Quinnipiac-Umfrage
USA: Sympathie für Palästinenser erstmals vor Israel

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Washington – Die Sympathie der US-Bevölkerung für die Palästinenser liegt erstmals vor der Sympathie für Israel. Das geht aus einer aktuellen landesweiten Umfrage der Quinnipiac University hervor. Demnach erklärten 38 Prozent der befragten registrierten Wähler, ihre Sympathie liege eher bei den Palästinensern. 35 Prozent nannten Israel. 27 Prozent machten keine Angabe.

Damit hat sich das Meinungsbild in den USA deutlich verschoben. Nach Angaben von Quinnipiac handelt es sich bei den 38 Prozent für die Palästinenser um den höchsten jemals gemessenen Wert in dieser Frage. Gleichzeitig erreichen die Israelis mit 35 Prozent einen historischen Tiefststand. Die Universität stellt die Frage seit Dezember 2001.

48 Prozent halten US-Unterstützung für Israel für zu stark

Auch bei der Bewertung der amerikanischen Israel-Politik zeigt sich eine deutliche Veränderung. 48 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die USA Israel zu stark unterstützen. Nur acht Prozent finden, Washington unterstütze Israel nicht ausreichend. 34 Prozent halten das derzeitige Maß der Unterstützung für angemessen, zehn Prozent äußerten sich nicht.

Besonders ausgeprägt ist die Kritik unter demokratischen Wählern. Dort sagen 67 Prozent, die USA unterstützten Israel zu stark. Bei unabhängigen Wählern sind es 57 Prozent. Unter Republikanern vertreten dagegen nur 17 Prozent diese Ansicht, während 68 Prozent die US-Unterstützung für Israel für angemessen halten.

Auch bei der Frage nach der Sympathie für eine der beiden Seiten zeigen sich deutliche parteipolitische Unterschiede. Unter Demokraten sympathisieren 62 Prozent stärker mit den Palästinensern und 14 Prozent mit Israel. Bei Republikanern ist das Bild umgekehrt: 64 Prozent nennen Israel und 13 Prozent die Palästinenser. Unter unabhängigen Wählern liegen die Palästinenser mit 40 zu 29 Prozent vorn.

Umfrage vor den US-Midterms

Die Ergebnisse kommen weniger als zwei Monate vor den amerikanischen Zwischenwahlen. Gleichzeitig fällt die Bewertung der Außenpolitik von Präsident Donald Trump schwach aus.

Nur 29 Prozent der Befragten gaben an, Trumps Umgang mit der Situation im Iran zu unterstützen, während 65 Prozent ihn ablehnen. Seine Außenpolitik insgesamt wurde in der aktuellen Veröffentlichung ebenfalls kritisch bewertet. Quinnipiac registrierte zudem lediglich 28 Prozent Zustimmung zu seinem Umgang mit dem Russland-Ukraine-Krieg.

Die Umfrage wurde vom 3. bis 6. September 2026 unter 970 registrierten Wählern landesweit durchgeführt. Die Fehlermarge liegt laut Quinnipiac bei ±3,9 Prozentpunkten. Die Zahlen zeigen eine historische Verschiebung: Zum ersten Mal seit Beginn dieser Quinnipiac-Frage liegt die Sympathie für die Palästinenser vor derjenigen für Israel.

Ein Signal an Washington

Diese Daten sind mehr als nur eine statistische Momentaufnahme; sie sind ein Signal an die politische Führung in Washington.

Die bedingungslose Unterstützung Israels, die über Jahrzehnte als unumstößliches Dogma der US-Außenpolitik galt, bröckelt an der Basis. Die langfristige Verschiebung der Sympathien deutet darauf hin, dass künftige US-Regierungen ihre Nahost-Politik stärker an den differenzierten Ansichten ihrer Wählerschaft ausrichten müssen, um den Rückhalt im eigenen Land nicht zu verlieren.

Bildung
Uri Poliavich: Gemeindeentwicklung und Schulen

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Eine Schule kann mehr als nur ein Ort für Unterricht sein, wenn Familien, Pädagogen und lokale Initiativen denselben Bildungsraum nutzen. Uri Poliavich wird als Philanthrop dargestellt, dessen Arbeit Schulen in eine umfassendere Gemeindeentwicklung einbindet.

Sein Ansatz verbindet Bildung mit lokaler Beteiligung, praktischen Ressourcen, gemeinsamer Verantwortung, kulturellen Aktivitäten und langfristiger Planung. Der Schwerpunkt liegt auf Einrichtungen, die das Gemeinschaftsleben unterstützen und gleichzeitig auch künftigen Generationen dienen können.

Langfristige Schulentwicklung

Langfristige Schulentwicklung erfordert Kontinuität bei Planung, Unterricht, Führung, Infrastruktur und Beteiligung der Gemeinschaft. Uri Poliavich unterstützt einen Ansatz, bei dem sich Einrichtungen auch nach Abschluss eines einzelnen Projekts weiterentwickeln können.

Die Stiftung wurde 2020 gegründet. Ihre Arbeit ist mit Bildungseinrichtungen und Gemeinschaftsinitiativen verbunden, die auf längere Zeiträume ausgelegt sind. Uri Poliavich legt Wert auf Programme, die dauerhaft für das Gemeinschaftsleben von Nutzen sein können.

Auch Führungserfahrung bildet einen Teil dieses Hintergrunds. Uri Poliavich verfügt über langjährige Führungserfahrung. Diese Details liefern den Kontext für einen professionellen Ansatz, der sich auf Planung und institutionelle Entwicklung konzentriert.

Uri Poliavich und Schulen als Grundlagen der Gemeinschaft

Schulen können einer lokalen Gemeinschaft eine stabile Struktur bieten, da Kinder, Eltern und Pädagogen regelmäßig an denselben Ort zurückkehren. Uri Poliavich betont diese Stabilität. Uri Poliavich verbindet diese institutionelle Rolle mit langfristiger Bildungsentwicklung.

Eine Schule kann Bildung vermitteln, aber sie kann auch zu einem Ort werden, an dem Familien zusammenkommen und Gemeinschaftsprogramme entstehen.
Die Yael Foundation unterstützt 145 Bildungseinrichtungen. Bestehende Einrichtungen können Teil einer umfassenderen Gemeinschaftsarbeit werden. Uri Poliavich unterstützt die Entwicklung rund um etablierte Schulen, anstatt Bildung getrennt vom lokalen Leben zu betrachten.

