SofaGate
Kommentar: Mario Draghi schwingt die populistische Keule und betreibt Erdoğan-Bashing

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Vor einigen Tagen bezeichnete der italienische Ministerpräsident Mario Draghi während einer Pressekonferenz im Zusammenhang mit der „Sofagateaffäre“ den türkischen Präsidenten als „Diktator“. Die Aussage des italienischen Premiers ist nicht nur populistisch, sondern bedient all jene Kreise, die die Türkei schon immer außerhalb der EU sehen wollten. Gerade jetzt, wo die EU und die Türkei ihre Beziehungen auf die richtige Bahn bringen wollten, schürt Draghi mit seiner Aussage anti-türkische Ressentiments. Die Frage wäre, warum jemand wie Draghi es für notwendig erachtet hat, Erdoğan-Bashing zu betreiben. Dazu ist es wichtig, zu wissen, welchen Werdegang Mario Draghi zurückgelegt hat, denn der ehemalige Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB) ist nicht irgendjemand. Der 1947 in Rom geborene Draghi studierte Wirtschaftswissenschaften und schloss mit Bestnote ab. Anschließend zog es ihn mit einem Stipendium in der Tasche an die renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in die USA, wo er auch promovierte. Es folgten Lehrtätigkeiten an verschiedenen italienischen Universitäten, Forschungsprojekte und Stationen bei der Weltbank, im italienischen Finanzministerium und 2002 bis 2005 bei der Investmentbank Goldman Sachs in London tätig. Nach seinem Ausscheiden von der US-Investmentbank wurde Draghi Gouverneur der italienischen Zentralbank, die er bis 2011 leitete. Von 2011 bis 2019 war der Ökonom Direktor der EZB in Frankfurt und stieg damit zu einem der mächtigsten Zentralbanker der Welt auf. Draghi geriet während seiner Zeit als Chef der italienischen Zentralbank in die Kritik, weil die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena durch riskante Geschäfte fast Bankrott ging. Während dieser Zeit war Draghi die Bankenaufsicht unterstellt und nur durch einen 3,9 Milliarden Euro Kredit der italienischen Zentralbank konnte die erwähnte Bank gerettet werden. Draghi ist Mitglied in der Lobbyorganisation der globalen Finanzbranche G30 Der ehemalige EZB-Direktor ist seit 2006 Mitglied der sogenannten Group of Thirty, einer Lobbyorganisation global agierender Großbanken. In dieser Gruppe sind nicht nur Privatbanken vertreten, sondern auch Vertreter von Zentralbanken, internationalen öffentlichen Finanzinstituten, Investment-Unternehmen, Politiker und Wissenschaftler. Ende 2012 hatte die Nichtregierungsorganisation CEO eine Beschwerde gegen Draghi beim EU-Ombudsmann eingereicht, da nach Ansicht der NGO ein Interessenkonflikt zwischen dem Amt als EZB-Direktor und der Mitgliedschaft in der Lobbyorganisation Group of Thirty bestanden habe. EU-Untersuchung hatte keine Folgen für den Ex-EZB-Direktor Die Beschwerde ging durch die EU-Instanzen und der frühere EU-Bürgerbeauftragte Diamandouros sah in der Mitgliedschaft Draghis in der G30 die Unabhängigkeit der EZB nicht gefährdet. Die Nachfolgerin des EU-Bürgerbeauftragten, Emily O’Reilly , leitete eine Untersuchung ein, in dem laut Untersuchungsbericht zwar keine Beweise dafür gebe, „dass vertrauliche Informationen weitergegeben“ würden, aber die „Unabhängigkeit der EZB“ sei dadurch „kompromittiert“. Sie forderte den Ex-EZB-Direktor Draghi auf, die Mitgliedschaft in der G30 bis zum Ende der Amtszeit ruhen zu lassen. Die Europäische Zentralbank wies die Forderung der EU-Bürgerbeauftragten zurück. G30 hat großen Einfluss auf Regierungen und Parlamente Der Einfluss der G30 auf die Regierungen der Welt und Parlamente zeigte sich bei der Liberalisierung der Finanzmärkte, bei der Sparpolitik von Regierungen oder bei der „Flexibilität am Arbeitsmarkt“, d.h. bei der Aufweichung des Kündigungsschutzes. Mario Draghi war von 2011 bis 2019 nicht nur Direktor der Europäischen Zentralbank, sondern auch Mitglied eines der mächtigsten Lobbyorganisationen der globalen Finanzbranche. Wenn eine Person mit diesem Background wie Draghi einen durch demokratische Wahlen zum Präsidenten der Türkei gewählten Recep Tayyip Erdoğan als „Diktator“ bezeichnet, sollte das einem zu denken geben. An der „Sofagateaffäre“ ist nicht das türkische Präsidialamt schuld, wie von manchen Medien kolportiert, sondern, wie bereits Fatih Zingal und das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet haben, ein Machtkampf innerhalb der EU.
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Ein Foto erregt seit gestern viele Gemüter. Warum? Weil EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen auf der gemütlichen Couch sitzt, statt auf einem Stuhl daneben. Abstand in Corona-Zeiten.

