Telegram
BDK: „Bei Mordaufrufen muss Identifizierung möglich sein“

Berlin – Angesichts von zunehmend gewaltbereiten Gegnern der Corona-Politik fordert auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter, den Druck auf den Messengerdienst Telegram zu erhöhen. Der Vorsitzende Dirk Peglow hat am Dienstag im Inforadio vom rbb kritisiert, dass Telegram mit Sitz in Dubai bisher keine Ansprechpartner für Behörden in Deutschland habe. „Wenn hier Mordaufrufe, wenn hier Drohungen, wenn hier Gewalt propagiert wird, muss es für die Behörden möglich sein, hier eine Identifizierung der Teilnehmenden durchzuführen, die in vielen Fällen mit Nicknames auftreten. Derzeit sind wir nicht in der Lage, dort von Telegram Auskünfte zu erhalten, weil das auch zur Geschäftspolitik von Telegram gehört, dass man mit den Behörden nicht zusammenarbeitet.“ Mit Blick auf die steigende Zahl von nicht angemeldeten Protesten gegen die Pandemie-Maßnahmen sagte Peglow: „Wir haben es immer mehr mit einer deutlich heterogenen Bewegung innerhalb dieser Demonstrationen zu tun (…), die sich zunehmend aus gewaltbereiten Menschen bildet. Wir haben fanatische Impfgegner, Esoteriker, Verschwörungstheoretiker, aber auch sehr starke Mischungen mit Rechtsextremisten, Reichsbürgern und Selbstverwaltern.“ Laut dem Vorsitzenden des BdK gibt es ausreichend Polizeikräfte, um diese Proteste zu begleiten. Die Beamten seien durch die Einsätze aber belastet: „Jedes Mal, wenn so eine Demonstration ist, führt das zu einem erheblichen Einsatz von Kolleginnen und Kollegen. Da werden sehr viele Überstunden gemacht.“

Auch interessant

– Corona-Pandemie – Verfassungsschutz befürchtet Terror von Corona-Leugnern

In den Sicherheitsbehörden wächst die Sorge vor Anschlägen radikalisierter Corona-Leugner.

Verfassungsschutz befürchtet Terror von Corona-Leugnern

Türkei
Türkei und Armenien wollen Beziehungen verbessern

Ankara – Nach Jahren der Spannungen werden die Türkei und Armenien in Kürze Sonderbeauftragte ernennen, um Schritte zur Normalisierung der Beziehungen zu erörtern, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Montag. In einer Rede vor Abgeordneten im Parlament erklärte Cavusoglu, dass die Türkei auch die Schritte zur Normalisierung der Beziehungen zu Armenien mit Aserbaidschan abstimmen werde. „Im Kaukasus unternehmen wir intensive diplomatische Anstrengungen, um regionalen Frieden und Wohlstand mit Aserbaidschan aufzubauen“, sagte Cavusoglu. Der türkische Außenminister fügte hinzu, dass sehr bald auch Charterflüge zwischen Istanbul und Jerewan aufgenommen würden. „Alle Länder der Region, einschließlich Armenien, und die ganze Welt werden von Frieden und Entspannung im Kaukasus profitieren“, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede vor dem aserbaidschanischen Parlament bereits im Juni. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Erdogan bei einem Staatsbesuch in Aserbaidschan in einer bedeutungsvollen Geste des Frieden eine mögliche Öffnung der Grenzen zu Armenien angekündigt.  Erdogan sagte damals, sein Land könne seine Grenzen zu Armenien öffnen, wenn auch Jerewan Schritte für einen regionalen Frieden unternimmt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Aliyev in Baku betonte Erdogan, dass die Türkei keine Probleme mit der armenischen Bevölkerung habe.

„Wir hegen keinen Groll gegen das Volk von Armenien. Das Problem ist mit der armenischen Regierung. Über 100.000 Armenier leben in meinem Land“, erklärte Erdogan. Die Grenze zwischen der Türkei und Armenien wurde nach den Massakern an der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung in Bergkarabach durch armenische Milizen 1993 geschlossen und seitdem nicht mehr geöffnet. Unter den damaligen türkischen Außenminister Abdullah Gül, Ali Babacan und Ahmet Davutoglu (2003-2014) gab es eine Annäherung zwischen der Türkei und Armenien was 2009 zur Unterzeichnung der Züricher Protokolle führte, in denen eine Wiederöffnung der Grenze in Aussicht gestellt wurde. Die Gespräche scheiterten jedoch und die Grenze blieb geschlossen.

US-Präsident Joe Biden habe Erdogan während eines Treffens in Rom im Oktober dieses Jahres gebeten, die Grenze zu Armenien zu öffnen, so ein namentlich nicht genannter hoher türkischer Regierungsvertreter gegenüber Bloomberg.

Auch interessant

– Tourismus – Türkei: Griechenland ist ein Partner

Die Türkei sieht Griechenland als Partner und nicht als Rivalen und will die Beziehungen in allen Bereichen verbessern, so der türkische Tourismusminister.

Türkei: Griechenland ist ein Partner

Axios-Interview
Trump über Netanyahu: F*ck him

Miami – In einem Interview hat sich Ex-Präsident Donald Trump über den ehemaligen Premierminister Israels, Benjamin Netanyahu, beschwert. „Ich mochte Bibi. Ich mag Bibi immer noch. Aber ich mag auch Loyalität. Die erste Person, die Biden gratulierte, war Bibi Netanyahu, der Mann, für den ich mehr getan habe als für jede andere Person, mit der ich zu tun hatte. … Bibi hätte schweigen können. Er hat einen schrecklichen Fehler gemacht. Ich habe seitdem nicht mehr mit ihm gesprochen. F**k ihn!“, sagte Trump in einer Interview-Reihe mit der israelischen Newsseite Axios. Netanjahus Glückwunschrede für Biden sei die einer Person, „die um Liebe bettelt“, so der Ex-Präsident weiter. Aus innenpolitischen Gründen kultivierten sowohl Trump als auch Netanjahu in der Öffentlichkeit den Eindruck, dass es keine Differenzen zwischen ihnen gab, da sie in wichtigen Fragen eng zusammenarbeiteten. Am Ende seiner Präsidentschaft kam Trump jedoch zu dem Schluss, dass Netanyahu nicht wirklich an einem Frieden mit den Palästinensern interessiert war und ihn in der Iran-Frage benutzte. „Ich glaube nicht, dass Bibi jemals Frieden schließen wollte“, sagte Trump. „Mein ganzes Leben besteht aus Deals. Ich bin wie ein einziger großer Deal“, erklärte Trump. „Das ist alles, was ich tue, also verstehe ich es“. „Und nachdem ich mich drei Minuten lang mit Bibi getroffen hatte … unterbrach ich Bibi mitten in einem Satz. Ich sagte: ‚Bibi, du willst keinen Deal machen. Willst du?‘ Und er sagte: ‚Nun, äh, äh, äh‘ – und Tatsache ist, dass ich nicht glaube, dass Bibi jemals einen Deal machen wollte“. Trump habe in dem Interview zudem erklärt, dass der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, kein Hindernis für den Frieden sei. Er habe Abbas sehr gelobt. „Ich fand ihn großartig“, sagte Trump über Abbas. „Er war fast wie ein Vater. Er hätte nicht netter sein können. Ich fand, er wollte mehr als Netanjahu einen Deal machen.“ Trump ist nicht der erste US-Präsident, der Netanyahu als Hindernis auf dem Weg zum Frieden bezeichnet. Der frühere Präsident Bill Clinton sagte 2014 in einem Interview, dass Bibi wahrscheinlich nicht „der Typ“ sei, der ein Friedensabkommen schließen würde, und auch Barack Obama hatte angespannte Beziehungen zu dem ehemaligen israelischen Premier. Rückkehr ins Weiße Haus Der ehemalige US-Präsident hat seine Niederlage im vergangenen Jahr gegen seinen demokratischen Widersacher US-Präsident Joe Biden nicht akzeptiert und ihm vorgeworfen die „Wahlen gestohlen zu haben“. „Wahlbetrug“ der Linken und „das Verbrechen des Jahrhunderts“, nannte er die Ergebnisse wiederholt. Vieles deutet darauf hin, dass Trump vor einem politischen Comeback steht. Er hat eine erneute Kandidatur zwar noch nicht angekündigt, diese aber auch nicht ausgeschlossen. Laut jüngsten Umfragen liegt er mit 45 zu 43 Prozent vor Biden. 78 Prozent der republikanischen Wähler würden demnach eine zweite Kandidatur von Trump unterstützen. Er werde „wahrscheinlich“ bis nach den Zwischenwahlen im nächsten Jahr warten, um zu verkünden, ob er 2024 für das Präsidentenamt kandidieren wird, so Trump. „Ich denke, dass viele Leute mit dieser Entscheidung sehr zufrieden sein werden“, sagte Trump in einem Interview mit Fox News.

