Antalya – Der türkische Staatchef hat in einer Videobotschaft am Montag erneut betont, dass eine Lösung der Krise im Mittelmeer ausschließlich durch gemeinsame Verhandlungen und Diplomatie und nicht durch Drohungen oder Erpressungen möglich sei.
„Wir glauben nicht, dass wir die Probleme im Mittelmeer lösen können, indem wir uns gegenseitig ausschließen, sondern indem wir uns mit allen Akteuren der Region an einen Tisch setzen“, betonte Recep Tayyip Erdogan. Die Türkei sei in der Situation im östlichen Mittelmeer niemals für Spannungen gewesen, sondern vielmehr für Frieden, Zusammenarbeit, Fairness und die Schaffung von Gerechtigkeit“, so Erdogan.
Diplomatie und Verhandlungen seien der kürzeste und „sicherste Weg“, für eine Lösung. „Wir erwarten von unseren Ansprechpartnern, dass sie diese Hand, die die Türkei ausgestreckt hat, nicht in der Luft hängen lassen. Ich glaube, dass wir, wenn wir mit Aufrichtigkeit und gesundem Menschenverstand handeln, eine win-win-basierte Formel finden können, die die Rechte aller schützt“, betonte der türkische Präsident.
Jedoch akzeptiere man auch keine Drohungen und Erpressungen:
„Die Türkei wird keine Pläne und Karten akzeptieren, die darauf abzielen, das Land auf seine Küsten vor Antalya zu beschränken“, so Erdogan. Die Türkei werde sich Drohungen und Erpressungen nicht beugen und im Land oder auf dem Meer keine „imperialistischen Expansionismus“ zulassen.
EU entscheidet über Türkei-Sanktionen
Am Donnerstag und Freitag will die EU über Sanktionen gegen die Türkei wegen des Gasstreits im östlichen Mittelmeer entscheiden. Frankreich, Griechenland und Zypern verlangen Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei. In Gasstreit werfen Griechenland und Zypern der Türkei vor, im östlichen Mittelmeer illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Ankara wiederum sieht sich im Recht.
Die Türkei wiederum hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkische Republik Nordzypern (TRNC) Rechte an den Ressourcen in der Region hat.
Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres hat Ankara zwei Bohrschiffe – Fatih und zuletzt Yavuz – in das östliche Mittelmeer geschickt, um das Recht der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC) auf die Ressourcen der Region geltend zu machen. Das erste seismische Schiff der Türkei, die Barbaros Hayrettin Pasa, die 2013 in Norwegen gekauft wurde, erkundet seit April 2017 das Mittelmeer.
Sie ist der Ansicht, dass die Gewässer, in denen sie probeweise nach Erdgas bohrt, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören. Die Türkei will mit den Bohrungen auch die Anteile der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft sichern.
Zypern wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei als Garantiemacht interveniert hatte. Die türkische Regierung hatte unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.
Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil.
Paris – Der französische Präsident Emmanuel Macron wies am Freitag in einem mehr als zweistündigen, umfassenden Interview mit dem Online-Medienkanal Brut Vorwürfe zurück, seine Regierung habe mit einem umstrittenen Gesetzentwurf zum Schutz von Polizeibeamten und einem scharfen Vorgehen gegen islamische Gruppen eine illiberale Wende vollzogen.
Das Interview wurde inmitten einer Welle von Protesten gegen Redefreiheit und Polizeibrutalität und inmitten der starken Belastung der jüngeren Generationen Frankreichs durch die Covid-19-Pandemie und die damit einhergehenden Ausgangssperren vom videobasierten Nachrichtenportal in den Sozialen Medien live übertragen.
Der französische Staatschef beantwortete Fragen zu Polizeigewalt, rassistischer Profilerstellung, Säkularismus und dem Platz des Islam in der französischen Gesellschaft, zur Sozialhilfe für Jugendliche, zum Umweltschutz und zu seiner vermuteten Kandidatur für die Wiederwahl im Jahr 2022.