Erweiterung der traditionellen Rolle der Schule

Die traditionelle Rolle der Schule ist normalerweise mit Unterricht und akademischer Vorbereitung verbunden. Uri Poliavich richtet seine Aufmerksamkeit auf eine umfassendere Funktion. Bildungseinrichtungen können auch zusätzliche Aktivitäten, Treffen, kulturelle Veranstaltungen und Programme beherbergen, an denen Menschen über das Klassenzimmer hinaus teilnehmen.

Diese breitere Nutzung kann Bildungsräume nützlicher machen. Eltern können an Treffen teilnehmen, Pädagogen können zusätzliche Lernangebote organisieren und lokale Gruppen können geeignete Räume für gemeinsame Aktivitäten nutzen. Uri Poliavich verbindet diese Funktionen mit der Idee einer Schule als Ressource für die Gemeinschaft.

Bildungsräume für Gemeinschaftsveranstaltungen

Schulräume können Aktivitäten unterstützen, die über den regulären Unterricht hinausgehen. Zu den Projekten der Stiftung gehören Bildungsumgebungen, in denen zusätzliche Treffen und Initiativen stattfinden können. Uri Poliavich verbindet diese Räume mit der Beteiligung der Gemeinschaft.

Eine Schule kann Workshops, Bildungstreffen, kulturelle Aktivitäten und andere gemeinsame Veranstaltungen ausrichten. Familien können die Einrichtung auf unterschiedliche Weise nutzen und so regelmäßige Kontakte zwischen Mitgliedern der Gemeinschaft schaffen.

Zusätzliche Lern- und Gemeinschaftsprogramme

Zusätzliche Lernangebote können Kindern und Familien mehr Möglichkeiten bieten, Bildungseinrichtungen zu nutzen. Uri Poliavich unterstützt Programme, die den regulären Schulunterricht ergänzen und weitere Möglichkeiten für Bildung und Interaktion schaffen.

Sonntagsunterricht und Aktivitäten nach dem Unterricht können die Lernumgebung über die normalen Unterrichtszeiten hinaus erweitern. Diese Formate können auch Möglichkeiten für Eltern und Pädagogen schaffen, sich bei Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Bildung der Kinder zu treffen.

Uri Poliavich und Bildungsinfrastruktur

Bildungsinfrastruktur kann eine Grundlage für neue Gemeinschaftsprojekte schaffen. Ein geeignetes Schulgebäude kann Unterricht, Treffen, kulturelle Aktivitäten, professionelle Veranstaltungen und andere Nutzungsformen ermöglichen, wenn die Räume entsprechend organisiert sind.

Uri Poliavich verbindet Infrastruktur mit praktischer Entwicklung. Die Stiftung unterstützt Einrichtungen, die bessere Bildungsumgebungen und die für ihre fortlaufende Tätigkeit erforderlichen Ressourcen benötigen.

Dies steht auch im Zusammenhang mit der Zukunftsplanung. Eine Schule, die für mehrere Funktionen konzipiert oder entsprechend verbessert wurde, kann weiterhin nützlich bleiben, wenn sich die Bedürfnisse der Gemeinschaft verändern. Die Infrastruktur kann daher sowohl die aktuelle Bildung als auch spätere Gemeinschaftsinitiativen unterstützen.

Uri Poliavich und die Zukunft lokaler Gemeinschaften

Eine Schule kann als Bildungseinrichtung und als regelmäßiger Mittelpunkt gemeinschaftlicher Aktivitäten dienen. Uri Poliavich verbindet diese Rollen durch die Unterstützung von Schulen, Familien, Pädagogen, lokalen Initiativen und Infrastruktur.

Dieselbe Ausrichtung zeigt sich in einem breiten Netzwerk von Projekten und Einrichtungen. Uri Poliavich betont die lokale Beteiligung und bewahrt gleichzeitig den Bildungszweck. Wenn Familien teilnehmen, Pädagogen Wissen austauschen und Einrichtungen geeignete Räume bereitstellen, können Bildungsaktivitäten zu einem Bestandteil des Gemeinschaftslebens werden.

Für Uri Poliavich kann die Schule ein stabiles Zentrum bleiben, während sich ihre Funktionen entsprechend den lokalen Bedürfnissen weiterentwickeln. Dies ermöglicht es Gemeinschaften, Bildung zu unterstützen, gemeinsame Aktivitäten zu schaffen und Einrichtungen auf künftige Generationen vorzubereiten.

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Start in die Ausbildung: Welche Versicherungen sind nötig?

 

Glücksspielstaatsvertrag 2021
OASIS im Faktencheck: Reichweite, Zuständigkeit und Grenzen der Sperrdatei

Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 gilt OASIS als Herzstück des deutschen Spielerschutzes. Doch was das bundesweite Sperrsystem tatsächlich leistet – und wo seine Zuständigkeit endet –, ist vielen Nutzern unklar. Ein nüchterner Blick auf Rechtsgrundlage, Praxis und Reichweite.

Was ist OASIS 

OASIS steht für „Online-Abfrage Spielerstatus“ und ist die zentrale, länderübergreifende Sperrdatei der Bundesrepublik. Betrieben wird sie im Auftrag der Länder; für die Aufsicht über den Online-Glücksspielbereich ist seit 2023 die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle an der Saale zuständig. Die Rechtsgrundlage findet sich in den §§ 8 ff. des Glücksspielstaatsvertrags 2021.

Entscheidend ist die Systematik: Anbieter mit deutscher Erlaubnis sind verpflichtet, vor jeder Spielteilnahme den Status des Kunden abzufragen. Ein Treffer bedeutet ein Zutritts- beziehungsweise Teilnahmeverbot – anbieterübergreifend und bundesweit.

Selbstsperre und Fremdsperre

Zwei Wege führen in die Datei. Die Selbstsperre beantragt der Spieler eigenständig, formlos und kostenfrei. Eine Fremdsperre können Veranstalter oder deren Personal veranlassen, wenn konkrete Anhaltspunkte für problematisches Spielverhalten, Überschuldung oder Spielen über die eigenen finanziellen Verhältnisse vorliegen. Angehörige haben kein eigenes Antragsrecht, können jedoch entsprechende Hinweise übermitteln.

