Daytrading
Wie wählt man die besten Aktien für das Daytrading aus und was sollte man beachten?

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Das Ziel, das von einem Daytrader verfolgt wird? Er eröffnet eine Position, die noch am selben Tag geschlossen wird und einen Gewinn mit sich bringt. Aus diesem Grund muss sich der Trader auch zu Beginn nach einer Aktie umsehen, die ein hohes Handelsvolumen aufweist. Es geht aber auch um äußere Einflüsse, die mitunter dazu führen, ob sich die Aktienpreise nach oben oder nach unten bewegen.

Auch wenn das Prinzip des Daytradings simpel ist, so mag es doch eine Herausforderung sein, die passenden Aktien zu finden bzw. muss man auch noch richtig mit der Preisentwicklung liegen. Anfänger sollten daher nicht gleich ihr Erspartes aufs Spiel setzen, sondern zuerst einmal ein Daytrading Demokonto nutzen, damit man gefahrlos den Markt kennenlernen kann.

Auf das Volumen und die Liquidität der Aktien achten

Die wohl wichtigsten Faktoren für den Daytrader? Volumen und Liquidität. Das Volumen steht hier für die Zahl der ausgeführten sowie abgeschlossenen Trades, wobei die Liquidität im Gegensatz dazu die Aktivität im Orderbuch anzeigt. Aktien mit einer hohen Liquidität sorgen dafür, dass die Orderbücher voll mit Orders sind, die eine große Bandbreite an Kauf- sowie Verkaufspreisen haben.

Verfügt die Aktie über ein hohes Volumen, dann heißt das für den Daytrader, er hat eine größere Chance, dass er durch die Spekulation Gewinne einfahren kann, weil es eine hohe Nachfrage gibt.

Wie viel Geld steht zur Verfügung?

Wer als Daytrader Gewinne für sich verbuchen will, sollte beachten, dass man hier ein entsprechendes Budget benötigt. Wichtig ist, dass es sich um frei zur Verfügung stehendes Geld handelt. Das deshalb, weil man als Daytrader natürlich Verluste einfahren kann – und diese können durchaus hoch ausfallen. Wer den Markt falsch einschätzt, muss bedenken, dass hier sogar ein Totalverlust möglich ist.

Aus diesem Grund sollte man nicht nur mit frei zur Verfügung stehenden Kapital arbeiten, sondern auch risikoreduzierende Instrumente nutzen. Dazu gehören etwa Take Profit oder Stop Loss. Take Profit bedeutet, die Position wird in der Gewinnzone automatisch geschlossen. Im Vorfeld wird hier definiert, bei welchem Gewinn gestoppt wird – das heißt, es folgt die automatisierte Gewinnmitnahme,

Bei Stop Loss handelt es sich um die Reduzierung des Verlustrisikos. Im Vorfeld wird definiert, wie hoch der maximale Verlust sein darf – das heißt, schätzt man die Entwicklung falsch ein, dann kommt es zum automatischen Stopp, wenn ein bestimmter Verlust erreicht wurde.

Mit Hebel arbeiten

Daytrader arbeiten gerne mit der Hebelwirkung. Viele Broker stellen hier Hebel von 1 zu 5, aber auch von 30 zu 1 zur Verfügung. Je höher der Hebel, umso höher die Chance auf attraktive Gewinne. Aber umgekehrt muss man auch beachten, dass ein hoher Hebel auch bedeutet, dass hohe Verluste eintreten können, wenn sich der Markt nicht wie gewünscht entwickelt.

Vor allem Anfänger sollten vorsichtig sein und sich nicht von der Möglichkeit täuschen lassen, dass mit geringen Summen hohe Beträge bewegt werden können. Die Gefahr, die man hier eingeht, ist nicht zu unterschätzen.

(Symbolfoto: pixabay)

Gibt es eigentlich eine Alternative zu Aktien?

Wer sich für das Daytrading interessiert, aber nicht unbedingt mit Aktien arbeiten will, kann hier seinen Blick in Richtung Forex werfen. Der Forex Markt, also das Spekulieren mit Devisen, ist genauso vielversprechend, da auch hier mit hohen Hebeln gearbeitet werden kann.

Interessiert man sich hingegen für Cyberdevisen, also Kryptowährungen, so benötigt man eigentlich keinen Hebel. Das deshalb, weil der Kryptomarkt extrem volatil ist. Immer wieder treten hier Veränderungen im hohen drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich – pro Tag – ein. So kann der Preis des Bitcoin von in der Früh bis am Abend um 1.500 US Dollar steigen, aber auch um 2.000 US Dollar abstürzen.

