Gastkommentar
Warum der „nützliche Migrant“ im Sport ein Trugschluss ist

Ein Gastkommentar von Aras Karasun

Wer wirklich hofft, dass Menschen in Deutschland durch Fußball und den Migrantenanteil in der Nationalmannschaft, gemeinsames Feiern automatisch zusammenfinden, sollte bedenken: Diese Hoffnung gab es bereits bei vielen Weltmeisterschaften, wie etwa in den 80er-, 90er- und auch in den 2000er-Jahren. Auch damals wurde oft angenommen, dass der gemeinsame Sport Rassismus bekämpfen und gesellschaftliche Gräben überwinden könne.

Denn in der Nationalmannschaft spielten schon damals Schwarze und Menschen mit Migrationshintergrund. Zudem gab es schon immer sehr viele Fälle, in denen Spieler mit Migrationsgeschichte nach wichtigen Toren oder starken Leistungen euphorisch gefeiert und hochgelobt wurden.

Ein Blick auf die weltweiten Erfahrungswerte der letzten 100 Jahre zeigt jedoch, dass dieser Mechanismus System hat. Besonders in den USA ließ sich dieses Muster historisch tief verfolgen. Schwarze Sportler wurden dort schon vor ein paar Generationen für ihre Medaillen und Titel gefeiert, aber eben rein leistungsbezogen und extrem selektiv. Sobald sie das Spielfeld verließen, waren sie wieder Bürger zweiter Klasse, die von derselben Gesellschaft diskriminiert wurden, die sie kurz zuvor noch bejubelt hatte.

Niemand hat diesen Widerspruch so radikal auf den Punkt gebracht wie Muhammad Ali. Er wusste und betonte zeitlebens, dass der Applaus der Mehrheitsgesellschaft eine reine Illusion war. Ali hielt der Welt den Spiegel vor, indem er klarmachte: Man liebt den schwarzen Champion auf dem Podium, aber man verachtet den schwarzen Mann auf der Straße und natürlich im #Stadtbild. Er weigerte sich, die Rolle des „guten“ schwarzen Sportlers zu spielen, der für Akzeptanz dankbar sein muss.

Genau diese altbekannte Dynamik sehen wir heute im deutschen Fußball und auch bei dieser WM wieder. Es ist dieselbe zweckorientierte #Nützlichkeitsdebatte. Spieler mit Migrationshintergrund werden nur so lange akzeptiert, wie sie die Leistung bringen, die von ihnen erwartet wird. Bleibt der Erfolg aus, schlägt die Begeisterung erschreckend schnell in rassistische Hetze um.

Gleichzeitig befeuert dieser Mechanismus eine gefährliche Spaltung in „gute“ und „schlechte“ Migranten: Die „Guten“, weil erfolgreichen und nützlichen Sportler, werden gefeiert und als Vorzeigebeispiele genutzt, während sie gleichzeitig gegen diejenigen ausgespielt werden, die keine Spitzenleistungen vorweisen können. Ein solches System bemisst den Wert eines Menschen und sein Recht auf Akzeptanz allein nach seiner Funktion und seinem Nutzen für die Mehrheitsgesellschaft.

Die Vorstellung, dass Fußball und der Migrantenanteil in der Nationalmannschaft das Land irgendwie vereinen und das Rassismusproblem bekämpfen sollen, ist daher leider Wunschdenken. Das Problem des Rassismus ist deutlich tiefgreifender und lässt sich nicht allein durch sportliche Erfolge oder gemeinsame Fußballbegeisterung lösen.

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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Türkei-Besuch
Wirtschaftsministerin Reiche: „Wir brauchen die Türkei“

Ankara / Berlin – Inmitten schwerer geopolitischer Verwerfungen setzt die Bundesregierung auf eine drastische Vertiefung der wirtschaftlichen und strategischen Allianz mit Ankara.

Bei ihrem ersten offiziellen Besuch in der türkischen Hauptstadt am vergangenen Freitag fand Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) deutliche Worte für die Neuausrichtung der bilateralen Beziehungen: „Wir brauchen die Türkei als verlässlichen Handelspartner, aber auch zur Erreichung gemeinsamer politischer Ziele.“

Begleitet von einer 30-köpfigen Delegation aus hochrangigen Wirtschafts- und Branchenvertretern leitete Reiche in Ankara die sechste Sitzung der Deutsch-Türkischen Gemeinsamen Wirtschafts- und Handelskommission (JETCO) sowie das siebte Deutsch-Türkische Energieforum.

Angesichts globaler Krisen – wie dem anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den massiven Lieferengpässen nach der Schließung der Straße von Hormus – positioniert sich der NATO-Alliierte Türkei zunehmend als unverzichtbare logistische und energetische Lebensader für Europa.

Milliarden-Investitionen: Deutsche Wirtschaft will ein Stück vom Kuchen

Die wirtschaftliche Ausgangslage ist trotz einer schwindelerregenden Inflation und Leitzinsen von über 30 Prozent in der Türkei von enormer Dynamik geprägt. Deutschland ist bereits der größte Handelspartner des Landes; rund 8.600 deutsche Unternehmen sind am Bosporus aktiv. Nun stehen die Zeichen auf massivem Ausbau.

Ankara plant, in den kommenden neun Jahren astronomische Summen zu investieren: Rund 80 Milliarden Euro sollen in erneuerbare Energien fließen, weitere 28 Milliarden Euro in den Ausbau der Netze und Infrastruktur. „Die Türkei ist im Bereich der Energie ganz klar auf Wachstum orientiert“, betonte Reiche nach Gesprächen mit dem türkischen Handelsminister Ömer Bolat und Finanzminister Mehmet Simsek. Dieses Wachstum soll als Impulsgeber für die derzeit lahmende deutsche Wirtschaft dienen.

