle Physik an der Universität Kiel. Anschließend war er Privatdozent und erneut in den USA. Im Jahr 2001 folgte er dem Ruf auf eine Professur für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund. Von 2004 bis 2008 war er dort Dekan der Fakultät Physik, von 2008 bis 2020 Mitglied des Rektorats der TU und seit 2016 auch ständiger Vertreter der Rektorin. Im Rektorat war er drei Jahre für den Bereich Forschung zuständig, fünf Jahre für die Lehre und vier Jahre für Finanzen. Tolan ist Mitglied in zahlreichen Gremien und Beiräten, neben seinen Fachpublikationen veröffentlichte er bislang vier populärwissenschaftliche Sachbücher. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Die Zeitschrift „Unicum Beruf“ wählte ihn 2010 zum Professor des Jahres im Bereich Naturwissenschaften und Medizin, anlässlich des Göttinger Literaturherbstes 2016 erhielt er die Science Communication-Medaille für Wissenschaftler, die sich besonders dafür einsetzen, aktuelle Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit zu tragen.

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– Medizin – Coburg: Syrischstämmiger Bioanalytikerin gelingt Durchbruch in Alzheimer-Forschung

Nach dem deutsch-türkischen Power-Paar Uğur Şahin (55) und Özlem Türeci (53), die mit ihrem Unternehmen BioNTech den mRNA-Impfstoff BNT162b2 gegen das tödliche Virus Covid-19 entwickelten, könnte einer weiteren deutschen Forscherin mit Migrationshintergrund ein Durchbruch in der Medizin gelingen.

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Türkei
Umfrage: Erdogan beliebtester Politiker

Istanbul – Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Optimar in der Türkei wurde der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdoğan (AKP) zum beliebtesten Politiker gewählt. Für den türkischen Staatschef entschieden sich 31,1 Prozent der Befragten. Der inhaftierte ehemalige Co-Vorsitzende der Demokratischen Volkspartei (HDP), Selahattin Demirtaş, erreichte mit acht Prozent den zweiten Platz. Mit 7,4 Prozent landete die Chefin der IYI Parti (Gute Partei), Meral Akşener, auf Platz drei. Für den Oberbürgermeister Istanbuls, Ekrem Imamoğlu, entschieden sich 7,1 Prozent der Befragten, so Optimar. Während 78,9 Prozent der AKP-Wähler für Erdoğan als beliebtesten Politiker stimmten, liegt die Unterstützung für Akşener unter IP-Wählern bei 70,7 Prozent. 59,7 Prozent der Wähler der Nationalistischen Bewegung (MHP) entschieden sich für den Vorsitzenden der Partei, Devlet Bahçeli, als ihren Lieblingspolitiker. Beim direkten Vergleich Imamoğlu an zweiter Stelle Bei einem direkten Vergleich mit Erdoğan sehen die Ergebnisse wieder ganz anders aus. Auf die Frage, für wen sie sich zwischen Erdoğan und Imamoğlu bei einer Präsidentschaftswahl entscheiden würden, kam Istanbuls Bürgermeister mit 35,2 Prozent der Stimmen gefährlich nahe an Erdoğan heran, der 43,9 Prozent der Stimmen erhielt. Imamoğlu habe bei der Abstimmung Unterstützung seitens IYI Parti und HDP-Wählern erhalten. Erdoğan – Kemal Kılıçdaroğlu Die höchste Unterstützung hinter Erdoğan wird erreicht, wenn er gegen den Hauptoppositionsführer der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, antritt, der bei einer Präsidentschaftswahl voraussichtlich 27,2 Prozent erhalten würde, wobei der Anteil der Unentschlossenen auf 27 Prozent steigt. Bei einer Wahl gegen Kılıçdaroğlu erreicht Erdoğan 45.8 Prozent Gegen Kılıçdaroğlu unterstützen die Wähler der MHP und der konservativen Saadet-Partei ebenfalls in hohem Maße Präsident Erdoğan, und die Unterstützung der CHP Wähler fällt im Vergleich zu İmamoğlu von 90 Prozent auf 81,9 Prozent. Erdoğan – Akşener  Die Vorsitzende der IYI-Partei – die einzige potenzielle weibliche Präsidentschaftskandidatin in der Umfrage – Meral Akşener erhielt 30 Prozent der Stimmen gegen Erdoğan, der gegen sie 43,8 Prozent erreicht. Erdoğan – Babacan Der ehemalige AKP-Politiker, der die DEVA-Partei gegründet hat, Ali Babacan, hat bei einem direkten Vergleich mit Erdoğan 20.9 Prozent der Stimmen erhalten. Für den türkischen Staatschef entschieden sich bei dieser Frage 45,1 Prozent, während die Unentschlossenen bei 34,1 Prozent liegen.