Auf die Frage nach internationalen Medien, die seine Polizeipläne als „illiberal“ brandmarkten, sagte Macron: „Heute ist die Situation nicht zufriedenstellend, aber, verzeihen Sie mir, das macht uns nicht zu einem autoritären Staat“.
„Wir sind weder Ungarn, noch die Türkei oder so etwas“, sagte er, „das macht uns nicht zu einem autoritären Staat. „Ich kann nicht zulassen, dass gesagt wird, wir würden die Freiheiten in unserem Land einschränken.“
Die Proteste gegen die Pläne eskalierten nach der Veröffentlichung von Videomaterial über einen Schwarzen namens Michel Zecler, der Anfang des Monats in seinem eigenen Musikstudio von drei Polizeibeamten zusammengeschlagen wurde. Die angeblich beteiligte Polizei wurde inzwischen in dem Fall angeklagt.
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Osnabrück – Unmittelbar vor neuen Beratungen über das Jahressteuergesetz drängt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) darauf, Millionen von Kurzarbeitern vor Zusatzbelastungen bei der Steuer zu schützen. Vorstand Stefan Körzell sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ), die Koalition dürfe „diese Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen“.
Das Kurzarbeitergeld wird zwar steuerfrei ausgezahlt. Es unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das heißt: Die Lohnersatzleistung wird zur Berechnung des Steuersatzes herangezogen. Und mit diesem erhöhten Prozentsatz wird dann das übrige Einkommen versteuert. Das Jahressteuergesetz soll bis zum 18.Dezember endgültig gebilligt werden. An diesem Mittwoch tagt der Finanzausschuss des Bundestags.
Körzell mahnte:
„Wer mit dem Kurzarbeitergeld erhebliche Einkommenseinbußen hinzunehmen hat, soll nicht auch noch mit Steuernachzahlungen zu kämpfen haben.“
Gerade wenn Beschäftigte im Niedriglohnbereich tätig seien und ihr Kurzarbeitergeld nicht durch den Arbeitgeber aufgestockt werde, drohten untragbare Mehrbelastungen. „Das gilt beispielsweise für Teile der Gastronomie, für den Einzelhandel, die Hotellerie, aber auch andere eher mittelständisch geprägte Branchen.“
Der Gewerkschafter appellierte an die Koalition, sich einen Ruck zu geben und doch noch im Jahressteuergesetz Abhilfe zu schaffen. Es gehe dabei nicht um dauerhafte Änderungen an der prinzipiellen Steuersystematik, sondern allein um einen pragmatischen Umgang mit der Krisen-Situation, um ohnehin hart Getroffene nicht noch mehr zu belasten. „Für die Dauer der Pandemie, also auch für das Jahr 2021, sollten mindestens Menschen mit geringeren Einkommen von einer durch den Progressionsvorbehalt ausgelösten Steuernachzahlung verschont werden.“
Essen – Im Kampf gegen die weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen ist die schwarz-gelbe Regierungskoalition von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) offenbar durch die deutliche Kursverschärfung des bayerischen Regierungschefs Markus Söder (CSU) auf dem falschen Fuß erwischt worden.
„Markus Söder predigt seit Beginn der Pandemie bundesweit einheitliche Regeln, um sie dann in markigen Worten einseitig und unabgestimmt aufzukündigen“, kritisierte FDP-Landtagsfraktionschef Christof Rasche gegenüber der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).
Söders Katalog enthalte einige nicht kontrollierbare Maßnahmen. „Das führt zu Verdruss statt Akzeptanz“, so Rasche. Es sei irritierend, dass Bayern die gemeinsame Priorität aller Bundesländer für Präsenzunterricht an den Schulen aufgekündigt habe.
