"What Worries the World"
Umfrage: Sorge wegen Einwanderung steigt

Hamburg – Die Sorge wegen Einwanderung steigt in Deutschland den dritten Monat in Folge an. Laut der aktuellen „What Worries the World“-Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos gibt inzwischen mehr als ein Viertel der Bundesbürger (27%) an, dass Einwanderung für sie zu den drei größten persönlichen Sorgen zählt. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Oktober 2020 gemessen. Gleichzeitig fallen die Angst vor einem militärischen Konflikt und dem Coronavirus im Sorgenranking auf den jeweils niedrigsten Stand seit Beginn des Ukraine-Krieges bzw. dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie. Die mit Abstand größte Sorge der Deutschen bleibt trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Monaten weiterhin die Inflation. Jeder Zweite sorgt sich wegen steigenden Preisen Fast die Hälfte aller Deutschen (46%) empfindet nach wie vor die Inflation als besonders besorgniserregend im eigenen Land, auch wenn die Sorgen wegen Preissteigerungen zuletzt um einen Prozentpunkt gesunken sind. Die Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit (35% ) und dem Klimawandel (29%) komplettieren die Top3 der größten Sorgen der Menschen. Im internationalen Vergleich steht Deutschland in Sachen Klimasorgen damit gleichauf mit Australien an der Spitze und deutlich über dem globalen Durchschnitt von 16 Prozent. Auf Platz vier im deutschen Sorgenranking folgt das Thema Einwanderung mit einem Anstieg zum Vormonat um drei Prozentpunkte auf 27 Prozent. Seit September 2022 hat diese Besorgnis sogar um 11 Punkte zugenommen. Kriegs- und Coronasorgen auf neuem Tiefststand Die Corona-Ängste der Deutschen fallen auf den tiefsten Stand seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020. Nur jeder Zehnte (10%) zählt das Coronavirus momentan noch zu den größten persönlichen Sorgen, elf Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Vor genau einem Jahr gaben sogar noch 51 Prozent der Bundesbürger an, sich stark wegen COVID-19 zu sorgen. Doch nicht nur Corona besorgt die Deutschen immer weniger. Fast ein Jahr nach der russischen Invasion in der Ukraine zeichnet sich allmählich auch eine gewisse Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung ab. Nur noch jeder Fünfte (21%) zählt die Angst vor militärischen Konflikten aktuell noch zu den wichtigsten Sorgenthemen in Deutschland – ganze acht Prozentpunkte weniger als im Vormonat und der niedrigste Stand seit Kriegsbeginn. Nur wenige Deutsche fürchten Arbeitsplatzverlust Die andauernden Inflationssorgen scheinen zumindest in Deutschland keine Auswirkungen auf die wahrgenommene Jobsicherheit zu haben. Mit einem Anteil von nur 6 Prozent, die die Arbeitslosigkeit zu den aktuell größten persönlichen Sorgen zählen, steht die Bundesrepublik am unteren Ende im weltweiten Vergleich. Die Menschen in Südafrika (64%) und Indonesien (44%), aber auch in Spanien (41%) fürchten deutlich häufiger einen Jobverlust.

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– NEX24-Interview – Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden

In einem Interview mit NEX24 äußert sich die renommierte niederländische Politikanalystin Rena Netjes zu ihrer Arbeit in Nordsyrien und den Todesdrohungen der PKK

Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden

Çavuşoğlu US-Besuch
USA: Die Türkei ist ein wichtiger Partner weltweit

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Washington – Die Türkei ist ein wichtiger Partner der USA, nicht nur regional sondern auch weltweit, so Brigadegeneral Pat Ryder auf einer Pressekonferenz am Dienstag im Vorfeld der Ankunft des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu in den USA zu einer dreitägigen Reise zur Beilegung verschiedener Meinungsverschiedenheiten.
„Die Vereinigten Staaten und die Türkei haben ein gemeinsames Bündnis und sind ein wichtiger Partner, nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Welt.“
Auf der Pressekonferenz antwortete Pentagon-Sprecher Ryder auf die Frage nach einer möglichen Botschaft des Pentagons an den Kongress über den Abschluss eines Geschäfts über den Verkauf von F-16-Kampfjets an die Türkei. Ryder sagte, dass dies eine Entscheidung des Kongresses sei und dass er „ihnen nicht sagen kann, was sie tun sollen“. „Aber, wie ich schon sagte, die Vereinigten Staaten und die Türkei haben ein gemeinsames Bündnis und sind ein wichtiger Partner, nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Welt“, sagte Ryder. Auf die Frage eines Journalisten der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, wie wichtig dieser potenzielle Verkauf für die militärischen Beziehungen sei, die in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Probleme angespannt waren, betonte er, dass die USA die Türkei als „einen wichtigen Verbündeten“ betrachten. „Wenn es um die bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei geht, haben wir immer gesagt, dass die Türkei ein wichtiger Partner und ein wichtiger Verbündeter ist. Und so werden wir weiterhin eng mit der türkischen Führung zusammenarbeiten, um diese Beziehung zu stärken und sicherzustellen, dass unsere gegenseitigen Verteidigungsbedürfnisse berücksichtigt werden“, fügte er hinzu. Çavuşoğlu zeigte sich diese Woche zuversichtlich, dass das Abkommen über den Kauf von 40 F-16-Kampfjets sowie von Technologie für die Modernisierung der bestehenden Flotte die Hürden des Kongresses überwinden wird. „Wir haben eine Vereinbarung mit der Regierung (Biden) getroffen, und es ist wichtig, dass die Regierung betont hat, dass die Vereinbarung nicht nur für die Türkei, sondern auch für die NATO wichtig ist. Wenn die Regierung standhaft bleibt, wird es keine Probleme geben“, sagte Çavuşoğlu vor Reportern. Çavuşoğlu traf sich am Mittwoch mit US-Außenminister Antony Blinken in Washington, DC. Auf einer Pressekonferenz in der türkischen Botschaft in Washington nach dem Treffen erläuterte Çavuşoğlu die wichtigsten zwischen ihm und Blinken besprochenen Themen. Der Syrienkonflikt, die fortgesetzte Unterstützung der USA für die YPG, der Antrag der Türkei auf den Kauf von 40 neuen F-16 und die NATO-Erweiterung mit Schweden und Finnland gehörten zu den wichtigsten Themen, erklärte der türkische Außenminister. Zum Thema Syrien erklärte Çavuşoğlu, die USA hätten der Türkei eine Zusammenarbeit und ein Engagement vorgeschlagen. Die Türkei und Syrien hatten unter Vermittlung Russlands Gespräche aufgenommen. „Um in Syrien und anderen Fragen zusammenzuarbeiten, haben wir ihnen heute gesagt, dass unser Vertrauen erschüttert ist, weil die USA ihre früheren Versprechen nicht eingehalten haben“, sagte Çavuşoğlu und bezog sich dabei auf die Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern über den Rückzug der YPG 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Er habe Blinken geraten, einen Sonderbeauftragten für Syrien zu ernennen, damit Washington dem politischen Prozess in diesem Land mehr Aufmerksamkeit schenke und die politische Sackgasse überwinden könne. Der türkische Außenminister wiederholte auch die Forderung Ankaras nach einem Abbruch der Beziehungen zur YPG in Nordsyrien. „Wir haben unsere Besorgnis darüber geäußert, aber gleichzeitig auch unsere Entschlossenheit im Kampf gegen die YPG/PYD zum Ausdruck gebracht“, so Çavuşoğlu. Die YPG ist der syrische Arm der 1978 in der Türkei gegründeten Terrororganisation PKK. Menschenrechtsgruppen werfen der Organisation Folter und Zwangsrekrutierung Minderjähriger vor.

