Kallas-Besuch
Krah: Türkei ist strategischer Gamechanger jeder Europapolitik

Brüssel – Die innenpolitischen Nachwehen des hochrangigen EU-Staatsbesuchs in Ankara erreichen die deutsche Bundespolitik.

Nachdem die neue Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, am Dienstag die unverzichtbare Rolle der Türkei für die europäische Sicherheitsarchitektur hervorgehoben hatte, meldete sich nun der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah auf der Plattform X zu Wort.

Er sieht in der Kehrtwende der Brüsseler Spitzenpolitik eine Bestätigung seiner eigenen außenpolitischen Positionen.„Als ich 2023 sagte: ‚Präsident Erdogan ist nicht unser Feind!‘ gab es noch viel Unverständnis“, erklärte Krah in seinem Beitrag.

Mittlerweile habe jedoch selbst die EU-Chefdiplomatische Kallas die fundamentale Relevanz der Türkei erkannt. Das Land sei laut Krah der „strategische Gamechanger jeder Europapolitik“. Von einer engen und pragmatischen Zusammenarbeit werde Deutschland letztlich am meisten profitieren.

Krah wirbt für eine engere geopolitische und wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Deutschland und der Türkei. Er bezeichnet die Türkei als „idealen Partner“ für Stabilität und Migration, lobt deren wirtschaftliches Potenzial und hat in der Vergangenheit auch mehrfach den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan als Vorbild für eine entschlossene Politik gelobt.

„Erdogan ist nicht dein Feind“, so Krah in einem Video an seine Follower 2023. Erdogan sei von den Menschen wiederholt zum Präsidenten der Türkei gewählt worden und „seine Bilanz als türkischer Präsident“ könne sich sehen lassen. Er setze sich, im Gegensatz zu deutschen Politikern, stets „für türkische Interessen ein“, so der EU-Politiker. Aus diesem Grund würden deutsche Politiker ihn nicht mögen.

Krah:

„Sie sollten sich für deutsche Interessen einsetzen, dann hätten sie auch kein Problem mit Erdogan. Wir brauchen in Deutschland Politiker, die sich für deutsche Interessen einsetzen und die dann Diplomatie mit türkischen Politikern betreiben, die sich für türkische Interessen einsetzen. Aber wir brauchen nicht deutsche Politiker, die nicht einmal wissen, was deutsche Interessen sind und dann ihre türkischen Kollegen ablehnen, weil er das tut, wofür er gewählt ist, nämlich sich für türkische Interessen einsetzen.“

Deutschland und die Türkei seien seit Jahrhunderten befreundete Partner und arbeiteten zusammen, betonte Krah weiter. Dies habe „beiden Ländern immer geholfen“. Daran wolle die AfD anknüpfen. Patrioten seien „niemals Feinde“.

Brüsseler Kehrtwende in Ankara

Hintergrund von Krahs Äußerungen ist das jüngste Spitzentreffen im türkischen Präsidentschaftskomplex, bei dem eine hochrangige EU-Delegation unter der Führung von Kallas demonstrativ die Nähe zu Ankara suchte.

Angesichts der globalen Krisenherde in der Ukraine und im Nahen Osten vollzieht Brüssel derzeit einen spürbaren Kurswechsel hin zu einer vertieften strategischen Partnerschaft mit der türkischen Führung. Kallas hatte nach ihren Gesprächen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan ausdrücklich betont, dass die Türkei ein „Schlüsselpartner in den Bereichen Sicherheit, Migration und Energie sowie ein EU-Kandidatenland“ sei.

Zudem hob die EU-Führung das massive Gewicht Ankaras beim Schutz der NATO-Ostflanke sowie bei der Sicherung alternativer Handelsrouten wie dem „Mittleren Korridor“ hervor, welcher Asien und Europa unter Umgehung Russlands verbindet.

Vorbereitung auf den NATO-Gipfel

Die veränderten geopolitischen Realitäten zwingen die europäischen Akteure zu einer pragmatischen Realpolitik, die Akteure wie Krah bereits in der Vergangenheit eingefordert hatten.

Die Stimme der Türkei gewinnt auf der internationalen Bühne zunehmend an Gewicht – insbesondere mit Blick auf die strategische Neuordnung in Syrien, dem Gazastreifen und dem Iran. Die intensiven diplomatischen Abstimmungen dienen auch als direkte Vorbereitung auf den bevorstehenden NATO-Gipfel, der vom 7. bis 8. Juli in Ankara stattfinden wird.

Das Treffen in der kommenden Woche gilt als richtungsweisend für die Stabilisierung der transatlantischen Beziehungen und unterstreicht die Rolle der Türkei als unverzichtbarer Akteur an der Schnittstelle zwischen Europa und dem Nahen Osten. 

 


ZUM THEMA

 

Gaza-Krieg
Gaza-Kinder: „Wir könnten jeden Moment sterben“

Gaza – In den vergangenen 1.000 Tagen haben Kinder im Gazastreifen Freunde und Familienmitglieder, ihre Häuser und Schulen sowie ihr Gefühl von Sicherheit verloren. Trotz der angekündigten Waffenruhe ist der Krieg lange nicht vorbei. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewalt und der katastrophalen humanitären Lage in dem besetzten Gebiet fordern Kinder ihre Rechte ein und berichten von ihren Hoffnungen.

„Wir könnten jeden Moment sterben“, sagt die 14-jährige Amani*. „Ich hoffe, dass der Krieg aufhört, damit ich meine Schulbildung in Gaza fortsetzen kann. Ich möchte in Liebe und Frieden leben.“ Amani ist damit nicht allein – nach Angaben der Vereinten Nationen haben 96 Prozent der Kinder im Gazastreifen das Gefühl, ihr Tod könne jederzeit bevorstehen.

Die Bilanz der vergangenen 1.000 Tage ist verheerend: Laut den Vereinten Nationen wurden mindestens 21.000 Kinder von den israelischen Streitkräften getötet. Die tatsächliche Zahl dürfte weitaus höher sein. Allein seit der Verkündung der Waffenruhe im Oktober wurden weitere 275 Kinder getötet.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht einer UN-Untersuchungskommission wirft israelischen Sicherheitskräften vor, palästinensische Kinder im Gazastreifen gezielt angegriffen zu haben, was zu Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen geführt habe.

Neben der Gewalt geht auch die Vertreibung weiter: Rund 800.000 Kinder – etwa vier von fünf – mussten mindestens einmal ihr Zuhause verlassen. Die sogenannte „Gelbe Linie“, die den Gazastreifen seit der Waffenruhe teilt, verschärft das Problem und drängt die Bewohner*innen auf weniger als 40 Prozent des Gebiets zurück. Über 7.000 Kinder wurden auf der Flucht oder bei Angriffen von ihren Familien getrennt. Schätzungsweise 370.000 Häuser wurden beschädigt, was fast 77 Prozent aller Wohneinheiten des Küstenstreifens entspricht.

Gleichzeitig verschärft sich die Hungerkrise. Rund 245.000 Kinder sind von Mangelernährung bedroht oder bereits betroffen. Während die Not wächst, kommt weiterhin viel zu wenig humanitäre Hilfe bei den Familien an. Lebensmittel sind knapp oder für die meisten Familien unbezahlbar.

Der Krieg hat Kindern im Gazastreifen auch ihr Recht auf Bildung genommen. Alle 625.000 Schulkinder können seit drei Jahren nicht mehr regulär zur Schule gehen. Doch ihre Träume geben sie nicht auf:

„Das Wichtigste ist, dass wir Kinder gehört werden, damit die Menschen wissen, was wir durchmachen“, sagt die 16-jährige Reem*. Sie möchte Ärztin werden. „Ich habe viele, viele Träume. Schon vor dem Krieg habe ich immer davon geträumt, zu reisen und im Ausland zu studieren. Daran hat sich nichts geändert. Ich halte immer noch an diesem Traum fest.“

Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, sagt: „1.000 Tage Krieg haben Kindern ihre Sicherheit, ihre Bildung und oft auch ihre Familien genommen. Was ihnen niemand nehmen konnte, ist ihre Hoffnung. Dass Kinder im Gazastreifen heute von Frieden träumen müssen, statt ihre Zukunft zu planen, ist auch Zeichen eines politischen Versagens der internationalen Gemeinschaft. Kinder brauchen keinen weiteren Tag voller Gewalt. Sie brauchen einen endgültigen Waffenstillstand, Schutz und eine Chance auf ein Leben in Würde.“

Save the Children fordert Regierungen weltweit auf, Waffenlieferungen an Israel unverzüglich auszusetzen. Es darf keine Unterstützung für völkerrechtswidriges Vorgehen gegen die palästinensische Bevölkerung geben. Verantwortliche für Verbrechen an Kindern müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Der Zugang zu humanitärer Hilfe für die Menschen im Gazastreifen muss uneingeschränkt gewährleistet werden.

