Meinung
Kommentar: Was lernen wir aus dem Ukraine-Konflikt?

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Seit Tagen und Wochen wurde über die Krise zwischen der Ukraine und Russland philosophiert, wurden Szenarien gezeichnet. Letztendlich kam es wie erwartet zu der Invasion. Russische Truppen marschierten in das territoriale Gebiet der Ukraine ein. Russland hat vor den Augen der Weltgemeinschaft eine Invasion gestartet und damit alle Regeln und Normen des Völkerrechts gebrochen. Die Empörung über diese eklatanten Normen- und Rechtsverletzung können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Macht und Gewalt sich ihre Regeln und Normen selbst zurechtlegt, was uns die Vergangenheit oftmals bewiesen hat. Afghanistan, Jugoslawien, Jemen, Syrien oder der Irak sind nur die jüngsten Beispiele. Wie in diesen Beispielen wurde von Russland im Ukraine-Konflikt das Recht zum Krieg (ius ad bellum) ins Absurdum geführt. Wie das Recht zum Krieg wird derzeit auch das Recht im Krieg (ius in bello) von Russland dehnbar ausgelegt. Nichts neues, wenn man sich die Konflikte allein der letzten 100 Jahre zur Gemüte zieht. Was lernen wir daraus? Kein Land, das sich souverän versteht, ihre territoriale Einheit wahrt und sich im Dunstkreis einer mächtigen Ordnung befindet, ist sicher. Keine weltliche Ordnung, Regel oder Norm ist bis heute in der Lage, solche Übertritte zu ahnden, geschweige denn zu unterbinden. Insofern ist es auch verständlich, dass die politischen Lager in Drittstaaten zerstritten sind, sich nun einerseits die Augen reiben und ihrer Besorgnis Ausdruck geben, andererseits auf die Interessen Russlands hindeuten, um den Konflikt zu erklären bzw. zu legitimieren. Aber Letztere haben aufgrund des Regel- und Normbruchs Russlands einen schweren Stand. So stehen derzeit die Linken im Bundestag unter Beschuss, weil sie offensichtlich auf die russischen Interessen hinweisen, um die ukrainische Regierung wie auch die westliche Hemisphäre in Haftung zu nehmen. Das Gleiche ist auch in der Türkei zu beobachten. Hier ist es nicht nur eine Partei, sondern die gesamte Opposition, die die türkische Außen- und Sicherheitspolitik hinterfragen und kritisieren. Dabei hat sich in der Türkei eine fünfte Front gebildet, die gezielt die türkischen Interessen in der Außen- und Sicherheitspolitik torpedieren. Eine Regierung, die demokratisch gewählt wurde, wird u.a. als Regime bezeichnet, wenn es strategische Entscheidungen trifft, die die Wahrung der eigenen Interessen wie territoriale Integrität, Souveränität, Wohlstand und Sicherheit betreffen; ungeachtet dessen, dass das Land seit über 40 Jahren mit Terrorismus zu kämpfen hat, mit ihren Nachbarländern eine angespannte Beziehung unterhält. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Türkei mit ihrer bisherigen Politik nach langer Terror- und Gewaltphase eine stabile, sichere und ökonomisch halbwegs ertragreiche Wende eingeleitet hat. Und nichtsdestotrotz gibt es im Land Stimmen, die aus dieser Komfortzone heraus den Eindruck erwecken, die Türkei sei eine Diktatur, eine durchweg auf Sicherheit und Repression getrimmtes Land. Man mag sich kaum vorstellen, was los wäre, wenn diese Wende nicht eingeleitet, herbeigeführt worden wäre. Ich glaube kaum, dass dann solche Menschen tanzend und singend in irgendwelchen Kulturzentren, Parteibüros oder auf der Straße unbeschwert kritisch daherkommen, marschieren oder tanzen könnten. Das Problem der Opposition ist die Regierung an sich Es geht anscheinend nicht darum, was das Volk für Bedürfnisse hat, welche Ängste sie antreibt oder welche Visionen sie dazu verleitet, diese Regierung zu wählen. Offenbar geht es diesen Stimmen, dieser fünften Kolonne nur darum, die gewählte Regierung zu stürzen. Gerade das ist oftmals sehr direkt zu spüren, wenn u.a. eine Oppositionsvorsitzende gegenüber einem ausländischen Medium ein Statement abgibt, in der die neu erworbenen Defensivwaffen wie S-400 als obsolet bezeichnet werden, weil man geradezu ausschließt, dass ein Nachbarland wie Griechenland einen Angriff starten würde. Nur wenige Tage später greift dieselbe Person namens Meral Akşener das Thema erneut auf und schießt nebenbei auf die türkische Politik in der Frage der Atomenergie; in einer Zeit, in der die Energiepreise sprunghaft angestiegen sind und Europa die Atomenergie geradezu für „Green“ erklärt. Die Türkei hat in den letzten Jahren vorausschauend auf diese kommenden Krisen reagiert und Eigenverantwortung übernommen. Die Regierung stärkte die Wirtschaft, um eigenständige Ideen und Produkte zu entwickeln. Bekommen hat die Türkei inmitten einer geostrategisch umstrittenen und unsicheren Region Sicherheit und Wohlstand. Das ging auch an Europa und den USA nicht spurlos vorbei. Sie selbst sind von dieser Stärke und Macht irritiert, was sie über ihre politischen Kreise wie auch „freien“ Medien zum Ausdruck bringen. Drohnen: Sie töten oder verteidigen, je nach Blickwinkel Noch vor Wochen stänkerten Europa und die USA gegen die türkischen Kampfdrohnen, weil sie ja zum Töten gedacht seien; jetzt kann die Ukraine nicht genug davon bekommen, wird die türkische TB-2 in höchsten Tönen erwähnt. Weshalb zeigt sich aber die türkische Opposition, zeigen sich oppositionelle kritische Stimmen wie Bülent Mumay oder Erk Acarer so brüskiert, in dem sie gezielt den Entwickler dieser Drohne mit Erdogan in Verbindung bringen? Sind diese Burschen nun Putin-Befürworter wie die Linke Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen? Während also die Ukraine um ihre eigene Lufthoheit im eigenen Luftraum bemüht ist und dabei auch auf türkische Kampfdrohnen setzt, darf nach lautem Denken der Meral Akşener der türkische Luftraum von eigenen Drohnen und von russischen S-400 nicht gesichert werden. Wenn wir das weiterspinnen, soll also die Terrororganisation PKK in einem souveränen Land weiterhin Terror betreiben können, soll ihre syrische Schwesterorganisation YPG im Grenzgebiet putinistischer Manier Fakten schaffen, nur damit die Opposition an die Macht kommt. S-400 vs. Patriot Was kann man gegen die S-400, gegen russische Atomenergie haben, was man gegen die US-amerikanische F-35 oder Patriot bislang nicht haben konnte? Hat irgend einer von der Opposition sich genauso entschieden gegen den Erwerb von F-35 gezeigt oder den Vorschlag unterbreitet, man möge doch die F-16 einfach in den Sand vergraben? Wieso übergeht man geflissentlich den russischen Gaskorridor über die Türkei? Sollen alle russischen Verbindungen nun gekappt werden oder nicht? Scheinbar haben wir es hier mit einer Opposition zu tun, die mit allen Kräften der Westachse zuarbeitet. Gerade jetzt wird es allzu deutlich, was es bedeutet souverän zu bleiben; die Ukraine macht es ja vor. Sie lässt sich von Russland nicht vorschreiben, was sie zu sein hat, welche Bündnisse sie eingeht oder welchen Block sie wählt. Und diese Ukraine wird von der NATO wie auch den USA dafür gefeiert, weil sie ihre Souveränität behält, sich nichts von Russland diktieren lässt. Das unterstreichen die NATO und die USA auch noch einstimmig. Sanktionen gegen Russland und der Türkei Das wirft unweigerlich die Frage auf, weshalb dann die USA ein souveränes Land wie die Türkei mit Sanktionsmaßnahmen belastet, weil sie unabhängig und frei sich für ein anderes ausländisches defensives Waffensystem entschieden hat. Was unterscheidet nun Biden von Putin, wenn Ersterer vor Monaten bei Amtsantritt live verkündete, mit Freunden in der Türkei Erdogan stürzen zu wollen? Letzterer ist doch kurz davor, Selenskyj, den Präsidenten der Ukraine, vom Amt zu jagen. Wer führt wen zur Schlachtbank? Der Konflikt in der Ukraine zeigt uns allzu deutlich, dass man sich nicht auf Worte und Solidaritätsbekundungen, schon gar nicht auf Mächte verlassen darf. Es zeigt, dass letztendlich nur die eigene Doktrin verlässlich ist, man seine Sicherheit und Souveränität selbst erlangen und verteidigen muss; wenn es sein muss auch gegen die eigene Opposition. Oder anders ausgedrückt: Mit jenen, die noch nie ein Lamm in die Schlachtbank geführt haben und dennoch sich daran laben wollen, verhungert man in Not oder im Krieg.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