Auf die Frage nach den anderen Republikanern, über deren Kandidatur für das Weiße Haus im Jahr 2024 spekuliert wird – darunter der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, und die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley – merkte Trump an, dass viele bereits erklärt hätten, dass sie seine Entscheidung, ob sie für das Amt des Präsidenten kandidieren, abwarten würden.

„Wir haben eine Menge. Aber fast alle von ihnen haben gesagt, wenn ich kandidiere, werden sie nie kandidieren“, so Trump.

Zum Thema

– US-Wahlen 2024 – USA: Donald Trump in Umfragen vor Joe Biden

Neue Umfrageergebnisse zeigen, dass der ehemalige Präsident Donald Trump in einem hypothetischen Wahlkampf 2024 bei den Befragten vor Präsident Joe Biden liegt.

USA: Donald Trump in Umfragen vor Joe Biden
   

Frankreich
Muslimischer Friedhof in Mulhouse geschändet

Mulhouse – Im muslimischen Teil des Friedhofs von Mulhouse (Mülhausen) sind mehrere Dutzend Gräber von Unbekannten geschändet worden. Besucher des Friedhofs bemerkten am vergangenen Samstag (11. Dezember) umgestürzte Blumentöpfe, abgerissene Pflanzen und verschobene Ornamente. Zur Aufklärung der Friedhofsschändung leitete die Polizei von Mulhouse Ermittlungen ein. Die Bürgermeisterin von Mulhouse, Michèle Lutz, verurteilte die Tat auf Schärfste. Der Regionalrat der Muslime des Elsass (CRCM) bezeichnete die Tat als „feige und abscheulich“ und rief die Behörden dazu auf, alles dafür zu tun, um die Täter dieser abscheulichen Tat festzunehmen und vor Gericht zu stellen. Auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) verurteilte den Angriff und drückte ihre Trauer über die Schändung der muslimischen Grabstätten aus. In der Mitteilung der DITIB heißt es: „Wie jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hat, verdienen auch die Friedhöfe, auf denen wir uns von unseren Lieben verabschieden, zweifellos unseren Respekt. Gleichwohl es bedauerlich ist, dass der Vandalismus so weit geht, sollte man wissen, dass solche Bewegungen nicht Frankreich repräsentieren, und lässt uns für die Zukunft hoffen“, so die DITIB in einer Verlautbarung gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu Kemal Bölge/Frankfurt

Auch interessant

– Bosnien – Srebrenica-Massaker: 10 weitere Opfer ausgegraben

10 Opfer des Bosnien-Krieges in einem Massengrab entdeckt und identifiziert. Laut DNA-Analyse handelt es sich bei den 10 Opfern um Bosnier.

