Ukraine-Krise
Ostukraine: Separatisten fordern Hilfe von Russland

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Moskau – Separatistenführer haben den russischen Präsidenten in der „gegenwärtigen Situation und zur Vermeidung von Opfern unter der Zivilbevölkerung und einer humanitären Katastrophe“ sowie bei der „Abwehr der Aggression der ukrainischen Streitkräfte“ um Hilfe gebeten. Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS. „Leonid Pasechnik, das Oberhaupt der Lugansker Volksrepublik, und Denis Puschilin, das Oberhaupt der Donezker Volksrepublik, haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin schriftlich darum gebeten“, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gegenüber Reportern am Mittwoch. Peskow: „Die Oberhäupter dieser Republiken bedanken sich im Namen ihrer Völker beim russischen Präsidenten für die Anerkennung ihrer Staaten.“ „In ihren Appellen wird betont, dass die Bürger der Republiken angesichts der sich verschlechternden Lage und der Drohungen aus Kiew gezwungen sind, aus ihren Häusern zu fliehen, und dass ihre Evakuierung nach Russland im Gange ist. Inmitten der anhaltenden militärischen Aggression der ukrainischen Streitkräfte erleben die Republiken die Zerstörung der zivilen und industriellen Infrastruktur, der Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten und, was am schlimmsten ist, den Tod der Zivilbevölkerung, einschließlich der Kinder“, zitierte Peskow die Briefe weiter. Putin kündigte am Montag an, dass Moskau die beiden abtrünnigen Regionen in der Ostukraine als „unabhängige“ Staaten anerkennt, und erteilte kurz darauf den Befehl, russische Streitkräfte zur „Erhaltung des Friedens“ in das völkerrechtlich nach wie vor zur Ukraine gehörenden Territorium zu entsenden. Die Ukraine dementiert nach wie vor, die besetzten Gebiete mit Gewalt zurückerobern zu wollen. In einer Videoansprache erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass man weiter an einer diplomatischen Lösung festhalte. In einem Tweet warnte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am heutigen Mittwoch vor „einem weiteren konstruierten Vorwand für Russland, in die Ukraine einzumarschieren“. Ein Chemiewerk auf der Krim sei von Russland evakuiert worden.

Türkei
Nach Beschuss türkischer Fischerboote: Türkei bestellt griechischen Botschafter ein

Ankara – Nach dem Vorfall in der Ägäis hat das türkische Außenministerium den griechischen Botschafter ins Außenministerium in Ankara einbestellt. Bei dem Beschuss auf die türkischen Fischkutter „Baba oğul“ und „Esila Liya“ durch die griechische Marine wurde ein Fischer der „Baba oğul“ am Bein verletzt und musste im Krankenhaus ärztlich versorgt werden. Der Zwischenfall soll sich nach Ministeriumsangaben nördlich der griechischen Insel Chios (Sakız) und westlich von Karaburun zugetragen haben. Zur Übermittlung der Protestnote wurde der Botschaftsrat Griechenlands heute (23. Februar) ins türkische Außenministerium in Ankara zitiert. In der Protestnote teilt das türkische Außenministerium Griechenland mit, dass die unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt auf keinen Fall akzeptiert werde und das Einschreiten und die Belästigung von Fischerbooten unter Verletzung der Schifffahrtsfreiheit in der Ägäis sich nicht wiederholen darf. Kemal Bölge

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– Ägäis – Zwischenfall: Schüsse auf türkische Fischerboote im Ägäischen Meer

Im Ägäischen Meer (Adalar Denizi) ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem zwei türkische Fischerboote von einem oder mehreren griechischen Marineschiffen beschlossen wurden.