Nicht die Nerven verlieren

Als Daytrader muss man – zum Teil doch sehr hohe – Verluste akzeptieren können. Immer wieder können zudem auch wahre Verlustserien eintreten. Hier heißt es, einfach die Ruhe bewahren und nicht die Einsätze erhöhen. Wichtig ist, dass man Ende der Woche bzw. am Ende des Monats in die Gewinnzone gekommen ist – Tage mit Verlusten gehören einfach dazu.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.

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Syrien
Christliche Assyrer fordern von PKK-Ableger Freilassung 19-Jähriger

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von Nabi Yücel

Die Säuberungsaktionen der kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) halten seit Mitte Juli unvermindert an. Bisherigen Berichten zufolge wurden bereits 65 Personen von der SDF „exekutiert“, hieß es Anfang August. Jetzt schaltet sich das US-amerikanische Assyrische politische Institut API wegen der Inhaftierung einer 19-Jährigen ein.

Seit Mitte Juli wurden laut PKK-nahen Medienberichten, 65 Personen aufgrund von Spionagevorwürfen extralegal hingerichtet. Angehörige weiterer Hunderter Zivilisten und Journalisten haben keine Möglichkeit, mit den Inhaftierten in Kontakt zu treten. Die inhaftierten Zivilisten, darunter Araber, Turkmenen, Assyrer und Kurden, aber auch 16 Journalisten, erhalten keinen Rechtsbeistand, können nicht mit der Außenwelt in Kontakt treten und sind der Willkür der kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens ausgesetzt.

PKK-nahen Medienberichten zufolge will der syrische Ableger der Terrororganisation PKK mit dieser großangelegten Säuberungsaktion die operativen Erfolge der Türkei in Nordsyrien beschneiden. Hawar News Agency berichtete, bei der Säuberungsaktion seien zunächst 36 Personen aufgegriffen und getötet worden, denen Spionage für den türkischen Staat vorgeworfen worden sei. Der Zugriff erfolgte laut dem Bericht während einer großangelegten Aktion, die in den Städten Qamischli, al-Hasaka, asch-Schaddadi, Deir ez-Zor, ar-Raqqa und Manbidsch unter dem Namen „Operation Eid“ durchgeführt wurde.

Ein Fall sorgt nun für Furore, da hier eine 19-jährige Assyrerin seit mehr als zwei Wochen von der SDF festgehalten wird und eine US-amerikanische Organisation nun in einem dringlichen Appell darauf aufmerksam macht. Samira Habsono, eine 19-jährige Assyrerin aus Qamischli, die am 1. August 2022 von den Demokratischen Kräften Syriens SDF festgenommen und der Spionage für die syrische Regierung beschuldigt wird, ist eine von vielen, die kein Kontakt zur Außenwelt bekommt, heißt es in dem Appell.

Laut dem Assyrischen politischen Institut API soll die 19-jährige ohne Anklagen oder Beweise festgehalten werden. Außerdem werde ihr laut dem Appell an den Führer der SDF, Mazlum Kobanê – auch Mazlum Abdi genannt – kein Rechtsbeistand gewährt. Nach Angaben von Familienangehörigen wird Habsono im SDF-geführten Frauengefängnis al-Baytarih in der Stadt Al-Hasaka festgehalten. Sie muss noch vor einem Scharfrichter erscheinen.

Die 19-jährige Samira Habsono ist die Tochter von Gabi Habsono, einer prominenten assyrischen Aktivistin und ausgesprochenen Kritikerin der Politik der PYD in Nordsyrien gegenüber Assyrern. Gabi Habsono ist ferner Mitglied der Sootoro, einer mit der syrischen Regierung verbündeten, regional ansässigen Miliz, die sich aus Assyrern und einer kleinen Anzahl Armenier zusammensetzt, die in Qamischli operieren. Berichten zufolge wurden die Sootoro-Milizkräfte regelmäßig unter Druck gesetzt, sich in die SDF zu integrieren, was Gabi Habsono bislang ablehnte.

„Es wurden keine Anklagen erhoben und die Gründe für ihre Verhaftung sind weiterhin unklar“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der API Reine Hanna. „Trotz der ihr erhobenen Vorwürfe gehen wir davon aus, dass die Festnahme von Samira Habsono politisch motiviert sein könnte. Sollte dies der Fall sein, sollte diese junge Frau sofort und bedingungslos freigelassen werden.“

Qamischli befindet sich im Gouvernement Al-Hasaka in Syrien und steht derzeit de facto unter der Kontrolle der kurdisch geführten Selbstverwaltung, die als Autonome Verwaltung Nord- und Ostsyriens unter der Kontrolle der Partei der Demokratischen Union (PYD) steht; ein Ableger der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei.