Die Sperre gilt unbefristet, mindestens jedoch drei Monate. Eine Aufhebung erfolgt ausschließlich auf schriftlichen Antrag und frühestens nach Ablauf dieser Mindestfrist. Ein automatisches Auslaufen der Sperre gibt es nicht.

Wer erfasst wird – und wer nicht

Der Geltungsbereich umfasst Spielbanken, Spielhallen, Wettvermittlungsstellen sowie den lizenzierten Online-Bereich: virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten. Klassische Lotterien mit maximal zwei Ziehungen pro Woche sowie Pferdewetten am Totalisator fallen ausdrücklich nicht darunter.

Hier beginnt die zentrale Einschränkung. OASIS bindet ausschließlich Unternehmen, die einer deutschen Erlaubnis unterliegen. Anbieter mit Lizenzen aus Malta oder Curaçao unterliegen nicht der deutschen Glücksspielaufsicht und sind daher nicht an OASIS angeschlossen. Genau aus diesem Grund findet sich im deutschsprachigen Netz eine wachsende Zahl von Übersichten zu seriöse Casinos ohne OASIS, die Nutzern die Unterschiede zwischen Lizenzmodellen, Auszahlungsstandards und Kontrollmechanismen erklären.

Datenschutz und Löschfristen

Die gespeicherten Angaben beschränken sich auf die für die Identifikation erforderlichen Daten, darunter Name, Geburtsdatum, Anschrift und Ausweisdaten. Zugriff haben ausschließlich hierzu berechtigte Stellen. Nach Ablauf der Sperre werden die Einträge innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Fristen gelöscht; eine dauerhafte Archivierung ist nicht vorgesehen.

Einordnung

OASIS funktioniert innerhalb seines vorgesehenen Rahmens als geschlossenes System für den regulierten deutschen Glücksspielmarkt. Seine Grenze ist dabei weniger technischer als rechtlicher und territorialer Natur: Nationales Ordnungsrecht endet grundsätzlich an den Grenzen seines Geltungsbereichs, während der digitale Glücksspielmarkt europäisch und international strukturiert ist. Wer das Sperrsystem als lückenlose Barriere beschreibt, verkennt diese Konstruktion; wer es als wirkungslos abtut, ebenfalls.

Für die Bewertung einzelner Anbieter bleiben deshalb weitere Kriterien maßgeblich: der jeweilige Lizenzgeber und dessen Prüfpraxis, geprüfte Zufallsgeneratoren, Transparenz bei Auszahlungsquoten, Bearbeitungszeiten sowie der Umgang mit Kundenbeschwerden.

Hinweis: Glücksspiel kann abhängig machen. Beratung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter 0800 1 372 700, kostenfrei und anonym.

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Der „Korea-Discount“ schwindet – die Bewährungsprobe folgt

12 westliche Staaten
Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

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Tel Aviv – Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben angekündigt, den Handel mit Waren aus israelischen Siedlungen einzuschränken oder entsprechende Maßnahmen zu unterstützen. Israel reagierte scharf und kündigte seinerseits unter anderem diplomatische Schritte gegen Großbritannien an.

Großbritannien, Frankreich und Kanada wollen den Import von Waren aus israelischen Siedlungen im Westjordanland mit nationalen Regelungen untersagen. Weitere neun Staaten – Dänemark, Finnland, Island, Irland, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien und Schweden – erklärten, ebenfalls nationale Beschränkungen einzuführen, europäische Maßnahmen zu unterstützen oder entsprechende Schritte zu prüfen.

Die zwölf Regierungen begründen ihren Vorstoß mit der Entwicklung im Westjordanland. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, das Vorgehen der israelischen Regierung untergrabe die Möglichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung. Zugleich forderten die Staaten Israel auf, den weiteren Ausbau der Siedlungen und die Gewalt von Siedlern zu stoppen.

Israel reagiert mit Gegenmaßnahmen

Israel wies die Maßnahmen zurück. Außenminister Gideon Sa’ar bezeichnete das Vorgehen unter anderem als Einmischung in die Angelegenheiten Israels. Besonders scharf fiel die Reaktion auf Großbritannien aus.

Israel kündigte an, das britische Konsulat in Ostjerusalem zu schließen. Zudem sollen britische Vertreter aus einem internationalen Unterstützungszentrum für Gaza ausgeschlossen werden. Mehrere britische Politiker wurden mit Einreiseverboten belegt. Auch britische Teams, die palästinensische Sicherheitskräfte im Westjordanland ausbilden, sollen das Land verlassen.

Die Maßnahmen markieren damit nicht nur einen Streit über Handelsfragen, sondern eine weitere Verschärfung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren seiner westlichen Partner.

Yedioth Ahronoth sieht diplomatischen Rückschlag

Die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth bewertet die Entwicklung als diplomatischen Rückschlag und als erhebliches Versagen der Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu. Besonders problematisch sei aus israelischer Sicht, dass die Staaten nicht auf eine gemeinsame EU-Entscheidung warteten, sondern zunehmend eigene nationale Regelungen verfolgen.

Innerhalb der Europäischen Union war seit Monaten keine Einigung auf gemeinsame Handelsbeschränkungen gegen Produkte aus israelischen Siedlungen zustande gekommen. Deshalb verlagert sich die Auseinandersetzung zunehmend auf die Ebene der einzelnen Staaten.

Einige Länder sind dabei bereits weiter. Die Niederlande haben entsprechende Maßnahmen beschlossen, deren Inkrafttreten laut Yedioth Ahronoth für den 22. September vorgesehen ist. Spanien hat bereits eine entsprechende gesetzliche Grundlage. Auch Luxemburg und Schweden arbeiten dem Bericht zufolge an eigenen Regelungen. Belgien hat entsprechende Pläne angekündigt, aber bislang noch keine Beschränkungen in Kraft gesetzt.

Sorge vor einem breiteren Boykott israelischer Waren

Nach Einschätzung des israelischen Blattes geht es bei den wirtschaftlichen Folgen allerdings um mehr als den vergleichsweise kleinen direkten Handel mit Siedlungsprodukten. In Israel wächst demnach die Sorge, dass europäische Unternehmen aus Angst vor rechtlichen Problemen oder zusätzlichem bürokratischem Aufwand künftig ganz auf den Einkauf israelischer Waren verzichten könnten.

