Freibäder
Freibad-Ranking 2026: Deutschlands beliebteste Freibäder

Wenn Deutschland schwitzt, haben Freibäder Hochsaison. Doch welche Freibäder sind besonders empfehlenswert? Das Vergleichsportal Testberichte.de hat zum vierten Mal sein Freibad-Ranking aufgelegt und über eine Million Online-Bewertungen zu mehr als 2.000 Freibädern ausgewertet. Das Ergebnis ist Deutschlands umfangreichstes Freibad-Ranking.

Freibad-Ranking 2026: Deutschlands beliebteste Freibäder sind in Hessen, Bayern und NRW

  • 2.000 Freibäder im Vergleich: Testberichte.de hat über eine Million Online-Bewertungen ausgewertet
  • Top 3: Freibad Rengershausen (Hessen), Naturbad Aschauerweiher (Bayern) und Naturbad Altenautal (NRW)
  • Flop 3: Freibad Dulsberg (Hamburg), Sommerbad Gropiusstadt (Berlin) und Sommerfreibad Osdorfer Born (Hamburg)

Die Top 3: Freibad Rengershausen (Hessen), Naturbad Aschauerweiher (Bayern) und Naturbad Altenautal (NRW)

Das Freibad Rengershausen in Hessen ist Deutschlands bestbewertetes Freibad. Es erreicht als einziges 4,9 Sterne (von möglichen 5,0) und beweist, dass auch ein augenscheinlich ganz normales Bad äußerst beliebt sein kann.

„Es erinnert mich an die Schwimmbäder von früher, weil es alles Wichtige hat, was ein Schwimmbad braucht“, schreibt ein Nutzer. Positiv hervorgehoben werden vor allem das freundliche Personal, der gute Imbiss und die Familienfreundlichkeit. Den zweiten Platz belegt das Naturbad Aschauerweiher (4,8 Sterne) in Bayern, das vor allem wegen seiner spektakulären Lage zwischen Bergen und Wäldern begeistert.

„Eins der schönsten Naturbäder, die ich je gesehen habe“, lautet eine Rezension, die stellvertretend für viele andere steht. Auch bei dem Drittplatzierten, dem Naturbad Altenautal (ebenfalls 4,8 Sterne) in NRW, handelt es sich um ein idyllisch gelegenes Bad – eine „perfekte Kombination zwischen Natur und Schwimmbad“, wie eine Besucherin schreibt. Beide Naturbäder werden wegen des großzügigen Geländes gelobt sowie die Möglichkeit, Liegen und Sonnenschirme auszuleihen.

Die Schlusslichter liegen in Hamburg und Berlin

Auf dem letzten Platz liegt das Freibad Dulsberg in Hamburg. Kritisiert wird vor allem, dass es bei schönem Wetter zu voll ist. Bei neueren Bewertungen schneidet das Bad besser ab, sodass es die rote Laterne im Ranking vermutlich zukünftig abgeben kann. Vorletzter ist das Sommerbad in der Gropiusstadt in Berlin.

Auch hier ist Überfüllung der Hauptkritikpunkt. Besucher stören sich außerdem daran, dass sie ein Vorhängeschloss für die Umkleideschränke mitbringen oder ansonsten 9 Euro dafür bezahlen müssen. Drittletzter ist das Sommerfreibad Osdorfer Born in Hamburg. Zu Punktabzügen führen hier vor allem die unhygienischen Sanitäranlagen und das ungepflegte Gelände, außerdem die eingeschränkten Öffnungszeiten auch an heißen Tagen. Alle drei Bäder haben eine Durchschnittsbewertung von 3,5 Sternen.

Freibäder ab 4,4 Sternen sind überdurchschnittlich beliebt

Die durchschnittliche Bewertung aller Freibäder im Ranking liegt bei 4,38 Sternen. Das bedeutet, dass Freibäder ab 4,4 Sternen überdurchschnittlich beliebt sind. Wer in ein besonders schönes Freibad gehen möchte, findet überall in Deutschland top bewertete Freibäder.

Rund 30 Bäder haben 4,8 Sterne, über 150 Freibäder sehr gute 4,7 Sterne und knapp 350 Bäder gute 4,6 Sterne. Einzig der Stadtstaat Bremen verfügt über keine gut bewerteten Freibäder. Das beste Bad Sommerbad Grambker See kommt hier auf 4,4 Sterne.

So haben wurde ausgewertet

Grundlage der Auswertung sind Google-Rezensionen zu öffentlich zugänglichen Freibädern in Deutschland mit mindestens 100 Bewertungen. Bei gleichem Bewertungsschnitt wurde nach der Anzahl der Bewertungen gewichtet – je mehr, desto besser. Wenn auch die Bewertungsanzahl gleich war, sind beide Schwimmbäder auf demselben Rang gelandet.

Freibäder, die zu einem Hallenbad gehören, wurden dann berücksichtigt, wenn sie über ein großes, vom Hallenbad abgetrenntes Außenbecken und eine große Liegewiese verfügen. Natur- bzw. Strandbäder wurden nur dann berücksichtigt, wenn sie in einem abgegrenzten Bereich im Stil eines Freibads angelegt sind (z.B. befestigter Rand an der Wasserstelle, Sprungtürme, zusätzliches Kinderbecken).