Zwischenfall: Schüsse auf türkische Fischerboote im Ägäischen Meer

Russland-Krise
NRW sucht Alternativen zu russischem Gas

Düsseldorf – In NRW wächst die Sorge aus, Russland könnte wegen des Konflikts um die Ukraine das Land nicht mehr ausreichend mit Erdgas versorgen. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) fordert daher, nach alternativen Energielieferanten zu suchen. „Wir bereiten uns jetzt auf den nächsten Winter vor, indem wir zum Beispiel andere Lieferländer wie Norwegen und die Niederlande stärker nutzen wollen“, sagte Pinkwart dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Aktuell habe er keine Sorge um die Versorgungssicherheit. „Die Füllstände der Gasspeicher sind hinreichend, um über den Winter und bis zum Sommer zu kommen, und es gibt keinen akuten Mangel“, so der Minister. Zugleich kritisierte er aber: „Wir müssen die Speicher eher füllen, das hätte man bereits im vergangenen Jahr tun müssen“. Deshalb habe NRW dem Bundesrat eine nationale Gasreserve vorgeschlagen. „Zudem müssen wir den Ausbau der Erneuerbaren, der Speicher und der Wasserstoffwirtschaft weiter beschleunigen, um unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden“, sagte Pinkwart. Für die Verbraucher fordert er die „schnelle Abschaffung der EEG-Umlage. Ihr Wegfall ab Sommer 2022 würde die NRW-Wirtschaft und Verbraucher gegenüber 2021 um circa vier bis fünf Milliarden Euro jährlich entlasten.“ Die Opposition sieht die Chancen auf niederländisches Gas kritisch. Thomas Kutschaty, Chef der SPD-Fraktion im Landtag, erklärte, NRW befinde sich in einer „Zwickmühle“: „Auf der einen Seite wollen die Niederlande die Gasförderung wegen zunehmender Erdbeben bald stoppen, auf der anderen Seite bezieht Deutschland mehr als die Hälfte seiner Erdgasimporte aus Russland. Aus dieser Zange müssen wir uns befreien. Die beste Lösung dafür ist eine schnelle Umsetzung des europäischen Green Deal und damit verbunden der massive Ausbau der Erneuerbaren Energien“, sagte Kutschaty.

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– Ukraine-Krise – Erdogan: Russlands Anerkennung der Teilrepubliken inakzeptabel

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Entscheidung Moskaus, die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anzuerkennen, scharf verurteilt.

Erdogan: Russlands Anerkennung der Teilrepubliken inakzeptabel

Katholische Kirche
Missbrauchsbeauftragter kritisiert NRW-Landesregierung

Köln – Der scheidende Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat die NRW-Landesregierung ermahnt, Experten für unabhängigen Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche zu entsenden. „Für den Start der Aufarbeitung in den Diözesen ist es von höchster Dringlichkeit, dass die Expertinnen und Experten benannt werden und die Kommissionen ihre Arbeit endlich aufnehmen können“, sagte Rörig dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Dass in NRW noch immer keine geeigneten Fachleute gefunden werden konnten, habe vermutlich mehrere Gründe. „Durch die Kanzlerkandidatur Laschets und den Wechsel an der Spitze der NRW-Landesregierung ist das Thema in der Priorität wohl nach unten gerutscht“, sagte Rörig dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Ganz sicher aber haben auch die Wirrungen um den Kölner Kardinal Woelki und das ganze Bistum eine negative Strahlkraft entfaltet.“ Rörig hatte im April 2020 gemeinsam mit der Katholischen Bischofskonferenz beschlossen, mit unabhängigen Experten besetze Kommissionen zu bilden, die die Bistümer bei der Aufarbeitung der Missbrauchsskandale begleiten und unterstützen. Im März 2021 wurde die NRW-Landesregierung aufgefordert, jeweils zwei Fachleute für die fünf Bistümer zu benennen. Bislang konnte keine einzige dieser Stellen besetzt werden.

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– Sexueller Missbrauch von Kindern – Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.