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– Türkei – Umfrage: Istanbuls Ekrem İmamoğlu als erfolgreichster Großstadtbürgermeister gewählt

Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoğlu von der oppositionellen CHP wurde in einer Umfrage des privaten Meinungsforschungsinstituts SONAR Research als erfolgreichster Bürgermeister einer Metropole bewertet.

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Bundestagswahl
Grünen-Chefin Annalena Baerbock: „Die CDU hat kein Abo aufs Kanzleramt“

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat zum Beginn des Wahljahres den Anspruch ihrer Partei auf die Führung des Landes bekräftigt. „Wir fordern die Union heraus, inhaltlich und personell. Die CDU hat kein Abo aufs Kanzleramt“, sagt Baerbock in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Sie räumt angesichts des derzeit hohen Rückstandes in den Umfragen zwar ein: „Klar sind wir Underdog. Aber Holstein Kiel schlägt auch Bayern München im DFB-Pokal.“ Sie mache Politik, um etwas zu ändern, „das geht am besten an führender Position. Warum soll ich da sagen, wir werden am besten Zweiter?“ Die unabdingbare Leitlinie einer Regierung mit den Grünen müsse lauten: „Klimaschutz – ohne Wenn und Aber. Sonst ist alles andere hinfällig.“ Auf die Frage, ob sie sich das Kanzleramt zutraue, antwortet Baerbock: „Das ist bekannt.“ Die Grünen müssten allerdings auch als feministisch geprägte Partei nicht zwangsläufig eine Frau aufstellen, nur „weil die anderen nicht in der Lage sind und es dann auf den Bildern besser aussieht“. Wer die Grünen in den Wahlkampf führt, würden ihr Co-Vorsitzender Robert Habeck und sie gemeinsam klären, „nach Osten, vor Pfingsten“. Ihre fehlende Regierungserfahrung empfindet Baerbock dabei nicht als Handicap: „Sicher ist es gut, schon 20 Jahre regiert zu haben. Aber jetzt geht’s darum, die Zukunft zu bauen.“ Auch ihre beiden Töchter, derzeit neun und fünf Jahre alt, sieht die 40-Jährige nicht als Hinderungsgrund für das Amt der Kanzlerin: „Die neuseeländische Premierministerin kriegt das offenbar gut hin und der kanadische Premierminister auch.“ Baerbock gesteht im Gespräch mit dem stern ein, dass Corona sie „sehr“ nerve, „als Mensch, als Politikerin, als Mutter, einfach in jeder Facette. Und mit jedem Tag ein Stück mehr.“ An manchen Tagen sei es „echt heftig – gern zwischen neun und zwölf, wenn alles zusammenkommt: Homeoffice, der Digitalunterricht funktioniert wieder nicht, die Jüngere weiß nicht, wohin mit ihrer Energie.“ Mit Blick auf die Zeit nach der Pandemie sagt Baerbock: „Ich habe große Sehnsüchte.“ Sie würde gerne „in der Eisdiele unter Menschen sitzen“, mit der Familie an den See fahren und das gemeinsame Weihnachtsgeschenk, ein Stand-up-Paddlingboard, ausprobieren. Und als erstes: „Meine Eltern so richtig dolle in den Arm nehmen, das fehlt mir auch als 40-Jährige sehr.“

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– KSF – Kosovo: Neugegründete Armee soll an US-Friedensmissionen teilnehmen

Das Parlament des Kosovo hat den Vorschlag der amtierenden Regierung, die neu gegründete Armee unter dem US Central Command als Teil der Nationalgarde von Iowa an internationalen Friedensmissionen einzusetzen, einstimmig zugestimmt.