Freibäder, die in einem gemeinsamen Google-Profil mit einem Hallen- bzw. Freizeitbad oder einer anderen Einrichtung (z.B. Campingplatz oder Freizeitzentrum) bewertet werden, wurden dann berücksichtigt, wenn sich in den Bewertungen in den Sommermonaten explizit auf die Freibad-Nutzung bezogen wird (ein warmes Außenbecken zur ganzjährigen Nutzung allein ist noch kein „Freibad“ – siehe dazu das aktuelle Thermen-Ranking).

In diesen Fällen flossen alle Bewertungen mit ein. Wurden zwei oder mehr Google-Einträge zum selben Bad gefunden, wurde das Profil mit den aussagekräftigsten Bewertungen hinsichtlich der Freibadnutzung als Grundlage genommen, im Zweifel das mit den meisten Bewertungen.

Quellen: Google-Rezensionen der Freibäder und weitere Internetrecherchen. Zeitraum der Datenerhebung: 18. bis 23.07.2026.

 


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Chris Affleck-Tod
Ben Affleck: Einsatz für Palästinenser war „Lebensaufgabe seiner Mutter“

Los Angeles – Hollywood-Star Ben Affleck hat seiner verstorbenen Mutter Chris Affleck mit bewegenden Worten gedacht. In einer öffentlichen Nachricht an den palästinensischen Schriftsteller und Pulitzer-Preisträger Mosab Abu Toha erklärte der Oscar-Preisträger, die Unterstützung des palästinensischen Volkes sei „die zentrale Sache ihres Lebens“ gewesen.

Chris Affleck, die Mutter der Schauspieler Ben und Casey Affleck, starb Anfang Juni im Alter von 83 Jahren. Öffentlich bekannt wurde ihr Tod erst Wochen später, als ihre Familie einen Nachruf veröffentlichte.

In seinem Nachruf erinnerte Mosab Abu Toha an eine enge Freundschaft zu Chris Affleck und bezeichnete sie als eine mütterliche Bezugsperson für seine Familie während ihres Aufenthalts im US-Bundesstaat Massachusetts.

Lehrerin und langjährige Palästina-Aktivistin

Chris Affleck war viele Jahre als Lehrerin tätig und engagierte sich darüber hinaus in verschiedenen sozialen Initiativen. Einen Schwerpunkt ihres ehrenamtlichen Engagements fand sie nach einer Reise in die palästinensischen Gebiete im Jahr 2009.

Anschließend schloss sie sich der Organisation Alliance for Water Justice in Palestine an, die sich für einen gerechten Zugang zu Wasserressourcen in den palästinensischen Gebieten einsetzt. In den folgenden Jahren sprach sie sich regelmäßig für die Rechte der Palästinenser aus und appellierte zuletzt an US-Politiker, sich für eine Waffenruhe im Gazastreifen einzusetzen.

Ben Affleck würdigte dieses jahrzehntelange Engagement mit den Worten, der Einsatz für die Palästinenser sei „die zentrale Sache ihres Lebens“ gewesen. Das Leid der Menschen in den palästinensischen Gebieten habe sie tief bewegt.

Auch Ben Affleck äußerte sich zum Gaza-Krieg

Ben Affleck selbst hat sich in den vergangenen Jahren nur selten öffentlich zum Nahostkonflikt geäußert. Während des Gaza-Krieges gehörte er jedoch zu zahlreichen Schauspielern und Kulturschaffenden, die einen offenen Brief unterzeichneten, in dem eine sofortige Waffenruhe sowie der Schutz der Zivilbevölkerung gefordert wurden.

Mit seiner aktuellen Würdigung seiner Mutter äußerte sich der Schauspieler nun ungewöhnlich persönlich zu dem Thema. Die Nachricht wurde von Mosab Abu Toha veröffentlicht und in den sozialen Medien vielfach geteilt.

Nachruf findet große Beachtung

Die bewegenden Worte Afflecks lösten insbesondere unter Unterstützern der palästinensischen Sache zahlreiche Reaktionen aus. Viele Nutzer würdigten das jahrzehntelange Engagement von Chris Affleck und erinnerten daran, dass sie sich weitgehend abseits der Öffentlichkeit für humanitäre Anliegen eingesetzt hatte.

 


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Suizid-Krise
Israel: Rekordanstieg bei Selbstmorden unter Soldaten

Jerusalem – Die israelischen Streitkräfte (IDF) kämpfen weiterhin mit einem besorgniserregenden Anstieg der Selbsttötungen unter aktiven Soldaten und Reservisten. Neue Fälle unter weiblichen Angehörigen der Streitkräfte unterstreichen die anhaltend hohe psychische Belastung im Zuge des andauernden Krieges.

Die Serie tragischer Vorfälle im israelischen Militär reißt nicht ab: In dieser Woche nahmen sich zwei israelische Soldatinnen das Leben. Wie die Zeitung Haaretz berichtete, verstarb am Dienstagmorgen eine Soldatin des Bardelas-Bataillons, das an der ägyptisch-israelischen Grenze stationiert ist, auf einem Stützpunkt im Süden Israels.

Bereits am Sonntag nahm sich eine Soldatin des Militärnachrichtendienstes, die eine eingestufte Position innehatte, auf dem Militärstützpunkt Glilot nahe Ramat Hasharon das Leben. Die Militärpolizei hat in beiden Fällen Ermittlungen zu den genauen Umständen aufgenommen, berichtet die israelische Zeitung Haaretz.