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Kryptowährungen
Wie Sie sich gegen Bitcoin-Volatilität schützen können

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Die Volatilität von Bitcoin bietet Händlern die Möglichkeit, vom Kauf und Verkauf dieser virtuellen Währung zu profitieren. Sie kann jedoch auch zu erheblichen Verlusten für Händler führen. Diese Volatilität ist der Grund, warum einige Anleger ihr hart verdientes Geld nicht in diese Kryptowährung stecken wollen. Im Idealfall ist der Bitcoin-Handel oder das Investieren kein gutes Unterfangen für schwache Nerven. Die Volatilität von Bitcoin ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum Beispiel ist die Ausgabe neuer Bitcoins begrenzt. Im Idealfall ändert sich die Produktion von Bitcoin nicht, selbst wenn die Nachfrage steigt. Daher steigt der Preis dieser Kryptowährung so lange, wie die Zahl der Käufer steigt. Eine neue staatliche Regulierung, eine gehackte Krypto-Börse oder eine Bitcoin-Abwertung in einem Land können den Bitcoin-Preis ebenfalls beeinflussen. Und dieser Trend wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern, und die Anleger brauchen Wege, um mit dieser Volatilität umzugehen. Wie man mit der Volatilität von Bitcoin umgeht Die meisten Menschen nutzen Krypto-Börsen, um Bitcoin zu kaufen und zu verkaufen. Plattformen wie The News Spy machen den Kauf und Handel mit dieser virtuellen Währung relativ einfach. Vielleicht können Sie diesen Link verwenden, um eine Nachricht an das Management der Plattform zu senden um mehr Details anzufordern https://bitcoinsloophole.de/. Nichtsdestotrotz ermöglichen diese digitalen Plattformen den Menschen einen unkomplizierten Handel mit Bitcoin. Um mit der Volatilität von Bitcoin zurechtzukommen, müssen Händler jedoch mehr tun, als einfach loszulegen und mit dem Handel dieser virtuellen Währung zu beginnen. Idealerweise sollten Sie den Kryptomarkt genau beobachten. Verwenden Sie einen Tracker, um die Preisbewegungen zu überwachen und kaufen Sie, wenn der Wert dieser digitalen Währung einen bestimmten Punkt erreicht. Der Handel mit Bitcoin erfordert möglicherweise Kenntnisse, um davon zu profitieren. Sie können jedoch ein digitales Tool verwenden, um Ihren Handel zu automatisieren. Auf diese Weise können Sie Kursbewegungen überwachen und verstehen und entscheiden, ob Sie Bitcoin kaufen oder verkaufen, um Verluste zu vermeiden. Eine weitere Möglichkeit, mit der Volatilität von Bitcoin umzugehen, ist das Festhalten an Ihren Token. Einige Leute investieren langfristig in Bitcoin. Das bedeutet, dass sie Bitcoins kaufen und behalten und darauf warten, dass der Wert der Kryptowährung steigt. Im Idealfall eignet sich dieser Ansatz für eine Person, die es nicht eilig hat, von ihrer Kryptowährung zu profitieren. Dennoch sollten Sie auch den Markt beobachten, um zu wissen, wann Sie Ihre Token zu einem höheren Preis verkaufen sollten als Sie sie gekauft haben. Außerdem können Sie Stop-Buy- oder Stop-Loss-Aufträge verwenden. Stop-Loss-Aufträge weisen die Krypto-Börse an, eine bestimmte Bitcoin-Menge zu verkaufen, wenn der Preis ein bestimmtes Niveau erreicht. Zum Beispiel können Sie eine Stop-Loss-Order verwenden, um Bitcoin zu handeln, wenn der Preis 4.800 $ erreicht, wenn Sie es für 200 $ kaufen. Auf diese Weise wird die Krypto-Börse sofort nach einem Käufer suchen, wenn der Preis dieses Niveau erreicht hat. Wenn der Kryptomarkt schnelle Bewegungen aufweist, kann der Preis unter 4.800 $ fallen. Mit diesen Aufträgen begrenzen Sie jedoch die Verluste. Wenn der Bitcoin-Kurs über 4.800 $ steigt, verkaufen Sie die Token mit Verlust, ohne von der Bewegung zu profitieren. Dennoch schützen diese Aufträge die Investition vor erheblichen Verlusten. Gleichzeitig können sie Ihnen helfen, von der Volatilität von Bitcoin zu profitieren. Eine Kauf-Stopp-Order weist die Krypto-Börse an, Bitcoin zu kaufen, wenn es einen bestimmten Preispunkt erreicht. Sie können zum Beispiel einen Kaufauftrag für Bitcoin erteilen, wenn der Kurs bei 4.500 $ liegt, wenn der Markt überreagiert, in der Annahme, dass er kurz danach wieder steigt. Auf diese Weise können Sie ein Schnäppchen machen. Zusammenfassung Die Volatilität von Bitcoin schafft Chancen und Verluste. Manche Menschen erzielen aufgrund dieser Volatilität erhebliche Renditen mit ihren Krypto-Investitionen. Allerdings können Sie Ihre Investition verlieren, wenn Sie nicht aufpassen, wenn der Bitcoin-Preis schwankt. Ob der Preis nach unten oder nach oben schwankt, ist nicht leicht vorherzusagen. Die allgemeine Tendenz von Bitcoin ist jedoch steigend, da sein Preis seit seiner Einführung gestiegen ist. Eine Person, die diese Kryptowährung im Jahr 2010 gekauft und in ihrer digitalen Brieftasche aufbewahrt hat, ist heute reicher als damals. Daher könnte es besser sein, seinen Bitcoin langfristig zu behalten, um von dieser Kryptowährung zu profitieren.
Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlung für eine bestimmte Kryptowährung. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.

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Kryptowährungen
Wie sich Bitcoin von mobilem Geld unterscheidet