SofaGate: „Irgendwas findet man immer, um gegen die Türkei zu hetzen“

Mondmission
Türkei testet erfolgreich erstes eigenes Raketentriebwerk

Ankara – Die türkische Raumfahrtbehörde hat in einem Test erfolgreich die Triebwerke gezündet, die in der geplanten Mondmission 2023 eingesetzt werden sollen, sagte der Technologie- und Industrieminister des Landes am Sonntag. „Diese 50-Sekunden-Zündung ist erfolgreich abgeschlossen. Ab heute können wir sagen, dass die ersten Tests des Triebwerks, das bei der Mondmission eingesetzt werden kann, erfolgreich durchgeführt wurden“, so Mustafa Varank der Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag. Während der Tests seien zwei erfolgreiche Zündungen durchgeführt wurden – sowohl die Zündung des Sonden-Raketensystems (SORS) als auch die erste Zündung des Hybridtriebwerks, das bei der Mondmission eingesetzt werden soll, so Varank weiter. Das Hybridtriebwerk wird von Delta V entwickelt, einer Tochtergesellschaft für Luft- und Raumfahrttechnologien des Präsidiums für Verteidigungsindustrien. „Wie Sie wissen, ist die Türkei ein Land, das seine Fähigkeiten, insbesondere im Bereich der Raumfahrt, der Welt zeigen und diese Fähigkeiten kommerzialisieren möchte, um wirtschaftliche Nutzen zu erlangen“, sagte Varank. Er betonte, dass die oxidativen Flüssigsauerstoff-Hybridtriebwerke eine neue Technologie von großer Bedeutung für die Türkei seien: „Wir glauben, dass wir im Jahr 2023 den ersten Schritt unseres Ziels einer Mondmission erreichen können. In diesem Sinne sind wir glücklich und stolz, die erste Zündung des Motors hier durchgeführt zu haben“, fügte er hinzu. Zusammenarbeit mit Russland Im Februar 2021 gab Präsident Recep Tayyip Erdogan die Pläne der Türkei für eine heimische Raumfahrtindustrie bekannt und kündigte sein Vorhaben an bis 2023 auch Raumfahrzeuge auf den Mond bringen zu wollen. Nur einen Tag später stellte die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos Absichten für eine Zusammenarbeit mit der Türkei in Aussicht. Im Februar dieses Jahres telefonierten Erdogan und SpaceX-Gründer Elon Musk miteinander und besprachen die Zusammenarbeit bei Raumfahrttechnologien mit türkischen Unternehmen.

Zum Thema

– Türkisches Weltraumprogramm – Türkei und Russland wollen in der Raumfahrt kooperieren

Nur einen Tag nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan die Pläne der Türkei für eine heimische Raumfahrtindustrie bekannt gab und sein Vorhaben ankündigte bis 2023 auch Raumfahrzeuge auf den Mond bringen zu wollen, stellte die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos Absichten für eine Zusammenarbeit mit der Türkei in Aussicht.

