Corona-Pandemie
Türkei: Zahl der Corona-Toten steigt auf über 40.000

Ankara – Nach einem rasanten Anstieg der täglichen Neuinfektionen auf über 60.000 hatte die türkische Regierung in der vergangenen Woche eine drastische Verschärfung der Corona-Maßnahmen angeordnet. Wie der Gesundheitsminister am Freitag mitteilte, stieg die landesweite Zahl der Todesopfer im Laufe des vergangenen Tages um 394 auf 40.131. Die Zahl der Patienten im kritischen Zustand liege derzeit bei 3.534. Seit Beginn der Pandemie im vergangenen März habe die Gesamtzahl der Ansteckungen 4,82 Millionen erreicht, davon sollen 4,3 Millionen wieder genesen sein. Nach einem Rekordanstieg auf über 60.000 in der vergangenen Woche ist die Zahl der täglichen Neuansteckungen am Freitag auf 31.891 gefallen, so das Ministerium. Darunter hatten 2.673 Patienten schwerwiegende Symptome. Die Gesamtzahl der Patienten mit schwerwiegenden Symptomen liegt demnach bei 3.534. Wie der Gesundheitsminister weiter mitteilt, wurden seit der am 14. Januar begonnenen landesweiten Impfkampagne der Türkei  22,8 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Davon seien 9,1 Millionen Menschen zwei Mal geimpft worden. Harter Lockdown Nachdem die Türkei wochenlang alarmierende Corona-Zahlen vermeldete, sah sich die Regierung gezwungen eine Notbremse zu ziehen. In der vergangenen Woche infizierten sich erstmals mehr als 60.000 Menschen innerhalb von 24 Stunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf über 500 an, in der Millionenmetropole Istanbul lag sie sogar bei 850. Am vergangenen Donnerstag trat daraufhin ein dreiwöchiger Lockdown in Kraft. Alle öffentlichen Gebäude und Schule bleiben geschlossen. Reisen zwischen Städten sind in dieser Zeit nur noch mit Sondergenehmigung möglich Die werktägliche Ausgangssperre dauert nun von 19 Uhr (vorverlegt von 21 Uhr) bis 5 Uhr morgens, während der auch Fahrten zwischen den Städten verboten sind, außer in Notfällen. In Städten mit hohem Risiko gelten auch in der Woche Ausgangssperren. Cafés und Restaurants bieten nur Liefer- und Mitnahmeservices an, während Hochzeitssäle, Sportzentren und Spielhallen bis zum Ende des Ramadan geschlossen bleiben.

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– Corona-Pandemie – Türkischer Wissenschaftler entwickelt Medikament: Coronavirus in 48 Stunden zerstört

Nach dem deutsch-türkischen Power-Paar Uğur Şahin (55) und Özlem Türeci (53), die mit ihrem Unternehmen BioNTech den mRNA-Impfstoff BNT162b2 gegen das tödliche Virus Covid-19 entwickelten, könnte einem weiteren türkischstämmigen Forscher im Kampf gegen Corona ein Durchbruch gelingen.

Türkischer Wissenschaftler entwickelt Medikament: Coronavirus in 48 Stunden zerstört
 

Forschung
Karliczek: Mit Forschung und Innovation für die Zukunft gut aufgestellt

Damit setzt sie vielfältige und wichtige Impulse für das Innovationsland Deutschland. Ihr amtierender Vorsitzender, Professor Uwe Cantner, wurde kürzlich für weitere vier Jahre berufen. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Es freut mich, dass Professor Cantner als national und international anerkannter Experte im Bereich der Innovationsökonomik uns weiterhin seine Expertise zur Verfügung stellen wird. Wir leben in einer Zeit, die uns die Bedeutung von Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit eindrücklich vor Augen führt. Dabei ist Deutschlands Innovationskraft die wesentliche Grundlage dafür, dass wir die Pandemie und ihre wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Folgen gut bewältigen können. Unser Wissenschafts- und Innovationssystem hat sich hier bewährt. Um den Innovationsstandort Deutschland weiter zu stärken, ist eine evidenzbasierte Politikberatung durch unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von hoher Bedeutung. Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) nimmt dabei eine zentrale Position ein.“ Hintergrund: Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) leistet wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung und legt seit 2008 einmal im Jahr Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Ein zentraler Bestandteil der Gutachten sind Handlungsempfehlungen für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik. Das EFI Gutachten 2021 wurde der Bundesregierung am 24.2.2021 übergeben (Link zum Gutachten https://www.bmbf.de/files/2021-02-24_035%20PM%20EFI_Gutachten.pdf). Prof. Cantner hat den Lehrstuhl für Mikroökonomik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena inne, an der er auch Vizepräsident für wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung ist. In seiner Forschung befasst er sich u.a. mit innovationsökonomischen Fragestellungen in den Bereichen der Entrepreneurship- und Gründungsforschung, der Kooperations- und Netzwerkforschung, sowie derGeneral-Purpose-Technologien samt den dazugehörigen Systemtransformationen. Die neue Berufungsperiode des amtierenden Vorsitzenden beginnt am 1. Mai 2021. Weitere Mitglieder der Expertenkommission Forschung und Innovation sind:

– Katharina Hölzle (stv. Vorsitzende), Leiterin der Forschungsgruppe IT-Entrepreneurship am Hasso-Plattner-Institut, Fakultät für Digital Engineering der Universität Potsdam – Irene Bertschek, Leiterin des Forschungsbereichs Digitale Ökonomie am ZEW Mannheim und Professorin an der Justus-Liebig-Universität Gießen – Holger Bonin, Forschungsdirektor am Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) Bonn und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Kassel – Caroline Häussler, Inhaberin des Lehrstuhls für Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship an der Universität Passau – Till Requate Professor für Innovation, Wettbewerbspolitik und Neue Institutionenökonomik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Corona-Pandemie
Covestro-Chef zu Corona-Forderungen: „Das Industrie-Bashing nervt gewaltig“

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Markus Steilemann, Chef des Leverkusener Dax-Konzerns Covestro, hat die Bundespolitik für ihre Forderungen nach intensiveren Bemühungen von Unternehmen bei der Coronavirus-Bekämpfung scharf kritisiert. „Das Industrie-Bashing nervt gewaltig“, sagte der Chemiemanager am Mittwoch dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ . „Wir haben vom ersten Tag an unsere Hausaufgaben gemacht und bereits im Februar 2020 innerhalb weniger Tage ein Schutzkonzept für die wichtigsten Bereiche der Produktion und Forschung implementiert“, sagte Steilemann. 90 Prozent derjenigen, die im Homeoffice arbeiten könnten, würden dies auch tun. Andere, so der Konzernchef, würden hingegen das freiwillige Angebot annehmen, im Büro zu arbeiten, wenn es die Situation zu Hause nicht anders erlaube. Zuletzt habe der im Dax gelistete Kunststoffkonzern sämtlichen Angestellten fünf Schnelltests nach Hause geschickt, „auch denen, die nicht ins Büro kommen müssen“, sagte Steilemann der Zeitung: „Wir testen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wo es angemessen oder selber gewünscht ist, mit Schnelltests und PCR-Tests. Wir setzen FFP2- und FFP3-Masken ein, wo direkter Kontakt nicht vermeidbar ist, und arbeiten mit einem umfangreichen Schichttrennungssystem.“ „Wenn die Politik mit einer so generalstabsmäßigen Planung die Pandemiebekämpfung betrieben hätte wie wir, wären wir alle durchgeimpft und hätten diese Diskussion nicht“, sagte Steilemann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Forderungen an die Industrie wirkten auf ihn manchmal „wie ein gezieltes Ablenkungsmanöver, um von eigenen Versäumnissen abzulenken“. Covestro und seine Partner aus Chemie und Industrie im Chempark stünden bereit, um ihren Beitrag zur Impfkampagne zu leisten.

Schulpolitik
NRW-Kommunen halten Recht auf Ganztag für unbezahlbar

Viele Kommunen in NRW wehren sich energisch gegen Pläne der Bundesregierung, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder der 1. bis 4. Schulklassen durchzusetzen. „Ich warne davor, Erwartungen zu wecken, die wir nicht erfüllen können“, sagte Christof Sommer, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Dass die Bundesregierung jetzt diesen Gesetzentwurf vorlege, zeuge laut Sommer „von magischem Denken“. In NRW sei der Anspruch auf Ganztag bis 2025 schlichtweg nicht umsetzbar, so der Kommunalverband. Sommer: „Die Kommunen bauen schon seit Jahren unter Hochdruck die Schulen für Ganztagsangebote aus, der Bedarf ist seit 2010 um zwei Drittel gestiegen. Ein Rechtsanspruch würde einen zusätzlichen Boom auslösen. Um dem gerecht zu werden, haben wir weder das Personal noch die Räumlichkeiten. Auch bei der Finanzierung klaffen riesige Lücken.“ Auch der Jugendausschuss des Landkreistags NRW wies die Ganztags-Initiative von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) entschieden zurück.