Mit diesen neuen Vorfällen steigt die Zahl der aktiven IDF-Soldaten, die sich seit Beginn des laufenden Jahres das Leben genommen haben, auf 16. Hinzu kommen laut Daten von Haaretz mindestens neun weitere Fälle von regulären Soldaten und Reservisten, die an den Kriegeinsätzen teilnahmen und sich außerhalb ihres Dienstes das Leben nahmen.

Rekordwerte und anhaltender Trend

Der Anstieg setzt eine Entwicklung fort, die das Militär bereits in den Vorjahren stark belastete. Nach Angaben von Haaretz verzeichnete die IDF im Jahr 2025 insgesamt 22 Selbsttötungen im aktiven Dienst – der höchste Jahreswert seit 15 Jahren.

Bereits Berichte des Forschungs- und Informationszentrums der Knesset auf Basis von Daten des Sanitätskorps verdeutlichten das Ausmaß der Krise: Zwischen Januar 2024 und Juli 2025 unternahmen 279 Soldaten einen Suizidversuch. Kampfsoldaten machten dabei im Jahr 2024 rund 78 % aller Fälle aus – ein signifikanter Anstieg gegenüber den Vorkriegsjahren (2017–2022), in denen dieser Anteil bei 42 bis 45 % lag. Seit Beginn der Rolleinbindung im Gazastreifen und an weiteren Fronten liegt die Zahl der jährlichen Fälle damit konstant weit über dem Vorkriegsdurchschnitt von 11 bis 14 Suiziden pro Jahr.

Ursachen: Dauerbelastung, PTBS und Reintegrationsprobleme

Experten für psychische Gesundheit und Militärbeamte führen den anhaltenden Trend auf die langwierigen Kampfhandlungen im Gazastreifen und im Libanon, schwere Traumata, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) sowie die Belastung durch verlängerte Reservisteneinsätze zurück.

Viele Betroffene haben nach der Rückkehr ins zivile Leben mit erheblichen Problemen zu kämpfen, da bestehende Unterstützungsstrukturen oft nicht ausreichen. Die IDF bezeichnen die Entwicklung als „besorgniserregendes Phänomen“. Tausende Reservisten haben ihre Kampfeinsätze aufgrund psychischer Belastungen vorübergehend unterbrochen.

Gegenmaßnahmen der IDF und verbleibende Lücken
Als Reaktion auf die Entwicklung hat das Militär seine Kapazitäten zur psychischen Unterstützung ausgebaut:

  • Einrichtung einer rund um die Uhr erreichbaren Hotline,
  • Aufstockung um Hunderte zusätzliche Offiziere für psychische Gesundheit,
  • Schulungen für Kommandeure zur Früherkennung von Überlastungssymptomen,
  • Aufbau spezialisierter Kliniken für kampfbedingte Traumata.

Trotz dieser Maßnahmen weisen Kritiker, Familien und Abgeordnete auf weiterhin bestehende Lücken hin: Nur ein geringer Teil der betroffenen Soldaten hatte in den Monaten vor ihrem Tod professionelle psychologische Hilfe in Anspruch genommen.

Mitglieder des Knesset-Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung bezeichneten die Lage in Dringlichkeitssitzungen als Krise der nationalen Sicherheit. Die IDF betonen, dass jeder Suizid eine Tragödie sei und man das Netz an Hilfeleistungen weiter verdichten müsse, um betroffene Angehörige der Streitkräfte nicht allein zu lassen.

 


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Gastkommentar
Verrohung der Sprache im Netz – Ursachen und gesellschaftliche Folgen

Ein Gastkommentar von Marina Bütün

Die zunehmende Aggressivität in Online-Kommentaren ist längst kein Randphänomen mehr, sondern ein strukturelles Problem digitaler Öffentlichkeit. Was sich zunächst in einzelnen Kommentarspalten zeigte, hat sich inzwischen zu einem globalen Muster entwickelt: Die Sprache wird härter, Positionen werden extremer, und die Bereitschaft zur sachlichen Auseinandersetzung nimmt ab.

Diese Entwicklung betrifft nicht nur Deutschland, sondern ist in nahezu allen Ländern zu beobachten, in denen soziale Medien eine zentrale Rolle im öffentlichen Diskurs spielen.

Strukturelle Ursachen digitaler Aggression

Ein wesentlicher Faktor ist die Anonymität im Internet. Sie schafft Distanz und reduziert soziale Kontrolle. Psychologisch betrachtet sinkt dadurch die Hemmschwelle für aggressives Verhalten erheblich, da unmittelbare Konsequenzen ausbleiben und Empathie erschwert wird.

Hinzu kommt die Funktionsweise sozialer Plattformen. Algorithmen priorisieren Inhalte, die starke Reaktionen hervorrufen. Emotionale Zuspitzung – insbesondere Empörung oder Wut – erzeugt mehr Aufmerksamkeit und Interaktion als differenzierte Argumentation. Dadurch entsteht ein Verstärkungseffekt: Polarisierende Inhalte werden sichtbarer und prägen zunehmend den Ton der Debatte.

Ein weiterer Aspekt ist die gesellschaftliche Überforderung. Die permanente Verfügbarkeit globaler Informationen konfrontiert Menschen täglich mit Krisen, Konflikten und Unsicherheiten. Aus psychologischer Sicht kann dies zu Abwehrmechanismen führen, etwa in Form von emotionaler Abstumpfung, Rückzug oder gesteigerter Reizbarkeit. Digitale Räume werden dann zum Ventil für angestaute Spannungen.

