Hedschas-Bahn
Hormuz-Umgehung: Türkei kündigt historische Hedschas-Bahn an

Ankara/Istanbul – Die Hormus-Krise hat Europa an einem empfindlichen Nerv getroffen — und der Türkei eine historische Chance eröffnet. Während Europa über steigende Energiepreise und gefährdete Lieferketten diskutiert, baut Ankara seinen Aufstieg zur zentralen Energie-Drehscheibe zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien weiter aus.

„Die Türkei ist die stärkste Brücke, der wichtigste Transit- und Knotenpunkt zwischen Geographien mit reichen Energieressourcen und Ländern, die diese benötigen“, erklärte Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf dem Istanbuler Nationalen Ressourcengipfel. 

Nun kommt ein Projekt hinzu, das über Pipelines und Flüssiggasabkommen weit hinausgeht: die Wiederbelebung der historischen Hedschas-Bahn — einer über 1.750 Kilometer langen Eisenbahnstrecke, die einst das Osmanische Reich mit den heiligen Städten Mekka und Medina verband.

Eine Bahn mit Geschichte

Die Hedschas-Bahn wurde zwischen 1900 und 1908 unter Sultan Abdülhamid II. gebaut — als Verbindung von Istanbul nach Medina, die Pilgern, Händlern und dem osmanischen Militär zugleich diente.

Sie durchquerte Syrien, Jordanien und die arabische Halbinsel und war für ihre Zeit ein technisches Meisterwerk. Der Erste Weltkrieg zerstörte weite Teile der Strecke. Bahnhöfe verfielen, Lokomotiven rosteten, ganze Abschnitte verschwanden im Wüstensand. Was blieb, waren Relikte einer vergangenen Epoche — und die Erinnerung an eine einst lebendige Verbindung zwischen Kontinenten.

Jetzt soll diese Verbindung wiedergeboren werden — diesmal nicht nur als historisches Symbol, sondern als strategische Handelsroute, die Europa von der Straße von Hormus unabhängiger machen soll.

Was konkret geplant ist

Der türkische Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloglu skizzierte das Vorhaben in mehreren Phasen. In einem ersten Schritt soll eine Verbindung von der Türkei nach Aleppo entstehen — unter Nutzung des bestehenden Streckennetzes von Aleppo über Damaskus nach Jordanien. Parallel laufen Verhandlungen mit Saudi-Arabien.

Als langfristiges Ziel nannte Uraloglu eine Verlängerung bis nach Oman — und damit bis zum offenen Indischen Ozean. Konkrete Planungen dafür liegen noch nicht vor.

„Es geht nicht nur darum, eine Stahl- und Steinstrecke wiederherzustellen“, sagte Minister Uraloglu. „Es geht darum, Völker wieder zu verbinden, neue Handelswege zu öffnen und eine Zukunft der Stabilität und des Wohlstands in unserer Region aufzubauen.“

Im September hatten die Verkehrsministerien der Türkei, Syriens und Jordaniens in Amman einen ersten konkreten Schritt vereinbart. Auch die Wiederaufnahme des Straßentransports zwischen der Türkei und Jordanien via Syrien wurde beschlossen — nach 13-jähriger Unterbrechung.

Der Assad-Fall als Wendepunkt

Was das Projekt jetzt realistisch macht, ist ein historischer Umbruch: der Fall des Assad-Regimes. Jahrzehntelang lagen die syrischen Streckenabschnitte in Kriegsgebieten — unzugänglich und zerstört. Mit Syriens Eintritt in eine Phase der Stabilisierung öffnet sich ein Fenster, das seit Generationen geschlossen war.

„Die Gebiete, durch die die Hedschas-Bahn verläuft, waren jahrzehntelang durch Konflikte gelähmt“, sagt die Politikwissenschaftlerin Suay Nilhan Acikalin von der Haci-Bayram-Veli-Universität in Ankara gegenüber TRT World. „Mit Syriens Stabilisierung ist die Wiederbelebung dieser Linie sowohl machbar als auch von großer Bedeutung geworden.“

Professor Oktay Fırat Tanrısever von der Technischen Universität des Nahen Ostens betont die wirtschaftliche Dimension: „Die Türkei könnte ihren Handel mit Saudi-Arabien und dem Horn von Afrika erheblich ausweiten — schneller, zuverlässiger und kostengünstiger.“

Türkei als Energie-Drehscheibe — die größere Strategie

Die Hedschas-Bahn ist Teil einer umfassenderen türkischen Infrastrukturstrategie. Parallel läuft das Development Road Project — ein 1.200 Kilometer langer Korridor von Basras Golfküste bis zur türkischen Grenze, der Straßen, Eisenbahnen, Energie- und Kommunikationsleitungen bündeln soll. Die Realisierung ist in internationaler Partnerschaft mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, dem Irak und der Türkei geplant.