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Bitcoin ist eine elektronische Währung, die als Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel dient. Sie ermöglicht es Nutzern, Geld über internationale Grenzen hinweg elektronisch zu überweisen und zu empfangen. Im Gegensatz zu Fiat-Geld existieren und werden Bitcoins im digitalen Raum verwendet. Andererseits bezieht sich mobiles Geld auf eine breite Palette von elektronischen Zahlungsmethoden, die über Mobiltelefone abgewickelt werden. Ähnlich wie Bitcoin bieten mobile Geldplattformen verschiedene Mehrwertdienste an, darunter die virtuelle Bezahlung von Waren und Dienstleistungen. Bitcoin und mobiles Geld haben jedoch tiefgreifende Unterschiede. Hier lesen Sie, wie sich Bitcoin von mobilem Geld unterscheidet. Anwendungen Bitcoin und mobiles Geld weisen zwar einige Gemeinsamkeiten auf, dienen aber unterschiedlichen Zwecken. Bitcoin ist eine Währung, die von Händlern weltweit als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen akzeptiert wird. Unternehmen und Privatpersonen können Bitcoin auch für den Handel und Investitionen an Börsen und auf Krypto-Börsen wie https://bitcoin-circuit.de/ verwenden. Im Gegensatz zu Bitcoin ist mobiles Geld ein Dienst, der elektronische Finanztransaktionen in Fiat-Währungen ermöglicht. Nutzer von mobilem Geld müssen über lokale Währungen verfügen, um Transaktionen durchführen zu können, aber bei Bitcoin müssen die Nutzer ihre Gelder nicht in Fiat-Währungen umtauschen. Sie senden lediglich die festgelegte Menge an Bitcoin-Token im Wert der benötigten Waren und Dienstleistungen. Bitcoin bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, eine Online- oder Offline-Geldbörse einzurichten, während es bei mobilem Geld keine solche Möglichkeit gibt. Die begrenzten Speichermöglichkeiten bei mobilen Gelddiensten machen die Kunden anfälliger für Diebstahl und andere Cyber-Bedrohungen. Transaktionen mit mobilem Geld werden über zentralisierte Systeme abgewickelt, die es den Nutzern ermöglichen, Zahlungen nach Belieben rückgängig zu machen oder zu stornieren. Bitcoin-Transaktionen hingegen sind dezentralisiert und unumkehrbar. Die Blockchain von Bitcoin fasst alle Transaktionen in einem unveränderlichen, digitalisierten Hauptbuch zusammen, das für alle Nutzer zugänglich ist. Vorschriften Bei mehreren Anbietern von mobilen Gelddienstleistungen handelt es sich um Finanzinstitute wie Banken, Versicherungsgesellschaften und Geldverarbeitungsunternehmen. Daher unterliegen alle Transaktionen staatlichen Vorschriften und institutionellen Einflüssen. Die Anbieter regulieren die Transaktionsvolumina ihrer Kunden und könnten sogar Zahlungen auf unbestimmte Zeit ablehnen. Auf der anderen Seite ist Bitcoin eine dezentrale Währung, die keinen staatlichen und regulatorischen Einflüssen unterliegt. Es gibt keine zentrale Behörde, die Bitcoin-Transaktionen reguliert, so dass die Nutzer weltweit ohne Einmischung von außen Transaktionen durchführen können. Das sorgt für mehr Komfort beim Senden und Empfangen von Zahlungen über internationale Grenzen hinweg. Mehrere Regierungen und Regulierungsbehörden schreiben vor, dass Anbieter von mobilen Gelddienstleistungen mit Dritten zusammenarbeiten müssen, um grenzüberschreitende Transaktionen durchzuführen. Dies hat in der Regel erhebliche Transaktionskosten und Verzögerungen bei der Bearbeitung großer Geldbeträge zur Folge. Bitcoin-Transaktionen finden auf der Blockchain statt, ohne dass eine dritte Partei beteiligt ist. Dies bietet den Nutzern die Möglichkeit, ihr Vermögen nach eigenem Ermessen zu verwalten. Außerdem trägt das Fehlen von Zwischenhändlern zu einer schnelleren Zahlungsabwicklung und niedrigen Transaktionsgebühren bei. Es schützt auch vor Betrug und anderen üblichen Risiken wie Datendiebstahl. Nutzer von mobilem Geld müssen ihre Identität gegenüber den Dienstleistern offenlegen, um Transaktionen durchzuführen, aber Bitcoin ermöglicht es den Menschen, anonym zu handeln. Transaktionskosten Die Transaktionskosten sind die wichtigsten Faktoren, die die meisten Menschen bei der Entscheidung für Bitcoin und mobiles Geld berücksichtigen. Der Empfang von Geldern über Bitcoin oder mobile Gelddienste ist kostenlos. Für das Senden von Zahlungen fallen minimale Gebühren an, aber die Tarife variieren erheblich. Die Anbieter von mobilem Geld legen Standardtarife für Überweisungen fest, die auf staatlichen Vorschriften, Unternehmensrichtlinien und dem Transaktionsvolumen basieren. Manchmal können die Anbieter die Transaktionsgebühren sogar auf unbestimmte Zeit erhöhen, was für die Kunden eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt. Bitcoin hat relativ niedrige Transaktionskosten, die hauptsächlich durch das Transaktionsvolumen bestimmt werden. Außerdem gibt es bei Bitcoin-Zahlungen keine Vermittler wie bei Überweisungen mit mobilem Geld, was sich auf die niedrigen Transaktionsgebühren auswirkt. Die niedrigen Transaktionskosten lassen Bitcoin als eine effizientere Zahlungsmethode erscheinen als mobiles Geld. Bitcoin und mobiles Geld sind neue Erfindungen mit einigen Gemeinsamkeiten, aber auch mit vielen einzigartigen Eigenschaften. Der obige Artikel hat einige wichtige Unterschiede erörtert, um Ihnen zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlung für eine bestimmte Kryptowährung. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.

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Ukraine-Konflikt
„Erdogan steht unter dem Druck westlicher Erwartungshaltung“