Die Rolle medialer Zuspitzung

Neben diesen Faktoren lohnt ein kritischer Blick auf die öffentliche Kommunikation insgesamt. Auch etablierte Medien stehen unter dem Druck, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Schlagzeilen werden zugespitzt, Konflikte personalisiert, Debatten verkürzt dargestellt. Diese Form der Verdichtung kann zwar Orientierung bieten, sie trägt aber zugleich dazu bei, komplexe Themen in einfache Gegensätze zu überführen.

Wenn politische oder gesellschaftliche Fragen überwiegend in Form von Polarisierung vermittelt werden, spiegelt sich dies zwangsläufig in den Kommentarspalten wider. Die Grenzen zwischen legitimer Kritik und abwertender Sprache verschieben sich. Begriffe, die früher als eindeutig inakzeptabel galten, tauchen zunehmend offen auf – und werden seltener hinterfragt.

Selektive Wahrnehmung globaler Krisen

Auffällig ist in diesem Zusammenhang die unterschiedliche Intensität, mit der internationale Krisen wahrgenommen werden. Konflikte in Regionen wie dem Nahen Osten oder Teilen Afrikas sind zwar medial präsent, führen jedoch häufig nicht zu nachhaltigem Engagement, sondern eher zu Ermüdung.

Psychologisch lässt sich dies als Selbstschutz erklären. Dauerhafte Konfrontation mit Leid kann zu Überforderung führen, weshalb viele Menschen ihren Fokus auf das unmittelbare Umfeld verlagern. Diese Verengung der Wahrnehmung kann jedoch langfristig die Empathiefähigkeit beeinträchtigen und komplexe globale Zusammenhänge ausblenden.

Normalisierung sprachlicher Grenzüberschreitungen

Besonders problematisch ist die schleichende Verschiebung dessen, was als akzeptabel gilt. Abwertende oder aggressive Formulierungen werden zunehmend als legitimer Teil öffentlicher Meinungsäußerung betrachtet. Die Grenze zwischen Kritik und persönlichem Angriff verschwimmt.

Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Qualität öffentlicher Debatten, sondern auch auf das gesellschaftliche Klima insgesamt. Sprache prägt Wahrnehmung und kann Einstellungen verstärken. Eine dauerhaft aggressive Kommunikationskultur erhöht das Risiko weiterer Radikalisierung.

Verantwortung von Plattformen und Gesellschaft

Die Regulierung digitaler Kommunikation stellt eine komplexe Herausforderung dar. Plattformbetreiber stehen in der Verantwortung, klare Regeln durchzusetzen und Transparenz im Umgang mit algorithmischer Verstärkung zu schaffen. Gleichzeitig ist Moderation allein nicht ausreichend.

Auch gesellschaftlich bedarf es eines bewussteren Umgangs mit digitaler Kommunikation. Dazu gehört die Fähigkeit zur Differenzierung ebenso wie die Bereitschaft, respektvoll zu widersprechen. Medienkompetenz und ein reflektierter Umgang mit Informationen gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung.

Die digitale Öffentlichkeit ist zu einem zentralen Ort gesellschaftlicher Aushandlung geworden. Ihre Qualität hängt entscheidend davon ab, wie verantwortungsvoll sie genutzt wird.

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


ZUR AUTORIN

Die Autorin Marina Bütün lebt seit Anfang der 2000er Jahre an der türkischen Westküste gegenüber der griechischen Insel Rhodos. Seit 2020 veröffentlichte sie viele Bücher mit Türkeibezug , u.a. Ratgeber Auswandern Türkei oder den wahren Familienroman „Die Braut aus dem Osmanischen Reich“


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Marina Bütün: „Wenn integrierte Muslime plötzlich Deutschland verließen“

Islamforum Penzberg
Benjamin Idriz erhält deutsche Staatsbürgerschaft: „Ein Auftrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“

München – Der weit über Bayern hinaus bekannte Penzberger Imam und Buchautor Benjamin Idriz ist nun offiziell deutscher Staatsbürger. Nach drei Jahrzehnten gesellschaftlichen und interreligiösen Engagements blickt er auf seinen Weg zurück – und setzt ein deutliches Zeichen für Dialog, gegenseitigen Respekt und Demokratie.

Er gilt seit Jahrzehnten als eine der prägendsten Stimmen für ein europäisches Islamverständnis, ist als promovierter islamischer Theologe wie auch als Seelsorger ein geschätzter Ansprechpartner und genießt im interreligiösen Dialog breite Beliebtheit: Benjamin Idriz.

Der Initiator des Münchner Forums für Islam und Autor mehrerer Fach- und Sachbücher (Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam?: Grundgedanken für einen Islam heute und hier) setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, ein authentisches Islamverständnis zuvermitteln, das tief in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verankert ist und die gemeinsamen Werte der Gesellschaft aus den islamischen Quellen ableitet.

Nun hat der Penzberger Imam nach 30 Jahren in Deutschland seine Einbürgerungsurkunde entgegengenommen.