Srebrenica-Massaker: 10 weitere Opfer ausgegraben

Gastbeitrag
Selahattin Demirtaş – Menschenrechtspreis mit Konfliktpotential

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die thüringische Stadt Weimar hat den inhaftierten völkisch-kurdischen Politiker und Anwalt Selahattin Demirtaş mit ihrem diesjährigen Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Mit dem Preis wird laut deutschsprachigen Medien der Einsatz des 48-Jährigen für „eine friedliche Lösung der Situation der Kurden, Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung der Menschen in der Türkei“ gewürdigt. Der ehemalige völkisch-kurdische HDP-Oppositionspolitiker Selahattin Demirtaş sitzt laut Angaben der Stadt Weimar seit 2016 „unrechtmäßig“ in Haft. Eine Ehrung mit Konfliktpotential Derselbe Selahattin Demirtaş, der von der Stadt Weimar für seine Arbeit für „eine friedliche Lösung der Situation der Kurden“ in der Türkei geehrt wurde, hatte nach 2013 zielstrebig daran gearbeitet, von der Kanzel – ob im türkischen Parlament oder auf den Straßen türkischer Städte – zum Widerstand, zur Rebellion gegen den Staat aufzurufen. Dieses Treiben mündete darin, dass die völkisch-kurdische Terrororganisation PKK im Oktober 2014 die Zeit für reif erachtete, um im Südosten des Landes in den Städten Unruhen auszulösen, die in weit über 50 Todesopfern mündete. Selahattin Demirtaş setzte nach der ersten Bewährungsprobe noch nach und ist als Antreiber des Aufstands zwischen August 2015 bis März 2016 in die türkische Geschichte eingegangen. Während dieser Zeit wurden Barrikaden aufgebaut, unter dem Asphalt oder Pflastersteinen Sprengfallen installiert, Jugendliche mit Waffen ausgestattet, um sie mit versierten kampferfahrenen „Genossen“ der PKK gegen die türkischen Sicherheitskräfte zu führen. Das Ergebnis: Allein in der Provinzstadt Şırnak verloren 117 Sicherheitskräfte ihr Leben. Insgesamt starben 420 Sicherheitskräfte. 131 Zivilisten starben bei Kampfhandlungen zwischen türkischen Sicherheitskräften und völkisch-kurdischen Militanten der PKK, die in den Städten zwischen die Fronten gerieten. Natürlich hat Selahattin Demirtaş nicht gesagt, macht das, macht dies. Aber viele Jahre hat Selahattin Demirtaş immer wieder erklärt, die türkische Regierung wolle den „Kurden“ die Freiheiten, ihre Identität vorenthalten, ja sogar wegnehmen. Für Leute, die ohnehin in diesem völkisch-kurdischen Spektrum unterwegs sind, ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zu sagen, „ich muss dagegen ankämpfen.“ Die Versuche zielten stets darauf ab, die politische Unabhängigkeit und die Integrität des Landes zu destabilisieren, im besten Fall außer Kraft zu setzen. Selahattin Demirtaş, damals Co-Vorsitzender der völkisch-kurdischen HDP, war der Kopf dieser Bewegung, die – da muss man nur noch über die benachbarte Grenze schauen – in eine Zeit fällt, in der in Syrien die völkisch-kurdische Terrororganisation PKK unter dem Pseudonym YPG bzw. SDF immer mehr Einfluss und Kontrolle ausübte. Seit November 2016 sitzt nun Selahattin Demirtaş in Untersuchungshaft und muss sich für dieses politische Treiben rechtfertigen. Die westlichen Reaktionen fielen entsprechend kritisch aus. Die USA zeigten sich besorgt über das geforderte exorbitante Strafmaß, obwohl man selbst für Julian Assange 175 Jahre Haft fordert. Der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestellte gleich zweimal den türkischen Botschafter in Berlin ein und weitere EU-Länder folgten diesem Beispiel nach. Dieselben europäischen Staaten finanzieren seit Jahren die in Nordsyrien installierte Marionetten-Autonomie „Rojava“, während die USA die völkisch-kurdischen Militanten mit Waffen und Equipment versorgt. Sprich, dieselben westlichen Länder, die doch so gern von Integrität und Völkerrecht fabulieren, haben in Syrien massiv das Völkerrecht verletzt und tun es bis heute. Erst jüngst wurde bekannt, dass die schwedische Regierung die YPG/SDF seit ihrem Bestehen bis 2023 mit bis zu 376 Millionen US-Dollar unterstützen will. Seit 2014 verfolgen westliche Länder das Ziel, die türkische Integrität zu beeinflussen Seit mehr als 7 Jahren verfolgen westliche Länder das Ziel, die Integrität der Türkei zu beeinflussen. Man muss dieses Treiben nicht ausführlich darlegen – die Geschichte hat uns gelehrt, wie so etwas vonstattengeht. Wer rückblickend einen Stein sucht, der die Ereignisse im Balkan bis zum Frieden von Bukarest 1913 und von Lausanne 1923 ins Rollen brachte, landet zwangsläufig im Jahr 1903. Unter dem Vorwand, die christliche Bevölkerung schützen zu müssen, mischten sich die europäischen Großmächte in die inneren Angelegenheiten des Osmanischen Reiches ein und versuchten die Balkanstaaten für ihre Interessen zu instrumentalisieren. Dabei rivalisierten sie um die Vorherrschaft in der Region und gaben den bestehenden Gegensätzen auf dem Balkan durch die Übertragung ihrer Konflikte einen immer gefährlicheren Charakter. Die Folgen dieser massiven Einmischung kann man im Balkan bis heute live mitverfolgen. Wie in der Wahrnehmung der europäischen Öffentlichkeit entwickelte sich der Balkan so immer mehr zu einem „Pulverfass“, wobei es jedoch gerade die imperialistischen Ambitionen der Großmächte waren, die der komplizierten Verstrickung unterschiedlicher Konflikte im Osmanischen Reich eine europäische Dimension gaben. In der Gegenwart wird die europäische Öffentlichkeit genauso gelenkt, die Türkei als „Pulverfass“ umschrieben. Gegensätzliche Interessen und Grundsätze Stellt euch nun einen strammen AfD-Politiker vor, der mit Demagogie und Propaganda im Parlament sowie auf der Straße von der Kanzel ruft und stramme Deutsche allein mit seinen Reden und Gestik zu Gewalt anstiftet und damit einen Milliardenschaden verursacht und Dutzende Todesopfer auf dem Kerbholz hat. Dieser Jemand hätte eine Halbwertszeit von wenigen Monaten und dürfte keine solidarischen Botschaften und Ehrungen erwarten. Das hat in Deutschland noch kein AfD‘ler geschafft, was dieser völkisch-kurdische Selahattin Demirtaş geschafft hat – dieses Potenzial besitzt noch kein einziger deutscher Politiker. Es versteht sich von selbst, dass Selahattin Demirtaş bei den provozierten Unruhen und Konflikten zwischen 2014/2016 dann nicht einen Finger gerührt hat, um die Lage zu stabilisieren, Frieden zu beschwören. Nein, Demirtaş hat sogar bis zuletzt nachgetreten und weiter gezündelt. Setzt jetzt im Vergleich dazu die Haltung westlicher, vor allem europäischer Länder zur katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Hier ist nach europäischer Lesart die Rede von Separatismus und europäischer Instabilität. Die politischen Anführer der „Katalanen“ werden Kleingehalten, ihr Bewegungsspielraum stark eingeschränkt. Ihr politisches Wirken ist in Europa auf ein Minimum reduziert worden, was einer kontrollierten Entzauberung der Unabhängigkeitsbewegung gleichkommt. Von europäischer Solidarität oder Preisverleihungen können Carles Puigdemont oder Oriol Junqueras nur schwärmen. Weimar ehrt potenziellen Gefährder Dass nun eine deutsche thüringische Stadt diesen Burschen namens Selahattin Demirtaş ehrt, ist nur ein weiterer Beleg, nur ein weiteres Glied einer Kette von Umständen, die für die Türkei nicht nur gefährlich ist, sondern die Integrität massiv stört, ja sogar gefährdet. Hier geht es längst nicht mehr um Völkerverständigung oder Frieden, sondern um Spaltung und die Durchsetzung handfester gegensätzlicher Interessen. So hat es auch in Jugoslawien mit Radovan Karadžić begonnen, aber hier waren andere Akteure, andere Mächte hinter dem Serbenführer. Heute ist es u.a. die Stadt Weimar, die hier einen Führer veredelt und einen „Pulverfass“ nachzeichnen will.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

Auch interessant

– „Diyarbakır-Mütter” – Türkei: Kurdische Familien aus Iran schließen sich Protesten gegen HDP an

Nachdem wichtige Kurden-Clans, Politiker und zuletzt auch Prominente Stars, Musiker und Schauspieler den vor der HDP-Zentrale in Diyarbakır protestierenden Müttern beistanden, kamen nun fünf kurdische Familien aus dem Iran hinzu, die das gleiche Schicksal wie die „Diyarbakır-Mütter” teilen.