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Vorwürfe gegen die Polizei
Hanau-Anschlag: „Die haben meinen Sohn behandelt wie einen Kriminellen“

Knapp ein Jahr nach dem Attentat vom 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem ein psychisch kranker Mann neun Menschen mit Migrationshintergrund und danach seine Mutter und sich selbst tötete, erheben Überlebende sowie Angehörige der Opfer Vorwürfe gegen die Polizei. Der 19-jährige Piter Minnemann, der Gast in einer Bar war, in der der Attentäter mehrere Menschen erschoss, berichtet im ZEITmagazin, er sei in der Nacht des Anschlags von der Polizei aufgefordert worden, zu Fuß zu einer mehr als drei Kilometer entfernten Polizeiwache zu laufen, um dort seine Aussage zu machen. „Zu dieser Zeit war der Täter noch auf der Flucht“, so Minnemann. Auch Armin Kurtovic, 46, dessen Sohn Hamza bei dem Anschlag erschossen wurde, beklagt sich über die Polizeiarbeit in der Tatnacht. „Die haben meinen Sohn behandelt wie einen Kriminellen, als sei das ein Milieuverbrechen gewesen“, sagt Kurtovic. Er und seine Familie seien erst Stunden nach der Tat über den Tod ihres Sohnes informiert worden und hätten erst nach mehreren Tagen Zugang zu seiner Leiche bekommen. Zudem gaben mehrere Angehörige von Opfern an, in den Monaten nach dem Anschlag im Rahmen einer Gefährderansprache von der Polizei angerufen und davor gewarnt worden zu sein, Straftaten zu begehen. Seit im Dezember 2020 bekannt wurde, dass der Vater des Täters seinen Sohn für unschuldig hält und dessen Schusswaffen zurückfordert, fürchten einige der Angehörigen und Überlebenden neue Gewalt. „Wir wohnen keine zwei Minuten zu Fuß vom Vater des Täters entfernt“, sagt Mirkan Unvar, 20, dessen Bruder Ferhat Unvar beim Anschlag ums Leben kam. „Was ist die Motivation dahinter, wenn jemand die Tatwaffen zurückverlangt? Und was hat ein Mann, dessen Frau und einziger Sohn tot sind, noch zu verlieren?“, so Unvar. Auch der Überlebende Piter Minnemann äußerte sich beunruhigt: „Ich muss ja in Angst leben, wenn ich weiß, dass der Vater genauso tickt.“ Gemeinsam mit weiteren Betroffenen engagiert Minnemann sich in der „Initiative 19. Februar“. Die Initiative fordert aus Angst vor einem möglichen weiteren Anschlag unter anderem, dem Vater des Täters den Führerschein zu entziehen.

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– Frankfurt – „Miese Türkensau“: Türkische Anwältin von Polizisten bedroht

Die türkischstämmige Rechtsanwältin und Vertreterin der Nebenklage im NSU Prozess, Seda Başay-Yildiz, wurde laut einem Bericht der „Frankfurter Neue Presse“ (FNP) von fünf Frankfurter Polizisten bedroht.

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Corona-Krise
FDP-Chef Lindner fordert Ende des Kooperationsverbots für Bildung

Angesichts der Corona-Pandemie und der fehlenden Digitalisierung bei den Schulen fordert der FDP-Vorsitzende eine komplette Abschaffung des Kooperationsverbots von Bund und Ländern in der Bildung. „In der Coronakrise zeigt sich jetzt endgültig: Der Bildungsföderalismus ist überfordert“, schreibt Lindner in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel. Stattdessen sei ein „Kooperationsgebot“ im Artikel 91b des Grundgesetzes nötig. Die Schulen in Deutschland würden in der Pandemie einen „klaren Kurs“ brauchen, fordert Lindner. „Digitale Defizite sind ungelöst. Ein bundesweiter Stufenplan, der Inzidenz-Werte für regionale Schulöffnungen definiert, würde Schulen und Familien die nötige Planbarkeit geben.“ Bund und Länder hatten 2018 das Grundgesetz ein wenig im Bildungsbereich geöffnet, um den Digitalpakt für die Schulen zu ermöglichen. Das reiche jedoch bei weitem nicht aus, sagt Lindner jetzt: „Daher braucht Deutschland eine Bildungsrevolution.“ Lindner forderte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), die vor kurzem bereits einen Vorstoß für eine Lockerung des Kooperationsverbots gemacht hatte, zu „politischen Taten“ auf: „Kommen wir erneut über eine Grundgesetzänderung in das Gespräch. Machen wir Deutschland gemeinsam zu einer echten Bildungsnation.“ Auch interessant

