Hamilton-Gemälde
Wandgemälde auf Trümmern in Gaza: Künstler ehren entlassene US-Burger-King-Mitarbeiterin

Gaza – Die Ruinen des Gazastreifens werden zunehmend zur Leinwand für globalen Dank und Solidarität.

Palästinensische Künstler haben dort nun ein großflächiges Porträt einer US-amerikanischen Fast-Food-Mitarbeiterin gemalt. Die Frau war zuvor entlassen worden, nachdem sie einem Kunden gegenüber „Free Palestine“ geäußert hatte.

Der Vorfall löste eine weltweite Welle der Unterstützung aus.Trotz der verheerenden humanitären Lage vor Ort haben die palästinensischen Künstlerinnen Layan Alquqa und Aseel ein markantes Zeichen gesetzt. Auf den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses im Gazastreifen schufen sie ein Porträt der US-Bürgerin Arianna (auch Ariana) Hamilton.

Mit der Aktion wollten sie sich im Namen der Menschen in Gaza für den Mut der jungen Frau bedanken. Flankiert wurde die Aktion von Videos in den sozialen Netzwerken, in denen unter anderem ein junges Mädchen das Logo der Fast-Food-Kette Burger King mit einem roten „X“ übersprüht

Hintergrund des Wandbildes ist ein Vorfall in einer Burger-King-Filiale in Breinigsville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Hamilton, eine dortige Angestellte, war mit dem Kunden Rami Feinstein, einem israelisch-amerikanischen Musiker, in eine verbale Konfrontation geraten.

Nachdem Feinstein auf seine Herkunft verwies und eine Kette mit dem Davidstern zeigte, entgegnete Hamilton den Satz „Free Palestine“ (Freies Palästina).Feinstein filmte Teile des Vorfalls, forderte eine Rückerstattung und stellte das Video mit der Frage online, ob das Lokal für jüdische Kunden noch sicher sei. Burger King entließ die Mitarbeiterin daraufhin prompt und berief sich auf Richtlinien gegen „Aufhetzung zum Hass“.

Hamilton selbst wies dies zurück und betonte, sie habe lediglich von ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht. Im Netz erfuhr sie enorme Solidarität: Eine GoFundMe-Kampagne brachte innerhalb einer Woche über 243.000 US-Dollar für ihre Lebenshaltungskosten ein, während gleichzeitig internationale Boykottaufrufe gegen die Kette laut wurden.

Ein bekanntes Muster der Dankbarkeit in Gaza

Es ist nicht das erste Mal, dass die Menschen im Gazastreifen ihre Dankbarkeit für internationale Unterstützung durch monumentale Straßenkunst zum Ausdruck bringen.

Erst kürzlich erregte eine ganz ähnliche Aktion weltweite Aufmerksamkeit: Lokale Künstler und Kinder – angeführt von dem jungen Mädchen Layan – malten ein großes Porträt des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez auf die Trümmer Gazas.

Mit diesem Wandbild dankte die Bevölkerung dem spanischen Regierungschef für dessen klare politische Haltung. Sánchez gilt als einer der schärfsten europäischen Kritiker der israelischen Regierung, erkannte den Staat Palästina offiziell an und stellte sich zudem schützend vor den spanischen Nationalspieler Lamine Yamal, als dieser wegen des Zeigens palästinensischer Flaggen in die Kritik geraten war.

Die Kunstaktionen in Gaza zeigen, dass öffentliche Worte der Solidarität und Akte des Mutes – ob von Spitzenpolitikern oder einfachen Angestellten im Ausland – die Menschen im Kriegsgebiet direkt erreichen und dort tiefen Eindruck hinterlassen.

 


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Thailand
Israelischer Familie wird Zutritt zu Zoo auf Koh Samui verweigert

Bangkok – Ein Vorfall an einem beliebten Touristenziel in Thailand hat im Internet eine breite Diskussion über die wachsenden Spannungen zwischen lokalen Unternehmen und israelischen Urlaubern ausgelöst.

Am gestrigen Mittwoch wurde einer israelischen Familie, bestehend aus einem Ehepaar und seinen zwei Töchtern, der Zutritt zum Samui Exotic Park auf der Insel Koh Samui verwehrt.

Berichten zufolge wurde die Familie am Ticketschalter zunächst freundlich empfangen. Als sie jedoch nach ihrer Nationalität gefragt wurden und angaben, aus Israel zu stammen, teilte das Personal ihnen mit, dass israelischen Staatsbürgern der Zutritt nicht gestattet sei.

Ein herbeigerufener Manager forderte die Familie anschließend nachdrücklich auf, das Gelände sofort zu verlassen.Der Vorfall folgt auf wochenlange, eskalierende Meinungsverschiedenheiten rund um die Freizeiteinrichtung.

Die Eigentümerin des Parks hatte zuvor ein Schild mit der Aufschrift „Free Palestine“ auf dem Gelände angebracht. Nach Angaben des Managements führte dies zu einer Welle negativer Online-Bewertungen und konfrontativer Direktnachrichten durch israelische Touristen.

Thailändische Unterstützer des Parks reagierten daraufhin mit positiven Bewertungen, um den Online-Ruf des Betriebs zu schützen.Die Parkbetreiberin erklärte zudem, dass die Entscheidung auch durch anhaltenden Frust über die Missachtung von Parkregeln beeinflusst worden sei.

Demnach kam es wiederholt vor, dass Besucher Tiergehege ohne Erlaubnis betraten, Tiere unsachgemäß behandelten oder Tierfutter entwendeten. Die Eigentümerin betonte, dass Touristen die lokalen Richtlinien und Grenzen respektieren müssten.

Das Ereignis spiegelt umfassendere, anhaltende soziale Reibungspunkte in großen thailändischen Tourismuszentren wie Koh Samui, Koh Phangan und Phuket wider. Anwohner und Geschäftsinhaber äußerten zuletzt vermehrt Bedenken hinsichtlich Ruhestörungen, der Missachtung thailändischer Bräuche sowie der Zunahme von nicht lizenzierten Betrieben und Gemeinschaftsstrukturen, die ausschließlich auf Hebräisch operieren. Diese Spannungen führten in der jüngeren Vergangenheit vereinzelt zu Dienstleistungsverweigerungen und öffentlichen Protesten.