„Ich wünsche mir, dass der Krieg aufhört, dass jeder von uns nach Hause zurückkehren kann und dass unser Leben wieder so wird, wie es früher war“, sagt die 14-jährige Bissan*.

Save the Children ist seit 1953 in den besetzten Palästinensischen Gebieten tätig. Gemeinsam mit lokalen Partnern hat die Kinderrechtsorganisation im Jahr 2025 fast 890.000 Menschen dort unterstützt, darunter fast 430.000 Kinder.

*Namen zum Schutz geändert


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Getötete Kinder in Gaza: Pressepreis für Recherche

Antimuslimischen Rassismus
Idriz: Millionen friedliche Muslime bleiben unsichtbar

Ein Gastkommentar Von Benjamin Idriz

Heute ist der Tag gegen antimuslimischen Rassismus. Ich bin gespannt, ob heute ein hochrangiger Politiker öffentlich den antimuslimischen Rassismus thematisiert.

Aus diesem Anlass möchte ich ein Beispiel aus einer aktuellen deutschen Talkshow aufgreifen. Es zeigt, wie Islamfeindlichkeit – bewusst oder unbewusst – öffentlich befördert werden kann und wie die Angst vor dem Islam industrialisiert wird.

Angst gehört zu den stärksten Gefühlen des Menschen. Doch Angst kann auch künstlich erzeugt, gezielt verstärkt und politisch oder wirtschaftlich genutzt werden. Sie kann zu einem Geschäftsmodell werden. Genau das geschieht vielerorts mit dem Thema Islam.

Kritik am Islam und an Muslimen – wie an jeder Religion – gehört zu einer freien Gesellschaft. Problematisch wird es dort, wo Angst nicht mehr aus Fakten entsteht, sondern systematisch produziert, wiederholt und vermarktet wird. Wo aus Einzelfällen ein Gesamtbild entsteht.

Die Macht der Bilder im Fernsehen

Ich sah – wie Millionen andere – eine politische Talkshow zur besten Sendezeit. Während über den Islam und Muslime in Deutschland diskutiert wurde, zeigte die Regie im Hintergrund Bilder einer Demonstration mit Parolen. Eine Diskussionsteilnehmerin deutete auf diese Bilder und sagte sinngemäß: „So demonstrieren Islamisten auf deutschen Straßen.“

Ich erkannte sofort, dass diese Aufnahmen gar nicht aus Deutschland stammten, sondern aus einem muslimisch geprägten Land. Dennoch widersprach niemand. Der Moderator griff die Aussage nicht auf. Die Redaktion blendete keine Korrektur ein. Die Sendung ging einfach weiter.

Für Millionen Zuschauer war damit eine Botschaft gesetzt: So sieht Deutschland aus.

Die wenigsten Menschen werden nach der Sendung recherchieren, woher diese Bilder tatsächlich stammten. Sie vertrauen darauf, dass eine öffentlich ausgestrahlte Sendung sorgfältig recherchiert wurde. Bilder besitzen eine Macht, die Worte oft nicht haben. Sie prägen unser Gedächtnis, erzeugen Gefühle, und Gefühle werden später häufig mit Wirklichkeit verwechselt.

Es braucht nicht einmal eine bewusste Lüge. Manchmal genügt eine falsche Bildauswahl, eine ungenaue Formulierung oder eine fehlende Einordnung. Aus einem Ereignis irgendwo auf der Welt wird im Kopf vieler Zuschauer eine Realität vor der eigenen Haustür.

Wenn das Extreme zur Normalität wird

Das Gefährliche daran ist nicht der einzelne Fehler. Das Gefährliche ist die ständige Wiederholung.

Tag für Tag erscheinen Meldungen über Extremismus, Kriege oder Gewalt. Sobald Muslime beteiligt sind, entsteht schnell der Eindruck, dies sei typisch für den Islam. Gleichzeitig bleiben Millionen friedlicher Muslime unsichtbar. Niemand berichtet darüber, dass sie morgens zur Arbeit gehen, ihre Kinder zur Schule bringen, sich ehrenamtlich engagieren, Steuern zahlen, Kranke pflegen, Unternehmen führen, Nachbarn helfen oder gemeinsam mit Christen, Juden und Menschen ohne Religion das gesellschaftliche Leben gestalten.

Das Normale ist keine Nachricht. Das Extreme schon. So entsteht ein verzerrtes Bild.

Der wirtschaftliche und politische Nutzen der Angst
Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Mechanismus: Angst verkauft sich. Schlagzeilen über Bedrohungen erzeugen Aufmerksamkeit. Videos mit Empörung werden häufiger angeklickt. Bücher über angebliche Gefahren verkaufen sich besser als Bücher über gelingendes Zusammenleben.

In sozialen Netzwerken belohnen Algorithmen vor allem Inhalte, die starke Emotionen auslösen. Wut, Angst und Empörung verbreiten sich schneller als Sachlichkeit. Je größer die Angst, desto höher die Reichweite. Je höher die Reichweite, desto größer der wirtschaftliche Gewinn.

Auch politisch ist Angst ein wirksames Mittel. Wer Menschen verunsichert, kann ihnen einfache Antworten anbieten. Komplexe Probleme wie Migration, Integration oder gesellschaftlicher Wandel werden dann auf eine einzige Ursache reduziert: den Islam. So wird der Islam zum Sündenbock.

Dabei geraten die tatsächlichen Ursachen aus dem Blick: soziale Ungleichheit, fehlende Bildung, politische Fehler, internationale Konflikte, Einschränkungen demokratischer Prinzipien oder wirtschaftliche Krisen. Ein Sündenbock hat einen Vorteil: Wer einen Schuldigen gefunden hat, muss die Wirklichkeit nicht mehr differenziert betrachten.

Besonders tragisch ist, dass Extremisten auf beiden Seiten voneinander leben. Beide brauchen einander. Beide nähren sich gegenseitig. Beide leben davon, dass Brücken zerstört werden. Die große Mehrheit friedlicher Menschen wird dabei zwischen den Fronten aufgerieben.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


ZUM AUTOR

Benjamin Idriz dürfte der einzige Imam Deutschlands sein, der promovierter islamischer Theologe ist und zugleich auf deutsch schreibt. Beides – die Praxisbezogenheit des Seelsorgers und die wissenschaftliche Vertrautheit mit den Quellen – zeichnet sein neues Buch aus. Mit diesen Qualitäten ragt es aus einer wahren Flut von Veröffentlichungen aller Art über die „Frauenfrage“ im Islam wohltuend heraus.

Der Autor ist seit vielen Jahren weit über die oberbayerische Kleinstadt Penzberg, wo er als Imam wirkt, und über München, wo er das „Münchner Forum für Islam“ initiiert hat, bekannt: Sein Wirken und Schaffen gilt einem authentischen Islamverständnis, das mit den Wertvorstellungen der deutschen und europäischen Gesellschaft unserer Zeit nicht nur kompatibel ist, sondern die gemeinsamen Werte aus den Quellen des Islams – dem Koran und der Tradition der Propheten – ableitet.

Buch: Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam?: Grundgedanken für einen Islam heute und hier


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Sprachtest fürs Strandbad: Wenn Bürokratie und Ausgrenzung die Sicherheit ersetzen

Banking
Digitale Sicherheit: So schützen Sie Ihre Vermögenswerte vor Fernbetrug

Die meisten Menschen beginnen erst dann über digitale Sicherheit nachzudenken, wenn bereits etwas passiert ist – eine Login‑Benachrichtigung, die nicht von ihnen stammt, eine Transaktion, die sie nicht erkennen, eine Nachricht, die harmlos wirkte, bis sie es nicht mehr war.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Schaden oft schon eingetreten. Die Methoden, mit denen heute von gewöhnlichen Kontoinhabern gestohlen wird, sind weder grob noch zufällig. Sie sind gezielt, vorbereitet und im Moment des Geschehens tatsächlich schwer zu erkennen.

