Reise
Immer weniger Türken erhalten Schengen-Visum

Ankara – Statistiken über die Beantragung von Schengen-Visa zeigen, dass türkische Staatsbürger immer häufiger abgelehnt werden, wenn sie nach Europa reisen wollen, eine Situation, die von Präsident Erdoğan als „Erpressung“ bezeichnet wurde. Die Ablehnungsquote von Anträgen auf Schengen-Visa aus der Türkei nimmt weiter zu, wobei Estland, Finnland und Belgien die Ablehnungsquote im Jahr 2022 anführen, wie Daten zeigen. Obwohl die EU wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine Sanktionen gegen Russland verhängt hat, habe es weniger Ablehnung für russische Staatsbürger gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Erdoğan hat das Visaproblem mit einigen westlichen Ländern als „politische Erpressung“ bezeichnet und gesagt, dass das Problem bald gelöst werden wird. Im Jahr 2019 wurden etwa 906.000 Schengen-Visumanträge aus der Türkei gestellt, von denen 9,7 % abgelehnt wurden. Die Ablehnungsquote stieg auf 15 % im Jahr 2022. Bei der estnischen Botschaft in Ankara stieg die Ablehnungsquote demnach auf 52,1 Prozent, was bedeutet, dass Estland jedem zweiten Antragsteller kein Visum erteilt hat. 2019 habe die Quote noch bei 16,95 Prozent gelegen. Nach Estland wies Finnland im vergangenen Jahr die zweithöchste Ablehnungsquote bei Schengen-Visumanträgen aus der Türkei auf. Die Ablehnungsquote stieg von 23,2 auf 40,6 Prozent. Auch die Ablehnungsquote des belgischen Konsulats in Istanbul ist gestiegen und zwar auf 37,7 Prozent. Die EU-Länder, in denen Türken im vergangenen Jahr die meisten Visa beantragten, sind Deutschland, Griechenland, Frankreich und Italien. Im Jahr 2022 beantragten 223.699 Personen aus der Türkei bei den deutschen diplomatischen Vertretungen in Ankara, Istanbul und Izmir Schengenvisa. Mehr als 48.000 dieser Anträge wurden jedoch abgelehnt, und die Ablehnungsquote lag bei über 21 Prozent, fast doppelt so hoch wie 2019. Firuz Bağlıkaya, Vorsitzender des Verbands der türkischen Reisebüros (TÜRSAB), spricht von einer „bedauerlichen, systematischen Blockade“. „Zusammen mit der Verzögerung der Anträge ist die Rate der abgelehnten Bürger sehr hoch. Die Quote der abgelehnten Visa lag im Jahr 2022 bei mehr als 15 Prozent und ist in diesem Jahr auf rund 50Prozent gestiegen“, sagte er gegenüber Anadolu. Die Website Schengen Visa Info zitiert den EU-Botschafter in der Türkei, Nikolaus Meyer-Landrut, mit der Aussage, dass die Behörden keine Maßnahmen ergreifen, um die Ausstellung von Visa für türkische Bürger zu verhindern. In Bezug auf die langen Wartezeiten und die Verzögerungen bei der Visabearbeitung sagte der Botschafter, dass man daran arbeite, das Problem zu lösen, wobei er andeutete, dass dies hauptsächlich auf die hohe Nachfrage zurückzuführen sei. „Wir tun unser Bestes, um dieses Problem zu lösen, aber zunächst einmal sollte bekannt sein, dass die EU keine Politik verfolgt, die die Ausstellung von Visa für türkische Bürger verhindert“, heißt es in der Erklärung des Botschafters.

