Mundpflege
Denta-M Munddusche: Was IPX7 im Badezimmer bedeutet

Elektrische Pflegegeräte gehören heute selbstverständlich ins Badezimmer. Gleichzeitig treffen dort Strom, Elektronik und Wasser aufeinander. Bei Mundduschen spielt deshalb nicht nur die Reinigungsleistung eine Rolle, sondern auch die Frage, wie das Gerät für den Einsatz in feuchter Umgebung konstruiert ist.

Elektrische Geräte gehören längst zum Badezimmer

Elektrische Zahnbürste, Rasierer, Haartrockner oder Munddusche: Das Badezimmer ist längst zu einem Ort geworden, an dem zahlreiche elektronische Pflegeprodukte verwendet werden.

Dabei unterscheiden sich die Anforderungen deutlich von anderen Räumen. Wasserspritzer, hohe Luftfeuchtigkeit und die Nutzung direkt am Waschbecken gehören hier zum normalen Alltag.

Deshalb lohnt es sich bei elektrischen Pflegegeräten, neben Funktionen und Design auch auf deren Schutz gegen Wasser zu achten.

Was hinter der Kennzeichnung IPX7 steckt

Bei elektronischen Geräten findet man häufig sogenannte IP-Schutzklassen. Sie beschreiben unter anderem, wie gut ein Gerät gegen das Eindringen von Wasser geschützt ist.

Die Denta-M Munddusche DM14 wird vom Hersteller mit der Schutzklasse IPX7 angegeben und ist ausdrücklich auch für die Verwendung unter der Dusche vorgesehen.

Gerade bei einer Munddusche ist das ein praktisches Detail: Wasser gehört schließlich unmittelbar zur Anwendung.

Warum Wasserschutz mehr als ein technisches Detail ist

Bei einem Produkt, das regelmäßig im Badezimmer verwendet wird, wirkt eine Schutzklasse zunächst wie eine nüchterne technische Angabe.

Im Alltag kann sie jedoch Einfluss darauf haben, wie flexibel ein Gerät eingesetzt werden kann. Manche Nutzer verwenden ihre Mundpflegeprodukte ausschließlich am Waschbecken, andere integrieren bestimmte Schritte direkt in ihre morgendliche Duschroutine.

Wer sich für die Denta-M Munddusche DM14 interessiert, findet dort neben dem IPX7-Wasserschutz auch vier unterschiedliche Intensitätsstufen und verschiedene Aufsätze.

Technik sollte sich dem Alltag anpassen

Bei modernen Pflegegeräten geht es längst nicht mehr ausschließlich darum, möglichst viele Funktionen anzubieten.

Entscheidend ist vielmehr, ob diese Funktionen einen praktischen Nutzen haben. Wasserschutz, kabelloser Betrieb oder gespeicherte Einstellungen sind Beispiele für Details, die im täglichen Umgang mit einem Gerät schnell wichtiger werden können als spektakuläre Zusatzfunktionen.

Wer eine elektrische Munddusche auswählt, kann deshalb auch einen Blick auf Eigenschaften werfen, die auf den ersten Blick weniger mit Zahnpflege zu tun haben.

Gerade in einem Badezimmer sind Wasserbeständigkeit, unkomplizierte Bedienung und flexible Einsatzmöglichkeiten wichtige Aspekte für ein Gerät, das regelmäßig genutzt werden soll.

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Stichwahl in Hannover
Erster türkeistämmiger Oberbürgermeister Belit Onay wiedergewählt

Hannover – Belit Onay, Deutschlands erster Oberbürgermeister mit türkischen Wurzeln, hat die Wahl in Hannover mit deutlicher Mehrheit gewonnen und sich damit eine zweite Amtszeit gesichert.

Bei der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover setzte sich der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Belit Onay, klar durch. In der entscheidenden Runde am Sonntag erzielte Onay 61,5 Prozent der Stimmen und verwies seinen Herausforderer Axel von der Ohe von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), der auf 38,5 Prozent kam, deutlich auf den zweiten Platz.

Bereits im ersten Wahlgang am 13. September hatte Onay mit 45,6 Prozent der Stimmen in Führung gelegen, während von der Ohe 21,5 Prozent erreichte. Für eine direkt gewählte Amtseinführung im ersten Wahlgang ist in Hannover eine absolute Mehrheit erforderlich.

Gördü gratuliert

Hakan Gördü, Parteichef der österreichischen Partei Soziales Österreich der Zukunft (SÖZ), gratulierte Belit Onay herzlich zur Wiederwahl und bezeichnete das Ergebnis als ein starkes Signal, das weit über Hannover hinaus bis nach Wien strahle.

Gördü hob hervor, dass Onay trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie der Pandemie, der Energiekrise und einer Oppositionsmehrheit im Rat die Menschen in der niedersächsischen Landeshauptstadt mit klarem Vorsprung überzeugt habe. „Der Sohn einer Gastarbeiterfamilie aus Goslar führt weitere acht Jahre eine deutsche Landeshauptstadt. Nicht als Symbol, sondern weil er überzeugt hat“, betonte der SÖZ-Chef.

Mit dem Wahlsieg zeige sich einmal mehr, dass Menschen mit Migrationsgeschichte diese Städte aktiv gestalten und dies von den Wählerinnen und Wählern auch honoriert werde. Gördü schloss seine Stellungnahme mit den Worten: „Tebrikler Belit Onay, viel Kraft und Erfolg für die zweite Amtszeit!“

Wer ist Belit Onay?

Mit diesem Wahlerfolg setzt der Volljurist Belit Onay seine 2019 angetretene Amtszeit als Oberbürgermeister von Hannover für eine zweite Periode fort. Onay wurde 1981 im niedersächsischen Goslar geboren und zog 2013 erstmals als Abgeordneter der Grünen in den Niedersächsischen Landtag ein. Dieses Mandat nahm er bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister im Jahr 2019 wahr.

Onay, dessen Eltern in den 1970er-Jahren als Gastarbeiter aus Istanbul nach Deutschland einwanderten, schrieb bereits 2019 Geschichte: Er war der erste Politiker mit türkischen Wurzeln, der in Deutschland an die Spitze einer Großstadt gewählt wurde.

Kommunale und landesweite Erfolge türkeistämmiger Politiker

Der Wahlerfolg fügt sich in eine Reihe bemerkenswerter politischer Entwicklungen auf kommunaler und landesweiter Ebene in Deutschland ein. Bereits 2025 gewann der Grünen-Politiker Samet Yılmaz die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel mit 54,1 Prozent der Stimmen.

Auf Landesebene übernahm in diesem Jahr der Grünen-Politiker Cem Özdemir das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg und wurde damit der erste türkeistämmige Regierungschef eines deutschen Bundeslandes.