Ein niederländischer Importeur könnte beispielsweise gezwungen sein, genau zu prüfen, ob ein Produkt aus Israel selbst oder aus einer Siedlung im Westjordanland stammt. Wer diese Prüfung vermeiden wolle, könnte stattdessen vollständig auf israelische Waren verzichten. Yedioth Ahronoth warnt deshalb vor einem möglichen „stillen, breiteren Boykott“, der über den eigentlichen Handel mit Siedlungsprodukten hinausgehen könnte.

Die wirtschaftlichen Beschränkungen treffen zunächst vor allem landwirtschaftliche Produkte wie Datteln, Zitrusfrüchte, Kräuter und Wein. Ihr unmittelbares Handelsvolumen ist im Verhältnis zu Israels gesamtem Exportgeschäft gering. Dennoch haben sie eine hohe politische Bedeutung. Reuters bewertet die Maßnahmen ebenfalls überwiegend als symbolisch, sieht darin aber ein weiteres Zeichen für die wachsende diplomatische Distanz zwischen Israel und Teilen seiner bisherigen westlichen Partner.

Als Hintergrund für den zunehmenden Druck werden neben dem Ausbau der Siedlungen auch die zunehmenden Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser genannt. Hinzu kommen umstrittene Äußerungen rechtsextremer Mitglieder der israelischen Regierung, darunter Finanzminister Bezalel Smotrich und der Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir. Nach Darstellung von Yedioth Ahronoth haben diese Entwicklungen den europäischen Forderungen nach Maßnahmen zusätzlichen politischen Rückenwind gegeben.

 


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Ben-Gvir über inhaftierte Palästinenser: „Sie pinkeln sich vor Angst in die Hosen“

Berlin
AfD-Spitzenkandidatin Brinker bekräftigt Punktesystem für Wohnungsvergabe

Berlin – Menschen, die schon länger in Berlin leben und in bestimmten Berufen arbeiten, sollen nach den Vorstellungen der AfD bei der Wohnungsvergabe bevorzugt werden. AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker bekräftigte im rbb die Forderung nach einem Punktesystem für freie Wohnungen bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften.

Damit könne die Wohnungsvergabe gerechter gestaltet werden. Menschen, die für die Stadt arbeiten, kämen bislang „zu selten zum Zuge“, so die AfD-Spitzenkandidatin.

Als Kriterien für die Vergabe nannte Brinker, die Anzahl der Jahre, die jemand bereits in Berlin lebt, bestimmte Berufe, aber auch Sozialkriterien. „Wie genau man das Punktesystem in 100 Punkten gerade bei den Sozialkriterien noch aufstellt, das werden wir noch ausarbeiten“, räumte sie ein.

Das Prinzip sei, wer die meisten Punkte auf sich vereine, habe „am ehesten Anspruch auf eine Wohnung.“ Um die Herkunft der Menschen gehe es dabei nicht, erklärte sie.

Darüber hinaus setze sich die AfD für den Neubau von Wohnungen ein. Als weiteren Baustein der Wohnungsbaupolitik nannte Brinker Privatisierungen. Sie sprach sich dafür aus, Wohnungen aus dem Bestand der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften an Mieter zu verkaufen.

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NAZAS-Film
Rekord in Venedig: 25 Minuten Standing Ovation für Gaza-Dokumentation „NAZA“

Venedig – In Deutschland kaum vorstellbar: Bei den Filmfestspielen von Venedig hat die Gaza-Dokumentation „NAZA“ eine rund 25-minütige Standing Ovation erhalten. Der minutenlange Beifall im Stehen gilt als neuer Rekord in der Geschichte des renommierten Filmfestivals.

24 Militärangehörige sagen aus

Der 80-minütige Dokumentarfilm stammt von dem israelischen Regie-Duo Yuval Abraham und Rachel Szor. Das Werk basiert auf dreijährigen verdeckten Interviews mit 24 israelischen Soldaten und Geheimdienstoffizieren. In den Gesprächen schildern die Befragten die internen Prozesse bei der Zielauswahl sowie die Handhabung ziviler Opferquoten bei Luftangriffen im Gaza-Streifen.

Der Titel „NAZA“ bezieht sich auf ein hebräisches Militär-Akronym für zivile Begleitschäden. Die Aufnahmen entstand überwiegend nachts auf Dächern in Tel Aviv.

Die Informanten berichten detailliert über den Einsatz von KI-gestützten Zielsystemen. Diese Systeme wählen Ziele anhand massenhaft abgefangener Handydaten aus. Zudem wird thematisiert, wie zivile Opfer in Kauf genommen werden, wenn Angriffe bewusst nachts auf Wohnhäuser geflogen werden, während sich die Familien der Zielpersonen darin befinden.

Internationale Kooperation

Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit mit dem britischen Guardian und dem Produzenten James Wilson. Als Executive Producer wirkte zudem der britische Regisseur Jonathan Glazer (The Zone of Interest) mit.

Mit der etwa 25-minütigen Ovation übertraf die Premiere den bisherigen Festivalrekord aus dem Vorjahr. Dieser lag bei rund 22 Minuten für das Gaza-Drama The Voice of Hind Rajab der tunesischen Regisseurin Kaouther Ben Hania. Der Film verarbeitet die Geschichte des sechsjährigen palästinensischen Mädchens Hind Rajab, das Anfang 2024 in Gaza-Stadt unter Beschuss geriet.

Das israelische Militär (IDF) wies Vorwürfe einer gezielten Tötungspolitik gegenüber Zivilisten im Vorfeld der Veröffentlichung zurück.

Anwältin übt scharfe Kritik an deutscher Haltung

Die Ereignisse in Venedig lösten auch in den sozialen Netzwerken Debatten über den Umgang der deutschen Kultur- und Politiklandschaft mit dem Nahostkonflikt aus. Die Rechtsanwältin Beate Bahnweg ordnete den Vorfall in einem viel beachteten Facebook-Beitrag kritisch ein.

Während weltweit in Politik, Medien und Kunst das Unrecht an den Palästinensern angeprangert werde, seien Szenen wie in Venedig in Deutschland „nicht vorstellbar“, so Bahnweg. Hierzulande träte sofort ein Bündnis aus Politik, Medien und Kultur zusammen, um dem Festival und den Künstlern Antisemitismus vorzuwerfen. Deutschland agiere in diesem Kontext als „Vorposten israelischer Politik in Europa“.

