Fußball International
Türkei beschließt Trennung von Nationaltrainer Vincenzo Montella

Istanbul – Die Zeit von Vincenzo Montella als Cheftrainer der türkischen Fußball-Nationalmannschaft steht vor dem Ende. Nach enttäuschenden Auftritten bei der Weltmeisterschaft und einer Negativserie in der UEFA Nations League hat der Türkische Fußballverband (TFF) die Reißleine gezogen

 Wie türkische und internationale Medien am Mittwoch übereinstimmend berichten, hat der Vorstand des Türkischen Fußballverbandes unter Präsident İbrahim Hacıosmanoğlu nach einer Sitzung auf dem Verbandsgelände in Riva den Beschluss gefasst, sich von Nationaltrainer Vincenzo Montella zu trennen.

Eine offizielle Bestätigung der Vertragsauflösung wird in Kürze erwartet. Der 52-jährige Italiener, der das Amt im September 2023 übernommen hatte, betonte zuletzt mehrfach, nicht freiwillig von seiner Position zurücktreten zu wollen. Nach anhaltender Kritik aus Medien und Fan-Kreisen entschied sich die TFF-Führung jedoch für die vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit.

Sportliche Talfahrt und Enttäuschung in der Nations League

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren die ernüchternden Ergebnisse der vergangenen Monate. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026 setzte sich der Negativtrend in der Gruppe A der UEFA Nations League fort.

Vier Niederlagen aus vier Spielen – darunter eine 1:3-Niederlage gegen Italien – führten zu deutlichem Unmut in den Stadien und Rufen nach personellen Konsequenzen. Aus den letzten sieben Pflicht- und Freundschaftsspielen verbuchte die Auswahl lediglich einen Sieg bei sechs Niederlagen.

Insgesamt kommt Montella in seinen 40 Spielen als Nationaltrainer der Türkei auf eine Bilanz von 21 Siegen, 5 Unentschieden und 14 Niederlagen.

Vertragsauflösung und Abfindung

Der ursprünglich bis nach der Europameisterschaft 2028 laufende Vertrag soll nun vorzeitig aufgelöst werden. Berichten zufolge beläuft sich die vertraglich geregelte Abfindung auf das Fünfmonatsgehalt des Trainers, was bei einem Jahresgehalt von rund 2,2 Millionen Euro einer Summe von knapp 550.000 Euro entspricht.

Wer die Nachfolge Montellas an der Seitenlinie der „Ay-Yıldızlılar“ antreten wird, ist derzeit noch offen. Der Verband hat die Suche nach einem neuen Cheftrainer aufgenommen.

 

Türkei
Izmir-Beben: Oberbürgermeister Cemil Tugay wechselt zur Erdogan-Partei

Izmir – Der Oberbürgermeister von İzmir, Cemil Tugay, ist zur regierenden AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan gewechselt. Der Schritt ist politisch besonders brisant: İzmir gilt seit Jahrzehnten als Hochburg der säkularen Opposition und als eine der wichtigsten Städte der Republikanischen Volkspartei CHP.

Die AKP konnte das Oberbürgermeisteramt dort bislang bei keiner Wahl gewinnen. Tugay war 2024 als CHP-Kandidat mit 49 Prozent der Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt worden, während der AKP-Kandidat auf 37 Prozent kam.

Proteste bereits vor Tugays Wechsel

Bereits am 5. und 6. Oktober gingen in İzmir Menschen gegen den angekündigten Wechsel Tugays zur AKP auf die Straße. Bei den Protesten wurde unter anderem darauf verwiesen, dass Tugay sein Mandat als CHP-Kandidat bei der Kommunalwahl 2024 erhalten hatte.

Demonstranten kritisierten deshalb, dass ein mit einem CHP-Mandat gewählter Oberbürgermeister anschließend zur Regierungspartei wechseln wolle. Am 6. Oktober versammelten sich erneut Bürger sowie Vertreter von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Gruppen. Bei den Protesten kam es nach Berichten türkischer Medien auch zu Polizeieinsätzen.

Eine Stadt mit besonderer politischer Geschichte

İzmir nimmt in der türkischen Politik eine Sonderstellung ein. Die westtürkische Millionenstadt an der Ägäis wird traditionell stark mit dem säkularen und sozialdemokratischen Lager verbunden. Seit 1999 wurde die Stadt durch Bürgermeister aus dem DSP- beziehungsweise CHP-Lager regiert, seit 2004 durchgehend von der CHP. Auch bei den vergangenen Kommunalwahlen konnte sich die CHP in İzmir deutlich gegen die AKP durchsetzen.

Gerade deshalb hat der Wechsel Tugays eine besondere symbolische Bedeutung. Damit steht erstmals ein amtierender Oberbürgermeister von İzmir als Mitglied der AKP an der Spitze der Stadt – allerdings nicht durch einen Wahlsieg der Regierungspartei, sondern durch den Parteieintritt des bisherigen CHP-Bürgermeisters.

Tugay hatte die CHP im Juni verlassen

Tugay war am 18. Juni aus der CHP ausgetreten und hatte sein Amt anschließend als unabhängiger Bürgermeister weitergeführt. Sein Austritt erfolgte vor dem Hintergrund der Entwicklungen innerhalb der CHP und der politischen Auseinandersetzungen um die Partei.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Hinweise auf einen Wechsel zur AKP verdichtet. Ende September beziehungsweise Anfang Oktober traf Tugay Präsident Erdoğan in Ankara. Am Mittwoch, dem 7. Oktober, erschien er schließlich im AKP-Parteizentrum. AKP-Generalsekretär Eyyüp Kadir İnan bestätigte den Beitritt. Tugay selbst sagte vor dem Gebäude: „İzmir’i güzel şeyler bekliyor. Hiç kimse merak etmesin“ – „İzmir erwarten schöne Dinge. Niemand soll sich Sorgen machen.“

Was bedeutet der Wechsel für Izmir?

Politisch verändert Tugays Wechsel zunächst vor allem die Zugehörigkeit des Oberbürgermeisters. Eine Mehrheit im Stadtrat erhält die AKP dadurch nicht. Der 184 Mitglieder umfassende İzmir Büyükşehir Belediye Meclisi hat derzeit 91 Mitglieder der Yeni Parti, 38 der AKP, 35 der CHP, sieben der MHP und einen der BBP. Hinzu kommen zwölf unabhängige Mitglieder, darunter bislang auch Tugay. Mit seinem Wechsel steigt die Zahl der AKP-Mitglieder im Stadtrat auf 39.

Für Erdoğan und die AKP hat der Wechsel deshalb eine besondere symbolische Bedeutung. İzmir gehört zu den wichtigsten Städten, in denen die Regierungspartei bislang keinen Oberbürgermeister durch eine Wahl stellen konnte. Mit Tugays Übertritt steht nun erstmals ein AKP-Mitglied an der Spitze der Stadtverwaltung.

 

 


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Rentenreform
Linke kritisiert Zusammensetzung der Rentenkommission

Berlin – Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag, Heidi Reichinnek, übt scharfe Kritik an der Rentenkommission der Regierung. Diese bestehe aus Politikern und Professoren, „die von ihren eigenen Empfehlungen größtenteils unberührt bleiben und Betroffene außen vor lassen“, sagte Reichinnek im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz).

