Lützerath
Aachener Polizeipräsident zeigt Verständnis für Klimaaktivisten

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Aachen – Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach hat im Vorfeld der angekündigten Räumung des Protestcamps in Lützerath Verständnis für die Sorgen der Klimaaktivisten gezeigt. Im Interview mit dem Fernsehsender phoenix sagte Weinspach: „Meine private Meinung habe ich natürlich. Ich teile die Sorgen, was den Klimaschutz anbelangt, insbesondere was passieren würde, wenn wir das 1,5-Grad-Ziel verfehlen.“ Er sehe auf der anderen Seite aber auch die aktuelle Zwangslage, in der es darum gehe, für die nächsten zwei Jahre Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das stehe jetzt im Vordergrund. „Natürlich müssen die Anstrengungen für den Klimaschutz danach verstärkt werden, damit wir unsere Erde nicht verheizen und unseren Kindern eine Erde hinterlassen, die bewohnbar bleibt“, so der Polizeipräsident. Weinspach nannte die bevorstehende Räumung des Dorfes einen „belastenden Einsatz mit einer besonderen Herausforderung“, den er nicht freudig angehe. Aber er und seine Kollegen gingen den Einsatz „professionell“ an und seien gut vorbereitet. „Wir sind nur Vollzugsbehörde, das heißt wir sind um Vollzugshilfe gebeten worden. Die Rechtsgrundlagen, die Voraussetzungen für den Einsatz sind klar. Insofern kann ich mich nicht beklagen, dass es da mangelnde Unterstützung oder fehlende Klarheit gebe“, so Weinspach. Nach seinen Worten stellt sich die Polizei auf einen Einsatz von bis zu vier Wochen ein. Er rechne mit vielfältigen Widerstandsformen. Neben verbarrikadierten Häusern, die geräumt werden müssten, gebe es rund 25 Baumhäuser, aus denen Protestierende technisch aufwändig sicher herausgeholt werden müssten. Er unterstrich das Bemühen der Polizei, deeskalierend vorzugehen, allerdings sei ihm klar, dass es unter den Protestierenden auch ein kleine Gruppe gebe, die gewaltbereit sei. Das Dorf Lützerath liegt im westdeutschen Braunkohletagebaurevier Garzweiler. Die Landesregierung NRW und der Energieerzeuger RWE hatten sich im Rahmen eines Kompromisses zu einem vorgezogenen Kohleausstieg darauf verständigt, Lützerath als letzte Siedlung abbaggern zu lassen, um die darunter liegende Kohle zu fördern. Andere Ortschaften, die ursprünglich ebenfalls dem Kohleabbau weichen sollten, bleiben dafür erhalten. Gegen den Abriss des Dorfes richtet sich der Protest von Klimaschützer:innen, die den Ort besetzt haben.