Konkrete Großprojekte wurden am Rande des Forums bereits besprochen:

Uniper: Der deutsche Energieversorger plant laut Geschäftsführer Michael Lewis den verstärkten Einstieg in den internationalen Erdgashandel sowie in die Verteilung von Erdgas direkt in der Türkei.

Siemens Energy: Europa-Chef Frederik Doyé sieht enorme Potenziale beim Ausbau des türkischen Stromnetzes, das als nachhaltige Ost-West-Verbindung zwischen Zentralasien und Europa fungieren soll.

Die neue Energie-Drehscheibe: Unabhängigkeit von Russland im Fokus

Die Türkei positioniert sich strategisch als zentrales Bindeglied für Gas, Öl und Strom zwischen dem Nahen Osten, dem Schwarzen Meer, Zentralasien und Südosteuropa. Türkische Delegationskreise sprechen bereits ambitioniert davon, das Land als sichere, krisenfeste Alternative zum Persischen Golf zu etablieren – quasi als ein „zweites Dubai am Bosporus“.

Diese Entwicklung birgt jedoch geopolitischen Zündstoff. Bislang bezieht die Türkei rund 40 Prozent ihres Erdgases über die Turkstream-Pipeline aus Russland. Die Europäische Union drängt den Beitrittskandidaten vehement dazu, diese Abhängigkeit aufgrund des Ukraine-Kriegs zu beenden.

Der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar signalisierte zwar Bereitschaft zur Diversifizierung, schloss neue Projekte mit Moskau jedoch nicht explizit aus. Für deutsche Konzerne wie Uniper ist das russische Gas im türkischen Netz ein regulatorisches Problem: Um vollumfänglich kooperieren zu können, muss die Türkei eine lückenlose Zertifizierung nachweisen, die den EU-Sanktionen entspricht.

Als Alternativen treibt Ankara den Ausbau von Flüssiggas-Lieferungen (LNG) per Tankschiff aus den USA sowie die Erschließung eigener Ressourcen voran. Das neu angezapfte, riesige Gasfeld im Schwarzen Meer spielt dabei eine Schlüsselrolle. Zudem sollen die Liefermengen aus Aserbaidschan, die über Pipelines bis nach Italien führen, drastisch gesteigert werden.

Rohstoff-Allianz und „komplizierte Themen“

Neben fossilen Energieträgern vereinbarten Reiche und Bayraktar eine Erweiterung der seit 2012 bestehenden Energiepartnerschaft auf den Bereich kritischer Mineralien und seltener Rohstoffe. „Die Energiewende kann gelingen, wenn wir gemeinsam Zugriff auf kritische Mineralien haben“, erklärte die Wirtschaftsministerin.

Überschattet wird die geopolitische Annäherung von anhaltenden Streitpunkten. Während die brisante Frage um die Gasvorkommen vor Zypern – wo die Türkei eine Pipeline beansprucht, die von der EU und der Republik Zypern zurückgewiesen wird – öffentlich ausgespart wurde, kam die innenpolitische Lage der Türkei zumindest am Rande zur Sprache.

Angesprochen auf Repressionen gegen die türkische Opposition stellte Reiche klar, dass man auch komplizierte Themen besprechen werde – „aber bestimmt nicht kurz vor Abflug und nicht ins Mikrofon.“

Zum Auftakt ihres Besuchs legte die Ministerin am Atatürk-Mausoleum in Ankara einen Kranz nieder und würdigte den Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk mit einem Eintrag im Gästebuch.

 


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Türkei: Einkaufszentren erreichen Rekordumsatz von 59 Mrd. Dollar

Hollywood
„Breaking Bad“-Star Giancarlo Esposito nimmt in Saudi-Arabien den Islam an

Riad / Berlin – Er spielte einen der ikonischsten und unterkühltesten Bösewichte der Seriengeschichte, nun sorgt er privat für weltweites Aufsehen: Der US-amerikanische Schauspieler Giancarlo Esposito, weltbekannt für seine Rolle als Drogenbaron Gustavo „Gus“ Fring in den Kultserien Breaking Bad und Better Call Saul, ist zum Islam konvertiert.

Wie Medien am Sonntag übereinstimmend berichteten, vollzog der Hollywood-Star den spirituellen Schritt während seines aktuellen Aufenthalts im Königreich Saudi-Arabien, wo er derzeit für ein monumentales Filmprojekt vor der Kamera steht.

Die Schahada am Filmset gesprochen

Die Nachricht wurde von Turki Al-Sheikh, dem Vorsitzenden der saudi-arabischen Generalbehörde für Unterhaltung (General Entertainment Authority), offiziell bekannt gegeben. Al-Sheikh erklärte, dass Esposito nach einer intensiven Zeit im Königreich und der engen Zusammenarbeit mit muslimischen Kollegen den Entschluss gefasst habe, formell den islamischen Glauben anzunehmen.

Der Schauspieler rezitierte demnach die Schahada – das islamische Glaubensbekenntnis – und schloss sich anschließend den Mitgliedern des Produktionsteams zum gemeinsamen Gebet in einer Moschee an. Ein Video, das Esposito beim Beten an der Seite der Filmcrew in einer Moschee zeigt, verbreitete sich in den sozialen Medien rasant und löste im Netz sowie unter seinen weltweiten Fans emotionale und weitreichende Diskussionen aus.

Laut Al-Sheikh sei die Entscheidung das Ergebnis zutiefst positiver persönlicher Erfahrungen im Land gewesen. Esposito habe sich von der außerordentlichen Gastfreundschaft, dem starken Gemeinschaftsgefühl und dem herzlichen Empfang, den er vor Ort erlebte, zutiefst beeindruckt gezeigt.

Von Broadway-Anfängen zum Hollywood-Olymp

Der heute 68-jährige Esposito blickt auf eine beeindruckende, jahrzehntelange Karriere zurück. Geboren in Kopenhagen als Sohn eines italienischen Vaters und einer afroamerikanischen Opernsängerin, zog er im Alter von sechs Jahren nach Manhattan. Bereits mit sieben Jahren stand er am Broadway und feierte 1968 sein offizielles Bühnendebüt.