Es ist bemerkenswert, dass viele Menschen, die erhebliche langfristige Ersparnisse verwalten, trotz der zunehmenden Verbreitung des digitalen Bankings weiterhin ein Schweizer Bankkonto bevorzugen – nicht aus Gewohnheit, sondern wegen der regulatorischen Tiefe, die damit einhergeht. Diese Entscheidung sagt einiges darüber aus, wie Menschen Vertrauen gewichten, wenn es um hohe Werte geht. Doch bevor man darauf eingeht, lohnt es sich zu verstehen, wie die aktuellen Bedrohungen überhaupt aussehen.

Die Angriffe, die gerade stattfinden

Das gängige Bild von Finanzbetrug – ein technisch versierter Angreifer, der in die Systeme einer Bank einbricht – ist heute größtenteils überholt. Die Angriffe, die derzeit den größten Schaden verursachen, gehen nicht über die Bank. Sie gehen über dich.

Das ist als Social Engineering bekannt. Dabei wird eine glaubwürdige Situation geschaffen, die dich dazu bringt, den Zugang selbst preiszugeben. Ein Beispiel: Eine anrufende Person stellt sich als Betrugsanalyst deiner Bank vor, erwähnt eine kürzliche Transaktion und erklärt, dass dein Konto markiert wurde.

Um die verdächtige Aktivität zu stoppen, bittet man dich, einen Einmalcode vorzulesen, der dir gerade per SMS zugeschickt wurde. Was nicht erwähnt wird: Der Code wurde von den Betrügern selbst ausgelöst, und indem du ihn laut vorliest, gibst du ihnen direkten Zugang zu deinem Konto.

Phishing funktioniert auf ähnliche Weise, nutzt jedoch E‑Mails oder Nachrichten. Das Phishing von heute ist dank besserer Recherche deutlich ausgefeilter als die offensichtlichen Betrugs-E-Mails von vor zehn Jahren. Angreifer recherchieren ihre Zielpersonen inzwischen regelmäßig im Voraus und finden Details wie Berufsbezeichnung, Arbeitgeber, den Namen einer Führungskraft sowie aktuelle Aktivitäten heraus.

Anschließend verfassen sie Nachrichten, die gerade genug dieser Informationen enthalten, um glaubwürdig zu wirken. Ein Finanzprofi, der eine E‑Mail erhält, in der sein Unternehmen korrekt genannt und auf ein echtes Projekt Bezug genommen wird, ist wesentlich eher bereit zu handeln als jemand, der nur eine generische Warnung bekommt.

Finanzkonten ziehen besonders viele dieser Angriffe an – aus einem einfachen Grund: Der Zugriff auf Geld ist sofort nützlich. Außerdem gibt es zwischen Banken und Kunden routinemäßig Kommunikation, sodass es eine vertraute Vorlage gibt, die sich leicht imitieren lässt.

Wie große Finanzinstitute zurückschlagen

In den großen Finanzinstituten findet derzeit ein bedeutender Wandel statt – und er hat nichts mit stärkeren Passwörtern oder strengeren Login‑Regeln zu tun. Es geht darum, von einem reaktiven zu einem vorausschauenden Ansatz überzugehen, bei dem potenzielle Probleme erkannt werden, bevor sie kritisch werden.

Traditionelle Sicherheitssysteme reagieren auf klar definierte Bedingungen. Prädiktiver Schutz funktioniert anders: Er erstellt für jeden Nutzer ein Profil normaler Aktivitäten und markiert alles, was deutlich davon abweicht. Ein abendlicher Login von einem unbekannten Gerät, gefolgt von einer hohen Überweisung auf ein bislang ungenutztes Konto, wirkt beispielsweise verdächtig – selbst wenn das Passwort korrekt war. Das System kann die Transaktion dann pausieren und den Kontoinhaber benachrichtigen.

Zentral ist dabei die Verhaltensanalyse. Diese Systeme verfolgen im Detail, wie eine Person ihr Konto nutzt – wann sie sich üblicherweise einloggt, welche Geräte sie verwendet, wie sie navigiert und welche Arten von Transaktionen sie durchführt – und bauen über die Zeit eine Basislinie auf. Jede Abweichung von dieser Basislinie wird als potenzielles Signal behandelt, was weniger Fehlalarme und eine schnellere Erkennung echter Bedrohungen bedeutet.

Maschinelles Lernen hat diesen Ansatz erheblich verfeinert. Diese Systeme aktualisieren sich nicht mehr in periodischen Abständen – sie passen sich kontinuierlich an, was entscheidend ist, da sich auch die Angriffsmethoden schnell verändern. Einige Institute analysieren inzwischen Muster über ganze Transaktionsnetzwerke hinweg, anstatt jede Transaktion einzeln zu prüfen. Dadurch werden bestimmte Arten von Betrug sichtbar, die bei einer Analyse auf Kontoebene vollständig unentdeckt bleiben würden.

Auch die Authentifizierung hat sich verändert. Anstatt bei jedem Login das gleiche Prüfungsniveau anzuwenden, passen sich die Anforderungen nun dynamisch an, je nachdem, wie die Sitzung aussieht. Ein routinemäßiger Login von einem bekannten Gerät verlangt wenig. Ein Login, der gleich mehrere gewohnte Muster durchbricht, verlangt mehr. Das bedeutet: Der Alltag bleibt reibungslos, während die genauere Prüfung sich auf die Sitzungen konzentriert, die sie wirklich benötigen.

Das Argument für etablierte Infrastruktur

Hier ist ein Gedanke, der sich lohnt: Wenn die digitale Landschaft sich wirklich unsicher anfühlt, beginnen viele Menschen nach etwas zu suchen, das nicht so leicht kompromittiert werden kann. Und das führt sie oft zurück zu Institutionen mit tief verwurzelter Compliance und langjähriger regulatorischer Aufsicht.

Für langfristige Ersparnisse und Vermögenserhalt gibt es einen Grund, warum viele Nutzer ein Schweizer Bankkonto weiterhin als Maßstab für Sicherheit betrachten. Es ist nicht nur Tradition – es ist die dahinterliegende Architektur. Das Schweizer Bankwesen arbeitet unter einigen der strengsten regulatorischen Rahmenbedingungen der Welt, mit multijurisdiktionaler Compliance, rigorosen KYC‑Protokollen (Know Your Customer) und robusten Datenschutzstandards, die in jede Ebene integriert sind.

Dukascopy Bank steht beispielsweise für genau diese Mischung aus Schweizer Compliance‑Tradition und moderner digitaler Infrastruktur. Für Anleger, die sich Sorgen über die Verwundbarkeit rein digital‑nativer Plattformen machen, bietet die Verwahrung von Vermögenswerten innerhalb eines regulierten Schweizer Bankenumfelds eine zusätzliche Ebene institutioneller Glaubwürdigkeit – eine, die weit über einen einfachen Login‑Bildschirm hinausgeht.

Das bedeutet nicht, dass Schweizer Banken gegen die oben beschriebenen digitalen Bedrohungen immun wären – keine Institution ist das. Allerdings schafft die Compliance‑ und Aufsichtsstruktur ein hohes Maß an Verantwortlichkeit und Widerstandsfähigkeit, das viele neuere Plattformen schlicht noch nicht entwickeln konnten.

Was Sie jetzt sofort tun können

Der institutionelle Schutz deckt nicht die Lücke ab, die durch direkte Zielangriffe entsteht. Einige konsequente Gewohnheiten können jedoch einen echten Unterschied machen:

Behandeln Sie Dringlichkeit als Warnsignal, nicht als Grund, schneller zu handeln. Social Engineering erzeugt fast immer ein Gefühl von Zeitdruck. Echte Bankmitteilungen erfordern selten eine sofortige Reaktion, die normale Verifizierungsschritte umgeht.

Rufen Sie selbst zurück. Wenn Sie einen Anruf von jemandem erhalten, der vorgibt, von Ihrer Bank zu sein, beenden Sie das Gespräch und wählen Sie die Nummer, die auf der offiziellen Website Ihrer Bank steht. Verwenden Sie niemals eine Nummer, die Ihnen der Anrufer nennt.