Vize-Ministerpräsident und FDP-Landeschef Joachim Stamp reagierte auf Anfrage der WAZ zurückhaltender: „Wenn Anpassungen notwendig sind, müssen wir angemessen reagieren. Landesweite Kita- oder Schulschließungen wird es nicht geben.“
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) schloss derweil eine Verschärfung ausdrücklich nicht aus: „Sollte sich die Gesamtlage nicht zeitnah verbessern, erscheint auch bundesweit ein noch restriktiveres Vorgehen notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen überall deutlicher zu reduzieren“, sagte er der WAZ.
Istanbul – Die Türkei hat zwei russische Journalisten freigelassen, die letzte Woche wegen des Verdachts verhaftet worden waren, ohne Genehmigung eine Drohnenfabrik des Herstellers Baykargefilmt zu haben.
Ein Gericht in Istanbul ordnete die Freilassung von Alexej Petruschko und Kameramann Iwan Malyschkin an, so ein türkischer Offizieller gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Die beiden Journalisten, die für den russischen Fernsehsender NTV arbeiten, wurden am Donnerstag in Istanbul verhaftet, wie das türkische Außenministerium mitteilte. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle im türkischen Außenministerium berichtete, wurden die Journalisten verhaftet, als sie „ohne jede Akkreditierung eine Drohnenfabrik filmten“.
„Sie kamen nach Istanbul zum Filmen, haben aber weder eine Erlaubnis noch eine Akkreditierung erhalten“, zitiert AFP die Quelle.
Bereits am Montag hatte der Kreml die Hoffnung auf die „baldige Freilassung“ der beiden Journalisten geäußert. Der russische Präsidentschaftssprecher Dmitri Peskow sagte Reportern, dass die Moskauer Diplomaten „in Kontakt mit der türkischen Seite“ seien, um den Fall zu lösen.
Baykars unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) wurden in jüngsten Konflikten wie in Libyen, Syrien und Bergkarabach eingesetzt. In mehreren Fällen wurden Bayraktar TB 2-Drohnen mit türkischen Luft-Boden-Flugkörpern bewaffnet.
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Genf – Nachdem Inhalte eines Interviews der Deutschen Welle mit der Weltgesundheitsorganisation von Medien falsch dargestellt wurden, hat die UN-Koordinationsbehörde mit einer Stellungnahme reagiert.
Wie TRT Deutsch berichtet, hat das Türkei-Büro der WHO ein am Freitag mit dem türkischen Dienst der Deutschen Welle (DW) geführtes Interview zur Corona-Lage in der Türkei nochmals veröffentlicht. Demnach habe sich die Organisation aufgrund einer verzerrten medialen Darstellung von Aussagen zu einer Klarstellung gezwungen gesehen, zitiert TRT Deutsch die Stellungnahme vom Sonntag.
„Eine klare und konsistente Kommunikation ist äußerst wichtig für das nützliche Engagement der Community und die evidenzbasierte Politik und Entscheidungsfindung aller Beteiligten“, betonte die WHO mit Blick auf die Verantwortung von Medien bei der Verbreitung von Informationen. „Wir haben jedoch festgestellt, dass einige Medien einige der Aussagen, die wir während des Interviews mit DW Türkçe tatsächlich gemacht haben, jetzt leider falsch darstellen.“
„Die Türkei hat sich von Anfang an gut geschlagen. Wir sind jetzt auch nicht so schlecht dran wie andere Länder“, betonte die WHO demnach in Bezug auf die Transparenz der Türkei hinsichtlich der Fallzahlen.
Die generelle Corona-Lage in der Türkei sei „nicht so schlimm wie in Europa“ oder woanders in der Welt. Trotzdem müssten sich alle an den Corona-Maßnahmen beteiligen, sonst könnten Gesundheitssysteme an ihre Belastungsgrenze geraten – wie es in den USA zu beobachten sei.
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Am 5. Dezember 2020 hat der türkische Luft- und Raumfahrtkonzern TUSAŞ Engine Industries in Eskişehir den ersten in der Türkei hergestellten Hubschraubermotor TS1400 (1.660 PS) an TAI (Turkish Aerospace Industries) feierlich übergeben. Mit dieser Übergabe würde einer Serienfertigung des einheimisch entwickelten Motors nichts mehr im Wege stehen.