Schwerkriminalität
Staatsanwaltschaft nimmt Anklage gegen Erdogan-Kritiker Deniz Naki zurück

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat die Anklage gegen den Ex-Fußballprofi Deniz Naki von Bayer Leverkusen und drei mutmaßliche Komplizen vor der Kölner Staatsschutzkammer zurückgenommen. Dies bestätigte Nakis Verteidiger Peter Krieger dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ . Anlass ist ein Telefonat des Vorsitzenden Richters der Staatsschutzkammer mit der zuständigen Oberstaatsanwältin aus Aachen, in dem beide Seiten übereinkamen, dass Köln gar nicht zuständig sei, weil es in dem Verfahren in erster Linie um normale Schwerkriminalität gehe und nicht politische Straftaten. Folglich müsste das Landgericht Aachen den Prozess durchführen. Die Ankläger werfen dem ehemaligen deutschen U-21-Nationalspieler neun Taten vor, darunter unerlaubter Besitz einer halbautomatischen Schusswaffe, bandenmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln, gefährliche Körperverletzung, schwere Erpressung und Brandstiftung. Der 31-jährige mit kurdischen Wurzeln soll über eine Filiale der rockerähnlichen Gruppierung „Bahoz“ kriminellen Geschäften nachgegangen sein. Die Ermittler vermuten Bezüge zur verbotenen PKK, was zu der politischen Einordnung des Verfahrens geführt hatte. Nun muss die Staatsanwaltschaft neu Anklage vor einer normalen Großen Strafkammer beim Landgericht Aachen erheben. Nakis Verteidiger Krieger kritisiert „den groben Schnitzer“ der Strafverfolger. „Bei näherer Prüfung des Sachverhalts hätte man darauf kommen können, dass der Fall nicht nach Köln gehört, sondern vor eine normale Strafkammer nach Aachen.“ Zu den Vorwürfen wollte er keine Stellung beziehen.

Zum Thema

– Aachen – Erdogan-Kritiker Ex-St. Pauli-Profi Deniz Naki in U-Haft

Er war von seinen Fans als „Erdogan-Kritiker“ gefeiert worden, und als sein Auto im Januar 2018 auf der A4 bei Düren beschossen wurde, machte er in einem Interview mit der WELT den türkischen Geheimdienst MIT für den Anschlag verantwortlich. Erdogan versuche ihn zum Schweigen zu bringen.

Erdogan-Kritiker Ex-St. Pauli-Profi Deniz Naki in U-Haft

Sonntagsfrage
BerlinTrend: Grüne bauen Umfrage-Vorsprung weiter aus

Die Grünen bauen ihren Umfrage-Vorsprung vor den anderen Parteien in Berlin weiter aus. Das belegt der neueste BerlinTrend von infratest dimap im Auftrag der rbb-Abendschau und der Berliner Morgenpost. Bei der sogenannten „Sonntagsfrage“ zur Abgeordnetenhauswahl legen die Grünen gegenüber der Februar-Umfrage um vier Prozentpunkte auf jetzt 27 Prozent zu. Gleichzeitig verliert die CDU vier Punkte und kommt nun auf 18 Prozent. Dahinter folgen mit nur geringen Verlusten die SPD mit 17 und die Linken mit 14 Prozent. Die AfD bleibt bei neun, die FDP legt leicht zu auf sieben Prozent. Die rot-rot-grüne Koalition hätte damit als grün-rot-rotes Bündnis weiter eine stabile Mehrheit. Für eine Koalition von Grünen und CDU würde es dagegen nicht reichen. Die Zufriedenheit der Berlinerinnen und Berliner mit dem Corona-Krisenmanagement des Senats nimmt laut der Umfrage weiter ab. Weniger als ein Drittel der Befragten (29 Prozent) gab an, damit „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Im Februar waren es noch 43 Prozent. Zustimmend reagieren die Befragten auf eine Vorschrift der Corona-Notbremse des Bundes: Eine Schließung von Schulen ab einer 7-Tages-Inzidenz von 165 halten fast 69 Prozent für „eher richtig“.