Überprüfen Sie Ihre Konten regelmäßig. Betrug, der innerhalb weniger Stunden erkannt wird, lässt sich viel leichter beheben als Betrug, der erst Wochen später auffällt. Viele Institute setzen Fristen, wie lange nach einem Vorfall eine Beschwerde eingereicht werden kann.

Achten Sie darauf, was öffentlich über Sie sichtbar ist. Die Recherchephase eines gezielten Angriffs beginnt oft mit Informationen, die bereits öffentlich sind – etwa Arbeitgeber, Berufsbezeichnung oder Aktivität im beruflichen Netzwerk. Weniger Sichtbarkeit bedeutet eine kleinere Angriffsfläche.

Die Quintessenz

Die Bedrohungen für persönliche Finanzen sind heute gezielter und sorgfältiger geplant als noch vor wenigen Jahren. Finanzinstitute haben entsprechend reagiert: Verhaltensmodellierung, kontinuierliche Anomalieerkennung und adaptive Authentifizierung stellen echte Verbesserungen gegenüber älteren Ansätzen dar.

Allerdings sind die technischen Schutzmechanismen und die Verantwortungsebenen zwei verschiedene Dinge – und beide sind wichtig. Die eine Frage lautet, wie gut ein Sicherheitssystem unter normalen Bedingungen funktioniert. Die andere ist, wozu eine Institution verpflichtet ist, wenn es versagt. Für alle, die darüber nachdenken, wo sie langfristige Vermögenswerte aufbewahren möchten, lohnt es sich, beide Fragen zu stellen.

 


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Zölle und KI zwingen Schwellenländer zur Neu-Ausrichtung

Gastkommentar
Kindstötungen in Gaza: Muss die Bundesregierung angeklagt werden?

Ein Gastkommentar von Michael Thomas

Die Frage ergibt sich durch eine komplexe Gemengelage infolge des jetzt von der UN-Menschenrechtskommission mit der Bezeichnung A/HRC/62/CRP.2 veröffentlichten Bericht, der auch für die deutsche Justiz Beweisrang besitzt (1.)

Hier ergibt sich möglicherweise, was fachlich durch Juristen geklärt werden muss, der Tatvorwurf der Mittäterschaft nach § 25 Abs. 2 StGB bei Mord.

Der Bundesgerichtshof führt aus (2.):

„Zwar ist es für gemeinschaftliche Tatbegehung nicht erforderlich, dass jeder der Mittäter eigenhändig an der zum Tode führenden Verletzungshandlung teilnimmt. Die Tat muss aber in jedem Falle auf einem gemeinsamen Willensentschluss beruhen und im gegenseitigen Einverständnis vorgenommen werden.“

Immerhin wurde die Öffentlichkeit bereits im April 2024 durch entsprechende Presseartikel über absichtsvolle Erschießung von Kindern in Gaza durch israelische Scharfschützen informiert (3.). Die Annahme, die deutsche Regierung hätte weder vor noch nach dieser Veröffentlichung keine Kenntnis von diesen Vorfällen gehabt, wäre als absolut unglaubwürdig zurückzuweisen.

Es wäre Kennzeichen vollständiger Unfähigkeit aller Nachrichten- und Geheimdienste, im Gegensatz zu privater Presse keine Kenntnis über diese Erschießungen gehabt zu haben. Es sei denn, es lag diesen Diensten ein explizites Verbot seitens der Regierung vor, in dieser Sache zu ermitteln. Allerdings hätte das Auftauchen dieser ersten Presseartikel zwingend die Aufnahme solcher Ermittlungen zur Folge haben müssen, schon da sie Zeugenaussagen von untersuchenden Medizinern beinhalteten, die Beweisrang haben.

Gemäß der Ausführung des BGH musste kein Deutscher an diesen Morden teilgehabt haben; hier reicht die bewusste Unterstützung und Förderung der Taten völlig aus. Und diese aktive Unterstützung ist durch die Lieferung Deutschlands von mehreren Hunderttausend Stück Munition an Israel gegeben, die zumindest zum Teil aus Patronen des Kalibers 7,62 × 51 mm NATO bestanden hat, die vom israelischen Scharfschützengewehr IWI Galatz verschossen werden.

Forensische Untersuchungen an den Opfern dieser Erschießungen müssten nun Ermittlungen wegen des Tatvorwurfs begleiten; sollten sie die Verwendung dieser Patronen belegen, was recht wahrscheinlich ist, würde der Vorwurf erhärtet. Es liegen allerdings tatsächlich Untersuchungsergebnisse vor, nach welchen Munition des Kalibers 5,56 × 45 mm bei diesen Erschießungen zum Einsatz gekommen ist.

Die Bundesregierung schlüsselt ihre Waffenlieferungen nicht auf, so dass nicht bekannt ist, inwiefern sie auch dies Kaliber geliefert hat. Da sie jedoch vom israelischen Militär eingesetzt wird und einem NATO-Standard entspricht, dürfte dies wahrscheinlich sein.

Es ergibt sich hieraus jedenfalls ein konkreter Verdacht, dass die deutsche Regierung im vollen Wissen um diese wahllosen wie gezielten Kinderhinrichtungen, die natürlich nichts mit irgendwelchen, behaupteten Verteidigungshandlungen zu tun haben können, zumindest die dazu benötigte Munition geliefert hat.

Möglicherweise auch die speziellen Gewehre gleich dazu; auch hier schafft die Bundesregierung durch die Verschleierung der gelieferten Rüstung keine Klarheit. Bekannt ist lediglich, dass Gewehre geliefert worden sind.

Sehr vordringlicher Klärungsbedarf ergibt sich vor allem aus Artikel 25 Grundgesetz, nach welchem deutsches Regierungshandeln den Regeln des Völkerrechts unterworfen ist (4.). Und dieses gibt im Rahmen der dort geregelten Menschenrechte keine Möglichkeit, die absichtsvolle Erschießung von Kindern aus dem Verborgenen heraus und auf große Distanz, gerade im Ausbleiben einer konkreten Not- oder Bedrohungssituation, zu rechtfertigen.

Ebenfalls wäre hier Artikel 26 Grundgesetz heranzuziehen, welcher Handlungen unter Strafe stellt, die das friedliche Zusammenleben von Völkern stören (5.).

Palästina hat allerdings durch die Anerkennung der UN den Status eines „Volkes“ im Sinne des Grundgesetzes, sowie das sich daraus ergebende Selbstbestimmungsrecht erworben.

Man muss feststellen, dass die hinterhältige Erschießung von Kindern eines Volkes auf große Distanz durch ein anderes Volk dazu angetan ist, ein friedliches Zusammenleben nachhaltig zu stören.

Die Menge an Indizien und Beweisen erscheint mir überzeugend und die Prüfung zu erfordern, inwiefern Ermittlungen und entsprechende Strafanzeigen gegen die deutsche Regierung wegen Mittäterschaft bei Mord und Verstößen gegen das Grundgesetz anzustrengen wären.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


  1. Human Rights Council

  2.  BGH: Zu den Anforderungen an einen Mord in Mittäterschaft
  3. ‘Not a normal war’
  4. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Art 25
  5. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Art 26 

Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

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Getötete Kinder in Gaza: Pressepreis für Recherche


Siedler-Boykott
Prominente Israelis fordern EU-Importverbot für Siedlungswaren

Tel Aviv – Vor dem entscheidenden Treffen der EU-Außenminister Mitte Juli gerät die europäische Handelspolitik gegenüber Israel von unerwarteter Seite unter Druck.

Wie aus einem offenen Brief einer Gruppe einflussreicher israelischer Insider an die EU-Mitgliedstaaten hervorgeht, der der österreichischen Tageszeitung Der Standard exklusiv vorliegt, fordern diese ein konsequentes Importverbot für Produkte aus den besetzten Gebieten. Der Vorstoß legt den Finger in eine offene Wunde: das massive Kontrollversagen an den europäischen Außengrenzen.

Insider attackieren europäische Passivität

Die aus 17 hochkarätigen Persönlichkeiten bestehende Initiative – darunter der ehemalige israelische Generalstaatsanwalt Michael Ben-Yair und der frühere Botschafter in Frankreich, Élie Barnavi – wirft der internationalen Gemeinschaft akute Tatenlosigkeit vor.