– Corona-Pandemie – Russischer Corona-Impfstoff Sputnik V soll in der Türkei hergestellt werden

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V soll in Zukunft auch in der Türkei hergestellt werden.

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Hamburg
Anruf bei Polizei: Deutsch-kenianischer Lehrer wird für Schuleinbrecher gehalten

Hamburg – Wie viele seiner Kollegen an der Stadtteilschule Am Heidberg wollte Philip Oprong Spenner an einem Sonntag Ende November ganz in Ruhe die nächste Unterrichtsstunde vorbereiten. „Wegen der Corona-Maßnahmen ist es nicht einfach, die Abstände im Lehrerzimmer einzuhalten. Ich musste viele Kopien machen und wusste, dass es am Montag schwierig werden würde, ohne von vielen Menschen umgeben zu sein und ohne die Kollegen und Kolleginnen zu nerven“, zitiert die Hamburger Morgenpost (MOPO) den 42-jährigen Lehrer kenianischer Abstammung. Nachdem er die Zettel kopierte, brachte er sie eine Etage tiefer zum Klassenzimmer der 8a, um die Englisch-Aufgaben auf die Tische zu verteilen. Plötzlich seien etwa 15 Polizisten mit Taschenlampen, schusssicheren Westen und gezogenen Waffen auf ihn zugestürmt. Für einen Mann, der in seiner Kindheit als Straßenjunge in Kenia mehrmals polizeilicher Willkür ausgesetzt war (Spenner hat darüber ein Buch geschrieben: „Move On Up“), eine besonders bedrohliche Situation, berichtet MOPO weiter. „Ich war im Klassenzimmer, als ich plötzlich in die Visiere mehrerer Pistolen blickte, die auf mich gerichtet waren.“ Eine Passantin habe ihn durchs Fenster im Klassenraum gesehen und die Polizei alarmiert und somit einen Großeinsatz ausgelöst. Ein „schwarzer maskierter Mann“ halte sich im Klassenzimmer auf, habe die 14-Jährige aufgeregt der Polizei mitgeteilt, wie eine Sprecherin der Polizei der MOPO bestätigt habe. Spenner sei jedoch ruhig geblieben und habe die Beamten darauf hingewiesen, dass er Lehrer auf der Schule sei und einen Schlüssel für das Gebäude habe. Den Polizisten habe die Antwort jedoch nicht gereicht und sie hätten nach dem Namen der Schulleitung und des Hausmeisters gefragt, berichtet MOPO weiter.  Obwohl er alle Fragen flüssig beantwortet habe, musste sich Spenner trotzdem ausweisen. Im Lehrerzimmer seien seine Daten aufgenommen worden. Einige Telefonate später habe er den Ausweis zurückbekommen. Zuvor habe er aber noch erklären müssen, wo er geboren wurde und seit wann er in Deutschland lebe. Der Einsatz, bei dem fünf Streifenwagen zum Einsatz kamen, habe 38 Minuten gedauert. Es habe der Verdacht bestanden, dass sich „ein oder mehrere Einbrecher in der Schule befände(n)“, so die Sprecherin gegenüber MOPO. „Was passiert wäre, wenn er seinen Ausweis zufällig nicht dabei gehabt hätte. „Ob sie mich aufs Revier mitgenommen hätten?“ Oder was, wenn er aufgrund seiner Kindheitserlebnisse panisch reagiert hätte? Wie hätten die Polizisten da wohl reagiert?“, fragt Spenner. Lehrer schreibt Brief an die Beschwerdestelle der Polizei Ende November habe Spenner einen Brief an die Beschwerde- und Disziplinarabteilung der Polizei Hamburg geschrieben. Bis heute habe er jedoch keine Antwort erhalten. Als sein Sohn ihn am Tag des Polizeieinsatzes zu Hause fragte, ob die Polizisten sich bei ihm entschuldigt haben, sei Spenner erst bewusst geworden, dass eine Entschuldigung genau das ist, was er gebraucht hätte, um das Erlebte besser wegstecken zu können. Laut der Polizeisprecherin sei „in Absprache mit Herrn Spenner geplant, einen Kontakt zu einem Stadtteilpolizisten oder einem sogenannten Cop4you herzustellen“, so MOPO. Stephan Anpalagan verurtielt Vorgehensweise der Polizei