Zudem verurteilte sie die Rentenpläne der Bundesregierung als „fatalen Fehler“ und forderte eine 180-Grad-Wende hin zu einem gerechteren System. „Die Altersarmut breitet sich immer weiter aus. Das ist in einem reichen Land wie Deutschland eine echte Schande.“

Vorschläge wie die Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung verschärften soziale Ungleichheiten drastisch und sorgten dafür, dass die Schere zwischen Arm und Reich im Alter noch weiter auseinandergehe, so die Linken-Politikerin gegenüber noz.

Hintergrund der Kritik sind die Empfehlungen der Rentenkommission, die unter anderem vorsehen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren („Rente mit 63“) abzuschaffen und die Altersgrenze für den Renteneintritt anzuheben.

Um die Pläne zu stoppen, will die Linksfraktion nun mit drei parlamentarischen Anträgen, die noz vorliegen, Änderungen an den Reformen erzwingen. Die Partei fordert unter anderem, die „Rente mit 63“ beizubehalten. Den Angaben der Linken zufolge landen 50 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer, die diese Rentenart beziehen, unter der Armutsgefährdungsschwelle. Damit sei das Argument der Kommission widerlegt, von dem Modell profitierten vor allem Besserverdiener.

Zudem warnt die Linksfraktion in den Anträgen vor einer Erhöhung des Renteneintrittsalters. Auch die von der Kommission empfohlene Abschaffung des Blockmodells für die Altersteilzeit sowie eine Erhöhung der Altersgrenze dafür von 55 auf 58 Jahre müssten gestoppt werden.

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Sachsen-Wahlen
CDU-Vize Prien: Klare Beschlusslage zu Umgang mit AfD und Linken

Berlin – Die Vize-Vorsitzende der Bundes-CDU, Familienministerin Karin Prien, hat sich nach der Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt besorgt geäußert.

Prien sagte am Mittwoch im rbb24 Inforadio, sie habe noch keine Bestätigung dafür, „dass in dieser geheimen Wahl geklärt ist, wer nun wie abgestimmt hat, aber ich will deutlich sagen: Sollten es Kolleginnen und Kollegen der CDU-Landtagsfraktion gewesen sein, dann ist das natürlich vollkommen inakzeptabel. Wir haben dazu klare Beschlüsse. Dazu gehört auch die Stimmabgabe für Anträge der AfD.“

Wenn es politische Ziele gebe, die die CDU Sachsen-Anhalts unterstützen wolle, „dann hat sie ja die Möglichkeit, als größte Oppositionspartei auch entsprechende Anträge anzubringen“, betonte Prien. „Ich wüsste nicht, warum man von dieser bisherigen Praxis abweichen sollte.“

Prien äußerte sich außerdem mit Blick auf die rot-grün-roten Vorgespräche nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl besorgt: „Diese Warnung vor einer Zusammenarbeit mit Radikalen gilt natürlich gleichermaßen – ohne die AfD und die Linke inhaltlich gleichzusetzen – auch für die Bestrebungen von SPD und Grünen in Berlin, eine Zusammenarbeit bis hin zu einer Koalition mit der radikalen Linken, wie sie in Berlin ist, anzustreben.“

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US-Wahlen
El-Sayed könnte erster Muslim im US-Senat werden – Obama unterstützt ihn

Detroit – Ex-US-Präsident Barack Obama will Ende Oktober gemeinsam mit dem demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed in Detroit auftreten. El-Sayed könnte bei einem Wahlsieg der erste Muslim im US-Senat werden. Obama unterstützt damit den progressiven Demokraten, der sich nach einem umkämpften Vorwahlkampf gegen die moderatere Abgeordnete Haley Stevens nun auf das Duell mit dem Republikaner Mike Rogers konzentriert.

Obama soll am 24. Oktober bei einer Wahlkampfveranstaltung in Detroit auftreten. Ebenfalls erwartet werden weitere führende demokratische Kandidaten in Michigan, darunter die Gouverneurskandidatin Jocelyn Benson. Der Auftritt fällt mit dem Beginn der vorgeschriebenen persönlichen Frühwahl in Michigan zusammen und könnte El-Sayed zusätzliche Aufmerksamkeit und Unterstützung verschaffen.

El-Sayed gewann umkämpfte Vorwahl

El-Sayed hatte im August die demokratische Vorwahl gegen Haley Stevens mit weniger als einem Prozentpunkt Vorsprung gewonnen. Dabei erhielt er Unterstützung prominenter progressiver Politiker wie dem unabhängigen Senator Bernie Sanders und der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez. Stevens wurde unter anderem von dem demokratischen Senatsführer Chuck Schumer unterstützt.

Der offene Senatssitz in Michigan gehört zu den Rennen, die über die künftige Mehrheitsverteilung im US-Senat entscheiden könnten. El-Sayed tritt gegen den republikanischen Kandidaten Mike Rogers an.

Auch die frühere Vizepräsidentin Kamala Harris hatte im September gemeinsam mit El-Sayed Wahlkampf gemacht. Obama sprach nach dessen Sieg in der Vorwahl telefonisch mit dem Kandidaten.

Trump bezeichnete El-Sayed als „Kommunisten“

El-Sayeds Kandidatur ist zugleich zum Angriffspunkt für US-Präsident Donald Trump und andere Republikaner geworden. Nach dem Sieg des Demokraten in der Vorwahl bezeichnete Trump El-Sayed unter anderem als „Communist loser“ und als Teil einer Welle von „Kommunisten“, die nach Trumps Darstellung „Elend“ und „Tod“ über die USA bringen würden.

Trump griff El-Sayed zudem wegen dessen politischer Positionen und seiner Kritik an der US-Unterstützung für Israel an. El-Sayed wies die Angriffe zurück und erklärte, Trump beschäftige sich stärker damit, seinen Namen auf eine bestimmte Weise auszusprechen, als mit den Problemen der Menschen in Michigan.

In einem aktuellen Wahlkampfauftritt setzt El-Sayed dagegen vor allem auf Themen wie Bezahlbarkeit, Gesundheitsversorgung und die Begrenzung des Einflusses von Unternehmens- und Lobbygeldern auf die Politik.

Obama verstärkt Engagement für die Demokraten

Obama hatte sich bei den Zwischenwahlen bislang vergleichsweise selektiv im Wahlkampf engagiert. In den letzten Wochen vor der Abstimmung will der ehemalige Präsident seine Aktivitäten jedoch deutlich ausweiten. Nach Angaben der Associated Press hat Obama zuletzt rund zwei Dutzend Wahlkampfspots für demokratische Kandidaten aufzeichnen lassen. Weitere Auftritte sollen folgen.

Bereits in diesem Jahr trat Obama unter anderem mit dem Senatskandidaten Josh Turek in Iowa auf und unterstützte Kandidaten in Texas. In Michigan könnte sein Auftritt nun vor allem dazu beitragen, demokratische Wähler zu mobilisieren und El-Sayed nach dem schwierigen Vorwahlkampf stärker innerhalb der Partei zu verankern.

Neben dem Senatsrennen stehen in Michigan auch die Wahlen zum Gouverneursamt, zum Secretary of State und zum Attorney General sowie die Mehrheitsverhältnisse im Parlament des Bundesstaates auf dem Spiel. Benson tritt bei der Gouverneurswahl gegen den republikanischen Abgeordneten John James an. El-Sayed und Rogers sollen am 8. Oktober erstmals in einer Fernsehdebatte aufeinandertreffen.