Weiter kritisierte die Juristin, dass die deutsche Politik es versäume, Kriegsverbrechen klar zu benennen, während gleichzeitig weiterhin Rüstungsgüter geliefert würden. Bahnweg verwies zudem auf die Praxis deutscher Gerichte, die Klagen gegen Waffenlieferungen stets als unzulässig abgewiesen hätten, ohne die völkerrechtliche Frage inhaltlich zu prüfen.

Zum Abschluss ihres Beitrags fand die Anwältin deutliche Worte für das internationale Auftreten der Bundesrepublik: „Deutschland hat internationale fertig!“

Ausführlichere Einblicke in die juristischen Argumente bezüglich der Klagen gegen Rüstungsexporte bietet dieser Beitrag: Berliner Arzt mit Eltern in Gaza klagt gegen Waffenlieferungen an Israel. Das Video zeigt Rechtsanwältin Beate Bahnweg im Interview über die rechtlichen Hintergründe und die Verfahren vor deutschen Gerichten.


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– ArchiveGenocide.com –
Gaza: Neues Portal archiviert Horroraufnahmen des Krieges

Es ist ein Projekt von beispiellosem und zutiefst verstörendem Ausmaß: Unter dem Namen ArchiveGenocide.com haben Aktivisten eine gigantische, frei zugängliche Online-Datenbank gestartet, die das Grauen des Gazakrieges unzensiert dokumentiert.

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Künstliche Intelligenz
KI-Boom auf Pump: Versteckte Tech-Schulden erreichen 2,6 Billionen Dollar

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Hamburg – Der weltweite KI-Boom wird zunehmend durch Schulden und langfristige Verpflichtungen finanziert. Eine neue Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade zeigt, dass die acht führenden US-Technologiekonzerne ihre langfristige Verschuldung binnen eines Jahres um 86 Prozent erhöht haben.

Gleichzeitig stiegen ihre außerbilanziellen Verpflichtungen, vor allem für Rechenzentren, Energieversorgung und KI-Infrastruktur, binnen eines Jahres von 573 Milliarden US-Dolar (USD) auf rund 2,6 Billionen USD.

Werden diese bislang nur teilweise sichtbaren Verpflichtungen berücksichtigt, erhöht sich die Schuldenlast der Unternehmen im Durchschnitt um fast 150 Prozent. Die modellierte Kreditqualität verschlechtert sich dadurch um ein bis zwei Ratingstufen.

„Die Tech-Branche hat den Eisberg bislang umfahren, doch die Navigation wird schwieriger“, sagt Alexander Hirt, Head of Public Equity and Credit bei Allianz Research. „Die eigentliche Entwicklung findet allerdings unter der Wasseroberfläche statt: Verpflichtungen, die heute noch nicht in den Bilanzen erscheinen, werden in den kommenden Jahren schrittweise zu tatsächlichen Verbindlichkeiten.“

Risiko liegt weniger im Ausfall der Anleihen als in sinkenden Marktwerten

Die Kreditmärkte haben auf die Entwicklung bereits reagiert: Die Risikoprämien großer Technologieunternehmen haben sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Die Allianz Trade Studie sieht darin jedoch erst eine teilweise Berücksichtigung der steigenden Verpflichtungen, die sogenannten Spreads, also der Abstand zwischen Anleihepreisen und Renditen, können sich noch weiter ausweiten. Steigende Spreads signalisieren eine höhere Risikowahrnehmung der Anleger. Kreditanleger partizipieren nicht an möglichen Gewinnen aus KI sondern tragen das Risiko – bei noch relativ geringen Risikoprämien..

Für die deutsche Wirtschaft sind die Ergebnisse relevant, da viele Unternehmen auf die Infrastruktur der großen US-Technologieanbieter angewiesen sind und selbst milliardenschwere KI-Investitionen planen.

„Neben klassischen Schulden müssen Investoren bei der Risikoanalyse auch langfristige Infrastruktur- und Lieferverträge stärker im Auge behalten“, sagt Hirt. „Trotz der steigenden Belastungen bleibt das unmittelbare Ausfallrisiko der Tech-Unternehmen gering. Das größere Risiko liegt in einer fortgesetzten Spread-Ausweitung und damit einer schrittweisen Neubewertung der Bonität durch die Kapitalmärkte.“

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Geschichte
Historiker Çayır: „Die Türken sind Erben der Skythen“

Ein Gastbeitrag von Çağıl Çayır

Die Geschichte der Türken beginnt nicht erst mit ihrer Ankunft in Anatolien im Mittelalter. Ihre Wurzeln reichen tief in die eurasische Welt zurück. Zu diesem historischen Erbe gehören vor allem die Skythen und Saken, deren Kultur sich von Zentralasien und dem Altai über die großen Steppen bis zum Schwarzen Meer, zum Kaukasus und nach Anatolien erstreckte.

Eine Kultur von Anatolien bis zum Altai

Die Skythen waren Reiter der eurasischen Welt. Pferdezucht, Bogen, bewegliche Lebensweise, Kurgane, Tierstil, Teppichkunst und eine enge Beziehung zur Natur prägten ihre Kultur. Viele dieser Elemente begegnen später auch in den Kulturen türkischer Völker.

Besonders eindrucksvoll zeigt dies der Altai. Die Funde aus den Kurganen von Pazyryk haben Textilien, Pferdegeschirr, Kleidung und Kunstwerke einer alten Steppenkultur bewahrt. Der berühmte Pazyryk-Teppich steht dabei geradezu sinnbildlich für die hohe Kultur dieser Welt. Wer die späteren türkischen Kulturen Zentralasiens und Anatoliens betrachtet, erkennt einen Kulturraum, der nicht an heutigen Staatsgrenzen endet. Die Türken sind Erben dieser Welt.

Die Skythen in Anatolien

Dabei gehört auch Anatolien selbst zur alten Geschichte der eurasischen Reitervölker. Skythische Gruppen überschritten den Kaukasus und gelangten im 7. Jahrhundert v. Chr. nach Vorderasien und Anatolien. Sie standen mit den dortigen Reichen und Völkern in Krieg, Bündnis und kulturellem Austausch. Damit reicht die Verbindung zwischen der eurasischen Steppe und Anatolien weit vor die Seldschuken zurück.