Die europäische Rhetorik habe den fortlaufenden Ausbau der völkerrechtlich illegalen Siedlungen im Westjordanland, Ostjerusalem und auf den Golanhöhen in den vergangenen Jahrzehnten nicht verhindern können. Nun fordern die prominenten Israelis einen harten Schnitt: Europa müsse sicherstellen, dass die Siedlungspolitik nicht länger wirtschaftlich von Handels- und Investitionsbeziehungen mit der EU profitiert, berichtet Der Standard weiter.

Das Timing des Vorstoßes ist kein Zufall. Mitte Juli kommen die EU-Außenminister zusammen, um über mögliche Konsequenzen aus der offensiven Siedlungspolitik der aktuellen israelischen Regierung zu beraten. Das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH), das den Siedlungsbau für rechtswidrig erklärte und die Räumung forderte, liegt nun fast zwei Jahre zurück – ohne dass sich auf dem Boden etwas geändert hätte. Inzwischen leben mehr als 700.000 Israelis in den besetzten Gebieten.

Das Zoll-Schlupfloch: Wie Kontrollen umgangen werden

Die Europäische Union ist mit einem Anteil von rund 28 Prozent an den Gesamtexporten der wichtigste Handelspartner Israels. Offiziell greifen die europäischen Zollpräferenzen und Freihandelsabkommen für Waren aus den Siedlungen nicht; sie dürfen nicht mit dem Herkunftssiegel „Made in Israel“ deklariert werden.

In der Realität sieht die Praxis jedoch völlig anders aus. Daten der israelischen Nichtregierungsorganisation Global Echo zeigen, dass jede fünfte Lieferung, die aus der Region in die EU gelangt, ihren Ursprung in den illegalen Siedlungen der Westbank, Ostjerusalems oder den Golanhöhen hat.

Die Produzenten umgehen die Richtlinien systematisch, indem sie ihre Waren über Firmensitze innerhalb der international anerkannten Grenzen Israels anmelden. Da der europäische Zoll die Lieferketten oft nicht bis zum Ursprung überprüft, profitieren Siedlungsprodukte im Milliardenwert de facto weiterhin von europäischen Zollerleichterungen.

Spaltung der EU-Staaten und Protest aus Jerusalem

Während eine Gruppe von Ländern – darunter Spanien, Irland, die Niederlande, Belgien sowie das Partnerland Norwegen – bereits eigenständige Initiativen gestartet hat, um den handel mit den Siedlungen zu kappen, blockieren andere EU-Mitglieder einheitliche Sanktionen auf Brüsseler Ebene. Der offizielle Brief der israelischen Ex-Diplomaten und Juristen soll nun den Druck auf die zögernden europäischen Regierungen massiv erhöhen.

In der israelischen Führung löst die aufflammende Debatte in Europa erhebliche Nervosität aus. Staatspräsident Yitzhak Herzog reagierte bei einem offiziellen Staatsbesuch in Rumänien scharf auf die drohenden Wirtschaftsschritte, so der Standard weiter. In Gesprächen mit der rumänischen Führung verurteilte Herzog die europäischen Boykottaufrufe und forderte ein Umdenken. Wirtschaftsanktionen und Drohungen würden keinen Frieden bringen, sondern den Weg für einen echten Dialog verbauen.

 


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Smotrich: Wir werden 1 Million Siedler nach Westbank bringen

Israels Völkermord-Entscheidung
Armenien: Paschinjan verurteilt Israels „Völkermord-Entscheidung“

Jerewan – Die Entscheidung des israelischen Kabinetts, die historischen Ereignisse von 1915 offiziell als Völkermord an den Armeniern anzuerkennen, sorgt für massive politische Verwerfungen.

Während der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan den Beschluss mit Blick auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen scharf zurückwies, reagierte ausgerechnet auch der armenische Premierminister Nikol Paschinjan mit Kritik. Er warf Israel vor, die Tragödie seines Volkes als politische Waffe zu missbrauchen.

Jerewan bricht das Schweigen mit einer Absage an Israel

Nachdem die armenische Regierung nach dem Kabinettsbeschluss vom Sonntag zunächst geschwiegen hatte, bezog Premierminister Nikol Paschinjan am Montag vor Journalisten überraschend deutlich Stellung. Anstatt den Beschluss aus Jerusalem zu begrüßen, erteilte er der israelischen Initiative eine klare Absage:

„Wir glauben, dass es im Interesse der Republik Armenien liegt, sich nicht auf die Instrumentalisierung des armenischen Völkermords als politische Waffe einzulassen. Daher sehen wir keine Notwendigkeit für eine Reaktion.“

Paschinjan signalisierte damit unmissverständlich, dass der Schritt aus Jerewan als rein politisch motiviert wahrgenommen wird. Israel hatte die Anerkennung über Jahrzehnte hinweg stets blockiert, um die strategischen Beziehungen zur Türkei und Aserbaidschan nicht zu gefährden. Erst nach dem massiven Bruch im Verhältnis zwischen Jerusalem und Ankara machten die israelischen Minister den Weg für das Vorhaben frei, das in den kommenden Tagen noch von der Knesset endgültig verabschiedet werden soll.

Erdoğan teilt gegen „kriminelles Netzwerk“ aus

Am Dienstag reagierte auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan im Rahmen einer Fernsehansprache nach einer Kabinettssitzung in Ankara. Er wies die Resolution aus Jerusalem entschieden zurück und holte zu einem verbalen Gegenschlag aus:

„Wir schenken den Verleumdungen dieses kriminellen Netzwerks gegen unser Land, das das Blut von 73.000 unschuldigen Menschen in Gaza – meist Kinder und Frauen – an seinen Händen kleben hat, absolut keine Beachtung. Unsere Geschichte ist frei von Völkermord, Massakern, Unterdrückung und Kolonialismus.“

Zwischen der Türkei und Armenien bestehen seit 1993 keine offiziellen diplomatischen Beziehungen, und die gemeinsame Grenze ist geschlossen. Allerdings bemühen sich beide Staaten in den letzten Jahren durch Sondergesandte um eine vorsichtige Annäherung und eine Normalisierung der Verhältnisse. Ein politischer Streit auf dem Rücken dieser Historie kommt für Jerewan daher zur Unzeit.

Netanjahu fordert Erdoğan zur Mäßigung auf

Die Reaktion aus Ankara ließ den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu noch am Dienstagabend in einem Interview mit dem Fernsehsender Channel 14 kontern. Auf die Frage, ob ihn die Rhetorik aus der Türkei besorgt, entgegnete Netanjahu: „Natürlich besorgt mich das.“ Er warf Erdoğan vor, die Realitäten in der Region zu verkennen:

„Die Dinge, die Erdoğan über den Wunsch nach Zerstörung Israels und einer erneuten Herrschaft über Jerusalem äußert – ich denke, er hat vergessen, dass die 400 Jahre osmanischer Herrschaft vorbei sind. Heute gibt es hier einen starken Staat namens Israel. Es gibt die israelischen Verteidigungskräfte, das Volk und die Regierung Israels. Und es wäre klug für ihn, sich zu beruhigen.“

Netanjahu fügte hinzu, dass Israel niemandem erlauben werde, seine Existenz oder Sicherheit zu bedrohen, und man bereits demonstriert habe, wozu das Land fähig sei. Der verbale Schlagabtausch reiht sich ein in eine Serie schwerer Spannungen, nachdem der türkische Innenminister jüngst zur „Befreiung“ Jerusalems aufgerufen hatte und Berichte über scharfe Predigten Erdoğans gegen Israel die Runde machten.

Aserbaidschan stellt sich bedingungslos an die Seite der Türkei

Bereits am Montag hatte auch das aserbaidschanische Außenministerium die israelische Entscheidung scharf verurteilt. Baku sprach von einer „Verzerrung der historischen Wahrheit“ und forderte die israelische Regierung auf, den Beschluss rückgängig zu machen.

Obwohl Israel Aserbaidschan im Bergkarabach-Krieg im Jahr 2020 entscheidend mit fortschrittlichen Waffen unterstützte, hat sich Baku nun zu einer seltenen und scharfen Verurteilung seines engen Verbündeten durchgerungen – nachdem sich Aserbaidschan aus Dankbarkeit für diese Militärhilfe mit öffentlicher Kritik an Israel bislang strikt zurückgehalten hatte.