Türkei: Kurdische Familien aus Iran schließen sich Protesten gegen HDP an

Tourismus
Skifahren unter Corona-Auflagen

Winter-Urlauber können in diesem Jahr trotz der fortdauernden Corona-Pandemie zum Skifahren in die Schweiz, nach Österreich, Italien oder Frankreich reisen. In jedem Land gelten allerdings unterschiedliche Regelungen und Auflagen. Der ADAC gibt einen Überblick, unter welchen Bedingungen was möglich ist. Wer in die österreichischen Skigebiete reisen möchte, muss sich in Liften und Seilbahnen an die 2G-Regel halten. Nur Geimpfte oder Genesene dürfen befördert werden. Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr sind davon ausgenommen. Eine FFP2-Maskenpflicht gilt für Skifans ab 15 Jahren in Gondeln, Sesselliften mit Haube und den Zugangsbereichen zu den Liften. Für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren reicht ein Mund-Nasen-Schutz. In Restaurants und Hotels gilt die 2G-Regel, Après Ski-Lokale müssen geschlossen bleiben. Während in Tirol und in Vorarlberg die Unterkünfte wieder geöffnet sind, folgen Kärnten, die Steiermark und Salzburg erst ab 17. Dezember. In Oberösterreich gilt noch bis zum 16.12 der Lockdown, auch für Geimpfte. Die Schweiz gilt derzeit als Hochrisiko-Gebiet. Wer sich dort länger als 24 Stunden aufhält, muss nach der Rückreise in eine 10-tägige Quarantäne, aus der man sich frühestens am fünften Tag frei testen kann. Für die Nutzung von Seilbahnen gibt es bislang keine Auflagen. In Innenbereichen der Gastronomie benötigen Menschen ab 16 Jahren einen 3G-Nachweis. Ausnahmen von diesen Regelungen gibt es etwa im Skigebiet Samnaun, das im Skiverbund mit Ischgl in Österreich ist, wo man einen 2G-Nachweis benötigt. Maskenpflicht gilt in allen geschlossenen Berg- und Seilbahnen, Skiliften und Sesselbahnen sowie in geschlossenen Stationsgebäuden, Wartezonen und Liftkarten-Verkaufsstellen. In Italien gilt die 3G-Regel. Alle Wintersportler ab 12 Jahren müssen eine Impfung, Genesung oder Testung in Form des digitalen Covid-Zertifikats der EU nachweisen. Geschlossene Kabinenbahnen und Sessellifte mit Haube dürfen nur zu 80 Prozent ausgelastet sein. Fahrgäste müssen einen Sicherheitsabstand einhalten und ab einem Alter von sechs Jahren eine Maske tragen. Wer in einem Restaurant bzw. auf der Hütte essen möchte und 12 Jahre oder älter ist, muss einen Impf- oder Genesenen-Nachweis („Super Green Pass“) vorlegen. Für Hotels ist ein 3G-Nachweis notwendig. Ab 1.1.2022 besteht in Italien zudem eine Versicherungspflicht auf Skipisten. Skifahrer und Snowboarder benötigen dann eine Haftpflichtversicherung, die Sach- und Personenschäden im Rahmen des Ski- oder Snowboardfahrens abdeckt. Diese muss vor Ort nachgewiesen werden, da ansonsten eine Tageshaftpflicht-Versicherung abgeschlossen werden muss. Außerdem gilt künftig eine Helmpflicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Zudem müssen Wintersportler mit Alkoholtests und Ahndungen von Alkoholfahrten rechnen. In Frankreich müssen Wintersportler wegen der gestiegenen Corona-Zahlen eine Impfung, die Genesung oder einen negativen Test nachweisen. Ab einem Alter von 11 Jahren sind in Seilbahnen und Warteschlangen Masken Pflicht In Restaurants und Cafés gilt für Besucher ab 12 Jahren und 2 Monaten die 3G-Regelung. Dabei darf der negative Corona-Test nicht älter als 24 Stunden sein. Als Voraussetzung für die Einreise gilt für alle Länder der Nachweis einer Impfung bzw. Genesung oder ein negativer Corona-Test. Außerdem muss ein Einreiseformular für das jeweilige Land ausgefüllt werden. Verschärfte Regelungen gibt es derzeit nur in der Schweiz. Hier müssen geimpfte und genesene Personen ab 16 Jahren zusätzlich einen negativen PCR-Test vorweisen. Vier bis sieben Tage nach der Einreise muss sogar ein zweiter Test vor Ort durchgeführt werden.

Auch interessant

– Nordzypern – Maraş entwickelt sich zum alternativen Tourismusmodell

Nordzyperns Tourismusminister Ataoğlu: Die Teilöffnung des Badeortes Maraş ist ein positiver Schritt.

Maraş entwickelt sich zum alternativen Tourismusmodell

Gaming
Digitalisierung: Das veränderte Spielverhalten

0
Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran und bringt einige Veränderungen sowie Innovationen mit sich. So veränderte sich in den letzten Jahren insbesondere das Kaufverhalten von zahlreichen Menschen, ebenso konnte eine Veränderung im Spielverhalten der Menschen verzeichnet werden. Das Online-Gaming erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit und konnte seinen Umsatz in den letzten Jahren immens steigern. Dies hat verschiedene Gründe, in erster Linie ist das digitale Spielen bequem und unkompliziert. Heutzutage können nahezu alle Dinge von unterwegs aus erledigt werden. Die Verlagerung in die digitale Welt In der heutigen Zeit ist die Woche vieler Menschen von Stress, Hektik und Zeitdruck geprägt. Der Beruf, die Familie, die Kindererziehung sowie die Freizeit müssen unter einen Hut gebracht werden. Oftmals bleibt jedoch die Zeit für sich selbst auf der Strecke. Dabei ist es wichtig, sich auch einmal eine Auszeit zu gönnen, um wieder zu neuen Kräften zu gelangen. Die digitale Welt stellt für viele Menschen eine Entlastung dar, denn alltägliche Aufgaben wie Einkäufe sowie Terminvereinbarung können heutzutage online erledigt werden. Jedoch beherbergt die Digitalisierung Fluch und Segen gleichzeitig, denn speziell ältere Menschen fühlen sich überfordert. Für sie ist die digitale Welt etwas vollkommen Neues, in der sie sich kaum und langsam zurechtfinden. Verschiedene Kurs-Angebote können hierbei jedoch Abhilfe schaffen, denn dort lernen Senioren Schritt für Schritt die digitale Welt sowie ihre Vorteile kennen. Für die jüngere Generation sowie berufstätige Menschen ist die Digitalisierung hingegen ein unglaublicher Gewinn. Tagesabläufe können einfacher und schneller gestaltet werden. Des Weiteren bietet das Internet zahlreiche Möglichkeiten zu entspannen und die freie Zeit zur Erholung und zum Abschalten zu nutzen. Gelegentliche Online-Spiele können jederzeit von unterwegs gespielt und ausprobiert werden. Des Weiteren können verschiedene Zahlungsmittel wie zum Beispiel Kryptowährungen in Anspruch genommen werden. Hierzu zählen auch die immer beliebter werdenden Online-Casinos. Wer auf der Suche nach Entspannung ist und gleichzeitig die Kasse aufbessern möchte, ist im Bereich des Glücksspieles genau richtig. Ein Vergleich der verschiedenen Online-Casinos sowie ein Blick auf die Urteile zu Online-Casinos kann dabei helfen, einen seriösen sowie risikofreien Buchmacher zu finden. So steht dem großen Jackpot nichts mehr im Wege. Welche Vorteile bietet die Digitalisierung? Die Digitalisierung bietet in der heutigen Zeit zahlreiche Vorteile. So können alltägliche Aufgaben schneller und leichter erledigt werden und gleichzeitig bleibt am Ende des Tages mehr Zeit zum Entspannen. Insbesondere nach einer stressigen Arbeitswoche, voll von Terminen und unzähligen Aufgaben, ist es wichtig, sich zu erholen. Doch die Digitalisierung stellt weitere Vorteile dar, denn sie vereinfacht vielerorts die Kommunikation. Das gilt sowohl für das private als auch für das berufliche Leben. Der Austausch mit den Liebsten kann unkompliziert über einen der unterschiedlichen Kurznachrichtendienste erfolgen. Im Berufsleben findet die Kommunikation mit Arbeitskollegen, Kunden, Vertragspartner sowie dem Vorgesetzten vielerorts auf dem digitalen Weg per E-Mail statt. Dies spart in einem stressigen Arbeitsalltag viel Zeit. Es ist jedoch wichtig, dass nach Feierabend oder im Urlaub darauf verzichtet wird, in das geschäftliche Postfach zu schauen. Um erholt und gesund in den Arbeitsalltag zu starten ist es wichtig, die freie Zeit bewusst und aktiv wahrzunehmen. Die Digitalisierung ist jedoch noch längst nicht vollständig ausgebaut, vielerorts lässt der Ausbau noch auf sich warten.