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Schweden
Wegen NATO-Beitritt: Uni lehnt türkische Studentin ab

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Stockholm – Ein Professor einer Universität in Stockholm hat einer türkischen Studentin die Teilnahme an einem Praktikumsprogramm verwehrt. Er habe die Blockadehaltung der Türkei zum NATO-Beitritt Schweden als Grund für die Absage angegeben. Fatma Zehra S., die im dritten Studienjahr an der Fakultät für Psychologie der Ibn-Haldun-Universität in Istanbul studiert, war zuvor von einem Erasmus+-Fonds für ein Praktikum im Sommer 2023 an einer Universität ihrer Wahl angenommen worden. Erasmus+ ist das EU-Programm zur finanziellen Unterstützung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Eines der Praktika, für die sie sich bewarb, war an der Universität Stockholm in Schweden. In einer E-Mail vom 23. November 2022 schilderte Fatma ihr Interesse an einem Forschungsprojekt, das von Professor Carlbring geleitet wurde. Wie TRT World berichtet, habe Carlbring ein paar Stunden später mit „ich würde Sie gerne aufnehmen. Da die Türkei Schweden jedoch nicht erlaubt, der NATO beizutreten, muss ich ablehnen. Sorry!“, geantwortet. „Nachdem ich diese Antwort erhalten hatte, war ich einfach schockiert“, sagte Fatma gegenüber TRT World. „Es hat lange gedauert, bis ich es verarbeitet hatte“. Die türkische Studentin war überzeugt, dass es sich bei ihrer Erfahrung nur um die „Spitze des Eisbergs“ handele und reichte nach der Ablehnung eine Beschwerde ein. „Wenn er mir das angetan hat, würde er das auch bei anderen Studenten mit anderem rassischen Hintergrund tun, die sich an der Universität bewerben“, sagt sie. Am 5. Dezember reichte sie bei der Universität eine Diskriminierungsbeschwerde ein, in der sie die Reaktion des Professors als „auf politischen Erwägungen beruhend“ und „diskriminierend, wenn nicht gar rassistisch“ bezeichnete, berichtet TRT World weiter. „Eine einfache Bürgerin und Studentin, die ihr Studium unter den bestmöglichen Bedingungen fortsetzen möchte, mit der politischen Haltung der Regierung des Landes, aus dem sie stammt, in einen Topf zu werfen, ist eine infame Art zu denken und die Fähigkeiten und den Charakter einer Person zu beurteilen“, schrieb sie in ihrer Beschwerde. Am 6. Dezember habe sie eine Antwort des stellvertretenden Leiters des Fachbereichs Psychologie, Torun Lindholm Ojmyr, erhalten, der sich für den Vorfall entschuldigte. Ojmyr habe ihr mitgeteilt, dass Professor Carlbring zugegeben habe, dass sein Verhalten unangemessen und falsch war, und dass „mehrere aktive Maßnahmen an der Fakultät geplant sind“, darunter „Schulungen über Gleichbehandlung und das schwedische Diskriminierungsgesetz“. Fatma findet jedoch, dass diese Erklärungen nicht weit genug gehen. „Ich wollte, dass sie aktive Maßnahmen gegen sein Verhalten ergreifen“, sagte sie. Ein Diskriminierungstraining ist schön und gut, aber wie kann es gemessen werden?“, fragte sie sich und stellte in Frage, ob es ausreicht, damit sich solche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen. Auch hat sie noch keine formelle Entschuldigung von dem Professor erhalten. „Ich hatte gehofft, dass er sich bei mir entschuldigen würde, aber das hat er nicht getan, und darüber bin ich sehr enttäuscht. Ich denke, dieses Verhalten ist kindisch, rassistisch und wirklich unangemessen. Ich bin geistig stark, aber andere Studenten, die unsicher sind, wenn sie sich für verschiedene Studiengänge bewerben, werden sich von einer solchen Antwort nicht erholen können“, so die Studentin gegenüber TRT World. Trotz der negativen Erfahrung plane sie, das Praktikum in diesem Sommer zu absolvieren. Ihre Bewerbung wurde von einem anderen Professor im Fachbereich Psychologie an derselben Universität angenommen. Schweden und Finnland haben sich um einen NATO-Beitritt beworben, nachdem Russland im vergangenen Februar eine große Militäroffensive gegen die Ukraine gestartet hatte. Die beiden skandinavischen Länder waren bereits enge Partner der NATO, aber durch ihren Beitritt würden sie die Unterstützung von 30 Mitgliedsländern erhalten, falls sie von ihrem Feind Russland oder einem anderen Land angegriffen würden. Das Militärbündnis trifft seine Entscheidungen im Konsens, was bedeutet, dass beide Länder den Segen aller 30 Länder benötigen. Nur die Türkei weigerte sich, für einen Beitritt zu stimmen. Der NATO-Verbündete Türkei hob im Juni sein Veto gegen den Antrag Finnlands und Schwedens auf Beitritt zum Militäbündnis jedoch auf. Vorausgegangen waren wochenlange angespannte Verhandlungen, in denen Ankara die beiden nordischen Länder beschuldigte, Kämpfer der Terrororganisation PKK zu beherbergen. Schweden und Finnland unterzeichneten im Juni ein Abkommen mit der Türkei, in dem sie die meisten Forderungen des Landes im Gegenzug für ihre NATO-Mitgliedschaft akzeptierten. Dazu gehört auch die Auslieferung einer langen Liste von Personen, die von der Türkei wegen terroristischer Anschuldigungen gesucht werden

NEX24-Interview
Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden

Obwohl zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, wie Human Rights Watch, der  Terrororganisation PKK Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen auch unter der kurdischen Bevölkerung vorwerfen, wird in den europäischen Medien kaum darüber berichtet. Ein Beispiel ist die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen.