Die PYD kontrolliert die Region seit dem Abzug der syrischen Regimetruppen aus dem Gebiet im Jahr 2012 und betreibt eine lokale Verwaltung mit Gerichten, Gefängnissen und polizeilichen Kräften. Die Region wird militärisch von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert, einer hauptsächlich kurdischen Miliz in Syrien und Hauptbestandteil der SDF.

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Gastbeitrag
Türkische Militäroperation könnte Syrer-Rückkehr ermöglichen

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die militärische Operation der türkischen Streitkräfte in Syrien, könnte Tausenden von Syrern die Rückkehr in ihre angestammte Heimat ermöglichen, nachdem sie viele Jahre lang von der YPG, den SDF und anderen Organisationen vertrieben wurden, sagt Rena Netjes, eine niederländische Arabistin und Wissenschaftlerin. Ihrer Analyse zufolge gibt es im Westen einen starken Widerstand gegen eine neu geplante Militäroperation der türkischen Streitkräfte in Zusammenarbeit mit der Freien Syrischen Armee FSA in Nordsyrien. Doch viele vertriebene Araber aus Tel Rifaat, Manbidsch und den umliegenden Dörfern begrüßen die Idee der Befreiung ihrer Städte und Dörfer. Tatsächlich fordern sie die von der Türkei unterstützte FSA seit Jahren auf, ihr Gebiet zu befreien. Westliche Artikel konzentrieren sich oft ausschließlich auf die kurdischen Bewohner Nordsyriens und betonen, dass eine weitere Militäroperation automatisch die Vertreibung der kurdischen Bevölkerung bedeutet. Dennoch stellt das Gebiet eine Mischung aus arabisch und kurdisch-dominierten Städten dar, und die arabischen Einwohner haben dabei ihre eigene Geschichte der Vertreibung. Im Jahr 2016 wurde die gesamte arabische Bevölkerung in Tel Rifaat, einer (historisch) mehrheitlich arabischen Stadt auf der Westseite des Euphrat, in einer koordinierten Militäroperation von Russland, dem syrischen Regime und Militanten der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin vertrieben. Die YPG versuchte auch, die mehrheitlich kurdischen Enklaven Kobanê und Afrin durch mehrheitlich arabische Gebiete zu verbinden, was einen Flüchtlingsstrom von Arabern, hauptsächlich aus den beiden Städten und den umliegenden Dörfern zur türkischen Grenze, auslöste. Im März 2016 traf Rena Netjes am Grenzübergang Bab al-Salama, wenige Kilometer nördlich von Azaz, auf mehrere Syrer, die aus Tel Rifaat und Umgebung geflüchtet waren und die Grenze überquerten. Ursprünglich davon ausgegangen, dass sie vor den Bombenangriffen der Russen und des Regimes aus Ost-Aleppo flohen, war es überraschend zu erfahren, dass sie flohen, weil „YPG-Kämpfer ihre Häuser besetzt hatten“. Später an der syrisch-türkischen Grenze und in Kilis sowie Gaziantep erzählten andere Binnenvertriebene viele ähnliche Geschichten. Letztes Jahr interviewte Netjes in Azaz Abdallah al-Hafi, den kurdisch-arabischen Azaz-Direktor der Einheit der syrischen Kommunalverwaltungen (LACU). Ihm zufolge war die Vertreibung der Bewohner von Tel Rifaat eine vorsätzliche und gut organisierte militärische Operation, die zwischen Russland, dem syrischen Regime und der YPG koordiniert wurde. „Bei der Schlacht um Tel Rifaat bombardierten Russland und das Regime die Region mit Kampfjets, während die YPG-Kämpfer aus Afrin am Boden operierten. Die Bombardierung veranlasste die Menschen zur Flucht, und in der Gegend herrschte Krieg.“ Im Jahr 2016 wurde Tel Rifaat dann von der Freien Syrischen Armee (FSA) kontrolliert. Christopher Reuter, ein deutscher Journalist vom Spiegel, berichtete, dass es am Anfang eine Koordination zwischen der FSA und der YPG gab, bis letztere mit russischer Luftunterstützung Tel Rifaat einnahm, was zu einer drastischen Verschlechterung ihrer Beziehungen führte. Berichte, die Anfang 2016 aus der Stadt kamen, stellten die YPG nicht besser dar als das damalige Assad-Regime, mit unzähligen Berichten über Plünderungen und ermordete Zivilisten. Bachir Aleito Abu al-Kheir, Leiter des politischen Büros von Tel