Auch die jüdische Gemeinde in Aserbaidschan reagierte umgehend mit scharfer Ablehnung: Rabbi Zamir Isayev verurteilte den israelischen Vorstoß am Montag als „falsch, einseitig und politisch motiviert“. Baku teilt in der historischen Bewertung traditionell die Position Ankaras und sieht in dem Vorstoß den durchschaubaren Versuch, die Türkei geopolitisch unter Druck zu setzen.


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Treffen in Ankara
Fidan stellt klar: EU-Mitgliedschaft bleibt strategisches Ziel der Türkei

Ankara – Im Anschluss an ein wegweisendes Treffen mit hochrangigen Vertretern der Europäischen Union hat der türkische Außenminister Hakan Fidan am Dienstag unmissverständlich klargestellt, dass die Vollmitgliedschaft in der EU für Ankara weiterhin eine strategische Priorität darstellt.

Bei den umfassenden Gesprächen in der türkischen Hauptstadt signalisierten beide Seiten die feste Absicht, die strategische Partnerschaft in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft, Migration und Diplomatie spürbar zu vertiefen.

Hochrangige EU-Delegation in Ankara empfangen

In einer Erklärung über die Social-Media-Plattform X äußerte sich Außenminister Fidan hocherfreut über den Besuch der exekutiven Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Außenministerin Kaja Kallas. Begleitet wurde sie von der EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos, sowie dem EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner.

Fidan bekräftigte bei diesem Anlass die traditionsreiche und konsequente Haltung Ankaras. Die EU-Mitgliedschaft sei und bleibe ein strategisches Hauptziel. „Wir sind bereit, unsere Beziehungen zur Europäischen Union auf dieser Grundlage voranzutreiben“, betonte der Außenminister. Gleichzeitig richtete er einen klaren Appell an Brüssel, den weiteren Prozess auf der Basis objektiver Kriterien und echter Leistung voranzutreiben – völlig frei von Diskriminierung.

Die Gespräche deckten das gesamte Spektrum der bilateralen Beziehungen ab. Neben der Außenpolitik und Handelsfragen standen drängende Themen wie Migration, regionale Konnektivität und die für türkische Staatsbürger seit langem ungelöste Visa-Problematik ganz oben auf der Agenda.

Gemeinsame Erklärung: Stabilität in turbulenten Zeiten

In einer im Anschluss veröffentlichten gemeinsamen Erklärung unterstrichen beide Seiten die enorme strategische Bedeutung der Beziehungen zwischen der Türkei und der EU in einem zunehmend volatilen geopolitischen Umfeld. Das Dokument hebt den offiziellen Status der Türkei als EU-Kandidatenland hervor und betont die fundamentale Rolle dieser Partnerschaft für die Förderung der regionalen Stabilität und wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit.

Trotz bestehender politischer Differenzen zeigten sich beide Parteien entschlossen, die Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen auszubauen. So vereinbarten die Delegationen unter anderem, die Umsetzung der bestehenden Zollunion zu optimieren und die Grundlagen für deren längst überfällige Modernisierung zu schaffen.

Auch eine mögliche SEPA-Teilnahme der Türkei kam zur Sprache – ein Schritt, von dem laut den Diplomaten beide Wirtschaftsräume gleichermaßen profitieren würden. Zudem wurde die schrittweise Wiederaufnahme der Aktivitäten der Europäischen Investitionsbank (EIB) in der Türkei ausdrücklich begrüßt.

Krisenherde, NATO und internationale Herausforderungen

Der Austausch umfasste auch eine detaillierte Analyse der globalen Krisenherde. Die Partner erörterten die Entwicklungen in Russland, dem Nahen Osten, Afrika sowie im Südkaukasus, wo durch konkrete gemeinsame Initiativen der Frieden und die regionale Konnektivität gefördert werden sollen. Bezüglich des Ukraine-Krieges bekräftigten die Türkei und die EU ihr gemeinsames Engagement für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine. Die EU-Seite unterstrich in diesem Kontext die Bedeutung, eine Umgehung der verhängten Sanktionen durch Drittstaaten zu verhindern.

Im Bereich Sicherheit und Verteidigung wurde vereinbart, den Dialog in einer Weise zu intensivieren, die die NATO komplementär ergänzt. Hinsichtlich der Zypern-Frage drückten beide Parteien ihre Unterstützung für die Bemühungen des UN-Generalsekretärs aus, den Lösungsprozess voranzubringen. Vonseiten der EU wurde zudem betont, wie wichtig die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, der Schutz der Grundrechte und die Wahrung hoher demokratischer Standards im Rahmen des Beitrittsprozesses sind.

Auch die Migration bleibt ein Schlüsselthema. Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage versprachen beide Seiten eine engere Kooperation beim Grenzschutz und bei der Bekämpfung des Migrantenschmuggels. Um den positiven Trend fortzusetzen, vereinbarten die Diplomaten, sich noch vor Ende des Jahres zu weiteren hochrangigen Dialogtreffen in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit, Wissenschaft, Innovation und Landwirtschaft zusammenzufinden.

Vor den Gesprächen mit Fidan war das EU-Trio bereits von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan im Präsidentschaftskomplex empfangen worden und hatte zudem separate Treffen mit Schatz- und Finanzminister Mehmet Şimşek sowie Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu abgehalten.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan empfing im Präsidentenpalast die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Kaja Kallas, die EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos, sowie den EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner.

Der längste Verhandlungsprozess der EU-Geschichte

Dass der Fokus erneut so stark auf den Beitrittsstatus gelenkt wird, rückt die historisch tief verwurzelte, aber seit Jahren blockierte Beziehung wieder in das Rampenlicht. Die Türkei blickt auf die längste Geschichte mit der Europäischen Union und den historisch langwierigsten Verhandlungsprozess aller Bewerber zurück.

Bereits im Jahr 1964 unterzeichnete Ankara ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), der Vorgängerorganisation der heutigen EU – ein Schritt, der traditionell als das erste Fundament in Richtung einer Vollmitgliedschaft gewertet wird. Den offiziellen Antrag auf eine Kandidatur stellte die Türkei im Jahr 1987. Es dauerte daraufhin bis zum Jahr 1999, ehe dem Land der Status eines Kandidatenlandes offiziell zuerkannt wurde.

Weitere sechs Jahre vergingen, bis im Jahr 2005 schließlich die Beitrittsverhandlungen formell aufgenommen wurden – ein im Vergleich zu allen anderen Kandidatenländern einzigartig zäher Verlauf. In den darauffolgenden Jahren wurden die Gespräche im Wesentlichen aufgrund politischer Blockaden einzelner EU-Mitglieder eingefroren. Aus Sicht Ankaras stehen diese Blockaden in keinem Zusammenhang mit der tatsächlichen Eignung oder den Qualifikationen des Landes für eine Vollmitgliedschaft.

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Alternative Energie
Balkonkraftwerk mit Batteriespeicher: Zentrale Vorteile

Ein Balkonkraftwerk mit Batteriespeicher macht kleine Solaranlagen für den täglichen Energiebedarf im Haushalt deutlich nützlicher.

Statt ungenutzten Strom aus der Tagesproduktion für geringe Vergütung ins Netz einzuspeisen, speichert eine Batterie diese Energie für die spätere Nutzung, wenn der Bedarf steigt. Das verbessert den Eigenverbrauch, reduziert ungenutzte Erzeugung und gibt Haushalten mehr Kontrolle darüber, wann Solarstrom genutzt wird. 

Für Wohnungsbewohner und Besitzer kleiner Häuser kann diese zusätzliche Flexibilität eine einfache Balkon-Solaranlage deutlich praktischer erscheinen lassen. Die Hauptvorteile liegen auf der Hand: niedrigere Stromkosten, geringere Abhängigkeit vom Netz, stabilerer Zugang zu Energie und eine bessere Nutzung der begrenzten Solarerzeugung im Tagesverlauf.

Finanzielle Vorteile der Batteriespeicherung

Niedrigere monatliche Stromrechnungen

Ein Balkonspeicher hilft, die monatlichen Stromkosten zu senken, indem er überschüssige Solarenergie speichert und sie freigibt, wenn der Strombedarf im Haushalt nach Sonnenuntergang weiter besteht.