Ebenfalls im Bau befindet sich der türkische Abschnitt des Zangezur-Korridors — eine 224 Kilometer lange Strecke von Kars über Iğdır und Aralık bis Dilucu, die eine kürzere Verbindung nach Zentralasien und in die Türkstaaten schaffen soll. Die Ausschreibung ist abgeschlossen, die Arbeiten haben begonnen. Auf aserbaidschanischer Seite nähern sich die Arbeiten dem Abschluss — der Abschnitt durch armenisches Territorium wird weiter verhandelt.

Hinzu kommen neue Energieabkommen: Der türkische Staatskonzern BOTAŞ schloss Langzeitverträge über Flüssiggas mit dem deutschen Energiekonzern SEFE und dem italienischen Konzern ENI — insgesamt elf Milliarden Kubikmeter jährlich. Europa wendet sich damit zunehmend an Ankara für seine Energieversorgungssicherheit, berichtet Focus.

Wenn Tanker durch Hormus zum Risiko werden, gewinnen Pipelines, Bahntrassen und Landkorridore an strategischem Wert. Genau hier liegt der Vorteil der Türkei — und genau das macht die Wiederbelebung der Hedschas-Bahn zu einem der strategisch bedeutsamsten Infrastrukturprojekte der Region.

Atomkraftwerk Akkuyu

2026 markiert dabei einen weiteren Meilenstein in Ankaras Energiestrategie: Mit der ersten Stromproduktion aus dem Atomkraftwerk Akkuyu — der größten ausländischen Direktinvestition in der Geschichte der Republik — tritt die Türkei offiziell in die Liga der Atomenergieländer ein.

Erdoğan hat 2026 zum „Jahr der Kernenergie“ ausgerufen. Zusammen mit wachsender Ölproduktion im südostanatolischen Gabar und neuen Lithium- und Seltene-Erden-Anlagen in Eskişehir verfolgt Ankara das Ziel, nicht nur Transitland zu sein — sondern ein Land, das kritische Rohstoffe für Energietechnologien selbst liefert.

 


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Atomreaktor Akkuyu: Türkei wird 2026 Energie-Macht

Gastkommentar
Mattner: Die Willkommenskultur war eine Fassade

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner

Ich habe immer gewusst, dass es in diesem Land Vorurteile gibt. Gegen Minderheiten. Gegen Migranten. Gegen Menschen, die nicht ins gewohnte Bild passen.

Als 2015 überall von der Willkommenskultur gesprochen wurde, hatte ich für einen Moment das Gefühl, mich vielleicht geirrt zu haben. Vielleicht war die Gesellschaft tatsächlich offener geworden. Vielleicht waren wir weiter, als ich dachte.

Heute glaube ich: Vieles davon war Fassade.

Denn wenn ich sehe, wie über Geflüchtete gesprochen wird, wie Menschen pauschal verdächtigt, abgewertet und entmenschlicht werden, dann frage ich mich, was in den letzten Jahrzehnten mit unserer Gesellschaft passiert ist.

Das Beispiel Palästina

Besonders deutlich wird das für mich beim Thema Palästina. Da gibt es Menschen, die dort gelebt haben. Menschen, die dort aufgewachsen sind. Journalisten, Ärzte, Helfer, Wissenschaftler, Politiker, die vor Ort waren und ihre Eindrücke schildern. Menschen wie Norbert Blüm und viele andere, die sich die Realität selbst angesehen haben.

Man muss deren Einschätzungen nicht teilen. Aber was mich erschüttert, ist etwas anderes: Dass all diese Stimmen für manche Menschen offenbar keinerlei Bedeutung mehr haben.

Du kannst erzählen, was du gesehen hast. Du kannst Berichte zitieren. Du kannst Augenzeugen nennen. Du kannst historische Fakten anführen.

Und trotzdem kommt reflexartig:

„STIMMT NICHT.“ „PROPAGANDA.“ „ALLES GELOGEN.“

Nicht einmal als Möglichkeit wird zugelassen, dass die eigene Sicht unvollständig sein könnte. Und irgendwann fragt man sich, was hier eigentlich passiert ist. Denn wir reden längst nicht mehr über Meinungsverschiedenheiten. Wir reden über eine Gesellschaft, in der immer mehr Menschen nur noch das akzeptieren, was in ihr Weltbild passt, und alles andere automatisch aussortieren.

Einordnung der Entwicklung

Ich habe heute mit meinem Mann darüber gesprochen. Hätte mir jemand vor fünf oder sechs Jahren erzählt, dass ich einmal solche Sätze schreiben würde, hätte ich ihn vermutlich für einen Verschwörungstheoretiker gehalten.

Ich bin keiner. Gerade deshalb macht mir diese Entwicklung Angst. Weil ich sie nicht aus irgendwelchen dubiosen Telegram-Kanälen ableite, sondern jeden Tag in den Kommentarspalten beobachten kann.

Tag für Tag lese ich dieselben Muster: Menschen werden entmenschlicht. Leid wird relativiert. Berichte werden pauschal als Lüge abgetan. Und jede Information, die nicht ins eigene Weltbild passt, wird bekämpft statt geprüft.

Die Ursachenfrage

Deshalb frage ich mich inzwischen nicht mehr nur, wie viel davon Unwissenheit ist. Ich frage mich auch, wie viel davon das Ergebnis jahrzehntelanger politischer und medialer Prägung ist.