Türkei und Russland wollen in der Raumfahrt kooperieren
 

Gesundheit
Corona: Fast jedes dritte Kind leidet unter psychischen Auffälligkeiten

Es sind erschreckende Zahlen: Fast jedes dritte Kind in Deutschland leidet ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Die Verdachtsfälle auf Kindesmisshandlung sind im ersten Halbjahr 2020 um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Bei den Sieben- bis 17-Jährigen ist das Risiko für psychische Auffälligkeiten von rund 18 Prozent vor Corona auf 31 Prozent während der Pandemie gestiegen. „Kinder sind die größten Verlierer dieser Krise – ihre Bedürfnisse sind teilweise völlig aus dem Blick geraten“, warnt die Göttinger Kinderärztin Dr. Tanja Brunnert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau„. Den Kindern drohen Folgekrankheiten Beispiel Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen: Monatelang wurde aus Sicht von Brunnert hier versäumt, tragfähige Konzepte zu entwickeln. Dass diese Orte in den vergangenen Monaten als Schutz- und Entwicklungsraum erneut wochenlang wegfielen, sei für die Jüngsten der Gesellschaft eine Katastrophe. Die Pandemie hat auch körperliche Folgen für Kinder: Neun Prozent der Unter-Zehnjährigen haben während der ersten Ausgangsbeschränkungen deutlich zugenommen, so eine Studie des Münchner Zentrums für Ernährungsmedizin. Auch eine Untersuchung der Universitätsklinik Hamburg zeigt: Kinder essen seit Pandemiebeginn rund ein Drittel mehr Süßigkeiten. Während gleichzeitig der Medienkonsum steigt, sinkt das Bewegungspensum. 40 Prozent der Kinder trieben zuletzt gar keinen Sport mehr. Experten besorgt dieser Trend, weil die Kleinen überschüssige Pfunde nur schwer wieder loswerden und ihnen im späteren Leben zahlreiche Folgekrankheiten drohen. Zahlreiche Probleme bei medizinischer Versorgung Hinzu kommt: Auch die Gesundheitsversorgung junger Patienten leidet während der Pandemie. „Wir beobachten zum Beispiel, dass Kinder mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Epilepsie oder Herzproblemen in der Krise ärztlich weniger intensiv begleitet werden und ihre Krankenlast zunimmt“, berichtet Privatdozent Dr. Burkhard Rodeck, leitender Arzt am Christlichen Kinderhospital Osnabrück und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Der Verband hat einen Appell veröffentlicht, der auf die größten Probleme bei der medizinischen Versorgung von Kindern aufmerksam macht – die Liste ist lang, von verzögerter Diagnosestellung bei akuten Erkrankungen über ein gehäuftes Auftreten von psychischen Beschwerden bis hin zu häuslicher Gewalt, Vernachlässigung, Entwicklungsverzögerungen und traumatischen Trennungserlebnissen aufgrund des Besuchsverbots in Kinderkliniken. Gut zu wissen: „Nummer gegen Kummer“ ist das größte telefonische Beratungsangebot in Deutschland – erreichbar für Eltern unter der Telefonnumer 08 00 / 111 0 550 und für Kinder unter 116 111 sowie im Internet unter www.nummergegenkummer.de.

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Covid-Patienten mit Migrationshintergrund: Özdemir fordert „Infokampagne mit Promis und Medizinern“. Ex-Grünenchef vor Integrationsgipfel: Kanzlerin sollte russische Community auf Russisch ansprechen – „Es gibt hier und da auch Ignoranz“.

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Fintech-News
Türkisches Blockchain-Projekt hat Verhandlungen mit der SEC aufgenommen

BTCBAM, das erste türkische Blockchain-Projekt, das an den wichtigsten asiatischen Kryptowährungsbörsen wie Coinsbit und Probit gelistet ist, hat die Vorverhandlungen mit der SEC eingeleitet, um durch die Sicherheiten der Spektral Investment Bank die Zulassung als bestätigtes Sicherheits-Token zu erhalten. Derzeit im vorläufigen Prozess, um in Binance gelistet zu werden, initiierte BTCBAM gleichzeitig formale Korrespondenz mit SEC, der ultimativen Regulierungsbehörde, wenn es um Tokenisierung, ICO-Vorschriften und Security Token Approval geht. „Wir sind erst am Anfang dieser beiden sehr entscheidenden Prozesse, aber sobald und wenn wir hoffentlich diesen rechtlichen Marathon abschließen und die Ehre der Zulassung als Security Token mit der Sicherheitsbasis der Spektral Investment Bank erhalten, planen wir auch eine projektbasierte Zusammenarbeit mit Capbridge, einer Binance-Partner-Investmentplattform“, so Gökhan Alkan, CEO und Teamleiter von BTCBAM. Informationen zu BTCBAM BTCBAM ist ein in Wien ansässiges Kryptowährungs-Mining-Unternehmen.. Die Vision des Unternehmens ist es, eine Plattform zu schaffen, die es jedem, überall auf der Welt, ermöglicht, durch Mining zu verdienen. Außerdem ermutigt die Plattform die Nutzer, Vermögen aufzubauen und finanzielle Freiheit zu erreichen.