„Wir sprechen hier über organisierte Kriminalität. Das geht bis hin zu schwerster Folter an Kindern und Jugendlichen. Es werden sogar Kinder vor der Kamera umgebracht. Das sind unvorstellbare Grausamkeiten, die Menschen Kindern antun“, so Rörig in einem Interview mit dem Nachrichtensender N24.
Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Ägäis
Zwischenfall: Schüsse auf türkische Fischerboote im Ägäischen Meer

Izmir – Im Ägäischen Meer (Adalar Denizi) ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem zwei türkische Fischerboote von einem oder mehreren griechischen Marineschiffen beschlossen wurden. Wie die türkische Küstenwache mitteilte, sei am 22. Februar um 19:15 Uhr Ortszeit vor Karaburun und der Insel Sakız (Chios, Anm. d. Red.) von griechischer Seite das Feuer auf zwei türkische Fischerboote eröffnet worden. Verletzter Fischer wurde ins Krankenhaus eingeliefert Ein Fischer habe durch den Beschuss Verletzungen am Bein erlitten, woraufhin ein medizinisches Notfallteam der 112 und zwei Boote der türkischen Küstenwache zum Ort des Geschehens eilten. Die herbeigeeilten Boote der türkischen Küstenwache hätten von griechischer Seite niemanden angetroffen. Die erste medizinische Versorgung des verletzten Fischers habe das Notfallteam im Boot der türkischen Küstenwache geleistet und anschließend sei der Verletzte in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert worden. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zum Vorfall dauerten unterdessen weiterhin an. Wie es in der Erklärung der türkischen Küstenwache weiter heißt, sei der Beschuss wehrloser Fischer von griechischer Seite inakzeptabel und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Immer wieder kommt es im Ägäischen Meer zu ähnlichen Zwischenfällen, weil Griechenland private Boote und Schiffe aus Gewässern zurückdrängt oder auffordert, es zu verlassen. Nach türkischer Sichtweise handelt es sich dabei jedoch nicht um griechische Hoheitsgewässer, sondern um internationale Gewässer. Im Ägäischen Meer gilt zwischen der Türkei und Griechenland eine 6-Seemeilen-Zone. Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich Anfang Februar, als der Kutter eines türkischen Fischers sich zwischen der türkischen Insel Gökçeada und der griechischen Insel Samothraki (Semadirek) befand und von der griechischen Küstenwache aufgefordert wurde, das Seegebiet zu verlassen, da es sich um griechische Gewässer handelt würde. Der Aufforderung widersetzte sich der Fischer, weil er sich nach eigenen Angaben in internationalen Gewässern befunden habe. Kemal Bölge/Izmir

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– Ägäis – Türkischer Fischer weist griechische Küstenwache zurecht

Ein türkischer Fischer hat sich mit seinem Boot im Ägäischen Meer (Adalar Denizi) mit der griechischen Küstenwache angelegt, die ihn in internationalen Gewässern dazu aufforderte, das Seegebiet zu verlassen.

Türkischer Fischer weist griechische Küstenwache zurecht

Erdogans Afrika-Reise
Senegal: Erdogan trifft Steinmeier

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Dakar – Am Rande der Einweihungszeremonie des neuen Stadions in der senegalesischen Hauptstadt Dakar traf der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag auch seinen deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier. Wie das türkische Präsidialamt auf twitter mitteilte, nahm an dem Treffen, das hinter verschlossenen Türen stattfand, auch der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu und Erdogan-Sprecher  Ibrahim Kalin teil. Über den Inhalt des Gesprächs machte das Präsidialamt keine Angaben. Zehntausende Senegalesen versammelten sich am Dienstag zur Einweihung des neuen Stadions mit 50.000 Plätzen, das das Land zu Afrikas bevorzugtem Veranstaltungsort für internationale Events machen soll. Das neue Stadion wurde in nur 18 Monaten von der türkischen Baufirma Summa gebaut und kostete 238 Millionen Euro. Das zu Ehren des ehemaligen Präsidenten Abdoulaye Wade benannte Stadion wird das einzige im Senegal sein, das für den internationalen Fußball zugelassen ist. Senegals Präsident Macky Sall sagte bei der Einweihungszeremonie, die Benennung des Stadions sei eine „Hommage an den multidimensionalen, intellektuellen, panafrikanistischen Politiker“. Sall, Erdogan und FIFA-Chef Gianni Infantino gehörten zu den VIPs, die am Dienstag an der Einweihung teilnahmen. Ebenfalls anwesend waren die Präsidenten von Liberia, Guinea-Bissau, Gambia, Ruanda und Deutschland.