Aber auch assyrische Christen und Aramäer sind frustriert in Bezug auf die Medienberichterstattung über die PKK und ihrem syrischen Ableger, die YPG. Die Berichte spiegelten meist nicht die Realität wider. Jeder, der Fragen stellt oder Einwände erhebt, werde „in Europa ignoriert“. Der assyrische Journalist Dikran Ego etwa, Chefredakteur von Assyria TV, sagte in einem Interview: „Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über die PKK oder die YPG zu.“

Morddrohungen wegen PKK-Kritik

Die renommierte niederländische Politanalystin, Rena Netjes, ist eine der wenigen Medienvertreter, die kritisch berichten und Verbrechen der Terrororganisation aufdecken. Hierfür erhielt sie bereits zahlreiche Morddrohungen. „Ich zahle einen Preis dafür, dass ich die Propaganda der PYD entlarve“, so Netjes auf Twitter.

Die YPG wird als bewaffneter Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD) betrachtet. Die PYD ist eine kurdische Partei in Syrien und gilt als Schwesterpartei der PKK. Sie kooperiert mit dem Regime in Damaskus. Laut Netjes habe die PYD bei zahlreichen Niederschlagungen von Protesten gegen das Regime eine Rolle gespielt. Netjes betont, dass jede Kritik am Regime mit Unterdrückung, Verhaftung oder Ermordung verbunden sei. Ferner war die PYD daran beteiligt, die syrische Metropole Aleppo, die von syrischen Oppositionskräften kontrolliert wurde, zu erobern und damit dem Regime einen entscheidenden Vorteil zu bescheren.

Netjes ist studierte Arabistin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Staatsführung und Sicherheit in Nordsyrien. Netjes befürwortet eine militärische Intervention und Befreiung Tal Rifaats von der YPG durch die Türkei. „Das Engagement der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien könnte Tausenden von Syrern die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen, nachdem sie von der YPG vertrieben wurden“, schreibt Netjes in einem Artikel, der auf der Seite des Washington Instituts erschien.

Im Westen gibt es starken Widerstand gegen eine neu geplante Militäroperation der türkisch-syrischen Nationalarmee (SNA) im Norden Syriens. Doch viele vertriebene Araber aus Tal Rifaat, Manbij und den umliegenden Dörfern begrüßen die Idee der Befreiung ihrer Städte und Dörfer. Tatsächlich fordern sie die von der Türkei unterstützte SNA schon seit Jahren auf, ihr Gebiet zu befreien.

Netjes: „Im Jahr 2016 wurde die gesamte arabische Bevölkerung in Tal Rifaat, einer historisch mehrheitlich arabischen Stadt auf der Westseite des Euphrat, in einer koordinierten Militäroperation von Russland, dem syrischen Regime und Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin vertrieben.“

„Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist“

In ihrem umfassenden Bericht „Henchman, Rebel, Democrat, Terrorist“ (Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist) gemeinsam mit Erwin van Veen, behandelt Netjes das Erstarken, die Ziele und organische Verbindung der YPG zur PKK in Nordsyrien. Dabei decken die beiden Experten die strategisch wechselnde Allianz der YPG mit dem Assad-Regime, dem iranischen Mullah-Regime, der russischen Führung sowie den USA auf. In ihrem Bericht zeigen sie differenziert auf, welche unterschiedliche geostrategische Politik die Regierungen in Nordsyrien verfolgen. Auch begangene Kriegsverbrechen der Organisation bleiben nicht unerwähnt. Zum Schluss zeigt der Bericht anhand von Szenarien auf, wie brüchig die gewaltsam erreichte Autonomie ist.

„Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“

In einem Interview mit NEX24 erklärt die Expertin, dass sie in einigen Medien über die PKK/YPG zwar relativ frei berichten könne, hinter den Kulissen jedoch auch schon eingeschüchtert wurde.

„Mein Kollege Jan Jaap de Ruiter und ich wurden hinter den Kulissen von Nederlands Nieuwsuur und Trouw ziemlich eingeschüchtert. Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“, so Netjes.

Da ich mich seit 2016 mit dem Thema beschäftige, fühle ich mich wohl genug, um über das Schlechte und das Gute zu schreiben, wie ich es vor Ort und nach zahlreichen Interviews mit hauptsächlich syrischen Kurden und auch Assyrern, Arabern, Turkmenen, Jesiden, Tscherkessen tue.

„Überwältigenden Propagandamaschinerie“

Die niederländische Forscherin stimmt dem assyrischen Journalisten Dikran Ego zu. Das Bild der Terrororganisation sei im Westen von ihrer „überwältigenden Propagandamaschinerie und von der mangelnden Kenntnis des Terrains einiger aber nicht aller, westlicher Journalisten und Politiker geprägt“.

Ich selbst begann, mir ein anderes Bild von der YPG zu machen, als ich es aus den westlichen Medien kannte, nachdem ich ganz andere Geschichten von Einheimischen gehört hatte, die aus Nordsyrien geflohen waren. Im März 2016 traf ich mehrere Syrer, die aus Tal Rifaat und Umgebung geflohen waren und die Grenze am Grenzübergang Bab al-Salama, einige Kilometer nördlich von Azaz, überquerten. In der anfänglichen Annahme, dass sie vor den russischen und regimetreuen Bombenangriffen aus Ost-Aleppo fliehen, war es überraschend zu erfahren, dass sie flohen, weil „YPG-Kämpfer ihre Häuser eingenommen hatten“. Später an der Grenze und in Kilis sowie Gaziantep, erzählten andere Flüchtlinge viele ähnliche dramatische Geschichten.

Netjes finde zwar neue Plattformen, aber sie bestätige, dass die allgemeine Medienberichterstattung im Westen im Einklang mit der PKK-Propaganda sei. Netjes erwähnt etwa die Assoziierung der PKK und der YPG mit „den Kurden“. Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit syrischen Kurden wisse sie, dass die ständige Behauptung der YPG, die Repräsentanten der Kurden zu sein, überhaupt nicht stimme. Die syrischen Kurden sähen sich in erster Linie als Syrer, als syrische Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln. Sie seien auch nicht empfänglich für PKK-Propaganda und die zwangsweise angesetzte Wehrpflicht der YPG lehnten sie im Grunde ab.

„Die meisten syrischen Kurden wollen auch keinen eigenen Staat, denn die syrischen Kurden leben hauptsächlich in drei Enklaven im Norden: im nördlichen Teil der Provinz Hasaka, in Kobani und in Afrin. Andere Teile Nordsyriens sind arabisch (turkmenische Gebiete) und kurdische Gebiete nicht groß genug für einen eigenen Staat. Daher wollten sie große Teile der nicht-kurdischen Gebiete zwischen Afrin und Kobani sowie zwischen Kobani und Ras al-Ayn beherrschen. Die YPG beherrscht momentan nicht-kurdische Gebiete wie Tal Rifaat, Manbij, Raqqa und Deir Ezzor“, so Netjes.