Vor seinem weltweiten Durchbruch arbeitete er unter anderem eng mit Star-Regisseur Spike Lee zusammen und spielte in Filmklassikern wie Do the Right Thing, Malcolm X sowie in Kinohits wie Die üblichen Verdächtigen (The Usual Suspects). Für seine Darstellung des Gus Fring in Breaking Bad (2009–2011) wurde er mit zwei Critics‘ Choice Television Awards ausgezeichnet und dreimal für den renommierten Primetime Emmy nominiert. Zuletzt feierte er Erfolge in Blockbuster-Serien wie The Mandalorian und The Boys.

Hauptrolle im teuersten arabischen Action-Epos

Der Anlass für Espositos Aufenthalt in Saudi-Arabien ist das Filmprojekt 7 Dogs (auch Seven Dogs genannt), das am 27. Mai Premiere feierte und als einer der teuersten arabischsprachigen Filme gilt, die je produziert wurden.

Der Film entstand unter der Regie des marokkanisch-belgischen Erfolgsduos Adil El Arbi und Bilall Fallah (Bad Boys: Ride or Die). Die Idee und Story stammen von Turki Al-Sheikh selbst, das Drehbuch schrieb Mohamed El-Dabbah.

Das Action-Epos, das im Stil von Hollywood-Größen wie John Wick, Bad Boys oder Mission: Impossible gedreht wurde, wartet mit einem internationalen Starensemble auf – darunter Monica Bellucci, die Bollywood-Legenden Salman Khan und Sanjay Dutt sowie Kampfkünstler Max Huang. Gedreht wurde größtenteils in Saudi-Arabien, aber auch in internationalen Metropolen wie Shanghai, Mumbai und in Ägypten.

Esposito selbst beschrieb die Dreharbeiten als einen absoluten Höhepunkt seiner Karriere. Bei der Premiere in Kairo betonte er, wie aufgeregt er gewesen sei, in einem arabischen Land zu drehen:

„Ich denke, dass im arabischen Kino eine große Zukunft liegt, weil es in der Lage ist, viele verschiedene Länder an einem einzigen Ort darzustellen.“

Saudi-Arabiens Giganten-Pläne für die Filmwelt

Das Projekt 7 Dogs unterstreicht die ambitionierten Pläne des Königreichs, sich als globaler Akteur in der Filmindustrie zu etablieren. Im Rahmen der wirtschaftlichen Neuausrichtung „Vision 2030“ hat Saudi-Arabien rund 71,2 Milliarden US-Dollar für den Ausbau des Unterhaltungssektors bereitgestellt.

Erst im September 2024 wurde zudem ein 100-Millionen-Dollar-Filmfonds aufgelegt, um internationale Studios ins Land zu locken und lokale Produktionen zu fördern. Bis zum Jahr 2030 soll der saudi-arabische Filmmarkt ein Volumen von 950 Millionen US-Dollar erreichen und mehr als 7.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen.

 

 


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USA
Ex-US-Abgeordnete Greene: Israel bombardiert Christen

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Washington – Mit einer schweren Anschuldigung gegen die israelische Regierung sorgt die prominente US-Politikerin Marjorie Taylor Greene für massives Aufsehen.

Die Rechtspopulistin, die bis zu ihrem spektakulären Rücktritt im Januar 2026 den 14. Kongresswahlbezirk von Georgia im US-Repräsentantenhaus vertrat, hat auf der Plattform X (ehemals Twitter) zu einem historischen Rundumschlag ausgeholt und wirft Tel Aviv den gezielten Beschuss christlicher Gebiete vor.

Greene, die nach heftigen öffentlichen Meinungsverschiedenheiten mit US-Präsident Donald Trump aus dem Kongress ausschied, spart dabei nicht mit drastischen Begriffen und spricht offen von einem „mörderischen israelischen Regime“.

Harte Kritik an Militäroperationen im Libanon

Auslöser für den jüngsten Zorn der ehemaligen Abgeordneten sind die anhaltenden israelischen Militäroperationen und Luftangriffe im Süden des Libanon. Greene warf der israelischen Führung vor, keinerlei Rücksicht auf religiöse Stätten oder internationale Allianzen zu nehmen:

„Israel bombardiert den christlichen Südlibanon unerbittlich und hat keinen Respekt vor Amerika oder Präsident Trump.“

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Israel verlasse den Pfad der reinen Selbstverteidigung. Die Behauptung der israelischen Regierung, man bekämpfe lediglich den Terrorismus, wies Greene vehement zurück:

„Sie verteidigen sich nicht. Sie fallen ein, greifen an und ermorden Tausende und Abertausende unschuldige Menschen und Kinder.“

Frontalangriff auf israelischen Minister: „Mörderischer Psychopath“

In einem weiteren, noch drastischeren Post reagierte Greene auf eine Meldung über den israelischen Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir. Dieser hatte zuvor offen gefordert, dass der gesamte Libanon „brennen muss“. Greene fand daraufhin extrem scharfe Worte für das israelische Regierungsmitglied:

„Er ist ein mörderischer Psychopath. Kein einziger Cent oder Waffen sollten an Israel gegeben werden. Sie begehen einen Genozid.“

Mit dieser direkten Beschuldigung des Völkermords verschärft die ehemalige Kongressabgeordnete ihre Rhetorik fundamental und fordert einen totalen und sofortigen Stopp jeglicher US-Hilfen für Tel Aviv.

Teil einer größeren Bewegung am rechten Rand

Greenes Vorstoß kommt nicht von ungefähr, sondern spiegelt einen wachsenden Riss innerhalb der amerikanischen Konservativen wider. Beobachter weisen darauf hin, dass sich immer mehr prominente Köpfe der „America First“-Bewegung von Donald Trumps bedingungslosem Israel-Kurs distanzieren.