Corona-Pandemie
Griechenland: Impf-Diskriminierung von Lehrern der türkischen Minderheit

Von Kemal Bölge Nach der Ankündigung der griechischen Behörden, die staatlichen Schulen wieder zu öffnen, um in den Präsenzunterricht zurückzukehren, sollten auch in der griechischen Stadt Xanthi (İskece) und Komotini (Gümülcine) die Lehrer an staatlichen Schulen eine Impfung erhalten. Vor der Vergabe eines Impftermins wurden alle Lehrer aufgefordert, sich online zu registrieren, um einen entsprechenden Termin zu erhalten. Dieser Aufforderung kamen auch die Lehrer von zwei Realschulen und Gymnasien der türkischen Minderheit in Xanthi und der Celal Bayar Schule in Komotini nach. Während alle griechisch-stämmigen Lehrer vor Ort einen Impftermin zugewiesen bekommen hätten, erhielten die Lehrer der türkischen Minderheit von der Registrierungsplattform keinen Termin zugewiesen. Schulleiter: Die Namen unserer Lehrer waren nicht in der Registrierungsliste aufgeführt Der Schulleiter der Minderheitenschule in Xanthi, Selçuk Fehmi, äußerte sich gegenüber den Medien wie folgt: „Vor einigen Wochen erhielten wir vom Schulamt für Realschulen ein Schreiben. Es gäbe einige [Personen], bei denen der Termin storniert worden sei und einige Lehrer, die geimpft werden könnten. Man bat uns um die Erstellung und Zusendung einer Liste. Daraufhin haben wir eine Liste mit neun Lehrern der türkischen Minderheit und neun Lehrern der Bevölkerungsmehrheit [Griechen] versendet. Kurz danach wurden drei Lehrer zum Impfzentrum gebeten, aber eine Impfung nicht durchgeführt. Unseren Lehrern wurde dort mitgeteilt, dass ihre Namen nicht in der Liste seien. Nach einigen Tagen wurden wir gebeten, die Liste nach dem Alter aufzulisten. Danach wurde erklärt, die Pädagogen könnten über die Webpräsenz emvolio.gov.gr mit ihrer Versicherungsnummer (AMKA) einen Termin vereinbaren. Das haben wir unseren Lehrern in dieser Form mitgeteilt. Aber leider hat man uns als Lehrer der Minderheit keinen Termin gegeben. Unsere Kollegen christlichen Glaubens haben aber sehr wohl einen Termin erhalten. Wir haben dieses Problem sowohl dem Schulamt für Realschulen als auch dem verehrten Bildungsinspektor der Minderheit, Simeonidis, mitgeteilt. Der Versicherungsanstalt EFKA haben wir es ebenfalls gemeldet. Für unser Anliegen wurde uns leider bis heute keine Lösung präsentiert.“ Schulratsmitglied Kara: Diese Diskriminierung ist schwer nachvollziehbar Ahmet Kara, Mitglied des Schulrats der Realschule und Gymnasiums der Minderheit in Xanthi, teilte hierzu mit, dass man vor einem Umstand voller Fragen stehe. „Während alle anderen Lehrer einen Impftermin bekommen haben, ist es beunruhigend, dass unsere Lehrer der Minderheit keinen Termin bekommen haben. Diese Diskriminierung ist schwer nachvollziehbar. Liegt hier eine Absicht oder eine Nachlässigkeit vor? Das muss aufgeklärt werden. Diesbezüglich führen wir mit unterschiedlichen Institutionen Gespräche. Wir haben den Sachverhalt erläutert und um eine Lösung gebeten. Nach derzeitigem Stand hat das Kultusministerium die Lehrer-Liste der zwei Realschulen und Gymnasien der Minderheit dem Gesundheitsministerium nicht übermittelt. Es wäre interessant zu erfahren, warum man das so umgesetzt hat. Was auch immer der Grund gewesen sein mag, muss das Problem gelöst werden, und zwar unverzüglich.“ Corona-Pandemie war Vorwand für behördliche Schikanen gegen Moscheegemeinden Obwohl kein gesetzliches Verbot existierte, nutzten griechische Behörden in Westthrakien während der Corona-Pandemie die gesetzlichen Einschränkungen dazu, den Ruf des Muezzins von den Minaretten zu verbieten. Polizeibeamte sprachen Warnungen aus, der Ruf des Muezzins sei verboten oder die Lautsprecher der Minarette sollten leiser gestellt werden.