Netjes in einem Interview mit dem kurdischen Führer Ahmad Misto. Er habe vier Attentatsversuche der PKK überlebt. (Foto: Screenshot/Twitter)

Die „andere Seite der YPG“

Die YPG habe zwar gegen den IS gekämpft, die Organisation habe jedoch noch eine weitere, im Westen unbekannte Seite.

Netjes: „Am problematischsten ist vielleicht die anhaltende Entführung von Minderjährigen, Mädchen und Jungen, Kurden, Assyrern und Jesiden. Sogar jenseits der Grenze habe ich zwei Teenager interviewt, die gerade von einer Entführung aus der Südtürkei nach Syrien zurückgekehrt waren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele im Westen davon nichts wissen oder es nicht glauben. Anders die niederländischen und amerikanischen Diplomaten. Für die Niederländer war dies schon immer ein Grund, sie (die YPG, Anm. Red.) nicht zu unterstützen, was einige niederländische politische Parteien verärgerte.

Ein weiterer problematischer Punkt ist die Zwangsverpflichtung in die Armee und der PKK-Lehrplan, der weder von Universitäten noch von internationalen Organisationen anerkannt wird, sodass es keine Chance gibt, damit an die Universität zu gehen. Dies sind Gründe, die vor allem junge Menschen dazu veranlassen, das Gebiet zu verlassen. In der kurdischen Region des Irak gibt es etwa 250.000 syrische Flüchtlinge, die meisten von ihnen sind Kurden. Und es gibt auch, und das ist viel weniger bekannt, nach Angaben des syrisch-kurdischen Politikers und Forschers Bedir Mulla, etwa 400.000 syrische Kurden in der Türkei, hauptsächlich in der Südtürkei, die vor dem IS, aber auch vor der syrischen PKK geflohen sind.

Diese Menschen kehren nicht zurück. Außerdem lassen sie Oppositionspolitiker nicht frei arbeiten, einige wurden sogar von PKK-Kämpfern getötet, wie Mashal Tammo, Nasredine Burheik und mehrere andere. Andere wurden inhaftiert oder sind unter Todesdrohungen geflohen, wie die KNC-Führer Abdel Hakim al-Bashar und Ibrahim Biro. Sie lassen keine freien Medien zu, auch keine westlichen oder arabischen Medien oder Forscher, die sich kritisch geäußert haben. Die meisten machen dies jedoch nicht öffentlich, wahrscheinlich in der Hoffnung, wieder Zugang zu erhalten.

In Afrin haben sie viele Kurden an das Assad-Regime ausgeliefert. Nur wenige haben es raus geschafft. Sie schließen assyrische christliche Schulen, weil sie wollen, dass sie den Lehrplan der PKK anwenden. Kurzum, sie regieren Hasaka und die Provinz Kobani – und davor Afrin -, insbesondere die kurdischen Gebiete, mit eiserner Faust. Das können sie nicht in allen arabischen Gebieten tun, weil die Stämme das einfach nicht zulassen würden. Hinzu kommt, dass derzeit etwa 70 Prozent der von der YPG beherrschten Gebiete arabische Gebiete sind, die sich selbst regieren wollen und nicht wollen, dass der Reichtum, wie etwa Öl, aus ihren Gebieten genommen und ein Teil davon an das Regime verkauft wird.“

„Die Mehrheit der syrischen Kurden mag die PYD nicht“

In ihren Berichten betont Netjes immer wieder, dass die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung eine Regierung durch die PYD ablehnt:

„Kurz gesagt, die von der PYD kontrollierten Gebiete sind besser als die Gebiete des Regimes, aber aus den oben genannten Gründen und wegen der extrem schlechten wirtschaftlichen Lage verlassen die Menschen auch diese Gebiete. Nun mag die Mehrheit der syrischen Kurden die PYD nicht, sie sehen sie als ein gewalttätiges Regime, aber sie haben jetzt auch ihre schlechten Erfahrungen mit einigen SNA-Brigaden* gemacht, die nicht ihre Kinder, sondern ihr Geld stehlen. Das ist sehr bedauerlich.

Ein Unterschied ist jedoch, dass ungefähr die Hälfte der Kurden, die 2018 zunächst vor der türkischen Militäroperation geflohen waren, mittlerweile wieder nach Afrin zurückgekehrt sind. Sie hatten eine ‚Dschihadisten-Invasion‘ befürchtet. Aber Araber, die aus den von der YPG gehaltenen Gebieten geflohen sind, können nicht zurückkehren, zum Beispiel die Bevölkerung von Tal Rifaat. Die Situation in Afrin ist gemischt, einige Teile sind gut, einige Teile sind mittelmäßig und andere sind schlecht. Und leider lässt die PYD afrinische Kurden, die in das Gebiet von Tal Rifaat zurückkehren wollen, nur nach Zahlung hoher Summen zurückkehren“, betont die niederländische Analystin.

„Mütter von Diyarbakir“

Seit Jahren sitzen Eltern kurdischer Herkunft vor dem Parteigebäude der oppositionellen HDP und beschuldigen die Partei, mit Hilfe der PKK „ihre Kinder zu entführen“. Weder die HDP noch die PKK sprächen für die Kurden, erklärt Netjes.

Nein, ich würde eher sagen, sie schaden der kurdischen Sache, vor allem in Syrien. Sie sprechen für sich selbst und präsentieren sich im Westen als die Stimme der Kurden, was viele westliche Politiker und Medien nicht ausreichend verstehen und darauf hereinfallen.

Wegen Ihrer PKK-kritischen Berichterstattung wurde die renommierte Expertin von mutmaßlichen Mitgliedern oder Sympathisanten der Terrororganisation mit dem Tode bedroht. Netjes betont, wie wichtig es sei, trotzdem weiter zu machen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Sie haben sich selbst entlarvt und zeigen, dass die Arbeit, die ich mache, notwendig ist. Ich werde weitermachen. Was ich erlebe, ist wenig im Vergleich zu dem, was viele syrische Kurden, Assyrer und Araber erleben. In Syrien, aber auch in Europa.


*Die Syrische Nationale Armee (SNA), war der Vorgänger der Freien Syrischen Armee (FSA), auch bekannt als die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee (TFSA). Sie ist eine Koalition bewaffneter syrischer Oppositionsgruppen im syrischen Bürgerkrieg. Sie setzt sich aus verschiedenen Rebellengruppen zusammen, die zu Beginn des Krieges im Juli 2011 entstanden sind. Seit 2017 wird die FSA offiziell von der Türkei unterstützt, die dadurch finanzielle Mittel, Ausbildung und militärische Unterstützung erhält.