Pioniere der türkischen Luftfahrt
Dabei hat die türkische Luftfahrtindustrie eine lange Tradition vorzuweisen. Luftfahrtpioniere wie Vecihi Hürkuş, Nuri Demirağ oder Selahattin Reşit Alan gelten als Wegbereiter dieser industriellen Entwicklung. Hürkuş nahm mit 16 Jahren als Freiwilliger am Balkan-Krieg 1912 teil und absolvierte zunächst die Schule zum Flugzeugmechaniker und wurde anschließend Pilot.
Er baute 1924 mit eigenem Know-how das erste türkische Flugzeug Vecihi K-VI. 1925 wurde die Türkische Flugzeuggesellschaft (Türk Tayyare Cemiyeti) gegründet, mit dem der Grundstein zur Gründung der ersten Flugzeugfabrik in Kayseri gelegt und eine Zusammenarbeit mit der deutschen Flugzeugfirma Junkers unterzeichnet wurde. Diese Produktionsstätte (TOMTAŞ) wurde am 6. Oktober 1926 eröffnet und die ersten hergestellten Flugzeuge waren die Junker A-20. Von der A-20 wurden 1927 30 und von der F-13 drei Stück gebaut. Wegen finanzieller Schwierigkeiten von Junkers musste die Zusammenarbeit mit dem deutschen Flugzeugbauer beendet werden.
(Foto: Tayyareci Vecihi Hürkuş Müzesi Derneği)
Erste Flugzeugfabrik in Kayseri
Mit Junkers gab es Probleme mit den Patenten und den Flugzeugtests. Hinzu kam, dass die damalige deutsche Regierung ihre finanzielle Unterstützung für Junkers beendete. Mit einer finanziellen Entschädigung an Junkers übertrug diese ihre Aktien am Gemeinschaftsunternehmen an die Türkische Flugzeuggesellschaft. 1932 erhielt die Produktionsstätte den Namen Flugzeugfabrik von Kayseri (Kayseri Uçak Fabrikası), die im Zuge der US „Marschall-Hilfen“ die Produktion einstellen musste. An der ehemaligen Flugzeugfabrik befindet sich heute das 2. Luftversorgungs- und Wartungszentrum der türkischen Luftwaffe.
Der Unternehmer Nuri Demirağ gründete 1936 im Istanbuler Stadtteil Beşiktaş eine Flugzeugwerft, bei dem der Flugzeugingenieur Selahattin Alan für das erste in der Türkei konstruierte und hergestellte einmotorige ND-36 Flugzeug verantwortlich war. Es folgte das zweimotorige Modell Nu-D 38 für sechs Passagiere. Sowohl Hürkuş als auch Demirağ erhielten nach dem Tod von Atatürk staatlicherseits nicht die Unterstützung, die sie dringend benötigt hätten.
Demirağ ließ sich nicht davon beeindrucken und erhielt für die Nu-D 38 1944 die internationale Fluglizenz. Trotzdem musste dieser visionäre und mutige Unternehmer seine Flugzeugwerft schließen und es wurden keine einheimischen Flugzeuge mehr gebaut. Postume Ehrung wurde dem Luftfahrtpionier Vezihi Hürkuş zuteil, als die türkische Luftwaffe ihr Schul- und Erdkampfflugzeug Hürkuş (TAI Hürkuş) nach ihm benannte. Seit 2007 existiert ein Vezihi-Hürkuş Museumsverein, der die Aufgabe hat, das Vermächtnis des Wegbereiters der türkischen Luftfahrt der Öffentlichkeit mit Veranstaltungen näher bekannt zu machen.
