US-Wahlen
USA: El-Sayed wird erster muslimischer Senator in der Geschichte

Detroit – Der Demokrat Abdul El-Sayed wird das Rennen um den Senatssitz in Michigan voraussichtlich gewinnen. Laut Decision Desk HQ setzt sich El-Sayed gegen den Republikaner Mike Rogers durch und wird damit der erste Muslimamerikaner, der in die obere Kammer des US-Kongresses gewählt wird.

El-Sayed, Arzt und ehemaliger Leiter der Gesundheitsbehörden von Detroit und Wayne County, setzte sich in dem umkämpften Bundesstaat, den Trump 2024 knapp gewonnen hatte, gegen Rogers durch – einen ehemaligen Kongressabgeordneten, der von Präsident Trump unterstützt wurde.

Nach Auszählung von 79,28 Prozent der Stimmen am Mittwochmorgen kommt er auf 51,79 Prozent (2.034.244 Stimmen), während Rogers bei 46,22 Prozent (1.815.504 Stimmen) liegt.

Sein progressiver Wahlkampf konzentrierte sich auf Themen der Gesundheitsversorgung und der Lebenshaltungskosten für die Menschen in Michigan. El-Sayed, der eine dezidiert israelkritische Haltung vertritt und einen Krieg gegen den Iran ablehnt, sprach sich dabei gegen die Entsendung von US-Steuergeldern an ausländische Streitkräfte aus.

US-Militärhilfe sollte nach seiner Auffassung gestoppt werden – wobei er neben Israel ausdrücklich auch Länder wie Ägypten nannte. Sein Wahlkampf war zugleich von Angriffen auf seinen muslimischen Glauben sowie intensiven Debatten über Israel und den Gazakrieg geprägt.

Die demokratische Kongressabgeordnete Haley Stevens (Michigan), die im Sommer in den demokratischen Vorwahlen gegen El-Sayed unterlegen war, wirbelte das Rennen auf und erzürnte Parteikollegen, als sie nur wenige Tage vor der Wahl für den Senatssitz des angetretenen Senatssitzes des scheidenden Senators Gary Peters (Demokraten) überraschend eine Wahlempfehlung für Rogers aussprach.

Führende Demokraten verurteilten den „Verrat“, und Mitarbeiter von Stevens traten zurück. Die Abgeordnete erklärte ihren Schritt als Reaktion auf „Hass“ und El-Sayeds Verbindungen zum linken Polit-Streamer Hasan Piker. Zuvor hatte sie Rogers noch als „Erfüllungsgehilfen“ für die „gefährliche Agenda“ des Präsidenten bezeichnet.

El-Sayed tat Stevens’ überraschende Ankündigung ab und berichtete, in nur vier Stunden nach der Wahlempfehlung 1,2 Millionen US-Dollar an Spenden gesammelt zu haben.

Rogers, der die Senatswahl 2024 gegen die Senatorin Elissa Slotkin (Demokraten, Michigan) knapp verlor, selbst als Trump den Bundesstaat holte, versuchte den Demokraten als Extremisten darzustellen. Dies veranlasste El-Sayed dazu, Vorwürfe über Verbindungen zur Muslimbruderschaft, einer islamistischen Gruppe, abzuwehren.

Trump und Vizepräsident Vance besuchten Michigan beide in den Tagen vor den Zwischenwahlen im Rahmen eines finalen Wahlkampfendspurts durch Schlüsselstaaten.

Trump lancierte antimuslimische Angriffe gegen El-Sayed, bezeichnete den Demokraten als „gewalttätigen Terroristen“ – Äußerungen, denen sich Rogers später nicht anschließen wollte – und nannte ihn bei seinem Zweitnamen „Mohamed“.

„Es ist mir egal, wie er meinen Namen ausspricht“, sagte El-Sayed als Reaktion. „Es ist mir nicht einmal wichtig, dass er sich an meinen ganzen Namen erinnert. Denn er kann mich nach November einfach ‚Senator‘ nennen. Für dich werde ich Senator Mohamed sein, Kumpel.“

Unterdessen sicherte sich der Progressive in dem umkämpften Rennen die Unterstützung des ehemaligen Präsidenten Obama, der ehemaligen Vizepräsidentin Kamala Harris und anderer prominenter Demokraten.

Umfragen im Vorfeld des Wahltags zeigten ihn in dem Kopf-an-Kopf-Rennen vor Rogers; eine Umfrage der New York Times/Siena University am Wochenende sah El-Sayed mit 11 Prozentpunkten vorne. Einige große Analysten stuften das Rennen ebenfalls zugunsten der Demokraten um, was die Hoffnungen der Demokraten auf eine blaue Welle bei den Midterms anheizte.

Geboren in Michigan als Sohn ägyptischer Einwanderer, steht El-Sayed nun davor, als erster Muslimamerikaner im Senat zu dienen.

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Betriebskosten
Nebenkosten als Eigentümer in Berlin verstehen: Welche Kosten wirklich steuerbar sind

Ob in Pankow, Charlottenburg oder Neukölln: Im Frühjahr liegt in vielen Berliner Eigentümergemeinschaften die Jahresabrechnung im Briefkasten, und schon auf der ersten Seite steht eine Nachzahlung.

Darunter folgt der Hinweis, dass das monatliche Hausgeld ab dem Sommer steigen soll. Viele Wohnungseigentümer nehmen das achselzuckend hin, weil sie die Kosten für unvermeidbar halten. Dabei lohnt sich ein genauerer Blick auf die Nebenkosten als Eigentümer, denn ein Teil davon ist tatsächlich festgelegt, ein anderer Teil lässt sich durchaus beeinflussen.

In einer Mieterstadt wie Berlin dreht sich die öffentliche Debatte meist um Mieter und ihre Betriebskostenabrechnung. Die Eigentümerseite bleibt dabei oft unterbelichtet, obwohl Eigentümergemeinschaften die Verträge abschließen, die Rücklagen bilden und über Sanierungen entscheiden. Wer versteht, an welchen Stellen eine Gemeinschaft Spielraum hat, kann Kostensteigerungen zumindest abfedern.

Dieser Artikel zeigt, welche Kostenfaktoren Eigentümergemeinschaften tatsächlich beeinflussen können, wie eine vorausschauende Rücklagenplanung Sonderumlagen verhindert und worauf es bei der Zusammenarbeit mit einer Verwaltung ankommt. Berliner Besonderheiten wie die reformierte Grundsteuer, die Gebühren von BSR und Berliner Wasserbetrieben oder der hohe Altbauanteil fließen dabei mit ein. Dazu kommen Antworten auf typische Fragen zur Abrechnung, zur steuerlichen Behandlung und zum Eigentümerwechsel.

Nebenkosten für Eigentümer: Wer trägt welchen Anteil?

Die Nebenkosten einer Eigentumswohnung trägt zunächst die gesamte Eigentümergemeinschaft, und zwar unabhängig davon, ob eine Wohnung selbst genutzt oder vermietet wird.

Jeder Eigentümer zahlt sein Hausgeld an die Gemeinschaft, die damit Versicherungen, Hausmeister, Müllabfuhr, Wasser, Heizung, Verwaltung und die Erhaltungsrücklage finanziert. Erst im zweiten Schritt reicht ein vermietender Eigentümer den umlagefähigen Teil an seine Mieter weiter.