Neben Greene äußern sich auch andere einflussreiche Stimmen des rechten Lagers, wie der Medienunternehmer Tucker Carlson und Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon, zunehmend skeptisch über ein unbefristetes Engagement der USA in israelischen Militäroperationen. Diese Fraktion lehnt den traditionellen Interventionismus der Neokonservativen ab, was zu tiefen Gräben innerhalb der Republikanischen Partei führt. 

Gleichzeitig verliert Trump auch an anderer Stelle Rückhalt: Bedeutende jüdisch-amerikanische Milliardäre und traditionelle Großspender der Republikaner, wie Seth Klarman und Leslie Wexner, haben sich wegen Trumps polarisierender Rhetorik und seiner Nahost-Politik von der Partei abgewandt. Auch liberale Organisationen wie die Union for Reform Judaism verurteilen den aktuellen Kurs scharf.

International wächst ebenfalls der Druck: Ausländische Staatschefs wie der kolumbianische Präsident Gustavo Petro forderten Trump offen dazu auf, sich angesichts des Konflikts im Gazastreifen von der israelischen Führung zu distanzieren.

Abrechnung mit US-Finanzhilfen und dem MOU

Ein zentraler Kern von Greenes Kritik betrifft die massiven finanziellen und militärischen Unterstützungen, die Washington seit Jahrzehnten an Tel Aviv überweist. Es sei „absolut erbärmlich“, dass führende Politiker in den USA angesichts der aktuellen Lage nicht aufbegehren, obwohl die amerikanischen Steuerzahler das Land mit Milliarden Dollar, Waffen und militärischer Unterstützung subventionieren.

In diesem Zuge erklärte sie auch das sogenannte „Memorandum of Understanding“ (MOU) – das die langfristige US-Militärhilfe für Israel regelt – für gescheitert:

„Das MOU ist wertlos, wenn Israel nicht gezügelt werden kann.“

Als selbsternannte Vertreterin einer christlich-nationalen Strömung in den USA betonte Greene, Amerika sei eine „christliche Nation“, weshalb das Schweigen der US-Regierung zu den Angriffen auf Regionen mit hohem christlichen Bevölkerungsanteil im Libanon nicht länger hinnehmbar sei.

Der totale Bruch mit Donald Trump

Der Tweet verdeutlicht einmal mehr den tiefen Graben, der sich zwischen Greene und dem Lager des US-Präsidenten aufgetan hat. Während Greene und Trump über Jahre als engste Verbündete galten, führte der offene Streit über die US-Außenpolitik sowie die Debatte um die Freigabe der brisanten Jeffrey-Epstein-Akten schließlich zu ihrem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Kongress.

In ihrem Post ging Greene sogar so weit, Trumps bisherige Außenpolitik direkt anzugreifen und bezeichnete die Konfrontation mit Teheran als historischen Fehltritt: „Der Iran-Krieg war der größte Fehler, den Trump je gemacht hat. Die Amerikaner und unsere Truppen zahlen den Preis dafür – finanziell, wirtschaftlich und mit dem Leben von 13 Soldaten.“

 


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Islam in Deutschland
Meilenstein für den Islam in Deutschland: Erste Islamisch-Theologische Fakultät Europas entsteht in Münster

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Münster / Berlin – An der Universität Münster wird Geschichte geschrieben: Zum 1. Juli nimmt an der dortigen Hochschule die europaweit erste eigenständige Islamisch-Theologische Fakultät an einer staatlichen Universität ihre Arbeit auf.

Die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) würdigte diesen Schritt in einer Stellungnahme auf Domradio als historischen „Meilenstein“ für die Integration und die akademische Landschaft in Deutschland.

Schavan betonte, dass die Etablierung der islamischen Theologie auf Augenhöhe mit den christlichen Theologien ein starkes Signal für die gesellschaftliche Anerkennung des Islams in Deutschland sei.

Volle akademische Gleichberechtigung

Bislang war die islamische Theologie in Münster als Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) dem Fachbereich für Philologie angegliedert. Mit der Neugründung einer eigenständigen Fakultät erlangt die Disziplin nun die volle akademische Unabhängigkeit. Dazu gehören ein eigenes Promotionsrecht zur Vergabe von Doktortiteln sowie die Befugnis, Prüfungskommissionen eigenständig zu besetzen.

Laut dem Rektor der Universität, Johannes Wessels, ist die Finanzierung von insgesamt acht Professorenstellen durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen dauerhaft gesichert. Diese umfassen Kernbereiche wie islamische Geschichte, Philosophie und Ethik. Das reguläre akademische Leben und der Lehrbetrieb werden nach der Besetzung aller Gremien zum Wintersemester 2026/2027 voll anlaufen.

Hintergrund: Was ist der Unterschied zu bestehenden Instituten?

Obwohl es in Deutschland bereits seit über einem Jahrzehnt verschiedene Zentren und Institute für islamische Theologie gibt – darunter in Frankfurt, Tübingen, Osnabrück oder Gießen –, unterscheidet sich das Modell in Münster grundlegend von den bisherigen Strukturen.

Die existierenden Einrichtungen waren meist als Fachbereiche an andere Großfakultäten (wie Sprach-, Kultur- oder Geschichtswissenschaften) angegliedert. Sie besaßen dadurch oft keine vollständige rechtliche Unabhängigkeit, etwa bei der autonomen Berufung neuer Professoren oder dem alleinigen Recht zur Verleihung akademischer Grade. Mit dem Aufstieg zur eigenständigen Fakultät steht die islamische Theologie in Münster nun rechtlich, organisatorisch und akademisch auf genau derselben Stufe wie die traditionsreichen christlichen Theologien.