Bei der Wahl zum Regierenden Bürgermeister von Berlin am 20. September erzielte zudem Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke, den höchsten Stimmenanteil. Ob es Eralp gelingen wird, eine tragfähige Koalition zur Regierungsbildung zu formieren, ist derzeit noch offen.

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„Elif Eralp, bitte mach es anders“: Herkunft ist kein politisches Mandat

Gastkommentar
„Elif Eralp, bitte mach es anders“: Herkunft ist kein politisches Mandat

Ein Gastkommentar von Aras Karasun

Wir gratulieren Elif Eralp und sagen gleichzeitig sehr deutlich, was wir befürchten: Es ist ein offener Brief an alle türkischstämmigen und als „türkisch gelesen“ Politiker in Deutschland. Liebe türkischstämmige Politikerinnen und Politiker, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Elif Eralp.

Aber gerade bei diesem Anlass möchte ich etwas sehr deutlich sagen, was viele Menschen mit türkischem Hintergrund in Deutschland seit Jahren beschäftigt. Bitte macht nicht denselben Fehler wie diejenigen vor euch.

Der Reflex der erzwungenen Zuständigkeit

Es gibt einen politischen Reflex, der viele Menschen mit türkischem Hintergrund inzwischen regelrecht nervt. Sobald ein Politiker einen türkischen Namen trägt oder türkische Wurzeln hat, wird von ihm offenbar erwartet, dass er sich besonders intensiv mit der Türkei beschäftigt.

Manche Politiker wie Cem Özdemir haben diese Rolle nicht nur angenommen, sondern geradezu über Jahre chronisch weiterkultiviert. Plötzlich wurden alle türkisch klingenden Politiker zu zwanghaften Türkei-Erklärern, zu moralischen Schiedsrichtern innerhalb der türkischstämmigen Bevölkerung und zu vermeintlichen politischen Vertretern einer gesamten Community.

Genau das sollte aufhören, denn der türkischstämmige Bürger braucht keinen politischen Aufpasser und vor allem keine Tippgeber für das Herkunftsland. Die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland ist keine politische Grundschulklasse, die von irgendeinem selbsternannten Türkei-Beauftragten in die vermeintlich richtige Richtung geführt werden muss.

Das sage ich keineswegs, weil diese Politiker türkische Wurzeln haben. Im Gegenteil: Gerade weil sie türkische Namen und einen entsprechenden familiären Hintergrund besitzen, sollten sie bitte komplett und in jeder Form vermeiden, daraus einen politischen Vertretungsanspruch abzuleiten.

Ein türkischstämmiger deutscher Politiker ist zunächst einmal ein deutscher Politiker, der dieselben politischen Aufgaben wie jeder andere Abgeordnete hat. Er muss sich nicht künstlich und zusätzlich zum Türkei-Beauftragten erklären, nur weil seine Eltern oder Großeltern aus der Türkei stammen, denn Herkunft ist kein politisches Mandat. Ein türkischer Name ist schon gar keine Ernennungsurkunde zum Sprecher von Millionen Menschen in fremden Ländern.

Vielfalt statt rassistischer Vereinfachung

Genau hier wurde in der Vergangenheit etwas falsch gemacht. Es war falsch, die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland immer wieder auf politische Konflikte in der Türkei zu reduzieren und aus deutschen Wahlkämpfen eine Art Stellvertreterdebatte über die türkische Innenpolitik zu machen. Ebenso falsch war es, so zu tun, als müsse man Menschen mit türkischem Hintergrund politisch erst belehren, welche Haltung sie zu den Vorgängen in der Türkei einzunehmen hätten.

Damit wurde eine vielfältige Bevölkerung in Deutschland über Jahre nur auf einen einzigen Türkei-Themenkomplex reduziert, was eine absurde, bizarre und rassistische Vereinfachung darstellt. Ein türkischstämmiger Familienvater kann sich um seine Miete sorgen, um seinen Arbeitsplatz, die Schule seiner Kinder, seine Rente oder die Sicherheit in seiner Stadt.

Vielleicht interessiert er sich für die türkische Innenpolitik, vielleicht interessiert sie ihn überhaupt nicht. Vielleicht verfolgt er die politischen Entwicklungen in der Türkei jeden Tag, oder er schaut nicht einmal die Nachrichten. Das ist seine freie Entscheidung, und genau diese sollten Politiker respektieren.

Ein türkischer Name verpflichtet zu gar nichts. Ein Politiker mit türkischen Wurzeln bekommt durch seine Herkunft kein zusätzliches Mandat für die türkische Innenpolitik. Genauso wenig wird ein Politiker mit indischen Wurzeln automatisch zum Indien-Beauftragten, ein Politiker mit mexikanischer Familiengeschichte zum Ansprechpartner für die mexikanische Innenpolitik oder ein Politiker mit griechischen Wurzeln zum politischen Vertreter Griechenlands in Deutschland.

Warum sollte das bei der Türkei anders sein? Mit einem türkischen Namen entsteht kein Anspruch auf politische Deutungshoheit innerhalb der türkischstämmigen Bevölkerung, denn wir sind nicht eure persönliche politische Klientel. Eure türkisch klingenden Namen machen euch nicht zu politischen Vertretern einer gesamten türkischen Community oder bestimmter Strömungen in der Türkei.

Die Chance auf einen Neuanfang

Diese Grenze wurde und wird in der politischen Kommunikation immer wieder verwischt. Wenn die Türkei plötzlich zum festen Bestandteil deutscher Wahlkampfkommunikation wird, wenn die eigene türkische Herkunft zum politischen Markenzeichen gemacht wird und wenn daraus der Eindruck entsteht, man müsse als türkischstämmiger Bürger zu diesen Themen Stellung beziehen, dann ist das die falsche Richtung. Das sollte sich nicht wiederholen – nicht bei Elif Eralp und nicht bei irgendeinem anderen Politiker.

Deshalb geht dieser Brief ausdrücklich auch an Elif Eralp. Nicht als Angriff, sondern als Erwartung. Du hast die Möglichkeit, es anders zu machen. Du musst nicht die Türkeipolitik und die türkische Community erklären, nicht entscheiden, welche Haltung Türkeistämmige zu politischen Entwicklungen in der Türkei haben sollten, und du musst weder zur politischen Schiedsrichterin zwischen verschiedenen türkischen Gruppen werden noch beweisen, dass du eine bestimmte politische Haltung zur Türkei hast, nur weil dein Name türkisch klingt.

Mach Politik für Deutschland: Kümmere dich um Berlin, um Mieten, Schulen, Arbeitsplätze, Sicherheit, Infrastruktur, Familien und die ganz normalen Probleme der Menschen, die hier leben.