Rifaat, sagte Al-Monitor im Jahr 2019, dass über 100.000 Menschen aus der Gegend vertrieben worden seien. Diese Araber befanden sich hauptsächlich in der Region Azaz – in der Stadt oder in provisorischen Lagern (Lager der „Bewohner von Tel Rifaat“) im Dorf Sijjo nahe der türkischen Grenze. Sie sind jetzt seit über sechs Jahren dort. Die Geschichte von Manbidsch ist etwas anders. Der größte Zustrom von Flüchtlingen aus Manbidsch in die Türkei und nach Europa fand 2014 statt, als der IS die Stadt eroberte. Als die von der YPG geführten Demokratische Kräfte Syriens (SDF) die Stadt von den nach Osten vordringenden IS-Kräften befreiten und einnahmen, kam es zu einer weiteren Flüchtlingswelle. 400-500 Familien aus der Stadt und 1000-1500 Familien aus den umliegenden Dörfern leben immer noch in den Nachbargebieten, während eine viel größere Zahl in die Türkei und nach Europa floh. Das größte Problem sei der Militärdienst der SDF, vor allem für junge Männer, insbesondere außerhalb der Stadt, so Jasem Al-Sayyid. Ein Journalist, der 2014 aus Manbidsch floh und jetzt in Azaz lebt. „Jetzt kommt jeden Tag eine Gruppe in das FSA-Gebiet, aus Angst vor der Wehrpflicht durch die SDF und insbesondere vor der Wehrpflicht des syrischen Regimes, aus Angst, dass die SDF die Region Manbidsch an das Regime übergeben würden“, erklärt Jasem Al-Sayyid. Laut Abdelaziz Tammo, dem Vorsitzenden der Vereinigung unabhängiger syrischer Kurden (KKS), „liegt der Anteil der Kurden in Manbidsch zwischen 1 bis 3 %, aber nicht mehr als 3 %“. Anfang 2018, vor und während der türkischen/FSA-Militäroperation, flohen Kurden massenhaft aus Afrin. Schätzungsweise 151.000 waren nach Angaben der Vereinten Nationen im Jahr 2018 geflohen. Sie flohen hauptsächlich nach Tel Rifaat und in das sogenannte Schahba-Gebiet – Dörfer um Tel Rifaat. Laut KKS sind mehr als die Hälfte der Kurden, die 2018 aus Afrin nach Tel Rifaat, Aleppo, Dohuk und Erbil geflohen waren, inzwischen nach Afrin zurückgekehrt, die meisten von ihnen innerhalb von vier Monaten nach ihrer Flucht. Das heißt natürlich nicht, dass alles gut ist. „Das hängt von Brigade zu Brigade ab; in manchen Bereichen ist es gut, in anderen durchschnittlich, und in einigen Bereichen ist es immer noch schlecht“, sagte ein KKS-Mitglied gegenüber Rena Netjes in Afrin.
 „Diejenigen, die zusammen mit der YPG in die Schahba-Region geflohen sind, müssen jetzt Schmiergeld zahlen, um zurückkehren zu können, da die Partei der Demokratischen Union PYD es ansonsten nicht zulässt. Natürlich ist das schlechte Verhalten einiger FSA-Milizen auch nicht ermutigend, aber die Situation hat sich seit dem Chaos im Jahr 2018 verbessert, seit die lokalen kurdischen Räte hier installiert wurden.“
„Von dem Moment an, als von einer bevorstehenden Militäroperation die Rede war, kamen kurdische Familien zurück, ob aus Schahba oder Aleppo. Die Zahlen sind nicht riesig, aber jeden Tag kommen Familien zurück. Und das Gute ist, dass es eine Ausrichtung gibt; sogar die FSA unterstützt diese Rückkehr“, sagte der Leiter des KKS und Mitglied des Gemeinderates in Afrin, Amjad Osman, gegenüber Rena Netjes. „Sie kommen laut den Schmugglern durch verschiedene Orte, aber besonders dort, wo die Sham- oder die Levante-Front präsent sind. Im Allgemeinen gibt es also eine Koordination, und sie wollen, dass die Leute zurückkehren.“ Bemerkenswerterweise hat die FSA mit der Levante-Front auch Kurden in ihren Reihen. „Die Bereitstellung des Kontexts von Tel Rifaat soll die Plünderungen und Vertreibungen in Afrin weder rechtfertigen noch schmälern. Vielmehr hilft es zu erklären, warum viele Kämpfer aus Tel Rifaat und Umgebung bereit waren, unter türkischer Fahne zu kämpfen; viele kämpften für die Rückeroberung ihrer Stadt. Nach der Übernahme von Afrin gingen die Russen jedoch nach Tel Rifaat und boten den verbleibenden YPG-Kämpfern einen sicheren Hafen“, sagt Reuter. Letzten Oktober führte Rena Netjes, während Christopher Reuter an der Front mit den SDF- und Regimekräften