Auch interessant

– Psychologie – Internetsucht: Verbote allein reichen nicht aus

Internetabhängigkeit sollte nicht nur mit Verboten, sondern auch mit alternativen Freizeitangeboten begegnet werden. Das rät der Arzt und Experte für Internetabhängigkeit Dr. Bert te Wildt Lehrern und Eltern von Betroffenen.

Internetsucht: Verbote allein reichen nicht aus

Kampf gegen Terror
Türkische Kampfflugzeuge bombardieren PKK-Stellungen im nordirakischen Sindschar

0
Diyarbakır – Die türkische Luftwaffe hat am Abend Stellungen der Terrororganisation PKK im nordirakischen Sindschar bombardiert. Laut Medienberichten sollen dabei zahlreiche Extremisten außer Gefecht gesetzt worden sein. Die getroffenen Ziele seien zuvor  am Boden und aus der Luft mit Beobachtungs-Drohnen  nachrichtendienstlich erkundet worden. Ferner habe eine Kampfdrohne im nordirakischen Dorf Hanesor der Region Sindschar den sogenannten Vorsitzenden Volksparlaments von Sindschar, Mervan Bedel, durch einen gezielten Angriff aus der Luft getötet. Beim Volksparlament von Sindschar handelt es sich um eine Tarnorganisation der PKK. Das vom „Volksparlament“ als Terrorunterschlupf genutzte Gebäude in Hanesor wurde durch Kampfflugzeuge des 2. Luftwaffenstützpunkts in Diyarbakır komplett zerstört. Dabei sollen Raketen und Bomben zum Einsatz gekommen sein, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet waren. Sindschar gilt wegen seiner strategischen Lage und der unmittelbaren Nähe zum Nordosten Syriens als wichtiger Stützpunkt der Terrororganisation PKK. Darüber hinaus gilt das Sindschar-Gebirge für die PKK als wichtige Route, um vom Irak nach Syrien zu gelangen. Die Türkei hat mehrfach von der irakischen Zentralregierung und der kurdischen Regionalregierung in Erbil die Säuberung Sindschars von der PKK verlangt. Insbesondere die Vereinigten Staaten haben ihren Einfluss in Bagdad und Erbil geltend gemacht, damit die Forderung der Türkei nicht erfüllt wird. Die USA unterstützen die PKK/YPG in Nordostsyrien massiv mit Waffen und finanziellen Mitteln. Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht. Kaan Aydin/Ankara

Auch interessant

– Kampf gegen den Terror –

Türkei: 188 PKK-Terroristen ergeben sich Sicherheitskräften

In der Türkei hat sich am Donnerstag ein weiterer Kämpfer der Terrororganisation PKK den Sicherheitskräften ergeben.

