"No problem too small"
„Kein Problem zu klein“: New Yorks erster muslimischer Bürgermeister geht mit Reparatur-Videos viral

New York – Kostenlose Abendbetreuung für Familien, rabattierte kommunale Supermärkte und ein milliardenschweres Entlastungspaket für Kleinunternehmer: New Yorks erster muslimischer und demokratisch-sozialistischer Bürgermeister Zohran Mamdani lässt nach seinen sozialpolitischen Erfolgen nun mit einem viralen Social-Media-Trend aufhorchen

Bürger markieren das Stadtoberhaupt direkt in ihren Beiträgen, um auf Missstände in ihren Vierteln aufmerksam zu machen. Das Rathaus reagiert oft so verblüffend schnell, dass die Vorher-Nachher-Videos im Netz Millionen Klicks generieren – und der Bürgermeister packt bei den Reparaturen oft sogar selbst mit an.

Soziale Medien als direkter Draht zum Rathaus

Die Dynamik des Trends nahm rasant an Fahrt auf, als ein TikTok-Nutzer den offiziellen Account von Bürgermeister Zohran Mamdani in einem Video markierte, das tiefe Schlaglöcher auf einer lokalen Straße zeigte.

Die Reaktion folgte prompt: Noch am selben Tag rückten städtische Bautrupps an, um den Asphalt komplett zu erneuern. Ein kurz darauf veröffentlichtes Follow-up-Video, das die blitzschnelle Reparatur feierte, ging plattformübergreifend viral.

Seitdem häufen sich die Fälle. New Yorker nutzen die Reichweite von Plattformen wie TikTok und X zunehmend als digitalen Kummerkasten. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Straßenschäden. Hyperlokale Probleme, die im bürokratischen Alltag sonst oft untergehen, rücken so direkt ins Blickfeld der Entscheider.

Dass sich Mamdani in mehreren Clips selbst mit Schaufel oder Werkzeug an den Arbeiten beteiligt, verleiht den Beiträgen zusätzliche Authentizität und sorgt für eine enorme algorithmische Reichweite.

Spielplätze und Hitzeschutz im Fokus

Wie effektiv dieser unkonventionelle Kommunikationsweg ist, zeigen jüngste Beispiele abseits des Straßenverkehrs. Nachdem Anwohner per Brief- und Social-Media-Kampagne auf eine akute Gefahrenstelle an einem öffentlichen Spielplatz hinwiesen, wurde die Anlage innerhalb kürzester Zeit instand gesetzt.

Auch angesichts einer drohenden Extremwetterlage mit Rekordtemperaturen reagierte die Stadtverwaltung präventiv und installierte im Prospect Park in Rekordzeit temporäre Trinkwasserbrunnen, um Parkbesuchern eine kostenlose Abkühlung zu ermöglichen.

Das Prinzip: „Kein Problem ist zu klein“

Hinter den öffentlichkeitswirksamen Aktionen steht eine klare politische Leitlinie der aktuellen Administration unter Mamdani: Kein Problem der Bürger sei zu unbedeutend, um ignoriert zu werden. Die blitzschnellen Reaktionen sorgen nicht nur für spürbare Verbesserungen im Alltag, sondern haben eine digitale Kettenreaktion in Gang gesetzt.

Es entsteht ein hocheffizienter Kreislauf aus Mängelmeldung, prompter Reaktion und videografischer Dokumentation, der immer mehr Einwohner zur digitalen Bürgerbeteiligung motiviert.

Nahtlose Fortsetzung einer populären Reformpolitik

Für den Bürgermeister der Metropole, der international auch für seine klare Haltung gegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg im Fokus steht, reiht sich die Social-Media-Aktion nahtlos in eine Reihe populärer Maßnahmen ein.

Während Kritiker über eine perfekt inszenierte PR-Kampagne debattieren, verweist das Rathaus auf die tieferliegende Philosophie der Bürgernähe.

Diese zeigte sich bereits bei wegweisenden Projekten wie der kostenlosen Abendbetreuung für Familien oder den Plänen für fünf kommunale Supermärkte mit 30 Prozent Rabatt auf Grundnahrungsmittel, die ab 2027 spürbare Entlastungen bringen sollen.

Zusammen mit der Initiative „OPEN for Small Business“ zur Unterstützung von 180.000 Kleinunternehmern und dem gleichzeitigen Abbau eines 12-Milliarden-Dollar-Defizits untermauert die Verwaltung damit ihren Anspruch, dass große Strukturreformen und die Behebung kleinster alltäglicher Probleme im Rathaus denselben Stellenwert besitzen.

 


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Überraschender Bürokratieabbau – Mamdani entlastet 180.000 Kleinbetriebe

„Palestine Convoy“
Bosnien: Fahrzeugkolonne mit über 500 Aktivisten nach Palästina unterwegs

Sarajewo – Mehr als 500 Aktivisten aus über 20 Ländern sind von Srebrenica in Bosnien und Herzegowina im Rahmen des internationalen Konvois „Palestine Convoy“ zu einer Fahrzeugkolonne in Richtung Palästina aufgebrochen.

Die Organisatoren wählten den Ort des Starts bewusst: Von der Stätte des Völkermords von Srebrenica aus wollen sie nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen das Leid der Palästinenser in Gaza und im Westjordanland setzen. Inzwischen hat der Konvoi die südosttürkische Stadt Adana erreicht.

Der Arzt und Konvoi-Sprecher Hüseyin Durmaz erklärte gegenüber türkischen Medien, die Teilnehmer hätten in Srebrenica der Opfer des Genozids gedacht und für sie gebetet.

„Wir glauben, dass alle Formen von Ungerechtigkeit miteinander verbunden sind. Damals konnten wir nicht eingreifen und nicht helfen. Deshalb wollen wir heute angesichts dessen, was in Gaza, im Westjordanland und in Palästina geschieht, nicht schweigen.“

Durmaz betonte außerdem, einer der Schwerpunkte der Initiative sei das Westjordanland.

„Wir wollen nicht, dass das Westjordanland zu einem neuen Gaza wird. Es ist unsere Pflicht, das zu verhindern.“

Über Albanien und Griechenland in die Türkei

Nach dem Start in Bosnien führte die Route über Albanien und Griechenland, bevor der Konvoi am Grenzübergang İpsala die Türkei erreichte. Nach Angaben der Organisatoren reisen inzwischen mehr als 500 Aktivisten mit 17 Bussen und zahlreichen weiteren Fahrzeugen. In mehreren türkischen Städten wurden sie von Bürgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen empfangen.

Zuletzt erreichte der Konvoi die südosttürkische Stadt Adana. Vor der Zentralmoschee versammelten sich zahlreiche Menschen zu einem Solidaritätsprogramm mit Koranrezitationen, Gebeten und Redebeiträgen.