in der Nähe des Dorfes Kafr Khashir, nur zwei Meilen südlich von Azaz, wartete, Interviews mit Rebellen (Levante-Front), die dort anwesend waren. Vier der fünf waren aus Tel Rifaat oder einem nahe gelegenen Dorf. Fast alle wollten zurück nach Hause. Sie konnten ihre jeweiligen Dörfer sehen – da man von dort das Gebiet darunter sehen konnte, einschließlich der Dörfer Ayn Daqna, Maaranaz, Menagh, Menagh Airbase und darüber hinaus –, aber sie konnten nicht zurückkehren. Derzeit sind etwa 90 % der ehemaligen Einwohner von Tel Rifaat und der mehr als 40 Dörfer um Tel Rifaat, die 2016 unter SDF-Kontrolle fielen, Binnenvertriebene. Nach Schätzungen der Independent Doctors Association (IDA) und des Amtes der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) beherbergt Azaz jetzt mehr als 250.000 Syrer, von denen 80 % Binnenvertriebene sind. Rund um die Stadt gibt es Flüchtlingslager, sowohl provisorische Lager als auch solche mit Einrichtungen. Andere Städte in den von der Türkei/FSA kontrollierten Gebieten befinden sich mehr oder weniger in der gleichen Situation. Koran Ahmad, Vorsitzender der syrischen NGO Bahar, erklärte gegenüber Netjes, dass „95 % der Bevölkerung von Tel Rifaat aufgrund der Militäroperation geflohen sind und nur wenige Familien zurückkehren konnten.“ Er sagte, dass einige Binnenvertriebene aus Tel Rifaat in Afrin Schutz gesucht hätten. Laut Abdel Qader Osman, dem Direktor des Medienzentrums in Azaz, wollen diese Menschen – die entweder in Lagern, Azaz oder anderswo in der Gegend und auch in der Türkei sind – einfach in ihre Gebiete zurückkehren. Darüber hinaus erwähnte er auch, dass die  Terrororganisation PKK nur drei Kilometer südlich von Azaz im Dorf Maaranaz eine Front eröffnet habe, die sie zum Beschuss der Bevölkerung von Azaz nutzt. Diese beiden Städte, Tel Rifaat und Manbidsch, stehen im Mittelpunkt der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am 1. Juni angekündigten Militäroperation. Ebenso sagte ein Vertreter der syrischen politischen Opposition Rena Netjes gegenüber, dass „eine türkische Militäroperation klein sein wird und nur auf Tel Rifaat begrenzt.“ Kürzlich wurden in Tel Rifaat Regimeflaggen und Plakate von Bashar al-Assad gehisst, und auf einem Kommunikationsturm wurde eine iranische Flagge gehisst. Laut lokalen Medien haben sich iranische Milizen aus schiitischen Gebieten wie Nubl und Zahraa (südlich von Tel Rifaat) an der Front ausgebreitet, und Truppen der FSA haben sich ebenfalls an der Front in der Nähe von Manbidsch formiert. Aufgrund dieser Vorgeschichte und unter diesen Bedingungen unterstützen die Vertriebenen von Tel Rifaat und den umliegenden Gebieten und darüber hinaus, eine türkische Militäroperation. Sogar in anderen mehrheitlich arabischen Städten in der nördlichen Provinz Aleppo, wo die Einwohner in Gebieten wie al-Bab , Marea und sogar in Deraa, Südsyrien, Angriffen der SDF ausgesetzt sind, kam es zu Demonstrationen, die eine neue türkische/FSA-Militäroperation forderten. Es ist keine Überraschung, dass syrische Binnenvertriebene, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, die „Befreiung“ ihrer Städte und Dörfer begrüßen. Mit schwindender westlicher Hilfe und dem Damoklesschwert – dem russischen Veto gegen die UN-Hilfe in diesen Gebieten – über ihren Köpfen, wollen diese Menschen, oft Bauern ohne einen anderen Beruf und auf Hilfe angewiesen, nur in ihre Heimat zurückkehren.
Das ist eine Übersetzung der Kurzanalyse von Rena Netjes, die in der Washington Institute veröffentlich wurde. Netjes ist Arabistin und eine unabhängige niederländische Wissenschaftlerin. Netjes konzentriert sich bei ihrer Arbeit hauptsächlich auf Nordsyrien, das von SDF gehaltene Nordostsyrien und das von der Opposition gehaltene Nordwestsyrien. Sie war in den letzten Jahren dreimal zu Feldforschungszwecken in verschiedenen Teilen Nordsyriens und ist Co-Autorin von „Henchman, Rebel, Democrat, Terrorist„, zu deutsch „Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist“.