Der Journalist Stephan Anpalagan hat die Vorgehensweise der Polizei scharf verurteilt. In einem Facebook Post schreibt der 37-Jährige:
„Ich finde, dieser unfassbare Vorfall könnte ein wenig Öffentlichkeit vertragen. Vielleicht hat die Polizei Hamburg ja Zeit und Lust sich zu äußern. Und weil sich in den vergangenen Tagen genügend Menschen ihre Mäuler über „Antirassismus als Geschäftsmodell“ zerrissen haben: Das hier ist der gottverdammte Alltag in Deutschland, wenn man nicht weiß ist. Wenn die Polizei einen auf dem Kieker hat. Wenn fucking Racial Profiling stattfindet. Jeden Tag und überall. Wenn man als Lehrer nicht einmal Unterrichtsmaterialien vorbereiten kann, ohne dass irgendwelche Hirnamputierten die einfachsten und harmlosesten Tätigkeiten kriminalisieren. Und dann fragt Euch mal, warum wir alle ein klitzekleines bisschen wütend sind. Warum wir keine Sekunde länger diese Verhältnisse anzuerkennen bereit sind. Warum wir ziemlich dünnhäutig reagieren, wenn sich der Eindruck verfestigt, dass die Mehrheitsgesellschaft all diese Vorfälle und strukturellen Untergründe nicht ernst nimmt. In jeder verdammten Veranstaltung werde ich gefragt, ob es Rassismus „eigentlich“ gibt. Was glaubt Ihr denn, Ihr Dullies? Und wenn Ihr eine Antwort haben wollt, warum hört Ihr dann nicht zu? Oder ist Euch die Antwort zu anstrengend? Und wenn man schreibt, dass man müde ist, kommt irgendeine hohle Nuss um die Ecke und schreibt eine 10.000-Zeichen Kolumne darüber, wie empfindlich man sei. Oder dass man sich doch bitte nicht zum Opfer machen solle. Und nur um einmal einen kleinen Einblick in den Wahnsinn meines Lebens zu geben: Ich habe vor weniger als 3 Stunden (!) eine Vorlesung an einer Polizeihochschule zum Thema „Grundrechte und Menschenrechte“ gehalten – als Teil Polizeiausbildung im gehobenen Dienst. Themen: „Gefahrenpotenzial“, „Racial Profiling“, „Kriminalitätsentwicklung“, „Sicherheitsgefühl“, „Dessau“, „Korpsgeist“. Was für eine Ironie des Schicksals… Ich empfehle der Polizei Hamburg sehr, sich mit Amnesty International Deutschland zusammenzusetzen, um diesen Vorfall mit externer Hilfe aufzuarbeiten. Irgendwann muss man doch mal anfangen etwas zu verändern… Es ist einfach alles so un-fucking-fassbar kaputt. Einfach alles.“

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– Fremdenfeindlichkeit – „Wo wohnen hier noch Scheißtürken?“: Die Ermordung des Seydi Battal Koparan

Viele Jahre vor der NSU oder den Ermordungen türkischer Familien in Solingen oder Mölln Anfang der 1990er, kam es bereits in den frühen 1980er Jahren zu zahlreichen tödlichen Angriffen rechtsradikaler Gruppen auf Migranten, insbesondere  Türken. Anfang der 1980er Jahre machten Neonazis bundesweit Jagd auf türkische Migranten.