Gastbeitrag
Türkei: Opposition führt sich wie AfD auf

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Wer findet eine Politik nicht schön, wenn es nicht in erster Linie an Partei-Interessen orientiert ist, sondern an der Moral? In der Türkei kann man anschaulich mitverfolgen, wie ein interessengesteuerter Wahlkampfmanöver in einem Desaster endet. Seit Jahren ebben in der Türkei die Diskussionen über die Asylpolitik nicht ab. Die Anziehungskraft, die über 3,8 Millionen Flüchtlinge in der Türkei auf die Opposition ausstrahlen, steht über der Moral, dem Recht und der freiheitlichen Demokratie. Obwohl die türkische Regierung in der Flüchtlingsfrage für eine ergebnisoffene Diskussion bereit ist und selbst nach Lösungen ringt, etwa die Sicherheit in der Region gewährleisten und eine Lebensgrundlage aufbauen, setzt die Opposition auf knallharte Abschiebepolitik. Und diese Politik wollte u. a. die Republikanische Volkspartei CHP am Sonntag in Istanbul praktisch umsetzen und wahlkampfgerecht zur Schau stellen. Alles begann in der Stadtgemeinde von Istanbul, Esenyurt. Bürgermeister Kemal Deniz Bozkurt (CHP) war irgendwie an die Abschiebeliste von Flüchtlingen gelangt und damit an Namen, Telefonnummern und vorläufige Adressen derer. Damit begann eine moralisch unterirdische Wahlkampfkampagne; einzigartig in der Geschichte der CHP. Das Team im Rathaus von Esenyurt setzte sich telefonisch mit jedem Flüchtling persönlich in Kontakt und erklärte ihnen, man werde sie abholen und abschieben. Sie sollten sich an diesem Sonntag in den frühen Morgenstunden bereitmachen, um von einem Bus abgeholt und abgeschoben zu werden. Zur selben Zeit wurde die Vorsitzende der CHP von Istanbul, Canan Kaftancıoğlu, von Bozkurt über die Kampagne informiert. Die Ärztin sah in der Kampagne die Gelegenheit, die Massenabschiebung als Wahlkampfthema auszunutzen und informierte aufgeregt den Parteivorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu. Kılıçdaroğlu war fasziniert davon und sagte sofort zu. An diesem Sonntagmorgen sollten die mit Flüchtlingen besetzten Busse auf einem Platz zusammenkommen, wo die Parteiführung sie empfangen und dann zur Abschiebung verabschieden sollte. Selbstverständlich im Beisein der vorab informierten Presse. Das hätte sich an dem anschließenden Parteitag gut verkauft, so die Rechnung. Die Kameras standen bereit, die Redetexte scrollten vorab durch den Teleprompter. Voller Stolz sollte Kılıçdaroğlu vorlesen, wie er es schaffe, syrische Flüchtlinge ohne Probleme abzuschieben, während die amtierende Regierung damit noch hadere. Aber, irgendetwas lief nicht rund. Die präparierten Busse kamen leer an, die syrischen Flüchtlinge blieben aus. Panik machte sich breit, Telefone wurden gezückt, hektisches Gerede brach aus. Jene, die den Plan ausgeheckt hatten, wurden an die Adressen geschickt, um nach dem Rechten zu schauen. Dann die schockierende Nachricht. Die Migrationspolizei hatte die syrischen Flüchtlinge bereits in der vorigen Nacht abgeholt und abgeschoben. Kemal Kılıçdaroğlu verließ in Wut den hergerichteten Platz, auf der die Busse mit entsprechend ausstaffierten Wahlkampfslogans leer warteten. Danach brach Canan Kaftancıoğlu in Rage aus und tobte sich bei den Verantwortlichen des gescheiterten Coups aus. Ein Wahlkampfmanöver war grandios gescheitert. Als dieser gescheiterte Coup in der Presse kurz danach die Runde machte, blieb den Verantwortlichen wie auch Kılıçdaroğlu selbst keine Wahl, sich irgendwie zu erklären und den Schaden zu minieren. Also trat man brav vor die Parteimitglieder und das Wahlvolk, spielte gute Miene zum bösen Spiel.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Der Oberbürgermeister der türkischen Stadt Bolu, hat mit rassistischen Plakaten syrische Flüchtlinge aufgefordert, das Land zu verlassen.

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CES 2023
E-Auto TOGG: Vorbestellungen bereits ab Februar

Las Vegas – Die Vorbestellungen des langerwarteten ersten türkischen Autos, das E-Auto TOGG, sollen nun früher möglich sein als zuerst geplant. „Ab Mitte Februar werden die Vorbestellungen entgegengenommen. Gegen Ende März werden wir die Autos auf den Straßen der Türkei sehen“, so der türkische Technologieminister Mustafa Varank gegenüber Reportern auf der CES 2023 in Las Vegas. Der türkische Botschafter in Washington, Hasan Murat Mercan, der türkische Generalkonsul in Los Angeles, Sinan Kuzum, der Vorsitzende der Anadolu Group, Tuncay Özilhan, und der General Manager von Turkcell, Murat Erkan, begleiteten Varank. Nach einem Verkaufsstart in der Türkei soll innerhalb der nächsten zwei Jahre auch mit dem Export begonnen werden. Derzeit gebe es bereits ein großes Interesse von Händlern im Nahen Osten, Zentralasien und Europa, die eine Zusammenarbeit mit TOGG wünschten. Auch auf der Messe gebe es ein großes Interesse für das neue Fahrzeug.

„Alle stehen Schlange, um hier die digitalen Innovationen von TOGG zu sehen. Es ist wirklich wichtig, einen solchen Erfolg zu erzielen, es ist uns eine Freude. Wir sind um  Unternehmen zu unterstützen, die aus der Türkei hierher gekommen sind“, sagte der Minister.

Nach der Ankündigung der Massenproduktion des Fahrzeugs im vergangenen Oktober war das Interesse an dem ersten einheimischen Elektroauto sowohl im Inland als auch im Ausland groß. Wie Daily Sabah berichtet, habe es bereits Tausende von Bestellungen aus dem öffentlichen Sektor der Türkei gegeben, darunter auch von Banken, die auf der Prioritätenliste stehen und ihre Modelle früher als andere erhalten. Vor kurzem erhielt TOGG auch seinen ersten internationalen Auftrag, und zwar vom aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, der erklärte, er wolle zwei Autos für sich selbst kaufen. In der ersten Phase sollen etwa 17.000 bis 18.000 Fahrzeuge zum Verkauf angeboten werden, und zwar im Laufe des Jahres 2023, nachdem das Auto etwa fünf Monate lang die Sicherheitsverfahren durchlaufen hat. Das erste TOGG-Erlebniszentrum öffnete seine Pforten im Zorlu Center Istanbuls und lädt die Bürger ein, das C-SUV-Modell aus der Nähe zu betrachten. Die nächsten Erlebniszentren werden bald im Süden von Adana, in der Hauptstadt Ankara, in Gemlik und in der westlichen Provinz Izmir in Betrieb genommen, berichtet Daily Sabah. Insgesamt sollen landesweit 20 Zentren eröffnet werden. Türkisches E-Auto