„Deutschland ist längst meine Heimat“

In einer persönlichen Stellungnahme bezeichnete Idriz diesen Schritt als weit mehr als nur einen bürokratischen Akt:

„Nach 30 Jahren unermüdlichen Einsatzes für dieses Land durfte ich heute die deutsche Staatsbürgerschaft entgegennehmen. Heute ist für mich ein besonderer Tag. Deutschland ist längst meine Heimat. Mit der Einbürgerung darf ich nun auch staatsbürgerlich Verantwortung für dieses Land übernehmen.“

Der Weg bis zu diesem Moment sei nicht immer leicht gewesen, betont der Geistliche. Über die Jahre hinweg sah er sich immer wieder mit Verleumdungen und öffentlichen Angriffen konfrontiert:

„Dieser Weg war nicht immer einfach. Bis zuletzt gab es Einwendungen, Verleumdungen und öffentliche Angriffe. Es gab und gibt Versuche, meine Person und meine Arbeit zu diskreditieren. Ich weiß, dass dies auch künftig nicht ganz aufhören wird. Doch ich lasse mich davon nicht entmutigen. Ich glaube an den Rechtsstaat, an unsere Demokratie und an das Gute im Menschen.“

Muslime als fester Bestandteil der Gesellschaft

Idriz, der in Veröffentlichungen und Beiträgen immer wieder dazu aufruft, Muslime nicht als Fremde, sondern als selbstverständlichen Teil der deutschen Gesellschaft wahrzunehmen, unterstreicht, dass die Zukunftsgestaltung des Landes nur gemeinsam gelingen könne. Muslime stünden nicht am Rand, sondern arbeiteten täglich in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Unternehmen, in der Forschung wie auch in der Kultur und Politik.

Deutschsein definiere sich für ihn nicht über Namen oder Herkunft, sondern über die Zugehörigkeit und die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft des Landes. Ein friedliches Zusammenleben gelinge daher nicht durch Angst oder Ausgrenzung, sondern durch Begegnung und Vertrauen.

Dank an die bayerischen Behörden

Für die Unterstützung während des Einbürgerungsverfahrens richtete der Imam seinen Dank an die zuständigen Stellen und die Politik in Bayern:

„Mein herzlicher Dank gilt Karl Straub, dem Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, für seine Unterstützung und Ermutigung. Ebenso danke ich dem Landrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamtes Weilheim-Schongau für die freundliche und professionelle Begleitung meines Einbürgerungsverfahrens.“

Die deutsche Staatsbürgerschaft verstehe er als Verpflichtung und Ansporn zugleich, seinen Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Werte der Demokratie auch in Zukunft mit voller Überzeugung fortzusetzen.

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CSD-Anschlag
Anschläge vor Wahlen: SPD-Innenexperte Sebastian Fiedler verweist auf auffälliges Muster

Berlin – Der Bundestagsabgeordnete und frühere BDK-Chef fordert eine vertiefte Analyse zeitlicher Zusammenhänge bei Sicherheitsrisiken und schlägt damit neue Töne in der Sicherheitsdebatte an.

In der laufenden Debatte um die innere Sicherheit in Deutschland rückt ein bisher wenig beachteter Aspekt in den Fokus der politischen Diskussion. Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Fiedler (SPD), Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages und ehemaliger Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), hat auf eine auffällige zeitliche Häufung von Gewalttaten und mutmaßlichen Anschlägen im unmittelbaren Vorfeld politischer Wahlen aufmerksam gemacht.

Seine Äußerungen im Anschluss an den Anschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin lösten in der Politik eine grundlegende Debatte über die Wahrnehmung und Ursachen solcher Ereignisse aus.

Anschläge vor Wahlen

Im Rahmen eines Interviews im Nachrichtensender phoenix hob Fiedler hervor, dass die Muster schwerer Straftaten in der jüngeren Vergangenheit genauer analysiert werden müssten.

Nach seiner Beobachtung traten dramatische Vorfälle wie jene in Mannheim, Solingen, München oder Berlin auffällig oft in Phasen auf, in denen das Land vor wichtigen Wahlen stand oder sich in intensiven Wahlkampfzeiten befand.

Fiedler verdeutlichte, dass dieser zeitliche Zusammenhang in den bisherigen öffentlichen und parlamentarischen Auseinandersetzungen zu wenig Beachtung gefunden habe. Die Debatte verenge sich nach Taten zu oft auf reflexartige Forderungen nach Gesetzesverschärfungen oder einzelnen Schutzmaßnahmen, anstatt übergeordnete Muster und Strategien der Täter zu beleuchten.

Kriminalistische Perspektive und Sicherheitsanalyse

Als langjähriger Kriminalbeamter plädiert Fiedler dafür, den Blickwinkel bei der Bewertung von Gefahrenlagen zu erweitern.

Es gelte im Rahmen polizeilicher und nachrichtendienstlicher Auswertungen zu prüfen, ob Extremisten, terroristische Gruppierungen oder gar ausländische Akteure gezielt gesellschaftlich sensible Zeiträume nutzen, um Spaltungen in der Bevölkerung zu vertiefen und das politische Klima im Vorfeld von Abstimmungen zu beeinflussen.

Ein solches Vorgehen entspräche Methoden der hybriden Einflussnahme, bei denen die Verunsicherung in der Bevölkerung kurz vor Urnengängen gezielt maximiert werden soll.

Fiedler forderte daher, dass die zuständigen Sicherheitsbehörden diese zeitlichen Auffälligkeiten systematisch in ihre Risiko- und Bedrohungsanalysen einbeziehen.

Reaktionen und Einordnung im politischen Diskurs

Fiedlers Anstoß hat im politischen Berlin unmittelbare Reaktionen hervorgerufen. Während Parteikollegen wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die These aufgriffen und eine eingehende Untersuchung dieses Verdachts forderten, unterstreichen Fachleute die Vielschichtigkeit der Materie.