Daraus folgt eine Perspektive, die in der Diskussion um Wohnkosten oft fehlt: Preissteigerungen treffen eine Gemeinschaft kollektiv. Wird die Gebäudeversicherung teurer oder steigt der Preis für Wärme, verteilt sich die Mehrbelastung nach Miteigentumsanteilen oder Verbrauch auf alle Parteien. Laut Statistischem Bundesamt sind die Preise für Wohnungsnebenkosten zuletzt leicht überdurchschnittlich gestiegen und lagen im August 2026 um 3,1 % höher als im Vorjahresmonat.

Für Berlin liefert die Berliner Betriebskostenübersicht der Senatsverwaltung einen Anhaltspunkt: Auf Basis der Abrechnungen für 2022 lagen die Betriebskosten im Schnitt bei 2,79 Euro pro Quadratmeter und Monat, deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 2,28 Euro.

Besonders ins Gewicht fallen Wasser und Abwasser, die in Berlin mit 0,52 Euro pro Quadratmeter fast doppelt so teuer sind wie im Bundesschnitt. Die Werte stammen aus dem Mietwohnungsbestand, geben aber auch Eigentümergemeinschaften eine brauchbare Orientierung.

Für Eigentümer bedeutet das, dass sie Kostensteigerungen nicht nur erdulden, sondern über ihr Stimmrecht in der Eigentümerversammlung mitgestalten. Was die Nebenkosten enthalten, wie Verträge zustande kommen und wie viel in die Rücklage fließt, entscheidet am Ende die Gemeinschaft. Genau darin liegt der Hebel, den einzelne Mieter nicht haben.

Versicherung, Dienstleister, Energie: Wo eine WEG wirklich sparen kann

Die größten beeinflussbaren Posten sind meist Verträge, die seit Jahren unverändert laufen. Gebäudeversicherung, Hausmeisterservice, Treppenhausreinigung, Gartenpflege und Wartungsverträge werden einmal abgeschlossen und dann oft stillschweigend verlängert. Preisanpassungen erfolgen schrittweise, sodass sie in der Jahresabrechnung kaum auffallen, sich über mehrere Jahre aber deutlich summieren.

Anders sieht es bei festen Gebühren aus: Die Tarife der Berliner Stadtreinigung (BSR), die für 2025 und 2026 im Schnitt um knapp fünf Prozent gestiegen sind, lassen sich nicht verhandeln. Über Behältergrößen, Leerungsrhythmus und konsequente Mülltrennung hat eine Gemeinschaft aber durchaus Einfluss darauf, wie hoch die Rechnung ausfällt.

Ein durchgerechnetes Beispiel macht den Effekt greifbar. Angenommen, eine Gemeinschaft mit 20 Wohnungen in einem Friedenauer Altbau zahlt für ihre Gebäudeversicherung jährlich 9.000 Euro. Gelingt durch eine Neuausschreibung eine Senkung um zehn Prozent, sinkt die Prämie auf 8.100 Euro.

Bei gleich großen Miteigentumsanteilen spart jede Einheit 45 Euro im Jahr, über fünf Jahre also 225 Euro. Das klingt überschaubar, doch wer denselben Vergleich bei Reinigung, Hausmeister und Wartung durchführt, kommt schnell auf einen spürbaren Betrag. Wichtig dabei: Ein günstigerer Tarif mit höherer Selbstbeteiligung kann bei einem Gründerzeitbau mit alten Leitungen und häufigen Leitungswasserschäden am Ende teurer werden. Der Preis allein entscheidet also nicht.

Bei der Energie wirkt ein anderer Mechanismus. Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum, etwa ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage, die Dämmung der obersten Geschossdecke oder die Umstellung der Treppenhausbeleuchtung auf Bewegungsmelder, senken den Verbrauch dauerhaft.

Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge erhält, die er braucht. Dadurch muss die Pumpe weniger leisten, und die Vorlauftemperatur kann oft gesenkt werden. Solche Maßnahmen kosten einmalig Geld, wirken sich aber über Jahre direkt auf die laufenden Nebenkosten aus.

Bei Berliner Altbauten mit Stuckfassade kommt eine Außendämmung wegen Denkmalschutz oder aus gestalterischen Gründen oft nicht infrage, die Dämmung von oberster Geschossdecke und Kellerdecke ist dort meist der realistischere Hebel. Viele Mehrfamilienhäuser in der Stadt hängen zudem am Fernwärmenetz. Auch hier lohnt der hydraulische Abgleich, weil eine gut eingestellte Anlage weniger Wärme ungenutzt durch das Haus schickt.

Woran erkennt man eine Verwaltung mit Kostenüberblick?

Eine Verwaltung hat ihre Kosten im Griff, wenn sie Veränderungen erklären kann, bevor Eigentümer danach fragen. Eine gute Nebenkostenabrechnung für Eigentümer listet nicht nur Summen auf, sondern stellt die Posten dem Vorjahr gegenüber und begründet größere Abweichungen. Steigt der Wasserverbrauch sprunghaft, sollte die Abrechnung erkennen lassen, ob ein Leck, ein Zählerwechsel oder eine Preisänderung dahintersteckt.

Ein zweites Merkmal ist der Umgang mit Verträgen. Eine aufmerksame Verwaltung führt eine Übersicht über Laufzeiten und Kündigungsfristen und legt der Versammlung rechtzeitig Vergleichsangebote vor. Wird ein Vertrag nur verlängert, weil die Frist verstrichen ist, fehlt dieser Überblick.

Zunehmend spielt auch die Art der Kommunikation eine Rolle. Digitale Plattformen ermöglichen Eigentümern, Belege, Abrechnungen und den Stand der Rücklage jederzeit einzusehen, statt auf die jährliche Versammlung zu warten. Das verändert die Dynamik: Fragen entstehen früher, Fehler fallen schneller auf, und Beschlüsse lassen sich besser vorbereiten.

Gerade für Berliner Eigentümer, die ihre Wohnung vermieten und nicht selbst im Haus wohnen, ist dieser direkte Zugriff ein praktischer Vorteil. Ob eine Gemeinschaft ihre Verwaltung klassisch organisiert oder sie an eine digital arbeitende Hausverwaltung Matera in Berlin überträgt, ändert an der Grundanforderung nichts: Entscheidend ist, dass jeder Kostenposten nachvollziehbar dokumentiert ist und Eigentümer ohne Umwege prüfen können, wofür ihr Hausgeld verwendet wird.

Erhaltungsrücklage und Sanierungsfahrplan: So vermeidet man Sonderumlagen

Eine ausreichend bemessene Erhaltungsrücklage ist der wirksamste Schutz gegen plötzliche Kostenschübe. Das Wohnungseigentumsgesetz zählt die Ansammlung einer angemessenen Erhaltungsrücklage ausdrücklich zur ordnungsmäßigen Verwaltung. In der Praxis wird die Rücklage dennoch häufig zu niedrig angesetzt, weil eine geringe Zuführung das monatliche Hausgeld kurzfristig niedrig hält.

