Invasion der Ukraine
Ukraine-Krieg: Erdogan wirft NATO und EU Tatenlosigkeit vor

0
Ankara – Der türkische Präsident hat der NATO und der EU hinsichtlich des Krieges in der Ukraine Tatenlosigkeit vorgeworfen. Der Westen und seine Institutionen, insbesondere die NATO, hätten in der anhaltenden russisch-ukrainischen Krise entschiedenere Schritte unternehmen sollen, sagte Recep Tayyip Erdogan und betonte, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr konkrete Unterstützung als Ratschläge aus westlichen Hauptstädten brauche. „Die NATO hätte einen entschlosseneren Schritt unternehmen müssen“, so Erdogan, dessen Land Mitglied des Militärbündnisses ist, vor Reportern. „Die EU und der ganze Rest des Westens haben es versäumt, eine entschlossene und ernsthafte Haltung einzunehmen. Sie geben der Ukraine eine Menge Ratschläge. Es ist nicht möglich, durch diese Ratschläge ein Ergebnis zu erzielen“, erklärte Erdogan. Russland begann am frühen 24. Februar mit einer völkerrechtswidrigen „speziellen Militäroperation“ gegen die ukrainische Regierung, wie es sie nannte. Fast alle Staaten und internationalen Organisationen haben Moskau verurteilt und wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen angekündigt. Kritiker erklärten jedoch, dass die Sanktionen weit davon entfernt seien, den russischen Präsidenten Wladimir Putin abzuschrecken. Obwohl die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und einige westliche Staaten bereits Sanktionen gegen Moskau angekündigt haben, sagte Selenskyj, dass sie gegen Russland allein gelassen wurden. Er kritisierte den Westen dafür, dass er seine konkrete Unterstützung erst spät angeboten habe.
 

Auch interessant

– Ukraine-Krise – Erdogan verurteilt russische Invasion

„Militäroffensive bedroht regionale und globale Sicherheit“

Erdogan verurteilt russische Invasion

Rüstungsindustrie
„Ukraine-Krieg verdeutlicht die Bedeutung einer unabhängigen Rüstungsindustrie“

Istanbul – Inmitten des Krieges zwischen der Ukraine und Russland, hat sich zum ersten Mal der Technologiechef von Baykar Technologies, Selçuk Bayraktar, zum Ukraine-Krieg und zur Entwicklung von einheimischen Rüstungsgütern geäußert. Der Erfinder der Aufklärungs- und Angriffsdrohne, Bayraktar TB2 erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter: „Die Ereignisse in der Welt zeigen ganz deutlich, dass mit einheimischen Technologien eine starke und unabhängige Rüstungsindustrie für die Nationen von entscheidender Bedeutung ist. Zu einer Türkei, die vollkommen unabhängig, stark und zu Wohlstand führt, besteht der einzige Weg in der Initiative der nationalen Technologien Solidarität mit der Ukraine Er verurteile aufs Schärfste die rechtswidrige Besetzung Russlands unter Missachtung der Souveränität einer unabhängigen Ukraine. Ferner unterstütze er die Krim und die Ukraine, die Heimat der türkischen Brüder, die sich der Besatzung widersetzten. Die Ukraine hatte 20 türkische Aufklärungs- und Angriffsdrohnen des Typs Bayraktar TB2 erworben und diese zunächst im Konflikt gegen die Separatisten im Donbass-Gebiet eingesetzt. Inwieweit die technologisch hoch modernen türkischen Bayraktar TB2 Drohnen im Ukraine-Krieg zum Einsatz gekommen sind, ist derzeit nicht bekannt. Kemal Bölge

Auch interessant

– Ukraine-Krise – Erdogan verurteilt russische Invasion

„Militäroffensive bedroht regionale und globale Sicherheit“

Erdogan verurteilt russische Invasion

Ukraine-Krise
Ukraine und Russland beraten über Friedensgespräche

0
Kiew – Die Ukraine hat Berichte dementiert, wonach sie ein russisches Angebot zur Aufnahme von Friedensgesprächen abgelehnt hat. Ein Sprecher des ukrainischen Präsidenten Zelensky hat soeben erklärt, das Land sei bereit, unverzüglich Waffenstillstands- und Friedensgespräche mit Russland zu führen. Er sagte, dass russische und ukrainische Beamte derzeit Zeit und Ort für die Gespräche erörtern. Der Sprecher des ukrainischen Präsidenten, Serhiy Nykyforov, sagte in einer Mitteilung:
„Ich muss Aussagen dementieren, dass wir Gespräche abgelehnt haben. Die Ukraine war und bleibt bereit, über die Beendigung der Kämpfe und über Frieden zu sprechen. Das ist unsere unveränderte Position. Wir haben dem Angebot des russischen Präsidenten zugestimmt. Im Moment beraten die Seiten über Ort und Zeit der Verhandlungen. Je früher die Gespräche beginnen, desto größer ist die Chance, das normale Leben wiederherzustellen.“
Krieg in der Ukraine Europa wird von einem der größten militärischen Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg erschüttert. Am gestrigen Donnerstag haben russischen Streitkräfte einen Großangriff auf die Ukraine gestartet und Raketen auf Städte und militärische Ziele abgefeuert.

Die Invasion zu Lande, zu Wasser und in der Luft begann nach einer Fernsehansprache, in der der russische Präsident Wladimir Putin das ukrainische Militär aufforderte, seine Waffen niederzulegen. Medienberichten zufolge waren bereits am Freitag die ersten russischen Einheiten in die Hauptstadt Kiew vorgedrungen. Das ukrainische Verteidigungsministerium rief die Bevölkerung auf, sogenannte Molotow-Cocktails zum Kampf vorzubereiten.