 


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Weltweite Zunahme von Angriffen auf Israelis

Siedler-Gewalt
Mattner: „Auch israelische Siedler können Terroristen sein“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner

Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau so detailliert, so deutlich und vor allem so mutig über die Gewalt israelischer Siedler im Westjordanland berichtet. Denn normalerweise wird bei diesem Thema in Deutschland sehr schnell die rhetorische Schere angesetzt. Bestimmte Dinge werden lieber vorsichtig formuliert, manche Begriffe werden vermieden und bei manchen Fakten scheint man sich vorher zu fragen, wer sich darüber empören könnte. Dieser Artikel macht das erfreulicherweise nicht.

Die Frankfurter Rundschau hat den israelischen Menschenrechtler Dror Etkes interviewt, Gründer der israelischen Menschenrechtsorganisation Kerem Navot. Und ich betone das Wort israelisch ganz bewusst. Denn ich höre die israelische Bubble jetzt schon wieder: „Selbsthassender Jude!“ „Antisemit!“ „Er hasst sein eigenes Land!“ „Was für ein Verräter!“

Genau diese Reaktionen kennt Etkes übrigens selbst. Israelische Menschenrechtsaktivisten würden in Israel zunehmend als „Verräter“ behandelt, berichtet er. Aber vielleicht sollten wir einfach einmal zuhören, was dieser Mann tatsächlich sagt.

Etkes ist kein palästinensischer Aktivist, der aus dem Ausland auf Israel blickt. Er ist Israeli, in Jerusalem aufgewachsen, war selbst in einem religiös-zionistischen Umfeld verankert und hat seinen Militärdienst geleistet. Seit Jahrzehnten dokumentiert er die israelische Siedlungspolitik und die Gewalt im Westjordanland. 2012 gründete er Kerem Navot.

Was der israelische Menschenrechtler berichtet

Und was berichtet dieser Israeli? Dass die Gewalt der Siedler inzwischen überall dort stattfindet, wo Palästinenser leben. Dass Menschen aus ihren Gebieten gedrängt werden. Dass Siedler versuchen, Palästinenser immer weiter in die bebauten Teile ihrer Dörfer zurückzudrängen, während die offenen Flächen übernommen werden. Dass Siedlergewalt vom israelischen Militär gedeckt werde. Und dass sich die Grenze zwischen Siedlergewalt und staatlicher Gewalt immer schwerer ziehen lasse.

Etkes beschreibt eine Situation, in der Tausende Siedler nach dem 7. Oktober in die israelische Armee rekrutiert wurden und anschließend im Westjordanland gleichzeitig Soldaten mit militärischer Autorität und Teil extremistischer Siedlergemeinschaften sind.

Und dann fällt dieser Satz: „Es gibt keinen sicheren Quadratmeter mehr für Palästinenser.“

Das ist keine Kleinigkeit. Das ist keine gelegentliche „Auseinandersetzung“. Das ist keine folkloristische Randerscheinung des Konflikts.

„Wir müssen das Kind beim Namen nennen“

Und deshalb komme ich zu einem Punkt, bei dem ich inzwischen ganz bewusst aufhöre, sprachlich herumzueiern: Wir müssen das Kind beim Namen nennen. Wir reden seit Jahrzehnten von palästinensischen Terroristen. Dann möchte ich dieselbe klare Sprache auch bei israelischen Siedlern hören.

Wenn radikale Siedler palästinensische Zivilisten terrorisieren, ihre Häuser angreifen, Moscheen anzünden, Menschen töten und durch Gewalt und Einschüchterung erreichen wollen, dass diese Menschen ihr Land verlassen, dann ist das nicht einfach nur „Siedlergewalt“. Das ist Terror.

Und wer diesen Terror ausübt? Terroristen.

Für diejenigen, die gezielt Gewalt einsetzen, um eine Zivilbevölkerung einzuschüchtern, zu vertreiben und sich deren Land anzueignen, sollten wir endlich dieselben Maßstäbe anlegen.

Terror ist keine Nationalität. Terror ist keine Religion. Terror hat keine Flagge. Und vor allem darf das Wort „Terrorist“ nicht zu einem politischen Etikett werden, das man nur dann aus der Schublade holt, wenn es gegen die jeweils andere Seite passt.

Wenn wir von palästinensischem Terrorismus sprechen, dann müssen wir auch den Siedlerterror benennen, wenn genau diese Kriterien erfüllt sind. Alles andere ist keine klare Haltung gegen Terror. Es ist zweierlei Maß.

Und vielleicht ist genau deshalb dieser Artikel der Frankfurter Rundschau so wichtig. Weil hier ausnahmsweise einmal ein Israeli selbst zu Wort kommt, der nicht in das bequeme Schwarz-Weiß-Bild passt.

Ein Israeli, der seine eigene Gesellschaft kritisiert. Ein Israeli, der die Gewalt dokumentiert. Ein Israeli, der seit Jahrzehnten hinschaut. Und der dafür von Teilen der eigenen Gesellschaft als Verräter behandelt wird. Vielleicht sollten wir ihm einfach einmal zuhören, statt ihn reflexhaft zum „Selbsthasser“ zu erklären. Die Benennung von Terror ist kein Angriff auf eine Religion.

Und deshalb frage ich ganz am Ende etwas, das eigentlich gar nicht mehr so schwer zu beantworten sein dürfte: Wundert sich wirklich noch irgendjemand darüber, dass Palästinenser angesichts von Jahrzehnten aus Besatzung, Entrechtung, Vertreibung, Gewalt und Perspektivlosigkeit Hass entwickeln?