Am 27. Dezember 2019 stellte die Türkei ihren ersten einheimischen Automobilprototypen vor, der innerhalb von 18 Monaten von der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), einem Konglomerat von Industriegiganten wie der Anadolu-Gruppe, BMC, Kök-Gruppe, Turkcell und Zorlu Holding sowie einer Dachorganisation, der Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei, entworfen und hergestellt wurde.

TOGG-Fabrik Im Juli 2020 legte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan  den Grundstein für das erste einheimische Autowerk des Landes.

„Wir planen, den [Bau des] Werks in 18 Monaten abzuschließen und unser [erstes] Fahrzeug im letzten Quartal 2022 vom Band laufen zu lassen“, sagte Erdogan bei der Grundsteinlegung in der nordwestlichen Provinz Bursa.

Insgesamt sollen drei verschiedene Modelle entstehen, die fünf unterschiedliche Plattformen umfassen: Sedan (Limousine), Hatchback (Kombilimousine), Station Wagon (Kombi), Sports (Roadster) und Crossover (SUV). Der elektrische Antriebsstrang soll rund 400 PS leisten und je nach Version Heck- oder Allradantrieb ermöglichen.

Clankriminalität
Grünen-Chefin gegen Lagebild Clankriminalität

Essen – Die neue Co-Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Grünen, Yazgülü Zeybek, lehnt eine Fortschreibung des Lagebilds zur Clankriminalität des Landeskriminalamts in der bisherigen Form ab. „Organisierte Kriminalität muss mit voller Härte bekämpft werden, das ist für uns Grüne völlig unstrittig. Dafür braucht es besondere Ressourcen bei Polizei und Justiz. Doch das aktuelle Lagebild-Clankriminalität stigmatisiert Menschen und stellt sie unter Generalverdacht“, sagte Zeybek der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Wenn Jugendliche nur wegen ihres Nachnamens keine Ausbildungsperspektive bekämen und ohne Anlass von der Polizei kontrolliert würden, „ist etwas nicht richtig“, so die Grünen-Politikerin weiter. Damit verschärft sich ein Begriffsstreit innerhalb der schwarz-grünen Regierungskoalition in Düsseldorf. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gilt als vehementer Befürworter eines auch sprachlich eindeutigen „Null Toleranz“-Kurses gegen Clans. NRW lässt als erstes Bundesland seit 2018 jährlich ein eigenes „Lagebild Clankriminalität“ erstellen. Dabei wird das Aktionsfeld krimineller Großfamilien türkisch-arabischstämmiger Herkunft insbesondere im Ruhrgebiet systematisch durchleuchtet.

Clan-Begriff: NRW-Grüne wollen Stigmatisierung vermeiden

Schlägereien und Straßenkämpfe im Clan-Milieu sollen nach Auffassung der Grünen im NRW-Landtag nicht mehr im Lagebild zu Clan-Delikten auftauchen. Dies solle nur der Fall sein, wenn die Strafverfolger nachweisen, dass die Organisierte Kriminalität hinter diesen Vorfällen steckt.

Julia Höller, innenpolitische Sprecherin der Grünen, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger„, man wolle „eine neue Definition von Clan-Kriminalität schaffen, die nicht stigmatisiert“. Diese solle sich einzig auf kriminelle Strukturen beziehen, „ohne Menschen pauschal zu verurteilen und unter Generalverdacht zu stellen“, erklärte Höller mit. „Ich gehe davon aus, dass sich das Innenministerium und das Justizministerium zeitnah über eine gemeinsame Definition austauschen.“ Auch der Grünen-Justizminister Benjamin Limbach befürwortet nach eigenen Angaben das Vorhaben, den Clanbegriff neu zu fassen.