Auch interessant

– Ukraine-Krise – Nato beschließt Verlegung der schnellen Eingreiftruppe nach Osteuropa

Am zweiten Tag des Krieges in der Ukraine setzte die russische Armee ihre Angriffe unverändert fort.

Nato beschließt Verlegung der schnellen Eingreiftruppe nach Osteuropa

Ukraine-Krise
Nato beschließt Verlegung der schnellen Eingreiftruppe nach Osteuropa

0
Kiew – Am zweiten Tag des Krieges in der Ukraine setzte die russische Armee ihre Angriffe unverändert fort. Im Großraum Kiew kämpfen russische und ukrainische Truppen gegeneinander. Das ukrainische Verteidigungsministerium forderte die Bevölkerung dazu auf Widerstand zu leisten. Auch im Süden und Osten des Landes gingen die Kämpfe weiter. Während die Kämpfe weitergingen, hat der ukrainische Präsident Zelenskj eine Generalmobilmachung angeordnet. Damit dürfen Männer zwischen 18 bis 60 Jahren das Land nicht verlassen. Ukrainisches Innenministerium: Sabotage-Kommandos ausgeschaltet Nach Informationen des ukrainischen Innenministeriums sind mehrere Sabotage-Kommandos in Kiew ausgeschaltet worden. Ministeriumsangaben zufolge sollen die Saboteure auch in anderen Städten aktiv gewesen sein. Die Polizei suche nach Personen, die mit russischem Akzent sprächen und unvermittelt in den Regionen angekommen seien. Raketenangriffe auf Kiew Dmytro Kuleba, Außenminister der Ukraine, berichtete über Raketenangriffe auf Kiew. Er schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter:
„Schrecklicher russischer Raketenbeschuss auf Kiew. Das letzte Mal, dass unsere Hauptstadt etwas Ähnliches erlebt hat, war 1941, als sie von Nazi-Deutschland angegriffen wurde. Die Ukraine hat dieses Übel besiegt und wird auch dieses besiegen. Stoppt Putin. Isolieren Sie Russland. Brechen Sie alle Beziehungen ab. Schmeißt Russland aus allen Ländern raus.“
  Kemal Bölge

Chodschali-Massaker
Kommentar: Warum äußert sich der deutsche Bundestag nicht zum Völkermord in Chodschali?

Ein Gastbeitrag von Gurban Mammadow Morgen, am 26. Februar, ist der 30. Jahrestag des von Armenien und der Sowjetarmee begangenen Völkermords von Chodschali. Diese Tragödie, die sich Ende des zwanzigsten Jahrhunderts ereignete, ist eines der schwersten Verbrechen gegen die gesamte Menschheit. Jahrhunderts stattfand, ist eines der schwersten Verbrechen gegen die gesamte Menschheit. Der Völkermord von Chodschali fällt mit den schrecklichen Tragödien dieses Jahrhunderts zusammen, wie Khatin, Hiroshima, Nagasaki und Songmi. In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1992 drangen das 366. motorisierte Gewehrregiment der ehemaligen Sowjetarmee und armenische Streitkräfte in die aserbaidschanische Stadt Chodschali ein, töteten Zivilisten, zerstörten und verbrannten die Stadt, Häuser und soziale Infrastruktur. Bei dieser Tragödie wurden 613 Menschen getötet, darunter 106 Frauen, 63 Kinder und 70 ältere Menschen. Hunderte von Zivilisten wurden schwer verletzt, und 1275 Menschen wurden als Geiseln genommen. Während des Massakers wurden 8 Familien vollständig zerstört, 25 Kinder verloren beide Elternteile und 130 Kinder ein Elternteil. Ein weiterer Teil der Einwohner von Chodschali wurde bei dem Versuch, aus der Stadt zu fliehen, in einem vorher arrangierten Hinterhalt brutal getötet. An diesem Tag wurden zahlreiche Artikel und Berichte in den internationalen Medien und von internationalen Nichtregierungsorganisationen über diese schreckliche Tragödie veröffentlicht. Der Völkermord von Chodschali wird in vielen Ländern in parlamentarischen Gesetzen anerkannt und gewürdigt. Bislang haben die Parlamente der Tschechischen Republik, Bosnien und Herzegowinas, Schottlands, Kolumbiens, Mexikos, Honduras‘, Pakistans, Jordaniens, Panamas, Perus, des Sudans, Dschibutis, Guatemalas, Paraguays, Sloweniens, Indonesiens, Afghanistans und der Türkei sowie mehr als zwanzig US-Bundesstaaten parlamentarische Resolutionen verabschiedet. Denkmäler und Gedenkstätten zum Gedenken an die Opfer des Völkermords von Chodschali wurden in Den Haag (Niederlande), Berlin (Deutschland), Sarajewo (Bosnien und Herzegowina) und Mexiko (Mexiko), Ankara, Istanbul, Sakarya, Izmir, Izmit, Usak, Kocaeli (Türkei) und Baku errichtet.
(Mexiko Stadt)
Die amtliche Untersuchung ergab, dass die Angriffe auf die Zivilbevölkerung in Chodschali nach internationalem Recht, insbesondere nach der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes, folgende Elemente des Verbrechens des Völkermordes aufweisen: actus reus (objektiver Aspekt der Tat), das Vorhandensein einer besonders geschützten Gruppe, auf die die Täter abzielen, und eine spezifische völkermörderische Absicht, eine Gruppe aus rassischen, ethnischen, nationalen oder religiösen Gründen ganz oder teilweise zu vernichten. Als Ergebnis der Untersuchung wurde festgestellt, dass folgende Gründe für die Fortsetzung des Strafverfahrens im Zusammenhang mit den in Chodschali begangenen Verbrechen vorlagen: eindeutige und begründete Beweise für die Absicht, die Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten; dass das Vernichtungsereignis in Chodschali für die ermittelte Gruppe „ausreichend“ war, um volle Auswirkungen zu haben; und die Begehung eines Verbrechens in einem bestimmten geografischen Gebiet. Dieses Massaker in Chodschali stellt nach dem Völkerrecht einen Völkermord mit unvorstellbarer Grausamkeit und Folter dar. In der Resolution 96 (I) der UN-Generalversammlung vom 11. Dezember 1946 heißt es, dass der Völkermord durch die Verletzung des Rechts auf Leben menschlicher Gruppen die menschliche Identität beleidigt, die Menschheit der von Menschen geschaffenen materiellen und geistigen Werte beraubt, den universellen Werten völlig zuwiderläuft und von der Weltgemeinschaft verurteilt wird. verurteilt. Die Merkmale des Verbrechens des Völkermordes sind in der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes definiert, die durch die Resolution 260 (III) der UN-Generalversammlung vom 9. Dezember 1948 angenommen wurde. Die Tatsache, dass die Verbrechen, die während des Völkermords in Chodschali begangen wurden, vorsätzlich begangen wurden, mit der Absicht der Massenvernichtung von Menschen auf der Grundlage ihrer Nationalität, beweist, dass es sich um einen Völkermord handelt. In Chodschali wurden alle Handlungen begangen, die den Tatbestand des Völkermordes erfüllen und in der Konvention verankert sind. Leider haben die deutsche Regierung und der Bundestag noch keine offizielle Position zum Völkermord in Chodschali bezogen. Die regierende SPD-Fraktion hat das Thema 2017 in einer Pressemitteilung angesprochen, aber das ist nicht genug. Im Jahr 2016 hat der Deutsche Bundestag eine Sonderentschließung zu den Ereignissen von 1915 verabschiedet. Was hindert den Bundestag also daran, eine offizielle Stellungnahme zu Chodschali abzugeben? Die Nationalität oder die Religion der Opfer des Völkermords von Chodschali…Was ist der Grund?
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