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– Gaming – Rekord-Deal: US-Unternehmen übernimmt türkischen Spieleentwickler Peak für 1,8 Milliarden

Der aus San Francisco stammende Online-Spiele-Anbieter Zynga („Farmville“) hat für 1,8 Milliarden US-Dollar den türkischen Handyspiele-Entwickler Peak aus Istanbul übernommen.

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Kommentar
SofaGate: „Irgendwas findet man immer, um gegen die Türkei zu hetzen“

Ein Gastkommentar von Yilmaz Bingöl Ein Foto erregt seit gestern viele Gemüter. Warum? Weil EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen auf der gemütlichen Couch sitzt, statt auf einem Stuhl daneben. Abstand in Corona-Zeiten. Was hat man nicht wieder viele dutzende gleichgeschaltete hetzerische Schlagzeilen gegen die Türkei gelesen, nicht nur auf rechtsradikalen Seiten. Und oft in den gleichen Artikeln dann in einem kurzen Nebensatz erfahren, dass die Sitzordnung protokollarisch ja eigentlich völlig in Ordnung sei und den internationalen Regeln entspreche.
(Screenshot/Twitter)
Beim Fotoshooting draußen standen übrigens alle drei nebeneinander. Protokollarische Rangordnung der EU: 1. Präsident des Europäischen Parlaments 2. Präsident des Europäischen Rates 3. Präsident des Rates der Europäischen Union 4. Präsident der Europäischen Kommission 5. Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik 6. Präsident des Europäischen Gerichtshofs 7. Präsident der Europäischen Zentralbank 8. Präsident des Europäischen Rechnungshofes (Quelle: Wikipedia) Die Präsidentin der EU-Kommission ist somit erst an 4. Stelle. Wären also noch die anderen zwei vor ihr anwesend gewesen, von der Leyen hätte dann im Flur Platz nehmen müssen, weit weg von den Kameras und der Aufmerksamkeit. So war sie gestern eben in der zweiten Reihe. Ihr gegenüber, auch auf der Couch, der türkische Außenminister. Manche Medien schnitten gar das Foto zu, um den Außenminister gegenüber nicht zu zeigen, um sagen zu können von der Leyen sei eine Frau und deshalb nicht auf Augenhöhe. Aber irgendwas findet man ja immer, um gegen die Türkei zu hetzen. Wer glaubt es gehe den Medien nur um Erdogan, der irrt. „Die Türken kommen, …“ so hießen schon Schlagzeilen in den 70ern, als die ersten Gastarbeitergenerationen nach Deutschland kamen und in den Medien mit Hass und Hetze begrüßt wurden. Bis heute hält diese rassistische und arrogante Haltung gegen die Türken in den Medien an. Menschen sollten sich nicht spalten lassen, von diesem perfiden Spiel der Medien und der Politik, vollkommen egal auf welcher Seite.
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Die „Faschismus“-Schlacht – Kommentar: Wenn “der Türke” nichts zu sagen hat

„Faschismus-Vorwürfe als Teil politischer Grabenkämpfe sind abzulehnen. Im Ursprungsland des Nationalsozialismus wären allerdings auch mehr Selbstkritik und ein Wille zu genauerem Hinsehen angebracht.“

Kommentar: Wenn “der Türke” nichts zu sagen hat
 

Corona-Krise
Korruptionsvorwürfe: Masken-Einkauf der Uniklinik Magdeburg Fall für Staatsanwalt