„Wir werden Gaza nicht allein lassen“

Der Vorsitzende der Ülfet-Bildungs- und Hilfsorganisation, Gazi Kılıçparlar, erklärte gegenüber türkischen Medien, die Initiative wolle auf das Leid der Palästinenser aufmerksam machen und deren Anliegen auf internationaler Ebene sichtbar halten.

„Unser Ziel ist das Westjordanland, Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee. Wir werden die gerechte Sache Palästinas überall zur Sprache bringen.“

Auch der Mufti der Provinz Adana, Mehmet Taşçı, begrüßte die Teilnehmer und bezeichnete die Fahrt als Gewissensreise.

„Wir sind hier, wir werden euch nicht allein lassen. Wir werden weiterhin an der Seite unserer Brüder und Schwestern in Gaza stehen.“

Der islamische Theologe Dr. İdris Polat bezeichnete den Konvoi gegenüber türkischen Medien als weit mehr als eine gewöhnliche Reise.

„Dies ist eine Reise der Einheit. Sie bringt die Gemeinschaft wieder zusammen und vereint die Menschen gegen das Unrecht.“

„Gewaltfreier, aber entschlossener Widerstand“

Vorstandsmitglied Davut Daşkıran sagte gegenüber türkischen Medien, die Teilnehmer setzten bewusst auf zivilen und friedlichen Protest.

„Wir führen einen gewaltfreien, aber entschlossenen Widerstand. Wir sprechen die universelle Sprache des Gewissens und nicht die radikale Sprache, die Israel hören möchte.“

Zugleich rief Daşkıran dazu auf, die Aktion in den sozialen Medien zu unterstützen. Jede Veröffentlichung helfe dabei, die internationale Aufmerksamkeit für die Lage der Palästinenser zu erhöhen.

Ziel ist das Westjordanland

Nach Angaben der Organisatoren verfolgt der Konvoi drei zentrale Ziele: Er wolle verhindern, dass das Westjordanland das Schicksal des Gazastreifens teile, die humanitäre Lage in Gaza trotz zwischenzeitlicher Waffenruhen im internationalen Fokus halten und den friedlichen Druck für ein Ende der Besatzung aufrechterhalten.

Die Initiative versteht sich nach eigenen Angaben als parteipolitisch unabhängige zivile Bewegung. Die Route soll über die Türkei, den Irak und Jordanien bis in das besetzte Westjordanland führen. Die Ankunft in Grenznähe ist nach Angaben der Organisatoren für die zweite Augusthälfte geplant.

 


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Sabra-Bombardierung
Gaza: Historisches Massenbegräbnis für über 100 geborgene Opfer

Gaza-Stadt – Tausende Menschen haben sich am Dienstag in Gaza-Stadt zu einem Massenbegräbnis versammelt, das palästinensische Behörden und Helfer als die größte Trauerfeier in der Geschichte des Gazastreifens bezeichnen.

Beigesetzt wurden die sterblichen Überreste von 112 Angehörigen der Familien Abu Sharia und al-Hasayna, die nach fast drei Jahren unter den Trümmern eines israelischen Angriffs geborgen werden konnten. Die Opfer waren im November 2023 ums Leben gekommen, als ein Wohnkomplex im Stadtteil Sabra bombardiert wurde.

Nach palästinensischen Angaben kamen bei dem Angriff vom 22. November 2023 insgesamt 308 Mitglieder der beiden Familien ums Leben, darunter 40 Kinder, 30 Frauen und sieben Menschen mit Behinderungen. Erst vor wenigen Wochen konnten Rettungsteams mehr als 100 Leichen aus den Trümmern bergen. Nach Angaben palästinensischer Behörden gelten weiterhin rund 157 Menschen als vermisst. Sie befänden sich entweder noch unter den Trümmern oder seien bislang nicht aufgefunden worden.

Zur Trauerfeier versammelten sich nach Berichten Tausende Menschen. Reihen von mit palästinensischen Flaggen bedeckten Särgen wurden durch Gaza-Stadt getragen. Große Banner mit den Fotos zahlreicher Opfer begleiteten den Trauerzug. Gleichzeitig forderten Teilnehmer ein Ende des Krieges im Gazastreifen.

Eine der größten Trauerfeiern seit Kriegsbeginn

Der palästinensische Zivilschutz bezeichnete die Beisetzung als eine der größten Trauerfeiern im Gazastreifen seit Beginn des Krieges. Sprecher Mahmoud Basal erklärte gegenüber Al Jazeera, Gaza stehe ein „außergewöhnliches und schmerzhaftes“ Ereignis bevor. Der Trauerzug mache das Ausmaß der menschlichen Verluste sichtbar, während zahlreiche Familien jahrelang darauf hätten warten müssen, ihre Angehörigen würdevoll beerdigen zu können.

Auch Mustafa Barghouti, Generalsekretär der Palästinensischen Nationalen Initiative, erklärte gegenüber Al Jazeera, es könne sich möglicherweise um die größte Beerdigung in der palästinensischen Geschichte handeln.

Der palästinensische Forscher Mahmoud Hamed al-Aila sagte Al Jazeera, Gaza hole die Leichen seiner Kinder nach Jahren des Krieges und der Zerstörung erst jetzt unter den Trümmern hervor. Er fragte, welches Herz einen solchen Schmerz ertragen könne.

Familien suchten mit bloßen Händen nach ihren Angehörigen

Mehrere Aktivisten schilderten gegenüber Al Jazeera die schwierigen Bergungsarbeiten.

Mohammed Haniyah erklärte, zahlreiche weitere Leichen seien inzwischen verwest oder befänden sich noch immer unter den Trümmern. Ali Abo Rezeq erklärte. die Beerdigung habe das Ausmaß der früheren Massaker auf erschütternde Weise sichtbar gemacht. Was bislang oft nur als Zahl wahrgenommen worden sei, liege nun in Form von Särgen vor den Menschen. Wegen des Mangels an schwerem Bergungsgerät hätten Familien vielerorts mit bloßen Händen nach ihren Angehörigen gesucht.

Auch Blogger wie Malik Al-Shanbari und Khaled Safi beschrieben die Trauerfeier gegenüber Al Jazeera nicht nur als Beerdigung, sondern als erneutes Zeugnis des Ausmaßes der Tragödie, die der Krieg hinterlassen habe.

Ramy Abdu, Vorsitzender des Euro-Med Human Rights Monitor, erklärte, dass sich schätzungsweise noch rund 200 Mitglieder der Familie Abu Sharia unter den Trümmern befänden. Ihre sterblichen Überreste könnten inzwischen bereits verwest sein.

Leichen erst Jahre später geborgen

Nach Angaben von CBS News konnten Bergungsteams das zerstörte Gelände im Stadtteil Sabra erst Mitte Juli erreichen. In den vergangenen Wochen seien dort verweste menschliche Überreste geborgen und identifiziert worden.