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Der Vertrag von Montreux von 1936 gibt der Türkei das Recht, die Durchfahrt von Kriegsschiffen durch die Dardanellen und den Bosporus zu verbieten. Der türkische Staatspräsident Tayyip Erdogan steht angesichts des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland einzig unter dem Druck westlicher Erwartungshaltung. Der ukrainische Botschafter in Ankara forderte am Donnerstag die türkische Regierung in einem eindringlichen Appell zwar auf, die Meerengen für russische Kriegsschiffe zu schließen und gegen Moskau Sanktionen zu verhängen. Eine Antwort der Türkei steht bislang aus. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu erklärte jüngst nur, dass der Konflikt ihrer Auffassung nach kriegerischer Natur sei. Die Türkei werde ihre Verpflichtungen weiterhin nachkommen und dabei transparent sein, so der türkische Außenminister weiter. Rechtlich könnte die Türkei die Meerengen der Dardanellen und des Bosporus schließen. Das ließe der Vertrag von Montreux aus dem Jahr 1936 zu, die den Schiffsverkehr durch die beiden türkischen Meerengen regelt. Doch um den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine als Krieg aufzufassen, muss einer der beiden Konfliktparteien der anderen Partei den Krieg erklärt haben. Das steht bislang aus. Laut bisherigen Verlautbarungen aus Moskau, handelt es sich um eine beschränkte Operation. Das wird auch mit einer Warnnachricht (NAVTEX) der russischen Föderation vom 25. Februar ersichtlich, die für die Schwarzmeer-Region gesendet wurde. Demnach handelt es sich um eine Antiterrorismus-Operation (counter-terrorism) im nordwestlichen Teil des Schwarzen Meeres, sprich im Umkreis der Halbinsel Krim sowie der ukrainischen Hafenstadt Odessa. Streng genommen kann die Türkei die Meerengen für russische Kriegsschiffe sperren. Das gilt aber nicht für die russische Schwarzmeerflotte. Was hätte denn also eine Sperrung der Meerenge für Auswirkungen auf die Kampfbereitschaft der russischen Flotte im Schwarzen Meer? Die russische Schwarzmeerflotte besteht derzeit aus ungefähr 46 Kriegsschiffen. Davon befinden sich laut bisheriger Einschätzung türkischer Experten 30 bis 35 Kriegsschiffe im Schwarzen Meer. Der Rest der Flotte befindet sich entweder im östlichen Mittelmeer oder in den Werften der russischen Marine im Norden oder Nordosten. Nehmen wir an, die Türkei würde die Meerenge aufgrund der Artikel des Vertrags von Montreux für russische Kriegsschiffe sperren, würde das nur Kriegsschiffe betreffen, deren Heimatbasis sich nicht im Schwarzen Meer befinden würde. Das bedeutet, jedes Kriegsschiff der russischen Schwarzmeerflotte, das sich außerhalb des Schwarzen Meeres befindet, könnte seelenruhig die Meerenge passieren, ohne dabei von der Türkei je gestoppt werden zu können. Außerdem könnten russische Kriegsschiffe, die sich bereits im Schwarzen Meer befinden, unbehelligt in dieser Region operieren. Käme die Türkei auf die Idee die Rückkehrer der Schwarzmeerflotte aufzuhalten, käme das angesichts der Eskalationsstufe einer Kriegserklärung gleich. Der Vertragstext von Montreux eignet sich also überhaupt nicht, die russische Aggression in den Griff zu bekommen, weil die Sperrung ohne große Bedeutung für die Kampfhandlungen wäre. Nach Einschätzung von türkischen Militärexperten hat Russland seinen Flottenaufmarsch im Schwarzen Meer längst abgeschlossen und braucht keine zusätzlichen Einheiten aus dem Baltikum, Atlantik oder dem Mittelmeer nach Norden zu verlegen. Die Kampfkraft der sich bereits im Schwarzen Meer befindlichen Kriegsschiffe reicht vollkommen aus, um den noch verbliebenen Rest der ukrainischen Marine aufzureiben und unbehelligt eine Landung vorzunehmen. Es befinden sich nach einstimmigen Berichten im Schwarzen Meer 5 russische U-Boote, darunter mit Nuklearantrieb der Jasen-Klasse – NATO-Codename Graney – oder die klassisch angetriebene Paltus-Klasse mit dem Codenamen Kilo- oder Kilo-I-Klasse, welches Jagd-U-Boote sind. Beide U-Boot-Klassen können mit modernen Lenkwaffen der Kalibr-Klasse sowie mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden und sind aufgrund ihrer niedrigen Geräuschkulisse berüchtigt. Das was sich an Schlagkraft unter Wasser im Schwarzen Meer bereits seit dem letzten Manöver befindet, ist auch über Wasser vorhanden. In der Schwarzmeerflotte befinden sich mindestens fünf Fregatten des Typs Admiral Grigorowitsch-Klasse sowie drei Fregatten der Kriwak-Klasse. Daneben hat die Schwarzmeerflotte drei große amphibische Landungsschiffe der Ropucha-Klasse. Ferner wurden der Schwarzmeerflotte vor Jahren 2 Korvetten der Bora-Klasse und eine unbezifferte Anzahl weiterer Korvetten der Nanuchka-Klasse übergeben.