Am 16. Dezember 2013 wurde der Dialog über die Visaliberalisierung zwischen der EU und der Türkei im Anschluss an das Rückübernahmeabkommen zwischen der EU und der Türkei eingeleitet. Der Prozess der Visaliberalisierung zielt darauf ab, die Visumspflicht für türkische Staatsbürger abzuschaffen und ihnen die Einreise in die Länder der Schengen-Zone für kurze Aufenthalte zu ermöglichen, insbesondere für bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen. Um diesen Prozess abzuschließen, haben die türkischen Behörden kontinuierlich versucht, die von der Europäischen Kommission geforderten Bedingungen zu erfüllen, aber der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

2020 sagte der damalige türkische Außenminister Mevlut Çavuşoğlu, dass die EU die Visumspflicht für türkische Staatsbürger, die EU-Länder besuchen wollen, abschaffen müsse, wenn sie die Flüchtlings- und Migrantensituation an der türkisch-griechischen Grenze lösen wolle. Zuvor hatte Erdoğan betont, dass die Visaliberalisierung mit den Ländern der Schengen-Zone zu den obersten Prioritäten des Landes gehöre. Çavuşoğlu hatte erklärt, dass die Regierung das 2016 mit der EU beschlossene Migrationsabkommen aussetzen werde, wenn die EU türkischen Bürgern keinen visafreien Zugang zu den Ländern der Schengen-Zone gewähre.

Klimawandel
2022: 57 % der gebauten Wohngebäude heizen mit Wärmepumpen

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Wiesbaden – In immer mehr neuen Wohngebäuden in Deutschland werden erneuerbare Energien zum Heizen genutzt: Drei Viertel (74,7 %) der im Jahr 2022 fertiggestellten Wohngebäude werden ganz oder teilweise mit erneuerbaren Energien beheizt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg dieser Anteil gegenüber dem Jahr 2021 (70,7 %) um vier Prozentpunkte. 2015 hatte er noch bei 61,5 % gelegen. Von den neu gebauten Einfamilienhäusern werden 77,0 % ganz oder teilweise mit erneuerbaren Energieträgern beheizt, bei Zweifamilienhäusern sind es 80,9 % und bei den Häusern mit drei oder mehr Wohnungen 58,7 %. Als primäre, also überwiegend für das Heizen eingesetzte Energiequelle werden erneuerbare Energien in mehr als der Hälfte (61,4 %) der 103 525 im Jahr 2022 fertiggestellten Wohngebäude eingesetzt (2015: 38,0 %). Zu den erneuerbaren Energien bei Heizungen zählen neben Erd- oder Luftwärmepumpen (Geothermie oder Umweltthermie) auch Solarthermie, Holz (z. B. Pelletheizungen oder Kaminöfen), Biogas/Biomethan sowie sonstige Biomasse. Zu den konventionellen Energieträgern zählen Öl, Gas und Strom. Fernwärme stellt eine weitere Energiequelle dar, die in der Statistik weder zu den erneuerbaren noch zu den konventionellen Energieträgern gezählt wird. Wärmepumpen am häufigsten eingesetzter Heizungstyp in neuen Wohnhäusern Wärmepumpen wurden im Jahr 2022 in mehr als der Hälfte der neuen Wohngebäude als primäre Heizenergiequelle eingesetzt. Allein von 2021 bis 2022 stieg der Anteil um mehr als sechs Prozentpunkte von 50,6 % auf 57,0 %. Im Jahr 2015 hatte der Anteil noch bei 31,4 % gelegen. Wärmepumpen kommen vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern zum Einsatz: In 60,6 % aller 2022 fertiggestellten Ein- und Zweifamilienhäuser wurde eine Wärmepumpe eingebaut, deutlich seltener war der Einsatz in Mehrfamilienhäusern (35,8 %), die zu 21,4 % mit Fernwärme und zu 34,0 % mit Erdgas beheizt werden. Die anderen erneuerbaren Energien zusammengenommen werden in 4,7 % der neuen Wohngebäude als primäre Heizenergiequelle genutzt. Einbau von Gasheizungen weiter rückläufig Als zweitwichtigste primäre Energiequelle wurde im Jahr 2022 in 28,0 % der Neubauten Erdgas eingesetzt. Der Anteil von Gasheizungen als primäre Energiequelle nahm in den vergangenen Jahren kontinuierlich ab. 2021 hatte er noch bei 34,4 % und 2015 bei 51,5 % gelegen. Primär mit Fernwärme beheizt wurden 8,0 % der neuen Wohngebäude (2015: 7,8 %). Ölheizungen wurden nur noch in 440 neuen Wohnhäusern als Primärheizung eingesetzt, das waren 0,4 % der Neubauten (2015: 1 195 bzw. 1,1 %). Strom, Solarthermie und Holz wichtigste sekundäre Heizenergiequellen Wurde in neuen Wohngebäuden eine weitere (sekundäre) Energiequelle eingesetzt, waren dies bevorzugt Strom (12,9 %) sowie die erneuerbaren Energieträger Solarthermie (11,9 %) und Holz (11,3 %). Baugenehmigungen 2022: Drei Viertel der Wohngebäude mit Erneuerbaren geplant Der Trend zum Heizen mit erneuerbaren Energien zeigt sich auch beim Planen neuer Wohngebäude. 83,1 % der 2022 genehmigten rund 110 700 Wohngebäude sollen ganz oder teilweise mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Als primäre Energiequelle werden erneuerbare Energieträger in gut drei Viertel (75,7 %) der genehmigten Wohngebäude eingesetzt. Meist handelt es sich auch hier um Wärmepumpen: Sie kommen in 71,0 % der genehmigten Neubauten als primäre Heizung zum Einsatz. Erdgas als häufigster konventionelle Energieträger spielt mit einem Anteil von 13,9 % auch bei der Planung von Wohngebäuden eine zunehmend kleinere Rolle.