Während der Trauerfeier warf ein Angehöriger Blütenblätter auf die mit Flaggen bedeckten Särge. Frauen und Kinder verfolgten die Zeremonie von teilweise zerstörten Gebäuden aus. Im Hintergrund war ein Banner mit den Gesichtern zahlreicher getöteter Kinder zu sehen.

Mahmoud Basal fragte während seiner Ansprache:

„Warum werden Kinder in Gaza getötet? Warum werden Frauen in Gaza getötet? Warum werden Massaker an unschuldigen Menschen in Gaza verübt?“

Auf dem Rednerpult stand nach Angaben von CBS News in arabischer und englischer Sprache der Satz:

„Stop the genocide in Gaza.“

Israel weist Genozid-Vorwürfe zurück

Das israelische Militär erklärte in einer Stellungnahme gegenüber CBS News, es richte seine Angriffe nicht bewusst gegen die Zivilbevölkerung und ergreife nach eigenen Angaben alle möglichen Maßnahmen, um zivile Opfer zu vermeiden.

Zugleich warf die Armee der Hamas vor, systematisch aus dicht besiedelten Wohngebieten sowie aus ziviler Infrastruktur heraus zu operieren und die Bevölkerung als Schutzschild für militärische Aktivitäten zu missbrauchen.

Der Begriff „Völkermord“ wird inzwischen nicht nur von palästinensischen Politikern und Aktivisten verwendet. Auch Organisationen wie Amnesty International sowie eine unabhängige Untersuchungskommission der Vereinten Nationen kommen zu dem Schluss, dass Israel im Gazastreifen einen Völkermord begehe

Israel weist Vorwürfe eines Völkermordes im Gazastreifen weiterhin entschieden zurück und verweist auf den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 als Auslöser des Krieges. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden seitdem mehr als 70.000 Palästinenser getötet.

 


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Wahlsieg für Abdul El-Sayed
USA: Weiterer muslimischer Politiker gewinnt wichtige Vorwahl

Michigan – Nach Zohran Mamdani hat mit Abdul El-Sayed ein weiterer muslimischer Politiker einen wichtigen Wahlsieg in den USA errungen. Der progressive Demokrat setzte sich trotz millionenschwerer Unterstützung seines Gegners durch die pro-israelische Lobbyorganisation AIPAC durch.

El-Sayed gilt als scharfer Kritiker der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen und fordert seit Jahren, amerikanische Steuergelder stärker in Schulen, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur zu investieren, anstatt Waffenlieferungen ins Ausland zu finanzieren – unabhängig davon, ob diese nach Israel, Ägypten oder in andere Staaten gehen.

Mit seinem Erfolg bei der demokratischen Vorwahl für den US-Senat in Michigan gelang dem 41-jährigen Arzt und früheren Gesundheitsdirektor des Wayne County einer der aufsehenerregendsten Siege der bisherigen Vorwahlsaison. Im November tritt El-Sayed gegen den republikanischen Kandidaten Mike Rogers an. Beobachter gehen davon aus, dass das Rennen in Michigan zu den wichtigsten Senatswahlen des Landes gehören wird und Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse im US-Senat haben könnte.

Rekordausgaben gegen El-Sayed

Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Vorwahl jedoch nicht allein wegen des Wahlergebnisses, sondern vor allem wegen des außergewöhnlich teuren Wahlkampfs. Nach Unterlagen der US-Wahlkommission investierte die mit AIPAC verbundene Super PAC „United Democracy Project“ rund 30,6 Millionen US-Dollar in den Wahlkampf gegen El-Sayed.

Berichten zufolge stieg das gesamte externe Finanzvolumen zugunsten seiner demokratischen Konkurrentin Haley Stevens und gegen El-Sayed durch weitere politische Aktionskomitees und externe Organisationen auf insgesamt mehr als 54 bis 60 Millionen Dollar. Mehrere US-Medien bezeichneten den Wahlkampf deshalb als eine der teuersten Vorwahlen in der Geschichte des Landes.

El-Sayed hatte den massiven Mitteleinsatz seiner Gegner während des gesamten Wahlkampfs wiederholt kritisiert. Er warf AIPAC und weiteren politischen Aktionskomitees vor, mit beispiellosen Summen Einfluss auf die Wahl nehmen zu wollen. Nach seinem Sieg erklärte er vor Anhängern, niemand habe vorher damit gerechnet, dass gegen seine Kandidatur derart hohe Beträge eingesetzt würden.

Man habe gewusst, dass Geld fließen werde, jedoch nicht, dass die Gegenseite den eigenen Wahlkampf um ein Vielfaches übertreffen würde. Trotzdem sei seine Bewegung weiterhin erfolgreich gewesen.

Mehrere Medien werteten das Ergebnis deshalb als Rückschlag für AIPAC. Besonders in Israel fand der Wahlausgang große Beachtung. Die israelische Zeitung Haaretz schrieb in einem Meinungsbeitrag unter der Überschrift „El-Sayed’s small victory spells big trouble for Israel“, der Wahlsieg des Demokraten könne sich langfristig als problematisch für Israel erweisen.

Die Zeitung begründete diese Einschätzung unter anderem mit dem wachsenden Einfluss progressiver Politiker innerhalb der Demokratischen Partei, die eine kritischere Haltung gegenüber der israelischen Regierung vertreten.

Viele Wähler lehnten den Einfluss von AIPAC ab

Auch andere Medien stellten den Zusammenhang zwischen El-Sayeds Wahlsieg und dem schwindenden Einfluss der pro-israelischen Lobbyorganisation in Teilen der demokratischen Wählerschaft her.

Während des Wahlkampfs erklärten mehrere Wähler in Fernsehinterviews, sie unterstützten El-Sayed gerade deshalb, weil dieser keine Gelder von AIPAC annehme. Für sie sei seine Unabhängigkeit gegenüber großen Lobbyorganisationen ein entscheidender Grund gewesen, ihm ihre Stimme zu geben.

Steuergelder lieber für Schulen als Waffen

Der Demokrat selbst machte während seiner gesamten Kampagne deutlich, dass seine politischen Prioritäten vor allem im Inland lägen. Wiederholt kritisierte er die aus seiner Sicht hohen amerikanischen Militärausgaben im Ausland, während gleichzeitig zahlreiche Probleme innerhalb der Vereinigten Staaten ungelöst blieben.

In einem Interview erklärte El-Sayed:

„Ich bin dagegen, vor allem weil ich einfach nicht verstehe, warum irgendjemand es für richtig hält, unsere Steuergelder ins Ausland zu schicken, um ausländische Streitkräfte zu finanzieren, während unsere eigenen Kinder kaum in funktionierende Schulen gehen können.“

In einem weiteren Fernsehinterview präzisierte er seine Position und machte deutlich, dass sich seine Haltung nicht ausschließlich auf Israel beziehe.