Der Mechanismus dahinter ist simpel: Was heute gespart wird, fehlt später. Steht nach Jahrzehnten die Erneuerung von Dach, Fassade oder Heizung an und reicht die Rücklage nicht aus, bleibt nur die Sonderumlage. In Berlin betrifft das besonders die zahlreichen Gründerzeitbauten, in denen nach über hundert Jahren Strangsanierungen, Balkone oder Dachstühle anstehen, aber ebenso Nachkriegs- und Plattenbauten, deren Fassaden und Fenster in die Jahre gekommen sind.

Dann müssen alle Eigentümer kurzfristig größere Beträge aufbringen, was einzelne Parteien finanziell überfordern kann. Im ungünstigsten Fall wird eine notwendige Maßnahme verschoben, und die Schäden am Gebäude wachsen weiter.

Ein Sanierungsfahrplan verhindert dieses Muster. Dabei erfasst ein Fachplaner den Zustand der Bauteile, schätzt ihre restliche Lebensdauer und ordnet die Maßnahmen zeitlich. Die Reihenfolge folgt dabei einer klaren Logik: zuerst die Gebäudehülle sichern, dann die Haustechnik erneuern, zuletzt optische Arbeiten wie Treppenhausanstrich. Aus diesem Fahrplan lässt sich ableiten, wie viel jährlich in die Rücklage fließen sollte, damit die Kosten gleichmäßig über viele Jahre verteilt werden.

Nebenkosten absetzen und abrechnen: Was Eigentümer wissen sollten

Für Eigentümer ist die Unterscheidung zwischen umlagefähigen und nicht umlagefähigen Kosten zentral. Umlagefähig sind laufende Betriebskosten, die ein vermietender Eigentümer an den Mieter weitergeben kann. Nicht umlagefähig sind dagegen Kosten, die der Erhaltung und Verwaltung des Eigentums dienen. Die folgende Übersicht zeigt typische Beispiele:

Kostenart

Umlagefähig auf Mieter

Grundsteuer

ja

Müllabfuhr, Straßenreinigung

ja

Hausmeister (laufende Tätigkeiten)

ja

Gebäudeversicherung

ja

Verwaltervergütung

nein

Zuführung zur Erhaltungsrücklage

nein

Reparaturen und Instandsetzung

nein

Beim Thema Steuern stellt sich häufig die Frage, ob man als Eigentümer Nebenkosten absetzen kann. Bei vermieteten Eigentumswohnungen lassen sich die nicht umgelegten Kosten grundsätzlich als Werbungskosten bei den Mieteinkünften berücksichtigen.

Auch Selbstnutzer können unter Umständen Anteile für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerarbeiten geltend machen, sofern die Abrechnung diese Beträge gesondert ausweist. Welche Positionen im Einzelfall anerkannt werden, hängt von der persönlichen Situation ab, eine fachliche Prüfung kann daher sinnvoll sein.

Eine Besonderheit betrifft die Grundsteuer: Sie läuft in der Regel nicht über das Hausgeld, sondern wird für jede Eigentumswohnung gesondert festgesetzt. In Berlin gilt seit dem 1. Januar 2025 das reformierte Bundesmodell mit einem auf 470 Prozent gesenkten Hebesatz (zuvor 810 Prozent) und einer eigenen, niedrigeren Steuermesszahl für Wohngrundstücke.

Weil gleichzeitig alle Grundstücke neu bewertet wurden, ist die Belastung für einzelne Wohnungen teils gestiegen, teils gesunken. Eigentümer sollten ihren Bescheid deshalb prüfen und die Grundsteuer, sofern sie vermieten, korrekt in die Betriebskostenabrechnung übernehmen.

Praxistipps: So behalten Eigentümer ihre Nebenkosten im Blick

Wer die Kosten seiner Gemeinschaft aktiv begleiten möchte, kommt mit wenigen Gewohnheiten weit. Entscheidend ist, nicht erst bei der Nachzahlung aufmerksam zu werden, sondern über das Jahr hinweg informiert zu bleiben.

  • Abrechnung mit dem Vorjahr vergleichen: Abweichungen von mehr als einigen Prozent sollten sich aus der Abrechnung selbst erklären lassen.
  • Berliner Vergleichswerte heranziehen: Die Berliner Betriebskostenübersicht zeigt, ob einzelne Posten wie Wasser, Hauswart oder Reinigung deutlich vom stadtweiten Durchschnitt abweichen.
  • Vertragsliste anfordern: Eine Übersicht mit Laufzeiten und Kündigungsfristen zeigt, wann Neuverhandlungen möglich sind.
  • Belegeinsicht nutzen: Eigentümer dürfen die Belege einsehen, Stichproben bei großen Posten decken Fehler oft schneller auf als die Prüfung der Gesamtsumme.
  • Verwaltungsbeirat stärken: Ein engagierter Beirat bereitet Beschlüsse vor und prüft die Abrechnung, bevor sie zur Abstimmung kommt.
  • Rücklage am Sanierungsbedarf ausrichten: Die Höhe der Zuführung sollte sich am Zustand des Gebäudes orientieren, nicht am Wunsch nach niedrigem Hausgeld.

Gerade der letzte Punkt verlangt Disziplin, weil eine höhere Zuführung kurzfristig schmerzt. Langfristig ist sie aber meist günstiger als eine Sonderumlage unter Zeitdruck, bei der Handwerker zudem teurer werden, wenn schnell gehandelt werden muss.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer zahlt die Nachzahlung bei einem Eigentümerwechsel?

Gegenüber der Gemeinschaft haftet in der Regel derjenige, der zum Zeitpunkt des Beschlusses über die Jahresabrechnung als Eigentümer eingetragen ist. Käufer und Verkäufer können im Kaufvertrag jedoch eine abweichende interne Verteilung vereinbaren, etwa eine zeitanteilige Aufteilung.

Was passiert, wenn ein Eigentümer seine Nebenkosten nicht zahlt?

Zahlt ein Eigentümer sein Hausgeld nicht, fehlt das Geld der gesamten Gemeinschaft. Die Verwaltung mahnt zunächst und kann die Forderung anschließend gerichtlich geltend machen. Bis dahin müssen die übrigen Eigentümer Engpässe unter Umständen vorübergehend ausgleichen.

Wie oft sollten Eigentümer die Jahresabrechnung prüfen?

Mindestens einmal jährlich vor der Eigentümerversammlung, in der über die Abrechnung beschlossen wird. Wer digitalen Zugriff auf Belege hat, kann größere Posten zusätzlich unterjährig verfolgen und Auffälligkeiten früher ansprechen.

Gelten für Eigentümer in Berlin besondere Regeln bei den Nebenkosten?

Das Wohnungseigentumsgesetz gilt bundesweit, an den Grundregeln für Hausgeld, Rücklage und Jahresabrechnung ändert sich in Berlin also nichts. Unterschiede ergeben sich bei den örtlichen Kosten:

Grundsteuer, Abfallgebühren der BSR sowie die Wasser- und Abwasserpreise der Berliner Wasserbetriebe werden für die ganze Stadt festgelegt und liegen teils über dem Bundesschnitt. Verhandeln lässt sich davon nichts, beeinflussen lässt sich aber einiges, etwa über Verbrauch, Behältergrößen und eine regelmäßige Wartung der Haustechnik.