Auch interessant

– Chodschali-Massaker – Zum 30. Jahrestag des Massenmords von Chodschali

Heß: „Der vorzeitige Tod des großen armenischen Friedensaktivisten Georgi Vanyan, der als einer der ganz wenigen Armenier die Realität des Verbrechens von Chodschali anerkannt hatte, ist ein herber Rückschlag für die um Frieden und Aussöhnung zwischen Armeniern und Aserbaidschanern Bemühten gewesen.“

Zum 31. Jahrestag des Massenmords von Chodschali

Ukraine-Krise
Ukraine-Einmarsch: AfD verurteilt Russland

0
Berlin – Die AfD hat den Einmarsch Russland in die Ukraine scharf verurteilt und die Einstellung aller Kampfhandlungen russischer Streitkräfte gefordert.
Das gewaltsame, die territoriale Integrität der Ukraine verletzende Vorgehen Russlands wird vom Bundesvorstand der Alternative für Deutschland uneingeschränkt verurteilt. Krieg kann kein Teil einer dauerhaften Problemlösung sein, weshalb die sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen russischer Streitkräfte als Voraussetzung für die Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine gefordert wird.
Eine europäische Sicherheitsarchitektur und tragfähige Friedensordnung könne nur auf den „Grundsätzen der nationalen Souveränität, der territorialen Unverletzbarkeit und der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten beruhen“, so die AfD in einer Mitteilung. Deutschland müsse die Wehrpflicht wieder aktivieren und  deutlich mehr als bisher in seine Verteidigung investieren. Dieser Konflikt zeige, dass die Bundeswehr nicht einmal ansatzweise einsatzbereit sei. Die Eskalation sei auch Folge einer schrittweisen Entfremdung zwischen NATO und Russland aufgrund strategischer Interessenkonflikte zwischen USA und Russland, Die AfD schlägt deshalb einen Interessenausgleich zwischen den USA, Europa und Russland durch verbindliche Rüstungskontrollmechanismen vor. Krieg in der Ukraine Europa wird von einem der größten militärischen Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg erschüttert. Am gestrigen Donnerstag haben russischen Streitkräfte einen Großangriff auf die Ukraine gestartet und Raketen auf Städte und militärische Ziele abgefeuert. Die Invasion zu Lande, zu Wasser und in der Luft begann nach einer Fernsehansprache, in der der russische Präsident Wladimir Putin das ukrainische Militär aufforderte, seine Waffen niederzulegen. Medienberichten zufolge waren bereits am Freitag die ersten russischen Einheiten in die Hauptstadt Kiew vorgedrungen. Das ukrainische Verteidigungsministerium rief die Bevölkerung auf, sogenannte Molotow-Cocktails zum Kampf vorzubereiten.