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Fußball-EM 2024
Fußball-EM 2024 in Deutschland: Spielorte, Stadien und alle Infos

Nach der Fußball-WM 2022 in Katar sind viele Augen bereits jetzt auf das nächste Großevent gerichtet. Die EM 2024 in Deutschland naht in großen Schritten, bereits im März 2023 starten die ersten Qualifikationsspiele. Erste Anbieter bereiten zudem bereits Wettquoten vor, auch wenn Live Wetten natürlich erst 2024 zur Verfügung stehen werden. Die Fußball-EM 2024 in Deutschland wird zudem richtungsweisend für das deutsche Nationalteam. Nach dem WM-Erfolg in Brasilien sind 2024 genau zehn Jahre ohne nennenswerten Erfolg vergangen. Viele Fans sind trotz der derzeit noch schlechten Stimmung bereits auf die EM im eigenen Land gespannt. Fußball-Deutschland ist bereit für ein Sommermärchen Die Fußball-Europameisterschaft 2024 wird in Deutschland ausgetragen. Ein Land, das für seine starke Fußballtradition und -kultur bekannt ist. Ganz im Gegenteil zur Weltmeisterschaft in Katar 2022 soll die UEFA Europameisterschaft in der Bundesrepublik ein wahres Fußballfest werden, das von Millionen Fans im eigenen Land begleitet wird. Nach der Heim-WM 2006 soll 2024 das nächste Sommermärchen stattfinden. Obwohl Deutschland bei der WM damals nicht als Sieger des Turniers hervorging, wurde das gesamte Land in Euphorie und Fußballekstase versetzt. Nach dem blamablen Ausscheiden in der Gruppenphase bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 wird es für die Nationalmannschaft aber schwierig, das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen. Denn obwohl unter Hansi Flick mit vielen neuen Spielern im Kader eigentlich ein Umbruch erfolgen sollte, konnten die Leistungen nach einer Top-Qualifikation zur WM in Katar nicht abgerufen werden. Der WM-Erfolg 2014 in Brasilien zählt für die meisten Fans nicht mehr. Umso mehr sehnen sich die deutschen Fußballfans nach einem erneuten Erfolgserlebnis. Realisiert werden soll dieses im Heimatland und vor eigener Kulisse. Man darf gespannt sein, wie die deutsche Mannschaft ihre Leistungen bis dahin konkret steigern will. Das sind die Stadien für die EM Da einige der hochwertigsten Stadien Europas zur Verfügung stehen, können sich die Zuschauer, die live vor Ort sein werden, bereits jetzt auf fesselnden Weltklasse-Fußball im Sommer 2024 freuen. Die beiden größten Stadien stellen dabei die Allianz-Arena in München und das Olympiastadion in Berlin dar. Während des herkömmlichen Ligabetriebs beheimaten diese Stadien den FC Bayern München und die Hertha BSC Berlin. Mit einem Fassungsvermögen von je rund 75.000 Zuschauern finden natürlich die wichtigsten Spiele der EM 2024 in Berlin und München statt. Das Eröffnungsspiel wird am 14.06.2024 um 21 Uhr in der Allianz-Arena ausgetragen. Fix ist bisher, dass Deutschland an dieser Partie teilnehmen wird. Der Gastgeber ist nämlich automatisch qualifiziert. Die Allianz-Arena wird zudem der Schauplatz eines der Halbfinalspiele. In der Bundeshauptstadt wird dann das Finale der EM 2024 ausgetragen. Das Olympiastadion war bereits bei der Heim-WM 2006 der Austragungsort für das Finale. Damals bekannterweise aber ohne deutsche Beteiligung. Neben den zwei Flaggschiffen unter den Stadien werden die Spiele an acht weiteren Schauplätzen ausgetragen. Dazu zählen unter anderem die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart mit 60.000 Plätzen, der Signal-Iduna-Park in Dortmund mit über 65.000 Plätzen, die Veltins Arena auf Schalke mit über 62.000 Plätzen und das Volksparkstadion in Hamburg mit 57.000 Plätzen. Der „kleinste“ Austragungsort ist derzeit die Red-Bull-Arena in Leipzig. Die Kapazitäten sollen aber noch vor der EM von 42.500 auf 57.000 ausgeweitet werden. Ein Monat voller Fußball Die Fußball-Europameisterschaft 2024 beginnt am 14. Juni. Der Freitag läutet mit dem Eröffnungsspiel um 21 Uhr den Start der Europameisterschaft ein. Dabei kommt es vorab natürlich wie gehabt bei einem großen Fußball-Event zu einer umfangreichen Eröffnungsfeier. Das Ende der EM ist für Sonntag, den 14. Juli 2024 geplant. Wie beim Eröffnungsspiel wird auch hier um 21 Uhr gespielt. 24 Teams werden in 51 Partien gegeneinander antreten. Die Gruppenphase dauert dabei bis zum 26. Juni an. Hierbei werden täglich mindestens zwei, meist aber drei Gruppenspiele ausgetragen. Ausschließlich das Eröffnungsspiel bekommt einen Ehrentag ohne weiteres EM-Spiel. Das erste Achtelfinale wird dann am 29.06. im Signal-Iduna-Park ausgetragen. Die erste K.-o.-Phase endet am 02.07.2024. Am 05. und 06. Juli werden die Viertelfinale ausgetragen, am 09. und 10. Juli finden die Halbfinalspiele statt. Für diese wurden auch bereits die Uhrzeiten fixiert. Genauso wie das Eröffnungsspiel und das Finale finden auch die Semifinal-Spiele um 21 Uhr statt. Für die restlichen Begegnungen wurden noch keine Uhrzeiten festgelegt. Wie läuft die Qualifikation ab? Die EM-Qualifikation startet bereits ein Jahr vor dem offiziellen Turnier. Sie wird vom 23. März bis zum 21. November 2023 zwischen 53 Mannschaften aus Europa ausgetragen. Dabei wurden 10 Gruppen ausgelost, in denen jeweils fünf Teams aufeinandertreffen. Drei Gruppen wurden dabei mit 6 Teams ausgestattet. Dabei ist das Los aber keinesfalls vollständig dem Zufall überlassen. Denn die UEFA hat sowohl klimatische und politische Gründe festgelegt, warum bestimmte Partien nicht stattfinden können oder warum bestimmte Länder definitiv nicht in einer Gruppe aufeinandertreffen können. Aus politischen Gründen sind beispielsweise Duelle wie Ukraine gegen Belarus, Kosovo gegen Bosnien oder auch Spanien gegen Gibraltar verboten – obwohl die Vermischung von Fußball und Politik immer wieder kritisiert wird. Da es im Norden Europas zudem zu Problemen der Bespielbarkeit im Winter geben kann, dürfen maximal zwei nordeuropäische Teams in einer Gruppe aufeinandertreffen. 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Alle Teams zeigen konstant gute Leistungen und vor allem die kroatische Nationalmannschaft konnte sich mit den guten Leistungen bei den Weltmeisterschaften Achtungserfolge erspielen. Möglicherweise sorgen aber auch Außenseiter, bei denen der Sport in der Heimat selten für große Erfolge steht, für eine Sensation. Norwegen mit Top-Stürmer Erling Haaland oder Österreich mit dem Weltklasse-Verteidiger David Alaba waren in Katar zwar nicht bei der WM vertreten, könnten aufgrund der individuellen Klasse einzelner Spieler durchaus von Bedeutung sein. Ein völliger Überraschungssieg ist jedoch eher ausgeschlossen. Dafür ist die Qualität vieler Top-Teams derzeit einfach zu groß.