Ein Appell an das gesamte politische Spektrum

Die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland besteht keineswegs aus einer homogenen politischen Masse. Wir sind Millionen Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, Lebensgeschichten, Vorstellungen, unterschiedlichen Beziehungen zur Türkei und vor allem mit unterschiedlichen Interessen in Deutschland.

Wir bitten daher eindringlich: Keine Politik mehr auf unsere Kosten, aufgrund unserer Herkunft oder unseres Herkunftslandes. Die türkische Community soll bitte nicht mehr über politische Fragen des Herkunftslandes definiert werden, und für sie muss es keineswegs eine bestimmte politische Richtung geben. Damit muss Schluss sein, denn wir brauchen keine politischen Klassensprecher unserer Herkunft, sondern Abgeordnete. Das ist zugleich ein Appell an alle Parteien, der keineswegs nur für die Grünen gilt, sondern ebenso für CDU, SPD, Linke, FDP, AfD und alle anderen.

Hört auf, Menschen mit türkischem Hintergrund ständig über die Türkei anzusprechen, sie aufgrund ihres Namens oder ihrer Familiengeschichte automatisch bestimmten politischen Positionen zuzuordnen und aus einem türkischen Namen eine politische Zuständigkeit abzuleiten. Und hört vor allem auf, euch einzureden, dass ihr für uns sprechen müsst, nur weil eure oder unsere Eltern aus demselben Land stammen. Ihr seid nicht unsere Türkei-Beauftragten und wir brauchen auch keine.

Herkunft ist Herkunft und Politik ist Politik – nämlich hier in Deutschland für die Menschen, die euch gewählt haben. Türkische Wurzeln sind eine Herkunft, kein politisches Mandat. Ein türkischer Name ist keine politische Vollmacht und schon gar keine Ernennungsurkunde zum Türkei-Beauftragten.

Deshalb mein Appell an die nächste Generation türkischstämmiger Politiker in Deutschland: Macht nicht den Fehler, den andere vor euch gemacht haben und immer noch machen. Macht deutsche Politik und vertretet eure Wähler, aber vertretet nicht automatisch eine imaginäre türkische Community. Wir können selbst denken, selbst wählen und selbst entscheiden, was uns wichtig ist, und wir brauchen niemanden, der uns erklärt, welche Position wir zu den politischen Fragen der Türkei einzunehmen haben.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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Hakan Gördü zu Selmanoğlus Äußerungen über Elif Eralp

Kanada
Aus der Türkei nach Toronto: Şenay Didem Kuzu mit renommierter Hemingway-Auszeichnung geehrt

Von Klaus Jürgens

Die junge türkische Akademikerin Şenay Didem Kuzu wurde nun mit dem weltweit beachteten Lewis-Reynolds-Smith Founders Fellowship der Hemingway Society – die ihren Sitz in den Vereinigten Staaten von Amerika hat – ausgezeichnet und gehört damit zu nur zwei Wissenschaftlerinnen weltweit, die diese Auszeichnung in diesem Jahr erhalten haben.

Das Stipendium würdigt innovative wissenschaftliche Leistungen, die das Vermächtnis des Nobelpreisträgers weiterführen, dessen minimalistische Prosa und zeitlose Werke wie ‚Der alte Mann und das Meer‘ die Literatur des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert haben.

Ihr Gewinnerprojekt ‚The Telegraphic Ontology: Hemingway’s Anatolian Apprenticeship and the Genesis of the Iceberg Theory‘; auf Deutsch: ‘Die telegrafische Ontologie: Hemingway’s anatolische Lehrzeit und die Entstehung der Eisbergtheorie’ stellt konventionelle Literaturgeschichte in Frage, indem sie argumentiert, dass die Wurzeln von Hemingway‘s charakteristischer stilistischer Entwicklung bis zu seinen prägenden Jahren in Türkiye und vor allem Istanbul zurückreichen.

Kuzu stammt aus Gaziantep, Türkiye – einer Stadt, die weltweit für ihre reiche Gastronomie und ihr kulturelles Erbe bekannt ist und von vielen als gastronomische Hauptstadt Türkiye’s bezeichnet wird – und kann nun stolz verkünden das sie nicht nur diese wichtigen Aspekte im Ausland vertritt sondern mittlerweile auch als erfolgreiche Nachwuchsforscherin weltweiten Respekt gezollt bekommt.

Worum ging es im Detail: 200 Literaturexperten aus aller Welt versammelten sich kürzlich in Kanadas Metropole Toronto, um zu erkunden, wie Ernest Hemingway’s frühe Erfahrungen – insbesondere sein Journalismus in Toronto – ihn zu einer literarischen Ikone gemacht haben oder mit anderen Worten, um Hemingway’s globale Wurzeln nachzuzeichnen. Und das macht Kuzu’s Beitrag so bedeutend: die anatolischen Wurzeln hinhzuzufügen!

Obwohl Ernest Hemingway später zum Synonym für Paris, Spanien, Key West und Havanna wurde, betonen Wissenschaftler wie Prof. Irene Gammel, dass Toronto eine entscheidende Rolle in seiner Entwicklung spielte. Bevor er 1926 ‘The Sun Also Rises’ veröffentlichte, schrieb Hemingway vier Jahre lang für die The Toronto Star – Zeitung und berichtete über alles von Gerichtsverfahren im Old City Hall bis zu Boxkämpfen in der Massey Hall und reiste auch als Reporter ins Ausland, war mit vor Ort um hautnah über die Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs, den Griechisch-Türkischen Krieg und den Aufstieg des Faschismus in Italien zu kommentieren.

Nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Vortrag in Toronto

Die Gastgeber hatten Frau Kuzu weiterhin gebeten einen speziellen Vortrag zu halten der Teile ihrer Forschungsarbeit vorstellen sollte. Sie schlug das folgende Thema vor und wurde von lokalen Medien, Organisatoren sowie den 200 weiteren Gästen dazu beglückwunscht. Şenay Didem Kuzu hielt von daher einen Vortrag mit dem Titel „Der Journalist als Künstler: Die Entstehung von In Our Time: Der Versuch Hemingway als literarischen Journalisten zu begreigfen’.

Inspiriert von Prof. Dr. Saman Hashemipour’s literarischer Analyse den sie als einen wichtigen Baustein ihrer darauf aufbauenden Arbeit erwähnte, nutzte Kuzu diese vergleichende Perspektive inklusive zu Werken von Orhan Pamuk, um zu untersuchen, wie sich Hemingway’s frühe journalistische Jahre mit Orientalismus und Textbildung überschnitten.

Kanadas Toronto Today hob Kuzus Meilenstein hervor, unterstrich den frischen analytischen Rahmen, den ihr Projekt in die Hemingway-Forschung einbringt, und lenkte die Aufmerksamkeit auf die herausragende Rolle der Republik Türkiye in der Forschung.