 


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Gaza-Konflikt
Angelina Jolie macht auf Gaza-Zerstörung aufmerksam

Los Angeles – Die Oscar-Preisträgerin und ehemalige Sondergesandte des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Angelina Jolie, hat auf das Ausmaß der Zerstörungen im Gazastreifen aufmerksam gemacht. Unter Berufung auf Satellitenbilder rief sie dazu auf, die Schäden eigenständig nachzuvollziehen.

Vorher-Nachher-Aufnahmen der Region

Über das soziale Netzwerk Instagram teilte Angelina Jolie. „Man kann jetzt Google Earth öffnen und sehen, was mit Gaza gemacht wurde“, schrieb die Schauspieler in ihrem Beitrag. Die veröffentlichten Satellitenbilder vergleichen städtische Gebiete vor Beginn der Militäroperation mit Aufnahmen aus dem Sommer 2026.

Die Aufnahmen dokumentieren unter anderem Zerstörungen im Umfeld der Al-Qadisiyah-Schule in Rafah, in der Stadt Chan Yunis sowie an der Omar-Mukhtar-Straße in Gaza-Stadt. „Ganze Nachbarschaften wurden in Schutt und Asche gelegt“, erklärte Jolie. Wohngebäude, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser sowie Straßen, Wasser- und Sanitärsysteme seien flächendeckend beschädigt oder zerstört worden.

UN-Daten belegen massive Infrastrukturschäden

Jolie stützte ihre Aussagen auf Analysen der Vereinten Nationen. Demnach wiesen bis Juni 2026 rund 82 Prozent aller Strukturen im Gazastreifen Beschädigungen auf. Etwa zwei Drittel dieser betroffenen Bauwerke wurden als vollständig zerstört eingestuft.

Zudem wies Jolie auf die dramatische Lage der Zivilbevölkerung vor dem bevorstehenden Winter hin. Laut humanitären Kennzahlen benötigen derzeit rund 1,98 Millionen Menschen – was etwa 94 Prozent der Gesamtbevölkerung des Enklave entspricht – Notunterkünfte und grundlegende Hilfsgüter. Der Zugang für Hilfsgüter und Baumaterialien sei jedoch weiterhin von Beschränkungen und Verzögerungen betroffen.

Appell an die internationale Gemeinschaft

Die Satellitenbilder könnten zwar das physische Ausmaß der Zerstörung dokumentieren, nicht jedoch das menschliche Leid vor Ort abbilden, so Jolie weiter: „Was sie nicht zeigen können, ist, was es bedeutet, mittendrin zu leben, was mit den getöteten Familien geschehen ist und wie das Leben für die Überlebenden aussieht.“

Abschließend forderte die langjährige UN-Sondergesandte die ungehinderte Lieferung von Notunterkünften, medizinischer Versorgung und humanitärer Hilfe sowie die Schaffung von Bedingungen, die den Wiederaufbau von Wohnhäusern, medizinischen Einrichtungen und Schulen ermöglichen.

Angelina Jolie war von 2001 bis 2022 mehr als zwei Jahrzehnte lang als Sondergesandte für das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR tätig.

 


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Israel-Krise
CIA-Analyse warnt vor Zusammenbruch Israels

Washington/Jerusalem – Ein als geheim eingestuftes Gutachten der amerikanischen Central Intelligence Agency warnt vor einer ernsthaften Gefahr des Bürgerkriegs oder gar des Staatszerfalls in Israel.

Das geht aus Berichten des US-amerikanischen Investigativmediums Drop Site News hervor, dem zwei US-Quellen den Inhalt des Dokuments beschrieben haben. Das Gutachten mit dem Titel „Fracture From Within“ — Riss von innen — wurde vom sogenannten Red Cell der CIA erarbeitet, einer Einheit die ausdrücklich damit beauftragt ist, vorherrschende Annahmen zu hinterfragen und blinde Flecken innerhalb des Geheimdienstapparats aufzudecken.

Das Dokument, das dem Vernehmen nach im August verfasst wurde, stützt sich auf eine Kombination aus öffentlich zugänglichen Informationen und US-Geheimdiensterkenntnissen. „Die Autoren dieses Gutachtens sind Israel-Experten“, sagte eine Quelle aus dem Nachrichtendienstumfeld gegenüber Drop Site News. „Das hier ist kein phantastisches Gedankenspiel — angesichts der bevorstehenden Wahlen und der Brüche in Israel sollten wir deren Schlussfolgerung ernst nehmen, dass Israel nur einen Funken von einem echten internen Konflikt entfernt ist.“

Wirtschaftskrise, Trauma und religiöse Spaltung

Als treibende Faktoren nennt das Gutachten eine volatile Mischung innenpolitischer Druckpunkte: eine schwere Wirtschaftskrise bei gleichzeitig explodierenden Militärausgaben, die Rückkehr zehntausender schwer bewaffneter Veteranen aus langen Kampfeinsätzen — viele mit ernsthaften psychischen Traumata — und eine tiefe gesellschaftliche Verbitterung über die generelle Wehrpflichtbefreiung ultraorthodoxer jüdischer Männer.

Letzteres gehört laut dem Bericht zu den schärfsten Bruchlinien in der israelischen Gesellschaft. Ultraorthodoxe Männer genießen traditionell weitgehende Befreiungen vom Militärdienst, während sie weiterhin staatliche Unterstützung erhalten.

In einer Zeit, in der Reservisten wiederholt über Monate von Familien und Berufen getrennt wurden, hat diese Regelung für massiven Unmut gesorgt. Hinzu kommt der allgemeine Preisanstieg: Die Lebensmittelkosten in Israel sind in den vergangenen zwei Jahren um 9,5 Prozent gestiegen — ein erheblicher Druck auf Haushalte, die bereits unter den wirtschaftlichen Folgen mehrerer Kriege leiden.

Netanyahu zwischen Machterhalt und Verfassungskrise

Als weiteren Destabilisierungsfaktor benennt das CIA-Gutachten Premierminister Benjamin Netanyahu selbst. Dieser kämpfe um seinen Machterhalt und schüre dabei eine Verfassungskrise. Bei den israelischen Wahlen am 27. Oktober rangeln laut aktuellen Umfragen sowohl der Netanyahu-Block als auch die Anti-Netanyahu-Parteien um die für eine Regierungsbildung notwendigen 61 Sitze — ohne dass ein Lager diese Schwelle derzeit sicher erreicht.

Bemerkenswert: Die Kritik an Netanyahu speist sich laut dem Gutachten überwiegend nicht aus einer grundsätzlichen Ablehnung des israelischen Vorgehens in Gaza oder Libanon — sondern aus Wut über sein Krisenmanagement und seine Verantwortung für das Versagen der Geheimdienste vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023.

Historische Analogien und wachsende Isolation

Die CIA-Quellen verwiesen auf historische Parallelen zu traumatisierten, bewaffneten Veteranengruppen nach großen Kriegen. „Die Freikorps Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg bestanden aus PTSD-geplagten Veteranen mit Waffen und einem Hunger nach Gewalt“, sagte eine Quelle. „Ich sage nicht, dass Israel nach Gaza das Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg ist — aber bestimmte Aspekte erinnern mich daran.“

Hinzu kommt eine wachsende internationale Isolation. Innerhalb der US-amerikanischen Sicherheitsarchitektur sei Frustration über Israel unübersehbar geworden, hieß es in dem Bericht.