Batteriemarkt
Weltweite Nachfrage für Batterien wächst um 30 % pro Jahr

Düsseldorf – Der weltweite Markt für Batterien wächst rasant: Bis 2030 wird die Nachfrage von heute 700 GWh um jährlich 30% auf dann 4.700 GWh wachsen. Die Umsätze steigern sich auf über 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030. Mit 4.300 GWh entfällt der größte Teil der Nachfrage auf Batterien für Anwendungen in der Mobilität, der Rest auf stationäre Energiespeicher und Batterien für Unterhaltungselektronik. Dies geht aus einer neuen Studie von McKinsey & Company mit dem Titel „Battery 2030: Resilient, sustainable, and circular“ hervor, die die Unternehmensberatung gemeinsam mit der Global Battery Alliance und seinen Mitgliedern veröffentlicht hat – einem Zusammenschluss von über 130 Unternehmen, Regierungen, Wissenschaftsorganisationen und NGOs. Die Nachfrage nach Batterien wird sich damit deutlich beschleunigen und 2030 bedeutend größer sein als bislang von vielen Experten angenommen. Zellfertigung und Aktivmaterialien größte Umsatzquellen „Durch die Nachfrage nach Batterien entsteht aktuell ein gigantischer Markt und ein neues Ökosystem rund um Geschäftsmodelle, Technologien, Rohmaterialien und Recycling“, sagt Martin Linder, Co-Autor der Studie und Senior Partner im Münchner Büro von McKinsey. „Jetzt geht es darum, gemeinsame Standards zu schaffen und die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen, um eine resiliente, nachhaltige und möglichst kreislaufbasierte Batterieindustrie für das Jahr 2030 aufzubauen.“ Das Verfolgen der Klimaziele, regulatorische Anreize, ein hohes Kundeninteresse für E-Autos und klare Ausstiegspläne vieler Autohersteller aus dem Verbrennungsmotor sind die wesentlichen Treiber für den Batteriemarkt. Im Batterie-Ökosystem sind die Aktivmaterialien (Anode/Kathode) mit 110 Milliarden US-Dollar sowie die Zellfertigung (121 Milliarden US-Dollar) die größten Umsatzquellen, gefolgt vom Packaging (74 Mrd. US-Dollar), Refining (52 Mrd. US-Dollar) und der Rohstoffförderung (34 Mrd. US-Dollar). „Bis 2030 wird das Thema Recycling mit rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz von der Größe her noch eine untergeordnete Rolle spielen. Die Technologien und Geschäftsmodelle werden jedoch heute mit Hochdruck und industrieübergreifend entwickelt Bis 2040, wenn mehr Batterien das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, dürfte dieser Markt auf dann 40 Milliarden US-Dollar wachsen“, so Linder. Gleichzeitig nimmt die Regionalisierung der Batterieproduktion zu – Investitionsprogramme wie der Inflation Reduction Act in den USA führen dazu, dass die drei großen Nachfrageregionen Asien, USA und Europa jeweils ihre eigene Fertigung und Supply Chain aufbauen. China bleibt mit 45% der Gesamtnachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien im Jahr 2025 und 40% im Jahr 2030 der größte Abnehmer. Die Wachstumsraten sind jedoch in der EU und in Nordamerika am größten, da die Autoindustrie darauf drängt, die Batteriefertigung näher an die Fahrzeugfertigung anzusiedeln. Insgesamt werden bis 2030 über 120 neue Batteriefabriken weltweit an den Start gehen. Über 60% dieser angekündigten neuen Kapazität wird in China liegen, 19% in Europa und 13% in den USA. „Trotz der Ankündigungen vieler Projekte – die Batterieindustrie wird auf Jahre hinaus weiter von Knappheiten bestimmt sein und bleibt damit ein Angebotsmarkt“, sagt Patrick Schaufuss, Co-Autor der Analyse und Partner im Münchner McKinsey-Büro. „Nicht alle angekündigten Projekte werden voraussichtlich wie geplant realisiert werden. Zudem gibt es noch keinen Spotmarkt für Batterien, denn viele Projekte basieren auf langfristigen Lieferverträgen.“ Knappheiten bestehen vor allem bei den benötigten Maschinen zum Aufbau einer Batterieproduktion, bei Baumaterialien und bei den benötigen Arbeitskräften. Die größte Herausforderung wird jedoch perspektivisch die Versorgung mit Rohstoffen sein. Vor allem beim Lithium zeichnet sich ein drohender Engpass ab. Basierend auf bisherigen Ankündigungen für die Batterieproduktion könnte der Lithiumbedarf 2030 nur zu weniger als der Hälfte gedeckt sein. „Theoretisch ist Lithium auf der Erde in ausreichender Menge vorhanden – für den Abbau müssen die Investitionen in neue Förderprojekte jedoch massiv erhöht werden“, warnt Schaufuss. Bei Mangan und Nickel könnte die Nachfrage ebenfalls etwas höher liegen als das Angebot, bei Kobalt und Graphit scheinen die für 2030 avisierten Produktionskapazitäten die Nachfrage decken zu können. Martin Linder: „Der Aufbau resilienter, nachhaltiger und kreislaufbasierter Batterie-Ökosysteme ist ein Kraftakt – nur im Schulterschluss aller Stakeholdern werden sich die größten Herausforderungen lösen lassen: Von Umweltaspekten wie der Rohstoffförderung und der Entsorgung über soziale Fragen wie Arbeitsschutz bis hin zu Governance-Aspekten.“

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Juden der Türkei
Oberrabbiner Ishak Haleva: „Erdogan liebt die Juden“