Anatolien war niemals eine von Zentralasien abgeschlossene Welt. Über Kaukasus, Schwarzes Meer und Iran bestanden seit frühester Zeit Verbindungen zu den großen eurasischen Wanderungs- und Kulturräumen.

Skythen, Griechen und Amazonen

Auch die griechischen Überlieferungen bewahrten die Erinnerung an diese Welt. Besonders deutlich wird dies bei den Amazonen, die in den griechischen Erzählungen mit dem Schwarzmeerraum und Anatolien verbunden werden.

Herodot erzählt von der Begegnung der Amazonen mit den Skythen. Die kriegerischen Frauen verbanden sich nach seiner Darstellung mit skythischen Männern und führten ihre Reiter- und Kriegstradition weiter.

Bemerkenswert ist, dass die Archäologie tatsächlich bewaffnete Frauen in Gräbern skythischer und verwandter Steppenkulturen nachgewiesen hat. Hinter dem griechischen Bild der Amazonen stand somit eine reale eurasische Welt, in der Frauen reiten, jagen und Waffen tragen konnten.

Skythen und Griechen waren keine Bewohner zweier vollkommen getrennter Welten. Sie begegneten einander am Schwarzen Meer und in Anatolien. Gerade hier verbanden sich Steppe, Kaukasus, Anatolien und Mittelmeer.

Die türkische Fortsetzung

Jahrhunderte später tragen die Türken viele Grundzüge dieser eurasischen Kultur weiter.

Das Pferd bleibt Mittelpunkt des Lebens. Reiter und Bogenschütze werden zu bestimmenden Gestalten. Tierdarstellungen und geometrische Ornamente ziehen sich durch die Kunst. Teppich- und Textiltraditionen erreichen bei türkischen Völkern eine neue Blüte. Die politische Kultur bleibt über weite Räume beweglich und verbindet unterschiedliche Stämme und Völker unter großen Herrschaftsverbänden.

Mit den Göktürken erhält diese Welt schließlich einen Namen, der bis heute fortlebt: Türk.

Die alttürkischen Inschriften der Mongolei und Sibiriens zeigen eine hochentwickelte politische und geistige Kultur. Himmel, Erde, Mensch, Volk und Herrschaft werden dort als Teile einer großen Ordnung verstanden. Auch darin lebt die eurasische Welt fort, die schon lange vor den Göktürken bestanden hatte.

Die Erben der Skythen

Die Verbindung zwischen Skythen und Türken liegt deshalb nicht in einem einzelnen Gegenstand und nicht in einer einzelnen Quelle. Sie liegt in einem ganzen Kulturraum.

Vom Altai über Zentralasien und das Schwarze Meer bis nach Anatolien begegnen über Jahrhunderte hinweg verwandte Formen eurasischen Lebens. Völker verändern ihre Namen, Reiche entstehen und verschwinden, Bevölkerungen verbinden sich miteinander. Der Kulturraum aber lebt weiter.

Die Türken haben dieses Erbe nicht nur übernommen. Sie haben es weiterentwickelt und über einen noch größeren Raum getragen.

Deshalb gehört Anatolien nicht erst seit dem Mittelalter zur eurasischen Geschichte der Türken. Schon Jahrhunderte zuvor hatten die Skythen als Vertreter jener älteren eurasischen Kultur Anatolien erreicht und dort mit den Völkern der Region gelebt, gekämpft und Spuren hinterlassen.

Skythen und Türken stehen damit in einer langen eurasischen Traditionslinie. Die Türken sind die großen Erben dieser alten Steppenwelt – einer Welt, die vom Altai bis nach Anatolien reichte.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Çağıl Çayır hat sich als Kölner Geschichtsstudent auf historisch-vergleichende Kulturwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte spezialisiert und studiert aktuell Philosophie im Master an der Universität Wuppertal. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Wissenschaftstheorie und Seinsphilosophie. Seine Arbeiten erscheinen international in renommierten Fach- und Populärmedien.Er engagiert sich wissenschaftlich wie gesellschaftlich für eine intellektuelle Völkerverständigung. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Bonn sowie Gründer der Kultur-Akademie Çayır und der Çayır Kultur Akademisi auf YouTube.Seine größte Weisheit lautet: „Liebe ist die Lektion der Geschichte.“


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Ein historisch-philosophischer Blick auf das Deutschsein: Warum unsere gesellschaftlichen Wurzeln weiter reichen als bisher angenommen.

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Künstliche Intelligenz
Google: Türkischer KI-Experte übernimmt Führung von Gemini

Mountain View – Der türkische KI-Experte Koray Kavukcuoglu übernimmt eine der wichtigsten Führungspositionen bei Google DeepMind.

Als Senior Vice President soll er künftig die Entwicklung der Gemini-Modelle, die KI-Grundlagenforschung sowie die Gemini-App und die Entwicklerteams verantworten. Google-Chef Sundar Pichai bezeichnete Kavukcuoglu als weltweit renommierten KI-Experten.

Kavukcuoglu übernimmt zentrale Verantwortung für Gemini

Die Personalentscheidung ist Teil einer Neuordnung an der Spitze von Google DeepMind. Kavukcuoglu war bislang Chief Technology Officer von Google DeepMind und zugleich Chief AI Architect von Google. In seiner neuen Funktion als SVP berichtet er direkt an Alphabet-Chef Sundar Pichai.

Zu seinen Aufgaben gehören die Entwicklung der Gemini-Modelle, die sogenannte Frontier-AI-Forschung sowie die Führung der Gemini-App- und Entwicklerteams. Google setzt damit auf einen Manager, der die technische Entwicklung von DeepMind seit vielen Jahren mitgeprägt hat.

Kavukcuoglu arbeitet seit 13 Jahren bei DeepMind. Dort gründete er unter anderem das Deep-Learning-Team und war an wichtigen Entwicklungen wie DQN (Deep Q-Network) und WaveNet beteiligt. Pichai erklärte, Google DeepMind sei mit Kavukcuoglu „in guten Händen“.

Die Bedeutung der Aufgabe zeigt sich auch an der aktuellen Nutzung der Google-KI: Die Gemini-App hat laut Google inzwischen mehr als 950 Millionen monatlich aktive Nutzer. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen bereits an der nächsten Modellgeneration, darunter Gemini 4.