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Wirtschafts-News
Pepsi und Beyond Meat wollen bei Fleischersatz-Snacks kooperieren

New York – Der Getränkeriese Pepsico und der US-amerikanische Nahrungsmittelproduzent veganer Fleischersatzprodukte mit Sitz in Kalifornien, Beyond Meat, wollen künftig bei der Entwicklung neuer pflanzenbasierter Snacks kooperieren. PepsiCo Inc und Beyond Meat Inc teilten am Dienstag mit, dass sie ein Joint Venture gründen werden, um Snacks und Getränke aus pflanzlichem Protein zu entwickeln. Die finanziellen Bedingungen der Partnerschaft wurden nicht bekannt gegeben. Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis, wie Burger-Patties und Würstchen von Beyond Meat, haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, da gesundheitsbewusste Verbraucher ihre Ernährung auf Basis von Fleisch erweitern oder umstellen wollen. Wie CNBC berichtet, stiegen die Aktien von Beyond im vorbörslichen Handel nach Bekanntgabe der Kooperation um mehr als 31 Prozent, während die Aktien von Pepsi um etwa 1 Prozent zulegten. Die Partnerschaft gibt Beyond, einem relativen Neuling in der Lebensmittelwelt, die Chance, Pepsis Produktions- und Marketingerfahrung für neue Produkte zu nutzen. Pepsi seinerseits kann seine Investitionen in pflanzliche Kategorien vertiefen und gleichzeitig mit einem der Top-Hersteller von Fleischersatzprodukten zusammenarbeiten. Beyond Meat kontrolliert nach Schätzungen etwa 13 Prozent der Kategorie Fleischalternativen in den USA. „PepsiCo ist für uns der ideale Partner in diesem spannenden Vorhaben, das von globaler Reichweite und Bedeutung ist“, zitiert CNBC Ethan Brown, CEO von Beyond Meat, aus einer Erklärung. „Pflanzliche Proteine stellen für uns eine aufregende Wachstumschance dar, eine neue Grenze in unseren Bemühungen, ein nachhaltigeres Lebensmittelsystem aufzubauen“, sagte Ram Krishnan, PepsiCo Global Chief Commercial Officer. Der Betrieb werde über eine neu gegründete Gesellschaft namens PLANeT Partnership LLC abgewickelt.
(Foto: Twitter)

Corona-Krise
Innenstadt-Gipfel: Ruf nach Hilfen im Umgang mit City-Verödung

Die Städte in Nordrhein-Westfalen verlangen mehr finanzielle und rechtliche Hilfe, um die weitere Verödung ihrer Einkaufsstraßen im Zuge der Corona-Krise zu verhindern. Vor einem für Dienstag einberufenen „Innenstadt-Gipfel“ bei NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) forderte der Vorsitzende des Städtetags NRW, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD), eine Ausweitung und Verlängerung des Sofortprogramms des Landes zur Stärkung der Innenstädte und Zentren: „Dann wäre es zum Beispiel für mehr Städte möglich, im Einzelfall relevante Schlüsselimmobilien, etwa aufgegebene Kauf- und Geschäftshäuser, zur vorübergehenden Zwischennutzung zu erwerben“, sagte Clausen der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Die Landesregierung hatte das Hilfsprogramm im vergangenen Sommer mit einem Gesamtvolumen von 70 Millionen Euro aufgelegt. Clausen forderte überdies mehr Tempo bei der Reform des Baurechts. Die Städte benötigten ein gestärktes Vorkaufsrecht, um Flächen leichter erwerben und diese für Folgenutzungen wie den Bau bezahlbarer Wohnungen anbieten zu können. Das Land solle sich beim Bund für einen schnellen Abschluss der Novelle stark machen, so Clausen. Als „gutes Signal“ bezeichnete der Städtetag die neuen Pandemie-Vorschriften des Miet- und Pachtrechts. Gewerbemieter, die aufgrund der staatlich verordneten Corona-Maßnahmen ihr Geschäft nicht mehr öffnen dürfen, können eine Mietanpassung verlangen.