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– Türkei – Erdogan kündigt weitere Afrika-Reise an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wird am Sonntag auf Einladung seiner Amtskollegen zu einer viertägigen Reise in drei afrikanische Länder aufbrechen, teilte das Präsidialamt am Samstag mit.

Erdogan kündigt weitere Afrika-Reise an

Dortmund
Interaktive Veranstaltung zum Thema „Die mazedonische Minderheit in Griechenland“

Dortmund – Unter der Überschrift „Fakten in unserem Land – Die mazedonische Minderheit in Griechenland“ veranstaltet die Nichtregierungsorganisation der Föderation der Westthrakien-Türken in Europa (ABTTF) am 24. Februar um 14 Uhr deutscher Zeit eine interaktive Sitzung zur mazedonischen Minderheit in Griechenland. Eingeladen ist die Gründerin der Non-Profit Organisation „Krste Misirkov“ der mazedonischen Minderheit, Evgenia Natsoulidou. Die virtuelle Veranstaltung wird auf der YouTube und Facebookseite der NGO der Westthrakien-Türken live übertragen. Athen weigert sich bis heute das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte umzusetzen Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Es geht bei der Online-Sitzung um die Weigerung Griechenlands, die mazedonische Minderheit nicht anzuerkennen und die damit verbundenen Probleme der Minorität. „Krste Misirkov“ wurde von den griechischen Behörden die Zulassung als gemeinnütziger Verein entzogen und diesbezügliche Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), wonach gegen das Recht auf Vereinigungsfreiheit verstoßen wurde, von Griechenland bis heute ignoriert. Teilnehmer können die virtuelle Sitzung in griechischer und englischer Sprache verfolgen. Hier die Links:

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– Menschenrechte – Menschenrechtler Dimitras: Griechenland erkennt ethnische Minderheiten nicht an

Rassistische Straftaten werden zum großen Teil strafrechtlich nicht verfolgt und bestraft. Menschenrechtsorganisation Greek Helsinki Monitor: „Griechenland ist das einzige Land in Europa, das ethnische Minderheiten nicht anerkennt“.

Menschenrechtler Dimitras: Griechenland erkennt ethnische Minderheiten nicht an

Ukraine-Krise
Erdogan: Russlands Anerkennung der Teilrepubliken inakzeptabel

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Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Entscheidung Moskaus, die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anzuerkennen, scharf verurteilt. Auf seinem Flug von der Demokratischen Republik Kongo nach Senegal beantwortete Erdogan Fragen von Reportern zu den aktuellen Entwicklungen mit den Worten: „Wir halten die Entscheidung Russlands, die sogenannten Republiken Donezk und Luhansk anzuerkennen, für inakzeptabel. Wir wiederholen noch einmal, dass wir alle betroffenen Parteien auffordern, mit gesundem Menschenverstand zu handeln und sich an das Völkerrecht zu halten.“ Erdogan:
Wir haben uns von Anfang an aufrichtig bemüht, die Spannungen in dieser Krise abzubauen. Wir haben unsere Botschaften zur Beilegung der Krise klar und deutlich dargelegt. Unser Außenministerium erklärte in einer Erklärung zu den jüngsten Entwicklungen, dass die Entscheidung Russlands, die so genannten Republiken Donezk und Luhansk anzuerkennen, im Widerspruch zu den Minsker Vereinbarungen steht. Der Erklärung zufolge stellt diese Entscheidung eine klare Verletzung der politischen Einheit, der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine dar.
Auf die Frage nach dem Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Selenskyj für ein gemeinsames Gipfeltreffen mit den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates sowie mit der Türkei und Deutschland sagte Erdogan: „Wenn ein solcher Vorschlag als geeignet erachtet wird, werden wir uns natürlich gerne daran beteiligen. Dies habe ich bereits erwähnt. Meiner Meinung nach sollte man so vorgehen. Der Vorschlag von Herrn Selenskyj ist ein großer Schritt nach vorn. Wir werden teilnehmen, wenn sowohl die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates als auch andere Nationen diesen konstruktiven Ansatz aufgreifen.“