Türkischer Diplomat gratuliert vor Ort in Toronto

Die Veranstaltung beinhaltete außerdem eine Keynote von Seiner Exzellenz Botschafter a.D. Tacan İldem, einem weltweit anerkannten Diplomaten aus Ankara, der u.a. ehemaliger Assistant Secretary General der Türkei in der NATO war, und der selbst einen Vortrag über ‚Hemingway‘s Journalismus und die Istanbul Telegramme‘ hielt und Frau Kuzu persönlich zu ihrem Preis und Stipendium gratulierte.

Weiterer besonderer Gastvortrag: Barry Callaghan (Sohn des Autors Morley Callaghan, der während seiner Zeit im Toronto Star eine enge Freundschaft mit Hemingway teilte) fesselte die Anwesenden mit einem besonderen Kamingespräch.

Bevor die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wieder in ihre Heimatländer reisten gab es eine abschliessende Ausstellung mit einer lebendigen, interaktiven Dimension wobei seltene Ausgaben von eigenen Hemingway-Büchern neben Werken, die Toronto während Hemingways prägender Ära hervorhoben, präsentiert wurden.

Von Gaziantep nach Toronto und zurück – junge türkische Forscher und Forscherinnen haben ihren Platz auf der akademischen und literarischen Weltbühne eingenommen.

Linke-Wahlsieg
Hakan Gördü zu Selmanoğlus Äußerungen über Elif Eralp

Ein Gastkommentar von Hakan Gördü

Die Berliner Landtagswahl ist entschieden: Die Linke wurde mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. An ihrer Spitze stand Elif Eralp, eine Politikerin mit türkischen Wurzeln, die in den vergangenen Monaten weit über die Grenzen Berlins hinaus Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Nach der Wahl veröffentlichte der Influencer Tuğrul Selmanoğlu ein Video über Eralp. In diesem Gastkommentar setze ich mich kritisch mit seinen Aussagen auseinander.

Unser Tuğrul misst die Türkischkeit

Es gibt Menschen, die in Deutschland leben, aber ihre gesamte politische Energie darauf verwenden, bedingungslos für eine Partei in der Türkei Werbung zu machen. Und dann gibt es offenbar Menschen, die anschließend darüber entscheiden wollen, wer eigentlich türkisch genug ist.

Unser Tuğrul gehört offenbar zur zweiten Kategorie.

Ich kannte Elif Eralp vor diesem Wahlkampf nicht persönlich. Erst im Zusammenhang mit der Berliner Wahl habe ich mich näher mit ihr beschäftigt. Ich muss deshalb auch nicht mit allem einverstanden sein, was sie politisch vertritt.

Aber ich kann ihre Leistung anerkennen. Nach ihrem Wahlsieg sagte sie auf Türkisch: „Tarih yazdık arkadaşlar“ – „Wir haben Geschichte geschrieben, Freunde.“ Sie hat sich in Deutschland klar zu den Menschen in Gaza positioniert und sich gegen rassistische Parteien und Ausgrenzung gestellt. Sie ist als Frau mit türkischer Familiengeschichte in einem schwierigen politischen Klima angetreten und hat dabei einiges riskiert.

In welchem politischen Klima hat sie gewonnen

Man sollte sich einmal anschauen, in welchem politischen Klima dieser Wahlsieg zustande kam. Die AfD kam in Berlin auf 16,3 Prozent. Gleichzeitig wurde Eralp von rechten Medien teilweise als „Deutschlands gefährlichste Frau“ bezeichnet.

In genau diesem Klima trat eine Frau mit türkischer Familiengeschichte an, die sich für Migranten, Muslime und Kinder einsetzt, die mit Rassismus konfrontiert sind. Sie hat sich nicht versteckt, sondern sich in diesem politischen Umfeld klar positioniert.

Und was macht unser Tuğrul? Er beschäftigt sich ausführlich mit Elif Eralp. Über die AfD verliert er dagegen offenbar deutlich weniger Worte.

Die Fragen unseres Tuğrul und unsere Antworten

Ein Teil der Diskussion dreht sich um Eralps Familie. Ihre Eltern verließen die Türkei nach dem Militärputsch vom 12. September 1980. Nach Angaben der türkischen Menschenrechts- und Gleichstellungsbehörde wurden damals rund 650.000 Menschen festgenommen, 517 Menschen zum Tode verurteilt und 50 Menschen hingerichtet. Eralps Mutter war damals im achten Monat schwanger. Die Familie floh aus der Türkei und kam nach Deutschland.

Wenn man fragt, wovor diese Menschen damals flohen, ist das keine Frage gegen die Türkei und auch kein Angriff auf die türkische Identität. Es ist eine historische Frage. Wer den 12. September 1980 heute kleinredet, muss sich fragen lassen, welches Verständnis von Geschichte dahintersteht.

Eralps politische Jugend wird ebenfalls zum Thema gemacht. Sie engagierte sich in der Umweltbewegung und bei Protesten gegen die Atomkraft, unter anderem bei den Castor-Protesten. Auch das wird in dem Video offenbar als etwas dargestellt, das man ihr vorhalten müsse.

Ich sehe das völlig anders. Wenn ein junger Mensch sich Gedanken über seine Umwelt macht, gegen Atomkraft demonstriert und sich politisch engagiert, dann ist das zunächst einmal eine Stärke. Elif Eralp war schon als Jugendliche politisch aktiv und hat sich für Themen eingesetzt, die sie wichtig fand.

Und auch hier frage ich mich: Warum soll man daraus einen Vorwurf machen?

„Ohne ihre Türkischkeit aufzugeben, kann dort niemand aufsteigen“

Besonders interessant wird es bei der Frage nach Eralps Türkischkeit.

Wenn die Botschaft lautet, dass in einer deutschen Partei niemand mit türkischer Herkunft aufsteigen könne, ohne seine Türkischkeit aufzugeben, dann stellt sich doch die Frage: Was genau soll das bedeuten?

Zohran Mamdani ist dafür ein Beispiel. Er wurde in New York zum Bürgermeister gewählt und legte seinen Amtseid auf den Koran ab.

Auch Humza Yousaf wurde in Schottland Regierungschef. Er hat seine Herkunft nie versteckt und sich auch sprachlich immer wieder auf seine familiären Wurzeln bezogen, unter anderem auf Urdu.

Und Elif Eralp? Sie spricht Türkisch. Sie hat ihren Wahlsieg auf Türkisch gefeiert. Und die Partei, deren Spitzenkandidatin sie war, erhielt 25,7 Prozent der Stimmen.

Wo genau soll da das Problem liegen?