Kritiker und Beobachter weisen darauf hin, dass Ursachen von Radikalisierung und Einzeltaten stets individuell ausgewertet werden müssen. Dennoch verdeutlicht die Diskussion die Gratwanderung zwischen analytischer Früherkennung und der systematischen Einordnung von Straftaten im zeitlichen Kontext des politischen Geschehens.

Ausblick auf die Sicherheitsdebatte

Die Äußerungen des SPD-Politikers verdeutlichen, dass die Diskussion über innere Sicherheit über rein operative Schutzmaßnahmen hinausreicht.

Die Frage, inwieweit politische Terminkalender und anstehende Wahlen Einfluss auf die Dynamik extremistischer Taten haben, dürfte die Sicherheitsbehörden sowie die parlamentarische Aufarbeitung auch in den kommenden Monaten weiter intensiv beschäftigen.

 


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Hormuz-Krise
Türkei: Irak will 1 Million Barrel Öl pro Tag liefern

Ankara – Angesichts der anhaltenden Seblockade der Straße von Hormuz und der regionalen Spannungen suchen die Türkei und der Irak den Schulterschluss im Energiebereich.

Bei seinem Antrittsbesuch in Ankara bot der irakische Premierminister Ali Zeydi dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan die Lieferung von täglich bis zu einer Million Barrel Rohöl an.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Präsidialkomplex in Ankara unterstrich Staatspräsident Erdoğan die strategische Bedeutung des Angebots: „Unser Nachbar ist direkt hier. Unser Ziel ist es nun, so schnell wie möglich ein umfassendes Energiekooperationsabkommen zu unterzeichnen, das beiden Seiten nützt. Sobald wir 1 Million Barrel Öl aus dem Irak beziehen, ist unser Bedarf gedeckt.“ Zeydi bestätigte diese Zahl ausdrücklich vor den Medien.

Historischer Schritt beim Ölfeld Kirkuk

Ein bindender Vertrag über die genauen Liefermengen und Zeitpläne steht zwar noch aus, dennoch erzielten beide Seiten bereits einen konkreten Durchbruch: Die staatliche türkische Erdölgesellschaft Turkish Petroleum übernimmt einen 15-prozentigen Anteil an den Operationen von BP im Ölfeld Kirkuk. Erdoğan bezeichnete diesen Schritt als „historischen Meilenstein“.

Die Türkei deckt knapp 90 Prozent ihres Ölbedarfs über Importe. Der anhaltende Iran-Konflikt und die Schließung der Straße von Hormuz haben die globalen Energiepreise stark steigen lassen und Ankara unter Zugzwang gesetzt, alternative Versorgungsrouten abseits des Persischen Golfs zu sichern.

Neuer Schwung für die „Entwicklungsstraße“

Ein weiteres zentrales Thema der Gespräche war das 17 Milliarden US-Dollar schwere Infrastrukturprojekt der sogenannten „Entwicklungsstraße“. Das Megaprojekt – ein 1.200 Kilometer langes Netz aus Autobahnen, Eisenbahnstrecken und Pipelines – soll den irakischen Hafen Basra direkt mit der türkischen Grenze und weiter mit Europa verbinden.

Nach Angaben des türkischen Transportministers Abdülkadir Uraloğlu stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss. Der Baubeginn sei noch vor Ende 2026 geplant, um den Irak unabhängig von den unsicheren Seewegen im Golf an europäische Märkte anzubinden.

Parallel dazu verhandeln beide Staaten über ein Nachfolgeabkommen für die im Juli 2026 ausgelaufene Kirkuk-Ceyhan-Pipeline. Energieminister Alparslan Bayraktar betonte, dass ein neuer Vertrag die volle Kapazität der Pipeline von bis zu 1,5 Millionen Barrel pro Tag garantieren müsse. Zudem prüfe die Türkei Möglichkeiten, den Irak zur Behebung lokaler Engpässe mit Erdgas für dessen Kraftwerke zu versorgen.

 


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Freihandelsabkommen zwischen der Türkei und Ukraine

 

F-35-Verkauf
Trump zu F-35 für die Türkei: „Niemand schreibt mir vor, was wir verkaufen“

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Washington – Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt einen möglichen Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei seit Langem öffentlich ab. US-Präsident Donald Trump machte nun deutlich, dass er sich davon nicht beeinflussen lassen will. Auf die entsprechende Frage eines Reporters antwortete Trump: „Niemand schreibt mir vor, was wir verkaufen.“

Trump bezeichnete die Türkei zugleich als „großartigen Verbündeten“ und machte deutlich, dass er die strategische Bedeutung Ankaras innerhalb der NATO hoch einschätzt. Seine Äußerungen gelten als weiteres Signal, dass die Trump-Regierung eine Wiederannäherung an die Türkei vorantreiben will.

Der Streit um die F-35-Kampfjets gehört seit Monaten zu den größten außenpolitischen Konfliktthemen zwischen Washington, Ankara und Jerusalem. Während Trump eine Lösung anstrebt, lehnt Netanjahu eine Lieferung der Tarnkappenjets an die Türkei weiterhin entschieden ab. Der israelische Regierungschef argumentiert, moderne F-35-Jets könnten das militärische Kräftegleichgewicht in der Region zulasten Israels verändern.