Tiergesundheit
Hitzefalle: Hunde im Sommer nicht allein im Auto lassen

Wiesbaden – Nur kurz Einkaufen gehen und den Hund im Auto lassen? Was harmlos klingt, kann im Sommer schnell zur tödlichen Gefahr für Vierbeiner werden. Trotz Warnungen unterschätzen Hundehalter immer wieder, wie schnell sich ein geparktes Fahrzeug aufheizen kann! „Lassen Sie Ihren Hund im Sommer keinesfalls im Auto zurück“, appelliert Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) eindringlich an alle Hundehalter. „Selbst bei relativ milden Temperaturen oder bewölktem Wetter droht dem Tier im Fahrzeug ein Hitzschlag.“ Im Schatten zu parken und das Fenster einen Spalt zu öffnen, reichten bei Weitem nicht aus, macht Holthenrich deutlich. „Nehmen Sie Ihren Hund auch bei kurzen Erledigungen mit oder lassen Sie ihn zu Hause.“ Auch wenn die Temperaturen im Freien für Menschen noch eher angenehm sind, kann sich das Innere eines Fahrzeugs bereits nach kurzer Zeit extrem aufheizen: Bei moderaten 26 Grad Celsius steigt die Temperatur bereits nach 30 Minuten auf 44 Grad. Bei 36 Grad draußen sind nach einer halben Stunde 52 Grad im Auto erreicht. Hunde haben meist ein wärmeisolierendes Fell und können nicht schwitzen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur, indem sie sehr schnell Luft ein- und ausatmen, um Wasser über die große, gut durchblutete Zunge zu verdunsten, was den Körper herunterkühlt. Dieses Hecheln funktioniert allerdings nicht bei sehr hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchte. Deshalb halten die meisten Hunde Temperaturen ab 40 Grad höchstens 15 Minuten lang aus. Die heiße Luft im Fahrzeug, die mangelnde Zirkulation und hohe Luftfeuchte können dazu führen, dass der Hund seinen Wärmehaushalt nicht mehr durch Hecheln regulieren kann – ein Hitzschlag mit Kreislaufversagen droht. Die Alarmzeichen für Hitzschlag sind extremes Hecheln, apathisches Verhalten oder Taumeln, auch Erbrechen weist auf die akute Gefahr hin. Wer einen Hund allein in einem geschlossenen Fahrzeug entdeckt, sollte zuerst versuchen, den Halter ausfindig zu machen. Steht das Auto zum Beispiel vor einem Supermarkt, kann ein Ausruf über Lautsprecher erfolgen. Meldet sich der Halter nicht, sollten Polizei oder Feuerwehr informiert werden. Wenn sich das Tier bereits in einem sehr kritischen Zustand befindet, sollten Passanten die Entscheidung abwägen, den Hund selbst aus dem Fahrzeug zu retten.