„Der Geheimdienst, wie Amerika, wie das Militär, wie alle, wird zunehmend frustriert über das echte und politische Kapital, das für die Stützung Israels aufgewendet wird“, sagte eine Quelle. „Wir integrieren unsere militärisch-industriellen Kapazitäten immer tiefer mit einem Land, das uns in einen Krieg hineingezogen hat, den wir verlieren — einem Land, das uns bespitzelt.“

Laut einer weiteren CIA-Einschätzung, über die das Medium Capital & Empire im Juli berichtete, betrachten israelische Regierungsvertreter selbst die Erosion des amerikanischen politischen Konsenses zugunsten Israels als langfristige Bedrohung.

Als Reaktion darauf versuche Israel, seine Bindungen an den US-amerikanischen Militär-, Geheimdienstund Rüstungsapparat so tief zu verankern, dass künftige amerikanische Regierungen sie nur schwer lösen könnten. Laut einer Pew-Studie vom Frühjahr betrachteten 60 Prozent der US-Amerikaner Israel negativ — ein Anstieg von 53 Prozent im Vorjahr.

Szenarien des Zerfalls

Das CIA-Gutachten spielte auch konkrete Eskalationsszenarien durch: Technologie- und KI-Unternehmen könnten Investitionen oder Personal aus Israel abziehen und damit die ohnehin angeschlagene Wirtschaft weiter schwächen.

Arabische Regierungen könnten den strategischen Wert einer weiteren Normalisierung mit Israel neu bewerten. Und Hamas oder Hisbollah könnten eine Phase innenpolitischer Schwäche gezielt ausnutzen. Das Dokument verwendete dabei ausdrücklich den Begriff „Bürgerkonflikt“, wie die Quellen gegenüber Drop Site News bestätigten.

Jahrzehntelang habe Israels Macht nicht nur auf Waffen und amerikanischer Unterstützung beruht, sondern auf der Projektion innerer Unzerstörbarkeit, schlussfolgert das Gutachten. Doch unter dieser Oberfläche häuften sich wirtschaftliche, politische und soziale Widersprüche an, die militärische Stärke allein nicht mehr aufzulösen vermöge.

 


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Spannungen in Jaffa
Israel: „Sie zwangen mich, mich auszuziehen“

Tel Aviv – Die israelische Polizei steht nach dem harten Vorgehen gegen einen hochrangigen christlichen Geistlichen unter erheblichem Druck. Nach der Festnahme von Vater Constantine, dem Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Jaffa, am 29. September sorgt der Fall nun für internationale Bestürzung.

Nach seiner Freilassung erhob der Geistliche schwere Vorwürfe wegen Amtsmissbrauchs, Polizeigewalt und gezielter Erniedrigung durch die Sicherheitskräfte.

Der Vorfall in Jaffa: „Ich stehe unter Schock“

Der Vorfall ereignete sich während eines Polizeieinsatzes auf offener Straße. Laut Berichten der israelischen Zeitung Haaretz kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung, als Vater Constantine, der sich in seiner offiziellen klerikalen Kleidung befand, gegen das Vorgehen der Einsatzkräfte protestieren wollte.

Er habe den Beamten laut eigenen Angaben lediglich gesagt, ihr Verhalten sei „eine Schande“.

Die Situation eskalierte schnell, woraufhin die Beamten dem Geistlichen Handschellen anlegten und ihn abführten. Auf der Polizeiwache in der Salameh-Straße in Jaffa folgte laut den Aussagen des Pfarrers eine systematische Demütigung: Die Polizisten hätten ihn gezwungen, sich für eine Leibesvisitation komplett auszuziehen, während er vulgär beschimpft und verspottet worden sei.

Die israelische Polizei weist die Vorwürfe der Misshandlung zurück und wirft dem Pfarrer stattdessen die Behinderung eines Beamten im Dienst vor. Vater Constantine zeigte sich zutiefst erschüttert und betonte, dass er als Geistlicher die Pflicht habe, gegen Ungerechtigkeit aufzustehen. Israelische Oppositionspolitiker sprachen angesichts des Vorfalls von einer zunehmenden Verrohung der Polizeikultur unter dem rechtsextremen Polizeiminister Itamar Ben-Gvir.

Wachsende Kritik an Israels Umgang mit Christen

Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Kette von Ereignissen, die den Umgang Israels mit der christlichen Minderheit im Land sowie in den Palästinensischen Gebieten zunehmend in die internationale Kritik rücken.

Menschenrechtsorganisationen und Kirchenvertreter beklagen seit Längerem eine spürbare Zunahme von Intoleranz und staatlicher Repression. Besonders in der Jerusalemer Altstadt und im Westjordanland wird die Religionsausübung christlicher Gemeinschaften immer wieder durch massive Sicherheitsauflagen und Absperrungen beeinträchtigt.

So kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Vorfällen, bei denen selbst hochrangigen Kirchenvertretern der freie Zugang zu zentralen Heiligtümern während wichtiger Feiertage verwehrt wurde. Hinzu kommt eine wachsende Zahl von Übergriffen durch jüdisch-extremistische Gruppen im Kernland, die christliche Kleriker im öffentlichen Raum attackieren, anspucken oder religiöse Symbole beschädigen, ohne dass die Behörden konsequent einschreiten.

Die anhaltenden Spannungen verdeutlichen für Kritiker, dass der jüngste Übergriff in Jaffa kein Einzelfall ist, sondern symptomatisch für eine tiefere Krise im Umgang mit religiösen Minderheiten steht.

 


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Analiz
Aliyev’in Konuşması ve Türkiye: Eleştiriler Neden Asıl Meseleyi Kaçırıyor?

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Toghrul Hasanzadeh

Azerbaycan Cumhurbaşkanı İlham Aliyev’in 2 Ekim 2026’da iktidardaki Yeni Azerbaycan Partisi’nin VIII. Kurultayı’nda yaptığı konuşma, Bakü’nün çok ötesinde de tartışmalara yol açtı. Özellikle Azerbaycan’ın dışarıdan „yardım veya himayeye“ ihtiyaç duymadığı ve dış politikasını, hiç kimsenin ülkenin iç işlerine müdahale edemeyeceği şekilde yürütmesi gerektiği yönündeki sözleri dikkat çekti.

Aliyev, ülkenin kendi ordusuna, kendi kaynaklarıyla satın aldığı silahlara, ekonomik bağımsızlığına ve yıllar içinde izlenen politikaların sonucunda elde edilen bağımsızlık anlayışına vurgu yaptı. Aynı zamanda dünyada iki süper güç bulunduğunu, bunların ABD ve Çin olduğunu ve üçüncü bir süper gücün olmadığını söyledi. Bu değerlendirmesinde Rusya’dan söz etmedi. Bu da Bakü açısından oldukça doğrudan bir mesaj niteliğinde.