„Ich halte nichts von bedingungsloser militärischer Auslandshilfe. Das gilt für Israel ebenso wie für Ägypten, aus dem meine Familie ausgewandert ist. Ich bin der Meinung, dass unsere Kinder ein Recht auf unsere Steuergelder haben.“

Im selben Interview sagte El-Sayed außerdem, man habe zugesehen, wie Israel einen Völkermord und im Grunde Apartheid begangen sowie die USA in einen Krieg hineingezogen habe, den sie nicht zu führen hätten. Deshalb verstehe er nicht, warum man Geld in dieses Land sende, um dessen Militär zu finanzieren.

Israel weist den Vorwurf eines Völkermordes zurück. Auch die Vereinigten Staaten haben diese Einordnung bislang nicht übernommen.

Während des Wahlkampfs argumentierte El-Sayed mehrfach, Milliardenbeträge amerikanischer Steuergelder sollten nach seiner Auffassung stärker in das eigene Land investiert werden. Er sprach sich unter anderem für höhere Investitionen in Schulen, das Gesundheitswesen, bezahlbaren Wohnraum sowie die Infrastruktur aus und stellte diese Forderungen den amerikanischen Militärhilfen für andere Staaten gegenüber.

Trump erhebt schwere Vorwürfe

El-Sayeds Positionen zur amerikanischen Außenpolitik wurden im Wahlkampf immer wieder zum zentralen Angriffspunkt seiner politischen Gegner. Während Unterstützer seine Forderung nach einer stärkeren Konzentration auf innenpolitische Investitionen begrüßten, warfen Kritiker ihm vor, mit seiner Haltung gegenüber Israel antisemitische Ressentiments zu bedienen.

Besonders deutlich äußerte sich US-Präsident Donald Trump unmittelbar nach der Vorwahl. Bei einer Veranstaltung in Las Vegas bezeichnete Trump den demokratischen Kandidaten als einen „Hasser von Juden“ und „Hasser Israels“.

„Die Umfragen lagen gestern Abend wieder falsch, als sie einen Erdrutschsieg für einen Judenhasser und Israel-Hasser prognostizierten.“

Trump setzte seine Kritik fort und erklärte, El-Sayed hasse sowohl Juden als auch Israel.

Trump bezeichnete El-Sayed darüber hinaus als einen „man of hate“ und erklärte, dieser liebe keineswegs alle Menschen, obwohl er dies inzwischen behaupte. Später fügte Trump hinzu, El-Sayed hasse Juden und Israel „with a burning passion in his heart“.

Bereits zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social den Wahlsieg El-Sayeds kommentiert und erklärt, dessen Erfolg sei letztlich ein Vorteil für die Republikaner bei der Senatswahl im November.

El-Sayed auf einer Wahlkampfveranstaltung 2026 (Screenshot/X)

El-Sayed weist Antisemitismus-Vorwürfe zurück

El-Sayed wies die Vorwürfe entschieden zurück. Er betonte mehrfach, seine Kritik richte sich nicht gegen das Judentum oder jüdische Menschen, sondern gegen politische Entscheidungen und Lobbyorganisationen.

Bei einer öffentlichen Veranstaltung erklärte er:

„Ich liebe das Judentum, und ich liebe das jüdische Volk.“

Anschließend wandte er sich gegen die Gleichsetzung von Kritik an AIPAC oder der israelischen Regierung mit Antisemitismus. Kritik an einer Lobbyorganisation oder an der Politik eines Staates dürfe nicht automatisch als Feindseligkeit gegenüber einer Religion oder einer gesamten Bevölkerungsgruppe verstanden werden.

Diese Unterscheidung werde nach seiner Auffassung häufig bewusst verwischt. AIPAC sei eine politische Interessenvertretung. Israel sei ein souveräner Staat mit einer gewählten Regierung. Beides repräsentiere nicht sämtliche jüdischen Menschen weltweit.

Auch in einem Fernsehinterview nach seinem Wahlsieg ging El-Sayed auf die Antisemitismusvorwürfe ein. 

Sein Engagement für die jüdische Sicherheit sei dasselbe wie für die Sicherheit seiner eigenen Kinder. El-Sayed betonte weiter, man trage die Verantwortung, Antisemitismus in jeder Form zu bekämpfen, wo immer er auftrete. Dies gelte in gleicher Weise für die Bekämpfung von Islamophobie

Mit diesen Aussagen versuchte El-Sayed nach eigenen Angaben deutlich zu machen, dass der Kampf gegen Antisemitismus und der Kampf gegen Islamfeindlichkeit gleichermaßen zu seinen politischen Grundüberzeugungen gehörten.

El-Sayed auf einer Wahlkampfveranstaltung 2026 (Screenshot X)

Glückwünsche von Mamdani

Unterstützung erhielt El-Sayed nach seinem Wahlsieg auch von New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani. Bei einer Pressekonferenz gratulierte der progressive Demokrat seinem Parteikollegen und erklärte, dessen Wahlkampf habe sich auf drei zentrale Themen konzentriert: den Einfluss von Geld auf die Politik zu begrenzen, die finanzielle Situation der Bürger zu verbessern und eine allgemeine Krankenversicherung („Medicare for All“) voranzubringen.

Mamdani hob außerdem hervor, dass El-Sayed seine Vorwahl trotz eines regelrechten Trommelfeuers millionenschwerer Gegenkampagnen gewonnen habe. Nach seinen Worten habe sich der Demokrat gegen mehr als 60 Millionen US-Dollar an Ausgaben durch externe Organisationen behauptet, die sich gegen seine Kandidatur richteten.

Mit Humor reagierte Mamdani zugleich auf eine Äußerung des republikanischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Mike Johnson. Dieser hatte mehrere progressive Demokraten als „Mini-Mamdanis“ bezeichnet. El-Sayed verdiene diese Bezeichnung jedoch nicht, sagte der New Yorker Bürgermeister scherzend. Er könne „deutlich mehr heben als ich“, erklärte Mamdani und fügte hinzu, El-Sayed sei „in keiner Weise ein Mini-Mamdani.“

Der Wahlsieg El-Sayeds wird deshalb von zahlreichen politischen Beobachtern als weiterer Erfolg des progressiven Flügels innerhalb der Demokratischen Partei eingeordnet. Mehrere US-Medien verwiesen darauf, dass sich progressive Kandidaten inzwischen verstärkt mit Forderungen wie einer allgemeinen Krankenversicherung („Medicare for All“), einer Begrenzung des Einflusses großer Lobbyorganisationen sowie einer kritischeren Haltung gegenüber der israelischen Regierung profilieren.

