Kommentar
Kommentar: Die Türkei wird ihr Staatsterritorium zu schützen wissen

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Eine Anerkennung russischer Gebietsgewinne über den Kopf der Ukraine hinweg scheidet auf der Grundlage des geltenden Völkerrechts ebenso aus wie ein vertraglicher Gebietsverzicht der Ukraine aufgrund völkerrechtswidriger Androhung oder Anwendung von Gewalt. Es ist ermutigend, dass es bislang kein Anzeichen dafür gibt, dass Drittstaaten, vor allem Europa oder die USA, die Ukraine aufgrund der russischen Aggression zu einer Preisgabe eigenen Staatsgebiets drängen. Bergkarabach – aserbaidschanisches Staatsgebiet Das wirft aber die Frage auf, wie diese Staaten zu anderen Konflikten – wie etwa zum Konflikt in Bergkarabach – nun völkerrechtlich betrachtet stehen. Derzeit fallen im Schatten des Ukraine-Konflikts Schüsse in Bergkarabach – aserbaidschanisches Staatsterritoriums – die von Armenien unter dem Schutzschirm Putins nach wie vor völkerrechtswidrig besetzt gehalten wird. Russische „Friedenstruppen“ positionierten sich seit dem Waffenstillstandsabkommen vom November 2020 dazwischen und versuchen seither die derzeitige Lage nicht weiter eskalieren zu lassen. Die USA und Frankreich sowie die Mitglieder der Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa verurteilten erstaunlicherweise die jüngsten Bestrebungen Aserbaidschans, und nicht wie angenommen Armenien, die fremdes Staatsterritorium weiterhin besetzt hält und nicht gewillt ist, es aufzugeben. Die USA und die gesamte Europäische Union haben die russischen Separatistengebiete in der Ukraine – Oblast Donezk und der Oblast Luhansk – nicht anerkannt. Der Westen hat die Ukraine sogar darin ermutigt, sich der völkerrechtswidrigen Besetzung und Besatzungsmacht entgegenzustellen, liefert seit Jahren Waffen an die Ukraine, damit das Land die separatistischen Gebiete zurückerobern kann. #standwithukraine / #standwithazerbaijan Im Gegenzug verurteilen dieselben Staaten nun erneut Aserbaidschan in ihrem Versuch, völkerrechtswidrig besetzte Gebiete von armenischen Separatisten und armenischen Militärs zu befreien, die völkerrechtlich weiterhin besetzt gehalten wird! Wie geht das zusammen? Das geht, wenn man das Völkerrecht nach Gutdünken verbiegt, die Macht dazu hat. Wie man mit Gewalt erfolgreich weitermachen kann, haben die USA und etliche europäische Staaten in etlichen Angriffskriegen bewiesen. Aber nicht nur das. Die USA bewiesen auch, wie erfolgreich „Verhörmethoden“ wie Waterboarding sein können, die im Westen bis auf wenige Proteste anstandslos durchgingen. Einer derjenigen, der diese Methoden an den Pranger stellte, war Julian Assange, der seit mehr als 10 Jahren Opfer dieser westlichen Heuchelei ist und seither von westlicher Solidarität nur träumen kann. Syrische, libysche und kurdische Folter Deutschland ist nicht minder involviert, hat es aber bislang gekonnt geschafft, sich mit raffinierten Taschenspielertricks stets außen vorzuhalten. 2005 wies z.B. das Oberlandesgericht Stuttgart den Klageerzwingungsantrag auf Auftrag von 17 irakischen Folteropfern und einer Menschenrechtsorganisation ohne politische oder mediale Gegenwehr ab, die gegen US-Militärangehörige vorgehen wollten. Offenbar hatte man Angst, wie das Internationale Strafgericht sanktioniert zu werden. Noch Jahre später wurden deshalb über Rammstein Gefangene nach Guantanamo verfrachtet, ohne dass die Politik dem ein Riegel vorschob. 2022 verurteilte ein anderes deutsches Gericht diesmal mit großem medialen Interesse einen Syrer wegen „Staatsfolter“ in Syrien. Das wurde von der Politik und den Medien diesmal als ein deutliches Signal für ähnliche Fälle im In- wie Ausland gewertet, was zu weiteren Anklagen gegen Syrer allein in Deutschland führte. Würden dieselben deutschen oder europäischen Gerichte auch Anklagen gegen Separatisten und Terroristen wegen Menschenrechtsverletzungen erheben, die in Libyen, in Nordsyrien oder im Nordirak nach wie vor begangen werden? Die Europäische Union oder die USA haben dem Generalissimus Haftar oder dem Terrorfürsten Murat Karayilan (kurdische PKK) erst ermöglicht, gegen Tripolis vorzugehen bzw. kurdische Separatistengebiete in Nordsyrien entstehen zu lassen und damit Fluchtbewegungen zu erzeugen. Diese westliche Nationen lieferten entgegen aller Logik und entgegen dem Völkerrecht Waffen oder hielten und halten bislang schützend die Hand über diese Warlords und Terrororganisationen, wohlgemerkt in einem fremden Staatsgebiet – zusammen mit Putin. Weshalb giften also deutsche Politiker die türkische Regierung für ihre Sicherheitspolitik an der syrisch-türkischen Grenze oder für ihre libysche oder aserbaidschanische Unterstützung an, die ihr eigenes und andere Staatsterritorien nach dem Völkerrecht der Vereinten Nationen zu verteidigen versucht? Weshalb ermuntert man aber im selben Atemzug die Ukraine darin, der Aggression die Stirn zu bieten? Diese und viele Fragen häufen sich, womit auch die Frage erlaubt sei, ob denn das Völkerrecht der Vereinten Nationen nur auf 5 Nationen beschränkt bleiben kann und alle anderen Nationen dieser Welt Statisten sind! Die Türkei wird ihr Staatsterritorium zu schützen wissen und auch ihre geopolitischen Interessen nach geltendem Völkerrecht auf diplomatischen Wege oder in einem bewaffneten Konflikt durchsetzen; so wie die USA oder Europa es seit Jahrzehnten vorgelebt haben. Kritik am US-Militarismus scheint jedenfalls jetzt in Europa passé zu sein, denn jetzt hat man gemerkt, dass Sicherheit nicht geschenkt wird und Wohlstand dem Militarismus zu verdanken ist. Das gilt um so mehr für den türkischen Militarismus, einem Land, das zwischen zwei Kontinenten und mehreren Konfliktregionen steckt.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