Aufbau der türkischen Rüstungsindustrie
Die von Atatürk propagierte Leitlinie einer unabhängigen Politik beinhaltete auch den Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie, was jedoch nicht von allen Regierungen umgesetzt wurde. Die türkische Militärintervention 1974 in Zypern und das anschließende US-Waffenembargo gegen die Türkei war die Motivation zur Gründung des Unternehmens Aselsan, das ursprünglich als Telekommunikationsfirma gegründet wurde.
Bis zur Regierungsübernahme der AKP hatte kaum eine türkische Regierung so viel Wert auf den Ausbau der eigenen Rüstungsindustrie gelegt. Präsident Erdoğan und seine Regierung wissen, dass der Schutz der Türkei und die Wahrung von Interessen nur durch eine eigene autonome Verteidigungsindustrie möglich ist.
Die türkische Rüstungsindustrie verzeichnet seit Jahren einen starken Zuwachs. Der Umsatz von Unternehmen wie Aselsan, Baykar, Tusaş, Roketsan, Havelsan etc. betrug 2019 mehr als 10,884 Mrd. US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von 24,23 Prozent bedeutete. Die Entwicklung der türkischen Verteidigungsindustrie ist kein Zufall, denn dahinter steckt eine konkrete Strategie.
Der Kampf gegen den PKK-Terror und andere Terrororganisationen, die Entwicklungen in Syrien und im Irak sowie die Ereignisse im östlichen Mittelmeer haben die Strategen und Verantwortlichen in der Türkei zum Handeln gezwungen. Es kam noch hinzu, dass „Partnerstaaten der NATO“ die Türkei im Kampf gegen die PKK, Daesh (IS) oder andere radikale Organisationen nicht unterstützt und für bestimmte Waffen und Systeme die Lieferung mit scheinheiligen Gründen verwehrt haben. Der Umsturzversuch von 2016 und die von den USA in Syrien massiv unterstützte PKK/YPG, sind weitere Gründe für den Ausbau von eigenen Waffensystemen.
Die Kriege in Syrien, in Libyen und zuletzt im südlichen Kaukasus haben die Fähigkeiten von modernen türkischen Waffensystemen und elektronischer Kriegsführung unter Beweis gestellt. Vor allem der Einsatz von bewaffneten Drohnen hat die Art und Weise, wie man heute Kriege führt, revolutioniert. Man muss aber bedenken, dass in dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan nur ein Bruchteil der technologischen Fähigkeiten von türkischen Waffensystemen zum Einsatz kam.
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Die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag hat die Landesregierung aufgefordert, wie in Bayern einen Wechselunterricht an den Schulen des Landes einzuführen.
„Markus Söder setzt in Bayern für die Schulen das um, was wir seit Wochen auch in NRW fordern. Armin Laschet muss jetzt nachziehen“, sagte Fraktionschef Thomas Kutschaty dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Von Mittwoch an werden in Bayern wegen der hohen Corona-Infektionszahlen ab Klassenstufe acht die Klassen überall geteilt werden und gehen in einen Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht über.
In Hotspots ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche sollen die Schüler ab Klasse acht alle in den Distanzunterricht. Kutschaty sagte, die Schulen und Träger bräuchten „endlich einen verlässlichen Handlungsrahmen“.
Die Landesregierung dürfe die Kommunen nicht weiter allein lassen mit der Frage, wie sie bei entsprechenden Infektionszahlen auf die Situation reagieren sollten.
Die Bundesbürger sind mit den Apotheken auch während der Corona-Pandemie sehr zufrieden.
Acht von zehn Erwachsenen (79 %) haben im Zeitraum von März bis August 2020 – also während der ersten Welle – eine Apotheke besucht. Neun von zehn Apothekenkunden (87 %) bewerteten die Apotheken mit der Schulnote 1 oder 2, also mit sehr gut oder gut. „Wir waren und sind auch in Krisensituationen für unsere Patienten da. Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Leistungen“, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Im Auftrag der ABDA befragte forsa im August 2020 repräsentativ 1002 Bundesbürger ab 18 Jahren.