„Ein Zeichen der Anerkennung für Muslime“

Gründungsdekan der neuen Fakultät wird der renommierte Theologe Mouhanad Khorchide. Er unterstrich die immense Bedeutung dieses Schrittes für die muslimische Gemeinschaft in Deutschland und Europa:

„Das ist ein Zeichen der Anerkennung der Muslime, weil es jetzt auch eine Auseinandersetzung mit ihnen im akademischen Kontext gibt.“

Ein zentraler Schwerpunkt der neuen Fakultät wird auch weiterhin die Ausbildung von Religionslehrkräften für den islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen sein. Am Strukturprozess und dem Beirat der Fakultät sind unter anderem namhafte Verbände wie die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland sowie der Zentralrat der Muslime in Deutschland beteiligt.

Einzigartiges Campus-Modell der Religionen

Auch räumlich geht die Universität Münster neue Wege: Die Islamisch-Theologische Fakultät wird auf einem derzeit im Bau befindlichen, gemeinsamen „Campus der Theologien“ angesiedelt.

Dort werden die Islamwissenschaftler Tür an Tür mit den Vertretern der katholischen und protestantischen Religionswissenschaften arbeiten und sich eine gemeinsame Bibliothek sowie eine Mensa teilen. Dieses bundesweit einzigartige Kooperationsmodell soll den interreligiösen Dialog direkt im universitären Alltag verankern und fördern.

 

 

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Naturmittel
Welches Schwarzkümmelöl sollte ich kaufen?

Ein passendes Schwarzkümmelöl zu finden, kann schnell zur Herausforderung werden. In Drogerien, Reformhäusern und Onlineshops stehen dutzende Produkte nebeneinander, die sich in ihren Bezeichnungen, Herkunftsangaben und Preisklassen zum Teil erheblich voneinander unterscheiden und den Überblick erschweren.

Wer das Öl des Echten Schwarzkümmels (Nigella sativa) gezielt als Nahrungsergänzung in seinen Alltag einbinden möchte, steht unweigerlich vor konkreten und durchaus berechtigten Fragen, die sich vor allem darauf beziehen, welche Qualitätsmerkmale beim Kauf tatsächlich zählen und worauf man besonders achten sollte.

Spielt es eine Rolle, woher die Samen stammen? Ist die Bio-Variante den höheren Preis tatsächlich wert? Das Öl nutzen vor allem Allergiker, Immunbewusste und Hautgeplagte. Dieser Ratgeber stellt die wichtigsten Kaufkriterien vor und erleichtert die Wahl eines geeigneten Produkts.

Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt

Kaltpressung, Herkunft und Reinheit als Leitkriterien

Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal liegt im Herstellungsverfahren. Kaltgepresstes Schwarzkümmelöl wird bei Temperaturen unter 40 Grad Celsius gewonnen. Dadurch bleiben hitzeempfindliche Inhaltsstoffe wie Thymoquinon, ungesättigte Fettsäuren und ätherische Öle weitgehend erhalten. Raffinierte oder heißgepresste Varianten sind zwar günstiger, verlieren durch die thermische Behandlung jedoch einen Teil ihres Wirkstoffprofils.

Neben dem Pressverfahren verdient die Herkunft der Samen Aufmerksamkeit. Ägyptische Schwarzkümmelsamen gelten seit Jahrhunderten als besonders gehaltvoll. Das trockene, warme Klima des Niltals fördert eine intensive Ausreifung der Samen. Die traditionelle Gewinnung von Schwarzkümmelöl aus türkischen und nahöstlichen Anbaugebieten hat ebenfalls eine lange Geschichte und wird in vielen Regionen bis heute gepflegt. Daneben existieren Anbaugebiete in Indien, Äthiopien und der Türkei, deren Produkte qualitativ durchaus mithalten können. Ein Blick auf das Etikett verrät in der Regel, woher die Samen stammen.

Reinheit heißt, dass das Öl frei von jeglichen Zusätzen wie Aromen oder Konservierungsstoffen ist. Ein erstklassiges Produkt enthält keine Aromen, Konservierungsstoffe oder Trägerstoffe. Der Gehalt an freien Fettsäuren ist ebenfalls aufschlussreich: Ein niedriger Wert deutet auf eine besonders schonende Herstellung des Öls hin.

Bio-Siegel, Laborprüfungen und Transparenz

Ein kontrolliert biologischer Anbau schließt den Einsatz synthetischer Pestizide und Kunstdünger aus, wodurch die Belastung der Erzeugnisse mit chemischen Rückständen deutlich verringert und die natürliche Bodenfruchtbarkeit bewahrt wird. Wer Rückstände minimieren möchte, greift daher gezielt zu Produkten mit anerkanntem Bio-Siegel – etwa dem EU-Bio-Logo oder dem Naturland-Zeichen. Bei pflanzlichen Kapselpräparaten wird auch Nature Love genannt.

Unabhängige Laboranalysen liefern zusätzliche Sicherheit. Seriöse Hersteller lassen ihr Öl auf Schwermetalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und mikrobiologische Verunreinigungen prüfen. Einige Anbieter veröffentlichen die Analysezertifikate direkt auf ihrer Webseite oder legen sie dem Produkt bei. Das schafft Transparenz und erleichtert den Vergleich.

Allerdings zeigt sich gerade bei der eigenständigen Recherche zu Gesundheitsthemen im Internet ein bekanntes Problem: Online-Recherchen im Gesundheitsbereich erzeugen häufig mehr Verunsicherung als Klarheit. Umso wichtiger ist es, bei der Produktwahl auf nachprüfbare Fakten statt auf Werbeversprechen zu setzen.

Flüssiges Öl oder Kapseln – welche Darreichungsform passt?

Vor- und Nachteile beider Varianten im Alltag

Im Wesentlichen gibt es zwei Produktformen: das flüssige Öl in der Flasche und Weichkapseln mit Ölfüllung. Beide Varianten haben spezifische Stärken, und die Entscheidung hängt stark vom persönlichen Alltag ab.