Das bedeutet nicht, Hass gutzuheißen. Aber wer die Ursache verstehen will, darf nicht so tun, als wäre dieser Hass aus dem Nichts entstanden.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Susanne Mattner wurde im Ruhrgebiet geboren und studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowohl in den USA als auch an der Universität Dortmund. Nach ihren Studienstationen verbrachte sie in den 1990er-Jahren auch einige Zeit im Nahen Osten. Nach ihren längeren Auslandsaufenthalten lebt sie heute verheiratet in Hamburg. In ihren Beiträgen verfolgt sie aufmerksam das internationale Zeitgeschehen mit einem geschulten Blick für mediale Narrative. Ihre Schwerpunkte liegen auf geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten, gesellschaftlichen Debatten sowie der kritischen Analyse doppelter Standards in der Berichterstattung.


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Mekka-Pakt
Neues Atom-Bündnis: Was hinter dem Mekka-Pakt steckt

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Ein Gastbeitrag von Toghrul Hasanzadeh

Am 7. August 2026 unterzeichneten der türkische Präsident Erdoğan, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Premier Shehbaz Sharif in Mekka ein gemeinsames Verteidigungsabkommen. Die drei Staaten bekräftigten den Grundsatz der kollektiven Verteidigung: Ein Angriff auf eine Partei gilt als Angriff auf alle.

Das Abkommen wurde unmittelbar als „islamische NATO“ bezeichnet, eine Bezeichnung, die die Komplexität des Pakts eher reduziert als erklärt. Auch der türkische Vizepräsident Cevdet Yılmaz lehnte diese Charakterisierung ab und verwies stattdessen auf einen regionalen Sicherheitspakt. In diesem Sinne sollte das Abkommen zunächst eingeordnet werden.

Die Bedeutung des Mekka-Pakts reicht jedoch über ein gewöhnliches regionales Abkommen hinaus. Dem Dokument gingen etwa zwei Jahre intensiver Verhandlungen voraus, und es entstand im Kontext bestehender sicherheitspolitischer Entwicklungen. Bereits im September 2025 unterzeichneten Saudi-Arabien und Pakistan einen bilateralen Verteidigungspakt. Diese Abfolge verdeutlicht, dass es sich um einen strategisch geplanten Prozess zur Etablierung eines neuen militärisch-politischen Formats handelt.

Der Nahe Osten erlebt derzeit eine grundlegende Neuordnung seines Sicherheitssystems. Nach dem Sturz des Assad-Regimes befindet sich Syrien in einer Phase des Wandels, deren Ausgang ungewiss bleibt.

Die Konfrontation zwischen dem Iran, Israel und den USA verlässt zunehmend den diplomatischen Rahmen. Die Angriffe auf saudisches Territorium im Februar 2026 haben gezeigt, wie direkt eine regionale Auseinandersetzung Riad treffen kann. Unter diesen Umständen sind Staaten immer weniger bereit, sich ausschließlich auf externe Sicherheitsgarantien zu verlassen.

Drei Staaten, drei Ressourcen

Der Pakt ist insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Kapazitäten seiner Teilnehmer von Bedeutung.

Saudi-Arabien verfügt über finanzielle Ressourcen, Energiepotenzial und eine strategische Lage zwischen dem Persischen Golf und dem Roten Meer. Für Riad stehen der Schutz der Energieinfrastruktur und der Seeverbindungen im Vordergrund.
Pakistan verfügt über umfangreiche Streitkräfte und Atomwaffen.

Seine Beteiligung verleiht dem Abkommen eine zusätzliche strategische Dimension. Islamabad unterhält diplomatische Kanäle zu verschiedenen Machtzentren, die sich in Krisensituationen als nützlich erweisen können.

Die Türkei bringt eine gut ausgerüstete Armee, NATO-Erfahrung und einen schnell wachsenden Rüstungssektor mit. In den letzten 15 Jahren vollzog Ankara einen bemerkenswerten technologischen Sprung bei Drohnen, gepanzerten Fahrzeugen und Marinewaffen. Der Anteil importierter Rüstungsgüter sank von etwa 80 auf rund 20 Prozent.

Die Türkei gehört heute zu den größten Waffenexporteuren weltweit. Diese Transformation ist für den Mekka-Pakt unmittelbar relevant: Ankara kann nicht nur fertige Waffensysteme anbieten, sondern auch Technologien und Erfahrung beim Aufbau einer nationalen Rüstungsindustrie.

Das Kampfjet-Projekt der fünften Generation KAAN ist in diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben, da Saudi-Arabien möglicherweise an dessen Finanzierung beteiligt wird. Obwohl es zunächst als einzelnes Beschaffungsprojekt erscheint, könnte es sich zu einem Bestandteil einer umfassenden industriellen Kooperation entwickeln.

Die finanziellen Ressourcen Riads, die technologische Basis Ankaras und das Humankapital Islamabads lassen sich in diesem Rahmen effektiv bündeln.

Die größte Herausforderung

Ein Militärbündnis entsteht nicht durch einen einzigen Vertrag. Erforderlich sind klare Entscheidungsprozesse, Geheimdienstkooperation, gemeinsame Planung, Standardisierung der Rüstung und regelmäßige Übungen. Die NATO hat dafür Jahrzehnte gebraucht und dabei Hunderte von Standards und normativen Dokumenten entwickelt.

Der Mekka-Pakt hat einen kürzeren, aber nicht weniger anspruchsvollen Weg vor sich. Bereits bei der Unterzeichnung zeigt die Struktur der Zusammenarbeit den Anspruch auf mehr als bloße politische Rhetorik. Beteiligt sind nicht nur Außenministerien, sondern auch Verteidigungsministerien, Generalstäbe und Nachrichtendienste.

Ein militärisch-politisches Koordinationszentrum in Saudi-Arabien ist geplant. Im Gegensatz zur NATO, deren politische und militärische Strukturen institutionell getrennt sind, entsteht hier ein kompakteres Format, das direkt auf die Koordinierung der drei Staaten ausgerichtet ist.

Die Effektivität des Pakts hängt weniger vom Wortlaut des Abkommens ab als vielmehr von der Fähigkeit der beteiligten Staaten, die vereinbarten Mechanismen mit substanziellem Inhalt zu füllen. Sollte der Pakt seine Handlungsfähigkeit bei gemeinsamen Entscheidungen und bei der Reaktion auf Bedrohungen unter Beweis stellen, könnte er für weitere Staaten attraktiv werden. Verbleibt er hingegen auf der Ebene einer politischen Erklärung, bleibt sein Einfluss begrenzt.