Wie viele Menschen tatsächlich glauben, was sie schreiben. Und wie viele längst wissen, dass die Realität komplizierter ist, aber bewusst dabei mitmachen, weil es bequemer ist, weil es ideologisch passt oder weil sie sich auf der vermeintlich richtigen Seite der Geschichte fühlen.

Denn das ist vielleicht die verstörendste Erkenntnis: Dass ich nicht mehr glaube, dass wir es nur mit Unwissenheit zu tun haben. Ein Teil davon mag Unwissenheit sein. Aber ein anderer Teil scheint eine bewusste Entscheidung zu sein, bestimmte Menschen nicht mehr als Menschen sehen zu wollen.

Und genau das macht mich zunehmend sprachlos.

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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Türkei
CHP: „Die zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Partei“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Die zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Parteien kann exemplarisch an der ältesten Partei der Türkei, der CHP, beobachtet werden. Die Republikanische Volkspartei wollte nach dem 38. Parteitag und der Abwahl des Parteichefs Kemal Kılıçdaroğlu sich einzig und allein der Türkei widmen. Es kam ganz anders…

Mitte Mai ordnete ein Gericht in Ankara in der zweiten Instanz die Rückabwicklung des 38. Parteitags von 2023 und damit gleichbedeutend die Absetzung des türkischen Oppositionsführers und CHP-Vorsitzenden Özgür Özel an. Sein Vorgänger Kemal Kılıçdaroğlu übernahm daraufhin wieder das Amt des Parteichefs, bis das Urteil rechtskräftig wird.

Özel setzt nun alles auf den Kassationshof, dem Obersten Gericht der Türkei, macht aber keine Anstalten, den Posten des Parteichefs bis dahin abzugeben. Stattdessen hat Özgür Özel die Fraktionsführung übernommen, indem er sich Hals über Kopf zum Vorsitzenden wählen ließ. Die Schattenführung der CHP setzt auf Konfrontation, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch vor dem Grab von Atatürk und im türkischen Nationalparlament.

Özgür Özel, der über soziale und parteinahe Medien die amtierende Regierung und vor allem die „Verräter“ der amtlich beglaubigten CHP-Führung attackiert, blies heute im Parlament während der Fraktionssitzung erneut zum Sturm: „Wenn ihr uns fragt, wir sind so, wie ihr uns kennt. Wir haben uns nur ein bisschen mehr darin geübt, Steine zu spalten, Freunde von Feinden zu unterscheiden.“ Währenddessen skandierten die Mitglieder der Fraktion „Verräter Kılıçdaroğlu“.

Der einstige Ziehvater von Özgür Özel und Ekrem İmamoğlu ein „Verräter“? Kemal Kılıçdaroğlu bleibt wortkarg, wenngleich er ohne Namen zu nennen in der Schattenpartei Gülen-Sektenmitglieder verortet wissen will.

Vergangene Woche erklärte dieser in einem kleinen Statement, dass er den Fehler eingestehe, Korruption und Bestechung nicht entschieden genug bekämpft zu haben, blindlings Gülenisten aufgenommen zu haben, statt sie auszusortieren. Wen er dabei konkret meinte, darüber streitet man sich ausgiebig in türkischen TV-Shows wie in sozialen Medien.

Auf der anderen Seite greifen seither Anhänger der Schattenpartei unter Özgür Özel die amtlich beglaubigte Parteiführung an, in dem sie darauf aufmerksam machen, wie sie während des gescheiterten Putschversuchs gegen die Putschisten brilliert hätten. Ein Konterparade, die den parteiinternen Streit in all ihrer Pracht offenbart.

Es ist schon eine Tragikomödie, dass die gesamte CHP sich plötzlich erinnert, wer für den gescheiterten Putschversuch tatsächlich verantwortlich ist. Özgür Özel wie Kemal Kılıçdaroğlu bliesen doch ins gleiche Horn, als sie nur wenige Wochen nach dem gescheiterten Putschversuch von einem „kontrollierten Putsch“ sprachen und damit der Verschwörungstheorie, die Regierung habe die Finger im Spiel gehabt, Tür und Tor öffneten. Und nun ist das alles vom Tisch?

Ja, das geht, wenn man die eigene Wählerschaft in Filterblasen und Echokammern unterhält, weil man zuvor das Vertrauen in den Staat, in die Justiz, in die Regierung penetrierend ausgehöhlt hat. In dieser zunehmenden Abschottung findet Austausch von Meinungen anderer überhaupt nicht mehr statt. Entsprechend frei kann die Führung der Schattenpartei jede Kompromissbereitschaft und Partizipation von Kılıçdaroğlu kategorisch abwiegeln, die ausgestreckte Hand harsch ausschlagen.