Widerstand auch im US-Kongress

Nicht nur Israel stellt sich gegen eine mögliche Lieferung. Auch im US-Kongress formiert sich seit Monaten parteiübergreifend Widerstand gegen Trumps Pläne. Mehrere republikanische und demokratische Abgeordnete warnten das Weiße Haus vor einem Verkauf und verwiesen dabei unter anderem auf die angespannten Beziehungen zwischen Ankara und Jerusalem sowie auf die türkische Außenpolitik der vergangenen Jahre.

Zusätzlichen Druck üben einflussreiche Interessengruppen in Washington aus. Neben pro-israelischen Organisationen sprechen sich auch griechisch-amerikanische und armenisch-amerikanische Verbände gegen eine Rückkehr der Türkei in das F-35-Programm aus. Sie argumentieren, ein Verkauf könne die Stabilität im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten gefährden.

Warum die Türkei aus dem Programm ausgeschlossen wurde

Nach der Lieferung des russischen S-400-Luftabwehrsystems schlossen die USA die Türkei 2019 aus dem F-35-Programm aus und verhängten Ende 2020 zusätzlich Sanktionen nach dem „Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act“ (CAATSA). Diese gelten bis heute als eine der größten Hürden für eine mögliche Wiederaufnahme Ankaras in das Programm.

Washington begründete diesen Schritt mit Sicherheitsbedenken und der Sorge, dass sensible Technologien des Tarnkappenjets durch das russische System ausspioniert werden könnten.

Ankara weist diese Vorwürfe bis heute zurück. Die türkische Regierung argumentiert, sie habe sich erst für das russische System entschieden, nachdem die USA eine Lieferung von Patriot-Luftabwehrsystemen verweigert beziehungsweise keine aus türkischer Sicht akzeptablen Bedingungen angeboten hätten.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan fordert seit Jahren die Rückkehr der Türkei in das F-35-Programm und verweist darauf, dass Ankara als langjähriger NATO-Partner Milliarden US-Dollar in das Gemeinschaftsprojekt investiert habe.

Ob Trump seine Pläne letztlich gegen den Widerstand des Kongresses und wichtiger Verbündeter durchsetzen kann, bleibt offen. Seine jüngsten Äußerungen machen jedoch deutlich, dass er sich bei der Entscheidung über mögliche Waffenverkäufe nicht von der Haltung anderer Staaten leiten lassen will.

 


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New York
Nach Mamdanis Wahlsieg: Befürchtete Millionärsflucht bleibt aus

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New York – Vor dem Wahlsieg des demokratischen Sozialisten Zohran Mamdani warnten konservative Politiker, Unternehmer und Kommentatoren vor dramatischen wirtschaftlichen Folgen für New York City.

Insbesondere die von Mamdani vorgeschlagene Erhöhung des Einkommensteuerzuschlags für Spitzenverdiener wurde von Kritikern als Auslöser einer drohenden „Millionärsflucht“ bezeichnet. Vermögende Einwohner würden die Metropole verlassen und in steuerlich günstigere Bundesstaaten wie Florida oder Texas ziehen, lautete die Prognose.

Mehrere Monate nach Mamdanis Amtsantritt zeichnet sich bislang jedoch ein anderes Bild ab. Weder aktuelle Marktanalysen noch führende Vertreter der Immobilienbranche sehen Anzeichen für die vielfach angekündigte Abwanderung wohlhabender New Yorker.

Luxusimmobilienmarkt zeigt sich robust

Statt eines Einbruchs berichten mehrere Immobilienunternehmen von einer weiterhin hohen Nachfrage im Luxussegment Manhattans. Marktanalysen zufolge blieb der Verkauf hochpreisiger Immobilien auch nach Mamdanis Wahlsieg stabil. Teilweise wurden sogar steigende Vertragsabschlüsse im Luxussegment registriert.

Immobilienmakler erklärten gegenüber US-Medien, einige Kaufinteressenten hätten ihre Entscheidungen unmittelbar nach der Wahl zwar zunächst verschoben. Bereits kurze Zeit später seien jedoch viele dieser Käufer auf den Markt zurückgekehrt und hätten ihre geplanten Immobilienkäufe abgeschlossen.

Auch die vielfach prognostizierte Abwanderung wohlhabender Einwohner nach Florida oder Connecticut lasse sich nach Einschätzung mehrerer Branchenvertreter bislang nicht beobachten.

Wissenschaftler sehen Steuerflucht skeptisch

Unterstützung erhält diese Einschätzung auch aus der Forschung. Der US-Soziologe und Steuerexperte Cristobal Young beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, ob höhere Steuern tatsächlich zu einer Abwanderung vermögender Menschen führen.

Auf Grundlage umfangreicher Steuer- und Bevölkerungsdaten kommt Young zu dem Schluss, dass Millionäre deutlich seltener umziehen als häufig angenommen. Selbst bei Steuererhöhungen blieben viele an ihren Wohnorten, weil familiäre Bindungen, Unternehmen, berufliche Netzwerke und persönliche Lebensumstände für die Entscheidung meist wichtiger seien als steuerliche Unterschiede.

Vor diesem Hintergrund bewertet Young die im Zusammenhang mit Mamdanis Wahl geäußerten Warnungen vor einer Massenabwanderung mit Skepsis.