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Arbeistzeitreform
Deutschlands Arbeitszeit-Dilemma: Warum Unternehmen mehr Flexibilität fordern

Während Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels und steigender Kosten mehr Handlungsspielraum fordern, warnen Gewerkschaften vor einer Aufweichung bestehender Schutzvorschriften. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der traditionelle Achtstundentag noch den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt entspricht.

Die Bundesregierung plant eine Reform des Arbeitszeitgesetzes, die eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ermöglichen soll. Damit verschärft sich die Debatte darüber, wie wirtschaftliche Flexibilität und Gesundheitsschutz miteinander vereinbar sind.

Deutschlands Arbeitszeiten im europäischen Vergleich

Die durchschnittliche Arbeitszeit in Deutschland liegt im europäischen Vergleich auf einem niedrigen Niveau. Allerdings bedeutet das nicht, dass deutsche Vollzeitbeschäftigte grundsätzlich deutlich weniger arbeiten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leisteten Vollzeitbeschäftigte 2025 durchschnittlich 39,9 Wochenstunden. Zehn Jahre zuvor waren es 40,5 Stunden. Teilzeitbeschäftigte arbeiteten dagegen durchschnittlich 21,3 Stunden und damit zwei Stunden mehr als 2015.

Auffällig ist der hohe Teilzeitanteil. Im Jahr 2025 arbeiteten 31,9 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit. Bei Frauen lag dieser Anteil bei 50,6 Prozent, bei Männern bei 14,3 Prozent.

Auch die Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen 2025 um 0,2 Prozent auf rund 61,26 Milliarden Stunden zurückging. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass eine hohe Erwerbsbeteiligung nicht automatisch mit einem steigenden Arbeitsvolumen verbunden ist.

Warum Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten verlangen

Für viele Unternehmen stellen starre Arbeitszeitgrenzen eine organisatorische Herausforderung dar. Besonders betroffen sind Branchen mit schwankendem Personalbedarf, darunter Industrie, Gastronomie, Logistik und Handel.

Eine DIHK-Unternehmensbefragung von Dezember 2025 zeigt, dass 41 Prozent der befragten Betriebe mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten als entscheidend betrachten. Insbesondere wünschen sie sich eine wöchentliche Höchstarbeitszeit anstelle der bisherigen täglichen Begrenzung.

Die Unternehmen argumentieren, dass sich Auftragsspitzen dadurch effizienter bewältigen lassen. Beschäftigte könnten an arbeitsintensiven Tagen länger tätig sein und dafür an anderen Tagen ihre Arbeitszeit reduzieren.

Hinter diesen Forderungen steht somit nicht ausschließlich das Ziel, die Gesamtarbeitszeit zu erhöhen. Vielmehr geht es um eine bedarfsgerechte Verteilung vorhandener Arbeitsstunden.

Welche gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen derzeit gelten

Das deutsche Arbeitszeitgesetz begrenzt die werktägliche Arbeitszeit grundsätzlich auf acht Stunden. Eine Verlängerung auf zehn Stunden ist zulässig, sofern innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen durchschnittlich acht Stunden pro Werktag eingehalten sind.

Darüber hinaus schreibt das Gesetz grundsätzlich eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden zwischen zwei Arbeitseinsätzen vor. Zusätzliche Vorschriften betreffen Pausen sowie Sonn- und Feiertagsarbeit.

Für Unternehmen umfassen die gesetzlichen Regelungen zur Arbeitszeit laut Lexware sowohl Höchstgrenzen als auch Ruhezeiten, Pausen und weitere organisatorische Anforderungen.

Vor allem kleinere Betriebe stehen vor der Herausforderung, flexible Arbeitszeitmodelle mit diesen Vorgaben abzustimmen. Arbeitszeitkonten, Gleitzeitvereinbarungen und eine zuverlässige Zeiterfassung erleichtern dabei die betriebliche Organisation.

Die geplante Reform des Achtstundentags

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit zu ermöglichen. Die Bundesregierung bekräftigte diese Reformabsicht Anfang Oktober 2026. Eine entsprechende gesetzliche Neuregelung steht allerdings weiterhin aus.

Die europäische Arbeitszeitrichtlinie sieht eine durchschnittliche wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden einschließlich Überstunden vor. Dieser Wert gilt über einen festgelegten Bezugszeitraum.

Eine Reform des deutschen Arbeitszeitgesetzes würde deshalb nicht automatisch längere Wochenarbeitszeiten bedeuten. Entscheidend wäre zunächst, dass Unternehmen die Arbeitsstunden flexibler auf einzelne Wochentage verteilen dürften.

Welche Vorteile flexible Arbeitszeitmodelle bieten

Unternehmen verbinden mit einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung unterschiedliche wirtschaftliche und organisatorische Ziele:

  • Bessere Personalplanung: Beschäftigte lassen sich gezielter entsprechend der betrieblichen Auslastung einsetzen.
  • Schnellere Reaktion auf Auftragsspitzen: Zusätzlicher Arbeitsbedarf lässt sich leichter innerhalb bestehender Personalstrukturen abdecken.
  • Effizientere Betriebsabläufe: Arbeitsstunden orientieren sich stärker am tatsächlichen Personalbedarf.
  • Attraktivere Arbeitsbedingungen: Gleitzeit und individuell vereinbarte Arbeitszeiten erhöhen die Gestaltungsmöglichkeiten der Beschäftigten.
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Flexible Arbeitszeiten erleichtern private Verpflichtungen, sofern Beschäftigte ausreichend Einfluss auf ihre Einsatzzeiten besitzen.

Allerdings profitieren Arbeitgeber und Beschäftigte nicht zwangsläufig gleichermaßen. Am Ende zählt, ob Flexibilität auf gemeinsamen Vereinbarungen beruht oder überwiegend betrieblichen Interessen dient.

Warum Gewerkschaften längere Arbeitstage kritisieren

Gewerkschaften befürchten, dass eine Lockerung der täglichen Arbeitszeitgrenzen zu höherer Belastung und geringeren Erholungszeiten führt.

Die Arbeitszeitbefragung 2023 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unterstreicht diesen Zusammenhang. Rund 51 Prozent der Beschäftigten mit mehr als 48 Wochenstunden berichteten, mindestens einmal monatlich eine Ruhezeit von weniger als elf Stunden gehabt zu haben. Bei Beschäftigten mit 35 bis 48 Wochenstunden lag dieser Anteil bei 15 Prozent.

Auch die Wünsche der Beschäftigten unterscheiden sich teilweise von den Forderungen der Wirtschaft. Nach einer Befragung des DGB-Index Gute Arbeit aus dem Jahr 2025 möchten 53 Prozent der Befragten ihre Arbeitszeit reduzieren.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass wirtschaftliche Produktivität und individuelle Belastbarkeit bei der Gestaltung flexibler Arbeitszeitmodelle gleichermaßen Beachtung benötigen.

Fachkräftemangel erhöht den wirtschaftlichen Druck

Der anhaltende Fachkräftemangel verschärft das Arbeitszeit-Dilemma. Besonders im Gesundheitswesen, im Handwerk und in technischen Berufen fehlen qualifizierte Mitarbeiter.