Ein Bündnis ohne Großmächte

Eine besondere Eigenschaft des Mekka-Pakts besteht darin, dass unter seinen Teilnehmern keine Großmächte vertreten sind. Regionale Staaten versuchen, mehr Verantwortung für ihren eigenen strategischen Raum zu übernehmen.

Das bedeutet nicht, dass sie die Zusammenarbeit mit Großmächten aufgeben wollen. Es geht um bestehende Abhängigkeiten. Alle drei Teilnehmer pflegen enge Beziehungen sowohl zu den USA als auch zu China.

Der Pakt ist daher nicht als Versuch zu interpretieren, eine Alternative zum amerikanischen oder chinesischen Einfluss zu etablieren. Vielmehr verdeutlicht er das Bestreben regionaler Mächte, ihre eigene Rolle in einer multipolaren Ordnung zu stärken.r multipolaren Ordnung stärken wollen.

Jeder der drei Staaten hat dabei seine eigenen Sicherheitsinteressen. Saudi-Arabien sieht sich Bedrohungen durch den Iran und die Huthis ausgesetzt. Pakistan lebt mit angespannten Beziehungen zu Indien. Die Türkei hat ernsthafte Konflikte mit Israel und ist an ihren südlichen Grenzen mit einer Reihe von Risiken konfrontiert.

Der Mechanismus der kollektiven Verteidigung kann als zusätzliches Instrument dienen, wenn die eigenen Kapazitäten eines Staates nicht ausreichen. Dabei lässt er den Parteien einen gewissen politischen Spielraum und führt nicht automatisch zu einer Eskalation jedes regionalen Konflikts.

Die Beteiligung Pakistans verleiht dem Konstrukt zusätzliches Gewicht. Der Besitz von Atomwaffen durch Islamabad bedeutet, dass ein potenzieller Gegner nicht nur das militärische Potenzial eines einzelnen Landes berücksichtigen muss, sondern auch die möglichen Folgen einer weitergehenden Eskalation.

Das macht den Mekka-Pakt allerdings nicht zu einem nuklearen Schutzschirm im Sinne der NATO-Garantien. Es erhöht lediglich die strategischen Kosten eines möglichen Konflikts mit den Vertragsparteien.

Zwischen Iran, Israel und fragilen Staaten

Die größten Herausforderungen für das neue Format liegen unmittelbar im Umfeld seiner Teilnehmer. Die erste betrifft den Iran, dessen Regionalpolitik die Interessen aller drei Staaten berührt.

Die zweite betrifft Israel und die zunehmenden Spannungen in der Region. Die dritte ergibt sich aus der Instabilität schwächerer Staaten, vor allem des Irak, Syriens und des Libanon.

Eine einheitliche Haltung von Ankara, Riad und Islamabad könnte stabilisierend wirken. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn es den Beteiligten gelingt, sich nicht nur über gemeinsame Bedrohungen, sondern auch über ihre eigene Vorstellung von der regionalen Ordnung zu einigen.

Die drei Staaten unterhalten unterschiedliche Beziehungen zu Iran, Israel, den USA und China, und ihre nationalen Interessen stimmen bei weitem nicht immer überein. Die Beständigkeit des Pakts wird davon abhängen, ob diese Unterschiede als Konfliktquelle oder als Spielraum für diplomatisches Manövrieren betrachtet werden.

Eine neue Machtkonstellation

Institutionell ist der Mekka-Pakt derzeit nicht mit der NATO vergleichbar, da ihm ein integriertes militärisches Kommando, eine umfassende Rechtsgrundlage sowie langjährige Erfahrung in der gemeinsamen Planung fehlen. Ihn jedoch als rein symbolisches Dokument zu betrachten, greift zu kurz.

Hinter dem Abkommen stehen ein zweijähriger Verhandlungsprozess, ein zuvor geschlossener bilateraler Pakt sowie ein beträchtliches Potenzial für militärisch-technische Zusammenarbeit.

Für Saudi-Arabien bedeutet es mehr Sicherheit und Kontrolle über strategische Routen. Für Pakistan eine gestärkte Rolle in der Nahostpolitik. Für die Türkei ist es eine Gelegenheit, Erfahrungen in der militärischen Integration einzubringen und ihren Einfluss in der Region auszubauen. Der Mekka-Pakt ist bislang eine Absichtserklärung, die jedoch das Bestreben regionaler Akteure widerspiegelt, eigenständig Sicherheitsstrukturen in einem Raum zu etablieren, der lange von externen Mächten dominiert wurde.

Sollte die Institutionalisierung gelingen, könnte ein substanzielles Element der regionalen Sicherheitsarchitektur entstehen. Andernfalls bleibt der Pakt ein weiteres politisches Dokument einer instabilen Epoche.

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Toghrul Hasanzade ist politischer Analyst und freier Autor mit Schwerpunkten in der europäischen Außenpolitik, internationalen Beziehungen und dem postsowjetischen Raum. Er hat Europäische Studien an der Europa-Universität Viadrina studiert und war Stipendiat des Internationalen Parlaments-Stipendiums des Deutschen Bundestages. Seine Texte erscheinen regelmäßig in aserbaidschanischen Medien. Zudem tritt er als Experte für europäische Politik in Fernsehsendungen auf.


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Rentenreform
Streit um Rentenreform: Lauterbach warnt vor Aus der Rente mit 63

Berlin – Neue Runde im Streit um die „Rente mit 63“: Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwochausgabe), die Rentenkommission habe zwar „insgesamt sehr gute Vorschläge gebracht“. Ein „großes Unrecht“ bleibe aber bestehen.

„Bekanntlich haben Geringverdiener und Menschen ohne Studium deutlich weniger Rente, weil sie früher sterben“, rechnete der Kölner SPD-Politiker vor, der inzwischen Vorsitzender des Forschungsausschusses im Bundestag ist. Gewinner seien Akademiker, die oft nur 40 Jahre einzahlten und 20 Jahre Rente bezögen.