Die Vorstellung, man müsse seine Herkunft aufgeben, um in einer deutschen Partei erfolgreich zu sein, ist für mich nichts anderes als Kahvehane-Muhabbet – Stammtischgerede.

Es geht nicht um Türkischkeit, sondern um Fähigkeiten

Die eigentliche Frage lautet doch nicht: Wie türkisch ist Elif Eralp? Die Frage lautet: Was kann sie politisch leisten?

Wer in Deutschland lebt, sollte Menschen nicht danach beurteilen, ob sie genau in das eigene Bild eines „richtigen Türken“ passen. Türkischsein bedeutet nicht, andere Menschen auszugrenzen. Türkischsein bedeutet auch nicht, jede politische Debatte in Deutschland durch die Brille der türkischen Innenpolitik zu betrachten.

Das Problem ist für mich eine bestimmte Form von Identitätspolitik, bei der ständig danach gefragt wird, wer „einer von uns“ ist und wer nicht. Menschen, die sich für Linke, Menschenrechte oder andere gesellschaftliche Themen einsetzen, werden angegriffen, während die AfD viel zu oft aus dem Blick gerät.

Diese Mentalität kenne ich noch aus meiner Zeit bei der UETD. Und Tuğrul war für mich schon damals ein ziemlich seltsamer Typ. Besonders durch großen Fleiß oder außergewöhnlichen Einsatz ist er mir jedenfalls nicht aufgefallen.

Umso erstaunlicher finde ich, wenn ausgerechnet solche Leute anderen erklären wollen, wer politisch erfolgreich sein darf und wer nicht.

Das ist auch unsere eigene Bilanz

Es ist besonders bitter, wenn Menschen mit türkischem Hintergrund nach dem Wahlsieg von Elif Eralp erklären, sie hätten sich darüber nicht gefreut. Denn wer ist der politische Gegner, über den wir sprechen?

Die AfD erhielt 16,3 Prozent. Und während eine Frau aus unserer Community bei einer solchen Wahl einen historischen Erfolg erzielt, beschäftigt sich ein Teil der Diskussion lieber damit, ob sie türkisch genug ist. Das ist auch unsere eigene Bilanz.

Türken leben seit mehr als 60 Jahren in Deutschland und Österreich. Trotzdem sind Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte in vielen Bereichen der Politik noch immer unterrepräsentiert. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Diskriminierung gehört dazu.

Aber auch diejenigen, die ständig Nationalismus schüren und Menschen aus den eigenen Reihen angreifen, sobald diese politisch einen anderen Weg einschlagen, tragen ihren Teil dazu bei.

Wir sollten uns deshalb endlich fragen, wo unsere politischen Interessen eigentlich liegen. Die Miete, die Schule unserer Kinder, der Arbeitsplatz, kommunale Leistungen oder Fragen des Aufenthalts- und Staatsangehörigkeitsrechts werden nicht in Ankara entschieden. Sie werden in Berlin, Wien oder in den jeweiligen Städten und Ländern entschieden.

Wer in Berlin lebt, sollte deshalb auch die Politik in Berlin ernst nehmen. Wer in Wien lebt, sollte sich mit den politischen Entscheidungen in Wien beschäftigen. Und wer in Favoriten lebt, sollte wissen, wer dort über die konkreten Lebensbedingungen der Menschen entscheidet.

Darum sollten wir irgendwann aufhören zu fragen:

„Ist dieser Mensch einer von uns oder einer von denen?“

Die wichtigere Frage lautet: Ist dieser Mensch gut für die Menschen, die hier leben? Kann er etwas bewegen? Und trägt er dazu bei, dass unsere Kinder eine bessere Zukunft haben?

Was junge Frauen aus Eralps Wahlsieg mitnehmen können

Vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt an dieser Wahl. Ein junges Mädchen mit türkischer Familiengeschichte kann Elif Eralp sehen und denken: Ich kann das auch.

Ich kann mich politisch engagieren. Ich kann kandidieren. Ich kann Verantwortung übernehmen. Ich muss nicht erst beweisen, dass ich „türkisch genug“ bin.

Die Botschaft, die manche dagegen vermitteln, lautet sinngemäß: Geh nicht zu weit. Verändere dich nicht. Bewege dich nicht in diese Richtung – sonst bist du irgendwann kein richtiger Türke mehr. Das macht niemanden türkischer. Und es macht auch niemanden stärker.

Wenn ein junges Mädchen dagegen sieht, dass eine Frau mit türkischer Familiengeschichte in Berlin an der Spitze einer Partei stehen und 25,7 Prozent erreichen kann, dann kann daraus etwas Positives entstehen: die Vorstellung, dass auch sie selbst politisch Verantwortung übernehmen kann.

Und ganz ehrlich, lieber Tuğrul: Du hast dich sogar darüber ausgelassen, dass Elif Eralp zu Hause mit Schuhen herumläuft.

Vergessen wir die Schuhe.

Sprechen wir über den Stimmenanteil: 25,7 Prozent.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


ZUM AUTOR

Hakan Gördü ist österreichischer Politiker, Unternehmer und Gründer der Partei SÖZ – Soziales Österreich der Zukunft. Der aus der Türkei stammende Gördü engagiert sich seit Jahren politisch für die Interessen von Menschen mit Migrationsgeschichte und für deren stärkere gesellschaftliche und politische Teilhabe. Als Gründer und langjähriger Obmann der SÖZ war er insbesondere in der österreichischen Innenpolitik aktiv. In seinen Beiträgen beschäftigt er sich mit politischen Entwicklungen in Österreich und Deutschland, Fragen der Integration und Repräsentation sowie dem Verhältnis von Menschen mit türkischem Hintergrund zu Politik und Gesellschaft in Europa.


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Wenn die Welt den Saal verlässt: Netanjahus Realitätsverlust vor der UN

UN-Generalversammlung
Anti-Netanjahu-Proteste: Oscar-Gewinnerin Susan Sarandon festgenommen

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New York – Die US-Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon ist am vergangenen Donnerstag in New York vorübergehend festgenommen worden.

Die 79-Jährige hatte sich im Umfeld der UN-Vollversammlung an einer Sitzblockade beteiligt. Ziel der Demonstration war es, lautstark gegen den Auftritt des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor den Vereinten Nationen zu protestieren.Zu der Demonstration im Herzen von Manhattan hatte die jüdisch-antizionistische Organisation Jewish Voice for Peace (JVP) aufgerufen.

Hunderte Aktivisten versammelten sich auf der First Avenue in unmittelbarer Nähe des UN-Hauptquartiers. Die Demonstrierenden forderten ein sofortiges Ende der israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen sowie den Stopp von US-Waffenlieferungen an Israel.