Längere oder flexiblere Arbeitszeiten erscheinen Unternehmen als Möglichkeit, bestehende Personalengpässe abzufedern. Allerdings erhöht eine dauerhaft steigende Arbeitsbelastung das Risiko gesundheitlicher Beschwerden und längerer Ausfallzeiten.

Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, freiwillige Arbeitszeitausweitungen für Teilzeitbeschäftigte attraktiver zu gestalten. Dazu gehören verlässliche Betreuungsangebote, planbare Arbeitszeiten und geeignete betriebliche Vereinbarungen.

Wie sich Arbeitszeitmodelle künftig verändern dürften

Die Diskussion über den Achtstundentag dürfte auch 2027 die deutsche Arbeitsmarktpolitik prägen. Ob die geplante wöchentliche Höchstarbeitszeit tatsächlich eingeführt wird, hängt vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab.

Unabhängig davon gewinnen digitale Zeiterfassung, flexible Arbeitszeitkonten und individuelle Arbeitszeitvereinbarungen an Bedeutung. Unternehmen müssen zunehmend berücksichtigen, dass Beschäftigte neben einer angemessenen Vergütung auch planbare Freizeit und verlässliche Erholungsphasen erwarten.

Der demografische Wandel dürfte diesen Trend verstärken. Arbeitgeber, die wirtschaftliche Flexibilität mit attraktiven Arbeitsbedingungen verbinden, verbessern dadurch ihre Ausgangsposition im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter.

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Arbeitszeitreform: Deutschland diskutiert den 13-Stunden-Tag

Literatur
Jüdischer Pulitzerpreisträger Benjamin Moser: Israel ist Palästina

London – Der renommierte US-amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger Benjamin Moser hat mit Aussagen über die historischen Grundlagen des Nahen Ostens internationale Aufmerksamkeit erregt.

In einem Interview mit dem britischen Sender Times Radio erklärte der Publizist im Zuge der Veröffentlichung seines neuen Buches „Anti-Zionism: A Jewish History“, dass seine langjährigen historischen Recherchen und Aufenthalte vor Ort seine Sichtweise auf die Region grundlegend verändert haben.

„Je mehr ich mich mit dem Zionismus beschäftigte, desto mehr wurde mir klar, dass jeder Zentimeter Israels Palästina ist. Es war immer Palästina“, äußerte Moser in dem Gespräch.

Historische Aufarbeitung und jüdische Opposition

In seinem rund 400 Seiten umfassenden Werk widmet sich Moser der Geschichte jüdischer Intellektueller, Denker und Aktivisten, die sich im Laufe der Jahrzehnte gegen den politischen Zionismus positioniert hatten. Er argumentiert, dass die Entstehung des Staates Israel auf Kosten der palästinensischen Bevölkerung ging und beschreibt die damit verbundenen Vertreibungen als einen fortbeständigen historischen Prozess.

Das Buch beleuchtet zwölf historische Persönlichkeiten, die aus unterschiedlichen ethischen, religiösen oder politischen Motivationen heraus eine Alternative zum zionistischen Staatsmodell suchten. Moser knüpft damit an eine kritische innerjüdische Debatte an, die angesichts der aktuellen politischen und militärischen Entwicklungen im Nahen Osten im angelsächsischen Raum intensiv geführt wird.

Mediales Echo und Debatte

Die Äußerungen Mosers stoßen international auf ein geteiltes Echo. Während Kritiker dem Autor eine einseitige Betrachtung und die Verkürzung komplexer historischer Zusammenhänge vorwerfen, betrachten Befürworter das Werk als einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Nahost-Geschichte. Mosers Buch reiht sich ein in eine Reihe aktueller englischsprachiger Publikationen, die die Entstehungsgeschichte des Konflikts aus jüdisch-antizionistischer Perspektive beleuchten.

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Rohstoffmarkt
Gold: Staaten kaufen im Rekordtempo

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London – Die internationalen Notenbanken stocken ihre Goldreserven in rasantem Tempo auf. Wie aus dem heute veröffentlichten Bericht „Gold Demand Trends Q3 2026“ des World Gold Council (WGC) hervorgeht, haben die Zentralbanken weltweit im dritten Quartal Netto-Zukäufe von insgesamt 321 Tonnen getätigt.

Damit verzeichnet das offizielle Sektor-Kaufverhalten den stärksten Zuwachs seit Ende 2024 und liegt um rund 42 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Strategische Käufe und geopolitische Absicherung

Der anhaltende Goldhunger der Währungshüter unterstreicht einen breiter angelegten Trend zur Diversifikation von Währungsreserven. Insbesondere Schwellenländer, angeführt von Staaten wie China, Polen und Usbekistan, treiben den Aufbau ihrer Bestände kontinuierlich voran. 

Angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen, handelspolitischer Unsicherheiten und des Wunsches, die Abhängigkeit von traditionellen Leitwährungen zu verringern, gilt das Edelmetall in den Bilanzen der Notenbanken als unverzichtbarer Anker für finanzielle Stabilität und Liquidität. Im laufenden Jahr summieren sich die gemeldeten Nettokäufe der Zentralbanken damit bereits auf rund 675 Tonnen.

Gesamtnachfrage stabil – Starke Dynamik bei ETFs

Trotz der massiven staatlichen Käufe zeigte sich die weltweite Gesamtnachfrage nach Gold im dritten Quartal mit 1.369 Tonnen weitgehend stabil und verzeichnete im Jahresvergleich einen leichten Rückgang von rund einem Prozent.

Getrieben durch den anhaltend hohen Goldpreis kletterte der Gesamtwert der weltweiten Nachfrage jedoch um 22 Prozent auf beeindruckende 188 Milliarden US-Dollar. Einen bemerkenswerten Boom verzeichneten im Berichtszeitraum auch institutionelle Investoren.

Nach einer längeren Phase der Zurückhaltung kehrten globale Gold-ETFs mit starken Netto-Zuflüssen von 211 Tonnen an den Markt zurück. Dieser massive Kapitalstrom trieb die weltweiten Bestände in goldgedeckten Fonds auf einen neuen historischen Höchststand von 4.256 Tonnen.

Insbesondere in Nordamerika und Europa griffen Anleger verstärkt zu, um sich gegen volatile Märkte und steigende Staatsverschuldung abzusichern. Gegenbewegung bei Privatkunden: Hohe Preise bremsen Schmucknachfrage Während institutionelle und staatliche Käufer den Markt stützen, zeigt sich im privaten Endverbrauchersegment ein völlig anderes Bild. 

Die Nachfrage nach klassischem Schmuck sank im dritten Quartal um 17 Prozent auf 313 Tonnen. Auch der Kauf von Goldbarren und -münzen gab nach und verzeichnete einen Rückgang von 19 Prozent auf 268 Tonnen. Marktbeobachter führen dies darauf zurück, dass viele private Käufer angesichts des historisch hohen Preisniveaus zögern oder Gewinne realisieren.