Das bedeutet, dass während der morgendlichen und abendlichen Lastspitzen weniger Strom aus dem Netz bezogen werden muss. Die Einsparungen sind besonders deutlich in Haushalten, in denen die Bewohner tagsüber abwesend sind und den Großteil ihrer Solarproduktion nicht direkt nutzen können.

Anstatt diesen Wert zu verlieren, versorgt die gespeicherte Energie später Beleuchtung, Router, Küchengeräte und andere regelmäßige Verbraucher. Systeme wie die Anker SOLIX Solarbank 3 Pro sind genau dafür ausgelegt, die Eigenverbrauchsquote auf diese Weise zu erhöhen. Wenn Solarerzeugung und Stromnutzung im Haushalt effizient gesteuert werden, können die jährlichen Einsparungen bis zu 1.566 € erreichen, was Batteriespeicher zu einem praktischen Instrument zur Kostensenkung macht.

Mehr Wert aus jeder erzeugten kWh

Batteriespeicher erhöhen den Wert jeder erzeugten Kilowattstunde, weil mehr dieses Stroms im Haushalt verbraucht wird, anstatt ungenutzt zu bleiben oder zu einem geringeren finanziellen Ertrag ins Netz eingespeist zu werden.

Dies ist eines der stärksten Argumente für die Ergänzung einer Balkon-Solaranlage um einen Speicher. Eine erzeugte kWh hat einen höheren Wert, wenn sie Haushaltsstrom zum Einzelhandelspreis ersetzt. Dieser Wert steigt weiter, wenn der Verbrauch in die Abendstunden verlagert wird, in denen viele Haushalte weiterhin Strom für das Kochen, das Laden von Geräten und Unterhaltung benötigen.

Indem eine Batterie die Diskrepanz zwischen Solarstromerzeugung und tatsächlichem Bedarf reduziert, verwandelt sie die intermittierende Stromproduktion am Tag in nutzbare Energie nach Ihrem Zeitplan. Das Ergebnis ist eine insgesamt bessere Systemeffizienz und eine höhere Rendite aus einer vergleichsweise kleinen Solaranlage.

Vorteile der Energieunabhängigkeit

Weniger Abhängigkeit vom Stromnetz

Eine Batterie verringert die Abhängigkeit vom Stromnetz, indem sie einem Haushalt ermöglicht, seinen eigenen gespeicherten Solarstrom über längere Teile des Tages zu nutzen. Anstatt sofort Strom aus dem Netz zu beziehen, sobald die Solarproduktion nachlässt, kann der Haushalt weiterhin mit zuvor erzeugter Energie betrieben werden.

Das senkt die gesamten Netzbezüge und gibt den Bewohnern mehr Kontrolle über ihre Energiegewohnheiten. Selbst in einer kleinen Wohnungsumgebung ist diese Veränderung wichtig, da Balkonsolaranlagen nur begrenzte, aber wertvolle Mengen an Strom erzeugen, die so effizient wie möglich genutzt werden sollten.

Über Wochen und Monate hinweg trägt Speicher dazu bei, ein einfaches Erzeugungssystem in eine selbstständigere Energielösung zu verwandeln. Der Vorteil besteht nicht in einem vollständig netzunabhängigen Leben, sondern in einer spürbaren Verringerung der Abhängigkeit von Netzstrom für die üblichen täglichen Verbrauchsbedürfnisse.

Stabilere Energieversorgung zu Hause

Batteriespeicher unterstützen zudem eine stabilere Energieversorgung zu Hause, indem sie kurzfristige Unterschiede zwischen Solarertrag und tatsächlichem Geräteeinsatz ausgleichen. Die Sonneneinstrahlung verändert sich im Tagesverlauf, und der Haushaltsverbrauch folgt selten demselben Muster.

Eine Batterie wirkt dabei als Puffer, indem sie überschüssige Erzeugung speichert, wenn die Produktion hoch ist, und Strom bereitstellt, wenn der Ertrag sinkt. Dies sorgt für einen gleichmäßigeren Energiefluss im alltäglichen Haushaltsbetrieb und verringert plötzliche Abhängigkeiten von importiertem Strom. In der Praxis fühlt sich das System dadurch zuverlässiger und berechenbarer an. Für Bewohner, die ein Balkonkraftwerk mit Speicher nutzen, ist diese Konstanz besonders wertvoll, da die Erzeugung begrenzt ist und effizient genutzt werden muss, um Verschwendung zu vermeiden.

Praktische alltägliche Vorteile

Intelligenter Energieeinsatz in kleinen Wohnungen

In kleinen Wohnungen ist der Strombedarf in der Regel bescheiden, aber über den Tag hinweg unregelmäßig verteilt. Batteriespeicher hilft dabei, dieses Muster intelligenter auszugleichen, indem Solarenergie gespeichert wird, bis sie für praktische Haushaltsaufgaben benötigt wird. Anstatt die Bewohner zu zwingen,

Geräte nur während der Sonnenstunden zu benutzen, bietet das System mehr Flexibilität für reale Alltagsabläufe. Gespeicherte Solarenergie kann das Laden von Geräten, Internet­ausrüstung, kleine Küchengeräte, Ventilatoren und andere übliche Verbraucher unterstützen, ohne ständige Anpassungen des Tagesablaufs zu erzwingen.

Das macht die Balkon Solaranlage leichter in den Wohnungsalltag integrierbar. Da Platz und Erzeugungskapazität begrenzt sind, zählt jede Kilowattstunde mehr. Ein Batteriespeicher hilft, den Nutzen dieser begrenzten Produktion zu maximieren und verwandelt eine einfache Solaranlage in eine anpassungsfähigere und benutzerfreundlichere Energielösung für zu Hause.

Bessere nächtliche Stromverfügbarkeit

Einer der auffälligsten Vorteile eines Batteriespeichers ist die bessere Stromverfügbarkeit in der Nacht. Balkon-Solaranlagen stellen ihre Produktion nach Sonnenuntergang ein, aber der Stromverbrauch im Haushalt setzt sich oft noch mehrere Stunden fort.

Eine Batterie schließt diese Lücke, indem sie tagsüber gespeicherte Energie am Abend bereitstellt, wenn die Menschen zu Hause sind und aktiv Geräte nutzen. Auf diese Weise können Beleuchtung, Fernseher, Laptop-Ladung, WLAN-Geräte und andere wichtige Klein- bis Mittelverbraucher versorgt werden, die sonst vollständig auf Netzstrom angewiesen wären.

Das Ergebnis ist eine deutlich sinnvollere Solaranlage, die den Alltag auch über die Tageslichtstunden hinaus unterstützt. Für viele Haushalte ist dies der Punkt, an dem eine Balkonstromanlage wirklich praktikabel wird. Der nächtliche Zugriff auf gespeicherten Solarstrom erhöht den Komfort, stärkt den Eigenverbrauch und vermittelt ein wesentlich besseres Gefühl der Kontrolle über den Energieeinsatz.

Balkonkraftwerk-Batteriespeicher bieten klare Vorteile, indem sie den Eigenverbrauch verbessern, die Stromkosten senken und Solarenergie über Tag und Nacht sinnvoller nutzbar machen. Sie helfen Haushalten, einen besseren Wert aus jeder erzeugten kWh zu ziehen, die Abhängigkeit vom Stromnetz zu verringern und eine gleichmäßigere Stromversorgung für den alltäglichen Hausgebrauch zu genießen.

Für Wohnungsbewohner und Besitzer kleiner Häuser sind diese Vorteile besonders wichtig, weil jede erzeugte Stromeinheit zählt. Ein gut abgestimmtes Speichersystem kann eine einfache Balkon-Solaranlage in eine effizientere und praktischere Energielösung verwandeln. Kurz gesagt: Batteriespeicher sorgen dafür, dass kompakte Solarstromerzeugung im Alltag mehr leistet.

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Gesundheitssystem
Medizinrecht: Ein Wandel im Gesundheitswesen

Das Verhältnis zwischen Patientinnen, Ärzten und dem Gesundheitssystem befindet sich im Umbruch. Neue Gesetze, digitale Behandlungsmethoden und veränderte Erwartungen an die medizinische Versorgung stellen das Medizinrecht vor Herausforderungen, die noch vor wenigen Jahren kaum absehbar waren.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Haftungsfragen bei Behandlungsfehlern. Vielmehr berührt das Rechtsgebiet mittlerweile Themen wie Telemedizin, künstliche Intelligenz in der Diagnostik und den Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten.