Bazı yorumcular Aliyev’in sözlerini Türkiye’ye yönelik bir eleştiri ve Bakü-Ankara ilişkilerinde bir soğuma işareti olarak değerlendirdi. Ancak bunu doğrudan böyle yorumlamak doğru olmaz. Aliyev konuşmasının bu bölümünde Türkiye’nin adını anmadı. Üstelik bu tür açıklamaların muhatabı olabilecek ve Ankara’dan daha yakın duran başka aktörler de bulunuyor.

Konuşmanın muhatabı kim?

Azerbaycan, tarih boyunca Güney Kafkasya’da nüfuz sahibi olmaya çalışan Rusya ve İran’ın arasında yer alıyor. Rusya-Pers savaşlarının ardından bölge, Rus ve Pers imparatorlukları arasında paylaşıldı. Bu durum 1813 tarihli Gülistan Antlaşması ve 1828 tarihli Türkmençay Antlaşması ile resmiyet kazandı.

Azerbaycan’ın 1991’de bağımsızlığını yeniden kazanmasından bu yana Tahran’la ilişkiler defalarca kriz ve normalleşme dönemlerinden geçti. Ocak 2023’te Azerbaycan’ın Tahran Büyükelçiliği silahlı bir saldırının hedefi oldu. Uzun süren görüşmelerin ardından büyükelçilik 2024 yazında yeniden faaliyetlerine başladı.

Moskova ile ilişkiler de belirgin biçimde kötüleşti. Aralık 2024’te bir Azerbaycan yolcu uçağı, Rusya toprakları üzerindeki Grozni’ye yaklaşırken düşürüldü. Bakü’nün ve çok sayıda uzmanın değerlendirmesine göre uçağın Rus hava savunması tarafından vurulduğu belirtildi. Bunun ardından diplomatik kriz yaşandı. Şubat 2025’te Bakü, „Rus Evi“nin faaliyetlerini sonlandırdı.

Gerekçeler arasında kuruluşun gerekli kaydının bulunmaması ve Azerbaycan yasalarının ihlal edildiği iddiaları yer aldı. 2025 yazında Rusya’daki Azerbaycan diasporasına mensup kişilere yönelik tutuklama dalgası da iki ülke arasındaki gerilimi daha da artırdı.

Bu çerçevede Aliyev’in ülkesinin bağımsızlığına yaptığı vurgu, öncelikle Azerbaycan dış politikasının genel çizgisinin devamı olarak görülebilir. Böyle bir coğrafi konuma sahip bir devlet için kendi hareket alanını korumak uzun vadeli stratejik bir meseledir.

Azerbaycan aynı zamanda çok sayıda ülkeyle ilişkilerini sürdürüyor. Türkiye ile yakın bir ittifakı bulunurken Rusya ve İran’la da çalışma ilişkilerini devam ettiriyor; Avrupa Birliği, İsrail, Çin ve Orta Asya ülkeleriyle iş birliği yapıyor. Bu aktörlerin çıkarları her zaman örtüşmüyor. Bu nedenle Bakü, farklı çıkarlar ve güç merkezleri arasında sürekli bir denge kurmak zorunda.

Avrupa neden bundan etkileniyor?

Azerbaycan, Rusya’nın Avrupa ve özellikle Almanya açısından önemli bir gaz tedarikçisi konumunun yerini alamaz. Ülkenin asıl önemi, kaynakların çeşitlendirilmesinde yatıyor.

Azerbaycan 2025 yılında Avrupa Birliği’ne yaklaşık 11,3 milyar metreküp doğal gaz gönderdi. Bu miktar, AB’nin toplam gaz ithalatının yaklaşık yüzde 3,9’una karşılık geliyor.

Ocak 2026’dan bu yana Azerbaycan gazı Almanya ve Avusturya’ya da ulaşıyor. Almanya açısından özellikle SOCAR ile SEFE arasında imzalanan ve yılda yaklaşık 1,5 milyar metreküpe kadar gaz tedarik edilmesini öngören on yıllık sözleşme önem taşıyor.

Azerbaycan ve Türkiye üzerinden başka önemli bağlantılar da geçiyor. Bakü-Tiflis-Ceyhan petrol boru hattı ve TANAP doğal gaz boru hattı, Hazar bölgesindeki kaynakları Avrupa pazarıyla buluşturuyor. Bakü-Tiflis-Kars demiryolu hattı ve Orta Koridor ise Orta Asya’dan Hazar Denizi, Kafkasya ve Türkiye üzerinden Avrupa’ya uzanan kara bağlantısını oluşturuyor.

2022 yılında AB ile Azerbaycan, Güney Gaz Koridoru’nun genişletilmesi ve 2027 yılına kadar yıllık en az 20 milyar metreküp gaz tedarik edilmesi konusunda anlaşmıştı. Fiili miktarlar ise şu ana kadar bu seviyenin oldukça altında kalıyor. Rusya’nın Ukrayna’ya saldırısından bu yana alternatif enerji kaynakları ve ulaşım güzergâhları Avrupa açısından daha fazla önem kazandı.

Bu nedenle Bakü ile Ankara arasındaki ilişkiler artık yalnızca bölgesel bir mesele değil. Avrupa, Kafkasya ve Orta Asya arasındaki enerji, ulaşım ve ticaret bağlantılarının istikrarı da bu ilişkilerin durumundan etkileniyor.

İki ülkeyi birbirine bağlayan nedir?

„Bir millet, iki devlet“ ifadesi çoğu zaman yalnızca siyasi bir slogan olarak görülüyor. Oysa bu ifade aynı anda iki gerçeği anlatıyor. Bir yandan iki toplum arasında güçlü bir tarihsel ve kültürel bağ bulunuyor. Diğer yandan ise kendi çıkarları olan iki egemen devlet söz konusu.

Azerbaycan’ın 1991’de bağımsızlığını yeniden kazanmasının ardından Türkiye, bağımsızlığı tanıyan ilk ülke oldu. Ankara, 1993 yılında Kelbecer’in Ermeni güçlerinin eline geçmesinin ardından Ermenistan sınırını kapattı. Türkiye ayrıca Ermenistan ile İran arasında bulunan Azerbaycan eksklavı Nahçıvan’a da destek verdi.

Sonraki yıllarda iki ülke arasındaki ilişkiler klasik diplomasinin çok ötesine geçti. Kültür, eğitim, ekonomi, ulaştırma ve çok sayıda kişisel bağ bu ilişkinin parçaları haline geldi.

2021 tarihli Şuşa Beyannamesi’nde iki bilinen ifade yan yana yer alıyor. Mustafa Kemal Atatürk’e atfedilen „Azerbaycan’ın sevinci sevincimiz, kederi kederimizdir“ sözü ile bugünkü Cumhurbaşkanı’nın babası Haydar Aliyev’in ortaya koyduğu „Bir millet, iki devlet“ ifadesi. Beyanname, her iki sözü de iki halkın milli ve manevi mirasının parçası olarak tanımlıyor.

Aynı belge ise iki ülkenin bağımsızlığını, egemenliğini ve içişlerine müdahale etmeme ilkesini de vurguluyor. Her iki tarafın bağımsız bir dış politika yürütme hakkı korunurken, ortak çıkarları ilgilendiren konularda politikaların koordinasyonu da öngörülüyor.

Bugünkü ilişkileri en iyi anlatan da tam olarak bu kombinasyon. İki toplum arasındaki yakın bağ, devletlerden birinin diğerine tabi olduğu anlamına gelmiyor.