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Ukraine-Konflikt
Kiesewetter für israelisches Raketenabwehrsystem Arrow 3

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Bonn – Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter spricht sich angesichts der Bedrohungssituation durch Russland für die Anschaffung des israelischen Raketenabwehrsystems Arrow 3 aus. Am Montag hatte sich Kiesewetter jedoch gegen den Kauf des israelischen Systems „Iron Dome“ ausgesprochen. „Anstatt Milliarden in einen ‚Iron Dome‘ zu stecken, den unsere Nachbarländer viel dringender brauchen, sollten wir die Bundeswehr und den Zivilschutz finanziell besser ausstatten“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Arrow 3 ist geeignet, aber nicht Iron Dome und ich habe sehr deutlich angemahnt, dass wir etwas brauchen, das gegen Mittelstreckenraketen und ballistische Raketen geeignet ist und das ist Arrow 3, aber eben nicht Iron Dome“, so Kiesewetter im phoenix-Interview. „Deutschland und Polen könnten dies gemeinsam für die NATO machen, aber es muss in das integrierte Luftverteidigungssystem eingebunden werden“, betonte Kiesewetter. „Bloß keine nationalen Alleingänge wie bei Nord Stream 2 und Nord Stream 1, sondern in der Verteidigung müssen wir eng abgestimmt mit NATO und EU vorgehen.“ Dabei könne die Bundesrepublik „als Anlehnungspartner für die kleineren Staaten, insbesondere die mittel- und osteuropäischen Staaten dienen“ und „wirklich einen Mehrwert leisten, weil Arrow 3 eine Reichweite von über 2.000 Kilometern hat“, so der Unions-Bundestagsabgeordnete. „Damit könnte Deutschland gemeinsam mit Polen die gesamte Luftverteidigung für Osteuropa übernehmen, den Schutz des Baltikums bis hin zu Bulgarien und Rumänien. Das ist genau das, was wir brauchen.“ Angesichts der potentiellen Bedrohung der Bundesrepublik durch russische Raketen seien Abwehrsysteme für eine glaubwürdige Verteidigung notwendig. „Jetzt sehen wir, in welcher Weise Russland zum Beispiel die SS-26, eine Mittelstreckenrakete – nicht ganz 500 Kilometer weit reicht sie – einsetzt. Oder wir haben in Kaliningrad Nuklearraketen, die auf Deutschland gerichtet sind, mit Flugzeiten von drei Minuten bis Berlin. Das ist eine reale Bedrohung und gegen solche Raketen brauchen wir im Rahmen einer Erpressung natürlich Abwehrmöglichkeiten, damit unsere Verteidigung auch glaubwürdig ist“, so das Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages. „Es ist gut, dass jetzt die Bundesregierung das Zwei-Prozent-Ziel anstrebt und deutlich mehr Geld in Verteidigung investieren will.“ Dies habe „sie früher unter anderer Konstellation, auch durch den Finanzminister seinerzeit, eben nicht gemacht“, so Kiesewetters Kritik am bisherigen Finanzminister und heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz. Deutschland erwägt den Kauf des israelischen Raketenabwehrsystems Arrow 3, um sich gegen die Bedrohung durch russische Raketen zu schützen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Sonntagabend Überlegungen bestätigt, angesichts der Bedrohung durch Russland Raketenabwehrsystem anzuschaffen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz, der im Haushaltsausschuss des Bundestages sitzt, bestätigt das Interesse Berlins an dem Raketenabwehrsystem. Es sei eine „gute Lösung“ sagte Schwarz gegenüber der BILD-Zeitung und merkte an, dass die leistungsstarken Radarsysteme von Arrow 3 bei der Verteidigung der Nachbarländer helfen könnten. Arrow 3 oder Hetz 3 ist eine antiballistische Hyperschall-Rakete, die gemeinsam von Israel und den Vereinigten Staaten finanziert, entwickelt und produziert wird.

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In die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine kommt Bewegung.