Der Ankauf von 500.000 FFP-2-Schutzmasken durch die Uniklinik Magdeburg wird zum Fall für die Staatsanwaltschaft. Ein unterlegener Anbieter hat am Mittwoch wegen möglicher Korruption Anzeige erstattet. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Das zum Zuge gekommene Unternehmen BBE Solutions aus Ratingen (Nordrhein-Westfalen) gehört vier Geschäftspartnern. Einer von ihnen, Nicolai Heinze, ist der Sohn von Hans-Jochen Heinze, dem Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden der Uniklinik Magdeburg. „Ich glaube nicht, dass das sauber gelaufen ist“, sagte Oliver Franke, dessen in Magdeburg ansässige Firma Chinaprofis nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren für deutsche Kunden in China einkauft. Auch Franke hatte der Uniklinik ein Angebot gemacht, unterlag allerdings. Die Uniklinik hält den Geschäftsabschluss mit BBE für unproblematisch, weil der Klinikchef auf die Auswahl des Geschäftspartners keinerlei Einfluss genommen habe. Franke hingegen hinterfragt, warum es keine offene Ausschreibung gegeben hat. „Anders als im März oder April 2020 gab es im Herbst bei der Versorgung mit Masken keine Notlage mehr“, sagt der 52-Jährige. Die von ihm gestellte Anzeige nennt als mögliche Delikte unter anderem Bestechung und Bestechlichkeit, Betrug, Untreue sowie wettbewerbsbeschränkende Absprachen.

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Wie der türkische Botschafter in Wien bestätigte, wird die Türkei Corona-Schutzmasken nach Österreich liefern.

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Umweltschutz
Verpackungsmüll: Immer mehr Unverpackt-Läden eröffnen

Für den stationären Einzelhandel war 2020 ein hartes Jahr – auch an vielen Unverpackt-Läden ging das nicht spurlos vorüber. Dennoch ist die Branche keinesfalls eingeschlafen, sondern wächst weiter rasant. Gregor Witt, Vorsitzender des Unverpackt e.V.:
„Trotz Corona haben im letzten Jahr 70 Unverpackt-Läden eröffnet. Das Konzept des Unverpackt-Ladens wird mittlerweile von großen Teilen der Gesellschaft angenommen. „
An der diesjährigen digitalen Jahreshauptversammlung des Unverpackt-Verbandes nahmen rund 200 Mitglieder und Fördermitglieder teil. Denn trotz der wirtschaftlichen Lage des Landes, trotz Corona-Regeln, trotz des schwierigen Jahres für den Einzelhandel entwickelt sich der Unverpackt-Trend weiter. Derzeitig sind im Verband 380 Unverpackt-Läden gelistet, 266 weitere sind aktuell in Planung. „Wir werden immer größer. Nicht nur als Verband, sondern auch als Bewegung und als wirtschaftlicher Akteur. Die Jahreshauptversammlung hat uns gezeigt, wie viele wir mittlerweile sind und wie viel Engagement, Wissen und Kraft in unserem Verband steckt.“, so Gregor Witt. Unser Verpackungsmüll ist zu viel – die Politik ist gefordert Das Aufkommen an Verpackungsabfällen steigt in Deutschland stetig an. Im Jahr 2019 wurden bei den privaten Endverbraucherinnen und -verbrauchern in Deutschland pro Kopf 72 Kilogramm Verpackungsmüll eingesammelt, durchschnittlich waren das 4 Kilogramm mehr pro Person als im Jahr zuvor.* Die Politik ist gefordert, diesem Übermaß an Verpackungsmüll Einhalt zu gebieten. Ein erklärtes Ziel des Verbandes ist es daher auch, politisch besser gehört zu werden. „Die Politik muss umfassende Rahmenbedingungen für die Unverpackt-Branche und für müllfreies Einkaufen insgesamt schaffen – nicht nur im Verkaufsraum, sondern auch hinter den Kulissen. Dass immer mehr Supermärkte lose Ware anbieten, beweist, dass wir mittlerweile im wirtschaftlichen Kontext ernst genommen werden. Nun muss die Politik folgen und Gesetze auf den Weg bringen, die Müll mehr regulieren und restriktiveren. “ Weiterdenken – Konkrete Umsetzung und Forschungsprojekt Innerhalb des Verbandes wird diese Forderung bereits umgesetzt. Die Verpackungsvision 2025 bringt auf den Punkt, was sehr viele Unverpackt-Läden ohnehin längst praktizieren. Somit sichert das Regelwerk auch den Qualitäts- und Entwicklungsanspruch des Verbandes und seiner Mitglieder. So soll spätestens ab 2025 gänzlich auf Einweg-Verkaufsverpackungen aus Kunststoff sowie auf unnötige Verpackungen verzichtet werden. Modelle der Wiederverwendung, von Verpackungen ersetzen Einweg-Verpackungen immer dann, wenn die Wiederverwendung ökologisch vorteilhafter ist. Außerdem hat sich der Verband vorgenommen, nur noch Verpackungen zu benutzen, die vollständig wiederverwendbar, recyclebar oder kompostierbar sind. Die konkrete Umsetzung der Verpackungsvision 2025 wird in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) erarbeitet. Das Projekt „Unverpackt 2.0“ soll eine Professionalisierung und Verbesserung der Beschaffung von Unverpackt-Läden über gemeinsam entwickelte Standards erarbeiten. Dies kann in den Bereichen Mehrwegsysteme, Hygiene und bei Prozessen erfolgen. Mit Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Projekt mit knapp 300.000 Euro unterstützt, soll der verpackungsreduzierte Einkauf durch Standardisierung praxistauglicher Lösungen gefördert werden. Das Forschungsprojekt startete am 1. April und soll über 30 Monate Potenziale und Herausforderungen von Unverpackt-Läden in Deutschland im Rahmen einer qualitativen Studie erheben, analysieren und hinsichtlich ihrer Implikationen für nachhaltigen Konsum zu untersuchen. Die Vermutung: Unverpacktes Einkaufen birgt ein großes Potential zur ökologischen Transformation der Prozesse im Lebensmitteleinzelhandel.