Kardeşlikten stratejik ortaklığa

Tarihsel yakınlığın arkasında artık somut bir karşılıklı çıkarlar sistemi bulunuyor. Türkiye, Azerbaycan’ın en önemli siyasi, ekonomik, askeri ve ulaştırma ortaklarından biri haline geldi. Ankara açısından Azerbaycan, Güney Kafkasya’da önemli bir müttefik, enerji alanında önemli bir ortak ve Hazar bölgesi ile Orta Asya’ya açılan bir bağlantı noktası konumunda.

Bu bağ, 2020’deki İkinci Karabağ Savaşı sırasında özellikle belirgin hale geldi. Savaşın fiili çatışmalarını Azerbaycan ordusu yürüttü. Azerbaycan, yıllar boyunca askeri kapasitesini geliştirmiş ve farklı ülkelerden silah tedarik etmişti. Aynı zamanda Türkiye Bakü’ye önemli siyasi ve stratejik destek sağladı. Bu denklemin her iki tarafı da önem taşıyor.

Bugün Azerbaycan askeri kapasitesini geliştirmeye ve kendi savunma sanayisini büyütmeye devam ediyor. Türkiye ile iş birliği bu nedenle yalnızca hazır silah sistemlerinin satın alınması şeklinde değerlendirilemez. 2026 ADEX Savunma Fuarı’nda Türk şirketleri ile Azerbaycanlı ortakları arasında 500 milyon ABD dolarının üzerinde anlaşma ve sözleşme imzalandı.

Bunlar arasında HÜRKUŞ eğitim uçakları, Mızrak gezinen mühimmat sistemi, Antidot sistemi ve Barbaros kıyı savunma sistemi gibi ürün ve sistemler bulunuyor. Ayrıca yerel üretime ilişkin anlaşmalar ile ASELSAN ve NOVASİS’in Nahçıvan’da ortak bir tesis kurmasına yönelik bir ön protokol de imzalandı.

Dolayısıyla karşılıklı bağımlılık yalnızca tek yönlü işlemiyor. Türkiye, Azerbaycan’ın savunma kapasitesini daha bağımsız biçimde geliştirmesine katkı sağlıyor. Aynı zamanda bu ittifak, Azerbaycan’ın kendi sanayi altyapısını oluşturması için yeni imkanlar yaratıyor.

Bununla birlikte iki ülke arasında belirgin bir ekonomik ve siyasi güç farkı bulunuyor. Türkiye; nüfus, ekonomi, sanayi ve askeri kapasite bakımından Azerbaycan’dan açık şekilde daha büyük. Azerbaycan ayrıca Avrupa pazarlarına ulaşmak için önemli ölçüde Türk topraklarına, savunma alanında ise belirli teknolojiler açısından Türkiye’ye ihtiyaç duyuyor.

Bu nedenle Bakü açısından ortaklıklarını çeşitlendirmek ve stratejik ittifakın tek taraflı bir bağımlılığa dönüşmesini engellemek özellikle önemli.

Egemenlik vurgusunun Azerbaycan açısından pratik anlamı da burada ortaya çıkıyor.

Kardeşlik, her konuda aynı görüşte olmak anlamına gelmiyor

Bakü ile Ankara arasında zaman zaman farklı pozisyonlar bulunuyor. Son yıllarda bunların en görünür olduğu alanlardan biri İsrail ile ilişkiler ve Gazze savaşı oldu. Rusya, İran, enerji politikası ve bazı bölgesel krizler konusunda da iki taraf her konuda aynı düşünmüyor.

Buna rağmen iki başkent arasında açık bir siyasi çatışma bulunmuyor. Aksine iş birliği genişlemeye devam ediyor.

Bu nedenle Türkiye’de Azerbaycan hükümetini eleştiren herkesin Azerbaycan’a düşman olduğu söylenemez.

Aynı durum Azerbaycan’da Türk hükümetine yönelik eleştiriler için de geçerli. İlham Aliyev 2003’ten bu yana iktidarda, Recep Tayyip Erdoğan ise uzun yıllardır Türkiye siyasetinin belirleyici aktörlerinden biri. İki liderin gözle görülür derecede yakın bir kişisel ilişkisi bulunuyor. Ancak iki toplum arasındaki bağ bundan daha geniş ve bu siyasi ilişki olmasa da varlığını sürdürecek nitelikte.

Bu bağ; ortak tarih, dil, altyapı ve ekonomik çıkarlara dayanıyor. Bu nedenle Türkiye ve Azerbaycan, her iki ülkede de birçok kişi tarafından doğal müttefikler olarak görülüyor.

Avrupalı okuyucular açısından bu ayrım önemli. Azerbaycan’ın veya Türkiye’nin siyasi sistemini eleştirmek mümkün. Aynı zamanda iki toplum arasında özel bir tarihsel ve kültürel bağ bulunduğunu kabul etmek de mümkün.

Son haftalar ne gösteriyor?

Tek tek manşetlere değil, somut siyasi ve ekonomik adımlara bakıldığında, iki ülke arasındaki iş birliğinin zayıflamasından çok derinleştiği görülüyor.

Eylül sonu ve ekim başında Azerbaycan’da „Birlik Gücü 2026“ askeri tatbikatları gerçekleştirildi. Tatbikatlara Azerbaycan, Türkiye ve Özbekistan’dan 3.500’den fazla asker katıldı. İran, Gürcistan, Pakistan ve Orta Asya’nın çeşitli ülkelerinden temsilciler ise gözlemci olarak yer aldı.

2 Ekim’de Şuşa’da Azerbaycan, Türkiye ve Gürcistan savunma bakanlarının üçlü toplantısı da gerçekleştirildi. Görüşmelerin merkezinde askeri iş birliği ve bölgesel güvenlik vardı.

Bunun Avrupa açısından somut bir anlamı bulunuyor.

Azerbaycan, Türkiye ve Gürcistan, Hazar bölgesi ile Avrupa pazarı arasındaki en önemli bağlantılardan birinin üzerinde bulunuyor. Bu bağlantı ne kadar istikrarlı olursa enerji ve ulaştırma projeleri, özellikle de Orta Koridor için o kadar fazla imkan ortaya çıkıyor.

Ortadoğu’da, Hürmüz Boğazı çevresinde ve Basra Körfezi’nde istikrarsızlığın arttığı bir dönemde, güvenilir kara ve Hazar güzergâhları daha da önem kazanıyor.

Bu nedenle Aliyev’in egemenlik konusundaki sözleri, tek başına Azerbaycan-Türkiye ittifakında bir kriz yaşandığının göstergesi değil. İki devlet yakın müttefik olabilir ve aynı zamanda kendi bağımsız dış politikalarını yürütme hakkını savunabilir.


Köşe yazıları yazarların görüşlerini yansıtmakta olup NEX24‚ün tutumunu temsil etmeyebilir


Yazar Hakkında

Toghrul Hasanzade, Avrupa dış politikası, uluslararası ilişkiler ve eski Sovyet coğrafyası konularına odaklanan bir siyasi analist ve serbest yazardır. Europa-Universität Viadrina’da Avrupa Çalışmaları eğitimi almış ve Almanya Federal Meclisi (Deutscher Bundestag) Uluslararası Parlamento Burs Programı (IPS) bursiyeri olmuştur. Yazıları düzenli olarak Azerbaycan medyasında yayımlanmaktadır. Ayrıca, televizyon programlarında Avrupa politikası uzmanı olarak yer almaktadır.