Vom türkischen Ingenieur zum KI-Manager bei Google

Kavukcuoglu wurde in der Türkei geboren und studierte zunächst Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ/METU) in Ankara. Anschließend wechselte er an die New York University, wo er Informatik studierte und promovierte. Während seiner Promotion arbeitete er mit dem renommierten KI-Forscher Yann LeCun zusammen.

2012 wechselte Kavukcuoglu zu DeepMind. Zuvor war er unter anderem bei NEC Laboratories America tätig. Im Laufe seiner Karriere entwickelte er sich zu einem der zentralen technischen Köpfe des Unternehmens. 2025 ernannte Pichai ihn zusätzlich zum ersten Chief AI Architect von Google. In dieser Funktion sollte Kavukcuoglu unter anderem die Integration der Gemini-Modelle in die verschiedenen Google-Produkte vorantreiben.

Hassabis konzentriert sich auf AGI und Forschung

Mit der Neuordnung verändert sich auch die Rolle von Demis Hassabis, einem Mitgründer von DeepMind. Er wird künftig Chairman von Google DeepMind und Chief Scientist von Alphabet. Gleichzeitig bleibt er Chef des Alphabet-Unternehmens Isomorphic Labs. 

Hassabis will sich stärker auf die langfristige Entwicklung der Artificial General Intelligence (AGI) und auf wissenschaftliche Entdeckungen konzentrieren. Die operative Führung von Google DeepMind übergibt er damit an Kavukcuoglu.

Google hatte Google Brain und DeepMind 2023 zu Google DeepMind zusammengeführt. Die Einheit entwickelt unter anderem die Gemini-Modellfamilie, die inzwischen in zahlreiche Google-Angebote integriert ist.

Sachsen-Wahlen
US-Kommentatorin Hernandez – Darf ich vorstellen: Alice Weidel

Ein Gastkommentar von Mariana Hernandez

Am Sonntag holte ihre Partei in einem deutschen Bundesland fast 44 Prozent. Sie führte ihren Wahlkampf mit einer Deportations- und Remigrationsoffensive – ihre Worte: Remigration. So nennt man eine Massenausweisung, wenn es nach einem Reise arrangement klingen soll.

Punkt sieben desselben Hundert-Tage-Plans sieht vor, die Regenbogenflagge aus Schulen zu verbannen. Denn laut Weidel und ihrer Partei geht es dabei gar nicht um die Rechte von Homosexuellen, sondern um die Entwertung der Familie und der traditionellen gesellschaftlichen Normalität. Schulen sollten den Kindern stattdessen das richtige Modell vorleben: Ein Mann, eine Frau und die Kinder, die aus dieser Verbindung hervorgehen.

Der deutsche Verfassungsschutz stuft genau diesen Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein. Es gibt eine Akte darüber. Irgendjemand hat den Job, sie auf dem neuesten Stand zu halten.

Und nun zur Entwertung der Familie.

Die Erfindung der „gesellschaftlichen Normalität“

Alice Weidel ist lesbisch. Seit 2009 lebt sie mit derselben Partnerin zusammen – einer in Sri Lanka geborenen Filmproduzentin, die als Kind von einem Schweizer Ehepaar adoptiert wurde. Sie haben zwei Söhne. Sie ziehen die Kinder in einem Schweizer Dorf groß, während Weidel weiterhin einen Wohnsitz in Deutschland hat – damit sie in dem Land, das sie draußen gerade rettet, wählen und Steuern zahlen kann.

Das ist der Haushalt. Das ist die Flagge. Das ist die Entwertung der traditionellen gesellschaftlichen Normalität – um in den Worten ihrer eigenen Partei zu sprechen –, die draußen vor den Toren Zürichs ihre Wäsche aufhängt.

Ihre Partei hat außerdem dafür gestimmt, die Definition „Vater, Mutter, Kinder“ als offizielle Familienform ins Parteiprogramm aufzunehmen. Weidel sah sich diese Formulierung an, blickte in ihre eigene Küche – und unterschrieb sie trotzdem. Eine bemerkenswerte Fokussierung. Ich muss immer wieder an diese Küche denken. Ich weiß nicht, warum ausgerechnet dieser Teil hängenbleibt.

Wenn genau dieser Haushalt morgen mit einem anderen Nachnamen und ohne Geld an der deutschen Grenze stünde, würde das Parteiprogramm, das sie unterschrieben hat, am Schalter auf sie warten. Wenn sie es tut, ist es privat. Wenn Sie es tun, ist es eine Invasion.

Der Großvater und das Gericht von Warschau

Und dann ist da noch der Großvater.

Hans Weidel trat der NSDAP und der SS bei, noch bevor Hitler an der Macht war – ein Detail, das in der Berichterstattung immer wieder untergeht. Es bedeutet nämlich, dass er nicht eingezogen wurde. Er war früh dabei, als es noch ein Aufnahmeverfahren gab.

Danach verbrachte er vier Jahre als Militärrichter im besetzten Warschau. 1944 unterzeichnete Hitler persönlich das Dokument, das ihn zum Chef richter dieses Gerichts machte. Hitlers eigene Unterschrift bekommt man nicht einfach dafür, dass man pünktlich erscheint und die Stempel ordentlich sortiert.

Nach dem Krieg wurde wegen der Erschießung von zwanzigtausend Menschen gegen ihn ermittelt. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Nicht genügend Dokumente. Zwanzigtausend. Und das offizielle Problem war die Aktenführung. Natürlich war es das.

1948 sitzt er dann vor der Spruchkammer zur Entnazifizierung und schwört Stein und Bein, er habe von nichts etwas mitbekommen. Nicht von der SS, nicht von den Juden, nicht von dem Gebäude, in das er vier Jahre lang jeden Morgen hineinspaziert ist. Ein Richter, der auf Unwissenheit plädiert – ausgerechnet die Verteidigung, die er vier Jahre lang aus seinem eigenen Gerichtssaal gefegt hatte. Sie kauften es ihm ab. Natürlich taten sie das.

Und wie landete diese Familie überhaupt erst in Deutschland? Sie flohen. Im Mai 1945 aus Schlesien, mit nichts in den Händen, hinein in ein Land, das in Trümmern lag. Kein Essen, kein Dach über dem Kopf, nichts, was man irgendjemandem hätte geben können. Deutschland nahm sie auf.