Ein Lichtblick zeigt sich derweil im Industriesektor: Die Technologie-Nachfrage stieg um drei Prozent auf 85 Tonnen – den höchsten Wert seit Ende 2021. Vor allem die stark expandierende Halbleiter- und KI-bezogene Fertigung sorgt hier für einen stabilen, wachsenden Bedarf an dem Edelmetall. 

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Deutsch-türkische Rüstungszusammenarbeit – auf Augenhöhe

Eventmanagement
Wie Eventteams heute Qualität und Wirtschaftlichkeit sichern

2026 setzen kurze Vorlaufzeiten, hohe Gästeerwartungen und knappe Budgets die Veranstaltungsbranche unter Druck. Ob Messe, Firmenfeier oder Produktlaunch – der Erfolg entscheidet sich längst nicht mehr allein am Veranstaltungstag, sondern in der Planung dahinter.

Wer heutzutage ein Team koordiniert und dabei den Überblick behalten möchte, muss zugleich die Personalplanung im Auge behalten, verschiedene digitale Werkzeuge beherrschen und flexible Konzepte entwickeln, die sich an kurzfristig veränderte Rahmenbedingungen anpassen lassen, ohne dass die Abläufe darunter leiden.

Dabei rücken bei nahezu jeder Planung zwei zentrale Ziele in den Mittelpunkt, die sich gegenseitig bedingen: einerseits eine verlässliche Servicequalität, auf die sich die Gäste stets stützen können, und andererseits ein durchdachter, sinnvoller Umgang mit den zur Verfügung stehenden Zeit- und Geldmitteln. Ein genauer Blick auf moderne Arbeitsweisen im Eventmanagement zeigt, wie beides zusammenpasst.

Personal, Planung und Technik als Fundament

Am Anfang jeder gelungenen Veranstaltung steht die Frage nach dem richtigen Personal. Hostessen, Auf- und Abbauhelfer, Servicekräfte oder Techniker müssen nicht nur zahlreich, sondern auch passend qualifiziert sein. Gerade in Metropolen mit dichtem Veranstaltungskalender wird kurzfristig verfügbares Fachpersonal knapp.

Agenturen mit Arbeitnehmerüberlassungslizenz haben sich deshalb als verlässliche Partner etabliert. Bei der Suche nach flexibel buchbaren Servicekräften begegnet man dabei auch staffconnect.agency, wenn es um kurzfristig einsetzbare Teams im Berliner Raum geht.

Neben der reinen Verfügbarkeit zählt vor allem die Reaktionsgeschwindigkeit. Fällt eine Arbeitskraft kurzfristig aus, entscheiden oft wenige Minuten darüber, ob der gesamte Ablauf ins Wanken gerät. Aus diesem Grund sind eindeutige Kommunikationswege und klar festgelegte Ansprechpartner absolut unverzichtbar für den Ablauf. Dieses Fundament wird durch digitale Planungssoftware ergänzt, die Schichten, Einsatzorte und Qualifikationen übersichtlich darstellt.

Wie sich Abläufe strukturiert steuern lassen

Struktur entsteht niemals durch Zufall, sondern immer durch klare Vorgaben, die den Rahmen für alle Beteiligten schaffen. In der Praxis hat sich ein Vorgehen bewährt, das die einzelnen Phasen einer Veranstaltung sauber voneinander trennt und dabei klar festlegt, wer für welche Aufgaben die Verantwortung trägt. Die folgenden Schritte, die im Verlauf zahlreicher Veranstaltungen erprobt wurden, haben sich in der täglichen Praxis als besonders tragfähig und verlässlich erwiesen und lassen sich problemlos anwenden:

  1. Bedarfsanalyse: Umfang, Zeitraum und Qualifikationen frühzeitig festlegen.
  2. Personalauswahl: Kräfte gezielt nach Erfahrung und Rolle zusammenstellen.
  3. Briefing: Beteiligte über Ablauf, Dresscode und Aufgaben informieren.
  4. Einsatzkoordination: Schichten und Pausen digital dokumentieren.
  5. Nachbereitung: Rückmeldungen sammeln und für künftige Projekte auswerten.

Dieser strukturierte Ansatz reduziert Reibungsverluste erheblich. Fehler, die früher erst am Veranstaltungstag auffielen, lassen sich so bereits in der Vorbereitung erkennen und ausräumen. Wie sehr sportliche Großereignisse von präziser Organisation abhängen, zeigte zuletzt der Turniererfolg, über den wir im Beitrag zum erneuten Europameistertitel der türkischen Volleyballerinnen berichtet haben – auch hier war das Zusammenspiel eines eingespielten Teams entscheidend.

Digitale Werkzeuge im Praxiseinsatz

Moderne Software verändert die Arbeit von Eventteams grundlegend. Buchungsportale und Apps ersparen den Koordinatoren viel Handarbeit. Zentrale Plattformen ersetzen heute Telefonlisten und geben allen denselben Informationsstand. Das spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern verringert zugleich das Risiko von Missverständnissen zwischen den Beteiligten.

Besonders wertvoll erweist sich die Auswertung nach dem Einsatz, weil sie im Nachhinein zeigt, welche Abläufe gut funktioniert haben und an welchen Stellen es noch Verbesserungsbedarf gibt. Kennzahlen liefern eine solide Grundlage für künftige Entscheidungen. Wenn man diese Daten konsequent nutzt, erkennt man Muster und kann die Ressourcen genauer planen. So liefert jedes Projekt wertvolle Erfahrungen für das nächste Vorhaben.

Trends und Erwartungen der kommenden Saison

Die Anforderungen an Veranstaltungen wandeln sich rasch. Gäste erwarten heute nicht nur einen reibungslosen Ablauf, sondern auch erlebnisorientierte Formate und einen bewussten Umgang mit Ressourcen.

Fachleute beobachten, dass sich Automatisierung und emotionale Wirkung zunehmend ergänzen. Wer diese Entwicklung im Blick behält, kann sein Angebot rechtzeitig anpassen. Einen fundierten Überblick liefern die Veranstaltungstrends 2026 rund um Automatisierung und Wirkung, die zeigen, wie stark Technik und Erlebnis inzwischen verschmelzen.

Auch der Arbeitsmarkt spielt eine Rolle. In der aktuellen Lage in Deutschland konkurrieren viele Branchen um dieselben flexiblen Arbeitskräfte. Für Eventteams bedeutet das, wer verlässliche Partner und faire Konditionen bietet, sichert sich langfristig die besten Kräfte. Die Bindung von Personal wird damit selbst zu einem Qualitätsmerkmal.

Was Teams für den Erfolg beachten sollten

Eine gelungene Eventorganisation lebt von der ausgewogenen Balance zwischen Verlässlichkeit und Anpassungsfähigkeit, weil nur so unvorhergesehene Situationen bewältigt werden können, ohne dass die versprochene Servicequalität darunter leidet.

Starre Konzepte scheitern oft an unvorhergesehenen Situationen, während zu viel Improvisation die Servicequalität gefährdet. Der Mittelweg liegt darin, klare Standards zu definieren und dennoch Raum für spontane Entscheidungen zu bewahren. Regelmäßige Schulungen, ein offenes Feedbacksystem und die Wertschätzung des eingesetzten Personals tragen wesentlich dazu bei.

Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf die Wirtschaftlichkeit, weil sich anhand der tatsächlichen Kosten und des erzielten Nutzens erkennen lässt, ob sich eine getroffene Entscheidung langfristig auszahlt. Transparente Preise, planbare Stundensätze und kurze Reaktionszeiten, auf die man sich verlassen kann, helfen dabei, das Budget dauerhaft im Griff zu behalten und unliebsame Überraschungen bei der Abrechnung zu vermeiden. Wer Personalkosten und Servicequalität zusammen betrachtet, erzielt am Ende die besten Ergebnisse.

So gelingt der nächste Event-Einsatz

Qualität und Wirtschaftlichkeit ergänzen sich im Eventmanagement. Frühe Planung und gutes Personal sichern störungsfreie Abläufe. Teams mit klaren Strukturen und flexiblen Konzepten profitieren deutlich. Es lohnt sich in jedem Fall, bewährte Prozesse in regelmäßigen Abständen kritisch zu hinterfragen und sie behutsam an die stetig wechselnden Anforderungen des Marktes anzupassen.

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US-Wahlen
Stevens stützt Republikaner Rogers: El-Sayed sammelt 1,2 Mio. Dollar

Detroit – Zwei Tage vor der Wahl in Michigan spricht die Demokratin Haley Stevens, die im August die Vorwahl gegen den israelkritischen Abdul El-Sayed verlor, eine Wahlempfehlung für den Republikaner Mike Rogers aus. Mehr als die Hälfte ihrer Mitarbeiter tritt zurück, El-Sayeds Wahlkampfteam meldet 1,2 Millionen Dollar an Spenden in vier Stunden.

Die demokratische Kongressabgeordnete Haley Stevens hat am Sonntag den Republikaner Mike Rogers für den US-Senat unterstützt und damit den israelkritischen Kandidaten ihrer eigenen Partei, Abdul El-Sayed, gegen sich aufgebracht. Stevens hatte im August die Vorwahl der Demokraten gegen El-Sayed verloren. Wenige Tage vor der Wahl am Dienstag verlassen nun nach Angaben der Detroit Free Press weit mehr als die Hälfte ihrer Kongressmitarbeiter ihr Büro.

Gemeinsamer Auftritt mit El-Sayed geplatzt

Die Wahlempfehlung folgte, nachdem Stevens bei einem Gottesdienst in der Perfecting Church im Osten Detroits neben Rogers gesessen hatte. Ein gemeinsamer Auftritt von Stevens und El-Sayed in Detroit war zuvor geplatzt. Stevens hatte verlangt, dass El-Sayed sich für eine Anzeige eines Political Action Committee entschuldigt, die hohe Lebensmittelpreise mit Hilfen für Israel in Verbindung bringt. El-Sayed, der Israels Politik scharf kritisiert, warf ihr daraufhin vor, die Vorwahl neu aufzurollen, in der beide sich Angriffe zu Israel geliefert hatten.

Als Begründung sagte Stevens laut Forbes, El-Sayed sei „immer wütender“ geworden. Sie fragte, warum es in Ordnung sei, dass Demokraten „Wut und mangelnde Freundlichkeit“ in den Wahlkampf trügen. Bei CNN sagte sie, die Entscheidung sei „eine Last von meinen Schultern“. Sie sei weiterhin eine stolze Demokratin, die wolle, dass Demokraten gewinnen.

Verlobter wählt Rogers, Mitarbeiter treten zurück

Ihr Verlobter hatte sich einige Tage zuvor festgelegt. Der Bürgerrechtsanwalt Jason Turkish sagte, er werde Rogers wählen, und nannte das „Land vor Partei“. Stevens hatte damals gesagt: „Wie viele Haushalte in Amerika sind wir ein gespaltener Haushalt.“ Sie wolle weiterhin, dass der demokratische Kandidat gewinne.

Ihr bisheriger Stabschef Justin German erklärte nach dem Rücktritt öffentlich: „Als Haley Stevens’ Stabschef seit acht Jahren spreche ich im Namen unseres Teams und unterstütze Abdul El-Sayed für den Senat aus voller Überzeugung.“ Das Team sei „schockiert und am Boden zerstört“ über ihre Entscheidung. „Seit heute Morgen haben viele Mitglieder unseres Teams gekündigt, auch ich.“ Eine Person sprach laut Detroit Free Press von einer „Massenkündigung“. Die genaue Zahl der Rücktritte ist unklar.

Aus der Partei kam scharfe Kritik. Virgie Rollins, die Vorsitzende des Black Caucus des Democratic National Committee, schrieb, Stevens habe sich „als Verräterin entpuppt“, die schwarze Bürger Michigans „für einen politischen Coup benutzt“ habe. Nach Angaben von Axios fordern die Abgeordneten Lateefah Simon, Marc Veasey und Emily Randall ihren Ausschluss aus der demokratischen Fraktion im Repräsentantenhaus.

Laut Politico wollen mindestens acht Demokraten sie bestraft sehen. Pramila Jayapal sagte, Stevens unterstütze einen Kandidaten, der „ein Abnickverein für Trumps katastrophale und gefährliche Regierung“ sei. Eine mögliche Strafe dürfte erst nach der Wahl folgen. Für einen Ausschluss ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig, und Stevens scheidet am Ende der Legislaturperiode ohnehin aus dem Kongress aus.

El-Sayeds Wahlkampfteam teilte Politico mit, es habe in den vier Stunden nach der Wahlempfehlung 1,2 Millionen Dollar eingenommen. Es sei der zweitbeste Spendentag seit seiner Nominierung im August gewesen. Der Fraktionschef der Demokraten im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, stellte sich hinter El-Sayed und nannte Rogers einen „parteiischen Handlanger“.

US-Präsident Donald Trump lobte Stevens’ Schritt bei einem Auftritt in Iowa als „sehr mutig“. Er sagte, er würde sie gern in der Republikanischen Partei sehen.

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Hartmann-Äußerungen
Gastkommentar: Hartmanns Post über Elif Eralp ist „Rassismus pur“

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge

Der Umgang mit Elif Eralp zeigt, wie schnell politische Auseinandersetzung in persönliche Herabwürdigung und rassistische Anfeindungen umschlagen kann.

Man kann unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob man eine rot-grün-rote Koalition in Berlin begrüßt oder nicht. Insbesondere die Springer-Kampfpresse hat in den letzten Wochen eine regelrechte Hetzjagd auf die Linken-Politikerin Elif Eralp und die Berliner Linke gestartet.

Der Spiegel hat ein Interview mit Frau Eralp geführt. Das Büro der Spitzenpolitikerin hat das Interview anschließend zur Autorisierung noch einmal erhalten. Das Büro bzw. Elif Eralp hat zu dem Interview Anmerkungen hinzugefügt, die zwar für die Spiegel-Redaktion bestimmt waren, nicht aber für die Veröffentlichung. Der Spiegel hat diese Notizen dennoch veröffentlicht. Das ist journalistisch schäbig und unseriös.