Corona-Pandemie
Indien: Holzmangel in Krematorien nach Anstieg der Corona-Toten

Neu-Delhi – Die jüngste Corona-Infektionswelle trifft Indien mit nie dagewesener Wucht. Den städtischen Krematorien in Delhi geht das Holz für die Scheiterhaufen aus, weil die Zahl der durch das Coronavirus verursachten Todesfälle in der Stadt ins Unermessliche steigt, berichtet die indische Zeitung India Today. Demnach wurden auf dem Krematoriumsgelände in Sarai Kale Khan in Delhi Leichen in so großer Zahl verbrannt, dass jetzt neue Plattformen in einem Park innerhalb des Krematoriums gebaut werden, um den Zustrom von Leichen zu bewältigen. Weil das Holz knapp geworden ist, wäre bereits das Forstamt kontaktiert worden, mit der Bitte, die Krematorien mit Holz zu versorgen. Da das Holz knapp wird, sei bereits das Forstamt des Bundesstaates kontaktiert worden, mit der Bitte, die Krematorien mit Holz zu versorgen.
(Screenshot/Twitter)
Vor der zweiten Welle habe das größte Krematorium Delhis, das Nigambodh Ghat, etwa 6.000 bis 8.000 kg Holz pro Tag benötigt. Dieser tägliche Bedarf sei nun auf 80.000 kg bis 90.000 kg gestiegen, so ein namentlich nicht genannter Beamter gegenüber der Nachrichtenagentur Sputnik.  „Der Vorrat an Holz in den Krematorien geht sehr schnell zur Neige. Wegen der steigenden Zahl von Todesfällen in der Stadt mussten wir zusätzliche behelfsmäßige Einäscherungsanlagen schaffen, was den Bedarf an Holz deutlich nach oben getrieben hat. Wir brauchen die Kooperation der Regierung von Delhi, um den täglichen Holzbedarf zu decken“, sagte der Bürgermeister von North MCD, Jai Prakash.  

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– Verschwörungsmythen – Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

"Völkermord-Anerkennung"
Oppositionspolitiker Kilicdaroglu: Armenien sollte auch seine Archive öffnen

Ankara – Der türkische Oppositionspolitiker Kemal Kılıçdaroğlu hat im Zusammenhang mit den Äußerungen von US-Präsident Biden Armenien dazu aufgerufen seine Archive zu öffnen und Historikern Zugang zu diesen zu gewähren. Die Untersuchung der Ereignisse von 1915 solle zudem von Historiker durchgeführt werden. „Die Ereignisse von 1915 sind schmerzhaft und sollten, wenn nötig, untersucht werden. Diese Mission sollte nicht von Politikern, sondern von Historikern durchgeführt werden“, sagte Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der Republikanischen Volkspartei (CHP), vor der Parlamentsfraktion seiner Partei, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Kilicdaroglu merkte an, dass die Türkei ihre Archive für alle Historiker auf der ganzen Welt geöffnet habe. „Armenien sollte auch seine Archive öffnen, damit Historiker Zugang zu echten Informationen haben“, so Kilicdaroglu weiter. Biden stuft Tod Hunderttausender als Völkermord ein Als erster US-Präsident hatte Joe Biden am Samstag die Einstufung der Ereignisse von 1915 als Genozid bezeichnet.

„Wir gedenken all derer, die im Völkermord an den Armeniern während der Zeit der Osmanen gestorben sind“, erklärte er zum 106. Jahrestag der Massaker. Es handele sich um die Bestätigung einer historischen Tatsache und gehe nicht darum, der Türkei „Vorwürfe zu machen“, betonte Biden. Die Anerkennung der Geschichte sei wichtig um zu verhindern, „dass solch eine Gräueltat sich jemals wiederholt“.

Türkische Regierung weist Erklärung zurück Das türkische Außenministerium wies die Erklärung Bidens „in schärfster Form“ zurück. Die Aussagen Biden hätten „keinen Wert“. Zudem habe Biden „weder legale noch moralische Autorität zur Bewertung historischer Ereignisse“. Laut dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu basiere die Aussage „nur auf Populismus“. „Wir haben nichts von niemandem über unsere eigene Vergangenheit zu lernen. Politischer Opportunismus ist der größte Verrat an Frieden und Gerechtigkeit“, schrieb er auf Twitter. Die Türkei erkennt die Tragödie hinter den Todesfällen Hunderttausender Menschen an, die von 1915 an im Zusammenhang mit den Ereignissen in Ostanatolien während des Ersten Weltkrieges ihr Leben verloren hatten. Allerdings verwahrt sich die Türkei gegen die Beurteilung der Ereignisse als „Völkermord“ und spricht von einer beiderseitigen Tragödie.