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Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Gastkommentar
Alijew-Rede und die Türkei: Warum die Kritik am eigentlichen Thema vorbeigeht

Ein Gastkommentar von Toghrul Hasanzadeh

Die Rede des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev auf dem VIII. Parteitag der regierenden Partei „Yeni Azərbaycan“ am 2. Oktober 2026 hat weit über Baku hinaus für Diskussionen gesorgt. Besonders beachtet wurden seine Aussagen, Aserbaidschan brauche keine „Hilfe oder Schirmherrschaft“ von außen und müsse seine Außenpolitik so gestalten, dass sich niemand in seine Angelegenheiten einmische.

Aliyev verwies auf die eigene Armee, auf Waffen, die mit eigenen Mitteln gekauft worden seien, auf wirtschaftliche Eigenständigkeit und auf die Unabhängigkeit als Ergebnis einer langjährigen Politik. Zugleich erklärte er, es gebe in der Welt zwei Supermächte, die USA und China, eine dritte gebe es nicht. Russland nannte er in diesem Zusammenhang nicht. Auch das ist für Baku eine sehr direkte Botschaft.

Ein Teil der Kommentatoren interpretierte die Rede als Kritik an der Türkei und als Zeichen einer Abkühlung zwischen Baku und Ankara. Das ist zu direkt. Die Türkei wurde in diesem Abschnitt nicht genannt. Zudem gibt es mehrere mögliche Adressaten solcher Aussagen, die näher liegen als Ankara.

An wen richtet sich die Rede?

Aserbaidschan liegt zwischen Russland und Iran, zwei Staaten, die historisch Einfluss auf den Südkaukasus beansprucht haben. Nach den russisch-persischen Kriegen wurde die Region zwischen dem Russischen und dem Persischen Reich aufgeteilt. Festgeschrieben wurde dies durch den Vertrag von Gulistan von 1813 und den Vertrag von Turkmenchai von 1828.

Seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Aserbaidschans im Jahr 1991 haben die Beziehungen zu Teheran wiederholt Krisen und Phasen der Normalisierung erlebt. Im Januar 2023 wurde die aserbaidschanische Botschaft in Teheran Ziel eines bewaffneten Angriffs. Nach langen Verhandlungen nahm die Botschaft im Sommer 2024 ihre Arbeit wieder auf.

Auch das Verhältnis zu Moskau hat sich deutlich abgekühlt. Im Dezember 2024 wurde ein aserbaidschanisches Passagierflugzeug beim Anflug auf Grosny über russischem Gebiet abgeschossen. Nach Einschätzung Bakus und mehrerer Experten traf es die russische Flugabwehr. Es folgte eine diplomatische Krise. Im Februar 2025 stellte Baku die Tätigkeit des „Russischen Hauses“ ein.

Als Begründung wurden unter anderem fehlende Registrierung und Verstöße gegen aserbaidschanisches Recht genannt. Im Sommer 2025 verschärfte eine Welle von Festnahmen unter Angehörigen der aserbaidschanischen Diaspora in Russland die Spannungen zusätzlich.

Vor diesem Hintergrund wirken Aliyevs Aussagen über die eigene Unabhängigkeit vor allem wie eine Fortsetzung der allgemeinen Logik der aserbaidschanischen Außenpolitik. Für einen Staat mit einer solchen geografischen Lage ist es eine langfristige strategische Frage, den eigenen Handlungsspielraum zu bewahren.

Aserbaidschan pflegt gleichzeitig Beziehungen zu vielen Partnern. Es ist mit der Türkei eng verbündet, unterhält Arbeitsbeziehungen zu Russland und Iran und kooperiert mit der EU, Israel, China und den Staaten Zentralasiens. Die Interessen dieser Partner überschneiden sich nicht immer. Baku muss daher ständig zwischen unterschiedlichen Interessen und Machtzentren ausbalancieren.

Warum Europa davon betroffen ist

Aserbaidschan kann Russland als Gaslieferanten für Europa und insbesondere für Deutschland nicht ersetzen. Seine Bedeutung liegt vielmehr in der Diversifizierung.
2025 lieferte Aserbaidschan rund 11,3 Milliarden Kubikmeter Gas in die EU, etwa 3,9 Prozent der gesamten Gasimporte der Europäischen Union.

Seit Januar 2026 fließt aserbaidschanisches Gas auch nach Deutschland und Österreich. Für Deutschland ist insbesondere der Zehnjahresvertrag zwischen SOCAR und SEFE relevant, der Lieferungen von bis zu rund 1,5 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vorsieht.

Über Aserbaidschan und die Türkei verlaufen zudem weitere wichtige Verbindungen. Die Ölpipeline Baku–Tiflis–Ceyhan und die TANAP-Gaspipeline verbinden die Ressourcen des Kaspischen Raums mit dem europäischen Markt. Die Eisenbahnstrecke Baku–Tiflis–Kars und der Mittlere Korridor bilden eine Landverbindung von Zentralasien über das Kaspische Meer, den Kaukasus und die Türkei nach Europa.

2022 vereinbarten die EU und Aserbaidschan, den Südlichen Gaskorridor auszubauen und bis 2027 mindestens 20 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr zu liefern. Die tatsächlichen Mengen liegen bislang deutlich darunter. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind alternative Energiequellen und Transportrouten für Europa wichtiger geworden.

Deshalb sind die Beziehungen zwischen Baku und Ankara längst mehr als eine regionale Angelegenheit. Von ihrer Stabilität hängen Energie-, Verkehrs- und Handelsverbindungen zwischen Europa, dem Kaukasus und Zentralasien ab.
Was die beiden Länder verbindet

Die Formel „Eine Nation, zwei Staaten“ wird häufig als politischer Slogan verstanden. Tatsächlich beschreibt sie zwei Realitäten zugleich. Zum einen gibt es eine enge historische und kulturelle Verbindung zwischen den beiden Gesellschaften. Zum anderen existieren zwei souveräne Staaten mit eigenen Interessen.

Nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Aserbaidschans 1991 war die Türkei das erste Land, das die Unabhängigkeit anerkannte. 1993 schloss Ankara nach der Einnahme von Kelbadschar durch armenische Kräfte die Grenze zu Armenien. Die Türkei unterstützte außerdem Nachitschewan, die aserbaidschanische Exklave zwischen Armenien und Iran.

In den folgenden Jahrzehnten gingen die Beziehungen weit über klassische Diplomatie hinaus und umfassten Kultur, Bildung, Wirtschaft, Verkehr und zahlreiche persönliche Verbindungen.

In der Schuscha-Deklaration von 2021 stehen zwei bekannte Formeln nebeneinander. Mustafa Kemal Atatürk wird der Satz zugeschrieben: „Die Freude Aserbaidschans ist unsere Freude, sein Leid ist unser Leid.“ Heydar Aliyev, der Vater des heutigen Präsidenten, prägte die Formel „Eine Nation, zwei Staaten“. Die Deklaration bezeichnet beide Formeln als nationales und geistiges Erbe der beiden Völker.