Istanbul – Der Oberrabbiner der Türkei, Ishak Haleva, hat dem allgemeinen Tenor der deutschen Medienlandschaft, wonach die türkische Regierung juden- oder christenfeindlich sei, widersprochen. In einem Interview, das der israelisch-amerikanische Autor Tuvia Tenenbom von der jüdischen Tageszeitung Jüdische Allgemeine mit Haleva in Istanbul führte, sagte der Rabbi, dass der türkische Staatschef, Recep Tayyip Erdogan, Juden liebe. Erdogan sei ein Mann, der das Judentum wirklich respektiere. „Sehen Sie, er liebt die Juden. Ja, er hasst die israelische Politik, aber er liebt die Juden“, so Haleva. Haleva weiter:
Er hat ein gutes Herz. Er hat ein mitfühlendes Herz. Er ist ein Mann, der Respekt vor der Religion hat. Einmal, nach einem der Bombenanschläge auf eine Synagoge, kam er vorbei. Und er war traurig. Ich konnte das erkennen, denn ich bin Lehrer und kann in den Augen eines Kindes sehen, wenn es wirklich traurig ist. Erdogan war traurig, und ich konnte sein Leid sehen.
Die Frage, ob die türkische Regierung Juden beschützen würde, wenn es nötig wäre, bejahte der Oberrabiner.
Das kann ich Ihnen im vollen Vertrauen sagen: Ja. Einige seiner Minister sagten mir bei verschiedenen Gelegenheiten, wenn sie über die jüdische Gemeinschaft sprachen: „Wir mögen sie sehr“.
Erdogans israelkritische Äußerungen seien nicht antisemitisch, sondern ausschließlich gegen die Politik der israelischen Regierung, so Haleva. „Erdogan ist ein reiner Muslim. Ich glaube, er fühlte sich einmal von Israel betrogen, was ihn dazu veranlasste, nicht die Juden zu hassen, nicht Israel, sondern ein paar Israelis, die in der Regierung waren. Er war verletzt. Und wenn türkische Menschen verletzt werden, werden sie tief verletzt. Aber im Gegensatz zu anderen jüdischen Gemeinden in der Welt hat die jüdische Gemeinde hier einen direkten Zugang zur Spitze der Regierung, wenn sie ein Problem hat“, betonte der jüdische Geistliche. Als 1492 mit dem Erlass von Granada viele sephardische Juden vor die Wahl gestellt wurden, entweder zum Christentum überzutreten oder Spanien zu verlassen, flohen die meisten in den Mittelmeerraum. Das Osmanische Reich empfing die geflüchteten Juden mit offenen Armen, die sich in Saloniki, Istanbul (ehemals Konstantinopel) und anderen Gebieten niederließen. Mit der Eroberung von Rhodos am 21. Dezember 1522 durch die Osmanen, siedelten sich auch die aus Spanien geflohenen sephardischen Juden auf Rhodos an. Eine jüdische Bevölkerung existierte auf Rhodos bereits seit dem zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung.

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In der Regierungszeit der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegründeten islamisch-konservativen AKP wurden bisher 14 christliche Kirchen und eine jüdische Synagoge restauriert.

Türkei: Seit Regierungsübernahme der AKP 14 Kirchen und eine Synagoge restauriert

Historie
Das Schicksal der Muslime und osmanischer Kulturgüter in Griechenland

von Kemal Bölge

Im XVII. Jahrhundert besuchte der polyglotte Schriftsteller und Handelsreisende Evliya Çelebi die damalige Stadt Narda, die heute Arda heißt und in der Region Epirus, in Griechenland, liegt. Bei seinen Erkundungen stieß er in der Stadt auf eine Festung, in der sechs Moscheen, kleinere Gebetsstätten, Medressen und Religionsschulen existierten.

Arda war einst eine multikulturelle Stadt

Neben Muslimen lebten dort auch orthodoxe Griechen, Albaner und Juden, Die Osmanen eroberten unter der Führung von Sinan Pascha 1449 das Gebiet Ioannina (Yanya). Daraufhin musste der „Despot vom Epirus“, Carlo, die osmanische Herrschaft als Vasall anerkennen. Arda wurde nach der Einnahme in Narda umbenannt.

Nach Evliya Çelebi erhielt die Stadt ihren türkischen Namen wegen des Reichtums an Granatapfelbäumen und ihrem guten Ruf, der ihr vorauseilte. Den Bau eines muslimischen Gotteshauses gab einst Arda Fâik Pascha in Auftrag, dessen Namen die Moschee noch heute trägt. Zur Architektur des Gebäudes bemerkt das Islam-Lexikon: „Die Arda-Fâik-Pascha-Moschee ist ein einzelnes Kuppelgebäude mit quadratischem Grundriss. Jede Seite misst von außen 11,70 Meter. Es wurde in sorgfältiger Handarbeit in der für frühe osmanische Bauten üblichen Mischtechnik aus regelmäßig geschnittenem Stein und Ziegeln errichtet. Es zieht auch die Aufmerksamkeit auf sich mit der Ziegeltechnik, die vertikal zwischen den Steinen platziert ist, wie man es bei Gebäuden aus dem XIV.- XV. Jahrhundert kennt. An der Eingangsfassade befand sich ein dreiteiliger, mit Kuppeln überdachter Versammlungsraum, dessen Bögen auf vier Säulen ruhten.”

Nach der Eroberung der Stadt begann eine beispiellose Zerstörung osmanischer Kulturgüter

Das Osmanische Reich musste nach dem Türkisch-Russischen Krieg (1877-1878) und der Unterzeichnung des Berliner Vertrags diese Gebiete an Griechenland abtreten. Allerdings unter der Bedingung, dass den muslimischen Bewohnern die Sicherung des Eigentums und Religionsfreiheit garantiert wird. Nach dem Fall der Stadt an die Griechen begann eine beispiellose Zerstörung und Vernichtung osmanischer Kulturgüter. Auf diesen Umstand wies bereits die Architekturhistorikerin Dr. Neval Konuk-Halacoğlu hin, die seit 2006 über osmanische Kulturgüter in Griechenland forscht. Nach Ansicht der Wissenschaftlerin wurden osmanische Denkmäler durch Abriss und Brandschatzungen zerstört sowie Moscheen in Kirchen, Museen oder Wohnhäuser umgewandelt oder als Bordelle genutzt. Die Arda-Faik-Pascha-Moschee wurde seit Jahrzehnten sich selbst überlassen und das Bauwerk verfällt. Es existieren auch keine Pläne der griechischen Behörden das muslimische Gotteshaus zu restaurieren.

In Griechenland, so die Historikerin, gab es 2019 etwa 20.000 osmanische Kulturgüter. Da es mit Ausnahme von Westthrakien, Rhodos (Rodos) und Kos (Istanköy) keine türkische Community mehr dort gibt, seien die „Moscheen für andere Zwecke genutzt” worden. Die Arda-Fâik-Pascha-Moschee in Arta sei nach 1912 als Bordell genutzt worden. Diese Kulturgüter hätten ihre Identität verloren. Nach Angaben von Konuk-Halaçoğlu wurden die Minarette der Moscheen zerstört und an dessen Stelle Eingriffe vorgenommen, um sie der byzantinischen Architektur anzugleichen.

Der griechische Aufstand war das Fanal zu Massakern und Vertreibungen von Muslimen

Mit der Französischen Revolution und dem Aufkommen des europäischen Nationalismus entstanden auf dem Balkan und auch in Griechenland extremistische revolutionäre Organisationen, die die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich forderten.