Das Wort ihrer Enkelin dafür lautet heute Remigration – und sie ist dagegen. Den Teil mit der Flucht erzählt sie übrigens selbst. Im Fernsehen. Immer und immer wieder. Sie sagt allerdings auch, sie habe den Mann nie gekannt. Sie war sechs, als er starb, es gab Familienstreitigkeiten, niemand sprach darüber.

Schön und gut. Niemand setzt einen Erstklässler hin für das Gespräch über den Nazi-Opa. Aber sie weiß, dass sie aus Schlesien flohen. Sie weiß das Jahr, sie weiß die Richtung. Jemand an diesem Esstisch hat ihr das Jahr 1945 so detailliert geschildert, dass sie es vierzig Jahre später unter dem Studiolicht immer noch aufführen kann. Die Geschichte stoppt nur exakt an dem Punkt, an dem sie aufhört, nützlich zu sein.

Geschichten am Esstisch

Ich habe meine Großmutter auch nie kennengelernt. Das heißt aber nicht, dass ich die Geschichten nicht kenne. Sie kam als kleines Mädchen mit ihren Eltern auf einem Schiff in Brasilien an. Die Version, die wir am Tisch immer zu hören bekamen, war, dass sie sich einmal umsah, zum ersten Mal in ihrem Leben Schwarze Menschen sah und ohnmächtig wurde. Als sie wieder zu sich kam, fragte sie ihren Vater, wo zur Hölle er sie da hingebracht habe.

Früher haben die Leute über die Ohnmacht gelacht. Die Geschichte wurde an jedem Feiertag erzählt. Erzählen Sie mir also nicht, dass die Familie von nichts wusste. Solche Geschichten kommen heraus. Jemand erzählt einem immer, woher man kommt und was die Leute vor einem dachten, als sie dort ankamen. Man entscheidet danach nur selbst, was man daraus macht.

Ich bin den einen Weg gegangen. Sie den anderen.

Und als er es sich erst einmal gemütlich gemacht hatte, eröffnete der Großvater eine Anwaltskanzlei und verbrachte Jahre damit, Anträge zu stellen, um seinen schlesischen Besitz zurückzubekommen. Recht auf Rückkehr. Rückerstattung. Ansprüche, Dokumente, der gesamte Apparat. Der Mechanismus funktioniert also. Er funktioniert sogar wunderbar. Er funktioniert hervorragend, wenn er selbst den Stift in der Hand hält.

Freibier und die Abschaffung der Schuld

Dann Elon Musk. Im Januar 2025 gibt er ihr einen Livestream, und sie erklärt der Weltöffentlichkeit, Hitler sei ein Kommunist gewesen – und niemand in der Schalte verliert auch nur ein Wort darüber. Die gesamte Geschichtswissenschaft entwickelte plötzlich ein spontanes Interesse an der Zimmerdecke.

Zwei Wochen später prangt er auf einer leinwandgroßen Fläche vor 4.500 ihrer Anhänger und erklärt den Deutschen, sie seien zu fixiert auf vergangene Schuld; Kinder sollten nicht das tragen müssen, was ihre Urgroßeltern getan haben. In Halle. Ausgerechnet dort, wo 2019 ein rechtsextremer Attentäter an Jom Kippur die Synagoge überfiel.

Er verkaufte in diesem Raum keine Einwanderungspolitik. Er verteilte Absolutionen, um sich nicht länger schlecht zu fühlen – der reichste Mann der Welt, zugeschaltet aus Texas, der einem gefüllten Saal in dieser Stadt erzählt, dass die Vergangenheit nicht ihre Last sei. Im Namen von Toten, die irgendwie nie die Gelegenheit hatten, über ihren Sprecher abzustimmen. Die Leute standen auf und jubelten ihm zu, als hätte er Freibier und die Abschaffung der Schuld verkündet.

Irgendjemand da drin hatte einen Großvater mit einem verdammt guten Anwalt.

Kein deutsches Einzelfallphänomen

Und das, was mich daran wirklich trifft, ist, dass das kein rein deutsches Phänomen ist. Im Dezember wählt Chile José Antonio Kast mit 58 Prozent – mit dem Versprechen, Hunderte von Tausenden Migranten rauszuwerfen. Journalisten recherchieren und finden die NSDAP-Mitgliedskarte seines in Deutschland geborenen Vaters. Kast sagt, der Mann sei eingezogen worden. Er hatte keine Wahl.

Es ist immer dieser eine Satz. Niemandes Vater hat sich freiwillig gemeldet, niemandes Großvater war dabei, die Uniform fiel einfach so vom Himmel auf einen Mann, der nur seine Ruhe haben wollte. Acht Millionen Parteimitglieder, und anscheinend wollte nicht ein einziger von ihnen dort sein. Ein Wunder der unfreiwilligen Personalbeschaffung.

Aber sehen Sie sich an, was Kasts Vater als Nächstes tut. Er steigt auf ein Schiff. Überquert einen Ozean. Betritt ein Land, dessen Sprache er nicht spricht, in dem ihm niemand viele Fragen stellt, baut sich am Fuße der Anden ein komplettes Leben auf und zieht dort seine Kinder groß. Chile hat ihn reingelassen. Sein Sohn will diese Tür nun zuschweißen – und 58 Prozent des Landes sagten: Klingt gut.

Ihr Großvater kam davon, weil die Dokumente verschwanden. Sie kommt davon, weil es niemand laut ausspricht. Und der reichste Mann des Planeten verteilte den Freifahrtschein per Videoschalte. Ohne Antrag, ohne Gespräch, ohne Warteliste. Erstaunlich, wie schnell der Prozess plötzlich abgewickelt werden kann, wenn die richtigen Leute darum bitten.

Nur Papierkram

Die Familien, die entkommen sind, behielten den Namen, das Haus, die Anwaltskanzlei und die Enkelkinder, die heute ins Fernsehen gehen und die verkürzte Version erzählen. Diejenigen, die nicht entkommen sind, bekamen einfach eine Nummer.

Jetzt zeichnen die Söhne und Enkel derer, die entkommen sind, wieder Listen. Nichts Persönliches, sagen sie. Nur Papierkram.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zur Autorin

Mariana Hernandez ist US-Autorin und veröffentlicht politische Analysen und Kommentare auf ihrer Plattform „Not Saints Not Saviors“.


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