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– Ukraine-Krise – NATO-Chef dankt Erdogan für Bemühungen

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat am Montag Präsident Recep Tayyip Erdogan für seinen Beitrag zu einer politischen Lösung der Russland-Ukraine-Krise und seinen persönlichen Einsatz gedankt.

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Nordzypern
Neue Regierung in Nordzypern nimmt Amtsgeschäfte auf

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Lefkoşa – In Nordzypern hat die neue Regierung ihre Arbeit aufgenommen. Medienberichten zufolge hatten sich drei Parteien im Parlament von Lefkoşa auf eine neue Koalitionsregierung geeinigt. Ministerpräsident Faiz Sucuoğlu von der Nationale Einheitspartei (UBP) konnte mit den Parteivorsitzenden der Demokratischen Partei (DP) und der Partei der Wiedergeburt (YDP) eine Übereinkunft zu einer gemeinsamen Regierung erzielen. Die Kabinettsliste, die Premierminister Sucuoğlu Präsident Ersin Tatar vorgelegt hatte und seine Zustimmung erhielt, sieht folgende Ressortverteilung vor:
  • Ministerpräsident: Faiz Sucuoğlu
  • Vizepremier und Tourismus -sowie Umweltminister: Fikri
  • Ataoğlu Wirtschafts- und Energieminister: Kutlu Evren
  • Außenminister: Hasan Taçoy
  • Finanzminister: Sunat Atun
  • Innenminister: Ünal Üstel
  • Bau- und Transportminister: Erhan Arıklı
  • Bildungs- und Kulturminister: Nazım Çavuşoğlu
  • Landwirtschaftsminister: Dursun Oğuz
  • Gesundheitsminister: Dr. Ali Pilli
  • Arbeits- und Sozialminister :Oğuzhan Hasipoğlu
Nach der Zustimmung des neuen Kabinetts durch Präsident Tatar wurde die Berufung im Staatsanzeiger der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC) veröffentlicht. Zum Amtsantritt erklärte Premierminister Sucuoğlu gegenüber TRT Haber, die wichtigste Aufgabe der Regierung werde die Ankurbelung der Wirtschaft sein. Das Ziel bestehe darin, die durch die Pandemie verursachte Krise hinter sich zu lassen. Die Insel Zypern ist seit einem Putsch griechischer Offiziere in der zyperngriechischen Armee 1974 geteilt, die einen gewaltsamen Anschluss an Griechenland (Enosis) anstrebten. In Anlehnung an den Garantievertrag intervenierte die türkische Armee am 20. Juli 1974, um die zyperntürkische Bevölkerung vor zyperngriechischen Extremisten zu schützen. Bis heute ist es den Konfliktparteien nicht gelungen, die Zypernfrage zu lösen. Kemal Bölge/Lefkoşa

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– Nordzypern-Wahlen – Nationale Einheitspartei (UBP) Sieger der Parlamentswahlen in Nordzypern

Bei den Parlamentswahlen in Nordzypern hat die regierende Nationale Einheitspartei (Ulusal Birlik Partisi, UBP) von Präsident Ersin Tatar mit 39,53 Prozent die meisten Stimmen erhalten.