Waldemar Hartmann, ehemaliger Sportjournalist, verkörpert den deutschen Stammtisch wie kein Zweiter. Hartmann hat auf X einen gehässigen Post über Elif Eralp, die Linken und Berlin veröffentlicht. Er kann Eralp, die Linken und eine mögliche Koalition in Berlin kritisieren. Aber wenn er, wie er schreibt, ein Problem damit hat, wenn eine Regierende Bürgermeisterin in der deutschen Hauptstadt Elif Eralp heißt, ist das nichts anderes als Rassismus pur.

Hartmann ist das Paradebeispiel des deutschen Michels, der Migrantinnen und Migranten offen frontal angreift und rassistisch beleidigt. Nach dem Motto: „Eine Ausländerin will Regierende Bürgermeisterin in Berlin werden? Na, das geht schon mal gar nicht. Gibt es keine Deutschen, die diese Ausländerin rausschmeißen können?“

Bei Diskussionen über Migration heißt es immer wieder lapidar: „Mit denjenigen, die sich integrieren, die arbeiten und Steuern zahlen, haben wir keine Probleme. Wir meinen die anderen, die unsere Sozialsysteme ausnutzen, nicht arbeiten und nicht bereit sind, sich zu integrieren.“

Elif Eralp hat sich integriert, hat hier Abitur gemacht, Jura studiert, erfolgreich abgeschlossen und ist Volljuristin. Sie ist eine kluge und fleißige Politikerin. Eralp hat sich u. a. als Mentorin für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund engagiert, die von der Realschule ins Gymnasium wechseln wollten. Sie hat Migrantinnen und Migranten bei der Integration tatkräftig unterstützt.

Aber all das interessiert den deutschen Stammtisch nicht und ist in deren Augen nichts wert. Wenn Elif Eralp Angst vor radikalen Gruppierungen hat, wird das gleich als Schwäche aufgefasst. Der angebliche Antisemitismus der Linken wird als Grund für persönliche Angriffe genutzt, die sogar bis unter die Gürtellinie gehen.

(Screenshot/X)

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Kemal Bölge, studierter Politologe und Historiker. Ressortleiter Balkan bei der Forschungseinrichtung für Mezalim. Er schreibt zudem als freier Autor für verschiedene Online-Publikationen. Seine Schwerpunkte sind die Außen- und Sicherheitspolitik, insbesondere die Beziehungen EU-Türkei, die zukünftige Struktur der NATO und die Außen- und Sicherheitspolitik der Türkei


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Iran-Konflikt
Merz: Iran-Krieg kostete Europa mehr als 100 Milliarden

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Berlin – Der Konflikt im Nahen Osten und dessen wirtschaftliche Folgen für Europa sorgen für neue diplomatische Spannungen. Bei seinem Besuch in Südkorea hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, dass die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Krieges Europa in den vergangenen acht Monaten mehr als 100 Milliarden Euro gekostet haben. Zugleich erteilte er militärischen Lösungen eine Absage und rief alle Konfliktparteien zu Verhandlungen auf. Teheran reagierte darauf mit massiven Drohungen.

Wirtschaftliche Belastung und Absage an militärische Optionen

Merz betonte vor Journalisten, dass sich die Summe aus den Mehrkosten zusammensetze, die europäische Verbraucher und Unternehmen seit Ausbruch des Krieges im Februar aufbringen mussten. Deutschland und Europa hätten daher ein direktes wirtschaftliches Interesse an einer raschen Beendigung des Konflikts.

„Dieser Konflikt kann nicht militärisch gelöst werden“, unterstrich der Kanzler mit Blick auf anhaltende Berichte über mögliche neue US-Militäroktionen oder strategische Beratungen nach den US-Zwischenwahlen. Der Appell zur diplomatischen Deeskalation richte sich ausdrücklich an alle Beteiligten, einschließlich Israel.

Scharfe Reaktionen und Drohungen aus Teheran

Die Äußerungen des Bundeskanzlers stießen in der iranischen Führung auf heftige Ablehnung und wurden von spöttischen Tönen begleitet. Mohsen Rezaei, der Sicherheitschef des Landes, warf Europa auf der Plattform X vor, nun über wirtschaftliche Folgen zu klagen, obwohl es den Krieg zu Beginn unterstützt habe.

Auch der iranische Außenminister Abbas Araghchi reagierte unmissverständlich auf die genannten Zahlen. Die Summe von 100 Milliarden Euro sei „nichts im Vergleich zu dem verheerenden Schlag“, den Irans Streitkräfte im Falle neuer Angriffe gegen diejenigen führen würden, die das Land zu schädigen versuchen. „Rote Linien sind Vergangenheit“, so Araghchi.

Debatte um drohende Eskalation

Die diplomatischen Reaktionen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Spekulationen über eine mögliche Neuauflage oder Ausweitung von Luftangriffen auf iranische Infrastruktur. Während westliche Sicherheitsexperten und Politiker wie US-Senator Chris Murphy vor den unkalkulierbaren Risiken einer militärischen Eskalation und der Destabilisierung der Region warnen, bleibt die Suche nach einem gangbaren diplomatischen Verhandlungsweg vorerst schwierig.

Türkei
Selenskyj zu Arbeitsbesuch bei Erdoğan in Istanbul eingetroffen

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Istanbul – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist heute zu einem Arbeitsbesuch in Istanbul eingetroffen. Auf Einladung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan kommt der ukrainische Staatschef zu hochrangigen Gesprächen zusammen. Im Zentrum des Treffens stehen die bilateralen Beziehungen, die Sicherheit in der Schwarzmeerregion sowie der Ausbau der rüstungsindustriellen Zusammenarbeit.

Fokus auf Verteidigungskooperation und Rüstungstransfers

Wie das türkische Präsidialamt im Vorfeld mitteilte, umfassen die Beratungen neben dem fortlaufenden Krieg Russlands gegen die Ukraine vor allem konkrete Schritte zur Vertiefung der strategischen Verteidigungskooperation.

Beide Länder verbindet eine enge rüstungstechnische Partnerschaft, die zuletzt im August durch ein vom US-Kongress begleitetes Rüstungspaket massiv an Gewicht gewonnen hatte. Damals war bekannt geworden, dass die Türkei über US-Depots schwere Waffensysteme – darunter 70 taktische ATACMS-Kurzstreckenraketen und 12 M270-Mehrfachraketenwerfer im Wert von fast 300 Millionen US-Dollar – an die Ukraine transferiert. Bei dem aktuellen Treffen in Istanbul wird an diese logistische und rüstungspolitische Achse nahtlos angeknüpft.

Angesichts der anhaltenden Spannungen steht zudem der Schutz der internationalen Schifffahrtswege und Handelsrouten im Schwarzen Meer im Fokus der Verhandlungen.

Türkei als diplomatischer Vermittler

Die Türkei positioniert sich in dem Konflikt weiterhin als unverzichtbarer Akteur und Vermittler. Neben den sicherheitspolitischen Themen und potenziellen diplomatischen Auswegen aus dem Krieg wollen Erdoğan und Selenskyj auch wirtschaftliche Fragen erörtern, um die bilaterale Partnerschaft zwischen Ankara und Kiew nachhaltig zu festigen. Im Anschluss an die politischen Gespräche in Istanbul ist zudem ein Treffen Selenskyjs mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus geplant.

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