Innenminister Herbert Reul wehrt sich vehement gegen die Grünen- Pläne: „Wenn wir ein Problem lösen wollen, müssen wir es benennen und unter anderem jährliche Lagebilder zur Clan-Kriminalität erstellen“, sagte Reul der Zeitung. Auf diese Weise leuchte man das Dunkelfeld aus und mache das Phänomen sichtbar, führt Reul aus. „Erst in der Gesamtschau erkennt man das ganze Ausmaß, die Zusammenhänge und die neuralgischen Punkte. Und nur so lassen sich maßgeschneiderte Konzepte entwickeln, um diese Kriminalität zu bekämpfen.“  

Türkei
Şentop: Dr. Sadık Ahmet ist das gemeinsame Gewissen der muslimischen und türkischen Welt

Keşan – Anlässlich des Geburtstags von Dr. Sadık Ahmet, der am 7. Januar 1947 im westthrakischen Dorf Küçük Sirkeli (Ağra), im Nordosten Griechenlands geboren wurde, fanden in Westthrakien und in der Türkei Gedenkfeiern im Andenken an den Menschenrechtsaktivisten und Politiker statt.

Wegen der Umbenennung einer Straßenkreuzung in „Dr. Sadık-Ahmet-Kreuzung“, in der ostthrakischen Kreisstadt Keşan (Türkei), erklärte der Präsident der Türkischen Nationalversammlung, Prof. Dr. Mustafa Şentop: „Der Name ʻDr. Sadık Ahmetʼ, der das gemeinsame Gewissen der muslimischen und türkischen Welt ist und immer in unserem Herzen sowie Erinnerungen bleibt, wird von Keşan aus bis zu unserer Herzensregion, dem Balkan, weiterleben. An seinem 76, Geburtstag gedenken wir ihm mit Ehrfurcht und einem Gebet.“

Die „Agentur Balkan“ schrieb auf Twitter: „Dr. Sadık Ahmet entwickelte sich zu einer beispielhaften Persönlichkeit und einer legendären Führungspersönlichkeit in Westthrakien mit seinem lebenslangen Kampf für den Schutz der Rechte der Minderheit gegen die Menschenrechtsverletzungen, denen die in Griechenland lebenden Westthrakien-Türken ausgesetzt waren.“

Türkische Identität wird nicht anerkannt

An den Universitäten von Ankara und Thessaloniki studierte Ahmet Medizin, dass er 1974 erfolgreich abschloss und war ab 1984 als Chirurg tätig. Neben seinem Beruf als Arzt widmete sich er sich den gesellschaftlichen Problemen der türkischen Minderheit im nordöstlichen Teil Griechenlands. Ein wesentliches Merkmal dieser Problematik besteht darin, dass Athen sich weigert, die Ethnizität der Türken anzuerkennen und stattdessen den Begriff „griechische Muslime“ verwendet, obwohl diese Menschen sich als Türken muslimischen Glaubens betrachten.

In einer Unterschriftenaktion machte der charismatische Menschenrechtsanwalt und Politiker 1985 auf die Probleme der türkischen Minderheit aufmerksam, bei dem er schätzungsweise 15.000 Unterschriften sammelte. Für seinen unermüdlichen Einsatz der Grundrechte der türkischen Minderheit wurde er vor Gericht angeklagt und später zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt.

Bei den griechischen Parlamentswahlen von 1989 wurde Ahmet als erster unabhängiger Abgeordneter der türkisch-muslimischen Minderheit ins Athener Parlament gewählt. Seine Wahl wurde jedoch später annulliert. Wegen einer Rede am 26. Januar 1990 wurde er wegen der Verwendung des Begriffs „Türken“ für die Minderheit in Westthrakien zu einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Dr. Sadık Ahmet: „Nur weil ich Türke bin, muss ich ins Gefängnis“

Vor Haftantritt erklärte Ahmet damals: „Nur weil ich Türke bin, muss ich ins Gefängnis. Wenn es strafbar ist, Türke zu sein, sage ich noch einmal, dass ich Türke bin und es auch bleiben werde.“

Der Anwalt für die Rechte und Freiheiten der türkischen Minderheit in Westthrakien

Durch eine Gesetzesänderung des Wahlrechts wurde 1993 eine Drei-Prozent-Hürde für das griechische Parlament beschlossen, damit unter anderem unabhängige Kandidaten wie Sadık Ahmet nicht ins Parlament einziehen konnten. Zu seinen Charaktereigenschaften gehörte zweifellos seine Furchtlosigkeit. Er setzte sich für die Rechte der türkischen Minderheit ein.

Weil er sich unermüdlich für den Türkischunterricht für die Schülerinnen und Schüler der türkischen Minderheit einsetzte, die Identitäts- und Religionsfreiheit verteidigte, wurde Ahmet für die damalige griechische Regierung zu unbequem. Bei einem rätselhaften Verkehrsunfall im Dorf Susurköy/Sostis am 24. Juli 1995, der nie vollständig aufgeklärt werden konnte, kam Dr. Sadık Ahmet ums Leben. Wäre Ahmet noch am Leben, hätte er gestern seinen 76. Geburtstag gefeiert.