William St. Clair: Griechen ermordeten 20.000 türkische Männer, Frauen und Kinder

Dem jahrhundertealten friedlichen Zusammenleben unterschiedlicher Volksgruppen wurde damit ein Ende gesetzt. Im Jahre 1821 lebten auf der Peloponnes schätzungsweise 50.000 Muslime, deren Siedlungsgebiete über der gesamten Halbinsel verstreut lagen. Innerhalb weniger Wochen verübten griechische Aufständische breit angelegte Massaker an der muslimischen Zivilbevölkerung der Peloponnes. In seinem Buch „That Greece Might Still Be Free“ beschreibt William St. Clair das Ausmaß der verübten Gewaltverbrechen:

„Bis zu zwanzigtausend türkische Männer, Frauen und Kinder wurden von ihren griechischen Nachbarn in einem wochenlangen Gemetzel ermordet. Sie wurden vorsätzlich ohne Skrupel oder Bedenken getötet, und es gab weder damals noch später Reue.“ Die muslimischen Bewohner in Arda und im Epirus wurden ebenfalls Opfer von Massakern, Folter und Vertreibungen. Überlebende von massenhaften Gewaltverbrechen versuchten mit ihren wenigen Habseligkeiten nach Anatolien zu fliehen.

Mezalim ist der Fachausdruck für massenhafte Gewaltverbrechen an Muslimen

In den schriftlichen Zeugnissen türkisch-muslimischer Zivilisten, die die Massaker von griechischen Freischärlern und regulären Truppen im 19. und 20. Jahrhundert überlebt hatten, findet sich oft der Ausdruck „Yunan bzw. Rum Mezalimi“ („Griechische Gräueltaten“). In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Terminus technicus Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.

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„Ich habe meinem Amtskollegen gesagt, dass es wichtig ist, solche Treffen häufiger abzuhalten und den bilateralen Dialog zu intensivieren.“

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Ukraine-Krieg
Ukraine: Zivilisten sterben nach Raketenangriff auf Wohnhaus

Kiew – Nach russischen Angriffen auf zahlreiche ukrainische Regionen wurde unter anderem ein neunstöckiges Wohnhaus in der Stadt Dnipro getroffen. Bei dem Anschlag wurden fünf Menschen getötet und mindestens 60 Personen, darunter 12 Kinder, verwundet; weitere Menschen seien noch unter den Trümmern eingeschlossen, sagte der Gouverneur der Region. Zudem sollen wichtige Energieanlagen getroffen worden sein. Seit Samstag gilt im ganzen Land Luftalarm. Vielerorts kam es zu Stromausfällen, die Menschen saßen im Dunkeln. Es waren die ersten Angriffe dieser Art seit dem Jahreswechsel. In Dnipro waren Bilder zu sehen, auf denen Feuerwehrleute einen Brand um einige Autowracks löschten. Ein großer Teil des Wohnblocks war verschwunden. Die Außenfassade des restlichen Gebäudes wurde schwer beschädigt. Verwundete wurden auf Bahren abtransportiert. „Sie (die Russen) sind einfach unmenschlich. Mindestens ein Treppenhaus ist weg. Unter den Trümmern befinden sich Menschen, die über die Feiertage zu Hause waren“, so Kyrylo Tymoshenko, stellvertretender Leiter des Präsidialamtes, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Raketeneinschlag in Dnipro war der folgenreichste von mehreren Angriffen am Samstag. „Es ist eine Tragödie. Ich bin zur Baustelle gegangen…. Wir werden die ganze Nacht durch die Trümmer gehen“, sagte Borys Filatov, Bürgermeister der Stadt am Fluss Dnipro. Eine weitere Person wurde getötet und eine in der Stahlstadt Kryviy Rih verletzt, wo sechs Häuser in der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Zelenskiy beschädigt wurden, sagte Bürgermeister Oleksandr Vilkul. Bridget Brink, die Botschafterin der Vereinigten Staaten in der Ukraine, hat auf den russischen Angriff reagiert. Die Folgen des russischen Raketentreffers sind laut der Botschafterin schrecklich. „Schrecklich. Meine Gedanken sind bei den Verletzten und denjenigen, die so viel tun, um zu helfen. Zusätzliche Sicherheitskräfte treffen weiterhin ein, um der Ukraine zu helfen, sich zu verteidigen“, so Brink auf Twitter. Der Angriff vom Samstag ereignete sich zu einem Zeitpunkt, zu dem westliche Mächte die Entsendung von Kampfpanzern nach Kiew in Erwägung ziehen, und im Vorfeld eines Treffens der ukrainischen Verbündeten in Ramstein (Deutschland) am kommenden Freitag, bei dem die Regierungen ihre jüngsten Zusagen zur militärischen Unterstützung bekannt geben werden. Russland, das im Februar letzten Jahres in die Ukraine einmarschiert ist, hat seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes seit Oktober verstärkt, was zu weitreichenden Stromausfällen führte. Die Ukraine schoss nach Angaben der Luftwaffe 25 von 38 russischen Raketen verschiedener Typen ab. Die Raketen trafen kritische Infrastruktureinrichtungen in der östlichen Region Charkiw und der westlichen Region Lwiw, so die Behörden. In der Region Charkiw fiel der Strom komplett aus, und auch in Lwiw war eine Unterbrechung der Strom- und Wasserversorgung möglich, so die Behörden.    

Räumung in Lützerath
Reul lobt Einfluss der Grünen auf Aktivisten in Lützerath

Köln – Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat ausdrücklich den „positiven Einfluss“ der Grünen auf die Klimaschützer in Lützerath gelobt. Das „macht den Einsatz sicherlich leichter“, sagte Reul in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Dass viele Demonstranten aus dem bürgerlichen Lager friedlich abgezogen seien, „hängt sicher auch mit der Regierungsbeteiligung der Grünen zusammen, die im Vorfeld gewalttätige Proteste verurteilt hatten“. Er fügte hinzu: „Wenn Gewalttäter nicht in der Schutzkulisse friedlicher Demonstranten abtauchen können, sind sie einfacher zu isolieren.“ Reul äußerte „hohen Respekt“ davor, dass sie Grünen-Politiker nicht wegduckten, sondern sich in Lützerath und der Diskussion mit den Demonstranten gestellt hätten. Besondere Verdienste des Aachener Polizeipräsidenten Dirk Weinspach, der Mitglied der Grünen ist, sieht der Minister allerdings nicht. Beim Einsatz im Hambacher Forst stand doch schon derselbe Polizeipräsident an der Spitze der Behörde. Unsere Polizeieinsätze verlaufen jederzeit nach dem Prinzip, Eskalationen zu vermeiden, nicht nur in Lützerath.“ Eine Bilanz des Einsatzes wollte der Minister noch nicht ziehen, es könne immer Überraschungen geben. „Angriffe auf die Infrastruktur im Tagebau wie Bagger oder Transportbänder sind aber weiterhin nicht auszuschließen“, warnte Reul.