Kachowka-Staudamm
Staudamm-Katastrophe in der Ukraine hat dramatische Folgen für Welternährung

Die Deutsche Welthungerhilfe hat vor den Folgen des Dammbruchs in der Ukraine für die Welternährung gewarnt. Die Pressesprecherin der Deutschen Welthungerhilfe, Simone Pott, sagte im Interview mit dem Fernsehsender phoenix:
„Für die Landwirtschaft ist das ein schwerer Schlag, diese Region gehört mit zu den Kornkammern der Ukraine. Auf dieser Fläche wurden vorher etwa 500.000 Hektar Landwirtschaft betrieben, das heißt diese Flächen sind für die jetzige Ernte zerstört und eventuell auch für das nächste Jahr, denn man darf nicht vergessen, dieser Staudamm hat auch etwa 31 Bewässerungssysteme gespeist.“
Die Situation habe bereits dafür gesorgt, dass der Preis für Weizen auf dem Weltmarkt um etwa drei Prozent gestiegen sei. „Gestiegenen Nahrungsmittelpreise sind schon heute ein wichtiger Faktor dafür, dass Hunger in der Welt zunimmt“, so Pott weiter. Momentan würden ohnehin rund 30 Millionen Tonnen und damit nur ein Teil des Getreides aus der Ukraine über das so genannte Getreide-Schwarzmeer-Abkommen exportiert. „Wenn jetzt hier wieder etwas fehlt, haben wir wieder das Problem, dass Länder wie Äthiopien, wie der Jemen aber auch Somalia, die insbesondere von diesen Getreideexporten abhängig waren, dass die zusätzlich leiden werden. Und es bedeutet, dass wieder die Ärmsten der Armen zusätzlich leiden werden“, so Simone Pott.

Zum Thema

– Kachowka-Staudamm – Ukraine-Botschafter Makeiev: Russen haben den Damm vermint

Durch die Überschwemmung der Region versuche Russland, die erwartete ukrainische Gegenoffensive zu stoppen. „Verstehen oder begreifen kann man das nicht.“

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Evangelischer Kirchentag
Göring-Eckardt: Gemeinsam Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken

Bonn – Die Grünen-Politikerin und ehemalige Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Katrin Göring-Eckardt, hat im Gespräch mit phoenix die Verantwortung aller gesellschaftlichen Institutionen hervorgehoben, einer Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Am Rande des Evangelischen Kirchentages sagte Göring-Eckardt:
„Natürlich wünscht man sich, dass es diese eine Institution gibt, wo man dann weiß, die sagen, wo es langgeht, aber das ist nicht die Realität. Und ich glaube, diese Aufgaben haben wir gemeinsam, Politik, Kirche, Gesellschaft, dass wir wissen, wir wollen beieinander bleiben, dass wir wissen, wir wollen Spaltung entgegenwirken, Rassismus, Hass, wir wollen dem entgegenwirken, dass Leute bewusst ausgegrenzt werden sollen.“
Dies, so Göring-Eckardt, sei eine gemeinsame Aufgabe. „Da muss man sich auch keine Sorge machen, dass Kirche, oder dass der Staat da nicht ganz klar steht, wenn es um diese Fragen geht“, sagte die Grünen Politikerin. Demokratie, so Göring-Eckardt weiter, sei anstrengend und man müsse immer wieder dafür einstehen. „Manchmal ist es ja so, je unübersichtlicher die Situation ist, umso größer ist die Sehnsucht nach einfachen Antworten. Diese einfachen Antworten sind aber keine Antworten, da ist ja nie eine Lösung dabei, da ist ja nie ein Vorschlag dabei. Mir ist aber wichtig, ich komme aus Thüringen, und mir ist wichtig, noch einmal klarzumachen, die Mehrheit in unserem Land auch in den ostdeutschen Ländern, wählt und denkt demokratisch. Wir müssen richtig aufpassen und immer contra geben und auch am Kaffeetisch sonntags. Ich weiß, dass das anstrengend ist, Demokratie ist auch anstrengend, aber es gehört dazu zu wissen: Wir sind die Mehrheit, die Mehrheit ist demokratisch.“