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Corona-Pandemie
Impfpflicht: Bundesjustizminister Buschmann mahnt „mildere Eingriffe“ in Grundrechte an

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Essen – Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) mahnt in der Debatte um die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht einen „milderen Eingriff in die Grundrechte“ an. Als Justiz- und Verfassungsminister müsse er auf das Verhältnismäßigkeitsprinzip hinweisen, sagte er in einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).
„Wenn nach Aussagen von Experten und sogar einiger Initiatoren der Gesetzentwürfe eine Impfpflicht ab 50 in etwa so effektiv wäre wie eine Impfpflicht ab 18, dann sollte meiner persönlichen Meinung nach der mildere Eingriff in die Grundrechte gewählt werden.“
Er werbe dafür, dass sich jeder impfen lasse, um sich selbst zu schützen, aber auch sein Umfeld, sagte Buschmann und fügte hinzu: „Wenn die Gefahr einer Überlastung unseres Gesundheitswesens immer stärker schwindet, entfällt die Begründung für massiven Grundrechtseingriffe der letzten Monate.“

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Ukraine-Krise
„Putin offenbar von Geschlossenheit der NATO und EU überrascht“

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Bonn – Die FDP-Sicherheitspolitikerin, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, wertet Putins Befehl, die Abschreckungstreitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen, als ein Zeichen dafür, dass der russische Präsident offensichtlich von der Geschlossenheit der NATO und der EU „komplett überrascht“ ist. „Das zeigt, dass Wladimir Putin der Meinung gewesen sein muss, dass der Angriffskrieg auf die Ukraine sehr schnell geht, dass der Westen zuschaut, dass nur geredet wird, dass letztendlich nichts oder wenig passiert, wie 2014 bei der Annexion der Krim. Ich glaube, dass er komplett überrascht ist über die Geschlossenheit der NATO, 30 Staaten! Dass er überrascht ist, dass Finnland und Schweden, die bündnisneutral sind, bei der NATO mit am Tisch sitzen. Dass er komplett überrascht ist, dass die 27 EU-Staaten, auch die, von denen man annehmen könnte, sie seien Putin doch ein bisschen nahe, zusätzlich Großbritannien, dass diese ganzen Staaten zusammenstehen und sich gegen diesen Angriff, gegen diesen Versuch, die Ukraine kaputt zu machen, wehren. Ich glaube, dass er sich völlig verkalkuliert hat“, so Strack-Zimmermann im phoenix-Interview. Auf die Frage, ob der Einsatz von Atomwaffen weiterhin undenkbar sei, sagte Strack-Zimmermann, es sei jetzt sehr wichtig, Ruhe zu bewahren. „Ich glaube, es wäre völlig falsch, die Menschen in diesem Land, in diesem Kontinent, einfach zu stressen“ mit Aussagen über einen möglichen Atomwaffeneinsatz. „Ruhe bewahren ist das Einzige. Es hat ja keinen Sinn, dass sich jetzt alle, die Amerikaner oder wir, uns bereit machen und in Hab-Acht-Stellung gehen“. Sie hoffe, dass jetzt nach Putins Drohung allen klar sei, auch etwa der Führung in Weißrussland, dass Putin bei einem Einsatz von Atomwaffen, nicht nur die Ukraine und den Westen träfe, sondern auch die Bruderländer, die Russische Föderation, so Strack-Zimmermann. „Ich bin so optimistisch zu glauben, dass er diese Waffen nicht einsetzen wird. Aber die Situation ist wirklich ungeheuerlich und vor einer Woche noch wäre das undenkbar gewesen“. Die Sicherheitspolitikerin nannte es „historisch“, dass sich die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP zusammen mit der Union darauf geeinigt hätten, „dass die Bundeswehr – ich sage endlich – besser ausgestattet wird“. Dazu gehöre auch, dass in Deutschland jetzt wahrgenommen werde, „dass wir wehrhaft sein müssen, dass der Bundeswehr als unserer Armee da ein ganz große Rolle als Präventiv zukommt“. Der Bundeskanzler und der Bundesfinanzminister hätten für Klarheit gesorgt, „dass wir jetzt Geld in die Hand nehmen“ und die Strukturen verbessern müssen, „um jetzt schnellste Anschaffungen“ tätigen zu können. „Wir brauchen eine moderne Armee. Zehn Jahre lang ist nichts passiert.“ Das sei nach den Bildern aus Kiew, von frierenden Frauen und Kindern in U-Bahnhöfen jetzt auch denjenigen klar geworden, die in der Vergangenheit schon ein „Störgefühl“ gehabt hätten, wenn sie Bundeswehrsoldaten in Uniform in der Bahn gesehen hätten, so Strack-Zimmermann.