Dagegen zahlten Menschen mit Ausbildung häufig 50 Jahre Beiträge und erhielten zudem fünf Jahre weniger Rente. „Ihnen die abschlagsfreie Rente nach dem 65. Lebensjahr zu streichen, vergrößert dieses Unrecht“, betonte Lauterbach. „Das spüren die Leute in ganz Deutschland, nicht nur in Ostdeutschland.“

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zugesagt, die Vorschläge der Rentenkommission in vollem Umfang umzusetzen – einschließlich der Abschaffung der abschlagsfreien Frührente. Doch der Widerstand gegen die Reformpläne wächst.

Billigen will das Bundeskabinett an diesem Dienstag die sogenannte Frühstartrente. Damit will die Regierung Kinder bereits ab dem sechsten Lebensjahr an die kapitalgedeckte Altersvorsorge heranführen. Sie soll als Teil der privaten Altersvorsorge das Rentensystem stärken helfen.

Das autorisierte Lauterbach-Statement:

„Die Rentenkommission hat insgesamt sehr gute Vorschläge gebracht. Insbesondere die Einführung einer langfristigen Kapitalrente ist ein Befreiungsschlag für das System. Ein großes Unrecht bleibt aber bestehen, hier hat man eine große Chance vertan: Bekanntlich haben Geringverdiener und Menschen ohne Studium deutlich weniger Rente weil sie früher sterben.

Gewinner sind Akademiker die oft nur 40 Jahre einzahlen und 20 Jahre Rente beziehen. Menschen mit Ausbildung zahlen oft 50 Jahre ein und bekommen auch noch 5 Jahre weniger Rente. Ihnen die abschlagsfreie Rente nach dem 65 Lebensjahr zu streichen vergrößert dieses Unrecht. Das spüren die Leute in ganz Deutschland, nicht nur in Ostdeutschland.“

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Israel-Kritik
Safa: Netanjahu ist nicht das Problem, Israel ist

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Beirut – Der libanesische Diplomat und Menschenrechtsaktivist Mohamad Safa hat in einem ausführlichen Kommentar den internationalen Fokus auf Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu kritisiert.

Eine mögliche Verhaftung Netanjahus werde das grundlegende Problem im Nahen Osten nicht lösen, argumentiert Safa. Dieses liege seiner Ansicht nach tiefer – im politischen und gesellschaftlichen System Israels.

Safa, der nach eigenen Angaben seit mehr als 35 Jahren im Südlibanon lebt und verschiedene Kriege in der Region miterlebt hat, verweist dabei auf die israelische Politik vergangener Jahrzehnte. Er habe in seinem Leben bereits acht israelische Ministerpräsidenten und unterschiedliche Regierungen erlebt. Die Regierung Netanjahus sei zwar die extremste, unterscheide sich in ihrer grundlegenden Politik jedoch nicht so stark von ihren Vorgängern, wie es die Konzentration auf den derzeitigen Regierungschef nahelege.

Safa verweist auf frühere israelische Regierungen

Den alleinigen Fokus auf Netanjahu für die Gewalt und die Zerstörung im Libanon hält Safa deshalb für irreführend. Netanjahu sei nicht die eigentliche Krankheit, sondern lediglich ein Symptom eines größeren Problems.

Als historisches Beispiel verweist der Diplomat auf die Ereignisse von 1996. Damals habe die Regierung von Ministerpräsident Schimon Peres während der israelischen Operation „Grapes of Wrath“ schwere Angriffe im Libanon durchgeführt. Besonders das Massaker von Kana sei dabei bis heute ein prägendes Ereignis. Das israelische Militär bombardierte damals ein Gelände der Vereinten Nationen, auf dem rund 800 vertriebene libanesische Zivilisten Schutz gesucht hatten.

Auch die späteren Ministerpräsidenten Ehud Barak, Ariel Sharon und Ehud Olmert hätten während ihrer Amtszeiten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Libanon zu verantworten gehabt, schreibt Safa. Die Argumentation sei dabei immer ähnlich gewesen: Die Verantwortung werde auf einzelne Regierungschefs konzentriert, während die grundsätzlichen politischen Strukturen unangetastet blieben.

Dieses Muster wiederhole sich nun bei Netanjahu.

„Würde Israel danach aufhören, eine Bedrohung zu sein?“

Safa stellt deshalb die Frage, was sich tatsächlich ändern würde, wenn Netanjahu verhaftet und aus dem Amt entfernt würde. Seine Antwort fällt eindeutig aus: Israel würde dadurch nicht plötzlich aufhören, eine Bedrohung für den Frieden in der Region darzustellen.

Das Problem liege für ihn nicht bei einem einzelnen Regierungschef oder einer bestimmten politischen Partei, sondern im System selbst. Die Gewalt sei über Jahrzehnte normalisiert worden. Israel, wie es sich der Weltöffentlichkeit heute präsentiere, sei das Ergebnis einer jahrzehntelangen Entwicklung, die von Dehumanisierung und Gewalt gegenüber Menschen im Nahen Osten geprägt sei.

Safa formuliert seine Kritik dabei bewusst drastisch. Israel töte Kinder „als Hobby“, schreibt er. Die Aussage steht für seine grundsätzliche These, dass die Gewalt nicht erst mit der Regierung Netanjahu entstanden sei, sondern auf eine wesentlich längere Geschichte zurückgehe.

Kritik an Opferzahlen und israelischer Politik

Safa nennt in seinem Kommentar zudem hohe Opferzahlen. Israel habe innerhalb von rund 1.000 Tagen fast 100.000 Menschen im Nahen Osten getötet, darunter 25.000 Kinder. Daraus leitet er eine tägliche Zahl von rund 100 Getöteten ab.

In der israelischen Führung und Gesellschaft herrsche seiner Darstellung zufolge die Vorstellung vor, Gewalt gegen andere Völker sei notwendig, um die eigene Sicherheit und den eigenen Erfolg zu gewährleisten. Einen tatsächlichen Friedenswillen Israels sieht Safa deshalb nicht.

Stattdessen strebe Israel nach seiner Einschätzung eine vollständige Annexion Palästinas sowie weiterer Gebiete im Libanon und in Syrien an.