(Archivfoto: Screenshot)

AIPAC könnte erneut Millionen investieren

Auch AIPAC selbst dürfte den Wahlausgang noch nicht als abgeschlossen betrachten. Nach übereinstimmenden US-Medienberichten prüft die pro-israelische Lobbyorganisation bereits weitere finanzielle Unterstützung im bevorstehenden Senatswahlkampf gegen El-Sayed. Demnach werde erwogen, auch im November erneut erhebliche Summen einzusetzen, um einen Sieg des Demokraten zu verhindern.

Entscheidung fällt im November

Für El-Sayed beginnt damit unmittelbar nach der gewonnenen Vorwahl der nächste Wahlkampf. Im November tritt er gegen den Republikaner Mike Rogers an, einen früheren FBI-Agenten und ehemaligen Kongressabgeordneten, der von Präsident Donald Trump unterstützt wird.

Die Senatswahl in Michigan zählt bereits jetzt zu den am genauesten beobachteten Rennen der Vereinigten Staaten. Beobachter gehen davon aus, dass ihr Ausgang entscheidenden Einfluss auf die Mehrheitsverhältnisse im US-Senat haben könnte.

Unabhängig vom Ergebnis im November gilt die demokratische Vorwahl bereits jetzt als eine der außergewöhnlichsten der vergangenen Jahre. Noch nie hatte AIPAC nach übereinstimmenden Medienberichten einen derart hohen Betrag in eine einzelne Vorwahl investiert.

Dass sich El-Sayed trotz dieser beispiellosen finanziellen Unterstützung seiner Gegnerin durchsetzen konnte, wird deshalb von zahlreichen amerikanischen und israelischen Medien als politisch bedeutendes Signal innerhalb der Demokratischen Partei bewertet.

Der in den USA geborene Arzt ist Sohn ägyptischer Einwanderer. Vor seiner Kandidatur für den US-Senat leitete er als Gesundheitsdirektor das Gesundheitsamt des Wayne County in Michigan.

 

 


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Islam in Deutschland
Nach islamfeindlicher Tat: Hunderte solidarisieren sich mit Penzberger Moschee

Penzberg – Nachdem eine Hinweistafel zum muslimischen Freitagsgebet innerhalb weniger Tage bereits zum zweiten Mal islamfeindlich beschmiert worden war, haben rund 450 Menschen vor der Penzberger Moschee ein Zeichen gegen Hass und Intoleranz gesetzt.

Trotz Gewitterwarnung und Regen bildeten sie eine Menschenkette rund um das Islamische Forum. Imam Benjamin Idriz zeigte sich von der großen Solidarität überwältigt und erklärte, dass seine Gemeinde auch nach den erneuten Angriffen weiter auf Dialog und gegenseitigen Respekt setzen werde.

Die spontane Solidaritätsaktion war innerhalb weniger Stunden organisiert worden. Nachdem die erneute Schmiererei am Freitagmorgen entdeckt worden war, entschloss sich das Aktionsbündnis „Penzberg bleibt bunt“ noch am selben Abend, eine öffentliche Kundgebung zu veranstalten. Ziel sei es gewesen, ein sichtbares Zeichen gegen Intoleranz zu setzen und deutlich zu machen, dass man Hass und Einschüchterungsversuchen nicht schweigend zusehen wolle.

Um die Versammlung kurzfristig durchführen zu können, wurden noch am Freitagabend die Stadt Penzberg, die Polizeiinspektion sowie das Landratsamt als zuständige Genehmigungsbehörde eingebunden. Ursprünglich war mit rund 300 Teilnehmern gerechnet worden. Am Sonntagabend zählte die Polizei jedoch etwa 450 Menschen, die trotz angekündigter Gewitter und einsetzendem Regen zur Moschee kamen. 

Schon kurz nach Beginn der Kundgebung zeigte sich, dass der ursprünglich geplante Bereich für die Menschenkette nicht ausreichen würde. Die Teilnehmer stellten sich nicht nur rund um die Moschee, sondern auch um das benachbarte Lokal „Maida“ auf.

Wie der Merkur berichtet, bildeten sie an mehreren Stellen sogar Dreierreihen, weil immer mehr Menschen hinzukamen. Nach Angaben der Organisatoren hätte man mit mehr Vorlauf vermutlich noch deutlich mehr Bürger mobilisieren können. Nach der zweiten Schmiererei habe man jedoch bewusst keine Zeit verstreichen lassen wollen.

„Mit mehr Vorlauf hätte man sicherlich noch mehr Bürger mobilisieren können“, zitiert Merkur die Teilnehmer.

Die Solidaritätsaktion wurde auch von Vertretern anderer Religionsgemeinschaften unterstützt. Der katholische Pfarrer Bernhard Holz hatte bereits im Sonntagsgottesdienst für eine Teilnahme an der Menschenkette geworben. Auch der evangelische Pfarrer Julian Lademann beteiligte sich an der Kundgebung.

Darüber hinaus reisten Unterstützer aus anderen Städten an. So zeigte sich etwa Tarek Abdin-Bey vom Deutsch-Syrischen Verein aus München beeindruckt von der großen Solidarität der Penzberger Bevölkerung.

Imam Benjamin Idriz stand während der Menschenkette gemeinsam mit den drei Bürgermeistern der Stadt sowie mehreren Stadträten Hand in Hand in der Reihe der Teilnehmer. Die große Beteiligung habe ihn tief bewegt. Mit einer derart großen Solidaritätsbekundung habe er nicht gerechnet, erklärte der Imam. Die Unterstützung aus der Bevölkerung sei für ihn überwältigend.

Vor der Bildung der Menschenkette richteten die Organisatoren sowie Bürgermeister Thomas Kopf kurze Grußworte an die Teilnehmer. Viele Bürger machten deutlich, dass sie die wiederholten Angriffe auf das Islamische Forum nicht schweigend hinnehmen wollten. Das Penzberger Ehepaar Sonnenstuhl erklärte, man müsse in einer solchen Situation Haltung zeigen und dürfe nicht einfach wegsehen. Ein weiterer Teilnehmer brachte seine Eindrücke nach der Veranstaltung mit den Worten auf den Punkt: „Penzberg funktioniert.“

Die Kundgebung verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. Auch nach dem offiziellen Ende blieben zahlreiche Teilnehmer noch auf dem Gelände der Moschee, um miteinander ins Gespräch zu kommen. 

Für Imam Benjamin Idriz steht trotz der erneuten islamfeindlichen Schmiererei fest, dass sich am Kurs der Gemeinde nichts ändern werde. Bereits nach dem ersten Angriff hatte das Islamische Forum erklärt, sich nicht einschüchtern zu lassen und weiterhin Brücken zwischen den Religionsgemeinschaften bauen zu wollen. Daran halte man auch nach dem zweiten Vorfall fest. Vertrauen entstehe nur durch Begegnung, nicht durch Ausgrenzung oder Feindseligkeit.