Die Apothekenkunden gaben verschiedene Gründe für den Apothekenbesuch an. Bei möglicher Mehrfachnennung nannten 82 % das Einlösen eines Rezepts an und 68 % den Kauf eines rezeptfreien Arzneimittels. Zudem gab es Corona-typische Gründe: 22 % kauften in der Apotheke ein Desinfektionsmittel, ebenfalls 22 % eine Atemschutzmaske. 6 % suchten eine Apotheke auf, weil sie gezielt Informationen zur Corona-Infektion benötigten.
Auch der Botendienst wurde häufig genutzt: 14 % aller Apothekenkunden ließen sich Arzneimittel bis an die Haustür bringen. In der Altersgruppe 60 Plus waren sogar jeder Fünfte (21 %). Arnold: „Der Botendienst ist ein wichtiger Beitrag für die Verringerung von Neuinfektionen. Denn so können Apotheken zum Beispiel Menschen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, mit großer Sicherheit versorgen – in der Regel noch am gleichen Tag.“
Kann einem vom Puzzeln übel und schwindelig werden? Reporterinnen und Reporter des Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt“ im NDR Fernsehen sind dem Verdacht nachgegangen: Nach einem Hinweis einer Zuschauerin kaufte die „Markt“-Redaktion stichprobenartig vier verschiedene 1000-Teile-Puzzles in Geschäften und im Internet und gab sie in ein Labor für Innenraumtoxikologie.
Mit einer Prüfkammeruntersuchung stellte das Fachlabor fest, ob bedenkliche Stoffe ausdünsten. Das Ergebnis: Aus allen Puzzles der Stichprobe gasen die Schadstoffe VOC (volatile organic compounds) aus. Das Labor fand Werte von 0,3, 0,5 und sogar rund 0,9 Milligramm VOC pro Kubikmeter.
Ob sich VOC auch im Innenraum hält, müsste eine weitere Untersuchung ergeben. Das Umweltbundesamt gab auf Nachfrage von „Markt“ an, dass VOC-Werte im Innenraum kleiner als 0,3 Milligramm pro Kubikmeter sein sollten – nur dann seien sie hygienisch unbedenklich.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung sagte auf Nachfrage der NDR „Markt“-Redaktion, dass sogenannte VOCzu Symptomen wie Schwindel oder Kopfschmerzen führen könnten, wenn sie in der Raumluft vorhanden sind. Allerdings sei es oft nicht möglich, die Beschwerden bestimmten chemischen Verbindungen zuzuordnen.
Warum setzen die Hersteller VOC überhaupt ein? Die Rückmeldungen auf die Recherchen von „Markt“ waren unterschiedlich: Entweder gab es keine Antwort oder nur vage Hinweise auf die Produktion. Die stellvertretende Geschäftsführerin des Instituts für Innenraumtoxikologie, Susanne Michaluk: „Bei Betrachtung der Einzelkomponenten und ihrer Eigenschaften kann man davon ausgehen, dass es (VOC, die Red.) hauptsächlich in Farbbestandteilen, Lacken und Beschichtungen vorkommt, aber auch in Kleberschichten, die auch in der Produktion Anwendung finden.“
Der Internetanbieter „wish“ nahm sein Puzzle auf die NDR Anfrage hin vom Portal, Amazon prüft es intern. Woolworth und Ravensburger halten ihr jeweiliges Produkt für gesundheitlich unbedenklich. Ravensburger ist nach Eigenaussage mit Lieferanten im Gespräch, um VOC noch effektiver zu vermeiden.
Wie können sich Verbraucher vor VOC schützen? Der Tipp von einer Allgemeinärztin: „Wir empfehlen auf jeden Fall, die Packung frühzeitig zu öffnen und an der frischen Luft stehen zu lassen, damit die Konzentration möglichst gering wird. Ideal ist es auch, während des Puzzelns die Fenster zu öffnen und für eine gute Durchlüftung zu sorgen.“