„Frieden ohne Gerechtigkeit bleibt eine Illusion“

Auch den häufig verwendeten Begriff eines Friedens durch Stärke stellt Safa infrage. Ein Frieden könne nicht allein durch militärische Überlegenheit entstehen. Voraussetzung seien vielmehr gegenseitiger Respekt und Gerechtigkeit.

„Ein Frieden ohne absolute Gerechtigkeit bleibt eine reine Illusion“, lautet seine Position.

Auch Diplomatie könne langfristig nur funktionieren, wenn Staaten und Regierungen das internationale Recht und völkerrechtliche Vereinbarungen respektierten. Deshalb sei es aus seiner Sicht widersprüchlich, wenn westliche Regierungen Israel trotz der Vorwürfe von Massentötungen und der Besetzung beziehungsweise Annexion von Gebieten als Friedenspartner darstellten.

Safa wirft Israel vor, gleichzeitig gegen die Palästinenser vorzugehen und Gebiete seiner Nachbarstaaten zu beanspruchen. Die Menschen in der Region wüssten daher sehr genau, wer der eigentliche Gegner des Friedens sei.

Seine Schlussfolgerung fällt entsprechend deutlich aus: Der Name dieses Gegners sei Israel.

Wer ist Mohamad Safa?

Mohamad Safa ist ein libanesischer Diplomat, Menschenrechtsaktivist und Klimaaktivist. Er wurde am 8. März 1991 in Borj Rahal im Südlibanon geboren. Safa studierte Geschichte und absolvierte anschließend einen Masterstudiengang in Weltraumdiplomatie und internationalen Beziehungen.

Seit 2013 ist Safa als Exekutivdirektor der Nichtregierungsorganisation Patriotic Vision (PVA) tätig. 2016 wurde er zum Vertreter der Organisation bei den Vereinten Nationen bestimmt.

Die Organisation besitzt einen offiziellen Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC). Safa engagierte sich dabei unter anderem für humanitäre Hilfe, Klimaschutz und die Einhaltung des Völkerrechts.

Im März 2026 sorgte Safa international für Aufmerksamkeit, als er unter Protest von seinen UN-Funktionen zurücktrat.

 


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Assad-Urteil
Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

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Damaskus – In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Das Urteil, das liveAssad-Urteil im syrischen Staatsfernsehen verlesen wurde, markiert einen tiefgreifenden juristischen und politischen Wendepunkt in der Aufarbeitung des jahrzehntelangen Baath-Regimes. Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Region, dass ein gestürztes Staatsoberhaupt von der eigenen Justiz wegen systematischer Staatsverbrechen zur Höchststrafe verurteilt wurde.

Dem ehemaligen Diktator sowie den führenden Köpfen seines militärischen und geheimdienstlichen Machtapparats wurden vorsätzlicher Mord an unzähligen Bürgern, systematische Folter, willkürliche Inhaftierungen sowie schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Staatsapparat unter Assad über 14 Jahre hinweg als Tötungsmaschinerie gegen die eigene Bevölkerung missbraucht wurde.

Die historische Rolle von Atef Nadschib

Neben Baschar al-Assad wurden auch sein Bruder Mahir al-Assad, der berüchtigte Kommandeur der gefürchteten 4. Division, sowie sein Cousin Atef Nadschib zum Tode verurteilt. Ihnen wird die direkte Verantwortung für die Planung und Durchführung von Massakern an Zivilisten sowie Folter mit Todesfolge zugeschrieben.

Nadschib, der ehemalige Geheimdienstchef der Provinz Daraa, nimmt in der Geschichte des Konflikts eine Schlüsselrolle ein. Er hatte im Jahr 2011 die Verhaftung und brutale Folter von Schulkindern angeordnet, die Anti-Regime-Graffiti an Wände gesprüht hatten.Diese Tat gilt historisch als der entscheidende Funke, der die landesweiten Massenproteste und den anschließenden, blutigen Bürgerkrieg auslöste.

Warum das Verfahren als historischer Meilenstein gilt

Internationalen Beobachtern zufolge bricht dieses Verfahren mit fast allen bisherigen Mustern der juristischen Aufarbeitung im Nahen Osten und wird deshalb als Meilenstein eingestuft.

Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass das Urteil durch die eigene, nationale Justiz gefällt wurde. Im Gegensatz zu Diktatoren wie Slobodan Milošević oder Charles Taylor wird Assad nicht vor einem internationalen Tribunal in Den Haag zur Rechenschaft gezogen, sondern von einem ordentlichen Gericht im eigenen Land.

Während beispielsweise Saddam Hussein im Jahr 2006 unter dem direkten Einfluss einer US-geführten Besatzung verurteilt wurde, handelt es sich hierbei um ein eigenständiges Verfahren einer souveränen syrischen Übergangsregierung.

Zudem zeigt sich die Einzigartigkeit darin, dass kein vorheriger Verhandlungsfrieden geschlossen wurde. Häufig enden langjährige Bürgerkriege mit Amnestien und Straffreiheit für die Machthaber, um den Frieden politisch zu erkaufen. Das neue syrische Gericht bricht radikal mit dieser Praxis und zieht die Führung bedingungslos strafrechtlich zur Verantwortung.

Damit liegt auch ein juristisches Novum in Syrien vor, da es das erste Mal seit dem Machtantritt der Assad-Dynastie im Jahr 1970 ist, dass die Verbrechen des Regimes offiziell von einem syrischen Richter als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft wurden.

Dabei beschränkte sich der Prozess nicht nur symbolisch auf das Staatsoberhaupt, sondern zog zeitgleich die gesamte operative Spitze aus Militär und Geheimdienst als kollektive Tötungsmaschinerie zur Verantwortung.

Politische Signalwirkung trotz russischem Asyl

Während das Urteil in den Straßen von Damaskus von der Bevölkerung mit großer Erleichterung und spontanen Feierlichkeiten aufgenommen wurde, bleibt die Vollstreckung gegen die Hauptbeschuldigten vorerst theoretischer Natur. Baschar al-Assad und sein engster Zirkel waren nach dem endgültigen Kollaps des Regimes im Dezember 2024 nach Russland geflohen.