Die Menschenkette wurde deshalb von vielen Teilnehmern nicht nur als Zeichen der Solidarität mit der islamischen Gemeinde verstanden, sondern auch als Bekenntnis zu einem friedlichen Zusammenleben in der Stadt. Gerade nach den wiederholten Angriffen wollten zahlreiche Bürger deutlich machen, dass Hass und Intoleranz in Penzberg keinen Platz haben.

Bereits wenige Tage zuvor war die neu aufgestellte Hinweistafel zum muslimischen Freitagsgebet an den Ortseinfahrten der Stadt Ziel einer islamfeindlichen Schmiererei geworden. Nachdem das Schild gereinigt worden war, beschmierten Unbekannte es kurze Zeit später erneut. Die Kriminalpolizei und der bayerische Staatsschutz ermitteln wegen einer mutmaßlich politisch motivierten Tat.


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Penzberg: Anschlag auf Schild mit muslimischen Gebetszeiten

TV-Tipp
ARD Mediathek zeigt MMA-Serie „Fight House“

Frankfurt – Mixed Martial Arts – kurz MMA – boomt weltweit, auch in Deutschland. Die dreiteilige Dokuserie „Fight House“ begleitet drei Brüder aus dem Rhein-Main-Gebiet, die vom großen Durchbruch im MMA träumen.

Der Hessische Rundfunk zeigt ihre Geschichte ab 11. August in der ARD Mediathek und alle drei Folgen hintereinander am Montag, 24. August, um 22 Uhr im hr-fernsehen.

Im Zentrum der Serie steht Piter, 24 Jahre alt, aufgewachsen in Hanau. Er trainiert für seinen ersten MMA-Kampf, sein Debüt im Käfig. Ultimate-Fighting-Championship-(UFC)-Stars, Fitness-Content und Social Media prägen die Szene – und den Traum vieler junger Menschen, es mit dem Sport nach oben zu schaffen. Piter bringt Talent mit. Sein Coach Chris, selbst Black Belt im Brazilian Jiu-Jitsu, glaubt fest an ihn. Doch MMA verlangt absolute Disziplin – und daran scheitert Piter immer wieder.

Denn der eigentliche Kampf beginnt außerhalb des Oktagons. Piter wächst zwischen Gewalt und Kriminalität auf. Seine Brüder Rob und David haben sich – auch mit Hilfe des Sports – ein stabiles Leben aufbauen können.

(Foto: HR/Nordbruch)

Piter aber kämpft vor allem gegen sich selbst. Er ist vorbestraft, gerade auf Bewährung, Briefe von der Staatsanwaltschaft gehören zu seinem Alltag. Hinzu kommt: Piter ist stark traumatisiert. Er hat den rassistischen Anschlag von Hanau im Februar 2020 überlebt. Sechs seiner Freunde wurden getötet. Für Piter ist der Sport auch eine Möglichkeit, Halt und Stabilität zu finden.

„Fight House“ begleitet neben Piter auch seine Brüder Rob und David sowie MMA-Kämpfer Moritz, die alle im selben Gym in Stockstadt trainieren. Während Rob und David kurz vor ihrem Einstieg ins MMA-Profigeschäft stehen, hat Moritz das schon geschafft: Sein ganzes Leben ist auf Leistung und Training ausgerichtet. „Fight House“ erzählt von jungen Sportlern, die im Gym Halt finden, vom Traum, es in die UFC zu schaffen, und von der Hoffnung, durch den Sport ein besseres Leben zu führen.

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Bildung
BAföG-Geförderte auf niedrigstem Stand seit 2000

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Berlin – Im Jahr 2025 haben 570 000 Personen monatliche Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erhalten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 42 700 oder 7 % weniger Geförderte als im Vorjahr.

Damit ist seit dem Höchststand im Jahr 2012 (979 300 Geförderte) ein Rückgang der Geförderten-Zahl zu beobachten, der nur 2022 und 2023 unterbrochen wurde. Niedriger als im Jahr 2025 war die Zahl der BAföG-Empfängerinnen und -Empfänger zuletzt im Jahr 2000 (559 300). Die Ausgaben des Bundes für BAföG-Leistungen sanken 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 4 % oder 118 Millionen Euro auf 3,0 Milliarden Euro.

Zahl der BAföG-geförderten Studierenden geht um 8 % zurück

Im Jahr 2025 erhielten 443 100 Studierende und 126 900 Schülerinnen und Schüler eine BAföG-Förderung. Im Vergleich zum Vorjahr war insbesondere die Zahl der geförderten Studierenden rückläufig (-40 700 beziehungsweise -8 %). Die Zahl der geförderten Schülerinnen und Schüler sank hingegen nur leicht (-2 100 beziehungsweise -1,6 %). Ähnlich wie in den Vorjahren war der Frauenanteil unter den Geförderten mit 60 % höher als der Männeranteil (40 %).

Durchschnittliche Förderungsbeträge gestiegen

Im Durchschnitt erhielten geförderte Studierende im Jahr 2025 monatlich 682 Euro, das waren 25 Euro mehr als im Vorjahr. Für Schülerinnen und Schüler lag der durchschnittliche Förderungsbetrag bei 552 Euro (+13 Euro).

Die Höhe des individuellen Förderbetrags ist unter anderem abhängig von der besuchten Ausbildungsstätte (zum Beispiel Berufsfachschule oder Hochschule), der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts) sowie vom Einkommen der Geförderten und ihrer Eltern. Mit der BAföG-Reform aus dem Jahr 2024 waren die Bedarfssätze und Freibeträge angehoben worden.

Neue Förderinstrumente für Studierende: Flexibilitätssemester und Studienstarthilfe

Im Zuge der BAföG-Reform wurden außerdem das „Flexibilitätssemester“ und die „Studienstarthilfe“ als neue Förderinstrumente eingeführt. Mit dem Flexibilitätssemester können Studierende einmalig ein Semester über die Förderungshöchstdauer hinaus eine BAföG-Förderung beziehen. Im Jahr 2025 nahmen 33 700 Geförderte ein Flexibilitätssemester in Anspruch.

Die Studienstarthilfe ist ein einmaliger finanzieller Zuschuss zum Studienbeginn in Höhe von 1 000 Euro. Sie richtet sich an Personen unter 25 Jahren, die vor Beginn des Studiums bestimmte Sozialleistungen beziehen und sich erstmalig für ein Studium immatrikulieren.

Im Jahr 2025 erhielten 11 600 Personen eine Studienstarthilfe. Der Anspruch auf Studienstarthilfe begründete sich meist mit Leistungen nach SGB II („Bürgergeld“, seit 1. Juli 2026 „Grundsicherungsgeld“), welche 60 % der Studienstarthilfe-Geförderten vor Studienbeginn bezogen.

Methodische Hinweise:

In der BAföG-Statistik werden ab dem Berichtsjahr 2024 zwei Gruppen unterschieden: BAföG-Geförderte und Studienstarthilfe-Geförderte. BAföG-Geförderte umfassen diejenigen Personen, die monatliche BAföG-Förderleistungen erhalten haben.