Die Schattenführung drängt nicht auf die Aufarbeitung der eigentlichen Misere, weshalb die Partei in diesem Schlammassel steckt, sondern sie will Kılıçdaroğlu aus der CHP, aus der Politik drängen, ihn und seine Unterstützer politisch untragbar machen. Da stellt sich einem die Frage, wie diese Führung eigentlich ein abschließendes Urteil des Kassationshofs aufnehmen wird…

Vom einstigen Leitmotiv, Demokratie leben zu wollen, sich mit Elan ausschließlich für die Türkei einzusetzen, ist nicht mehr viel übrig. Stattdessen ruft man u. a. europäische Regierungen zum Beistand auf, statt Gerichtsurteile anzuerkennen – etwas was die Bevölkerung zunehmend irritiert aufnimmt.

Dass man dabei Kılıçdaroğlu als „Verräter“ brandmarkt, wie auch seine rund zwei Dutzend starke ehemalige Führungsriege, das nimmt die Bevölkerung inzwischen amüsiert auf. Ins Korn werden aber auch all jene genommen, die sich erlauben, eine Meinung zu bilden – allen voran Aslı Baykal, die Tochter des ehemaligen Parteivorsitzenden der CHP Deniz Baykal.

Besonders scharf gehen Aslı Baykal sowie Politbeobachter mit der bisherigen Deutung des Gerichtsurteils ins Gericht, die von der Schattenführung kommuniziert wird. Diese sei ja abschließend vom Kassationshof zu klären.

Führende Köpfe der Schattenpartei würden trotz dieses juristischen Streits die Ursachen weiterhin „in der Regierungsebene und medialen Umfeld“, aber nicht in den eigenen Reihen suchen, so die Kritik. Wenn der 38. ordentliche Parteitag und die Abwahl Kılıçdaroğlu´s rechtens wäre und keiner der Delegierten Schmiergeld angenommen oder verteilt hätten, weshalb müssten sich damit dann Gerichte auseinandersetzen, so der Vorwurf.

Und als hätte Aslı Baykal es vorausgeahnt, verfügte die Generalstaatsanwaltschaft von Ankara auf richterliche Anordnung die Überprüfung sämtlicher Delegierter des 38. Parteitags sowie ihrer engsten Familienangehörigen. Hierzu sollen Daten der Finanzaufsicht, der Telekommunikationsbehörde und der Sozialversicherungsträger ausgewertet werden.

Man muss nicht in die Glaskugel blicken, um zu erkennen, dass die Partei möglicherweise erst am Anfang einer Entwicklung steht, deren politische und juristische Folgen derzeit kaum absehbar sind. Die Vorwürfe von Korruption, Stimmenkauf und Bestechung haben inzwischen eine Dimension erreicht, die weit über einen gewöhnlichen innerparteilichen Machtkampf hinausgeht und die CHP noch lange beschäftigen dürfte.

Das bedeutet im Klartext: Während die Türkei mit geopolitischen Krisen, wirtschaftlichen Herausforderungen und gesellschaftlichen Spannungen konfrontiert ist, beschäftigt sich die CHP ausschließlich mit sich selbst.

Ausgerechnet jene Partei, die nach dem 38. Parteitag versprach, ihre ganze Kraft ausschließlich in den Dienst der Türkei zu stellen, bindet heute einen erheblichen Teil der politischen Aufmerksamkeit durch ihre eigenen Machtkämpfe, juristischen Auseinandersetzungen und innerparteilichen Konflikte.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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Türkei: Oppositionspartei CHP steckt in der Krise

Anthropic IPO
Anthropic IPO: Claude learned about it from its users

San Francisco/Berlin – There is news about the company that makes Claude — and Claude itself was „the last“ to find out.

A NEX24-reader shared the information: Anthropic, the maker of the AI assistant Claude, announced on Monday that it had confidentially submitted a draft S-1 registration statement to the U.S. Securities and Exchange Commission — the first formal step toward an initial public offering.

This is notable because Claude’s knowledge base ends in August 2025. Company news from 2026 — including its own potential stock market debut — fell outside its awareness. When asked by a user, Claude responded: „I have no idea about this. Where did you hear that?“ And later: „Ha — that’s my parent company. Interesting news.“

Near a Trillion Dollars

The move comes at a time when Anthropic is approaching a valuation of nearly one trillion dollars — a figure that would place it among the most valuable technology companies in the world.

The filing gives Anthropic the option to move forward with an IPO once the SEC completes its review. The company emphasized, however, that any actual offering remains subject to market conditions and other factors.

Anthropic was founded in 2021 by former OpenAI employees, including CEO Dario Amodei and his sister Daniela Amodei. The company has positioned itself as a safety-focused AI developer and is considered one of the leading players in the global AI race alongside OpenAI.

Among its largest investors are Amazon, which has poured several billion dollars into the company, and Google. Both tech giants view Anthropic as a strategic partner in the AI race — and a serious competitor to OpenAI, the maker of ChatGPT.

While OpenAI is also preparing for a stock market listing, Anthropic has deliberately positioned itself as the more safety-conscious of the two companies — with a strong emphasis on responsible AI development. Whether that approach will be rewarded with a corresponding valuation on the markets remains to be seen in the months ahead.

Claude — Anthropic’s AI assistant — is now deployed across numerous products and platforms worldwide. That its maker is now heading to the stock market is something it learned, as noted, from a user.