Auch interessant

– Ukraine-Krise – Erdogan verurteilt russische Invasion

„Militäroffensive bedroht regionale und globale Sicherheit“

Erdogan verurteilt russische Invasion

Chodschali-Massaker
Zum 31. Jahrestag des Massenmords von Chodschali

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Reinhard Heß Gedenken wird oft als Begegnung der Gegenwart mit der Vergangenheit konzipiert. In dieser Sichtweise verbirgt sich ein Paradox. Denn das erinnerte Vergangene ist einerseits für immer abgeschlossen und besteht anderseits ewig, weil es nicht mehr veränderbar ist. Die erinnerte Vergangenheit ist anwesend und abwesend zugleich. Wenn man sich an Schreckliches erinnert, kann dieses Paradox der Erinnerung leicht zur Verzweiflung führen. Diese kann aus der Erkenntnis erwachsen, dass Menschen anderen Menschen unvorstellbare Dinge angetan haben, also jederzeit auch erneut antun können. Darunter sind Dinge, die noch grausamer und sinnloser sind als der Schrecken der nichtmenschlichen Natur. Aus dieser Verzweiflung kann sodann auch der gegenteilige Reflex entstehen: Dann flieht man sich angesichts der menschlichen Schrecklichkeit – τὸ δεινόν, wie es bei Aischylos und anderen Griechen heißt – in Zweckoptimismus. Man glaubt dann allzu leicht, dass der Ausruf „Nie wieder!“ nicht nur ein moralischer Imperativ, sondern bereits eine Vorhersage sei. Aus der Erinnerung an Furchtbares ergibt sich aber auch eine Chance. Sie besteht darin, dass wir angesichts des vergangenen Leids, das entsprechend der obigen Definition von Gedenken in unserer Gegenwart fortwirkt, nach dessen Ursachen fragen können. Diese Chance bietet sich natürlich nur dann, wenn wir bereit sind, das Geschehene im Sinne von Tacitus zu akzeptieren und aus ihm zu lernen, ohne es zu beschönigen, ohne die Wahrnehmung der historischen Tatsachen unseren persönlichen, ideologischen oder sonstigen Vorlieben, Interessen und Abneigungen zu unterwerfen. Diese Voraussetzungen sind beim Gedenken an den Massenmord von Chodschali augenscheinlich noch nicht erfüllt. Auf der einen Seite ist das Massaker auf der internationalen Bühne zum Teil anerkannt worden. 17 Staaten und 24 US-Bundesstaaten, Tendenz steigend, haben ihn offen verurteilt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ordnete den Massenmord von Chodschali als „Handlungen von besonderer Schwere, die auf Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinauslaufen“, ein. Trotz dieser und anderer Anerkenntnisse wird die Realität des Verbrechens immer noch von einigen geleugnet. Dabei sind die Namen der 613 aserbaidschanischen Zivilisten, die am 25. und 26. Februar 1992 von armenischen Einheiten im Verband mit dem russländischen – vormals sowjetischen – Infanterie-Garde-Regiment Nr. 366 in der Karabacher Stadt Chodschali ermordet wurden, bekannt, ebenso wie unzählige Details über den Ablauf des Massenmordes, einschließlich dessen photographischer Dokumentation. Über jene 613 Opfer weiß man ebenso Bescheid wie über die weiteren aserbaidschanischen Zivilisten, die während des Kriegsverbrechens verwundet, vertrieben oder zu Geiseln gemacht wurden, wobei viele der Geiseln nie mehr zurückkehrten. All diese Opfer zu verschweigen ist gleichbedeutend damit, ihren Tod und ihr Leiden nachträglich gutzuheißen. Das Kriegsglück hat sich inzwischen gewendet. Die Besatzer Karabachs, auf deren Konto das fürchterliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit von Chodschali gegangen ist, haben im Jahr 2020 eine schwere militärische Niederlage erlitten. Aserbaidschan konnte einen großen Teil seines Territoriums zurückgewinnen, so, wie dies in den bekannten UN-Resolutionen des Jahres 1993 gefordert worden war. Doch die Wurzeln des Konflikts sind immer noch vorhanden, tief in der Erde, bereit und fähig, jederzeit wieder neue Provokationen, Anschläge, Attacken, Zusammenstöße und sogar Kriege hervorzubringen. Ein wirklicher Frieden müsste mehr als nur das Ende eines Konflikts oder Krieges oder das Abschließen eines Waffenstillstands sein. Er müsste die Wurzeln des Konflikts angehen. Wirklichen Frieden wird es nur geben, wenn einstmals das Vertrauen auf das Gemeinsame stärker sein wird als die Angst vor dem vermeintlich Trennenden. Ein im wahrsten Sinne des Wortes tragisches Element der jetzigen Situation liegt darin, dass zu wenige Menschen den Stimmen Glauben schenken, die sagen, dass Frieden zwischen Armeniern und Aserbaidschanern möglich ist. Der vorzeitige Tod des großen armenischen Friedensaktivisten Georgi Vanyan, der als einer der ganz wenigen Armenier die Realität des Verbrechens von Chodschali anerkannt hatte, ist ein herber Rückschlag für die um Frieden und Aussöhnung zwischen Armeniern und Aserbaidschanern Bemühten gewesen. Wie unendlich weit scheint also der Weg zu sein, den Armenier und Aserbaidschaner noch gehen müssen, um zum Frieden zurückzufinden! Wer oder was soll sie wieder auf diesem Weg zusammenführen? Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage hilft uns erneut ein Blick in die Geschichte. Denn diese hält für uns nicht nur Episoden des Schreckens und der unfassbaren Grausamkeit bereit, sondern auch hoffnungsvolle Ansätze. Am ehesten finden wir solche Ansätze vielleicht in den Worten Üzeyir Hacıbәyovs (1885-1948), des aus der Nähe von Schuscha stammenden und dort lange Zeit wirkenden genialen aserbaidschanischen Komponisten und Schöpfers der ersten Oper der islamischen Welt, des bahnbrechenden Musikwissenschaftlers, der die klassische aserbaidschanische und westliche Musikwissenschaft miteinander vermählte. Unter dem Schock der fürchterlichen Massaker, die 1905 und 1906 zwischen Armeniern und Aserbaidschanern stattfanden, richtete er folgenden Appell an alle Bewohner der Kaukasusregion:
„Es reicht jetzt! Lasst uns wieder zur Vernunft kommen! Lasst uns diesen so grauenvollen Anblick unseres Vaterlandes, welches schon seit Tausenden von Jahren in Strömen von Tränen und Blut versunken ist, beseitigen und uns bemühen, unter den Strahlen der Sonne der Einigkeit neues Licht zu tanken!“
Hier sieht man, dass Hacıbәyov nicht nur jene Gewalt im Blick hatte, die seinem Appell unmittelbar vorausgegangen war, sondern die jahrtausendealte menschliche Geschichte des gegenseitigen Massakrierens und Ermordens, Hassens und Bekämpfens überhaupt. Dass das Haus-Museum des Humanisten und Musikgenies Hacıbәyovs zusammen mit zahlreichen anderen kulturellen Artefakten, Monumenten und Stätten Schuschas von den Okkupanten der Stadt in der Zeit zwischen 1992 und 2020 ganz bewusst vandalisiert worden ist, sagt im Übrigen viel über die Mentalität der Besatzer. Aus heutiger Sicht kann Hacıbәyovs Appell an die Menschlichkeit leicht naiv wirken, insbesondere, wenn man auf das gute Jahrhundert des Hasses und Blutvergießens zurückblickt, das Armenier und Aserbaidschaner in ihrer gemeinsamen Geschichte seither erlebt haben, oder wenn man sich den Großteil der beiderseitigen Rhetorik von heute ansieht. Aber vielleicht wäre genau diese Naivität einer der Wege, um sich erneut einer friedlicheren Situation anzunähern. Stattdessen glauben viel zu viele, dass es gute Gründe geben könnte, den Konflikt erneut anzufachen. Wirtschaftliche, politische, geopolitische, historische, kulturelle, religiöse Gründe, alle möglichen Arten von Gründen werden dabei ins Feld geführt. Vor der Katastrophe von 1905 und 1906, die vielleicht als eine Art Urknall des armenischaserbaidschanischen Konflikts beschrieben werden kann, war Karabach mit seinem Zentrum Schuscha und seinen kleineren Orten wie Chodschali ein Ort kultureller Begegnung, friedlichen Miteinanders und gegenseitiger Bereicherung gewesen, auch zwischen Armeniern und Aserbaidschanern. Aserbaidschanische Autoren wie Firidun bәy Köçәrli (1863-1920) und Mәmmәd Sәid Ordubadi (1872-1950) bezeugen dies in ihren Werken. Bereits durch die Gründung des muslimisch-aserbaidschanischen Khanats von Karabach (1747) war Karabach zu einem der Zentren der aserbaidschanischen Kultur aufgestiegen. Der Beitrag, den Karabach und seine Metropole Schuscha auf literarischem, musikalischem und sonstigem künstlerischem Gebiet zur Kultur Aserbaidschans geleistet haben, kann sich in einer diachronischen Perspektive ohne Weiteres mit demjenigen von Täbris, Baku, Gändschä oder Schamachi messen. Insbesondere in der Zeit von der Gründung des Khanats Karabach bis zum Aufstieg Bakus zur neuen Kulturmetropole Nordaserbaidschans am Ende des 19. Jahrhundert prägten die Dichter, Schriftsteller, Musiker und Komponisten aus Schuscha und Karabach das aserbaidschanische Kulturleben nicht nur entscheidend mit. Vielmehr schufen sie auch einen wesentlichen Teil der Voraussetzungen für jene Wiedergeburt der aserbaidschanischen Kultur, die diese zu einer wahrhaften Brücke zwischen der türkischmuslimischen und der westlichen Welt machte. Die Früchte dieser Renaissance erntet Aserbaidschan noch heute. Vor dem Hintergrund dieser kulturellen Blüte entwickelten sich auch die Beziehungen zwischen Armeniern und Aserbaidschanern recht gedeihlich, zumindest bis zur durch Russland ins Spiel gebrachten Instrumentalisierung von Armeniern zum Ausbau und zur Festigung seiner Herrschaft. Im Karabach des 18. und 19. Jahrhunderts heirateten Armenier und Aserbaidschaner einander, sie feierten zusammen, sie dichteten und musizierten gemeinsam. Das Beispiel der aus der Nähe von Schuscha stammenden aserbaidschanischen Dichterin Aşıq Pәri (ca. 1802-1842) und ihres armenischstämmigen Kollegen Mirzəcan bəy Mədədov veranschaulicht die Tiefe dieser früheren Interaktion und das Potential der wechselseitigen kulturellen Beziehungen. So lieferten sich beide spielerische Auseinandersetzungen in