„Weil niemand frei ist, bis alle frei sind. Und es ist mein Steuergeld, das all diese schrecklichen Waffen bezahlt, also liegt es in meiner persönlichen Verantwortung. Und es ist ein Völkermord – bei einem Völkermord gibt es keine Unbeteiligten“, so Sarandon gegenüber Medien.

Da sich die Teilnehmenden der Sitzblockade weigerten, die vielbefahrene Straßenkreuzung für den Verkehr zu räumen, griff die New Yorker Polizei schließlich ein.Neben Sarandon wurden bei dem Polizeieinsatz rund 100 weitere Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Unter den Festgenommenen befand sich auch eine weitere prominente Persönlichkeit: die US-Schauspielerin Hannah Einbinder, die vor allem durch ihre Hauptrolle in der preisgekrönten Comedy-Serie Hacks bekannt ist. Beide Hollywood-Stars wurden von den Einsatzkräften in Handschellen abgeführt.

Susan Sarandon fällt in Hollywood seit vielen Jahren durch ihren konsequenten und lautstarken Aktivismus auf. Sie gilt als eine der schärfsten Kritikerinnen der israelischen Regierungspolitik in der US-Unterhaltungsbranche.

Diese unnachgiebige Haltung hat für die Schauspielerin jedoch zunehmend berufliche Konsequenzen. In jüngsten Interviews der vergangenen Monate erklärte die Oscar-Preisträgerin (unter anderem für Dead Man Walking), dass sie aufgrund ihrer politischen Positionen und ihrer Teilnahme an solchen Protesten kaum noch Angebote erhalte und in der US-Filmindustrie zunehmend an den Rand gedrängt werde. Dennoch betonte sie mehrfach, ihren Aktivismus fortsetzen zu wollen.

Susan Sarandon (geboren am 4. Oktober 1946 als Susan Abigail Tomalin in New York City) ist eine vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Schauspielerin und politische Aktivistin. Sie gehört zu den profiliertesten Charakterdarstellerinnen Hollywoods und gewann 1996 den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Dead Man Walking – Sein letzter Gang

Gastkommentar
Wenn die Welt den Saal verlässt: Netanjahus Realitätsverlust vor der UN

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner

Wann fängt die Welt eigentlich an, Benjamin Netanjahu beim Namen zu nennen? Was muss dieser Mann noch alles veranstalten, bevor man aufhört, ihn wie einen ganz gewöhnlichen Regierungschef zu behandeln?

Da steht der israelische Ministerpräsident vor der UN – und während dutzende Diplomaten demonstrativ den Saal verlassen, beschimpft er sie anschließend als „Feiglinge“. Das ist schon eine bemerkenswerte Form von Realitätsverweigerung: Die Leute gehen. Netanjahu erklärt sie zu Feiglingen. Nicht etwa sich selbst zum Problem.

Angriffe auf Kritiker statt Argumente

Und dann braucht es offenbar noch einen persönlichen Seitenhieb auf New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani. Mamdani, der Netanjahus Politik scharf kritisiert, wird von ihm persönlich angegriffen und als antisemitisch bezeichnet. Netanjahu wirft ihm unter anderem vor, ihn zum Schweigen bringen zu wollen.

Ausgerechnet Netanjahu. Ein Regierungschef, gegen den der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen hat. Ein Regierungschef, der in Israel selbst wegen schwerer Korruptionsvorwürfe vor Gericht steht – und der trotzdem vor der Weltbühne den moralischen Oberlehrer gibt.

Und dann steht da dieser Bürgermeister und sagt sinngemäß: Nein. Mit mir nicht. Mamdani lässt sich nicht einschüchtern, widerspricht ihm öffentlich und stellt die politische Verantwortung Netanjahus infrage.

Und was macht Netanjahu? Er argumentiert nicht mit Mamdani. Er greift Mamdani an.

Die Umkehrung von Ursache und Wirkung

Das ist der eigentliche Punkt dieser Szene. Denn sobald die Argumente ausgehen, wird aus dem politischen Gegner plötzlich der moralisch Verdächtige. Und wenn der Kritiker dann auch noch ein Bürgermeister ist, der gerade erst von den New Yorker Wählerinnen und Wählern ins Amt gewählt wurde, wird es endgültig absurd.

Netanjahu kommt nach New York, um der Welt die Wahrheit zu erklären. Die Welt antwortet, indem sie aufsteht und geht. Und Netanjahus Antwort darauf lautet: Feiglinge!

Man muss dieses Bild eigentlich nur lange genug betrachten. Ein Saal leert sich. Ein Regierungschef verliert sein Publikum. Und anschließend erklärt er diejenigen, die gegangen sind, zum Problem. Vielleicht ist das mittlerweile die treffendste politische Pointe dieser ganzen Veranstaltung.

Wer ist hier der moralische Schiedsrichter?

Und Mamdani? Der steht da und macht genau das, was ein gewählter Politiker selbstverständlich tun darf: einen mächtigen Regierungschef öffentlich kritisieren. Netanjahu scheint damit deutlich weniger gut umgehen zu können als mit einer leeren Sitzreihe.

Vielleicht sollte man deshalb nicht mehr fragen, wann die Welt Netanjahu ernst nimmt. Vielleicht sollte man langsam fragen, wann die Welt endlich aufhört, ihn für den moralischen Schiedsrichter zu halten, als den er sich selbst inszeniert.

Denn wenn bei einer Rede die Diplomaten gehen und der Redner anschließend die Gehenden beschimpft, sollte man vielleicht nicht über die Feigheit der Zuschauer diskutieren. Sondern über die Qualität der Rede.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Susanne Mattner wurde im Ruhrgebiet geboren und studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowohl in den USA als auch an der Universität Dortmund. Nach ihren Studienstationen verbrachte sie in den 1990er-Jahren auch einige Zeit im Nahen Osten. Nach ihren längeren Auslandsaufenthalten lebt sie heute verheiratet in Hamburg. In ihren Beiträgen verfolgt sie aufmerksam das internationale Zeitgeschehen mit einem geschulten Blick für mediale Narrative. Ihre Schwerpunkte liegen auf geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten, gesellschaftlichen Debatten sowie der kritischen Analyse doppelter Standards in der Berichterstattung.


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Thomas: „Antike Heimat-Ansprüche Israels sind rechtlich unwirksam“

Kaukasus
Nach Karabach: Warum der Frieden zwischen Armenien und Aserbaidschan für Europa wichtig ist

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Ein Gastkommentar von Toghrul Hasanzadeh

Als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Juli 2026 Baku und Eriwan besuchte, ging es längst nicht mehr nur um Diplomatie. Die Europäische Union kündigte ein neues Paket zur Unterstützung des Friedens und der regionalen Vernetzung an.