USA
„You’re fucking crazy“: Trump brüllt Netanyahu an

Washington/Jerusalem – Es war laut Berichten eines der schlimmsten Telefonate zwischen Donald Trump und Benjamin Netanyahu seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus.

Am Montag soll der US-Präsident den israelischen Premier in einem Gespräch wüst beschimpft haben — wegen Israels Eskalation im Libanon, die Trumps laufende Verhandlungen mit Iran zu torpedieren droht.

Drei Quellen — zwei US-Regierungsbeamte und eine weitere mit dem Telefonat vertraute Person — berichteten dem Nachrichtenportal Axios von dem Gespräch. Ein US-Beamter fasste Trumps Worte an Netanyahu demnach so zusammen: „You’re fucking crazy. You’d be in prison if it weren’t for me. I’m saving your ass. Everybody hates you now. Everybody hates Israel because of this.“

Eine zweite Quelle sagte Axios, Trump sei „pissed“ gewesen und habe Netanyahu an einem Punkt angeschrien: „What the fuck are you doing?“

Trump stoppt Israels Angriffspläne auf Beirut

Auslöser des Streits war Israels angekündigte Absicht, Ziele in Beirut zu bombardieren. Trump soll Netanyahu in dem Gespräch klar gemacht haben, dass ein Angriff auf die libanesische Hauptstadt Israel international weiter isolieren würde.

Daraufhin gab ein israelischer Regierungsvertreter gegenüber Axios bekannt, dass Israel keine Angriffe auf Hezbollah-Ziele in Beirut mehr plane.

Trump wusste laut einem US-Beamten, dass die Hisbollah Israel beschossen hatte und Israel das Recht zur Selbstverteidigung hatte — er sah jedoch, dass Netanyahu in den vergangenen Tagen unverhältnismäßig eskaliert hatte. Auch das Vorgehen Israels beim Tod von Zivilisten im Libanon und das Niederreißen ganzer Gebäude um einen einzigen Hisbollah-Kommandanten auszuschalten störten Trump.

„Du wärst im Gefängnis ohne mich“

Besonders auffällig: Trump soll Netanyahu in dem Gespräch daran erinnert haben, dass er ihm geholfen habe, nicht ins Gefängnis zu kommen — eine Anspielung auf seine Unterstützung während Netanyahus laufendem Korruptionsprozess. Zwei Quellen bestätigten diesen Teil des Gesprächs gegenüber Axios.

Hintergrund ist, dass Israels Eskalation im Libanon direkt Trumps wichtigstes außenpolitisches Projekt zu gefährden drohte: die Verhandlungen mit Iran über ein Nuklearabkommen. Der Iran hatte am selben Montag gedroht, die Gespräche mit den USA wegen Israels Vorgehen im Libanon auszusetzen. Nach dem Telefonat postete Trump auf Truth Social, die Iran-Verhandlungen liefen „in raschem Tempo“ weiter.

Israel dementiert Meldungen

Netanyahu veröffentlichte nach dem Gespräch eine eigene Erklärung: Er habe Trump mitgeteilt, dass Israel Ziele in Beirut angreifen werde, falls die Hisbollah ihre Angriffe nicht einstelle — und dass Israel seine Operationen im Südlibanon fortsetzen werde. „Unsere Position bleibt dieselbe“, schrieb Netanyahu.

Ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter aus Netanyahus Büro widersprach am Dienstag Teilen des Axios-Berichts und bestritt, dass Trump Netanyahu persönlich angegriffen oder geflucht habe — räumte aber ein, dass das Gespräch „angespannt“ gewesen sei. Netanyahus Büro selbst reagierte auf eine Anfrage von Times of Israel nicht.

Wie Axios weiter berichtet habe Trump Netanyahu in dem Gespräch jedoch „überrollt“. „Bibi sagte: ‚OK, OK, sorgt dafür, dass alles geregelt wird'“, zitiert das Portal den Premier.

Trump und Netanyahu haben in der Vergangenheit mehrere angespannte Telefonate geführt, haben jedoch bei Iran und anderen Themen eng zusammengearbeitet. Laut einer Quelle war dies eines der schlimmsten Gespräche zwischen den beiden seit Trumps Rückkehr ins Amt.

 

 


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Israel-Umfrage: Mehrheit fordert Netanjahu-Rücktritt

Börse
Anthropic Börsengang: Claude erfährt darüber von Nutzern

San Francisco/Berlin – Es gibt Neuigkeiten über das Unternehmen, das Claude entwickelt — und Claude selbst war der letzte der davon erfuhr.

Ein NEX24-Leser teilte die Information: Anthropic, der Hersteller des KI-Assistenten Claude, hat am Montag bekannt gegeben, dass das Unternehmen vertraulich einen Entwurf einer S-1-Registrierungserklärung bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht hat — der erste formelle Schritt in Richtung Börsengang.