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Fast alle Kinder und Jugendlichen haben Plastikrückstände im Körper. Das zeigt eine Untersuchung des Umweltbundesamts. Bei bestimmten Stoffen ist die Belastung gesundheitlich bedenklich.

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EU-Türkei
Kommentar: Man ist nach wie vor auf die Türkei angewiesen

EU-Türkei-Gespräche in Ankara: Die Erwartungshaltung Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Am Mittwoch trafen sich EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und dem türkischen Außenminister Çavuşoğlu in Ankara. Bei dem Treffen in der Türkei ging es hauptsächlich um den möglichen Ausbau der Beziehungen. Von Abbau der Beziehungen oder Drohungen gegenüber Ankara kann also keine Rede sein. Worum geht es also konkret? Das Treffen der Spitzenvertreter stand bereits vor Beginn für manche moralisch Unterbelichteten unter keinem guten Stern und endete laut den europäischen Schnappatmern des Treffens in einem Eklat, als von der Leyen noch auf den Beinen stand, während die Spitzen der EU und der Türkei in ihre Stühle sackten.
(Screenshot/Twitter)
Nun, laut Protokoll sind der EU-Ratspräsident und der türkische Staatspräsident die ranghöchsten Vertreter, gefolgt von der EU-Kommissionspräsidentin und dem türkischen Außenminister. Ja, von der Leyen, als einzige vom anderen Geschlecht, hätte in dieser Runde mehr Aufmerksamkeit verdient; die Männer hätten warten müssen, bis die Dame in ihrem dreier Sofa Platz nimmt. Danach erst hätte sich der Michel in seinen Stuhl werfen können, während Erdoğan noch im toten Winkel auslotet, wo sein rückwärtiger Teil landen wird. Aber der sogenannte Eklat an sich war nur ein weiterer willkommener Grund der europäischen Schnappatmer, sich dem Frust zu entledigen, die sich seit der Ankündigung des Treffens unter Türkei-Kritikern breit gemacht hatte. Dabei ging es doch bei diesem Treffen hauptsächlich um zweierlei Dinge: Wirtschaft und Migration. Nach dem fast dreistündigen Treffen sagte Michel auf der anschließenden Pressekonferenz mit einem breiten Lächeln, dass die EU bereit sei, eine konkrete Agenda vorzulegen, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Migration sowie die zwischenstaatlichen Beziehungen zu stärken. Von der Leyen spulte währenddessen in die deutschen Kameras das ab, was Sie bereits immer dem Volkspföstchen eingetrichtert hatte; um Ihr Gesicht zu wahren. Letztendlich heißt das auf Deutsch: Man ist seit 2015 nach wie vor auf die Türkei angewiesen, um die unkontrollierte Migration unter Kontrolle zu bekommen und die wirtschaftliche Schieflage der EU zu kompensieren. Gegenwärtig sogar mehr denn je, denn der Zuzug von Flüchtlingen wird nicht abebben, weil man sich aus dem syrischen Bürgerkrieg davon geschlichen hat oder in Libyen wegschaut, wenn die Türkei dort die Einheitsregierung militärisch unterstützt. Dabei fing es doch so schön an: Ende 2015 vereinbarte man mit Ankara eine Regulierung des Zuzugs von Flüchtlingen, um 2016 das ganze