Ukraine will Deutschland und Türkei als Schutzmacht

Istanbul
Ukraine will Deutschland und Türkei als Schutzmacht

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Istanbul – Die ukrainischen Unterhändler forderten bei den Verhandlungen in Istanbul als Bedingung für eine Neutralität Kiews, Sicherheitsgarantien unter anderem von der Türkei und Deutschland. In einem Gespräch mit Reportern sagte der ukrainische Unterhändler David Arakhamia, man strebe ein internationales Abkommen an, in dem die Länder als Garanten für die Sicherheit der Ukraine fungieren würden. Die Vertreter aus Kiew nannten außer der Türkei und Deutschland, Frankreich, USA, Kanada, Italien, Polen und Israel als mögliche Schutzstaaten. Mykhailo Podolyak, ein weiterer hochrangiger ukrainischer Unterhändler und Berater von Präsident Volodymyr Zelenskyy, erklärte in einem Tweet, die Ukraine schlage einen Vertrag über Sicherheitsgarantien „mit einem erweiterten Analogon von Artikel 5 der NATO“ vor. Der NATO-Bündnisfall wird in Artikel 5 des Nordatlantikvertrags von 1949 definiert. Darin vereinbaren die Vertragsparteien, „dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird“. Es waren die ersten direkten Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau seit dem 10. März. Bei diesen Gesprächen, die im türkischen Antalya stattfanden, wurden allerdings keine konkreten Fortschritte im Bemühen um eine Waffenruhe in der Ukraine erzielt.    

Glücksspiel
Wie Online Casinos die Wirtschaft beeinflussen

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Lange bevor es das Wort „online“ überhaupt gab, war der Casinosektor die Quelle relativ hoher Einnahmen für die Regierungen der Welt. Da jetzt Menschen die Möglichkeit haben, bequem von zu Hause aus zu spielen, ist der Anstieg der Einnahmen aus dem Glücksspielsektor für die Wirtschaft beträchtlich. Egal, ob Sie Tischspiele, Slots oder sogar Live-Poker bevorzugen, der Online Casino-Sektor hat etwas für Ihren Geschmack zu bieten. Wenn Sie in einem Casino nicht das finden, was Sie suchen, können Sie sich einfach neue Online Casinos 2022 anschauen, um sofort neue Boni oder Spiele zu genießen. Das Beste daran ist, dass Sie nicht einmal bewegen müssen. Deshalb kann ein Abend auf diesen Casinos einen unerwarteten Glücksfall bedeuten. Das trägt natürlich zu Ihrer persönlichen Hauswirtschaft bei, aber auch zur Wirtschaft der ganzen Welt. Die neuesten Berichte über den Glücksspielsektor zufolge hat die Branche ein Wachstum von 5,9 Prozent verzeichnet, was einem Plus von 565 Milliarden Euro an Einnahmen weltweit entspricht. Werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen der Online-Glücksspielindustrie auf die Wirtschaft. Europa – Bringt das meiste Geld ein Die europäische Online-Glücksspielindustrie ist derzeit etwa 53 Milliarden Euro wert. Experten gehen davon aus, dass die Branche bis 2027 ein jährliches Wachstum von ca. 11,5 Prozent verzeichnen wird. Das bedeutet, dass die Branche bis dahin 100 Milliarden Euro wert sein wird. Alle diese Einnahmen sind steuerpflichtig und bringen somit eine unglaubliche Menge Geld in die betreffenden Länder. Vergessen Sie nicht, dass Profi Spieler auch auf diesen Betrag besteuert werden, was die Einnahmequelle noch weiter erhöht. Angesichts der Verbesserung der Technologie und der Online-Glücksspielseiten sowie des zunehmenden Wunsches der Menschen, lieber zu Hause zu bleiben, als sich zum Glücksspiel in die Öffentlichkeit zu begeben, ist nicht zu erwarten, dass sich das Wachstum der Branche in nächster Zeit verlangsamen wird. Weltweit Die Online-Glücksspielbranche ist mit vielen Gebühren und Kosten verbunden, egal wo auf der Welt Sie sich befinden. Dazu gehören: Auszahlung von Boni: Ein Bonus ist ein Betrag, der einem neuen Spieler in Form eines Guthabens oder in anderer Form angeboten wird, um ihn zum Spielen in dem betreffenden Casino zu verleiten. Mehr Spieler, die zum Spielen verleitet werden, bedeuten mehr Einnahmen für das Casino, was wiederum mehr Steuern zur Unterstützung der Wirtschaft bedeutet. Software-Lizenzgebühren: Für ein Online Casino sind dies unvermeidliche Kosten. Da niemand alles kann, müssen Kasinobetreiber Anbieter beauftragen, die sich auf die Art von Software spezialisiert haben, mit der Kasinospiele und die Website betrieben werden. Diese Anbieter werden auf ihr Einkommen besteuert, was wiederum der Wirtschaft zugute kommt. Hosting-Gebühren: Die Domain, auf der ein Online Casino betrieben wird, ist kostenpflichtig, ebenso das Server-Hosting. Natürlich tragen auch diese Dienstleister durch Steuern zur Wirtschaft bei. Steuern und Lizenzierungsgebühren: Die Casinos selbst zahlen natürlich Steuern auf ihre Einnahmen. Die Wirtschaft wird durch die Lizenzgebühren gestärkt, die alle Online Casinos zahlen müssen und die von Land zu Land und von Staat zu Staat unterschiedlich sind. Der Betrieb eines Online Casinos ist mit einem viel geringeren Risiko verbunden als der Betrieb einer physischen Einrichtung. Die Einrichtungskosten sind viel geringer, da Sie keine große Anzahl von Mitarbeitern benötigen und keine Miete für einen großen Casino-Standort zahlen müssen. Eine geringere finanzielle Belastung bedeutet, dass Casinos weniger Gefahr laufen, in schwierigen Zeiten unterzugehen. Bürger, die wegen unbezahlter Kosten Konkurs anmelden oder vor Gericht oder möglicherweise sogar im Gefängnis landen, belasten die Wirtschaft eher, als dass sie sie ankurbeln. Auch wenn die Belegschaft eines durchschnittlichen Online Casinos, wie wir bereits erwähnt haben, nicht sehr groß ist, so gibt es doch einige Jobs, die erledigt werden müssen. Wenn Sie ein neues Unternehmen gründen, egal ob es sich um ein Online- oder ein physisches Unternehmen handelt, schaffen Sie damit Arbeitsplätze in dem Land oder Staat, in dem Sie leben. Natürlich tragen Bürger, die einen festen Arbeitsplatz haben und alle ihre Rechnungen und Steuern bezahlen, auch zur Wirtschaft bei. Fazit Die Online-Glücksspielbranche hat ihr volles Potenzial noch nicht erreicht. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Branche in bemerkenswertem Tempo und noch für einige Zeit wachsen wird. Das bedeutet mehr Arbeitsplätze, mehr Steuern, mehr erfolgreiche Unternehmen und Angestellte, die zu ihrer jeweiligen Wirtschaft beitragen, was natürlich auch der Weltwirtschaft zugute kommt. Insgesamt ist der Beitrag des Online-Glücksspiels zur Weltwirtschaft ein positiver Beitrag.