Türkei
Erdogan ernennt erstmals Frau zur Zentralbankchefin

Ankara – Erstmals in der Geschichte der Türkei wurde eine Frau als Zentralbankchefin ernannt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die ehemalige Wall-Street-Bankerin Hafize Gaye Erkan zur neuen Zentralbankchefin des Landes ernannt Ihre Ernennung und die des neuen Wirtschaftsministers Mehmet Simsek könnten ein Zeichen dafür sein, dass sich die Geldpolitik der Türkei nach Jahren extrem niedriger Zinspolitik und steigender Inflation normalisieren wird. Erkan, die erste weibliche Zentralbankchefin der Türkei, war früher Managing Director bei Goldman Sachs und Co-CEO der First Republic Bank. Sie ist außerdem die fünfte türkische Zentralbankgouverneurin innerhalb von vier Jahren. Steile Karriere in den USA Die 41-Jährige hat eine steile Karriere in der US-amerikanischen Unternehmenswelt hinter sich, mit Stationen in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Bankwesen, Investment, Risikomanagement, Technologie und digitale Innovation, aber in ihrem Heimatland ist wenig über Erkan bekannt. Die neue Zentralbankchefin wurde 1982 in Istanbul als Tochter eines Ingenieurs und einer Lehrerin für Mathematik und Physik geboren. Sie besuchte eine der besten staatlichen Schulen der Türkei, das Istanbuler Gymnasium, und schloss als Zweitbeste ihrer Klasse ab. Erkan studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Bogazici-Universität, einer der renommiertesten Universitäten der Türkei, und promovierte 2006 an der Princeton-Universität in den Vereinigten Staaten in den Bereichen Operations Research und Financial Engineering. Managing Director bei Goldman Sachs  2015 und 2016 absolvierte sie Wirtschaftsprogramme an der Harvard Business School und der Stanford Graduate School of Business. Erkan kam 2005 als Associate zur globalen Investmentbank Goldman Sachs und wurde 2011 zum Managing Director ernannt. Im Jahr 2014 kam sie zur First Republic Bank, wo sie 2021 zum Co-Chief Executive Officer ernannt wurde. „40 Under 40“ Im Jahr 2018 wurde sie von Crain New York Business und der San Francisco Business Times in die Liste der „40 Under 40“ aufgenommen, die besagt, dass Erkan die einzige Frau unter 40 Jahren ist, die bei einer der 100 größten US-Banken als Präsidentin oder CEO tätig ist. Im Juni 2022 wurde Erkan zum Chief Executive Officer von Greystone, einer in New York ansässigen Immobilienfinanzierungs- und Investmentgesellschaft, ernannt. „Angesichts ihrer Ausbildung in Princeton und ihrer Erfahrung auf höchster Ebene im US-Bankensektor gehe ich davon aus, dass die neue Gouverneurin zu einer orthodoxen Politik zurückkehren wird“, erklärte Selva Demiralp, Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Koç-Universität in Istanbul, gegenüber dem US TV-Sender CNBC. Der Vorbehalt läge darin, wie viel Autonomie die Zentralbank ausüben könnte und in welchem Umfang – etwas, das die Anleger laut Demiralp abwarten müssen. Das Urteil könnte schon in zwei Wochen fallen, wenn die Zentralbank zu einer Zinssitzung zusammenkommt. Letzte Woche ernannte Erdogan Mehmet Simsek, einen Verfechter einer orthodoxen Wirtschaftspolitik, zum türkischen Schatz- und Finanzminister. Die Ernennung deutete auf eine Abkehr von der weithin als unorthodox angesehenen Wirtschaftspolitik Erdogans hin, einschließlich der Überzeugung, dass eine Anhebung der Zinssätze die Inflation erhöht.

Şimşek war von 2007 bis 2009 Wirtschaftsminister, und von 2009 bis 2015 Finanzminister. Danach übernahm er das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten. Er galt bei internationalen Investoren als Garant für eine gute wirtschaftliche Entwicklung.

Şimşek trat 2018 zurück, als Präsident Recep Tayyip Erdogan seinen Schwiegersohn Berat Albayrak zum Finanzminister ernannte. Die türkische Lira befand sich seit seinem Rücktritt in einem freien Fall, wobei sie um über 400 Prozent – von etwa 4,6  auf über 20 zum Dollar – abstürzte.