Gedichtform (deyişmә) in aserbaidschanischer Sprache. Auch wenn sie dabei, der Natur des Genres entsprechend, versuchten, kein gutes Haar am jeweils anderen zu lassen und sogar vor dem rhetorischen Ausspielen von Geschlechterrolle, Herkunft und Religion nicht zurückschrecken, gab es zu dieser Zeit weder zwischen diesen beiden noch sonst irgendwo in Aserbaidschan jenen blinden und unversöhnlichen Hass, der sich vor allem ab 1905 explosionsartig ausbreitete. Auf dem Weg eines beiderseitigen Dialogs mit der Bereitschaft, zuzuhören und gegebenenfalls auch eigene Positionen zu ändern, kann es möglich sein, diesen alten Geist der Toleranz wiederzubeleben und sich von einem Teil der angeblich unüberwindlichen Schranken und Hindernisse zu befreien, die gegenwärtig zwischen den Völkern stehen. Auf dem Weg zum Frieden zwischen Armeniern und Aserbaidschanern werden allerdings auf Ausschließlichkeit und Alleinvertretungsansprüche gegründete Konzeptionen von der eigenen und fremden Identität ein Problem darstellen. Statt solche Essentialisierungen bezüglich der eigenen Geschichte, Kultur, Religion und anderer Dinge zur alleinigen Richtschnur des Denkens zu machen, wird es erforderlich sein, sie ein Stück weit zu relativieren. Dies hieße nichts anderes, als die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Denn kein einziges Volk und keine Nation haben eine Geschichte, die nicht mit der Vergangenheit anderer Völker und Nationen untrennbar verwoben wären. Gerade die Idee einer eigenen nationalen Vergangenheit und starken kulturellen Tradition bestätigt dies: das Eigene kann es nur geben, wenn es auch das Fremde gibt. Es wäre zumindest einen Versuch wert, jene Tradition des respektvollen, vielleicht auch distanzierten, aber friedlichen Neben- und Miteinanders wiederzubeleben, für die gerade Aserbaidschans kulturelle Wiege Karabach eindrucksvolle Beispiele liefert. Voraussetzung dafür wird aber eine Einigung auf die dauerhafte Anerkennung völkerrechtlich verbindlicher Grenzen und Zugehörigkeiten sein, ferner der Verzicht auf revisionistische Projekte, die meistens auf immer neuen historischen Konstrukten beruhen, sowie nicht zuletzt die Anerkennung der Faktizität des Massakers von Chodschali sowie anderer Verbrechen. Im eher hoffnungsvoll gestimmten Teil der Publizistik über den armenischaserbaidschanischen Konflikt wird dieser bisweilen mit der deutsch-französischen sogenannten Erbfeindschaft verglichen, die es in den einhundertfünfzig Jahren vom Beginn des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab. Es wird in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass es Franzosen und Deutschen nach einhundertfünfzig Jahren des Hasses möglich gewesen ist, ein neues Kapitel aufzuschlagen, politisch, intellektuell und vor allen Dingen menschlich. Es stimmt: Das Beispiel Deutschlands und Frankreichs zeigt zumindest, dass die Gräben des Hasses auch zwischen Nationen zugeschüttet werden können, die lange Zeit verfeindet gewesen sind. Allerdings darf man nicht vergessen, welcher Anlass und welche Erfahrung der späten – sehr späten! – Erkenntnis vorausgingen, dass Friede, Verständnis, Kommunikation und Annäherung zwischen Deutschen, Franzosen und allen Europäern der einzige Weg zum Frieden, zu einer gemeinsamen erträglichen Zukunft aller Beteiligten sind. Dies war die Erfahrung des von Deutschland in Europa entfesselten Zweiten Weltkriegs und der von Deutschen begangenen nie dagewesenen Menschheitsverbrechen, an die wir uns unter der Bezeichnung „Holocaust“ erinnern. Erst die Folgen des von Deutschland ausgehenden Weltkriegs, des jegliches Vorstellungsvermögen übersteigenden industrialisierten Massenmordes und der anderen deutschen Verbrechen führten zur Besinnung, es waren nicht die Menschlichkeit und die Ratio allein. Es ist Armeniern und Aserbaidschanern zu wünschen, dass dasjenige Denken, diejenigen Einstellungen, Gefühle und Wünsche, die die Katastrophe von Chodschali herbeigeführt haben, durch ihr Gegenteil ersetzt werden, und zwar bevor es zu weiteren menschlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Katastrophen kommen muss. Es ist zu hoffen, dass beide Nationen auf dem Wege von Dialog und Verhandlungen zu einem friedlichen Modus vivendi finden und so ihre in vielen Fällen nicht nur erträgliche, sondern auch befruchtende und schöne gemeinsame Geschichte vor der Zeit des Hasses wiederentdecken können.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar
Michael Reinhard Heß ist promovierter und habilitierter Turkologe und seit 2005 Privatdozent an der FU Berlin. Thema der Habilitation waren Leben und Sprache des aserbaidschanischen Dichters İmadәddin Nәsimi (1370–1417). Zum Thema Karabach hat er die Bücher „Panzer im Paradies“ (Dr. Köster 2016) und „Karabakh from the 13th century to 1920“ (Gulandot, 2020) verfasst.