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Oscar-Scandal
Will Smith entschuldigt sich bei Chris Rock für Ohrfeige

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Los Angeles – Während der Oscarverleihung am Sonntag hatte Hollywoodstar Will Smith dem Komiker Chris Rock eine Ohrfeige verpasst. Am Montag hat er sich bei Rock öffentlich entschuldigt. Die Academy prüfe jedoch ungeachtet dessen Konsequenzen für die Tat. In einem Beitrag auf Instagram am Montagnachmittag nannte Smith sein Verhalten „inakzeptabel und unentschuldbar“. „Witze auf meine Kosten sind ein Teil des Jobs, aber ein Witz über Jadas medizinischen Zustand war zu viel für mich und ich habe emotional reagiert“, schrieb er. „Ich möchte mich öffentlich bei dir entschuldigen, Chris. Ich habe mich daneben benommen und lag falsch. Es ist mir peinlich, und meine Handlungen waren kein Zeichen für den Mann, der ich sein möchte. Es gibt keinen Platz für Gewalt in einer Welt der Liebe und Freundlichkeit“. Smith fügte in seinem Beitrag hinzu, dass „Gewalt in jeder Form giftig und zerstörerisch ist“. Er entschuldigte sich auch bei „der Academy, den Produzenten der Show, allen Anwesenden und allen Zuschauern auf der ganzen Welt“ sowie bei der Familie der Tennisstars Venus und Serena Williams und allen, die an dem Film beteiligt sind, für den er am Sonntag als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. „Ich bedauere zutiefst, dass mein Verhalten eine ansonsten großartige Reise für uns alle beschmutzt hat“, schrieb er. Smith sorgte am Sonntag für einen Eklat, der den Ton einer ansonsten erbaulichen Oscar-Verleihung veränderte, als er die Bühne stürmte und den Komiker Rock ins Gesicht schlug. Danach kehrte er an seinen Platz zurück und rief in die Richtung von Rock: „Lass den Namen meiner Frau aus deinem verdammten Mund!“ Rock hatte zuvor einen Witz über Pinkett Smiths rasierten Kopf gemacht. Während er den Preis für den besten Dokumentarfilm überreichte, scherzte Rock: „Jada, ich liebe dich, ‚G.I. Jane 2‘, ich kann es kaum erwarten, ihn zu sehen.“ Dass die Schauspielerin an medizinisch bedingtem Haarausfall leidet ist kein Geheimnis. Wie eine Quelle aus Rocks näherer Umgebung gegenüber TMZ erklärte, habe der Komiker jedoch nichts von Pinkett Smiths Krankheit gewusst.
 
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Smiths Sieg wird überschattet Etwa 40 Minuten später betrat Smith erneut die Bühne – dieses Mal als Gewinner. Als er seinen Preis als bester Schauspieler für seine Rolle in „King Richard“ entgegennahm, räumte ein tränenüberströmter Smith den früheren Vorfall ein und entschuldigte sich bei der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences, der Organisation, die hinter der Oscar-Verleihung steht, sowie bei seinen Mitnominierten. Rock wurde namentlich nicht erwähnt. Smith sagte: „Ich weiß, um das zu tun, was wir tun, muss man in der Lage sein, Beschimpfungen zu ertragen und die Leute über sich reden zu lassen. In diesem Geschäft muss man es aushalten, dass man nicht respektiert wird. Und du musst lächeln und so tun, als ob das in Ordnung wäre.“ Smith erklärte, dass sein Mitkandidat Denzel Washington vor seinem Sieg eine Weisheit mit ihm teilte: „Sei in deinem höchsten Moment vorsichtig, dann kommt der Teufel und holt dich.“ Smith sagte abschließend, dass er hoffe, dass die Academy ihn wieder willkommen heiße.