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Kommentar
Der Vertrag von Montreux ist kein Machtinstrument

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zögert weiterhin mit der Schließung der Bosporus-Meerenge für russische Kriegsschiffe. Die Frage ist für die Türkei sehr heikel, zumal der Vertrag von Montreux bislang den Frieden in der Region wie auch weltweit gesichert hat. Es ist von elementarer Bedeutung, sich nicht dem Druck aus dem Westen zu beugen, nur um Russland in der kriegerischen Auseinandersetzung mit der Ukraine endlich zur Räson zu bringen. Wer die russischen Interessen und ihr derzeitiges Verhalten verstehen will, muss die Karte auf dem Tisch ausbreiten, sich den Kalten Krieg vergegenwärtigen und in Erinnerung rufen, welche Nationen sich seit dem Zerfall der UDSSR sich für die NATO entschieden haben oder beabsichtigen, in diesen Kreis aufgenommen zu werden. Das Ergebnis ist ernüchternd wie gefährlich zugleich. Denn, der Nachfolgestaat der UDSSR, Russland, wurde seit dem Zerfall von der Ostsee wie auch von der eurasischen Meerenge nahezu verdrängt. Jetzt geht es ins Eingemachte: dem Schwarzen Meer. Allein die Option der NATO, der Ukraine die Türe offenhalten zu wollen, grenzt an Wahnsinn. Zumindest sehen es die Experten in der Türkei so, die aus dem militärischen wie auch politischen Umfeld kommen. Das Problem an sich ist, dass diese Option der NATO ermöglichen könnte, sich im Schwarzen Meer festzusetzen, an der ukrainischen Küste Marinestützpunkte zu unterhalten. Das wird Russland zu verhindern wissen, die Halbinsel Krim, die Küstenstadt Odessa und sämtliche Kleinhäfen entlang des Meeres, wenn nötig, okkupieren. Das ist eine geostrategische Regel, die sich wie ein Gewohnheitsrecht festgesetzt hat. Vor allem Russland, das in der Geschichte 3-mal besetzt bzw. fast erobert wurde – 1812 von der napoleonischen Armee, 1853 während des Krim-Kriegs und 1941 beim Einmarsch Hitlers – zeigt angesichts dieser Entwicklungen, unter welchem Syndrom dieses große Land noch immer leidet und nicht willens ist, es zu vergessen. Der Ukraine die Option offenzuhalten, ein weiteres NATO-Mitglied zu werden, bedeutet für Russland faktisch den geopolitischen Zusammenbruch. Das würde bedeuten, dass die Russen das einzige noch kontrollierte Meer – das Schwarze Meer – mit der NATO teilen müssten. Ein Großteil der Importe und Exporte in oder aus dem Land erfolgt über die Bosporus-Meerenge. Über 3 Millionen Barrel Erdöl werden über die Meerenge täglich befördert. Die Meerenge wird bereits von einem NATO-Mitglied kontrolliert, aber hier sitzt ein bislang verlässlicher Nachbarstaat, der sich ihrer Verantwortung gerecht wurde: Die Türkei die Frieden erhalten, die Balance wahren will. Das ist die wahre geostrategische Mission der Türkei seit dem Vertrag von Montreux. Die UDSSR und der Nachfolgestaat Russland haben diesen Vertrag bislang respektiert, wie auch die Türkei die Sensibilität dieses Vertragswerks für die UDSSR und jetzt Russland verstanden und entsprechend umgesetzt hat. Die Türkei hat im Schwarzen Meer seit diesem Vertrag kein einziges Manöver abgehalten und damit Russland in diesem Zusammenhang brüskiert. Sie unterhält keine einzige Marinebasis, die direkt an der Schwarzmeerküste liegt. In gut nachbarschaftlichem Verhältnis respektierte man sich gegenseitig und erhielt so die Balance im Schwarzen Meer. Im Kalten Krieg bedeutete das u.a., dass die Russen keinen einziges nukleares U-Boot durch die Meerenge kreuzen ließen. Heute aber verkehren laut diversen Berichten mindestens 5 russische nukleare U-Boote im Schwarzen Meer, deren Heimathäfen nicht auf den ehemaligen U-Boot-Bunkern auf der Halbinsel Krim liegen. Was hat Russland also bewogen, die bisherige Haltung mit der Türkei zu überdenken, ja sogar die türkische Sensibilität in den Wind zu schlagen? Die Option der NATO, Rumänien, Bulgarien, Georgien oder die Ukraine aufnehmen zu wollen, wenn sie es denn wünschen! Und zu welchem Preis? Die NATO bzw. deren Mitglieder offerieren diesen Ländern Freiheit und Demokratie; während andere Länder aufgrund dieser Offerte in die Steinzeit gebombt wurden: Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen. Russland erwartet nun die Gewissheit, dass die geopolitischen Interessen gewahrt bleiben. Sie fordert, dass die Angriffswaffen in ehemaligen Sowjetrepubliken zurückgezogen werden. Russland fordert im Endeffekt, dass der Status von 1997 zurück erlangt wird. Andernfalls wird Russland sich diesen Status Quo zurück erkämpfen und dabei Leid und Elend in Kauf nehmen. Die Frage lautet jetzt, ob die NATO sich auf dieser Basis verständigen kann oder ihre Errungenschaften auf Kosten der Ukrainer durchzusetzen gewillt ist. Die Türkei ist inzwischen das allerletzte Glied einer Kette, die zwischen Eskalation und Verhandlung von einer Hiobsbotschaft in die andere umschwenkt und zu brechen droht. Es liegt in der Verantwortung der Türkei es nicht weiter eskalieren zu lassen und in Ruhe alle möglichen Optionen auszuloten, danach den Partnern vorzulegen und klarzumachen, was auf dem Spiel steht. Sie muss Russland sowie die Ukraine davon überzeugen, sich entgegenzukommen. Alles andere wird für die Ukrainer noch mehr Leid bringen, während die Elefanten bei ihrem Streit den Rasen zertrampeln und ein Bild der Zerstörung hinterlassen.
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Russische Militärkonvois durch türkische Kampfdrohnen zerstört