Die folgenden Punkte können dabei helfen, die Abwägung zwischen den verschiedenen Möglichkeiten deutlich zu erleichtern, sodass eine fundierte Entscheidung leichter fällt:

1. Geschmack: Das kräftig-pfeffrige Öl lässt sich pur, in Salaten oder Smoothies verwenden; Kapseln sind eine geschmacksneutrale Alternative.
2. Dosierung: Kapseln bieten exakte Mengen pro Stück; flüssiges Öl erfordert Messlöffel oder Pipette und mehr Aufmerksamkeit.
3. Haltbarkeit: Geöffnetes Öl kühl lagern und schnell verbrauchen; Kapseln halten dank Oxidationsschutz deutlich länger.
4. Flexibilität: Öl ist vielseitig in Küche und Hautpflege einsetzbar; Kapseln eignen sich ideal für unterwegs.
5. Preis: Flüssiges Öl ist pro Milligramm oft günstiger als Kapseln, da deren Verarbeitung und Hüllenmaterial teurer sind.

Typische Fehler beim Kauf vermeiden

Ein weit verbreiteter Fehler ist es, die Qualität ausschließlich am Preis festzumachen. Auffallend günstige Angebote beruhen häufig auf raffiniertem Öl, gestreckten Mischungen oder minderer Samenqualität.

Ein weiterer Stolperstein liegt in der fehlenden Deklaration, denn wenn auf dem Etikett weder die genaue Herkunft der Saat noch das angewandte Pressverfahren klar angegeben sind, fehlt dem Käufer eine wichtige Orientierungshilfe bei der Qualitätsbeurteilung. Der Kauf über unbekannte Drittanbieter ohne transparente Lieferkette birgt ebenfalls Risiken.

Dunkles Glas schützt das Öl vor dem lichtbedingten Abbau wichtiger Fettsäuren. Plastikflaschen können Weichmacher abgeben und sind weniger geeignet. Wer vegan lebt, sollte bei Kapseln darauf achten, dass die Hülle aus pflanzlicher Cellulose oder Tapioka gefertigt ist.

Den richtigen Griff ins Regal wagen

Die Ausgangsfrage lässt sich nicht mit einem einzigen Produktnamen beantworten, da die beste Wahl von individuellen Bedürfnissen abhängt.

Wer besonderen Wert auf kulinarische Abwechslung in der eigenen Küche legt und das nussige Aroma von Schwarzkümmelöl in Salaten, Dressings oder warmen Gerichten genießen möchte, greift am besten zum kaltgepressten Öl, das idealerweise in einer lichtgeschützten Glasflasche abgefüllt wurde.

Wer eine unkomplizierte Einnahme ohne Eigengeschmack bevorzugt, trifft mit Kapseln die richtige Wahl. In beiden Fällen bilden kontrolliert biologischer Anbau, eine schonende Kaltpressung, klar nachvollziehbare Herkunft sowie unabhängige Laborprüfungen das solide Fundament, auf dem eine gut durchdachte und verlässliche Kaufentscheidung aufbauen sollte.

Zertifikate, Analyseergebnisse und klare Zutatenlisten führen deutlich zuverlässiger zum passenden Produkt als bloße Marketingversprechen. Auf diese Weise verwandelt sich selbst eine zunächst unübersichtliche und kaum durchschaubare Auswahl in eine gut durchdachte, auf soliden Fakten beruhende Kaufentscheidung, die langfristig überzeugt.

Häufig gestellte Fragen

Wie teste ich die Qualität meines gekauften Schwarzkümmelöls zu Hause?

Frisches, hochwertiges Schwarzkümmelöl riecht würzig-pfeffrig, nicht ranzig oder muffig. Die Farbe sollte goldgelb bis leicht grünlich sein. Ein einfacher Test: Geben Sie einen Tropfen auf einen Löffel – gutes Öl hinterlässt keinen bitteren Nachgeschmack, sondern schmeckt würzig mit leichter Schärfe. Bei ranzigem Geschmack das Produkt nicht weiter verwenden.

Was kostet hochwertiges Schwarzkümmelöl und worauf sollte ich beim Preis achten?

Qualitatives kaltgepresstes Bio-Schwarzkümmelöl kostet zwischen 15-30 Euro pro 100ml. Extreme Preisunterschiede deuten oft auf Qualitätsmängel hin – sowohl bei verdächtig günstigen als auch bei überteuerten Produkten. Achten Sie auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und vergleichen Sie die Inhaltsmenge, da manche Anbieter nur 50ml-Flaschen verkaufen.

Wie erkenne ich minderwertiges Schwarzkümmelöl beim Kauf?

Verdächtig sind extrem günstige Preise unter 10 Euro pro 100ml, fehlende Angaben zum Herstellungsverfahren oder unklare Herkunftsbezeichnungen. Warnsignale sind auch synthetische Zusätze in der Zutatenliste oder Produkte ohne Mindesthaltbarkeitsdatum. Seriöse Hersteller geben immer das Pressverfahren und die botanische Bezeichnung Nigella sativa an.

Wo finde ich Schwarzkümmelöl in praktischen Kapseln für den täglichen Gebrauch?

Für alle, die den intensiven Geschmack von reinem Schwarzkümmelöl scheuen, bieten sich Kapseln als praktische Alternative an. Bei Nature Love finden Sie Schwarzkümmelöl in Bio-Qualität, das in geschmacksneutralen Kapseln verpackt ist. Diese Darreichungsform ermöglicht eine exakte Dosierung und lässt sich problemlos in den Alltag integrieren.

Welche häufigen Anwendungsfehler sollte ich bei Schwarzkümmelöl vermeiden?

Ein typischer Fehler ist die Lagerung bei Raumtemperatur in der Küche – das Öl gehört nach dem Öffnen in den Kühlschrank. Auch die gleichzeitige Einnahme mit blutverdünnenden Medikamenten kann problematisch sein. Beginnen Sie immer mit kleinen Mengen, da manche Menschen empfindlich auf die ätherischen Öle reagieren.