Im Jahr 2026 zeigt sich deutlicher denn je, dass juristische Rahmenbedingungen mit der rasanten Entwicklung der Medizin Schritt halten müssen. Wer als Betroffener mit einem medizinrechtlichen Problem konfrontiert wird, benötigt kompetente Unterstützung. Eine spezialisierte Rechtsberatung im Medizinrecht von Oliver Krause kann dabei helfen, die eigene Situation rechtlich einzuordnen und die richtigen Schritte einzuleiten. Dieser Ratgeber beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen und gibt Orientierung in einem zunehmend komplexen Rechtsfeld.

Aktuelle Rechtsänderungen und ihre Auswirkungen auf Patientenrechte

Digitale Gesundheitsanwendungen und ihre rechtliche Einordnung

Das Digitale-Versorgung-Gesetz hat die Gesundheitsversorgung deutlich verändert. Heute verschreiben Ärztinnen und Ärzte digitale Gesundheitsanwendungen auf Rezept, etwa Therapie-Apps oder digitale Tagebücher für Diabeteserkrankte.

Doch was passiert, wenn eine solche Gesundheits-App ihren Nutzern fehlerhafte Empfehlungen ausspricht? Die Haftungsfrage, die sich insbesondere dann stellt, wenn digitale Gesundheitsanwendungen fehlerhafte oder irreführende Empfehlungen an Patientinnen und Patienten ausgeben, ist in vielen Fällen noch nicht abschließend geklärt, da es an eindeutigen gesetzlichen Regelungen fehlt, die Verantwortlichkeiten klar zuweisen.

Hersteller, verordnende Medizinerinnen und Mediziner sowie Krankenkassen stehen in einem rechtlichen Spannungsfeld, das juristisch erst nach und nach aufgearbeitet wird, da klare gesetzliche Regelungen zur Verantwortungsverteilung bislang weitgehend fehlen.

Ein Blick auf die Praxis macht deutlich: Die elektronische Patientenakte (ePA), die 2026 flächendeckend genutzt wird, wirft ebenfalls Fragen zum Datenschutz auf. Wer haftet bei einem Datenleck? Welche Rechte bestehen, wenn Befunde fehlerhaft übertragen werden? Das Medizinrecht muss hier Antworten liefern, die sowohl den technologischen Fortschritt fördern als auch den Schutz der Betroffenen sicherstellen.

Gerade im Bereich der politischen Entscheidungen rund um die Gesundheitsversorgung lässt sich beobachten, wie intensiv die Debatte um Patientensicherheit und Digitalisierung geführt wird.

Behandlungsfehler und neue Beweislastregeln

Die Rechtsprechung zu Behandlungsfehlern hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Gerichte legen die Dokumentationspflichten der Behandelnden in ihrer Rechtsprechung zunehmend strenger aus.

Eine unvollständige Dokumentation des Behandlungsverlaufs kann eine Beweislastumkehr zur Folge haben. Das heißt, nicht die geschädigte Person muss den Fehler beweisen, sondern die behandelnde Seite muss ihr korrektes Handeln belegen.

Die folgenden Aspekte spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, berechtigte Ansprüche nach einem ärztlichen Behandlungsfehler gegenüber dem verantwortlichen Arzt oder Krankenhaus erfolgreich durchzusetzen:

  1. Die vollständige Sicherung aller medizinischen Unterlagen bildet die Grundlage jeder rechtlichen Auseinandersetzung.
  2. Ein unabhängiges medizinisches Gutachten klärt, ob ein Verstoß gegen den Heilkundestandard vorliegt.
  3. Verjährungsfristen unbedingt beachten – in der Regel drei Jahre ab Schadenskenntnis.
  4. Schlichtungsverfahren der Ärztekammern bieten eine schnellere außergerichtliche Alternative zum Gerichtsverfahren.
  5. Spezialisierte Juristinnen und Juristen mit medizinrechtlicher Expertise sollten Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche prüfen.

Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Frage der ärztlichen Aufklärungspflicht, die im Haftungsrecht eine zentrale Rolle spielt und bei Verstößen weitreichende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Vor jedem medizinischen Eingriff ist eine verständliche und rechtzeitige Aufklärung des Patienten zwingend erforderlich. Wird die Aufklärung versäumt oder mangelhaft dokumentiert, kann dieser Fehler allein einen Schadensersatzanspruch begründen, auch bei fehlerfreier Behandlung.

(Symbolfoto: pixabay)

Wie Reformen die Zukunft der medizinischen Versorgung prägen

Pflegeberufe im Wandel: Ausbildung und rechtliche Absicherung

Neben der ärztlichen Versorgung rückt zunehmend auch die pflegerische Betreuung in den Fokus des Medizinrechts. Die Frage, wer welche medizinischen Tätigkeiten ausüben darf, wird angesichts des Fachkräftemangels neu verhandelt.

Pflegefachpersonen übernehmen mehr Verantwortung, was eine Anpassung der Ausbildungsinhalte und rechtlichen Befugnisse erfordert. Bereits vor einigen Jahren wurden dazu weitreichende Reformvorschläge formuliert, wie etwa die Forderungen nach einer grundlegenden Neuausrichtung der Pflegeausbildung zeigten. Diese Impulse wirken bis heute nach und beeinflussen die gesetzgeberische Arbeit.

Mehrere Gesetzesinitiativen im Jahr 2026 rücken erweiterte Kompetenzen für Pflegefachkräfte in den Mittelpunkt. Dazu gehört etwa die eigenständige Verordnung bestimmter Hilfsmittel durch Pflegefachkräfte oder die Durchführung festgelegter diagnostischer Maßnahmen, die bislang ausschließlich dem ärztlichen Personal vorbehalten waren.

Aus rechtlicher Sicht bedeutet dies, dass auch die bestehenden Haftungsregelungen entsprechend angepasst werden müssen. Wenn Pflegepersonal eigenverantwortlich handelt, trägt es auch die juristische Verantwortung – eine Entwicklung, die sowohl Chancen als auch Risiken birgt.

Künstliche Intelligenz in der Medizin: Wer trägt die Verantwortung?

Ob Algorithmen, die Hautkrebs erkennen, Systeme, die Röntgenbilder auswerten, oder Software, die Medikamentenwechselwirkungen berechnet – der Einsatz von KI-gestützten Werkzeugen in der modernen Medizin nimmt in zahlreichen Bereichen rasant zu. Das geltende Recht setzt menschliche Entscheidungsträger voraus.

Wenn ein Algorithmus, der in der klinischen Praxis eingesetzt wird, eine falsche oder irreführende Diagnose stellt, die zu einer Fehlbehandlung führen kann, stellt sich unweigerlich die rechtlich bedeutsame Frage: Haftet der Hersteller der Software, die Klinik, die sie im Alltag einsetzt, oder die Ärztin, die sich auf das ausgegebene Ergebnis verlässt?

Die EU arbeitet derzeit an regulatorischen Rahmenbedingungen, die den Einsatz solcher Technologien klarer regeln sollen. Im nationalen Kontext bieten Forschungseinrichtungen und universitäre Institute wertvolle Beiträge zur Klärung dieser Fragestellungen.

Wer tiefer in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Themen eintauchen möchte, findet am Institut für Medizinrecht der Universität Witten/Herdecke fundierte Analysen und aktuelle Forschungsergebnisse. Klar ist: Das Zusammenspiel von Technik, Ethik und Recht wird das Gesundheitswesen der kommenden Jahre maßgeblich bestimmen.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet dieser tiefgreifende Wandel im Gesundheitswesen vor allem eines: Die eigenen Rechte genau zu kennen und aktiv einzufordern, war noch nie so wichtig und dringend geboten wie in der heutigen Zeit.

Spezialisierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte schaffen Klarheit und schützen berechtigte Ansprüche bei Behandlungsfehlern, Patientenakten oder algorithmischen Diagnoseverfahren. Wer aktuelle Regelungen im Medizinrecht kennt, ist im Ernstfall deutlich besser aufgestellt.

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