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Kiew – Nach anfänglichen Erfolgen der russischen Armee durch zeitgleiche Invasionen an mehreren Fronten, gibt es durch den Einsatz türkischer Kampfdrohnen erste Anzeichen einer Wende des Kriegsgeschehens zugunsten der Ukraine. Wie auf Videoaufnahmen zu sehen ist, wurden bei Drohnenangriffen der ukrainischen Streitkräfte auf zahlreiche russische Militärkonvois, Panzerfahrzeuge, Truppen- und Treibstofftransporter, sowie Panzerspähwagen vernichtend zerstört. „Bayraktar hat die Arbeit aufgenommen. Unsere Drohnenpiloten schießen auf Kolonnen feindlicher Truppen. Im Gebiet Malyna in der Region Schytomyr wurden russische Raketen zerstört. Fürchte dich, Feind! Auf unserer Erde wird es für dich keinen Frieden geben“, so die ukrainischen Streitkräfte mit einem in den sozialen Medien geteilten Video des Angriffs. Wie die ukrainische Botschaft zu Ankara am Samstag mitteilte, habe man auch den Ansturm auf die südukrainische Stadt Kherson durch den Einsatz türkischer Kampfdrohnen abwenden können. Auch dort sei ein russischer Militärkonvoi außer Gefecht gesetzt worden. Türkische Kampfdrohnen Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Länder bei der Herstellung von Kampfdrohnen entwickelt. Erfolgreichen Einsätzen in Kriegsgebieten wie Libyen. Syrien oder Aserbaidschan folgend, sind die weltweiten Auftragseingänge in die Höhe geschnellt. Die Ukraine gehört seit Jahren zu den größten Bestellern der Drohnen. Russland hat die Verkäufe kritisiert. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei, so das russische Außenministerium im Juni vergangenen Jahres. Bereits im vergangenen Jahr setzte die ukrainische Armee gegen pro-russische Separatisten zum ersten Mal türkische Kampfdrohnen in der umkämpften Donbass-Region ein. Die türkischen Bayraktar TB2-Kampfdrohnen wurden von der ukrainischen Armee eingesetzt, um eine Haubitze zu zerstören, die von prorussischen Separatisten im Donbass eingesetzt wurde. Selenskyj dankt Erdogan Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte am Samstag dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für dessen Unterstützung im Konflikt gegen Russland.
Ich danke meinem Freund, dem türkischen Präsidenten Erdogan, und dem türkischen Volk für ihre starke Unterstützung. Das Verbot der Durchfahrt russischer Kriegsschiffe im Schwarzen Meer und die bedeutende militärische und humanitäre Unterstützung für die Ukraine sind heute extrem wichtig. Die Menschen in der Ukraine werden das nie vergessen!
Ankara schließt Bosporus für russische Schiffe Die türkische Regierung hatte am Sonntag angekündigt, die Verbindung zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer für russischen Schiffe schließen zu wollen. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu erklärte, dass man  die Situation in der Ukraine als Krieg eingestuft habe und die Bestimmungen des Vertrages von Montreux von 1936 umsetzen werde. Dieses Abkommen gibt der Türkei die Kontrolle über die Meerenge, garantiert jedoch auch in Friedenszeiten Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres den Zugang zum Bosporus. In Kriegszeiten erlaubt das Abkommen Ankara, den Durchgang für alle ausländischen Kriegsschiffe zu sperren.

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Russland hat am Donnerstag die Lieferung türkischer Drohnen an die Ukraine verurteilt. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei.