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Russland-Sanktionen
Sanktionen: Russische Wirtschaft schrumpft deutlich

Moskau – Russlands Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal dieses Jahres um 4 Prozent geschrumpft, wie das nationale Statistikamt bekannt gab. Laut Bloomberg Economics sogar um 4,7 Prozent. Das Statistikamt lieferte keine weiteren Informationen zu den Gründen für den Rückgang. Dies ist das erste vollständige Quartal, seit Russland Truppen in die Ukraine entsandt hat, teilte der staatliche Statistikdienst am Freitag mit. Die Wirtschaftsleistung fiel somit auf das Niveau des Jahres 2018 zurück. Russland wurde nach seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar mit einer ganzen Reihe von Sanktionen belegt, die unter anderem dazu führten, dass einige russische Banken vom internationalen Überweisungssystem SWIFT ausgeschlossen wurden, und zu einer erheblichen Abwanderung ausländischer Unternehmen führten. Das Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr wahrscheinlich um bis zu 12 Prozent schrumpfen so mit den Schätzungen vertraute Personen, gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg. „Die wichtigsten Negativfaktoren sind das Ölembargo, der Verzicht der EU auf russisches Gas sowie weitere Abwanderungen ausländischer Unternehmen“, so Natalia Lavrova, Chefvolkswirtin der BCS Financial Group in Moskau. „All das wird sich wahrscheinlich allmählich ausweiten, wobei viel Negatives in das Jahr 2023 übertragen wird.“  

Berlin
Staatsanwaltschaft will Fahrradklau wie Organisierte Kriminalität behandeln

Berlin – Um den wuchernden Fahrraddiebstahl in Berlin wirksam zu bekämpfen, will die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungsmethoden einsetzen, wie sie auch gegen die Organisierte Kriminalität zum Einsatz kommen. Das geht nach Informationen von rbb24Recherche aus einem Absichtsbericht zur „Bekämpfung des Fahrraddiebstahls“ aus Februar dieses Jahres hervor, der bis heute noch nicht umgesetzt wurde. Die Fahrraddiebstähle in Berlin haben nach Angaben der Berliner Polizei im ersten Halbjahr dieses Jahres um rund 30 Prozent zugenommen. Damit liegen sie auf dem Niveau von 2019. In den Pandemiejahren waren sämtliche Diebstahlsdelikte rückläufig. Eine bundesweite Abfrage von rbb24Recherche bei den Polizeien der Länder bestätigt den Trend auch in anderen Bundesländern. Für das vergangene Jahr schätzt die Berliner Innenverwaltung den Diebstahlsschaden auf 22 Millionen Euro, die Aufklärungsquote der Berliner Polizei lag 2021 bei 4,6 Prozent. In diesem Jahr dürfte der Schaden deutlich höher liegen, zumal die Preise für Fahrräder weiter gestiegen sind. Der Berliner Landesverband des „Bundes Deutscher Kriminalbeamter“ (BDK) verwies im Interview mit dem rbb darauf, dass Fahrraddiebstahl als Massendelikt bislang nur als „Bagatelle“ geahndet wird. Die einseitige Fokussierung auf die Prävention sei nicht ausreichend. Vorstandsmitglied Carsten Milius kritisierte, dass Fahrraddiebstähle in Berlin nicht durch Kriminalbeamte bearbeitet würden, sondern durch Schutzpolizisten auf den Polizeiabschnitten. Der BDK wünsche sich deshalb eine Änderung der Zuständigkeit, hin zur Kriminalpolizei. Die Landesregierung aus SPD, Grünen und Linken hatte in ihrem Koalitionsvertrag eine „Intensivierung zur Bekämpfung des Fahrraddiebstahls im Kontext Organisierter Kriminalität“ als Schwerpunkt festgeschrieben. Davon sei bislang nichts zu spüren, sagte Oberstaatsanwalt Bernhard Mix dem rbb. Ermittlungserfolge gegen das Massendelikt könnten nur mit kriminalistischen Methoden „unter Ausschöpfung der vollen Bandbreite der Strafprozessordnung“ erzielt werden. Das Konzept der Staatsanwaltschaft sieht deshalb eine gezielte Bekämpfung von Intensivtätern vor, die wiederholt Fahrraddiebstähle begehen. Außerdem sollen Hehlerbanden, die das Diebesgut häufig nach Osteuropa verkaufen, gezielt verfolgt werden. So seien Observationen, eine Überwachung der Telekommunikation- und der in Fahrrädern verbauten GPS-Tracker angedacht.