Gleichzeitig betont dasselbe Dokument die Unabhängigkeit, die Souveränität und das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. Beide Seiten behalten das Recht auf eine eigenständige Außenpolitik und verpflichten sich zugleich, in Fragen von gemeinsamem Interesse ihre Politik zu koordinieren.

Genau diese Kombination beschreibt die heutigen Beziehungen am besten. Die enge Verbindung zwischen den Gesellschaften bedeutet nicht, dass einer der beiden Staaten dem anderen untergeordnet ist.

Von der Brüderlichkeit zur strategischen Partnerschaft

Hinter der historischen Nähe steht längst ein konkretes System gegenseitiger Interessen. Die Türkei ist zu einem der wichtigsten politischen, wirtschaftlichen, militärischen und verkehrspolitischen Partner Aserbaidschans geworden. Für Ankara ist Aserbaidschan ein zentraler Verbündeter im Südkaukasus, ein wichtiger Energiepartner und eine Verbindung zum Kaspischen Raum und nach Zentralasien.

Während des Zweiten Karabachkriegs 2020 zeigte sich diese Verbindung besonders deutlich. Die eigentlichen Kampfhandlungen wurden von der aserbaidschanischen Armee geführt, die ihren militärischen Fähigkeiten über Jahre hinweg ausgebaut und Waffen aus verschiedenen Ländern beschafft hatte. Die Türkei leistete Baku zugleich wichtige politische und strategische Unterstützung. Beide Seiten dieser Gleichung sind relevant.

Heute baut Aserbaidschan seine militärischen Fähigkeiten weiter aus und entwickelt seine eigene Rüstungsindustrie. Die Zusammenarbeit mit der Türkei ist daher nicht nur als Beschaffung fertiger Waffensysteme zu verstehen. Auf der Rüstungsmesse ADEX 2026 unterzeichneten türkische Unternehmen mit aserbaidschanischen Partnern Vereinbarungen und Verträge im Wert von mehr als 500 Millionen US-Dollar.

Dazu gehören unter anderem Lieferungen von HÜRKUŞ-Ausbildungsflugzeugen, der Loitering Munition Mızrak, dem System Antidot und dem Küstenverteidigungssystem Barbaros. Darüber hinaus wurden Vereinbarungen über eine lokale Produktion sowie ein Vorprotokoll über die Errichtung eines gemeinsamen Werks von ASELSAN und NOVASİS in Nachitschewan unterzeichnet.

Damit funktioniert die gegenseitige Abhängigkeit nicht nur in eine Richtung. Die Türkei unterstützt Aserbaidschan dabei, seine Verteidigungsfähigkeiten eigenständiger zu entwickeln. Gleichzeitig schafft das Bündnis neue Möglichkeiten für den Aufbau einer eigenen industriellen Basis in Aserbaidschan.

Dennoch besteht zwischen beiden Ländern ein deutliches wirtschaftliches und politisches Gefälle. Die Türkei ist Aserbaidschan bei Bevölkerung, Wirtschaft, Industrie und militärischem Potenzial deutlich überlegen. Aserbaidschan ist zudem auf türkisches Territorium als wichtigen Zugang zu den europäischen Märkten und in bestimmten Bereichen der Verteidigung auf türkische Technologien angewiesen.

Für Baku ist es daher besonders wichtig, seine Partnerschaften zu diversifizieren und aus der strategischen Allianz keine einseitige Abhängigkeit entstehen zu lassen.
Auch deshalb hat die Rhetorik über Souveränität für Aserbaidschan eine ganz praktische Bedeutung.

Brüderlichkeit bedeutet nicht Einigkeit in allen Fragen

Zwischen Baku und Ankara gibt es zeitweise unterschiedliche Positionen. Am sichtbarsten waren sie in den vergangenen Jahren bei den Beziehungen zu Israel und beim Krieg in Gaza. Auch bei Russland, Iran, der Energiepolitik und einzelnen regionalen Krisen sehen beide Seiten manches unterschiedlich.

Auf offizieller Ebene gibt es dennoch keinen offenen Konflikt zwischen den beiden Hauptstädten. Die Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut.
Wer in der Türkei die aserbaidschanische Regierung kritisiert, ist deshalb nicht feindlich gegenüber Aserbaidschan eingestellt.

Dasselbe gilt umgekehrt für Kritik an der türkischen Regierung in Aserbaidschan. Ilham Aliyev ist seit 2003 an der Macht, Recep Tayyip Erdoğan prägt die türkische Politik seit vielen Jahren. Beide pflegen ein erkennbar enges persönliches Verhältnis. Die Verbindung der beiden Gesellschaften reicht jedoch weiter und würde auch ohne dieses Verhältnis bestehen.

Sie stützt sich auf gemeinsame Geschichte, Sprache, Infrastruktur und wirtschaftliche Interessen. Aus diesem Grund gelten die Türkei und Aserbaidschan vielen in beiden Ländern als natürliche Verbündete.
Für europäische Leser ist diese Unterscheidung wichtig. Man kann das politische System Aserbaidschans oder der Türkei kritisch sehen und trotzdem anerkennen, dass die beiden Gesellschaften eine besondere historische und kulturelle Verbindung haben.

Was die vergangenen Wochen zeigen

Wer nicht auf einzelne Schlagzeilen, sondern auf konkrete politische und wirtschaftliche Schritte schaut, sieht eher eine Vertiefung der Zusammenarbeit.
Ende September und Anfang Oktober fanden in Aserbaidschan die Militärübungen „Einheitsstärke 2026“ mit mehr als 3.500 Soldaten aus Aserbaidschan, der Türkei und Usbekistan statt. Vertreter aus Iran, Georgien, Pakistan und mehreren zentralasiatischen Staaten waren als Beobachter anwesend.

Am 2. Oktober fand in Schuscha ein weiteres trilaterales Treffen der Verteidigungsminister Aserbaidschans, der Türkei und Georgiens statt. Im Mittelpunkt standen die militärische Zusammenarbeit und die regionale Sicherheit.
Für Europa hat das eine konkrete Bedeutung.

Aserbaidschan, die Türkei und Georgien liegen entlang einer der wichtigsten Verbindungen zwischen dem Kaspischen Raum und dem europäischen Markt. Je stabiler diese Verbindung ist, desto größer sind die Möglichkeiten für Energie- und Verkehrsprojekte, darunter auch für den Mittleren Korridor.

In einer Zeit, in der die Lage im Nahen Osten, rund um die Straße von Hormus und im Persischen Golf instabil ist, gewinnen verlässliche Land- und Kaspirouten zusätzlich an Bedeutung.

Aliyevs Aussagen über die Souveränität sind daher für sich genommen kein Hinweis auf eine Krise des aserbaidschanisch-türkischen Bündnisses. Zwei Staaten können enge Verbündete sein und gleichzeitig auf dem Recht auf eine eigenständige Außenpolitik bestehen.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Toghrul Hasanzade ist politischer Analyst und freier Autor mit Schwerpunkten in der europäischen Außenpolitik, internationalen Beziehungen und dem postsowjetischen Raum. Er hat Europäische Studien an der Europa-Universität Viadrina studiert und war Stipendiat des Internationalen Parlaments-Stipendiums des Deutschen Bundestages. Seine Texte erscheinen regelmäßig in aserbaidschanischen Medien. Zudem tritt er als Experte für europäische Politik in Fernsehsendungen auf.


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