Zum Thema

– Türkei – Türkischer Finanzminister Mehmet Şimşek fordert Rationalität

Er trat 2018 zurück, als Erdoğan seinen Schwiegersohn zum Finanzminister ernannte. Er galt bei Investoren als Garant für eine gute wirtschaftliche Entwicklung.

Türkischer Finanzminister Mehmet Şimşek fordert Rationalität
   

Mode
Ein gutes Business-Outfit: Der Schlüssel zum Erfolg im Berufsleben

In der heutigen wettbewerbsorientierten Welt, in der oft schon der erste Eindruck über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist es immer wichtiger, sich im bestmöglichen Licht zu präsentieren.

Ein selbstbewusstes Auftreten am Arbeitsplatz stärkt nicht nur das Selbstvertrauen, sondern hat auch einen erheblichen Einfluss darauf, wie man von anderen wahrgenommen wird. Zum einem Business-Outfit, das Professionalität ausstrahlt, gehört auch ein mit Bedacht ausgewähltes Business Hemd. Ganz gleich, ob man ein Vorstellungsgespräch meistern will, einen wichtigen Vertrag abschließen muss oder ein Kundengespräch führt, mit dem richtigen Hemd strahlt man Zuverlässigkeit und Liebe zum Detail aus. Doch wie findet man das perfekte Business-Hemd?

Komfort und Passform

Bei Geschäftskleidung sollte man niemals Kompromisse bei der Bequemlichkeit eingehen. Denn nur wenn das Business Hemd auch angenehm sitzt, fühlt man sich wohl und kann bei Kunden und Kollgen mit seinen Fähigkeiten überzeugen. Um die richtige Größe zu finden, sollte man vor dem Kauf Hals, Brust, Taille und Armlänge vermessen und mit der Größentabelle der Wunschmarke abgleichen.

Auch der individuelle Körpertyp sollte beim Kauf berücksichtigt werden. Menschen mit einer schlanken Figur können ihre Silhouette mit Slim-Fit- oder taillierten Hemden unterstreichen, während eher athletisch gebaute Menschen mit einem nicht ganz so figurbetonten Hemd eine gute Wahl treffen, die Komfort bietet und und die eigene Form betont.

Stil und Design

Mittlerweile sind auch Business Hemden in zahlreichen Stilen und Designs erhältlich, die es einem ermöglichen, dem Business-Outfit einen individuellen Anstrich zu verleihen. Von klassischen Unifarben bis hin zu dezenten Mustern und auffälligen Drucken ist die Auswahl groß. Auch Hemdkragen bieten von Kentkragen über Haifischkragen bis hin zum Button-Down einige Möglichkeiten, seine eigenen Vorlieben auszudrücken.

Neben dem individuellen Ausdruck, den man mit einem Business Hemd vermitteln möchte, sollte man jedoch auch berücksichtigen, ob der eigene Beruf Grenzen für Stil und Design setzt. Wer hier das richtige Gleichgewicht findet, zeigt, dass er Flair und Professionalität optimal verbinden kann.

Qualität und Langlebigkeit

Ein hochwertiges Hemd zeichnet sich durch seine Langlebigkeit aus. Qualitativ hochwertige Materialien und sorgfältige Verarbeitung sorgen dafür, dass das Hemd den Strapazen des täglichen Tragens standhält und auch nach Jahren noch gut aussieht. Besonders Baumwolle ist ein beliebtes Material, da es atmungsaktiv und haltbar ist. Wer nach mehr Luxus strebt, greift zu einem Seidenhemd. Das strahlt Kultiviertheit aus und verleiht dem Outfit einen Hauch von Raffinesse.

Ein professionelles Business-Outfit trägt auch heute noch zum beruflichen Erfolg bei. Besonders ein Hemd ist eine sinnvolle Investition, da man damit seine persönlichen Stilvorlieben zeigen, aber gleichzeitig auch Professionalität vermitteln kann. Wer in seine Business-Garderobe investiert, sollte aber auch ein besonderes Augenmerk auf die Qualität und die Langlebigkeit legen. Wer das berücksichtigt, vermittelt auch im Berufsleben garantiert einen guten Eindruck.