Rushdie-Attentat
Salman Rushdie: „Alle Zutaten für den Faschismus liegen bereit“

Hamburg – Fast genau zwei Wochen vor dem Attentat auf Salman Rushdie traf stern-Korrespondent Raphael Geiger den Schriftsteller in New York. In dem zweistündigen Gespräch ging es auch um Angst – doch Rushdie machte sich keine Sorgen mehr um seine eigene Sicherheit: „So eine Fatwa ist eine ernste Sache. Aber das ist lange her.“ Ja, sagte Rushdie, wenn er heute in seinen Tagebüchern lese, die er in den Anfangsjahren nach der Fatwa des iranischen Regimes vor über 30 Jahren geführt habe, „sehe ich auch, dass es mir oft schlecht ging“. Auf die Frage, was er denn heute fürchte, antwortete Rushdie: „Früher hätte ich gesagt – den religiösen Fanatismus. Das sage ich heute nicht mehr. Die aktuell größte Gefahr ist, dass wir unsere Demokratie verlieren.“ Es seien beängstigende Zeiten, sagte der 75-jährige Schriftsteller weiter: „Alle Zutaten für den Faschismus liegen bereit. Am Wichtigsten ist hier Trumps Sieg über die Wahrheit.“ Das Schlimmste sei, dass Morddrohungen alltäglich geworden seien: „Nicht mehr nur Politiker bekommen sie, sondern selbst amerikanische Lehrer, wenn sie bestimmte Bücher im Unterricht durchnehmen.“ Auf die Frage, wie er es über Jahrzehnte ausgehalten habe, trotz der persönlichen Gefahr, in der er sich befand, nicht zu verzweifeln, sagte Rushdie: „Man muss sich in einen Kämpfer verwandeln. Man muss gegen die Gefahren tun, was man tun kann.“ Was sein eigenes Leben betreffe, schaue er doch lieber nach vorn: „Ja, ich bin ein Optimist.“ Salman Rushdie, dessen Roman „Die Satanischen Verse“ in den 1980er Jahren Todesdrohungen des iranischen Führers nach sich zog, wurde am Freitag von einem Mann in den Hals und in den Unterleib gestochen. Der Angrifer stürmte auf die Bühne, als der Autor im Westen New Yorks einen Vortrag halten wollte. Ein blutüberströmter Rushdie, 75, wurde in ein Krankenhaus geflogen und operiert. Sein Agent, Andrew Wylie, sagte, der Schriftsteller sei am Freitagabend an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden und habe eine beschädigte Leber, durchtrennte Nerven in seinem Arm. Auch ein Auge wurde verletzt, das er wahrscheinlich verlieren werde. Die Polizei identifizierte den Angreifer als Hadi Matar, 24, aus Fairview, New Jersey. Er wurde noch am Tatort verhaftet und wartet nun auf seine Anklageerhebung. Matar wurde ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung von „Die Satanischen Verse“ geboren. Das Motiv für den Angriff sei unklar, sagte Eugene Staniszewski, Major der State Police.

Europa Conference League
Griechenland: Israelische Fußballfans verurteilt

Athen – Ein griechisches Gericht hat am Freitag 10 Fans des israelischen Fußballvereins Maccabi Tel Aviv zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt. Sie hatten sich auf dem Weg zu einem Spiel der Europa Conference League gegen Aris des illegalen Besitzes von Feuerwerkskörpern schuldig gemacht. Die 10 wurden zu neun Monaten Haft verurteilt, die auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt wurden, sowie zu einer Geldstrafe von jeweils 300 Euro. Fünf weitere Festgenommene sind minderjährig (16 und 17 Jahre) und solleen zu einem späteren Zeitpunkt vor ein Jugendgericht gestellt werden. Alle wurden freigelassen. Nach Angaben der Polizei waren die Fans im Alter zwischen 16 und 35 Jahren vor dem Qualifikationsspiel am Donnerstag bei einer Sicherheitskontrolle festgenommen worden. Die Festnahmen wurden am Freitagmorgen bekannt gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press.

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Fenerbahce wurde von der Uefa bestraft, nachdem seine Fans gegen Dynamo Kiew im Juli den Namen des russischen Präsidenten Wladimir Putin skandiert hatten.

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Luftfahrt-News
Turkish Airlines: 737 Mio. Dollar Gewinn im ersten Halbjahr

Istanbul – Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat in der ersten Jahreshälfte 2022 einen Nettogewinn von 737 Millionen US-Dollar erzielt, wobei die Umsätze im zweiten Quartal das Niveau des Jahres 2019 übertrafen. Die in Istanbul ansässige Fluggesellschaft teilte in ihrem am 12. August 2022 veröffentlichten Finanzbericht zudem mit, dass die Gesamteinnahmen zwischen Januar und Juni 2022 um mehr als 27 Prozent auf 7,6 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Die Passagiereinnahmen stiegen in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 demnach um 7,9 Prozent auf 5,4 Milliarden US-Dollar und die Frachteinnahmen stiegen um 156 Prozent auf 2,04 Milliarden US-Dollar. Turkish Airlines verzeichnete demnach einen Anstieg der internationalen Flüge um 21 Prozent im Vergleich zu 2019 und beförderte insgesamt 5,2 Millionen internationale und 2,7 inländische Passagiere. Allein im Juli 2022 flogen mehr als 7,8 Millionen Reisende an Bord von Turkish Airlines Flugzeugen, was einem Anstieg von 9,9 Prozent gegenüber Juli 2019 entspricht, fügte die türkische Fluggesellschaft hinzu. In der ersten Jahreshälfte konnte Turkish Airlines ihr Streckennetz auf insgesamt 335 Ziele erweitern und ihre Flugzeugflotte auf 386 Jets ausbauen.