Da sich Assad weiterhin unter dem Schutz des Kremls in Moskau aufhält und die russische Führung jede Kooperation verweigert, gilt eine Auslieferung an die neue syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa auf absehbare Zeit als ausgeschlossen.

Internationale Beobachter, Rechtsexperten und Menschenrechtsorganisationen werten den Richterspruch dennoch als ein immens wichtiges Signal gegen die Straflosigkeit im Nahen Osten.

Auch wenn die Täter der physischen Vollstreckung der Strafe in ihrem russischen Exil entgehen, schafft das Urteil ein offizielles, unumstößliches juristisches Fundament für die unzähligen Opfer. Es dokumentiert die Gräueltaten des Regimes völkerrechtlich und brandmarkt die geflüchtete Führungsriege für den Rest ihres Lebens als verurteilte Kriegsverbrecher auf internationaler Bühne.

 


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Syrien: Der Tod des Hamza Ali al-Khatib

Gesundheit
Krafttraining als Vorsorge: Warum Muskelaufbau heute wichtig ist

Viele Menschen verbinden Gesundheitsvorsorge vor allem mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Schlaf oder regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen. Diese Faktoren sind ohne Zweifel wichtig.

Gleichzeitig gerät jedoch ein Bereich häufig in den Hintergrund: Krafttraining. Dabei zeigen zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse, dass regelmäßiges Muskeltraining weit mehr leisten kann als den Körper zu formen. Es unterstützt wichtige körperliche Funktionen und trägt dazu bei, bis ins höhere Alter aktiv und selbstständig zu bleiben.

In einer Zeit, in der viele Menschen den Großteil ihres Tages im Sitzen verbringen, gewinnt regelmäßige Bewegung zusätzlich an Bedeutung. Krafttraining entwickelt sich deshalb zunehmend von einer klassischen Fitnessaktivität zu einem festen Bestandteil eines gesundheitsbewussten Lebensstils.

Warum Krafttraining weit mehr als Muskelaufbau bedeutet

Krafttraining wird häufig mit Bodybuilding oder sportlichen Höchstleistungen in Verbindung gebracht. Tatsächlich profitieren jedoch Menschen aller Altersgruppen von einer gut aufgebauten Muskulatur. Muskeln stabilisieren Gelenke, unterstützen eine aufrechte Körperhaltung und entlasten den Bewegungsapparat im Alltag.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelmasse natürlicherweise ab. Dieser Prozess kann die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und das Risiko für Einschränkungen im Alltag erhöhen. Regelmäßiges Krafttraining hilft dabei, diesem Muskelabbau entgegenzuwirken und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.

Darüber hinaus beeinflusst Muskelgewebe den Stoffwechsel positiv. Es unterstützt den Energieverbrauch des Körpers und kann gemeinsam mit einer ausgewogenen Ernährung dazu beitragen, das Körpergewicht langfristig besser zu regulieren. Auch die Knochengesundheit profitiert, da mechanische Belastungen beim Krafttraining den Erhalt der Knochendichte fördern können.

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Perfektion

Viele Menschen verzichten auf Krafttraining, weil sie glauben, mehrere Stunden pro Woche investieren zu müssen. Für die gesundheitlichen Vorteile ist jedoch vor allem Kontinuität entscheidend. Bereits zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche können einen positiven Beitrag zur allgemeinen Fitness leisten, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden.

Gerade deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen für das Training zuhause. Moderne Speediance Trainingsgeräte ermöglichen abwechslungsreiche Kraftübungen auf vergleichsweise kleinem Raum und erleichtern es vielen, Bewegung flexibel in den eigenen Alltag zu integrieren. Wer ohne lange Anfahrtswege trainieren kann, schafft häufig bessere Voraussetzungen dafür, eine langfristige Trainingsroutine aufzubauen.

Dabei müssen einzelne Einheiten nicht besonders lang sein. Auch kürzere Trainingseinheiten lassen sich sinnvoll in den Tagesablauf integrieren und können über Monate hinweg eine nachhaltige Wirkung entfalten.

Kraft unterstützt den gesamten Alltag

Die Vorteile von Krafttraining zeigen sich nicht nur während des Trainings selbst. Eine gut entwickelte Muskulatur erleichtert zahlreiche alltägliche Bewegungen und kann dazu beitragen, körperliche Belastungen besser zu bewältigen.

Ob beim Tragen schwerer Einkaufstaschen, beim Heben von Gepäck oder beim Treppensteigen – viele alltägliche Situationen erfordern Kraft, Stabilität und Koordination. Gleichzeitig trägt eine kräftige Rumpfmuskulatur dazu bei, eine gesunde Körperhaltung zu unterstützen, was insbesondere bei Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit von Vorteil sein kann.

Auch das Gleichgewicht verbessert sich häufig durch regelmäßiges Krafttraining. Eine bessere Körperkontrolle kann wiederum das Risiko von Stürzen reduzieren – ein Aspekt, der insbesondere mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird.

Warum Heimtraining heute besser in den Alltag passt

Der größte Grund, warum viele Menschen ihre sportlichen Ziele nicht dauerhaft verfolgen, ist häufig nicht mangelnde Motivation, sondern fehlende Zeit. Berufliche Verpflichtungen, Familienleben und lange Arbeitswege lassen regelmäßige Besuche im Fitnessstudio oft schwierig erscheinen.

Das Training zuhause bietet hier eine praktische Alternative. Es ermöglicht mehr Flexibilität und erleichtert spontane Trainingseinheiten, beispielsweise vor der Arbeit, in der Mittagspause oder am Abend. Dadurch sinkt die Hemmschwelle, überhaupt aktiv zu werden.

Hinzu kommt, dass digitale Trainingslösungen das Heimtraining in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt haben. Trainingspläne, Fortschrittsanalysen und interaktive Anleitungen unterstützen viele Nutzer dabei, Übungen strukturiert und nachvollziehbar durchzuführen. Dadurch entsteht eine Trainingsumgebung, die sich individuell an unterschiedliche Fitnessniveaus anpassen lässt.

Entscheidend bleibt jedoch nicht die eingesetzte Technik, sondern die Regelmäßigkeit. Wer Bewegung dauerhaft in den Alltag integriert, schafft die Grundlage für langfristige gesundheitliche Vorteile.

