Kommentar
SofaGate: „Irgendwas findet man immer, um gegen die Türkei zu hetzen“

Ein Foto erregt seit gestern viele Gemüter. Warum? Weil EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen auf der gemütlichen Couch sitzt, statt auf einem Stuhl daneben. Abstand in Corona-Zeiten.

Teilen

Ein Gastkommentar von Yilmaz Bingöl

Ein Foto erregt seit gestern viele Gemüter. Warum? Weil EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen auf der gemütlichen Couch sitzt, statt auf einem Stuhl daneben. Abstand in Corona-Zeiten.

Was hat man nicht wieder viele dutzende gleichgeschaltete hetzerische Schlagzeilen gegen die Türkei gelesen, nicht nur auf rechtsradikalen Seiten. Und oft in den gleichen Artikeln dann in einem kurzen Nebensatz erfahren, dass die Sitzordnung protokollarisch ja eigentlich völlig in Ordnung sei und den internationalen Regeln entspreche.

(Screenshot/Twitter)

Beim Fotoshooting draußen standen übrigens alle drei nebeneinander.

Protokollarische Rangordnung der EU:
1. Präsident des Europäischen Parlaments
2. Präsident des Europäischen Rates
3. Präsident des Rates der Europäischen Union
4. Präsident der Europäischen Kommission
5. Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik
6. Präsident des Europäischen Gerichtshofs
7. Präsident der Europäischen Zentralbank
8. Präsident des Europäischen Rechnungshofes
(Quelle: Wikipedia)

Die Präsidentin der EU-Kommission ist somit erst an 4. Stelle. Wären also noch die anderen zwei vor ihr anwesend gewesen, von der Leyen hätte dann im Flur Platz nehmen müssen, weit weg von den Kameras und der Aufmerksamkeit. So war sie gestern eben in der zweiten Reihe. Ihr gegenüber, auch auf der Couch, der türkische Außenminister. Manche Medien schnitten gar das Foto zu, um den Außenminister gegenüber nicht zu zeigen, um sagen zu können von der Leyen sei eine Frau und deshalb nicht auf Augenhöhe.

Aber irgendwas findet man ja immer, um gegen die Türkei zu hetzen. Wer glaubt es gehe den Medien nur um Erdogan, der irrt.

„Die Türken kommen, …“ so hießen schon Schlagzeilen in den 70ern, als die ersten Gastarbeitergenerationen nach Deutschland kamen und in den Medien mit Hass und Hetze begrüßt wurden. Bis heute hält diese rassistische und arrogante Haltung gegen die Türken in den Medien an. Menschen sollten sich nicht spalten lassen, von diesem perfiden Spiel der Medien und der Politik, vollkommen egal auf welcher Seite.


Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


Auch interessant

– Die „Faschismus“-Schlacht –
Kommentar: Wenn “der Türke” nichts zu sagen hat

„Faschismus-Vorwürfe als Teil politischer Grabenkämpfe sind abzulehnen. Im Ursprungsland des Nationalsozialismus wären allerdings auch mehr Selbstkritik und ein Wille zu genauerem Hinsehen angebracht.“

Kommentar: Wenn “der Türke” nichts zu sagen hat

 

Auch interessant

Cabrio: Mit geschlossenem Dach auf der sicheren Seite

Coburg - Autofahren mit offenem Verdeck, für viele ist...

Sudan: Katastrophale Lage von Menschen mit Behinderung

München - Anlässlich der internationalen Sudan-Konferenz in Berlin schlägt die Hilfsorganisation Handicap International (HI) Alarm: Drei Jahre nach Ausbruch des Krieges ist die Lage...

Wasserfeste vs. klassische Wimperntuschen im Vergleich: Die beste Wimperntusche richtig wählen

Die Wahl der besten Wimperntusche ist ein wichtiger Schritt für eine gute Augen-Make-up-Routine. Mascara bestimmt, wie ausdrucksstark die Wimpern wirken und wie angenehm sich...

Naher Osten: „Europa sollte nicht nur zuschauen“

München - Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, mahnt bei phoenix ein stärkeres diplomatisches Engagement der Europäer im Nahen Osten an. "Hier sollten...

Spanien kündigt Wiedereröffnung seiner Botschaft in Iran an

Madrid - Spanien wird seine Botschaft in Teheran wiedereröffnen, um die Bemühungen um eine friedliche Lösung nach dem kürzlich vereinbarten Waffenstillstand zwischen den Vereinigten...

Verwandte Artikel

Headlines

Naher Osten: „Europa sollte nicht nur zuschauen“

München - Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, mahnt bei phoenix ein stärkeres diplomatisches Engagement der Europäer im...

Spanien kündigt Wiedereröffnung seiner Botschaft in Iran an

Madrid - Spanien wird seine Botschaft in Teheran wiedereröffnen, um die Bemühungen um eine friedliche Lösung nach dem kürzlich...

Varoufakis: „Israel ist der Inbegriff eines Terrorstaates“

Athen - Der israelkritische griechische Politiker Yanis Varoufakis hat auf der Plattform X erneut scharfe Kritik an Israel geübt...

Tote bei Anschlag auf israelisches Konsulat in Istanbul

Istanbul - Bei einer Schießerei in der Nähe des israelischen Konsulats in Istanbul wurden mehrere Menschen verletzt. Nach Angaben des...

Meinung