Künstliche Intelligenz
Angst vor KI bewegt bereits die Aktienkurse

von Malcolm McPartlin

Künstliche Intelligenz ist zwar kein neues Phänomen, aber das explosionsartige Interesse an jüngsten Innovationen wie ChatGPT wird in kurzer Zeit sowohl Gewinner als auch Verlierer des technologischen Wettrüstens hervorbringen.

Was die Auswirkungen auf die Investitionen betrifft, so ist KI eine der größten technischen Revolutionen der letzten Jahrzehnte– möglicherweise sogar die größte technische Revolution aller Zeiten. Ihre Auswirkungen werden sich wahrscheinlich auf viele Branchen erstrecken. Die spezifischen Branchen, die Investoren im Auge behalten sollten, können in zwei Kategorien unterteilt werden: diejenigen, die direkt von der Technologie profitieren, und diejenigen, die sie entwickeln und ermöglichen.

Auch die KI-Nutznießer lassen sich grob in zwei Lager einteilen. Auf der einen Seite stehen die Unternehmen, welche die Technologie nutzen werden, um ihre eigene Produktivität enorm zu steigern, um mit weniger Aufwand mehr zu produzieren, die Kosten zu senken und gleichzeitig den Output zu erhöhen und letztlich ihr Geschäftsmodell insgesamt zu verbessern.

Im Gesundheitswesen könnte KI beispielsweise die Diagnose, die Behandlung und die Ergebnisse für die Patienten verbessern; sie könnte individuellere Behandlungspfade ermöglichen; sie könnte die Entdeckung von Medikamenten beschleunigen – die Liste ließe sich fortsetzen. Auch im Bildungswesen könnte die KI einen stärker personalisierten Unterricht ermöglichen, der zu besseren Ergebnissen führt. In der Fertigung wird die KI die Prozesse effizienter und weniger verschwenderisch machen. Und das sind nur einige der Branchen, die von der KI profitieren könnten.

Der zweite Bereich sind die Unternehmen, die KI ermöglichen – diejenigen, welche die „Hacken und Schaufeln“ bereitstellen und die erforderliche Infrastruktur für den massiven Anstieg der Computerverarbeitungsleistung aufbauen. Ein gutes Beispiel ist Nvidia, das mit seiner dominanten Position bei GPU-Chips neben anderen Anbietern von Computerhardware und -dienstleistungen ein großer Nutznießer sein wird. In beiden Lagern gibt es viele Möglichkeiten, auch wenn das erstere weniger bekannt ist. Neben den potenziellen Gewinnern hat die KI das Potenzial, wettbewerbsverändernde Lösungen zu schaffen, die einige Unternehmen überflüssig machen könnten.

Was die KI-Verlierer angeht, so gibt es viele Branchen, die ihr Wertangebot oder ihren Wettbewerbsvorteil durch KI untergraben sehen könnten. Dazu gehören Anbieter von Inhalten, Softwareunternehmen, Geschäftsabwicklung, Personallösungen, Unternehmen, die von der Anzahl der Mitarbeiter abhängig sind, Unternehmen, bei denen ein Großteil des Wertes aus immateriellen Vermögenswerten besteht, und Unternehmen, die KI nur langsam einführen und feststellen, dass ihre Konkurrenten sich die Technologie zu eigen machen und einen Anteil übernehmen.

Die Angst vor KI bewegt bereits die Aktienkurse. Vor ein paar Wochen verkaufte das Bildungstechnologieunternehmen Chegg aggressiv, als es berichtete, dass sein Geschäft durch ChatGPT gestört wird. Chegg hilft Studenten bei den Hausaufgaben und sah sein Wertversprechen dadurch untergraben, dass Studenten über ChatGPT ähnliche Antworten kostenlos finden.

Dennoch setzen viele Unternehmen KI bereits erfolgreich ein. Der Wirtschaftsinformationsanbieter RELX* nutzt KI schon lange in allen Geschäftsbereichen, und seine Rechtsabteilung wird ein Hauptprofiteur sein. Das Unternehmen hat bereits ein generatives KI-Produkt auf den Markt gebracht, das eine Kombination aus privaten und öffentlichen Daten nutzt und sein privates LLM anwendet. Je mehr das Unternehmen die Produktivität seiner Kunden steigern kann, desto mehr kann es die Gebühren für seine Dienstleistungen rechtfertigen.