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Ukraine-Krise
Deutschland liefert Waffen an die Ukraine

Berlin – Wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstag mitteilte, liefert Deutschland zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte 1.000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ „Stinger“ aus Beständen der Bundeswehr in Deutschland an die Ukraine. „Der russische Überfall markiert eine Zeitenwende. Es ist unsere Pflicht, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen bei der Verteidigung gegen die Invasionsarmee von #Putin. Deshalb liefern wir 1000 Panzerabwehrwaffen und 500 Stinger-Raketen an unsere Freunde in der #Ukraine.“, so Bundeskanzler Scholz in einer Mitteilung auf Twitter. Umdenken in Berlin: EU-Staaten bereiten Ausschluss Russlands von SWIFT vor Alle EU-Länder schlossen sich der Forderung an, Russland vom internationalen Zahlungsdienst SWIFT auszuschließen. Am Ende stand Deutschland allein da. Nun ändert auch Berlin seinen Kurs. Wie Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) mitteilte, arbeitet die Bundesregierung daran, Russland vom internationalen Banken-Kommunikationssystem SWIFT auszuschließen. „Wir arbeiten daran, Russland so vom Swift-System abzukoppeln, dass Kollateralschäden möglichst klein bleiben“, erklärte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) am Samstag auf Twitter.

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Ukraine-Krise
Türkei – Der Vertrag von Montreux soll Ukraine retten

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Anfang Februar erklärte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) noch, Deutschland sei in Zusammenhang mit der Ukraine-Krise „bereit, einen hohen wirtschaftlichen Preis zu zahlen“. Von der einstigen „klaren Ansage“ ist nicht mehr viel übrig. Stattdessen fließt weiterhin russisches Gas, mit der ein Krieg finanziert wird. Man kann sich nur noch fremdschämen. Denn, seit drei Tagen hat die Europäische Union in Zusammenspiel mit der Bundesregierung lediglich durchsetzen können, dass die russische Armee ohne ihren Musikkorps auskommen muss – man hat ja Russland vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen. Ferner hatte man sich doch darauf geeinigt – eigentlich waren ja die Sanktion-Pakete bereits unter Dach und Fach, so die Aussagen der europäischen Regierungsvertreter – Russland vom internationalen Zahlungsverkehr SWIFT auszuschließen. Aber ausgerechnet die Bundesregierung und Viktor Orbán sind die Bremsklötze in den harten Sanktionsmaßnahmen. Wenigstens hat die deutsche Bundesregierung die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 verweigert, während durch die Nord-Stream-1-Pipeline noch munter russisches Gas strömt – womöglich sogar mehr als vor der Ukraine-Krise. Aber man verkündet voller Stolz, die Habseligkeiten eines Putin oder Lawrow im Ausland einkassiert zu haben, ohne dabei zu erwähnen, dass diese Burschen ihr Vermögen doch vorher schon in Sicherheit gebracht haben könnten – wenn sie denn überhaupt etwas im Westen geparkt haben. Zudem gibt es noch europäische Länder, bei denen solche Maßnahmen verpuffen, z.B. in Südzypern oder Malta, wo man Schwarzkonten unterhalten, mit Waffenschiebern und Händlern Kaffee schlürft, europäische Pässe hinterher geschmissen bekommt. Überdies gibt es noch das unbeugsame, unabhängige Ländle namens Schweiz. Das Land ist eine wichtige Anlaufstelle für Banken, Investoren und Superreiche aus Russland. Auch jetzt, im Krieg, will die Schweiz die EU-Sanktionen nicht komplett umsetzen. Auch sonst ist nicht alles perfekt gelaufen, was man dem ukrainischen Volk noch versprochen hat. Da wären u.a. 5.000 Helme, die die Bundesregierung der Ukraine zugesichert hatte. Noch sind diese Made in Germany Kevlar-Helme nicht vor Ort. Womöglich hat man sich im Kanzleramt noch gedacht, 5.000 Pflaster mit in die Lieferung hineinzupacken und deshalb die Lieferung verzögert – wenn denn die Bundesregierung noch einen deutschen Hersteller findet, der dieser Bitte überhaupt entgegenkommt. Neben vereinzelten deutschen Unternehmen findet auch der ukrainische Präsident Selenskyj deutliche Worte. Allein das zeigt, welche Erwartungshaltung der Präsident und das Volk von den USA sowie Europa hatten und was daraus wurde. Wohl deshalb müssen sich die Ukrainer vorerst nur mit Solidaritätsgesten begnügen, weil der Westen nicht imstande und willens ist, klare Kante zu zeigen. Europäische Hauptstädte leuchten ihre Wahrzeichen derzeit blau-gelb an, um den Ukrainern beizustehen, während russische Truppen Kiev umzingeln. Man erhofft sich wohl davon, die russischen Truppen beim Vormarsch zu blenden und das eigene Gewissen beruhigen zu können. Deshalb nahm Selenskyj auch die von den USA angebotene „Mitfahrgelegenheit“ gen Westen nicht an, schickte aber Fotos von ukrainische Soldaten, die sich auf Zufahrtsstraßen von Kiev am Boden liegend abfotografieren ließen, damit der Westen zumindest begreift, dass man bis zum Äußersten entschlossen ist. Geradezu erschreckend doof ist aber die europäische Medienlandschaft, die die Erwartungshaltung ihrer europäischen Führer in Wort und Schrift wiedergibt, um die Türkei für ihr Scheitern in der Ukraine-Krise in Regress zu nehmen. Man pocht doch tatsächlich darauf, dass die Türken den Bosporus für die russische Flotte sperren. Offenbar befürchtet der Westen, dass die russische Marine über den Bosporus ins Mittelmeer, dann über die Nordsee in den Rhein, dann über die Donau-Zuflüsse Iller, Lech, Isar, Inn in das Schwarze Meer stoßen und die Ukraine über See angreifen. Dafür soll stattdessen die Türkei die Zeche zahlen. Nur zum Verständnis: Die russische Schwarzmeer-Flotte ist im Schwarzen Meer stationiert, genauer gesagt, in der Hafenstadt Sewastopol an der Südwestspitze der Krim. Sprich, die sind schon vor der ukrainischen Küste und beschießen seit 3 Tagen u.a. Odessa.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

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