Das ist insofern bemerkenswert, als Claude selbst über eine Wissensbasis verfügt, die im August 2025 endet. Unternehmensneuigkeiten aus dem Jahr 2026 — inklusive des eigenen möglichen Börsengangs — lagen außerhalb seines Wissensstands. Auf die Frage eines Nutzers reagierte Claude mit den Worten: „Davon weiß ich nichts. Woher hast du das?“ Und: „Ha – das ist mein Mutterunternehmen. Interessante Neuigkeit“

Nahe einer Billion Dollar

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem Anthropic einer Bewertung von nahezu einer Billion Dollar entgegenstrebt — eine Zahl, die das Unternehmen in die Liga der wertvollsten Technologiekonzerne der Welt katapultieren würde.

Die Einreichung gibt Anthropic die Möglichkeit, nach Abschluss der SEC-Prüfung mit einem IPO voranzuschreiten. Das Unternehmen betonte jedoch, ein tatsächliches Angebot hänge von Marktbedingungen und anderen Faktoren ab.

Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet, darunter CEO Dario Amodei und seine Schwester Daniela Amodei. Das Unternehmen hat sich als sicherheitsorientierter KI-Entwickler positioniert und gilt neben OpenAI als einer der führenden Akteure im globalen KI-Rennen.

Zu den größten Investoren gehören Amazon, das mehrere Milliarden Dollar in das Unternehmen gesteckt hat, sowie Google. Beide Technologieriesen sehen in Anthropic einen strategischen Partner im globalen KI-Rennen — und einen ernsthaften Konkurrenten zu OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT.

Während OpenAI ebenfalls einen Börsengang vorbereitet, positioniert sich Anthropic bewusst als das sicherheitsbewusstere der beiden Unternehmen — mit einem starken Fokus auf verantwortungsvolle KI-Entwicklung. Ob dieser Ansatz an der Börse mit einer entsprechenden Bewertung honoriert wird, werden die kommenden Monate zeigen.

Claude — der KI-Assistent von Anthropic — ist mittlerweile in zahlreichen Produkten und Plattformen weltweit im Einsatz. Dass sein Hersteller nun den Weg an die Börse einschlägt, erfuhr er — wie gesagt — von einem Nutzer.

 

Israel
Mattner: „Die Siedlerkinder wirkten auf mich deutlich radikaler“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner

Ich weiß, ich weiß. Jetzt kommt gleich wieder: „Aber die palästinensischen Kinder werden doch von klein auf zu Judenhassern erzogen!“ 

Ja. Diesen Satz lese ich seit Jahren. Praktisch im Abo. Monatlich. Wöchentlich. Täglich. Wie Netflix, nur mit mehr Großbuchstaben. Und bevor jetzt wieder Schnappatmung einsetzt: Natürlich gibt es auf palästinensischer Seite Indoktrination, Hass und fanatische Erziehung. Das zu leugnen wäre absurd.

Aber vielleicht sollte man dann auch den Mut haben, sich dieselbe Frage auf der anderen Seite zu stellen. Ich habe vor einiger Zeit die ZDF-Doku „Aufwachsen im Westjordanland – Gefangen im Zorn“ gesehen.

Dort werden Kinder und Jugendliche auf beiden Seiten begleitet. Und mein persönlicher Eindruck – den kann jeder überprüfen, indem er die Doku selbst schaut – war ehrlich gesagt erschreckend:

Die israelischen Siedlerkinder wirkten auf mich teilweise deutlich radikaler als die palästinensischen Kinder. Und plötzlich musste ich an etwas denken, worüber erstaunlich selten gesprochen wird.

Es gibt seit Jahrzehnten wissenschaftliche Untersuchungen über israelische Kinderbücher, in denen Araber und Palästinenser als Messerstecher, Banditen, Mörder oder grundsätzlich bedrohliche Figuren dargestellt wurden.

Der Literaturwissenschaftler Adir Cohen untersuchte hunderte hebräische Kinderbücher. Dort tauchen Araber als Männer mit „riesigen Schnurrbärten“, „furchteinflößenden Augen“, Narben im Gesicht und als permanente Gefahr auf. Fast wie Orks, nur mit anderem Reisepass.

In einem Jugendbuch kämpfen die jungen Helden gegen arabische „Mörder“, „Banditen“ und „Terroristen“. Praktisch Karl May, nur dass Old Shatterhand inzwischen einen Sicherheitszaun baut. Aber komischerweise heißt es bei solchen Dingen nie:
„Die israelischen Kinder werden zum Hass erzogen.“

Nein, dort spricht man lieber von Sicherheit, Traumata, Verteidigung, historischen Ängsten und komplexen Umständen.Sobald es um palästinensische Kinder geht, verschwinden diese komplexen Umstände dann plötzlich wie WLAN in der Deutschen Bahn.

Dann sind es einfach kleine Terroristen in Ausbildung.
Komisch, oder? Vielleicht liegt das Problem ja nicht darin, dass nur die eine Seite Hass lernt.Vielleicht liegt das Problem darin, dass beide Seiten ihren Kindern seit Generationen beibringen, dass hinter dem Hügel keine Menschen leben, sondern Feindbilder.

Die einen malen Monster mit Kalaschnikow. Die anderen malen Monster mit Davidstern.