Türkei: 188 PKK-Terroristen ergeben sich Sicherheitskräften

Corona-Fakenews
Zur „Pathologie-Konferenz“ der Impfgegner

Mit diversen „Konferenzen“, „Ausschüssen“ und „Stiftungen“ versuchen Impfgegner und radikale Kritiker der Corona-Maßnahmen, die Corona-Schutzimpfung zu sabotieren. Sie werfen etablierten Medien und Wissenschaftlern vor, einseitig und manipulativ zu informieren. Ein Vorwurf, der auf sie selbst zurückfällt. Microsoft-Gründer Bill Gates mag in den Narrativen von Corona-Impfgegnern mittlerweile eine geringere Rolle spielen als noch zu Beginn der Pandemie. Immerhin hat er nicht nur eine Scheidung zu bewältigen – es dürfte ihm auch bis auf Weiteres an den erforderlichen Ressourcen fehlen, um mittlerweile mehr als 4,2 Milliarden mindestens einmal geimpfter Menschen weltweit über injizierte Mikrochips fernzusteuern. Auch der vermeintliche „Massenmord“ durch die „Todesimpfung“, von der schon vor dem Einsatz der ersten Impfpräparate gegen Covid-19 die Rede war, lässt auf sich warten. Die meisten der Milliarden Immunisierten tanzen mittlerweile springlebendig in wieder geöffneten Lokalen, lassen sich an ihren Lieblings-Urlaubsorten die Sonne auf den Bauch scheinen oder feuern in Stadien ihre Lieblingsteams an. AfD-Fraktionschefin Weidel: Die meisten Covid-Patienten auf Intensivstationen sind geimpft AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hatte in einem Gespräch mit Phoenix-Moderator Erhard Scherfer am Rande der Kanzlerwahl in Berlin auch indirekt behauptet, die meisten Covid-Patienten auf Intensivstationen seien geimpft. Das gehe aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Bundesamt dementiert Destatis verfüge jedoch über gar keine entsprechenden Daten, berichtet der Faktenfinder der tagesschau. „Bei uns gibt es keine Daten zum Impfstatus von Intensivpatientinnen und -patienten“, heißt es auf dem Twitter-Profil von destatis. Daten zu den aktuellen Zahlen der Covid-Intensivpatienten lassen sich jedoch im Intensivregister aufrufen. Laut Tagesbericht vom 11. Dezember sind derzeit mehr als 4900 Covid-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 2705 invasiv beatmet. Das RKI bietet zudem diverse Statistiken an, die zeigen, dass das Risiko für Ungeimpfte deutlich höher ist, schwer an Covid-19 zu erkranken. Dies belegen beispielsweise Daten über vollständig geimpfte und ungeimpfte hospitalisierte COVID-19-Fälle, die auf 100.000 Geimpfte/Ungeimpfte bezogen werden, berichtet tagesschau weiter. Mithilfe nicht geschützter Bezeichnungen Seriosität vortäuschen Die Impfgegner wollen jedoch um jeden Preis ihre „große Erzählung“ retten. Dieser zufolge planen Frankenstein-ähnliche Wissenschaftler im Auftrag dunkler Mächte ein groß angelegtes Genexperiment mit tödlichen Folgen für einen großen Teil der Menschheit – und nur die Schwarmintelligenz von Querdenkern und vom Mainstream ausgestoßenen Experten, die sich in ihren Telegram-Gruppen Fragen stellen, auf die Wissenschaftler in 30 Jahren mRNA-Forschung nicht gekommen wären, könne sie noch daran hindern. Da bloße Screenshots aus Telegram-Unterhaltungen aber schon rein optisch dem Normalbürger nicht den Eindruck vermitteln, dahinter müssten zwingend Fachkompetenz und ein adäquater, zeitgemäßer Forschungsapparat stehen, bedarf es seriös klingender Namen, die deren Vorhandensein zumindest suggerieren. Bezeichnungen wie „Institut“, „Konferenz“, „Ausschuss“, „Seminar“ oder „Symposium“ sind nicht geschützt. Sie können von jedermann verwendet werden – und je näher die Namenswahl an jener bekannter und als seriös anerkannter Einrichtungen angesiedelt ist, umso eher ist diese geeignet, den gewünschten ersten Eindruck hervorzurufen. Was beim „Erhard Seminar Training“, der „Landmark Education“, dem „Schiller-Institut“ oder der „Oxford-Persönlichkeits-Analyse“ funktioniert hat, hinter denen sich Sekten und esoterische Kreise verbargen, sollte auch der „Stiftung Corona-Ausschuss“ oder dem „Pathologischen Institut Reutlingen“ möglich sein. Der Volksverpetzer:
Dabei hätte eine einfache Google-Suche zu der Konferenz schon massive Zweifel am Inhalt geweckt. Denn ein „Pathologische Institut Reutlingen“, bei dem die Konferenz angeblich stattgefunden hat, gibt es gar nicht. Das „Institut für Pathologie“ am Klinikum in Reutlingen ist es nicht. Der Clou: Alles kann sich „Institut“ nennen, der Begriff ist nicht geschützt. Der Hauptbeteiligte, Prof. Arne Burkhardt, nennt sich offenbar nur selbst so. An der im Impressum angegebenen Adresse befindet sich eine Radiologische Gemeinschaftspraxis. Er ist als Gegner der Corona-Maßnahmen bekannt und hat auch schon Gastauftritte bei Querdenker-Gruppierungen gehabt.
Komplette Selbstdemontage des „Corona-Ausschusses“ Der „Corona-Ausschuss“ hat es jedoch schnell geschafft, sein durch den hochtrabend und offiziell klingenden Namen erlangtes Anfangsprestige nachhaltig zu verspielen. Voraussagen wie jene, wonach die meisten Menschen, die gegen Corona geimpft würden, „spätestens bis September verstorben“ sein würden, haben sich nicht einmal annähernd bestätigt. Der angebliche „Völkermordplan“, der hinter der Impfung stecken sollte, wurde also entweder sehr unprofessionell durchgeführt – oder es hat ihn schlicht nie gegeben.
(Screenshot/Twitter)
Widerlegte Aussagen dieser Art und immer schriller werdende antisemitische und die nationalsozialistischen Gräuel verharmlosende Aussagen der Protagonisten haben den obskuren „Ausschuss“ schnell aufs Abstellgleis geführt. Dass sich die zuletzt angekündigte, angeblich unmittelbar bevorstehende Anerkennung der zum „Corona-Ausschuss“ gehörigen „Stiftung“ als „gemeinnützig“ am Ende ebenfalls als Luftnummer entpuppen dürfte, könnte dem Fiasko noch die Krone aufsetzen. Eine der groß angekündigten Klagen des Wortführers des „Corona-Ausschusses“, Reiner Füllmich, gegen die deutsche Corona-Politik vor ausländischen Gerichten wurde in Toronto zu allem Überfluss noch als „querulatorisch“ ohne weitere Behandlung zurückgewiesen. Protagonisten der „Pathologie-Konferenz“ haben nicht selbst obduziert Es musste also ein neuer „großer Wurf“ her, um die Corona-Pandemie weiterhin von einer Herausforderung für das gesamte Gemeinwesen in eine riesengroße Verschwörung „von oben“ gegen „das Volk“ umdeuten zu können. Ein solcher neuer Anlauf war die sogenannte Pathologie-Konferenz, die im September 2021 ein Video veröffentlicht hatte, wonach Obduktionen von zehn Menschen ergeben hätten, dass bei den meisten Todesfällen wahrscheinlich die Covid-19-Impfung für den Tod verantwortlich gewesen wäre. Mittlerweile gibt es dazu offenbar bereits ein Follow-Up von Anfang Dezember, in dem sogar von 19 Obduktionen und „12 von 15 Fällen“ die Rede war, bei denen die Corona-Impfung den Tod verursacht habe. Die sogenannten Untersuchungen hätten zum Ergebnis gehabt, dass Impfstoffe gegen Covid-19 „undeklarierte metallhaltige Bestandteile“ enthalten hätten. Darüber hinaus wurden auch angeblich durch die Impfung verursachte Entzündungsreaktionen, ein „Lymphozyten-Amok“ an Geweben und Organen und mittlerweile sogar Fälle von „Turbokrebs“ behauptet. Belegt wurden die Behauptungen lediglich durch mikroskopische Aufnahmen, die massive Entzündungsreaktionen darstellen sollen. Schon bald nach Veröffentlichung des Videos äußerten Fachkollegen Zweifel daran, dass die federführenden Pathologen hinter der Veranstaltung, Arne Burkhardt und Walter Lang, tatsächlich Obduktionen durchgeführt haben. DGP geht auf Distanz Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) erklärte, dass beide Pathologen in ihrer Gesellschaft keine Funktion ausübten und distanzierte sich von den angeblichen Erkenntnissen, die diese auf der Veranstaltungen präsentierten. Es handele sich „um persönliche Meinungsäußerungen und nicht um die Position unserer Fachgesellschaft“. Die präsentierten Daten seien „nicht wissenschaftlich fundiert“. Die österreichische Forscherin und Wissenschaftskommunikatorin Sylvia Kerschbaum-Gruber bezeichnete das Video in ihrer Instagram-Story sogar als „Bullshit“. „Ich habe mir Teile angesehen – das gesamte Video packen meine Nerven nicht. Einen verantwortungsloseren Bullshit habe ich selten gesehen“, so Kerschbaum-Gruber.
(Screenshot/Instagram)
Neben mehreren anderen Fachkollegen und Webpräsenzen befasste sich auch das Faktenchecker-Portal „Correctiv“ mit den Darstellungen der „Pathologie-Konferenz“ des „Pathologischen Instituts Reutlingen“ – das nichts mit dem „Institut für Pathologie“ am Klinikum in Reutlingen zu tun hat, sondern mutmaßlich ebenfalls eine Fantasiebezeichnung darstellt, die Seriosität vermitteln soll. Für seine Untersuchung hatte sich Burkhardt offenbar Gewebeproben von Kollegen zusenden lassen, die von Personen zwischen 54 und 95 Jahren stammten und die zwischen 31 Tagen und sechs Monaten nach der Corona-Impfung verstorben waren. Die injizierte mRNA wird übrigens schon wenige Stunden nach der Erfüllung ihrer Funktion vom Körper wieder abgebaut – es ist daher schon prinzipiell unwahrscheinlich, dass der Impfstoff nach mehr als wenigen Tagen noch körperliche Wirkungen hervorruft. Bei zweien waren offenbar sogar weder Todeszeitpunkt noch Impfstatus bekannt. Burkhardt selbst sprach von „älteren Menschen über 50“. Krankenakten oder andere Erkenntnisse über Vorerkrankungen, Symptomatik oder genaue Umstände des Todes hatte er hingegen offenbar nicht zur Verfügung. Zudem erklärt er selbst, Probleme bei der Zuordnung der Proben gehabt zu haben:
„Weil irgendwann lagen da die Organe bei mir und ich wusste gar nicht, wozu das gehört.“
Die Pathologen äußerten sich weder zur Herkunft der Proben und Organe noch zu den Untersuchungsmethoden, die sie angewandt hatten. Wesentliche Fragen zur Einordnung bleiben unbeantwortet Die Darstellungen über angeblich „eingewanderte Lymphozyten“ oder „metallische Verunreinigungen“, die der „Pathologie-Konferenz“ zufolge Entzündungen, „Riesenzellen im Lungengewebe“ und eine „Hyperplasie und Aktivierung der lymphatischen Organe“ herbeigeführt hätten, werden von Fachkollegen unterdessen als spekulativ und nicht durch belastbare Fakten belegt eingeschätzt. Das Paul-Ehrlich-Institut, das über angebliche und tatsächliche Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Impfung Buch führt, betont, dass es zwar drei Chargen von Impfstoffen mit metallischen Verunreinigungen in Japan gegeben habe, die erkannt und aus dem Verkehr gezogen worden seien. Allerdings sei keine davon in der EU auf den Markt gekommen. Das PEI erklärt weiter:
„Alle Impfstoffe, die in Deutschland verabreicht werden, unterliegen der staatlichen Chargenprüfung. Bislang gab es keine Beanstandungen.“
Professor Benjamin Ondruschka, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, schätzt die Ausführungen der Vortragenden der „Pathologie-Konferenz“ als unklar und in keiner Weise aussagekräftig ein.
Mir war bis zum Schluss nicht klar, wovon konkret die beiden eigentlich sprechen
Die Pressekonferenz sei „weit von einem wissenschaftlichen Anspruch entfernt“ gewesen. Ursächliche Zusammenhänge seien nicht belegt worden. „Nicht klar belegte Vermutungen wie diese sollten nicht einfach auf die Öffentlichkeit losgelassen werden, die das vielleicht gar nicht einordnen kann“, zitiert Correctiv Ondruschka. Wesentliche Aspekte, die zur Beurteilung der Qualität der Erkenntnisse erforderlich wären, blieben unerörtert, zudem sei die Zusammenstellung der Fälle willkürlich und heterogen. „Nur in einem Fall ein ursächlicher Zusammenhang“ Bezüglich der Entzündungszellen im Herzmuskel, die während der Präsentation angesprochen wurden, sei weder ein potenziell tödlicher Befund noch ein Zusammenhang mit der Impfung erkennbar gewesen. Lymphozyten, die in Gewebeschnitten aufgefunden werden, seien nicht ungewöhnlich: „Die gehören ins Blut.“ Die Pathologen räumen im Video selbst ein, dass sie nur mit „vorläufigen Befunden“ gearbeitet hätten, die noch weiterer Schritte der Untersuchung bedürften. Aber man müsse „auch die vorläufigen Befunde unter die Leute bringen, damit vielleicht noch ein paar aufwachen“. Ondruschka stimmt zwar der Einschätzung zu, dass es mehr Obduktionen von Menschen geben müsse, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Corona-Impfung verstorben wären. Dass aus der niedrigen Obduktionsfrequenz jedoch eine Vertuschung von Impftoten oder eine deutlich höhere Dunkelziffer hergeleitet werden könne, liege auf der Basis der bislang schon durchgeführten Obduktionen in keiner Weise nahe:
„Wir haben hier in Hamburg bislang knapp 60 Obduktionen durchgeführt, die in zeitlichem Zusammenhang zur Corona-Impfung standen. Tatsächlich haben wir nur bei einem Fall einen ursächlichen Zusammenhang sicher feststellen können, in wenigen anderen Fällen kritisch diskutiert. Die allermeisten Fälle zeigten klar fassbare, von der Impfung unabhängige Todesursachen.“
Untersuchungen in den deutschsprachigen Nachbarländern hätten einen gleichlautenden Trend erkennen lassen:
„Das ist meilenweit von den Prozentzahlen entfernt, über die in der Pressekonferenz gemutmaßt wurde.“
Wie lassen sich unseriöse „Experten“ entlarven? Es ist nicht immer ganz leicht für in den vergangenen Jahren zunehmend kritischer gewordene Medienkonsumenten, in Sachen Corona und Impfung mit Gewissheit auf den ersten Blick seriöse Wissenschaft von ideologischer Scharlatanerie zu unterscheiden. Übergehen seriöse Medien unseriöse Darstellungen, um ihnen kein Forum zu bieten, setzen sie sich dem Vorwurf der Zensur und selektiven Berichterstattung aus. Dies ist insbesondere dann kontraproduktiv, wenn diese eine gewisse Popularitätsschwelle überschritten haben, was im Zeitalter der Echokammern in sozialen Medien schnell passieren kann. Andererseits kann ein zu penibles Streben nach Ausgewogenheit auch randständige und abstruse Positionen über Gebühr aufwerten, wie dies etwa im Fall von Debatten bei „Servus TV“ zur Corona-Krise häufig der Fall ist, wo durch eine gleichmäßige Präsenz anerkannter und nicht anerkannter Experten der Eindruck einer Gleichwertigkeit der Positionen entsteht. Von Seriosität wissenschaftlicher Symposien und medialer Analyse kann in jedem Fall eher dort ausgegangen werden, wo Positionen hinterfragt, diskutiert und mit Pro- und Contra-Argumenten diskutiert werden können. Im Fall dubioser „Konferenzen“, „Ausschüsse“ und „Alternativmedien“ geht es hingegen nur um die Begründung einer bestimmten Position – und das durchgehend. Wo die Möglichkeit, dass es sich bei Corona um eine gefährliche und potenziell tödliche Krankheit handelt, oder dass die Impfung zumindest dazu beiträgt, die Gefahr zu minimieren und die Pandemie zu überwinden, von vornherein nicht in Betracht gezogen wird und Impfungen ausschließlich im Kontext von Risiken, Schäden oder fehlender Wirksamkeit thematisiert werden, ist davon auszugehen, dass keine seriöse Wissenschaft mit im Spiel ist. Denn in diesem Fall geht es offenbar ausschließlich darum, eine bereits feststehende Position zu bestätigen und zu publizieren, was die Personen, die sie vertreten, hören wollen. Auch entgegenlautende Fakten sind Beweis für den Narrativ Während sich seriöse Wissenschaft durchaus auch mit Bedenken von Skeptikern befasst und deshalb die Mühe macht, Behauptungen von Impfgegnern und sogenannten Alternativwissenschaftlern Faktenchecks zu unterziehen, werden deren Ergebnisse von Impfgegner-Medien schlicht ignoriert oder gar nicht erst zur Kenntnis genommen. Deshalb wird man auf einschlägigen Seiten zwar beispielsweise ohne kritische Anmerkungen auskommende Berichte über Events wie die genannte „Pathologie-Konferenz“ finden. Weder im Artikel selbst noch in möglichen Folgebeiträgen wird jedoch die Einschätzung von Faktencheckern präsentiert. Besonders auffällig sind auch die völlig willkürlich variierten, unterschiedlichen Standards der Impfgegner und die wechselanfälligen Narrative dahinter: Wer sich an die ersten Monate der Pandemie erinnert, dem wird noch die Darstellung in Erinnerung sein, die Zahl der Corona-Toten werde übertrieben, weil zwischen Menschen, die ursächlich an Codiv-19 starben, und jenen, die nur mit der Infektion starben, kein Unterschied gemacht würde. Volksverpetzer:
Querdenker rühmen sich, alles zu hinterfragen und „kritischer“ zu sein als die „Schlafschafe“. Umso merkwürdiger, dass sie aktuell völlig unkritisch und ohne zu hinterfragen den Livestream der sogenannten „Pathologie-Konferenz“ teilen.
Genau diesen Unterschied machen nun auch Impfgegner nicht, wenn sie Menschen, die in einem zeitlichen Abstand von bis zu sechs Monaten oder mehr zur Impfung starben, durch die Bank zu „Impftoten“ erklären – unabhängig davon, ob und inwieweit Altersschwäche, bereits vorhandene schwere Erkrankungen oder gar Blitzschläge oder Stürze die eigentlichen Gründe für das Ableben waren. Mehr noch als das: Im Fall der „Pathologen-Konferenz“ wird eine völlig unklare Gruppe von fünf Todesfällen auf Grund bloßer Spekulationen nicht nur kausal auf die Corona-Impfung zurückgeführt, sondern dieser Befund auch zur Grundlage einer noch spekulativeren Projektion über eine vermeintlich nicht erfasste Dunkelziffer von angeblichen „Impftoten“ gemacht, von denen 90 Prozent nicht deklariert würden. Obgleich die Zahl vermeintlich an den Folgen einer Impfung Verstorbener aber so hoch sein soll, wäre sie nach Darstellung von „Querdenkern“ immer noch nicht ausreichend, um eine Übersterblichkeit zu begründen. Denn eine solche wird von den gleichen Akteuren ebenfalls bestritten. Sogar der alternativen Corona-Theorien nicht unbedingt abgeneigte russische Staatssender „SNA News“ merkt mit Blick auf diese Art von Schlussfolgerungen an, solche „Operationen“ würden „deshalb schnell verdächtigt, mehr verwandt mit Magie als mit Statistik zu sein“. SNA:
Eine „Pathologie-Konferenz“ in Reutlingen erweckte den Eindruck, dass es in Deutschland sehr viele nicht erfasste Impftote gäbe. Indes hatte die Konferenz wissenschaftliche Mängel. Hintergründe fehlten, Behauptungen wurden nicht belegt, es gibt auch offene Widersprüche. Pathologenverbände distanzieren sich von der Darstellung in Reutlingen.
Impfgegner-Verlautbarungsorgane bringen sogar das Kunststück zuwege, sich auf der gleichen Seite selbst auf – willkürlich schief interpretierte – Angaben des RKI und anderer seriöser Institutionen zu berufen, diesen aber gleichzeitig vorzuwerfen, mit falschen und unvollständigen Zahlen zu operieren. In Summe gleicht das Verständnis impfgegnerischer Einrichtungen und deren politischer und medialer Lautsprecher jenem von Sekten: Egal, was in der Welt passiert – es ist immer eine Beweis für die Richtigkeit der eigenen Position, auch wenn es den gegenteiligen Anschein haben mag. Immerhin ist davon auszugehen, dass spätestens bis Ende des Jahrhunderts die meisten Empfänger einer Corona-Schutzimpfung verstorben sein werden. Möglicherweise hatte Dr. Fuellmich bezüglich seiner Todesprognose entsprechend gar nicht den September 2021 gemeint.