Ankara hat wiederholt die Bildung einer gemeinsamen internationalen Historikerkommission angeregt, um die Ereignisse vom Grunde her aufzuarbeiten und historisch zu bewerten. Die Regierung des Osmanischen Reiches hatte 1915 die Deportation armenischer Bevölkerungsteile aus der Region beschlossen, nachdem sich armenische Terrormilizen und Teile der Bevölkerung mit der russischen Armee verbündet hatten, die im Osten an der Kaukasusfront in osmanische Gebiete vorrückte.

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– USA – Nach „Jagd auf Türken“: Gericht erhebt Anklage gegen US-Armenier

Im Zusammenhang mit dem Angriff auf ein türkisches Restaurant in Los Angeles im November 2020 wurde gegen zwei US-Bürger armenischer Herkunft vor dem Bezirksgericht von Los Angeles Anklage erhoben.

Nach „Jagd auf Türken“: Gericht erhebt Anklage gegen US-Armenier
 

Ukraine
Kiew: Bürgermeister Klitschko kündigt Lockerungen der Corona-Maßnahmen an

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Kiew – Ab dem 1. Mai werde es eine Lockerung der Corona-Maßnahmen für die ukrainische Hauptstadt Kiew geben. Dies kündigte Oberbürgermeister Vladimir Klitschko während eines Briefings am Mittwoch an. „Heute Morgen hat die staatliche Kommission für Umweltsicherheit, Katastrophen und Notfallmaßnahmen der Stadt beschlossen, die Anti-Epidemie-Maßnahmen in der Hauptstadt zu lockern. Wir hoffen, dass die Staatliche Kommission auch beschließen wird, den Grad der Seuchengefahr zu überprüfen und die Hauptstadt aus der ‚roten‘ Zone auszuschließen“, zitierte ihn der Pressedienst des Bürgermeisters. Klitschko wies darauf hin, dass ab dem 1. Mai alle öffentlichen Verkehrsmittel den Personentransport im üblichen Modus wiederherstellen werden. „In Übereinstimmung mit den zuvor definierten Anti-Epidemie-Normen und Regeln. Aber ich fordere die Einwohner der Hauptstadt auf, die öffentlichen Verkehrsmittel nur im Notfall zu benutzen“, sagte der Bürgermeister von Kiew. Er wies darauf hin, dass ab dem 1. Mai der Betrieb von Handelsbetrieben, Einkaufs- und Unterhaltungszentren, Märkten, Messen, Gastronomiebetrieben, Turnhallen und Fitnesszentren wieder aufgenommen wird. „Die Betreiber dieser Einrichtungen müssen jedoch verstehen, dass sie nur unter Einhaltung aller Sicherheitsstandards arbeiten sollten. Es ist in ihrem Interesse, denn wenn sich die Situation wieder verschlimmert, sind neue Einschränkungen nicht zu vermeiden“, betonte Klitschko. Der Bürgermeister der Hauptstadt erklärte auch, dass die Verwaltungsdienstleistungszentren ihre Arbeit wieder aufnehmen werden. Besucher sollen allerdings nur nach Anmeldung empfangen werden. „Ab nächsten Mittwoch, dem 5. Mai, wird die Stadt den Bildungsprozess in allgemeinen Bildungseinrichtungen, Vorschulen und höheren Bildungseinrichtungen wiederherstellen. Auch wird die Hauptstadt die Annahme von Dokumenten für die Einschreibung von Kindern in die erste Klasse für das nächste Schuljahr wiederherstellen“, so Klitschko weiter. „Die Zahl der neuen Fälle hat begonnen zu sinken. Trotzdem ist es zu früh, sich zu entspannen. Es gibt noch viele Risiken. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Ostern vor der Tür steht. Außerdem haben wir immer noch viele schwerkranke Patienten und Todesfälle durch das Coronavirus. Dieses Virus ist sehr gefährlich und aggressiv. Heute ist es das Wichtigste, die Gesundheit und das Leben der Menschen zu erhalten“, so Klitschko bereits gestern. Nach einem starken Anstieg der Corona-Fälle hatte Kiew Ende vergangenen Monats die Maßnahmen verschärft. Vitali wandte sich der Politik zu, nachdem er seine Boxkarriere mit einem Rekord von 45-2 inklusive 41 Knockouts beendete. Der 49-Jährige amtiert seit 2014 als Bürgermeister von Kiew. Im November 2020 wurde er mit 50,52 Prozent wiedergewählt.