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Schwarzkümmelöl aus der Türkei – ein altes Naturmittel zwischen Erfahrung, Forschung und moderner Gesundheitskultur

Israel-Kritik
US-Journalistin Ana Kasparian: Ich traue den Israelis nicht

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New York / London – Die bekannte US-Journalistin und Co-Moderatorin des progressiven Nachrichtenformats The Young Turks (TYT), Ana Kasparian, sorgt erneut mit scharfer Kritik an der israelischen Führung für Aufsehen.

In einem emotionalen Interview mit dem in London ansässigen Nachrichtenportal Middle East Eye (MEE) sprach sie offen über die persönlichen Konsequenzen und Einschüchterungsversuche, denen sie ausgesetzt sei, seit sie sich kritisch zur israelischen Kriegsführung im Gazastreifen äußert.

Dabei fand Kasparian drastische Worte gegenüber den Akteuren vor Ort und deren Einfluss auf die US-Politik:

„Ich traue den Israelis nicht. Sie können sich verpissen (They can f** off*). Ich bin Amerikanerin. Ich werde nicht zulassen, dass ein fremdes Land und seine kleinen Handlanger in Amerika mir Angst machen, meine Meinung über das zu sagen, was ich in Gaza sehe.“

Morddrohungen und Einschüchterungsversuche

In dem Interview-Format „Real Talk“ erklärte die Journalistin, dass die persönliche Belastung seit Beginn ihrer Berichterstattung massiv zugenommen habe. Neben dem Verlust von beruflichen Kooperationen und konkreten Morddrohungen berichtete Kasparian auch von gezielten Einschüchterungsversuchen aus dem Umfeld des israelischen Militärs.

Unter anderem seien ihr von israelischen Soldaten Fotos von Waffen zugeschickt worden, um sie zum Schweigen zu bringen. Davon wolle sie sich jedoch keinesfalls beugen oder einschüchtern lassen.

Kasparian kritisierte in diesem Zusammenhang auch die politische Landschaft in den USA. Sie warf Teilen der amerikanischen Medien- und Politiklandschaft vor, eine Debatte über die Realität im Nahen Osten systematisch zu unterdrücken. Der Druck auf Personen des öffentlichen Lebens, die das Vorgehen der israelischen Regierung hinterfragen, sei mittlerweile beispiellos.

„Die Linke liebt es zu verlieren“: Bereit für Allianzen mit Rechten

Ein zentraler und überraschender Aspekt des Interviews war Kasparians radikaler Appell für neue politische Allianzen. Die eigentlich tief im linken Lager verwurzelte Journalistin ging hart mit ihren eigenen politischen Weggefährten ins Gericht: „Die Linke liebt es zu verlieren. Sie können gar nicht genug davon bekommen“, kritisierte sie das strategische Versagen der US-Linken.

Kasparian warf dem Partei-Establishment von Demokraten und Republikanern gleichermaßen vor, die amerikanische Bevölkerung verraten zu haben. Konkret kritisierte sie die prominente linke Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez (AOC), die sich in der Gaza-Frage sogar von der ultra-rechten Republikanerin Marjorie Taylor Greene rechts überholen lasse.

Vor diesem Hintergrund betonte Kasparian, dass sie im Kampf gegen die US-Militärhilfe für Israel bereit sei, ideologische Gräben zu überspringen und eine Links-Rechts-Koalition einzugehen. Um „einen Völkermord zu stoppen“, sei sie gewillt, mit jedem zusammenzuarbeiten – völlig unabhängig von dessen sonstiger politischer Ausrichtung.

Kontinuität einer scharfen Kritikerin

Es ist nicht das erste Mal, dass Kasparian die israelische Regierung und den Zionismus frontal angreift. Sie gehört mittlerweile zu den profiliertesten journalistischen Stimmen in den USA, die die anhaltenden Militäraktionen im Nahen Osten scharf verurteilen.

Bereits in der Vergangenheit hatte sie Israel als „satanisch“ bezeichnet. In einem darauffolgenden Statement wies sie Antisemitismus-Vorwürfe vehement zurück und adressierte die israelische Öffentlichkeit direkt mit den Worten: „Ihr werdet nicht gehasst, weil ihr jüdisch seid. Ihr werdet gehasst, weil ihr unschuldige Menschen tötet.“

Ein globaler Wendepunkt der Wahrnehmung

Kasparians jüngste Aussagen reihen sich ein in eine weltweit wachsende Bewegung von Prominenten, Sportlern, Politikern und Gewerkschaftern, die angesichts der verheerenden zivilen Opferzahlen in Gaza, dem Libanon und der Region einen fundamentalen moralischen Protest gegen die Politik von Premierminister Benjamin Netanjahu formulieren. 

Dieser Protest zieht sich mittlerweile durch alle gesellschaftlichen Lager: In Hollywood brechen Stars wie Richard Gere das Schweigen und verurteilen das Leid der Zivilbevölkerung, während im Profisport Trainerikonen wie Pep Guardiola von der Ignoranz der Weltgemeinschaft sprechen.

Parallel dazu verschärft sich der diplomatische Druck innerhalb Europas, angeführt von Ländern wie Spanien, während transnationale Gewerkschaftsallianzen von Hafenarbeitern an der Basis ein faktisches Waffenembargo durchsetzen.

Die Schärfe, mit der Kasparian nun die Einflussnahme ausländischer Akteure in den USA anprangert, verdeutlicht, dass die Debatte längst eine neue Stufe erreicht hat. Die Kritik an der israelischen Führung ist kein reines Nischenthema mehr, sondern ein fundamentaler, globaler Konflikt um die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit im Westen.