Weitere Entwicklungen unter Mamdani

Die Debatte reiht sich in eine Serie kommunalpolitischer Maßnahmen der neuen Stadtregierung ein. Seit seinem Amtsantritt brachte Mamdani unter anderem kostenlose Abendbetreuung für Familien auf den Weg und kündigte den Aufbau städtischer Lebensmittelmärkte an, in denen Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch, Milch oder Brot rund 30 Prozent günstiger angeboten werden sollen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung konnte zudem ein von der Vorgängerregierung übernommenes Haushaltsdefizit von mehr als zwölf Milliarden US-Dollar ausgeglichen werden. Gleichzeitig meldete das New York Police Department (NYPD) für das erste Halbjahr 2026 einen historischen Tiefstand der Gesamtkriminalität sowie einen deutlichen Rückgang der Tötungsdelikte.

Ob sich diese Entwicklungen langfristig fortsetzen, bleibt abzuwarten. Nach den bislang verfügbaren Marktdaten und den Einschätzungen von Immobilienexperten haben sich die vor Mamdanis Wahlsieg geäußerten Prognosen einer Millionärsflucht bislang jedoch nicht bestätigt.

 


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„Parents‘ Night Out“: Mamdani führt kostenlose Abend-Kinderbetreuung ein

Sánchez-Wandbild
Kinder in Gaza malen Pedro Sánchez – Spaniens Premier reagiert mit bewegender Botschaft

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Madrid – Zwischen den Trümmern des Gazastreifens haben lokale Künstler gemeinsam mit Kindern ein großes Porträt des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez gemalt. Mit dem Wandbild wollten sie sich nach eigenen Angaben für dessen anhaltende Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung bedanken.

Im ersten Video stellt sich das Mädchen Layan aus Gaza vor und erklärt den Hintergrund der Aktion.

„Ich bin Layan aus Gaza. Heute haben wir den Ministerpräsidenten Spaniens gemalt. Ich hoffe, dass dieses Bild ihn erreicht – und auch das spanische Volk, das wir sehr lieben“, sagt sie. Die Botschaft erreichte tatsächlich den spanischen Regierungschef.

Sánchez reagierte mit einer persönlichen Videobotschaft und richtete sich direkt an die Menschen im Gazastreifen.

„Die spanische Gesellschaft als Ganzes hört euch, sieht euch, liebt euch und vergisst euch nicht“, erklärte der Ministerpräsident. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Kinder in Gaza bald wieder ohne Angst zur Schule gehen, malen und in Frieden leben könnten.

Dank für Spaniens Haltung im Gaza-Krieg

Dass die Künstler ausgerechnet Pedro Sánchez porträtierten, kommt nicht von ungefähr. Der spanische Ministerpräsident zählt seit Monaten zu den schärfsten europäischen Kritikern der israelischen Regierung.

Spanien erkannte 2024 gemeinsam mit Irland und Norwegen den Staat Palästina an und setzt sich seither wiederholt für einen Waffenstillstand sowie eine Ausweitung der humanitären Hilfe für den Gazastreifen ein.

Sánchez sprach sich zudem mehrfach für Sanktionen gegen die israelische Regierung aus und bezeichnete Israel zuletzt als „völkermordenden Staat“. Israel weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

Der „Sánchez-Effekt“ zeigte sich bereits bei der Weltmeisterschaft

Wie groß die Sympathien für den spanischen Regierungschef inzwischen in Teilen der arabischen und muslimischen Welt sind, zeigte sich bereits nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Nach dem Finalsieg Spaniens gegen Argentinien wurde der Triumph in zahlreichen arabischen und muslimisch geprägten Ländern gefeiert. Auch im Gazastreifen versammelten sich trotz der schwierigen humanitären Lage viele Menschen, um den WM-Sieg Spaniens zu verfolgen und anschließend zu feiern.

Auf der Plattform X sprachen zahlreiche Nutzer vom sogenannten „Sánchez-Effekt“. Viele Kommentatoren führten die außergewöhnliche Unterstützung für Spanien nicht nur auf den Fußball zurück, sondern auch auf die Haltung der Regierung von Pedro Sánchez gegenüber den Palästinensern.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die spanische Nationalmannschaft durch den Ausnahmespieler Lamine Yamal. Nachdem dieser bei früheren Feierlichkeiten palästinensische Flaggen gezeigt hatte und dafür teilweise scharf kritisiert worden war, stellte sich Sánchez öffentlich hinter den Nationalspieler und verteidigte dessen Meinungsfreiheit.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Kinder und Künstler im Gazastreifen nun ausgerechnet Pedro Sánchez mit einem Wandbild würdigten.

Ein zweites Video berührt viele Menschen

Nachdem Sánchez auf das Wandbild reagiert hatte, veröffentlichte Layan ein weiteres Video. Darin zeigt sie sich sichtlich überrascht, dass ihre Botschaft den spanischen Ministerpräsidenten tatsächlich erreicht hat.

„Ich kann es nicht glauben. Der Ministerpräsident Spaniens hat auf unser Video geantwortet“, sagt das Mädchen.

Besonders ein Satz aus ihrer Botschaft wurde in den sozialen Netzwerken vielfach geteilt:

„Auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen, haben wir dieselben mitfühlenden Herzen.“

Die bewegende Szene verbreitete sich innerhalb kurzer Zeit auf zahlreichen Plattformen und wurde von vielen Nutzern als Zeichen dafür gewertet, dass politische Entscheidungen und öffentliche Worte selbst Menschen in einem Kriegsgebiet erreichen können.

Für Layan und die beteiligten Künstler war das Wandbild vor allem ein Zeichen des Dankes. Die Antwort des spanischen Regierungschefs machte daraus eine Geschichte, die weit über die Grenzen des Gazastreifens hinaus Beachtung fand.

 


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