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Corona-Krise
Trotz Corona: IWF hebt Wachstumsprognose für Türkei auf sechs Prozent an

New York – Während die Wirtschaften vieler Länder im vergangenen Jahr im Zuge der Corona-Krise eingebrochen sind und Finanzexperten auch für 2021 keine Besserungen erwarten, hat der Internationale Währungsfonds (IWF; englisch International Monetary Fund, IMF) seine Prognose für die türkische Wirtschaft für dieses Jahr auf sechs Prozent angehoben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters weiter berichtet, hatte der IWF für die Türkei im Oktober für 2021 noch eine Wachstumsprognose von fünf Prozent angegeben Als Gründe für die optimistischere Prognose nannte der Währungsfond unter anderem das schnelle Vorgehen der türkischen Regierung bei der Beschaffung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus und einer zügigen Impfung der gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Ein weiterer Grund sei „die Erholung des Wachstums der Handelspartner und die Übertragung der positiven Dynamik Ende 2020“. Der Währungsfond forderte Ankara auf, zusätzliche gezielte Schritte einzuleiten, um die COVID-19-Pandemie zu bewältigen.
Wie in allen anderen Ländern hat die Pandemie auch in der Türkei einen schweren menschlichen und wirtschaftlichen Tribut gefordert. Die politische Reaktion, die sich auf die Ausweitung der Geldmenge und der Kreditvergabe konzentrierte, führte nach dem anfänglichen Schock zu einem starken Wiederanstieg des Wachstums.
Der frühe Stimulus habe sich sich vor allem auf eine „schnelle Geld- und Kreditexpansion, einschließlich Leitzinssenkungen, billige und schnelle Kreditvergabe durch staatliche Banken sowie administrative und regulatorische Maßnahmen zur Ankurbelung der Kreditvergabe gestützt“, so der IWF weiter. Diese kombinierten Maßnahmen trugen dazu bei, dass sich die Wirtschaftstätigkeit im dritten Quartal stark erholte und über dem Niveau vor der Pandemie lag, wobei die Türkei zu den wenigen Ländern gehört, die Schätzungen zufolge im Jahr 2020 ein positives Gesamtwachstum aufweisen werden, teilte der IWF weiter mit. „Schritte verschärfen Schwachstellen“ Diese politische Schritte hätten jedoch hat auch die Schwachstellen verschärft. Die Inflation liege nach wie vor deutlich über dem Zielwert, was die Glaubwürdigkeit der Politik weiter belaste. Die zunehmende Dollarisierung, relativ hohe Importe und Finanzabflüsse lösten umfangreiche Devisenmarktinterventionen aus, um die Abwertung der Lira aufzuhalten, so der IWF.

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Corona-Krise
Patientenschützer: Berlin und Brüssel müssen Impfstoffhersteller zu Lieferungen zwingen

Osnabrück – Patientenschützer zeigen sich erzürnt über Verzögerungen der Corona-Impfstofflieferungen und verlangen von Berlin und Brüssel, den Druck auf die Hersteller zu erhöhen. „Die Menschen wollen sich impfen lassen, doch es gibt keinen Impfstoff. Der Branche ist das egal. Es geht ums Geld, koste es, was es wolle“, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Dabei bleibt der Schutz für Leib und Leben auf der Strecke. Bundesregierung und Europäische Kommission müssen das stoppen. Sei es mit Regressforderungen oder Ausfuhrbegrenzungen.“ Der Patientenschützer reagierte auf Ankündigungen von Biontech und AstraZeneca, wegen Produktionsengpässen Millionen für das erste Quartal zugesagte Impfstoffdosen erst später liefern zu können. Am Montag hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegenüber AstraZeneca protestiert. „Die Impfstoffe-Hersteller machen, was sie wollen“, schimpfte Brysch, gab Berlin und Brüssel aber eine Mitverantwortung. „Die Verträge sind blauäugig verhandelt. Selbst Forschungsgelder in Milliardenhöhe haben Deutschland und Europa ohne Bedingungen überwiesen. Jetzt kommt die Quittung.“

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