Auch interessant

– Massaker von Chodschali – „Die Opfer des Völkermordes von Chodschali warten immer noch auf Gerechtigkeit“

Ein Gastbeitrag von Dr. Adil Aliyew – Vizepräsident des Parlaments der Republik Aserbaidschan.

„Die Opfer des Völkermordes von Chodschali warten immer noch auf Gerechtigkeit“

Massaker von Chodschali
„Die Opfer des Völkermordes von Chodschali warten immer noch auf Gerechtigkeit“

Ein Gastbeitrag von Dr. Adil Aliyew – Vizepräsident des Parlaments der Republik Aserbaidschan Einer der schrecklichsten Tragödien des 20. Jahrhunderts Am 26. Februar 2022 jährt sich zum dreißigsten Mal der Völkermord von Chodschali, der als eines der schrecklichsten Tragödien des 20. Jahrhunderts gilt. Der Genozid von Chodschali ist ein Schmerz, den niemand vergessen kann. Infolge dieses abscheulichen Verbrechens wurden 613 aserbaidschanische Zivilisten aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit auf grausame Weise getötet, 487 wurden verkrüppelt, und 1.275 Einwohner wurden gefangen genommen und schwer gefoltert. Das Schicksal von 150 Geiseln, darunter 68 Frauen und 26 Kinder, ist nach wie vor ungeklärt. Am 26. Februar 1992 begingen die armenischen Streitkräfte während der Okkupation der Stadt Chodschali einen Völkermord an der dortigen Zivilbevölkerung, einer Stadt in der aserbaidschanischen Region Berg-Karabach. Darüber hinaus möchte ich in Bezug auf Völkermord auf das internationale Recht eingehen. Folgende Instrumente müssen als Rechtsgrundlage für die Einstufung des Massakers von Chodschali als internationales Verbrechen angesehen werden. Die entsprechende Konvention über die Verhütung und Bestrafung von Völkermord trat 1951 in Kraft. Zuvor wurde es von der UN-Generalversammlung am 9. Dezember 1948 (Resolution 260 (III)) verabschiedet. Zur gleichen Zeit gab es viele Urteile zu diesem Thema, darunter das Statut des Nürnberger Militärtribunals, das Statut des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda, die Charta des Internationalen Strafgerichtshofs usw. Die Ereignisse in Chodschali haben nicht die notwendige Beachtung erfahren Mit Bedauern stellen wir fest, dass die langjährige armenische Aggressionspolitik gegen unser Land, insbesondere der Genozid in Chodschali, von der Weltgemeinschaft nicht die notwendige Beachtung erfahren hat. In diesem Sinne möchten wir betonen, dass es sich bei den Ereignissen in Chodschali nicht nur um einen Völkermord am aserbaidschanischen Volk handelt, sondern auch um ein blutiges Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der schreckliche Völkermord, der sich an der Schwelle zum 21. Jahrhundert ereignet hat, ist ein deutliches Beispiel für die Gefahren, denen die Menschheit noch immer ausgesetzt ist. Solidaritätsbekundungen der Welt mit Aserbaidschan tragen in diesem Fällen dazu bei, eine Wiederholung solcher Fälle nicht nur in Aserbaidschan, sondern auch weltweit zu verhindern. Wir rufen alle Menschen auf, sich zu dem vor dreißig Jahren an Aserbaidschanern begangenen Völkermord zu äußern, und wir hoffen, dass sie in dieser Hinsicht eine angemessene Entscheidung treffen. Trotz der Beendigung der 30-jährigen Besetzung aserbaidschanischer Gebiete infolge des 44-tägigen Vaterländischen Krieges warten die Opfer des Genozids von Chodschali immer noch auf Gerechtigkeit. Wir rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, die von Armenien begangenen Angriffshandlungen gegen Aserbaidschan sowie die vorsätzlich durchgeführten Angriffe auf die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur entschlossen zu verurteilen und dafür zu sorgen, dass Armenien seinen Verpflichtungen nach dem Völkerrecht und dem humanitären Völkerrecht nachkommt. Wir halten es außerdem für notwendig, ein Dokument mit der entsprechenden rechtlichen und politischen Bewertung des Völkermords von Chodschali zu verabschieden, um eine gerechte öffentliche Meinung über die armenische Aggression gegen Aserbaidschan zu bilden, was wiederum dazu beitragen wird, die Wiederholung solcher Fälle nicht nur in Aserbaidschan, sondern in der ganzen Welt zu verhindern. Weitere Informationen über den Völkermord in Chodschali finden Sie unter Justice for Kholjaly

Zum Thema

– Massaker von Chodschali – Drei Bedeutungen von „Geschichte“: Zum Massenmord von Xocalı/Chodschali

Am 25. Februar 1992 gegen 23 Uhr griffen etwa 2 000 armenische Kämpfer Xocalı an. Der Überfall dauerte bis in die Morgenstunden des 26. Februar. An der Attacke beteiligte sich das 366. Infanterieregiment, eine noch aus der Armee der zwei Monate zuvor untergegangenen Sowjetunion stammende Einheit. Sie soll so gut wie vollständig aus ethnischen Armeniern bestanden haben.

Drei Bedeutungen von „Geschichte“: Zum Massenmord von Xocalı/Chodschali
 

Ukraine-Krise
Erdogan verurteilt russische Invasion

0
Ankara – Unter Vorsitz von Präsident Recep Tayyip Erdoğan tagte am Donnerstagvormittag in Ankara das Sicherheitskabinett, um über die aktuelle Lage in der Ukraine zu beraten. Nach der Sitzung teilte das Kommunikationsamt des türkischen Präsidenten mit, dass durch die russischen Angriffe das Minsker Übereinkommen zerstört und die Militäroperationen gegen internationales Recht verstießen. Die Militärschläge gegen die Ukraine seien inakzeptabel und bedrohten die Sicherheit in der Region und in der Welt. Präsident Erdoğan telefoniert mit ukrainischem Amtskollegen Selenskyj In der Sitzung hätten die Mitglieder des Sicherheitskabinetts Bemühungen ausgelotet, um in Gesprächen mit Russland und auf internationaler Ebene eine Beendigung der Angriffe zu erreichen. Die Türkei unterstütze weiterhin die uneingeschränkte Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine. In einer Ad-hoc-Mitteilung des Kommunikationsamtes heißt es ferner, dass der türkische Präsident Erdoğan mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über den Ukraine-Konflikt telefoniert habe. In diesem Gespräch soll Erdoğan noch einmal auf das Minsker Übereinkommen hingewiesen haben, beim dem die Probleme zwischen Russland und der Ukraine über den Weg des Dialogs gelöst werden könnten. Das türkische Außenministerium verurteilte ebenfalls die Militäroffensive gegen die Ukraine und bezeichnete es als nicht akzeptabel und werde abgelehnt. Der Angriff stelle einen schweren Verstoß gegen internationales Recht dar und bedrohe die regionale und globale Sicherheit. Ankara rufe dazu auf, die uneingeschränkte Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine zu respektieren und sei gegen Veränderungen von Staatsgrenzen durch Waffengewalt. Kemal Bölge