London
Türkischer Starkoch CZN Burak plant Restaurant mit Ronaldo

London – Neben Nusret – Salt Bae – Gökce ist nun ein weiterer türkischer Starkoch auf dem besten Weg, weltweite Bekanntheit zu erlangen. Der türkische Stargastronom Burak Özdemir, besser bekannt unter seinem berühmten Spitznamen CZN Burak, gab am Montag bekannt, dass er sich für sein neues Restaurant in London mit dem portugiesischen Fußballstar Cristiano Ronaldo zusammentun wird. Auf einer von der Stadtverwaltung von Bursa am Sonntag organisierten Veranstaltung gab Özdemir bekannt, dass das Restaurant im November 2022 eröffnet werden soll, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Özdemir wies darauf hin, dass seine Restaurants, namentlich unter den Marken CZNBURAK und Hatay Medeniyetler Sofrası, in 11 Ländern zu einer der bekanntesten türkischen Marken geworden sind: „Im 11. Monat dieses Jahres werden wir unser Lokal im Vereinigten Königreich eröffnen. Wir werden in London ein Lokal in Zusammenarbeit mit Cristiano Ronaldo eröffnen. Wir verraten nicht zu viel, weil wir bei der Eröffnung eine schöne Überraschung haben.“ Der 28-jährige Chefkoch, der auch als Smiley Bae bekannt ist, besitzt auch drei Restaurants in Istanbul. Burak ist eine bekannte Persönlichkeit in den sozialen Medien mit mehr als 57 Millionen Followern auf TikTok und 32 Millionen auf Instagram.
 
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Erbrecht
Privates Testament muss immer handschriftlich verfasst sein

Düsseldorf – Nur jeder vierte Deutsche hat ein Testament. Etwa 80 Prozent der selbstverfassten Testamente sind fehlerhaft oder unwirksam. Deshalb kommt es bei der Umsetzung des Letzten Willens immer wieder zu Schwierigkeiten bis hin zu jahrelangem Streit unter den Erben. Beispielsweise ist oftmals nicht bekannt, dass ein selbstverfasstes Testament immer mit der Hand geschrieben sein muss. Es muss darüber hinaus ein Datum enthalten, eindeutig als Testament gekennzeichnet und unterschrieben sein. Außerdem ist es wichtig, dass die Erbeinsetzung eindeutig ist. Es muss klar benannt sein, wer zu welchen Teilen erben soll. Sollte der Verfasser oder die Verfasserin eines Testaments an einer Demenz wie der Alzheimer-Krankheit leiden, kann die Frage nach der Testierfähigkeit noch für zusätzliche Verunsicherung sorgen. Ohne Testament regelt das Gesetz, wer im Todesfall erbt. Die gesetzliche Erbfolge berücksichtigt nur Verwandte sowie Ehepartnerinnen und Ehepartner. Deshalb können Freundinnen, Freunde oder gemeinnützige Organisationen nur durch ein Testament bedacht werden. Gibt es keine gesetzlichen Erben und auch kein gültiges Testament, erbt der Staat. Für Aufklärung sorgt die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. aus Düsseldorf mit einer neuen Testamentsbroschüre. In der Broschüre wird erläutert, warum es wichtig ist, ein Testament zu machen, was man bei der Testamentserstellung beachten sollte und wie die gesetzliche Erbfolge geregelt ist. Die Broschüre kann kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Website: www.alzheimer-forschung.de/zukunft-gestalten oder unter der Telefonnummer 0211 – 86 20 66 0.