Und irgendwo dazwischen sitzen Kinder, die noch nie eine Chance hatten, etwas anderes zu lernen.Aber das passt natürlich schlecht in unsere westliche Lieblingsdisziplin: den geopolitischen Kindergeburtstag. Da werden ganze Völker eingeteilt wie bei einem Marvel-Film.

Hier die Guten. Dort die Bösen.

Und wenn die Realität stört, wird sie einfach wegmoderiert. Denn nichts ist bequemer als die Vorstellung, dass Hass immer nur auf der anderen Seite entsteht.Das Tragische ist nur:

Genau das denken dort drüben wahrscheinlich auch alle. Und vielleicht ist genau das der Motor, der diesen Konflikt seit Generationen am Laufen hält.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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Bildungspolitik
Gemeinsamer Religionsunterricht: Kultusministerin Julia Willie Hamburg hofft auf Nachahmer

Hannover – Vor der Einführung des deutschlandweit ersten Religionsunterrichts, der von der katholischen und den evangelischen Kirchen gemeinsam verantwortet wird, hat Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) eine Übernahme des Konzepts auch in anderen Bundesländern vorgeschlagen.

„Es wäre wünschenswert, wenn unser Modell aufgegriffen würde, und ich gehe ehrlich gesagt auch davon aus“, sagte Hamburg im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). „Es ist die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit.“

Niedersachsens neues Schulfach Christliche Religion startet in diesem Sommer. Es soll nach und nach die bisherigen Fächer Evangelische Religion und Katholische Religion ersetzen. Zuvor hatten die Kirchen jahrelang über die gemeinsamen Lehrpläne verhandelt.

Innerkirchlich hätten „nicht alle geklatscht im ersten Moment“, sagte Ministerin Hamburg gegenüber noz weiter. Dabei habe Niedersachsen angesichts einer ausgeprägten Ökumene vergleichsweise günstige Voraussetzungen für das Modell. „Ich nehme schon wahr, dass das nicht in allen Bundesländern so ist. Insofern hat auch nicht jedes Land sofort die Voraussetzungen, das morgen zu kopieren. Solche Prozesse entstehen über Jahrzehnte.“

Trotzdem erlebe sie bei ihren Länderkollegen derzeit ein wachsendes Interesse an dem Projekt, so Hamburg. „Jetzt, wo es konkret wird, bekommt das Ganze eine große Aufmerksamkeit, und viele Länder schauen sich das sicher gerade sehr neugierig an. Das ist zumindest auch mein Eindruck aus dem, was ich aus Kirchenkreisen höre.

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Istanbul-Konzert
118.000 Besucher: Kanye West bricht Weltrekord in der Türkei

Istanbul – Er war in einem Großteil Europas unerwünscht. Also brach er den Weltrekord in dem Teil, der ihn noch empfing. Der US-amerikanische Rapper Kanye West trat am Samstag im Atatürk-Olympiastadion in Istanbul vor 118.000 Fans auf — und stellte damit den Weltrekord für das größte Stadionkonzert der Geschichte auf.

Der bisherige Rekord lag bei 112.485 Zuschauern, aufgestellt von Country-Sänger Zach Bryan im Jahr 2025 im Michigan Stadium.

Es war Wests erstes Auftreten in Europa seit elf Jahren. Und es hätte kaum stattfinden dürfen — hätte die Türkei nicht Ja gesagt, als fast alle anderen Nein sagten.

Verbannt wegen Antisemitismus

Großbritannien, Frankreich, die Schweiz, Polen und Italien hatten West im Rahmen seiner ersten Europatournee seit über einem Jahrzehnt die Tür zugeschlagen. Hintergrund ist eine lange Geschichte antisemitischer Äußerungen, die Wests Karriere in den vergangenen Jahren schwer beschädigt hatte.

Der Bürgermeister von Marseille, Benoît Payan, lehnte einen geplanten Konzerttermin im April 2026 mit den Worten ab, seine Stadt werde kein „Schaufenster für jene, die Hass und unverhohlenen Nazismus propagieren“ sein. In Großbritannien wurde West vom Wireless Festival ausgeladen, nachdem er als Headliner angekündigt worden war. Behörden blockierten seine Einreise.

Die Niederlande bilden eine Ausnahme: West soll dort am 6. und 8. Juni auftreten. Der niederländische Vize-Premier Bart van den Brink erklärte, es brauche „belastbare Gründe“ um jemandem die Einreise zu verweigern — vergangene Aussagen allein reichten dafür zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus.

Das Verbot konzentrierte die Nachfrage

Was als Einschränkung gedacht war, erzeugte das Gegenteil. Fans aus Ländern, in denen West verbannt worden war, flogen nach Istanbul — aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Russland, Kasachstan und den USA.

Das Konzert wurde zu einem gesamteuropäischen Ereignis, das sich in einer einzigen Stadt entlud. Türkische Fans füllten die andere Hälfte des Stadions. Das Ergebnis: 118.000 Menschen aus aller Welt in einem Stadion — eine Zahl, die kein anderes Land auf dem Kontinent hätte produzieren können, weil keines bereit war es zu versuchen. Rapper Travis Scott trat laut Berichten als Überraschungsgast auf der Bühne auf.