Kemal Bölge

Klimawandel
Türkei: Wärmster Winter seit über 50 Jahren

Ankara – In der Türkei wurden im vergangenen Monat die höchsten Dezembertemperaturen seit mehr als einem halben Jahrhundert gemessen, wie der türkische Minister für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel am Donnerstag mitteilte. Unter Berufung auf Daten der nationalen Meteorologiebehörde sagte Murat Kurum, der letzte Monat des Jahres 2022 sei der heißeste seit 52 Jahren gewesen, während die Niederschläge drastisch zurückgegangen seien, und fügte hinzu: „Das ist kein vielversprechendes Bild“. „Unsere Ressourcen sind nicht unbegrenzt! Mit diesem Bewusstsein arbeiten wir und unternehmen Schritte. Wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen“, so Kurum auf Twitter. Nach Angaben des staatlichen türkischen Wetterdienstes lag die Durchschnittstemperatur in der gesamten Türkei zwischen 1991 und 2020 bei 4,8 Grad Celsius (etwa 40,6 Grad Fahrenheit). Die Durchschnittstemperatur im Dezember 2022 stieg um 3,2 C auf 8 C. Erdogan: Wasser wichtigster strategischer Wert des nächsten Jahrhunderts Der türkische Präsident bezeichnete Wasser als den „strategischsten Wert“ des nächsten Jahrhunderts und betonte, dass der Druck auf die Wasserressourcen jedes Jahr zunehme. Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte die Bedeutung der Wasserressourcen für die Zukunft sowie den Ansatz und die Bemühungen der Türkei in dieser Hinsicht. „Der Schutz der Wasserressourcen vor ihrer Erschöpfung, ihre effiziente Nutzung und ihre ordnungsgemäße Bewirtschaftung sind heute eher ein Muss als eine Wahl“, sagte er.

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– Klimawandel – Türkei: Niedrigsten Niederschläge in zwei Jahrzehnten

Laut einem vom staatlichen Wetterdienst veröffentlichten Jahresbericht verzeichnete die Türkei im vergangenen Jahr die niedrigste Niederschlagsmenge seit zwei Jahrzehnten.

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ARD-DeutschlandTrend
Mehrheit hält Corona-Isolationspflicht weiterhin für richtig

Köln – Eine Mehrheit der Deutschen fände eine generelle Aufhebung der Isolationspflicht für Corona-Infizierte falsch: Sechs von zehn (59 Prozent) würden es unterstützen, wenn sich Corona-Infizierte auch weiterhin für fünf Tage zu Hause isolieren müssen. 37 Prozent halten dagegen eine Aufhebung der Isolationspflicht für richtig. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend unter 1.314 Wahlberechtigten von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben. Damit ist die Zustimmung zur Isolationspflicht seit Mitte Oktober rückläufig. Damals waren es noch sieben von zehn Deutschen, die sich für ein Festhalten an der Isolationspflicht aussprachen. Noch immer aber wird sie von Anhängerinnen und Anhängern fast aller im Bundestag vertretenen Parteien mehrheitlich unterstützt. Einzig unter den AfD-Anhängern ist eine Mehrheit von 61 Prozent für eine Aufhebung der Isolationspflicht, 34 Prozent wollen daran festhalten. Insgesamt werden die noch geltenden Corona-Maßnahmen in Deutschland mehrheitlich unterstützt. 57 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland halten sie für angemessen (+4 im Vgl. zu August 2022). Gestiegen ist aber auch der Anteil jener Menschen, denen die Corona-Maßnahmen zu weit gehen: 28 Prozent der Deutschen sind dieser Meinung (+6). Für 12 Prozent gehen die Maßnahmen nicht weit genug (-10).

Ukraine-Krieg
Schmid: Deutschland liefert Ukraine etwa 40 Schützenpanzer

Berlin – Nach der Zusage Deutschlands, der Ukraine „Marder“-Schützenpanzer zu liefern, um sich gegen die russischen Angriffe zu verteidigen, hat der SPD-Politiker Nils Schmid konkrete Zahlen genannt. Im rbb24 Inforadio sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion am Freitag:
„Wir gehen davon aus, dass es etwa 40 sein werden, auf die die Bundeswehr verzichten kann, beziehungsweise auf die aus Industriebeständen zurückgegriffen werden kann. Die werden von ukrainischer Seite eine gewisse Einarbeitungsdauer brauchen, aber wir werden im ersten Quartal dieses Jahres diese Waffen ausliefern können.“
Schmid verteidigte, dass die Entscheidung erstjetzt gefallen ist. Es sei darum gegangen, sich eng mit den Bündnispartnern abzustimmen. Forderungen, der Ukraine jetzt auch Kampfpanzer zu liefern, erteilte er eine Absage:
„Der Ruf der Ukraine nach Leopard Panzern ist völlig nachvollziehbar. Wir haben aber zusammen mit den anderen Verbündeten festgelegt, dass wir jeden Schritt des Eskalationspotenzials neu bewerten wollen. Und es gibt zwei Waffensysteme, wo ohne Zweifel ein größeres Eskalationspotenzial existiert. Das eine sind Kampfflugzeuge und das andere sind Kampfpanzer.“