Auch interessant

– Verschwörungsmythen – Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion –

Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Bosnien
Srebrenica-Massaker: 10 weitere Opfer ausgegraben

Sarajewo – Im Südosten Bosnien-Herzegowinas sind bei einer Ausgrabung eines Massengrabs die Gebeine von 10 getöteten bosnischen Muslimen identifiziert worden. Wie die Sprecherin des Instituts für vermisste Personen Bosnien-Herzegowinas, Emza Fazlić, mitteilte, handelt es sich bei den sterblichen Überresten, die im Juli dieses Jahrs in der Ortschaft Klavonik entdeckt wurden, um Bosnier, die 1995 in Srebrenica getötet wurden. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, habe die Exhumierung und Untersuchung der Gebeine zu diesem Ergebnis geführt. Die entdeckten Toten seien, das bisher am weitesten vom Tatort Srebrenica entfernt liegende Massengrab. Fazlić betonte:
„Es war sehr schwer an die sterblichen Überreste zu gelangen, weil diese mit Bauschutt und anderem Müll überdeckt war. Zur Identifizierung der vom Massengrab ausgehobenen Knochen der Opfer sind diese zur DNA-Analyse verschickt worden. Laut dem Ergebnis der DNA-Analyse handelt es sich bei den Leichen um Opfer, die während des Bosnien-Krieges getötet wurden“
Srebrenica-Genozid gilt in Europa als größtes Verbrechen seit Ende des Zweiten Weltkriegs Am 11. Juli 1995 überrannten unter dem Kommando von Militärchef Ratko Mladic bosnisch-serbische Einheiten die Ortschaft Srebrenica, obwohl die dort anwesenden holländischen UN-Blauhelmsoldaten zum Schutz der dortigen Zivilbevölkerung eingesetzt waren. Die hilflosen Menschen flüchteten zuvor in die UN-Schutzzone, um den bosnisch-serbischen Mordkommandos zu entkommen. Die Schergen von Ratko Mladic erlaubten Frauen und Kindern die Durchreise in die von der bosnischen Armee kontrollierten Gebiete, während mindestens 8.372 bosnische Männer und Jungen durch die niederländischen UN-Blauhelmsoldaten an die serbische Armee übergeben wurden. Serbische Einheiten ermordeten die männliche Zivilbevölkerung in Waldgebieten, in Fabriken und Lagern und die getöteten Menschen wurden anschließend in Massengräber verscharrt. Der Genozid von Srebrenica gilt in Europa als das größte Verbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch nach 26 Jahren ist es nicht gelungen, die Leichen von fast 1.000 Opfern des Srebrenica-Genozids zu finden. Kaan Aydin/Sarajewo

Auch interessant

– Irland – Grausiger Fund: 800 Babyleichen unter ehemaligem Heim einer Kirche entdeckt

Wie eine vom Staat beauftragte Untersuchungskommission am Freitag mitteilte, wurde damit ein bereits 2014 von einer Historikerin vorgelegter Bericht bestätigt.

Grausiger Fund: 800 Babyleichen unter ehemaligem Heim einer Kirche entdeckt

.