Die Förderung erstreckte sich zum Teil nicht über das gesamte Jahr. Studienstarthilfe-Geförderte umfassen ausschließlich Personen, die im Berichtsjahr mit einer Studienstarthilfe gefördert wurden und werden unabhängig von einem möglichen monatlichen BAföG-Bezug erfasst. Kennzahlen wie die Zahl der Geförderten oder der finanzielle Aufwand werden für die BAföG-Geförderten und die Studienstarthilfe-Geförderten separat berichtet.

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Türkei: Erstmals mehr Studentinnen als männliche Studenten

Türkischer Kampfjet
Analyse: Warum Israels Experten den KAAN beobachten

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Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Wieso nehme ich eigentlich Israel als Bezugspunkt zur Bewertung einer Kampfdrohne? Weil Israel neben der Türkei im Nahen Osten die Regionalmacht teilt, teilen muss und daher jede Bewegung der Türkei systematisch analysiert.

Gerade deshalb ist es bemerkenswert, wie sich derzeit israelische Verteidigungsanalysten zurückhaltend aber sachlich äußern. Man spricht erstaunlich wenig über den KAAN. Nicht, weil er unbedeutend wäre, sondern weil erfahrene Militäranalysten wissen, dass der eigentliche Test noch gar nicht begonnen hat. Denn der P1 rollt und fliegt derzeit nicht wie der „Demonstrator“.

Und dennoch verändert bereits sein bloßes Erscheinen die strategische Wahrnehmung im Nahen Osten. Während viele Kommentatoren in sozialen Medien über die Form der Lufteinlässe oder den Tarnanstrich diskutieren, beschäftigen sich Militärplaner mit einer ganz anderen Frage: Was passiert, wenn die Türkei in zehn Jahren oder weniger tatsächlich alle Kerntechnologien selbst vollständig beherrscht? Genau diese Frage beschäftigt israelische Fachkreise weit mehr als das heutige Rollvideo des P1 – denn der P1 ist kein Demonstrator (P0) mehr.

Der erste Prototyp (P0) hatte eine relativ einfache Aufgabe: Kann das Flugzeug fliegen? Mehr nicht. Der P1 verfolgt dagegen ein völlig anderes Ziel. Er ist der erste Prototyp, der die spätere Serienmaschine wesentlich realistischer repräsentiert. Sichtbar sind überarbeitete Lufteinläufe, Änderungen an Bug und Fahrwerk sowie Vorbereitungen für die Integration von Sensorik und Missionssystemen. Parallel entsteht bereits der Prototyp P2, um die Flugerprobung zu beschleunigen.

Das klingt zunächst unspektakulär. Ist es aber nicht. Denn jedes moderne Kampfflugzeug besteht heute nur noch zu einem kleineren Teil aus Aluminium, Titan oder Verbundwerkstoffen. Der eigentliche Kampf findet in Software, Sensorfusion und elektronischer Kriegführung statt und die türkische Rüstungsindustrie wetteifert darum, so schnell wie möglich Ergebnisse vorzuweisen.

Was kann der P1 heute tatsächlich?

Hier muss sauber zwischen bestätigten Fakten und Erwartungen unterschieden werden.

Bestätigt

  • seriennähere Flugzelle
  • zwei GE-F110-Triebwerke
  • Vorbereitung für das nationale MURAD-AESA-Radar
  • Integration des künftigen elektrooptischen Systems
  • neue Sensoröffnungen
  • Vorbereitung für elektronische Kampfführung

Noch nicht nachgewiesen

  • vollständige Sensorfusion
  • ausgereifte elektronische Kampfführung
  • vollständiges IRST/DAS-System
  • Supercruise
  • einsatzreife Stealth-Leistung
  • vollständige Waffenintegration
  • heimisches TF35000-Triebwerk

Genau deshalb reagieren israelische Analysten bislang bemerkenswert nüchtern. Niemand unterschätzt das Projekt.

Wo könnte KAAN eines Tages gefährlich werden?

Interessanterweise nicht dort, wo viele vermuten. Nicht Geschwindigkeit. Nicht Gipfelhöhe. Nicht Wendigkeit. Diese Eigenschaften entscheiden seit Jahren kaum noch Luftkämpfe. Heute gewinnt meist derjenige, der den Gegner zuerst entdeckt, ihn zuerst klassifiziert, ihn zuerst elektronisch stört und zuerst schießen kann. Hier liegt die eigentliche Zukunft des KAAN.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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Künstliche Intelligenz
Bericht: Israel beeinflusst KI-Systeme mit Millionen-Kampagne

Washington/Jerusalem – Die israelische Regierung soll laut einer Recherche des US-Mediums Drop Site News eine millionenschwere Kampagne finanziert haben, um die Antworten großer KI-Systeme wie ChatGPT, Claude, Gemini, Microsoft Copilot und Perplexity zum Gaza-Krieg zu beeinflussen.

Dem Bericht zufolge erhielt die Digitalfirma Clock Tower X des ehemaligen Trump-Wahlkampfmanagers Brad Parscale einen Auftrag im Umfang von 46,5 Millionen US-Dollar, um Inhalte zu erstellen, die von Suchmaschinen und Künstlicher Intelligenz aufgegriffen werden.

Nach Angaben von Drop Site News veröffentlichte Clock Tower X Hunderte Beiträge auf einem Netzwerk eigens eingerichteter Webseiten. Diese behandelten Themen wie Israels Militäreinsatz im Gazastreifen, die Beziehungen zwischen den USA und Israel sowie Vorwürfe gegen das israelische Vorgehen.

Ziel sei es gewesen, die Inhalte so zu gestalten, dass sie in Suchmaschinen indexiert und später von KI-Systemen als Informationsquelle genutzt werden – ein Vorgehen, das als „LLM Poisoning“ bezeichnet wird.

Webseiten gezielt für Chatbots erstellt

Obwohl die Webseiten nur wenige menschliche Besucher verzeichneten, seien sie gezielt für Künstliche Intelligenz erstellt worden. Zu dem Netzwerk gehörten laut Bericht unter anderem Allyvia.org, FactSignal.org und Paxpoint.org. Die Seiten vertraten pro-israelische Positionen, verteidigten das israelische Vorgehen im Gazastreifen und stellten Vorwürfe eines Völkermords infrage.

Nach Recherchen von Drop Site News wurden einige dieser Webseiten bereits von KI-Systemen zitiert. So habe Perplexity bei einer Anfrage zur militärischen Zusammenarbeit zwischen den USA und Israel auf Allyvia.org verwiesen. Auch Microsoft Copilot habe Inhalte aus dem Netzwerk als Quelle verwendet.