Nationale Einheitspartei (UBP) Sieger der Parlamentswahlen in Nordzypern
 

Griechenland
Ermittlungen gegen Bürgermeister der türkisch-muslimischen Minderheit

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Wegen der Teilnahme an einer friedlichen Demonstration im Sommer letzten Jahres hat der Bürgermeister und Rechtsanwalt der nordostgriechischen Ortschaft Yassıköy (Yasmos), Önder Mümin, eine Vorladung zu einer Vernehmung für den 26. Februar erhalten. Hintergrund dieser Vorladung ist ein Protest gegen die Entscheidung des griechischen Kassationsgerichts (ακυρωτικό δικαστήριο), die eine Klage der Türkischen Union von İskeçe (ITB) abgelehnt hatte. Daraufhin veranstaltete die ITB am 10. Juli 2021 in der westthrakischen Stadt İskeçe eine Kundgebung, um an die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu erinnern. Die Staatsanwaltschaft in İskeçe hatte wegen „provozierender Reden“, der „Vertreibung von Falschinformationen“ und des „Verstoßes gegen die Pandemie-Auflagen“ Ermittlungen gegen den Vorsitzenden der ITB, Ozan Ahmetoğlu und weitere Personen aufgenommen. Bürgermeister Mümin: „Wir kämpfen um unsere demokratischen Rechte“ Bürgermeister Önder Mümin betonte: „Wir werden den Institutionen und Einrichtungen der Minderheit sowie jedem Individuum unserer Minderheit im Kampf um ihre demokratischen Rechte und berechtigten Forderungen wie in der Vergangenheit, so auch in Zukunft zur Seite stehen. Ich möchte der Öffentlichkeit mitteilen, dass Ermittlungen, die mit dem gesunden Menschenverstand nicht vereinbart sind und das Ziel verfolgen, den Kampf um Gerechtigkeit mittels Einschüchterung zu behindern, nicht von Erfolg gekrönt sein werden.“ Bei dem Rechtsstreit der ITB geht es um ein Urteil des EGMR aus dem Jahre 2008, in dem Griechenland in drei Verfahren wegen des Verstoßes gegen die Vereinsfreiheit nach Artikel 11 rechtskräftig verurteilt wurde. Die offenkundige Weigerung Griechenlands, das Urteil des EGMR umzusetzen, verstößt gegen Artikel 46 Absatz 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention. In dem genannten Artikel Absatz 1 heißt es: 1) Die Hohen Vertragsparteien verpflichten sich, in allen Rechtssachen, in denen sie Partei sind, das endgültige Urteil des Gerichtshofs zu befolgen. Begriff Türkisch führte zum Vereinsverbot Griechische Regierungen haben das Urteil des EGMR bis heute nicht umgesetzt. 1983 wurde das Namensschild des Vereins von den griechischen Behörden am Vereinssitz abgehängt und der damalige Gouverneur Fanis Donas ließ wegen der Titulierung „Türkisch“ gegen den Verein ein Verbotsverfahren vor Gericht eröffnen. Der jahrzehntelange Rechtsstreit läuft damit seit 39 Jahren und die Hoffnung der türkisch-muslimischen Minderheit aus Westthrakien war groß, als der EGMR in seinem Urteil 2008 Athen wegen Verstoßes gegen die Vereinsfreiheit verurteilte. Das Urteil des Kassationsgerichts gibt die offizielle Sichtweise des griechischen Staates wieder, wonach in Westthrakien keine Türken, sondern griechische Muslime leben. Griechenland, das sich nach außen hin gerne als die „Wiege der Demokratie“ präsentiert, hat mit diesem exemplarischen Gerichtsurteil gezeigt, dass es die Grundrechte von ethnischen Minderheiten, insbesondere die türkisch-muslimische, mit Füßen tritt.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

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– Athen – Türkisch-griechisches Treffen für eine „positive Agenda“

In Athen kamen am heutigen Montag die Vize-Außenminister der Türkei und Griechenland zusammen, um im Rahmen einer „positiven Agenda“ die Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu erörtern.

Türkisch-griechisches Treffen für eine „positive Agenda“