Dahinter steht eine größere Veränderung. Nach Jahrzehnten des Konflikts erhält der Südkaukasus die Möglichkeit, sich von ungelösten Territorialfragen hin zu ständiger wirtschaftlicher Vernetzung zu bewegen. Für die EU ist die Region damit keine entfernte Peripherie mehr. Sie verbindet Europa mit der Türkei, dem Kaspischen Meer und Zentralasien.

Das Ende der alten Karabach-Ordnung

Der Konflikt um Bergkarabach entstand in den letzten Jahren der Sowjetunion und entwickelte sich nach deren Zerfall zu einem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan.

Bis 1994 kontrollierten armenische Kräfte Bergkarabach und große Teile der umliegenden Gebiete Aserbaidschans. Die folgenden Jahrzehnte waren von Verhandlungen geprägt. Die wichtigste internationale Plattform blieb die OSZE-Minsk-Gruppe unter Beteiligung Russlands, der USA und Frankreichs. Eine endgültige politische Einigung wurde jedoch nicht erreicht.

Der Krieg von 2020 veränderte das Kräfteverhältnis. Aserbaidschan stellte die Kontrolle über große Teile der in den frühen 1990er Jahren verlorenen Gebiete wieder her. Anschließend wurden russische Friedenstruppen in Bergkarabach stationiert. Doch diese Ordnung erwies sich als vorübergehend.

Im September 2023 stellte Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach wieder her. Die große Mehrheit der armenischen Bevölkerung verließ die Region. 2024 zogen auch die russischen Friedenstruppen aus Aserbaidschan ab. Damit endete nicht nur die letzte militärische Phase des Karabach-Konflikts. Auch das frühere regionale Sicherheitsmodell, in dem Russland eine besondere Rolle als Vermittler und Garant einnahm, existiert in dieser Form nicht mehr.

Von Karabach zu den Beziehungen zwischen zwei Staaten

Parallel dazu veränderte sich die politische Rhetorik in Armenien. Ministerpräsident Nikol Paschinjan spricht zunehmend von der Souveränität und Entwicklung der Republik Armenien. 2026 bezeichnete er die Karabach-Bewegung als einen „fatalen Fehler“ für Armenien. Er erklärte zudem, der Sieg Armeniens in den 1990er Jahren habe nicht den erwarteten Wohlstand gebracht und die später an Aserbaidschan zurückgegebenen Gebiete hätten nie zu Armenien gehört.

Für die armenische Innenpolitik ist dies eine sensible Position. Karabach war über Jahrzehnte nicht nur ein außenpolitisches Problem, sondern auch Teil der politischen Identität des Landes. Paschinjans Aussagen stehen daher für einen politischen Kurswechsel: weg von einem Projekt, das eng mit Karabach verbunden war, hin zu einem Staat, der seine eigene Souveränität und Entwicklung in den Mittelpunkt stellt.

Am 8. August 2025 paraphierten Paschinjan und der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew in Washington im Beisein von US-Präsident Donald Trump den Text eines Friedens- und Beziehungsabkommens. Die EU begrüßte den Schritt und unterstützte die weitere Umsetzung. Washington gab der letzten Verhandlungsphase einen politischen Impuls und schuf einen internationalen Rahmen für das Abkommen. Doch ein diplomatisches Dokument allein schafft noch keinen dauerhaften Frieden.

Drei Modelle regionalen Einflusses

Gerade hier wird der Unterschied zwischen den Ansätzen Russlands, der USA und der EU deutlich.

Russland bot dem Südkaukasus über Jahrzehnte Stabilität durch die Abhängigkeit von seiner Vermittlerrolle. Das funktionierte, solange Moskau über ausreichende politische und militärische Ressourcen verfügte, um das regionale Gleichgewicht abzusichern. Als diese Fähigkeit schwächer wurde, geriet auch dieses Modell unter Druck.

Die USA können Verhandlungen einen diplomatischen Impuls geben, einen politischen Rahmen schaffen und internationalen Rückhalt für Vereinbarungen organisieren. Genau das zeigte sich in der letzten Phase des armenisch-aserbaidschanischen Friedensprozesses.

Die EU verfügt über andere Instrumente. Binnenmarkt, Investitionen, Verkehrsstandards und Energiekooperation schaffen wirtschaftliche Verflechtungen. Stabilität entsteht damit weniger durch die Abhängigkeit von einem einzelnen externen Akteur als durch gemeinsame Interessen. Für den Südkaukasus ist das relevant. Wenn Eisenbahnverbindungen, Energienetze und Handel ehemalige Konfliktparteien miteinander verbinden, wird eine Rückkehr zum Konflikt auch wirtschaftlich kostspieliger.

Brüssel muss dabei nicht zum neuen Schiedsrichter der Region werden. Seine Rolle kann darin liegen, Bedingungen zu schaffen, unter denen die Staaten selbst ein Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens haben.

Vom „Sangesur-Korridor“ zu TRIPP

Eine der schwierigsten Fragen bleibt die Verkehrsverbindung zwischen dem Kerngebiet Aserbaidschans und der Exklave Nachitschewan. Baku bezeichnete diese Verbindung lange als „Sangesur-Korridor“. Eriwan befürchtete, dass ein solcher Ansatz die eigene Souveränität über armenisches Staatsgebiet einschränken könnte. Aserbaidschan wies diese Absicht zurück und erklärte, es gehe um eine Verkehrsverbindung.

In Washington wurde versucht, die Frage in einen breiteren internationalen Rahmen zu stellen. Daraus entstand das Konzept TRIPP, Trump Route for International Peace and Prosperity.

Für Aserbaidschan bietet sich damit die Möglichkeit einer dauerhaften Verbindung nach Nachitschewan und weiter in die Türkei, einem wichtigen strategischen Partner. Für Armenien bleibt die Wahrung der eigenen Souveränität entscheidend. Für die USA eröffnet sich die Möglichkeit einer langfristigen wirtschaftlichen Präsenz in der Region.

Für Europa könnte eine solche Verbindung Teil eines größeren Verkehrssystems zwischen dem Kaspischen Meer, dem Südkaukasus, der Türkei und dem europäischen Markt werden.

Zwischen Europa und dem Kaukasus liegt die Türkei

Die Türkei ist für diese Entwicklung kaum zu umgehen. Sie ist NATO-Mitglied, EU-Beitrittskandidat und ein wichtiger Verkehrsknoten zwischen Europa, dem Kaukasus und Zentralasien. Für Aserbaidschan ist sie ein zentraler strategischer Partner. Mit der Unterzeichnung der Schuscha-Deklaration im Jahr 2021 wurde die enge sicherheitspolitische Partnerschaft zwischen beiden Staaten zusätzlich institutionalisiert.