juristisch abgesichert unter Dach und Fach zu bringen. Aber während die Türkei sich an die Abmachung hielt, stolzierten frisch gewählte europäische Spitzenvertreter vor ihren Volkspföstchen – allen voran Sebastian Kurz – und präsentierten die ersten Erfolge des Flüchtlingsdeals: abrupter Rückgang des Zuzugs. Kurzum, alle hatten diesen Umstand Ankara zu verdanken. Bis 2018 erkaufte sich Europa für läppische sechs Milliarden seinen politischen und sozialen Frieden. Ab 2018 sorgten dann die drei Innenminister Deutschlands (Horst Seehofer – CSU), Österreichs (Herbert Kickl – FPÖ) und Italiens (Matteo Salvini – Lega) während des Dreiertreffens auf Abdichtung der EU-Außengrenzen, in dem Sie u.a. Griechenland, über dem der Pleitegeier schwebte, die Schulden ordneten und ihr dabei verordneten, ihre ägäische Seegrenze zur Deportationszone zu erklären. Währenddessen stotterte man gemütlich die 6 Milliarden ab und war sogar bis weit in das Jahr 2020 hinein noch immer im weit Verzug mit den versprochenen Zahlungen. Die Zahlungsmoral der EU schwappte dann auch noch auf das Gemüt über, als Ankara die Faxen dicke hatte und die Grenzen zum europäischen Außenposten Griechenland so löchrig gestaltete, wie im Schweizer Käse. Damit endete auch die Show der EU-Spitzenvertreter, auch wenn sich die Mainstream-Medien die Klinke gaben, um die Türkei als Aggressor darzustellen. Seither mimen die EU-Spitzenvertreter in ihren Ländern gegenüber Ankara den starken Löwen, während sie in Ankara zu Mietzekatzen mutieren. Das hat auch einen einzigen plausiblen Grund: Ohne Verhandlungen kann sich Europa vor der Flüchtlingsflut selbst nicht schützen und wird nicht nur moralisch auf eine harte Probe gestellt.  Es drohen nicht nur wirtschaftliche, sondern soziale Abgründe, was man angesichts der Zustände in griechischen Deportationslagern sich selbst ausmalen kann. Von den politischen Umbrüchen, bis hin zu politischen Zusammenbrüchen, spreche ich angesichts der Pandemie schon gar nicht. Wenn die europäischen Schnappatmer doch bitte so freundlich wären und ihre EU-Spitzenvertreter genauso stark dazu animieren würden, den Flüchtlingsdeal mit Ankara und dem „Despoten“ aufzukündigen, damit die Millionen von Flüchtlingen endlich in europäischen Hauptstädten adäquat einquartiert werden, wäre doch allen geholfen. Niemand müsste darunter leiden, vor allem nicht sie selbst. PS: Seid versichert. Weder Ankara noch Erdoğan sind für dieses sogenannte Eklat verantwortlich. Ankara folgte nur dem europäischen Protokoll.
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Corona-Krise – EU-Geberkonferenz: Von der Leyen dankt Erdogan

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen dankte am Dienstag dem türkischen Päsidenten Recep Tayyip Erdogan für seine Teilnahme und seinen Beitrag zur internationalen Geberkonferenz für die globale Suche nach einem Corona-Impfstoff.

EU-Geberkonferenz: Von der Leyen dankt Erdogan

Griechenland
Westthrakien: Türkische Minderheit demonstriert gegen griechische Regierung