Zum Thema

– Ukraine-Krise – Putin und Erdogan führen Telefongespräch

Inmitten der Krise in der Ostukraine führte der russische Präsident Wladimir Putin am heutigen Mittwoch erneut ein Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan.

Putin und Erdogan führen Telefongespräch

Ukraine-Krise
Putin und Erdogan führen Telefongespräch

0
Moskau – Inmitten der Krise in der Ostukraine führte der russische Präsident Wladimir Putin am heutigen Mittwoch erneut ein Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan. Wie der Kreml bekannt gab, tauschten sich die Staatsoberhäupter bei dem Gespräch über die Situation der Anerkennung der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk durch Russland aus. Putin habe die „objektive Notwendigkeit einer solchen Entscheidung angesichts der Aggression der ukrainischen Behörden im Donbass und ihrer kategorischen Weigerung, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen“ betont. Auch die Ausarbeitung langfristiger rechtsverbindlicher Sicherheitsgarantien für die Russische Föderation sei erörtert worden. In diesem Zusammenhang habe Putin seine Enttäuschung über die Reaktion der USA und der NATO zum Ausdruck gebracht. Die legitimen Bedenken und Forderungen Russlands würden ignoriert. Erdogan und Putin seien übereingekommen, die russisch-türkischen Kontakte in verschiedenen Formaten fortzusetzen. Erdogan: Die Türkei ist bereit, ihren Teil zur Deeskalation der russisch-ukrainischen Spannungen beizutragen Nach dem Telefonat erklärte das türkische Präsidialamt in einer Mitteilung, dass die Türkei bereit sei, ihren Teil zur Deeskalation der russisch-ukrainischen Spannungen und zur Erhaltung des Friedens beizutragen. „Präsident (Recep Tayyip) Erdogan erklärte, er würde den russischen Präsidenten (Wladimir) Putin gerne so bald wie möglich in der Türkei zum Treffen des Hochrangigen Kooperationsrates begrüßen, wie es bei seinem Besuch in Sotschi im September vereinbart worden war“, teilte die Kommunikationsdirektion der Türkei mit. Erdogan habe in dem Telefon betont, dass Ankara die jüngsten Schritte Moskaus, die „die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine“ verletzten, grundsätzlich nicht anerkenne“, und habe gleichzeitig hervorgehoben, wie wichtig es sei, eine Lösung des Konflikts zwischen den beiden Ländern auf der Grundlage der Minsker Vereinbarungen zu finden. Erdogan: Wir können keines der beiden Länder aufgeben Bei der Beantwortung von Journalistenfragen nach der Rückkehr von seiner Afrikareise sagte Erdogan: „Wenn Sie uns raten, ‚die Ukraine aufzugeben‘, werden wir das nicht tun können, da die Interessen unseres Landes in diesem Land sehr stark sind. Wenn Sie sagen: ‚Geben Sie Russland auf‘, können wir das auch nicht tun, da auch unsere Beziehungen zu Russland im Moment so weit fortgeschritten sind.“ Erdogan:
Unser Anliegen ist es, so vorzugehen, dass wir in der Lage sind, das Problem zu lösen, ohne einen von ihnen aufzugeben. Um dies zu erreichen, werden wir uns mit unserem Team und unserer Delegation treffen. Deshalb messe ich dem NATO-Gipfel der Staats- und Regierungschefs einen hohen Stellenwert bei. Dort werden wir erfahren, was alle Staats- und Regierungschefs denken. Dann werden wir intern mit unseren Freunden zusammenarbeiten.
Putin erkennt abtrünnige Regionen in der Ostukraine an Putin kündigte am Montag an, dass Moskau die beiden abtrünnigen Regionen in der Ostukraine als „unabhängige“ Staaten anerkennt, und erteilte kurz darauf den Befehl, russische Streitkräfte zur „Erhaltung des Friedens“ in das völkerrechtlich nach wie vor zur Ukraine gehörenden Territorium zu entsenden. Situation in der Ostukraine In der östlichen Donbass-Region stehen sich seit Jahren pro-russische Separatisten und ukrainische Regierungssoldaten gegenüber. Dabei wurden nach Angaben der Regierung in Kiew seit Beginn des Konfliktes im Jahr 2014 rund 14.000 Menschen getötet. Die Kämpfe dort sind wieder aufgeflammt, wobei sich beide Seiten gegenseitig beschuldigen, einen im Juli in Kraft getretenen Waffenstillstand zu verletzen.

Zum Thema

– Ukraine-Krise – NATO-Chef dankt Erdogan für Bemühungen

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat am Montag Präsident Recep Tayyip Erdogan für seinen Beitrag zu einer politischen Lösung der Russland-Ukraine-Krise und seinen persönlichen Einsatz gedankt.

Ukraine-Krise: NATO-Chef dankt Erdogan für Bemühungen