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Weltwirtschaft
Deutschland: Exporte steigen um über 13 Prozent

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Berlin – Die deutschen Exporte (Warenausfuhren) sind im 1. Halbjahr 2022 insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 % auf 763,9 Milliarden Euro gestiegen. Die Exporte nach Russland sanken im gleichen Zeitraum infolge des Kriegs in der Ukraine und der gegen Russland getroffenen Sanktionen gegenüber dem 1. Halbjahr 2021 um 34,5 % auf 8,3 Milliarden Euro. Nach Deutschland importiert wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 insgesamt Waren im Wert von 729,6 Milliarden Euro. Das waren 26,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum 2021. Die Wareneinfuhren aus Russland stiegen – auch aufgrund höherer Preise für Energie – wertmäßig um 51,3 % auf 22,6 Milliarden Euro. Mengenmäßig sanken die Einfuhren aus Russland jedoch um 24,0 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2021. Der Außenhandelssaldo (Export abzüglich Import) Deutschlands lag im 1. Halbjahr 2022 bei +34,3 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum +96,5 Milliarden Euro). Im Außenhandel mit Russland wurden wertmäßig mehr Waren aus Russland eingeführt als dorthin ausgeführt. Im 1. Halbjahr 2022 betrug der Importüberschuss 14,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Importüberschuss noch 2,2 Milliarden Euro betragen. Auch diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund der starken Preissteigerungen in den letzten Monaten zu betrachten. Wichtigste Exportgüter Deutschlands waren im 1. Halbjahr 2022 Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Wert von 116,3 Milliarden Euro, gefolgt von Maschinen mit einem Wert von 99,2 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 5,9 % beziehungsweise 2,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wichtigste Importgüter waren chemische Erzeugnisse mit 76,1 Milliarden Euro (+64,9 %) und Datenverarbeitungsgeräte (68,2 Milliarden Euro; +12,6 %). Die hohen Importwerte im Chemiesektor sind auf die Einfuhren im Bereich Lactame aus China zurückzuführen, die sowohl für die Kunststoff- als auch für die Medikamentenherstellung verwendet werden können. Im Berichtsmonat Juni 2022 exportierte Deutschland insgesamt Waren im Wert von 135,9 Milliarden Euro, das war eine Steigerung um 14,5 % zum Juni 2021. Nach Deutschland importiert wurden Waren im Wert von 128,2 Milliarden Euro (+24,8 % zum Vorjahresmonat).

Nordsyrien
Nordsyrien: Proteste gegen Türkei-Vorschlag

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Afrin – Im Norden Syriens sind Proteste ausgebrochen, nachdem der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu erklärt hatte, dass sich die syrische Opposition und das Regime versöhnen müssten, um den Krieg zu beenden. Tausende Syrer in den von Rebellen kontrollierten Gebieten sind am Freitag auf die Straße gegangen, um gegen einen Vorschlag des türkischen Außenministers Mevlut Cavusoglu zur Versöhnung zwischen der syrischen Regierung und der Opposition zu protestieren. Die Türkei war bisher ein entschiedener Gegner des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, unterstützt Rebellen, die seinen Sturz fordern, und öffnet ihre Türen für Flüchtlinge. Cavusoglus Äußerungen wurden als offensichtliche Lockerung der seit langem bestehenden Feindseligkeit Ankaras gegenüber Assads Regierung gewertet und erzürnten die syrische Opposition und Rebellengruppen. „Wir müssen die Opposition und das Regime irgendwie dazu bringen, sich in Syrien zu versöhnen. Andernfalls wird es keinen dauerhaften Frieden geben, das sagen wir immer“, erklärte der türkische Außenminister am Donnerstag vor Diplomaten. Syrer gingen nach den Freitagsgebeten in den großen Städten des Nordens auf die Straße, darunter Azaz, Al-Bab und Afrin, die nahe der türkischen Grenze unter der Kontrolle der türkischen Streitkräfte und ihrer syrischen Unterstützer stehen. „Als Revolutionäre sind wir hier vereint und lehnen jede Versöhnung mit dem Regime ab, da dies die Zerstörung und Vertreibung von Millionen Syrern bedeutet“, so Yassin al-Ahmad, ein vertriebener Syrer der in Al-Bab lebt, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.