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– Ukraine-Krieg – Kirpi: Ukraine erhält weitere türkische Panzerfahrzeuge

„Damit hat die Regierung Erdogan das Land bereits mit über 200 gepanzerten Fahrzeugen des Typs gegen Diktator Putins Invasionsarmee unterstützt“, so BILD-Redakteur Julian Röpcke.

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Nordsyrien
Christliche Assyrer werfen PKK Kinderrekrutierung vor

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Die Rekrutierung von Kindersoldaten wirft einen langen Schatten auf das Streben der Terrororganisation PKK und deren syrischen militanten Arm YPG nach globaler Legitimität in Syrien. Immer vehementer klagt auch die assyrische Minderheit über anhaltende Kindesentführungen, die nachträglich verschleiert werden. Die bislang gescheiterten Bemühungen, die Rückkehr von Jugendlichen aus Ausbildungscamps der PKK bzw. der Volksverteidigungseinheiten YPG sicherzustellen, die für den Kampf in Nordsyrien zwangsrekrutiert werden, zeigen das Dilemma, in der die sogenannte kurdische Autonomieverwaltung steckt. Die YPG hat in Nordsyrien bislang keine Basis gefunden, auf die sie sich berufen kann, um den Machterhalt in der Region zu sichern. Nur mit Unterdrückung der Opposition, Gewaltandrohung und Folter gegenüber der örtlichen Bevölkerung, kann sich die YPG in den von ihr durchgesetzten „Autonomieverwaltungen“ halten. Wie in der Vergangenheit, sieht sich die Terrororganisation auch gegenwärtig gezwungen, Kinder von Arabern, Kurden oder christlichen Minderheiten wie Armenier oder Assyrer zu entführen und in Ausbildungscamps gefügig zu machen, um gegenüber den Anti-IS-Koalitionspartnern Manpower zu demonstrieren, den Herrschaftsbereich zu sichern. Die Zwangsrekrutierung birgt aber auch Risiken, die nicht nur innerhalb der Region für Auflehnung gegen die Willkür- und Machtherrschaft sorgen, sondern auch in der Welt die Legitimität unterhöhlen. Seit Jahren werfen Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch HRW oder Amnesty International AI der YPG bzw. deren umfirmierten Demokratischen Kräfte Syriens SDF vor, Kindersoldaten einzusetzen; bislang ohne Ergebnis. Bereits am 5. Juni 2014, nach dem der Druck auf die YPG in Zusammenhang mit „Kindersoldaten“ zugenommen und die Weltöffentlichkeit erreicht hatte, verpflichtete sich die YPG mit der Nichtregierungsorganisation Geneva Call in einem Memorandum, alle Kämpfer unter 18 Jahren innerhalb eines Monats zu demobilisieren. Obwohl die YPG auch am 22. Juli 2015 gegenüber der HRW ein ähnliches Statement abgab und versprach, die erwähnten Fälle „nachzuverfolgen“ und „abzustellen“, geschah bislang nichts. Noch immer registrieren Menschenrechtsorganisationen zahlreiche Klagen von Eltern, deren Kinder von der YPG von der Straße aufgesammelt und zwangsrekrutiert wurden und deren Verbleib von der Autonomieverwaltung, der YPG, oder dem politischen Arm PYD geheim gehalten wird. Die Syrians for Truth and Justice (STJ) registrierte allein für das erste Halbjahr 2022 eine Zahl von mindestens 29 Kindern, die in den Gebieten der sogenannten Autonomieverwaltung in den syrischen Provinzen Aleppo und al-Hasaka entführt und in Ausbildungscamps gesteckt wurden. Die internationale Gemeinschaft verschließt die Augen vor anhaltenden dramatischen Berichten über die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten durch die YPG bzw. SDF. In einer Pressesitzung im Weißen Haus erklärte Pressesprecher Ned Price gegenüber einem Reporter, man arbeite mit den Partnern [gemeint sind YPG/SDF], um das Bewusstsein in Zusammenhang mit Kindersoldaten zu schärfen und die Herausforderungen anzunehmen. Price zufolge unterstütze man diese Praxis nicht. Washington’s öffentlich bezeugte Besorgnis über anhaltende Menschenrechtsverletzungen seitens ihrer „Partner“ in Nordsyrien hat praktisch gesehen keine Auswirkungen. Vor den Augen der US-Präsenz in Nordsyrien ist die Zwangsrekrutierung von Kindern weiterhin gang und gäbe, weshalb auch die Bevölkerung in den „Autonomieverwaltungen“ frustriert ist und vermehrt auf die Straßen geht. Erst Mitte 2021 machten Meldungen die Runde, Kräfte der YPG würden in Manbidsch auf Demonstranten schießen, die gegen die Zwangsrekrutierung protestieren würden. Dabei wurden 8 Menschen getötet, 27 weitere zum Teil schwer verletzt. Die YPG sucht vergeblich nach freiwilligen Kämpfern, findet sie aber weder unter Arabern, noch Kurden, weil viele Lokalbewohner sich weiterhin als Syrer verstehen und mit der  kurdisch-nationalistischen Sicht nichts am Hut haben. Die noch einzig verbliebene Chance besteht darin, zu Binnenflüchtlingen zu werden und in die benachbarte türkisch-kontrollierte Provinz Afrin zu fliehen, wo sie eine Zukunft sehen und Sicherheit verspüren. Jene, die nicht fliehen können, vor allem alteingesessene christliche Minderheiten, werden vermehrt zur Wehrpflicht gezwungen oder müssen damit rechnen, dass ihre Kinder zwangsrekrutiert werden. So in einem Fall, der jetzt erst publik wird. Laut der in Schweden ansässigen Assyria TV hat die YPG einer assyrischen Familie aus al-Hasaka den Leichnam ihres 16-jährigen Jungen zurückgegeben, der zuvor zwangsrekrutiert worden war. Mit überreicht wurde der Familie eine Märtyrer-Urkunde, in der ein kurdischer Name stand und das Alter des Kindes mit 19 angegeben wurde. Laut Assyria TV vertusche die YPG so die Zwangsrekrutierung von Kindern und Jugendlichen.