Angesichts der rasanten Entwicklung dieser Technologie ist es für Anleger wichtig, KI und die ihr ausgesetzten Sektoren weiter zu analysieren und dabei sowohl ihre positiven als auch ihre negativen Auswirkungen zu berücksichtigen – und zwar nicht nur auf einzelne Unternehmen. Mit zunehmender Verbreitung werden auch die Umweltauswirkungen der enormen Rechenleistung, die KI-Anwendungen benötigen, ein wichtiger Faktor sein, den es einzubeziehen gilt.


Malcolm McPartlin, Co-Manager des Aegon Global Sustainable Equity Fund bei Aegon Asset Management      

Arbeitsmarktpolitik
Forscher: Reallöhne von Geringverdienenden gestiegen

Berlin – Die Reallöhne von Mindestlohn-Beziehern sind dem Verteilungsforscher Markus Grabka zufolge trotz der hohen Inflation gestiegen. Bundesregierung und Bundestag haben den gesetzlichen Mindestlohn im vorigen Jahr nach und nach angehoben, seit Oktober beträgt er zwölf Euro pro Stunde. „Wer zum Mindestlohn bezahlt wird, hatte zuletzt klare Reallohngewinne – sofern der Arbeitgeber die Arbeitszeit nicht verkürzt hat“, sagte der Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der Tageszeitung „nd„. Grund dafür ist die relativ starke Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro. Gerade die unteren Lohngruppen seien zuletzt deutlich gestiegen, so Grabka. Auch, weil Gewerkschaften wie Verdi seit einiger Zeit in Tarifrunden neben prozentualen Lohnsteigerungen feste Eurobeträge durchsetzten, die besonders Geringverdienenden zugutekommen. Dennoch seien die Verdienste oft immer noch niedrig, betonte der Wissenschaftler. Insgesamt sind laut Statistischem Bundesamt die Nominallöhne in Deutschland zwar gestiegen. Wegen der hohen Inflation sind die durchschnittlichen Reallöhne im letzten Jahr und Anfang dieses Jahres jedoch gesunken.

Türkei
Türkischer Finanzminister Şimşek: „Keine schnellen Lösungen“

Ankara – Der neue Finanzminister der Türkei hat eindringlich darauf hingewiesen, dass es für eine Lösung der aktuellen wirtschaftlichen Probleme des Landes keine Abkürzungen oder schnellen Lösungen gäbe. Er war jedoch sicher, dass zu schaffen sei. „Es gibt zwar keine Abkürzungen oder schnellen Lösungen, aber wir können sicher sein, dass unsere Erfahrung, unser Wissen und unser Engagement uns helfen werden, mögliche Hindernisse zu überwinden. Unsere unmittelbare Priorität besteht darin, unser Team zu stärken und ein glaubwürdiges Programm zu entwickeln“, so Mehmet Şimşek auf Twitter.
Unsere Leitprinzipien für die Schaffung einer wohlhabenderen und widerstandsfähigeren Türkei werden Transparenz, Konsistenz, Rechenschaftspflicht und Berechenbarkeit sein.
Um die „Vorhersehbarkeit zu verbessern“ und zur „Bewältigung der nationalen und internationalen Herausforderungen“, kündigte er eine „regelbasierte Politik“ an. Şimşek bedankte sich bei Präsident Erdoğan für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. „Ich bin Präsident Erdoğan dafür dankbar, dass er mich mit der Verantwortung betraut hat, unserem Volk in dieser Funktion zu dienen“, so der Finanzminister.

Şimşek war von 2007 bis 2009 Wirtschaftsminister, und von 2009 bis 2015 Finanzminister. Danach übernahm er das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten. Er galt bei internationalen Investoren als Garant für eine gute wirtschaftliche Entwicklung.

Şimşek trat 2018 zurück, als Präsident Recep Tayyip Erdoğan seinen Schwiegersohn Berat Albayrak zum Finanzminister ernannte. Die türkische Lira befand sich seit seinem Rücktritt in einem freien Fall, wobei sie um über 400 Prozent – von etwa 4,6  auf über 20 zum Dollar – abstürzte.