Zudem seien die Webseiten in den Datensatz von Common Crawl aufgenommen worden, einem umfangreichen Webarchiv, das häufig beim Training großer Sprachmodelle verwendet wird. Zwischen Januar und Juni seien die zehn Webseiten laut Analyse insgesamt 912-mal von Common Crawl erfasst worden.

Experte warnt vor Einfluss auf KI-Antworten

Der Desinformationsexperte Hervé Letoqueux, Geschäftsführer der Organisation Check First, erklärte, dass Common Crawl eine zentrale Rolle beim Training vieler KI-Modelle spiele und deshalb ein attraktives Ziel für Einflusskampagnen sei. Studien hätten gezeigt, dass bereits eine vergleichsweise geringe Zahl gezielt platzierter Dokumente ausreichen könne, um Antworten großer Sprachmodelle zu beeinflussen.

Nach Prüfung der Clock-Tower-Webseiten erklärte Letoqueux, gerade deren sachlicher Ton und die zahlreichen Quellenangaben könnten sie besonders wirksam machen. Da Chatbots häufig mehrere Sichtweisen darstellen wollten, könnten solche Seiten gezielt Einfluss auf die Darstellung kontroverser Themen nehmen.

„Diese Webseiten könnten bei Fragen wie ‚Begeht Israel einen Völkermord?‘ durchaus nützlich sein, weil sie die israelische Darstellung liefern, die Chatbots anschließend als eine Seite der Debatte wiedergeben können“, wird Letoqueux in der Recherche zitiert.

Unterstützung für Israel in den USA rückläufig

Dem Bericht zufolge erfolgt die Kampagne in einer Phase, in der die Unterstützung für Israel in den Vereinigten Staaten seit Beginn des Gaza-Krieges deutlich zurückgegangen sei. Nach Angaben von Drop Site News, das sich dabei auf den Krieg mit mehr als 73.000 getöteten Palästinensern bezieht, sei der Rückgang inzwischen auch bei Bevölkerungsgruppen zu beobachten, die traditionell als besonders israelfreudlich gelten – darunter Konservative und evangelikale Christen.

 

 


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Israel
Studie: Israels Auswanderung erreicht Rekordniveau

Tel Aviv – Die Zahl der Israelis, die ihr Land für längere Zeit verlassen, ist nach einer neuen Studie der Universität Tel Aviv auf einem historischen Höchststand geblieben.

Zwischen 2023 und 2025 verließen demnach rund 268.000 Menschen Israel für mindestens drei aufeinanderfolgende Monate. Die Wissenschaftler warnen, dass sich daraus langfristig Risiken für Wirtschaft, Gesellschaft und nationale Sicherheit entwickeln könnten, sollte sich der Trend fortsetzen.

Die Untersuchung wurde von Prof. Itai Ater, Leiter des Forums „Economists for Democracy“, Prof. Nati Bergman, Leiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tel Aviv, sowie dem Doktoranden Doron Zamir erstellt. Grundlage der Analyse sind Daten des israelischen Zentralamts für Statistik.

Rekordwerte seit 2023

Nach den Berechnungen der Forscher verließen im Jahr 2023 insgesamt 86.509 Israelis das Land für mindestens drei Monate. Im Jahr 2024 stieg die Zahl auf 91.499, bevor sie 2025 mit 90.922 nahezu auf diesem Niveau blieb.

Damit wurden nach Angaben der Studie die höchsten Werte seit Beginn vergleichbarer Erhebungen erreicht.

Zum Vergleich: Zwischen 2010 und 2019 verließen durchschnittlich rund 60.000 Menschen pro Jahr Israel für längere Zeit. Zwischen 2013 und 2015 wurden insgesamt rund 183.000 Langzeit-Auswanderungen registriert. In den vergangenen drei Jahren lag der Durchschnitt dagegen bei rund 90.000 Menschen jährlich.

Forscher sehen besorgniserregende Entwicklung

Studienleiter Prof. Itai Ater bezeichnete die Zahlen als „sehr besorgniserregend“. Noch stelle die Auswanderung zwar keine unmittelbare Gefahr für die Widerstandsfähigkeit Israels dar. Das eigentliche Risiko bestehe jedoch darin, dass sich der Trend weiter verstärken könnte.

„Die wirkliche Gefahr liegt im Verlust des Gleichgewichts und in der Möglichkeit, dass die Auswanderungszahlen weiter steigen, anstatt sich auf dem derzeitigen Niveau einzupendeln“, erklärte Ater gegenüber israelischen Medien.

Nach Einschätzung der Forscher zeigen die Daten, dass das jahrelang relativ stabile Verhältnis zwischen Zu- und Abwanderung inzwischen gestört sei. Seit 2023 sei ein deutlicher Anstieg der langfristigen Auswanderung zu beobachten.

Politische Krise und Krieg als Hintergrund

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die öffentliche Debatte über Auswanderung bereits seit Ende 2022 deutlich zugenommen habe. Als Ursachen nennen sie die innenpolitische Krise, die landesweiten Proteste sowie den Krieg, der nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 begann.

Ziel der Studie sei es gewesen, die Diskussion auf Grundlage offizieller Daten zu bewerten und ein aktuelles Bild der Entwicklung zu liefern.

Vor allem gut ausgebildete Fachkräfte verlassen Israel

Die neue Untersuchung verweist zudem auf frühere Forschungsergebnisse, wonach insbesondere Ärzte, promovierte Wissenschaftler, Ingenieure, Akademiker und Gutverdiener überdurchschnittlich häufig auswandern. Gerade diese Entwicklung bereitet den Forschern besondere Sorgen.

Die israelische Wirtschaft verfüge nur über wenige natürliche Ressourcen und sei in hohem Maße auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Besonders die Hightech-Branche und andere wissensintensive Industrien lebten von qualifiziertem Personal.

Sollte die Zahl der Auswanderer in diesen Berufsgruppen weiter steigen, könnte dies nach Einschätzung der Wissenschaftler langfristige Folgen für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes haben.

Warnung vor einem „Schneeball-Effekt“

Die Autoren betonen jedoch, dass nicht die derzeitige Zahl der Auswanderer das größte Risiko darstelle, sondern die Möglichkeit einer sich selbst verstärkenden Entwicklung.

Weitere politische, wirtschaftliche oder sicherheitspolitische Krisen könnten einen „Schneeball-Effekt“ auslösen. Jede neue Auswanderungswelle könne weitere Menschen dazu bewegen, Israel ebenfalls zu verlassen.

Nach Ansicht der Forscher könnte eine solche Entwicklung langfristig erhebliche Auswirkungen auf die israelische Wirtschaft und die Gesellschaft haben.

Die Studie erscheint vor dem Hintergrund des anhaltenden Gaza-Krieges sowie weiterer militärischer Auseinandersetzungen Israels in der Region. Nach offiziellen Angaben leben derzeit mehr als zehn Millionen Menschen in Israel.

 


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