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Assyrisch-christlicher Journalist: Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über PKK oder YPG zu

Assyrische Christen und Aramäer sind frustriert über die Berichterstattung westlicher Medien zur Terrororganisation PKK und ihrem syrischen Ableger YPG. Die Berichte entsprächen nicht der Realität und wer Fragen stelle oder Einwände habe, werde in Europa nicht erhört.

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Gastbeitrag
Türkei – Interessante Zeiten voller Gegensätze stehen bevor

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Ein turbulentes Jahr 2022, ein noch turbulenteres Jahr steht der Türkei bevor: Der Leiter des ARD-Studios in Istanbul, Oliver Mayer-Rüth, ruft die Bundesregierung auf, sich in die inneren Angelegenheiten der Türkei einzumischen; eine deutsche Regierungsvertreterin setzt doppelte Maßstäbe an, um dem Istanbuler OB den Rücken zu stärken; das Oppositionsbündnis rüttelt zusammen mit einer völkisch-kurdischen Partei an den Grundfesten der Türkei. Wird doch ein interessantes Jahr, oder? Der öffentliche Dienst und Extremismus In Deutschland reicht seit Anfang Dezember der bloße Verdacht auf Demokratiefeindlichkeit, um Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes mit reinem Führungszeugnis einfach zu kündigen. Die Sozialdemokratin und Bundesinnenministerin Nancy Faeser gab damit das Grundprinzip der Rechtsstaatlichkeit auf, um den Verdächtigen die Beweislast zu übertragen. Wochen später trifft sich die deutsche Regierungsvertreterin Anna Lührmann (Grünen) in der Türkei mit Istanbuls Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu. İmamoğlu muss sich derzeit mit dem Vorwurf auseinandersetzen, Vertreter des türkischen Wahlausschusses beleidigt, zahlreiche wegen Terrorismus straffällig erschienene Personen ohne Prüfung des polizeilichen Führungszeugnisses im Öffentlichen Dienst eingestellt zu haben. Lührmann bezeichnet das Strafverfahren der Justiz oder die landesweite interne Revision des türkischen Innenministeriums als fragwürdig. Dabei ist in Deutschland wie auch in der Türkei u. a. der Einstieg in den öffentlichen Dienst klar geregelt. Einem Vorbestraften bleibt der Zugang zum öffentlichen Dienst verwehrt. Nicht so in Istanbul nicht seit Ekrem İmamoğlu das Amt des OBs kleidet. İmamoğlu soll seit 2019 insgesamt 505 straffällig erschienene Personen in den Dienst aufgenommen haben, so der Vorwurf des türkischen Innenministers Süleyman Soylu. Und, es geht nicht um Bagatellstraftaten, sondern um Terrorismus und Extremismus. Während im Land von Anna Lührmann nicht straffällig erschienene „Extremisten“ nach rechtsstaatlichen Prinzipien und mit Umkehrung der Beweislast hochkant aus dem öffentlichen Leben verbannt werden, soll es in der Türkei weiterhin möglich sein, Vertreter von Regierungsbehörden zu beleidigen, „Extremisten“ einzustellen und damit Dienstpflichten zu verletzen. Ekrem İmamoğlu suhlt sich derweil weiter in der Opferrolle und gibt vor, vom Volk gewählt worden zu sein und nur vom Volk gestürzt zu werden. Dabei vergisst İmamoğlu, dass auch er rechenschaftspflichtig ist und im Namen des Volkes ein vorläufiges Urteil gegen ihn ausgesprochen wurde. Die Partei des Landesvaters will die Einheit abschaffen In der Türkei rüttelt der Sechser-Tisch zusammen mit der völkisch-kurdischen Partei HDP an den Grundpfeilern des Staatsgründers Atatürk. Ali