Gaming
Zocken mobil: Heute geht man per Smartphone und Tablet ins Casino

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Der mobile Casino-Markt wächst derzeit explosionsartig und endlich haben sich auch in Deutschland die Gesetze rund ums Zocken online liberalisiert. Heute spielt man an Slot-Maschinen jederzeit und von überall, per Smartphone oder Tablet. Die neue Technologie macht es möglich nicht nur bequem von der Couch aus sein Glück zu wagen, aber eben auch in der Mittagspause, auf dem Weg zur Arbeit oder im Wartezimmer des Arztes. Was gilt es dabei jedoch zu beachten, damit das Erlebnis risikofrei bleibt, während der Nutzer gleichzeitig seine Gewinnchancen optimiert? Die Statistik spricht für sich: 2021 kamen bereits 48 Prozent der Bruttospielerträge im Online-Glückspielmarkt weltweit aus dem Bereich mobiles Gaming, bis 2023 soll dieser Anteil auf 53 Prozent ansteigen. Damit ist klar, dass die Nutzer vorrangig nicht am Computer, sondern eben per Smartphone und Tablet zocken. Vorreitend sind dabei natürlich Asien und die USA, doch selbst in Deutschland zeichnet sich ein deutlicher Trend ab: Bis 2024 wird hier ein Bruttospielertrag von 3,3 Milliarden Euro aus Online-Casinos allein erwartet, und auch hierzulande ist das Handy mittlerweile zur beliebtesten Gaming-Plattform geworden. Laut Game, dem Verband der deutschen Game Branche, nutzten 2021 22,6 Millionen Nutzer das Smartphone zum Gaming, im Vergleich zu 15,2 Millionen, die den PC bevorzugen, immerhin 9,9 Millionen spielten auf dem Tablet. Während Zocken, besonders im Internet, in Deutschland lange ein Stigma besaß, tut sich derzeit eine Menge was den Ruf von Online-Casinos betrifft. Verantwortlich war damit nicht zuletzt das Inkrafttreten des neuen Glückspielstaatsvertrags im Juli 2021, der das Glückspiel im Internet nun ganz legal macht. Die Gesetzesänderung war jedoch das Ergebnis einer schon lange nicht mehr aufzuhaltenden Entwicklung in ganz Europa. Gambling Online, das geht nämlich schon seit vielen Jahren, und wenngleich es vor der Erneuerung des Staatsvertrags offiziell nicht legal war, handelte es sich um einen legalen Graubereich, der kaum geahndet werden konnte. Die Server der Anbieter befanden sich ganz einfach in Ländern wie Gibraltar, Malta oder der britischen Isle of Man, wo der Betrieb offiziell legal ist. Auch Schleswig-Holstein ging seit 2011 einen Sonderweg und erlaubte die Vergabe von Lizenzen an diverse Online-Casino-Betreiber. Die deutsche Regierung sah sich unter Zugzwang eine einheitliche und länderübergreifende Regelung zu finden, zumal viele Steuergelder auf diese Weise ins Ausland abflossen. Mit dem neuen Glückspielstaatsvertrag wurde ein striktes und umfassendes Regelwerk geschaffen, das die Lizenzierung von Casinos im Internet unter dessen Einhaltung erlaubt. Gleichzeitig wurden Maßnahmen zum Jugendschutz und Schutz vor Spielersucht festgelegt. Eine zentrale Behörde in Halle überwacht in Zukunft die Einhaltung der Regelungen und wird mit der Lizenzvergabe beauftragt. Limitiert ist allerdings nach wie vor, welche Spiele genau angeboten werden dürfen: Slot-Maschinen sind erlaubt, Live-Streams von Casino-Spielen wie Poker und Roulette, bei dem man an einem virtuellen Tisch Platz nimmt, sind nach wie vor in Deutschland nicht legitim. Zudem muss sich jeder Anbieter dazu verpflichten Nutzer-Dateien anlegen zu lassen, die Spieler können dabei plattformübergreifend nur 1.000 Euro im Monat insgesamt einsetzen. Eine Sperrdatei soll Suchtgefährdete schützen. Zudem gibt es strenge Regelungen, wann die Casinos Werbung schalten dürfen, um den Anforderungen an den Jugendschutz zu entsprechen. Gewiss ist, dass das mobile Casino in Zukunft dem landbasierten Casino den Rang ablaufen wird. Viele Spielbanken und -hallen mussten die vergangenen zwei Jahre über für Besucher geschlossen bleiben, gleichzeitig suchten die Menschen Unterhaltung von daheim, weshalb das Zocken online immer beliebter wurde. Das Smartphone ist zudem überall mit dabei und wird inzwischen für sämtliche Lebensbereiche genutzt, weshalb der Griff in die Hosen- oder Handtasche zu einer schnellen Runde Zocken naheliegt. Wenngleich es oft Skepsis hinsichtlich der Sicherheit gibt, bestehen auch hier strikte Maßnahmen, an die sich die seriösen Anbieter halten – gerade weil in dieser Branche der gute Ruf ein entscheidender Überlebenssfaktor ist. Die meisten seriösen Anbieter geben ihre Lizenzen auf der Webseite an, und listen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen die exakten Konditionen was Einzahlung, Auszahlung, Freispiele und Willkommensboni betrifft, deren Auszahlung meist an bestimmte Konditionen gebunden ist. Natürlich muss die Seite des Betreibers mit dem Smartphone kompatibel sein, wenn über den Browser gespielt werden soll. Bessere Kompatibilität ist in der Regel mit Apps garantiert, die über den App Store oder Google Play Store heruntergeladen werden können. Auch die Einzahlung ist bei den lizenzierten Anbietern sehr sicher und erfolgt oft per PayPal, Apple Pay oder andere anerkannte Zahlungssysteme, wie Skrill oder Neteller, wobei sich die seriösen Anbieter gleichzeitig zum Datenschutz verpflichten und ihre Seite entsprechend verschlüsseln – oft mit den neuesten Technologien.
(Symbolfoto: pixabay)
Wer die richtige Casino-Plattform oder -App für sich finden möchte, sollte die verschiedenen Angebote studieren. Die meisten bieten Freispiele und Willkommensboni, um neue Kunden anzulocken – was absolut kein Hinweis auf mangelnde Seriosität ist. Auf diese Weise können gerade Neueinsteiger zunächst ohne Einzahlung und Risiko in ein Angebot hineinschnuppern und sich vertraut machen, bevor echtes Geld gesetzt wird. Die Ein- wie auch Auszahlungen erfolgen in der Regel umgehend, wobei eben die Auszahlung von Boni in der Regel an bestimmte Bedingungen geknüpft werden muss – wie beispielsweise die Festlegung, wie oft er gespielt werden muss, bevor er ausgezahlt werden kann. Auf diese Weise schützen sich die Anbieter davor, dass der Kunde zu schnell zu einer anderen Plattform wechselt, um dort die Einsteigerangebote zu nutzen. Natürlich bedarf es zum mobilen Zocken ein Gerät, das technologisch entsprechend ausgerüstet ist, damit das Erlebnis Spaß macht und unterbrechungsfrei abläuft. Mittlerweile bringen viele Hardware-Hersteller spezielle Gaming-Handys auf den Markt. Diese besitzen meist ein besonders großes Display und starke Akkus, wie auch schnelle Bildwiederholraten für ein flüssiges Spielerlebnis. In der Regel sind diese Smartphones mit einem modernen Snapdragon Prozessor ausgestattet sowie einem starken Grafik-Chip. Einige Geräte verfügen sogar über einen speziellen Gaming-Modus sowie eine besondere Kühleinheit, die verhindert, dass sich das Gerät bei schnellem Spielen überhitzt. Wer gerne auf dem Smartphone spielt, sei es in Casinos oder anderen Games, sollte zudem ein Handy mit ausreichendem Arbeitsspeicher (über 6GB) sowie internem Speicher auswählen. Welche Casino-Spiele man nun wählt, bleibt ganz dem persönlichen Geschmack vorbehalten. Zu den bekanntesten Anbietern gehören NetEnt, Microgaming und Play N’Go mit umfassenden Angeboten an verschiedenen Slots, Poker, Blackjack und Roulette Games. Dabei unterscheiden sich Video Slots, Classic Slots, Progressive Slots und mehr, wobei auch Faktoren wie der RTP (Return to Player) eine Rolle spielen: Dieser bestimmt, welcher Prozentanteil der Einzahlung an die Spieler ausgezahlt wird, und damit gleichzeitig den Hausvorteil des Anbieters. Der RTP von anerkannten Casinos liegt zwischen 96 bis 98 Prozent. Die Volatilität eines Spiels bestimmt Risiko und Gewinnchancen. Spiele mit geringer Volatilität sind dabei perfekt für Anfänger – das Risiko ist niedrig, gleichzeitig werden viele kleinere Gewinne ausbezahlt. Bei hoher Volatilität hat man die Chance auf größere Gewinne, die jedoch seltener erfolgen, was gerade für Anfänger frustrierend sein kann. Die Thematik der Spiele ist schier grenzenlos, von griechischer oder römischer Mythologie bis hin zu Fantasiewelten, Superhelden oder Geheimagenten-Missionen kann der Spieler eine Menge Abwechslung erwarten, wobei tolle Grafiken und Sounderlebnisse den Player in Bann ziehen. Somit ist stundenlange Ablenkung und Entertainment garantiert, wenngleich mobiles Zocken eben auch in kurzen Zeiteinheiten zwischendurch und unterwegs möglich ist. Casino-Spiele auf dem Smartphone werden immer anerkannter und populärer, weshalb gerade in Deutschland nach Veränderung der Gesetzeslage zu erwarten ist, das zahlreiche Anbieter neue Chancen wittern und auf den Markt drängen. Die Angebote vorab auf bestehende Lizenzen und Seriosität zu prüfen, gegebenenfalls auch die Bewertungen im App Store oder Google Playstore zu lesen, ist wichtig für ein sicheres wie auch erfreuliches virtuelles Casino-Erlebnis.