Von Kemal Bölge Demonstranten der türkischen Minderheit in der griechischen Stadt Komotini (Gümülcine) und Xanthi (İskece) in Westthrakien, haben bei verschiedenen Kundgebungen gegen die wiederholte Verschiebung der Schulratswahlen protestiert, die die Regierung von Ministerpräsident Mitsotakis aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen hatte. Organisiert hatte die Protestaktion der Verband der Gewerkschaftsräte. Der Vize-Präsident der Schulräte-Union, Dr. Hüseyin Baltacı, verlas in Xanthi diesbezüglich eine Erklärung. Solange wegen der Corona-Pandemie die Einschränkungen ihre Gültigkeit hätten, so Baltacı, sollte der Staat den alten Schulräten die Möglichkeit einräumen, bis 31. Dezember 2021 im Amt zu bleiben.
(Foto: Millet Gazetesi)
Die gleiche Forderung stellte auch der Abgeordnete der Partei SYRIZA, Hüseyin Zeybek (Χουσεΐν Ζεϊμπέκ). An den Kundgebungen nahmen neben den gewählten Imamen, Abgeordneten, Kommunalpolitikern, Bürgermeistern und die Vertreter von NGOs der türkischen Minderheit im griechischen Westthrakien teil. Um die Corona-Abstandsregeln einzuhalten, fand das Gespräch mit dem regionalen Bildungsdirektor von Komotini, Konstantinos Bandikos, nicht in seinem Amtszimmer, sondern im Eingangsbereich des Gebäudekomplexes statt. Bei dieser Unterredung erläuterte der Präsident der Schulräte-Union, Ercan Ahmet, Bildungsdirektor Bandikos die Gründe für die Demonstrationen und forderte die Durchführung der Schulratswahlen für die türkische Minderheit.
(Foto: Millet Gazetesi)
Falls dies wegen der Corona-Einschränkungen nicht ginge, sollten die vorherigen Schulräte bis Ende 2021 im Amt bleiben dürfen. Nach dem Gespräch mit dem Bildungsdirektor wurde diesem eine Unterschriftenliste mit 967 Unterzeichnern übergeben, indem die Forderung nach Schulratswahlen unterstrichen wird. Ignoranz des griechischen Staates gegenüber der türkischen Minderheit Die pro-türkische Partei für Freundschaft, Gleichheit und Frieden (Dostluk Eşitlik Barış Partisi), die sich für die Rechte der türkischen Minderheit in Westthrakien einsetzt, protestierte in einer Mitteilung gegen die Ignoranz des griechischen Staates gegenüber der türkisch-muslimischen Minderheit und sprach sich ausdrücklich gegen Zwangsverwaltungen durch den Staat aus. Die Wahlen zu den Schulräten waren durch die griechische Regierung wegen den Corona-Einschränkungen zum siebten Mal verschoben worden. Griechenland missachtet Lausanner Vertrag Durch den Lausanner Vertrag von 1923 erhielten die Schulen und ähnliche Einrichtungen der türkisch-muslimischen Minderheit im griechischen Westthrakien das Recht zur Kontrolle und Selbstverwaltung zugesichert. Die Rechte der türkischen Minderheit werden vom griechischen Staat regelrecht mit Füßen getreten, weil entgegen des Lausanner Vertrags Zwangsverwalter in den Minderheitenschulen eingesetzt werden. Die Schulräte müssen durch demokratische Wahlen bestimmt werden und nicht durch Zwangsverwalter des griechischen Staates. Die Politik aus Ignoranz und antidemokratischer Maßnahmen gegen die türkische Minderheit in Westthrakien wird seit Jahren auch gegen gewählte Gemeinde-Imame angewandt, die durch ernannte Imame des griechischen Staates ersetzt wurden.

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Für den Journalisten hätten die griechischen Behörden ohne das nötige Feingefühl agiert und auf die religiösen Riten der islamischen Religion (Nakli Kubur) keine Rücksicht genommen. Man hätte die Begräbnisstätte mit Baufahrzeugen ausgehoben, auf LKWs geladen und irgendwo abgeladen.

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Kampf gegen den Terror
Syrien: Zwei türkische Soldaten bei PKK-Angriff getötet

Bei einem Angriff der Terrororganisation PKK/YPG in Syrien, sind nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums zwei türkische Soldaten gefallen. Der Anschlag ereignete sich in dem von der türkischen Armee kontrollierten Gebiet „Operation Friedenquelle“ in Syrien. Wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte, seien beim Gefecht mindestens drei mutmaßliche PKK/YPG Terroristen außer Gefecht gesetzt und weitere vermutete Stellungen der Extremisten wurden von türkischen Streitkräften beschossen. Die von den USA, der Türkei und der EU als Terrororganisation eingestufte PKK nahm im Juli 2015 ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder auf. Seitdem sind Tausende Menschen bei PKK-Anschlägen in der Türkei gestorben. Bei der YPG handelt es sich um den syrischen Ableger der PKK.

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Vertreter des Kinderschutzbunds in der kurdischen Region Nordsyriens haben die Terrororganisation PKK für ihre Rekrutierung Minderjähriger verurteilt.

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