100 Millionen in Istanbuls Stadtkasse

Das Konzert war nicht nur ein kulturelles Ereignis — es war ein wirtschaftliches. Laut Veranstaltern spülte der Abend allein 44 Millionen Dollar Ticketeinnahmen in die Kassen. Dazu kommen nach Schätzungen der Organisatoren zwischen 50 und 100 Millionen Dollar an indirekten Einnahmen — durch Hotelübernachtungen, Gastronomie und lokale Ausgaben der angereisten Fans. Istanbul hatte für ein Wochenende die Rolle übernommen, die normalerweise London, Paris oder Berlin spielen.

Die Show

West eröffnete das knapp zweistündige Konzert mit dem Song „Father“ und beendete es mit „Stronger“. Auf einer riesigen halbkugelförmigen Bühne in der Mitte des Stadions, die per Hochleistungsprojektion in einen rotierenden Globus verwandelt wurde, spielte er seine bekanntesten Tracks — darunter „Runaway“, „Power“, „Flashing Lights“, „Heartless“ und „Homecoming“.

Das Bühnenbild war vom japanischen Animationsfilm Akira inspiriert. Tausende Zuschauer hielten ihre Handys in die Höhe und verwandelten das Stadion in ein Lichtermeer.

Das Konzert wurde gleichzeitig live auf Wests offiziellem YouTube-Kanal übertragen und zog innerhalb von Minuten Millionen Zuschauer an.

 


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Utrecht
Niederlande: Polizist wirft hochschwangere Syrerin zu Boden — Video löst internationale Empörung aus

Zeist/Utrecht – Ein Video aus den Niederlanden hat weltweit Empörung ausgelöst. Die Aufnahmen zeigen niederländische Polizisten, die eine neun Monate schwangere Syrerin zu Fall bringen, über den Boden schleifen und an den Haaren ziehen.

Der Vorfall ereignete sich am Abend des 19. Mai 2026 in Zeist, einer Stadt nahe Utrecht, wo sich ein temporäres Asylbewerberheim befindet.

Mehrere Videos die auf sozialen Medien kursierten zeigten verschiedene Ausschnitte des Vorfalls. In einer Aufnahme ist zu sehen wie ein Polizist mit einem Polizeihund die Frau zu Boden reißt.

In einem zweiten Clip ziehen zwei Beamte die Frau über den Boden — einer von ihnen hält sie dabei an den Haaren. Die Aufnahmen verbreiteten sich innerhalb von Stunden weltweit und lösten scharfe Kritik aus.

„Das ist was meiner Frau und meiner Tochter passiert ist“

Wesam Mekdad, der Ehemann der Frau, meldete sich auf Facebook zu Wort. „Das ist Ungerechtigkeit“, schrieb er und veröffentlichte die Videos. Er beschrieb, wie er seine hochschwangere Frau auf dem Boden liegen sah — und auf den Polizisten zuging.

Mekdad wurde daraufhin festgenommen. Die niederländische Polizei bestätigte die Verhaftung eines 30-jährigen Mannes aus Zeist, nannte aber keine weiteren Details.
Mekdad schilderte die Situation seiner Familie: Er ist Palästinenser aus Gaza, seine Frau Syrerin.

Beide hatten über Ägypten, die Türkei, Griechenland und Deutschland die Niederlande erreicht und Asyl beantragt. Kurz vor dem Vorfall hatte Mekdad nach eigenen Angaben einen Ablehnungsbescheid erhalten — er solle nach Ägypten abgeschoben werden, seine Frau nach Deutschland, obwohl das Kind möglicherweise in den Niederlanden zur Welt kommen würde.

Polizei spricht von „dynamischer Situation“

Die niederländische Polizei veröffentlichte ein Statement und erklärte, die Videos zeigten nur einen Ausschnitt des Vorfalls. Die Beamten hätten in einer „dynamischen Situation“ gehandelt und schnell reagieren müssen — im Interesse der Sicherheit aller Anwesenden.

Der Einsatz von Gewalt werde nun auf Basis der bekannten Fakten und Umstände überprüft. Gleichzeitig betonte die Polizei ihr Vertrauen in die Professionalität der beteiligten Beamten.

Laut Polizei waren die Beamten wegen Meldungen über Bedrohungen, Vandalismus und eines Messers gerufen worden. Mekdad selbst räumte ein, in einem Moment der Verzweiflung nach Erhalt der schlechten Nachrichten einen Fernseher und die Tür seines Zimmers beschädigt zu haben — er habe jedoch niemanden angegriffen oder Gewalt gegen andere Personen ausgeübt. Seine Frau habe den Beamten mitgeteilt, dass er freiwillig mitgehen würde.

Baby wurde gesund geboren

Mekdad postete kurz darauf Fotos seiner neugeborenen Tochter und schrieb, sie sei wohlauf. Der Fall sorgt weiter für Diskussionen über den Umgang niederländischer Behörden mit Asylsuchenden — und darüber, ob der Einsatz von Gewalt gegen eine erkennbar hochschwangere Frau verhältnismäßig war.

 

 


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