Für europäische Verkehrsverbindungen nach Zentralasien ist ihre Infrastruktur ebenfalls von großer Bedeutung. Daraus entsteht für Brüssel eine strategische Frage. Wenn neue Verbindungen hauptsächlich über türkische Infrastruktur laufen, könnte die EU vor allem als Endmarkt auftreten, während andere Akteure die Infrastruktur und Regeln stärker bestimmen.

Europa kann jedoch selbst in Infrastruktur, technische Standards und Handelsregeln investieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Mittlere Korridor, der China und Zentralasien über das Kaspische Meer, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei mit den europäischen Märkten verbinden soll. Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine hat seine Bedeutung zugenommen.

Das schwache Glied: Georgien

Der Mittlere Korridor führt durch Georgien. Über georgisches Gebiet gelangen die Transportströme zum Schwarzen Meer und von dort weiter nach Europa. Deshalb ist die politische Entwicklung des Landes auch für die europäische Konnektivität relevant.

Die Beziehungen zwischen Georgien und der EU haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Brüssel betrachtet den Beitrittsprozess faktisch als gestoppt und äußert Bedenken hinsichtlich des politischen Kurses der georgischen Regierung. Damit entsteht ein Problem für die gesamte regionale Vernetzung. Eine europäische Strategie für den Südkaukasus kann sich deshalb nicht auf Armenien und Aserbaidschan beschränken.

Frieden als Wirtschaftsprojekt

Die Nachhaltigkeit des Friedensprozesses wird letztlich nicht allein von Diplomatie abhängen.

Im Juli 2026 kündigte Ursula von der Leyen das Paket „Peace through Connectivity“ an. Bis zu 200 Millionen Euro sollen in Verkehrs-, Energie- und Digitalprojekte im Südkaukasus fließen.

Nach Angaben der Europäischen Kommission könnten damit bis zu zwei Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisiert werden. Weitere 20 Millionen Euro sind für Grenzregionen Armeniens und Aserbaidschans vorgesehen, unter anderem für Entminung, Gesundheitsversorgung und die Unterstützung kleiner Unternehmen.

Im Januar 2026 begannen die EU, Aserbaidschan und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zudem eine Machbarkeitsstudie für eine Eisenbahnverbindung nach Nachitschewan. Damit versucht die EU, Frieden von einem politischen Abkommen in wirtschaftliche Realität zu übersetzen.

Für Armenien können neue Verkehrswege Märkte öffnen und die verkehrliche Isolation verringern. Für Aserbaidschan stärken sie die Rolle als Energie- und Verkehrsknotenpunkt. Für Georgien bleibt seine Transitfunktion ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Für die Türkei entstehen zusätzliche Möglichkeiten, die eigene Infrastruktur mit Zentralasien zu verbinden. Für die EU eröffnen sich diversifiziertere Handelswege zum Kaspischen Meer und nach Zentralasien.

Ein neuer Südkaukasus?

Der Südkaukasus ist noch weit von einer endgültig gefestigten Friedensordnung entfernt. Das Abkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan muss weitere Verfahren durchlaufen. Politische und humanitäre Fragen bleiben offen. Georgiens europäische Orientierung ist unsicher. Russland wahrt seine Interessen, die Türkei baut ihren Einfluss weiter aus und die USA haben durch den Washington-Prozess eine neue Rolle gewonnen.

Doch die Logik der Region hat sich verändert. Die zentrale Frage lautet nicht mehr nur, wer welche Gebiete kontrolliert. Es geht darum, ob der Südkaukasus seine geografische Lage in wirtschaftliche Entwicklung übersetzen kann.

Wenn die EU dabei nicht nur als Geber, sondern auch als Investor, Handelspartner und Gestalter gemeinsamer Regeln auftritt, bedeutet Frieden mehr als das Ausbleiben eines neuen Krieges. Er kann zu einem Wirtschaftsprojekt werden. Und genau das könnte ihm eine langfristig tragfähigere Grundlage geben.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Toghrul Hasanzade ist politischer Analyst und freier Autor mit Schwerpunkten in der europäischen Außenpolitik, internationalen Beziehungen und dem postsowjetischen Raum. Er hat Europäische Studien an der Europa-Universität Viadrina studiert und war Stipendiat des Internationalen Parlaments-Stipendiums des Deutschen Bundestages. Seine Texte erscheinen regelmäßig in aserbaidschanischen Medien. Zudem tritt er als Experte für europäische Politik in Fernsehsendungen auf.


 

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In einem gemeinsamen Offenen Brief wehren sie sich gegen die Darstellung, die Linke sei ein Sicherheitsrisiko für die jüdische Gemeinschaft, und fordern eine Koalition aus Linken, Grünen und SPD. Die politische Debatte nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin gewinnt weiter an Schärfe.

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„Zynische politische Instrumentalisierung“

In ihrem Schreiben widersprechen die Unterzeichnenden der Behauptung, eine rot-rot-grüne Landesregierung sei gefährlich für jüdische Bürgerinnen und Bürger. Vorausgegangen waren unter anderem Äußerungen des Zentralrats der Juden sowie scharfe Töne aus der Diplomatie, die vor einer Koalition unter Beteiligung der Linken gewarnt hatten.

Dem halten die 150 Unterzeichner entgegen:

„In einer Zeit, in der eine teilweise offen faschistische Partei quer durch Deutschland auf dem Weg zur Macht ist, entziehen sich die großen Publikumsmedien und Teile unserer eigenen jüdischen Gemeinschaft ihrer Verantwortung, wenn sie weiterhin so tun, als würde die Linke die größte Gefahr für jüdische Sicherheit darstellen.“

Dass ausgerechnet die Linkspartei ständigen Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt sei, bezeichnen die Verfasser als eine „zynische politische Instrumentalisierung“. Die Welle an Anschuldigungen ziele im Kern darauf ab, berechtigte Kritik an der israelischen Regierungspolitik pauschal mit Antisemitismus gleichzusetzen, abweichende Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen.

Soziale Ursachen als Schlüssel gegen Judenhass

Die Unterzeichnenden betonen in dem Aufruf, dass jüdische Familien in Berlin unter den gleichen alltäglichen Belastungen leben wie der Rest der Bevölkerung. Steigende Mieten, prekäre Arbeitsverhältnisse, ein überlastetes Gesundheitssystem und wachsende soziale Spaltung erzeugten genau jene gesellschaftlichen Spannungen, die letztlich auch den Judenhass schürten.

Wer diese sozialen Missstände ignoriere, überlasse das Feld jenen Kräften, die nach Sündenböcken suchen. Unterstützung erhält diese Sichtweise auch aus der Wissenschaft:

Die Historikerin Stefanie Schüler-Springorum, Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, bezeichnete die Debatte um die Linkspartei ebenfalls als überzogen.

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