Babacan, Parteivorsitzender der DEVA-Partei, will an den Artikeln 42 und 66 der türkischen Verfassung Hand anlegen. Dabei geht es u. a. um die Abschaffung des „Türken“. Das wäre in etwa so, wie wenn man Staatsbürger Deutschlands nicht mehr als Deutsche bezeichnet, sondern Deutschländer. Die Sprecherin der völkisch-kurdischen Partei HDP, Ebru Günay, erzählt in „Alternativmedien“, wie türkischer Sicherheitskräfte und Soldaten meuchelnd und vergewaltigend ganze Landstriche im Nordirak oder Nordsyrien unsicher machen, mit Nervengas veröden lassen würden. Dabei spricht sie von einem systematischen Vorgehen. Oppositionsparteien bleiben dennoch unheimlich still. Der Berater des Parteivorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu (CHP), Nuşirevan Elçi, fordert in einem Interview gegenüber der RUDAW in der Parteizentrale der Republikanischen Volkspartei eine Art Föderalismus, ja sogar Autonomie. Das allein reißt noch niemanden mehr vom Hocker, ist es doch ein etabliertes Ziel der Kräfte innerhalb der CHP, den Landesvater und dessen Dogmen über Bord zu werfen. Aber dass die CHP, die Partei des Staatsgründers Atatürk, nun auch in der Parteizentrale selbst die Flaggen einzieht, wenn solche Forderungen in den Raum gestellt werden, ist neu. Da kann Parteisprecher Faik Öztrak noch so oft betonen, Nuşirevan Elçi spreche nicht für die Partei. Er ist Berater des Parteivorsitzenden und das Interview fand in der Parteizentrale selbst statt, bei der die türkischen Flaggen eigens dafür entfernt wurden. Der fürsorgliche deutsche Staat Die Bundespolizei hält junge Menschen davon ab, ins Ausland zu reisen, um sich in PKK-Jugendcamps zu Kindersoldaten drillen zu lassen, Kriegsverbrechen zu begehen. Laut einer Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut und einer Antwort der Regierung, wurden zwischen 2018 und 2022 insgesamt 131 deutsche Staatsbürger daran gehindert, auszureisen. Zuletzt wurden allein 2022 66 Personen festgehalten. Der Grund: die jungen Burschen und Mädels sind in Antiterror- und Extremismus-Datenbanken registriert. So wurde z. B. in Nordrhein-Westfalen einer kurdischstämmigen deutschen Teenagerin das Ausstellen eines Personalausweises und Reisepasses verweigert, die beabsichtigte, nach Istanbul zu reisen, um dort in einem PKK-Jugendcamp im Umgang mit Molotowcocktails, Sprenggürteln und Kalaschnikow eingewiesen zu werden. Die Begründung: Man sehe die Interessen und die positive Wahrnehmung der Bundesrepublik in der Welt in Gefahr. Laut dem Verfassungsschutzbericht des Bundes von 2021, begaben sich seit Juni 2013 rund 295 Personen aus Deutschland in sogenannte „kurdische Siedlungsgebiete“, um sich dort unter anderem „Kampfeinheiten der PKK“ anzuschließen. Davon kamen nach Informationen des Verfassungsschutzes mehr als 30 Personen ums Leben, während etwa 150 Personen wieder nach Deutschland zurückkehrten. Offensichtlich ist man sich dessen bewusst, dass die im Ausland begangenen Kampfhandlungen auch als Kriegsverbrechen aufgefasst und als solches in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden können/müssen. Ein deutscher Staatsbürger, der im Ausland gegen einen souveränen Staat mit terroristischen Mitteln kämpft und dabei Menschenrechtsverletzungen gegen Zivilisten begeht, ist kein gutes Aushängeschild für das Land.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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