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Türkisch-griechische Beziehungen
„Mitsotakis wünscht sich bessere Beziehungen zur Türkei“

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Athen – Bereits im Januar dieses Jahres hatten Wirtschaftsvertreter bei einem Treffen in Athen die Verbesserungen der Handelsbeziehung angekündigt und auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, sowie der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis betonten bei einer Zusammenkunft Anfang März in Istanbul den Wunsch einer Wiederannäherung. Mitsotakis, wie auch seine Schwester, die ehemalige Außenministerin Dora Bakoyannis, wünschten sich bessere Beziehungen zur Türkei, stießen damit bei andere Politikern und Teilen der Bevölkerung jedoch auf Ablehnung, so der Professor für Politikwissenschaft Alexis Heraclides von der Panteion-Universität in der griechischen Hauptstadt Athen gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Heraclides wies darauf hin, dass es Zeiten gab, in denen griechische Entscheidungsträger, darunter der konservative Regierungschef Konstantinos Karamanlis in den späten 1970er Jahren oder die Sozialdemokraten Kostas Simitis und Georgios Papandreou, die Notwendigkeit einer dauerhaften Lösung für die Ägäis wirklich erkannten, aber die starke Reaktion der Öffentlichkeit sie davon abhielt, weitere Schritte zu unternehmen. Es gebe auch heute in der griechischen Bürokratie besonnene, objektive Leute, die wüssten, dass die meisten Behauptungen über die Türkei falsch seien und dass bessere Beziehungen zur Türkei beiden Ländern zugute kämen, so Heraclides. „Desinformation über die Türkei sind sowohl bei den Entscheidungsträgern als auch bei der Bevölkerung in Griechenland weit verbreitet“, sagte Heraclides. Heraclides zufolge trügen einige griechische Medien, darunter die großen Tageszeitungen und Fernsehsender, dazu bei, das Bild der Türkei als „neo-osmanische, expansionistische Macht, die in Griechenland einmarschieren will“, zu zeichnen. „Sie zitieren zum Beispiel Reden des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, des Außenministers Mevlut Cavusoglu oder des Verteidigungsministers Hulusi Akar aus dem Zusammenhang gerissen und schüren so Skepsis oder feindselige Gefühle ihnen und der Türkei im Allgemeinen gegenüber“, erklärte er weiter. Heraclides:
„Der griechische Nationalismus, der stark ethnozentrisch und antitürkisch geprägt ist, ist in allen griechischen politischen Parteien stark ausgeprägt und einflussreich – mehr in den rechten, weniger in den linken Parteien, und folglich kann man leicht als Verräter oder türkischer Spion gebrandmarkt werden, wenn man die Notwendigkeit einer Lösung der Probleme zwischen der Türkei und Griechenland betont.“

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NEX24-Interview
„Griechenland missachtet internationale Abkommen“