Gastbeitrag
Kommentar: „Ist die Türkei ein Rechtsstaat?“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

In der Türkei kristallisieren sich zwei Lager, die sich nicht nur in einem Punkt vehement widersprechen. Das erste Lager sagt: „Die Justiz ist vollkommen unabhängig.“ Das zweite Lager sagt: „Die Justiz wird vom Präsidenten per Fernbedienung gesteuert.“ Beide Lager haben etwas gemeinsam: Sie vereinfachen die Wirklichkeit bis zur Unkenntlichkeit.

Folgt man der ersten Version, dann ist die türkische Justiz eine Art juristisches Shangri-La. Richter treffen Entscheidungen ausschließlich auf Grundlage von Recht, Gesetz und Gewissen. Beförderungen, Versetzungen, Massenstrafverfahren? Reine Zufälle. So zufällig wie Schneefall in der Sahara.

Folgt man der zweiten Version, dann sitzt irgendwo im Präsidentenpalast ein Beamter mit einer Fernbedienung: Taste 1 für Freispruch, Taste 2 für Untersuchungshaft, Taste 3 für „erneut verhaften, morgen nochmal verhandeln“. Die Richter wären demnach lediglich Statisten in schwarzen Roben.

Das Problem ist nur: Beide Meinungen erklären die Realität nicht besonders gut.

Denn merkwürdigerweise gewinnt die Opposition in der Türkei immer wieder Prozesse, auch und vor allem bei zuwiderlaufenden Verordnungen und Gesetzen, dass der amtierende Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan unterschrieben oder abgesegnet hat. Ebenso gewinnen Kommunen gegen Ministerien, Bürger gegen Behörden, Journalisten gegen den Staat.

Sogar das Verfassungsgericht hat sich gelegentlich immer wieder erlaubt, Entscheidungen zu treffen, die nicht unbedingt Jubelstürme in Regierungskreisen ausgelöst haben. Das ist natürlich unergründlich für jene, die jeden türkischen Richter oder Staatsanwalt für einen Parteifunktionär halten, weshalb das ein Tabuthema bleibt.

Gleichzeitig gibt es aber auch Verfahren, bei denen selbst wohlwollende Beobachter die Augenbrauen heben. Verfahren, die genau dann erstaunlich schnell werden, wenn die politische Bedeutung steigt. Als hätte die türkische Justiz einen eingebauten Turbo, der nur bei Oppositionspolitikern aktiviert wird. Das kann von einem Beobachter so subjektiv empfunden worden sein, aber auch den Tatsachen entsprechen – aber ist das ein Freibrief, um die türkische Justiz zu verunglimpfen?

Denn hier beginnt die eigentliche Tragikomödie. Während die einen behaupten, die Türkei sei kein Rechtsstaat, zeigen sie auf Europa, dass Reich vollkommener Rechtsstaatlichkeit. Dort sei die Justiz rein, unberührt und über jeden Zweifel erhaben.

Als hätten Richter in Berlin, Paris oder Madrid nie Zeitung gelesen, nie Nachrichten geschaut und nie politische Präferenzen gehabt. Schon vergessen, welche Vorwürfe hier erhoben werden? Wiederum andere behaupten, Europa sei keinen Deut besser als die Türkei.

Beides ist ungefähr so überzeugend wie die Behauptung, alle Schiedsrichter seien entweder vollkommen objektiv oder vollständig gekauft. Die Wahrheit ist viel banaler: Menschen sind Menschen, Richter sind Menschen, Staatsanwälte sind Menschen und auch Staatsbedienstete sind Menschen, Menschen aus der Mitte der Gesellschaft.

All sie kochen mit demselben Wasser, ob in der Türkei, in Deutschland oder in Mali, ist vollkommen egal. Menschen leben also nicht im Vakuum, was auch auf die staatlichen Organe umgemünzt werden kann.

Der Unterschied zwischen einem starken und einem schwachen Rechtsstaat besteht deshalb nicht darin, dass die Menschen dort bessere Engel wären. Sondern darin, wie viele Hürden ein System errichtet, damit persönliche, politische oder ideologische Vorlieben möglichst wenig Schaden anrichten.

Der deutsche Richter wird nicht automatisch zum Heiligen, sobald er die Robe anzieht. Der türkische Richter wird nicht automatisch zum Parteisoldaten, sobald er vereidigt wird. Die eigentliche Frage lautet vielmehr: Wer zahlt den Preis, wenn ein Richter oder Staatsanwalt gegen die Erwartungen der Mächtigen entscheidet?

Wenn die Karriere darunter leidet, die Versetzung kommt, dann kann die Debatte über Rechtsstaatlichkeit beginnen. Wenn nichts passiert, ist die Debatte schlichtweg abgehoben, zu politisch aufgeladen. Sie verlangt eigentlich eine Differenzierung. Sie verlangt Zahlen, Urteilsbegründungen, den Rechtsweg, Mechanismen zur Ernennung und nicht die einfache Erklärung, es sei entweder eine Diktatur oder Schlaraffenland.

Und so stehen sich die Lager weiterhin gegenüber: Die einen rufen „die türkische Justiz ist vollkommen unabhängig!“ und die anderen rufen „die türkische Justiz ist vollkommen kontrolliert!“, während irgendwo ein Richter in Anatolien gerade einen Nachbarschaftsstreit über einen Obstbaum verhandelt und sich wahrscheinlich fragt, warum ausgerechnet er zum Hauptdarsteller im globalen Kampf um Demokratie und Autoritarismus geworden ist.

Die ehrlichste Beschreibung der Lage ist, dass die Justiz weder so unabhängig, wie ihre Verteidiger behaupten, noch so allmächtig kontrolliert, wie ihre Kritiker behaupten. Aber in Zeiten politischer Polarisierung verkauft sich eine Grauzone eben schlechter als eine Verschwörung. Und so bleibt der Rechtsstaat – in der Türkei wie anderswo – oft weniger eine juristische Kategorie als eine Glaubensfrage. Je nachdem, ob das Urteil gerade die eigene Seite trifft.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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