NEX24 sprach mit dem Journalisten und Vorsitzenden der Türkischen Union von Xanthi (İskeçe), Ozan Ahmetoğlu über die umstrittene Ernennung von Muftis durch den griechischen Staat und die seit 37 Jahren den Westthrakien-Türken verwehrte Religionsautonomie, die in den Abkommen von Athen und Lausanne geregelt ist. Ahmetoğlu studierte an der Universität von Ankara Journalismus und arbeitet für die Zeitung Gündem. NEX24: Herr Ahmetoğlu, vor kurzem wurde ein vom griechischen Staat in İskeçe/Xanthi ernannter Mufti seines Postens enthoben und an seine Stelle ein neuer Mufti ernannt. Welche Erkenntnisse liegen Ihnen als Journalist zu diesem Sachverhalt vor? Ozan Ahmetoğlu: Vor einiger Zeit wurde der Mufti von İskeçe/Xanthi [der vom griechischen Staat ernannte, Anm. d. Red.], Bilal Kara Halil, seines Amtes enthoben und an seine Stelle ein neuer Mufti ernannt. Weder vom Generalsekretär selbst noch von der Verwaltung, die die Ernennung durchführt, gab es dazu ein Statement. Warum wurde der Mufti von seinem Amt entfernt und ein neuer ernannt? Es gibt dazu keine offizielle Verlautbarung und auch in den regionalen Medien ist darüber nichts bekannt. Wir wissen es schlichtweg nicht, aus welchen Grund das Geschehen ist und haben dazu keine Informationen erhalten oder etwas dazu gelesen. NEX24: Welche Position haben die vom griechischen Staat ernannten Muftis bzw. das Muftiamt, wenn die türkisch-muslimische Gesellschaft in Westthrakien diese gar nicht anerkennt? Ozan Ahmetoğlu: Wie Sie wissen, gibt es bezüglich des Muftiamtes in Westthrakien seit vielen Jahren ein ernsthaftes Problem, das weiter besteht. Diese Frage existiert seit 1985, als der damalige Mufti von Gümülcine [Komotini] verstarb und in den darauffolgenden Ereignissen, die mit dem Ableben des Muftis passierten. Der griechische Staat hat ohne die Zustimmung und Akzeptanz der türkischen Minderheit in Westthrakien selbst Muftis ernannt. Sicherlich beeinflusst dieser Sachverhalt in keiner Weise die Frage des Muftiamtes. Diese Problematik besteht nach wie vor, daran hat sich nichts geändert und wartet seit Jahren noch immer auf eine Lösung und es wird noch weiter bestehen. Wie Sie wissen, erkennt die türkisch-muslimische Minderheit in Westthrakien die vom Staat ernannten Muftis als solche nicht an. Es gibt zwei Muftis, die von den Türken in Westthrakien aus eigenem Antrieb gewählt wurden: Der Mufti in İskeçe/Xanthi, Ahmet Mete, und der Mufti von Gümülcine/Komotini, Ibrahim Şerif. Das sind zwei Religionsgelehrte, die von den Türken in Westthrakien als solche akzeptiert werden. Aus diesem Grund tragen Ernennungen, die mit der türkischen Minderheit in Westthrakien ohne Dialog und Konsultationen zustande gekommen sind und durch die türkische Minderheit nicht akzeptiert sowie abgelehnt wurden, nicht zu einer Lösung des Problems bei, sondern machen die Problematik nur komplexer und schwieriger. Es würde zu keiner Lösung beitragen, das muss ganz deutlich gesagt werden. NEX24: Die Religionsfreiheit und die religiöse Autonomie der Türken in Westthrakien sind in den Abkommen von Athen und Lausanne explizit geregelt. Was sollte Ihrer Meinung nach Griechenland unternehmen, um die bestehenden Probleme zu lösen? Ozan Ahmetoğlu: Wir haben es mit einer Politik zu tun, die Abkommen ignoriert. Wie ich bereits dargelegt habe, wenn wir all diese Fragen vor dem Hintergrund der Mufti-Problematik betrachten, dass fast seit 37 Jahren besteht, werden beide internationalen Verträge nicht umgesetzt, und es gibt keinen Dialog zwischen den Institutionen und Vertretern der türkischen Minderheit Westthrakiens und des griechischen Staates, um die Mufti-Frage zu lösen. Es werden keine Anstrengungen unternommen, die zu einer Lösung der Frage beitragen könnte. Die Problematik wird ignoriert und das ist in Westthrakien seit Jahren der Fall. Wenn wir noch einmal auf die Mufti-Frage zurückkommen: Der Vertrag von Lausanne und der 1913 geschlossene Vertrag von Athen garantieren die Rechte und Freiheiten der türkischen Minderheit in Westthrakien und bringen eine Klarstellung zur Mufti-Frage. Das sind internationale Verträge. Leider hält sich Griechenland nicht an diese Abkommen. Es missachtet weiterhin die in diesen Übereinkünften enthaltenen Punkte hinsichtlich der Mufti-Frage. Insofern mangelt es, wie bei der Mufti-Frage und vielen anderen Problemen Griechenlands an dem Willen, die Causa zu lösen. Wenn wir es aus diesem Blickwinkel betrachten und bewerten, sehen wir deutlich, dass in Bezug auf die Minderheit keine demokratische Staatspolitik existiert und kein Wille vorhanden ist, die Probleme zu lösen, die die Community der türkisch-muslimischen Minderheit betreffen. Die Frage besteht weiter und im Rahmen des demokratischen Verständnisses wurden keine Schritte unternommen, um die gegenwärtige Situation zu ändern. Was wollen die Türken in Westthrakien? Die Westthrakien-Türken wollen und erwarten wie bei der Mufti-Frage einen Dialog mit Griechenland, dessen Staatsbürger sie sind, um dauerhafte Lösungen für die Probleme zu erreichen. Vielen Dank für das Gespräch! Das Interview führte Kemal Bölge

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