Gesundheitsvorsorge beginnt mit kleinen Gewohnheiten

Gesundheit entsteht selten durch einzelne große Entscheidungen. Häufig sind es kleine Gewohnheiten, die über einen langen Zeitraum hinweg den größten Unterschied machen. Regelmäßige Bewegung gehört zu diesen Gewohnheiten.

Krafttraining muss weder kompliziert noch leistungsorientiert sein. Schon einfache Übungen, die kontinuierlich durchgeführt werden, können dazu beitragen, die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Gleichzeitig stärkt körperliche Aktivität oft das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und motiviert dazu, auch andere gesundheitsfördernde Gewohnheiten beizubehalten.

Wer Krafttraining nicht als kurzfristiges Fitnessprojekt, sondern als Teil der persönlichen Gesundheitsvorsorge versteht, profitiert häufig langfristig von mehr Beweglichkeit, Stabilität und Lebensqualität.

Krafttraining ist mehr als  Muskelaufbau

Krafttraining ist längst mehr als eine Möglichkeit zum Muskelaufbau. Es unterstützt den Bewegungsapparat, fördert die körperliche Leistungsfähigkeit und kann einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Gesundheitsvorsorge leisten. Besonders in einer zunehmend bewegungsarmen Gesellschaft gewinnt regelmäßiges Muskeltraining immer mehr an Bedeutung.

Ob im Fitnessstudio oder zuhause – entscheidend ist nicht der Trainingsort, sondern die Kontinuität. Wer Krafttraining dauerhaft in den Alltag integriert, schafft eine stabile Grundlage für mehr Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität – heute und in den kommenden Jahren.

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Rüstungsnews
Mega-Rüstungsdeal: Waffen aus der Türkei an die Ukraine

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Washington/Ankara – Es ist das historisch größte Rüstungsgeschäft zwischen der Türkei und der Ukraine seit Beginn des Konflikts: Das US-Außenministerium hat den amerikanischen Kongress offiziell über ein geplantes Rüstungspaket im Wert von fast 300 Millionen US-Dollar informiert.

Demnach beabsichtigt die Regierung in Ankara, umfangreiche Bestände an schweren, in den USA hergestellten Waffensystemen aus ihren eigenen Depots an die ukrainischen Streitkräfte zu verkaufen. Da es sich um Rüstungsgüter aus US-Produktion handelt, ist dieser Schritt völkerrechtlich an die strikten Auflagen des amerikanischen „Arms Export Control Act“ gebunden und erfordert eine formelle Genehmigung aus Washington, die als sehr wahrscheinlich gilt.

Enorme Feuerkraft für die ukrainische Armee

Das geplante Paket umfasst eine immense Bandbreite an weitreichender Artillerie und hocheffektiven Raketensystemen, die die ukrainischen Verteidigungskapazitäten massiv stärken sollen.

Konkret sieht das Abkommen die sofortige Lieferung von 70 taktischen ballistischen Kurzstreckenraketen des Typs ATACMS (Modell M39) vor, die trotz ihrer Reichweite von rund 165 Kilometern durch schwere Sprengköpfe eine erhebliche strategische Wucht entfalten können.

Zusätzlich transferiert die Türkei zwölf schwere Mehrfachraketenwerfer des Typs M270 MLRS, die im Vergleich zu den bekannten HIMARS-Systemen die doppelte Feuerrate besitzen. Abgerundet wird die Lieferung durch mehr als 2.500 ungelenkte Streumunitions-Raketen sowie rund 47,000 schwere Artilleriegranaten des Kalibers 203mm, die vor allem für ukrainische Haubitzen vom Typ „Pion“ dringend benötigt werden.

The M57A1 Army Tactical Missile System missile is fired over the cab of an M142 High Mobility Artillery Rocket System launcher. New battle conditions call for the Army to have precision lethal and nonlethal fires that can be fired from land to produce effects in all domains, as joint, multidomain operations are expected to be increasingly common. (U.S. Army photo)

Win-Win-Situation für Ankara und Kiew

Die US-Regierung signalisierte bereits ihre volle Bereitschaft, dem sogenannten Drittstaaten-Transfer zuzustimmen, da das Geschäft mit den amerikanischen Zielen zur Unterstützung der Ukraine im Einklang stehe.

Aus den offiziellen Dokumenten geht hervor, dass es sich um eine strategische Win-Win-Situation für beide Partner handelt. Die Türkei nutzt den Verkauf gezielt, um ältere, in die Jahre gekommene Rüstungsbestände aus ihren Lagern abzugeben.

Die dadurch freiwerdenden finanziellen Mittel in dreistelliger Millionenhöhe sollen direkt in die Modernisierung und den Erhalt der eigenen, hochmodernen heimischen Verteidigungssysteme fließen.

Die Ukraine wiederum erhält durch den Deal in Rekordzeit schwere Offensiv- und Defensivwaffen, deren Bestände in den westlichen Lagern zuletzt als stark erschöpft galten.

Die Logistik des gigantischen Waffentransfers wird laut den offiziellen Papieren über ein Netzwerk aus autorisierten türkischen, bulgarischen und amerikanischen Verteidigungs- und Transportunternehmen abgewickelt.

Da sich sowohl das US-Repräsentantenhaus als auch der Senat derzeit in der parlamentarischen Sommerpause befinden, gilt ein Veto der Abgeordneten als nahezu ausgeschlossen. Wenn die gesetzliche 15-tägige Prüffrist ohne Einspruch verstreicht, tritt die Genehmigung automatisch in Kraft, sodass die ersten Waffenlieferungen aus der Türkei noch Ende August in der Ukraine eintreffen könnten.

 


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Israel
„Kriechend den Boden wischen“ – Schwere Vorwürfe wegen Demütigungen gegen Sara Netanjahu

Jerusalem – Die Ehefrau des israelischen Ministerpräsidenten, Sara Netanjahu, sieht sich erneut mit schweren Vorwürfen ehemaliger Hausangestellter konfrontiert.

Wie die israelische Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“ nach der Auswertung von Dutzenden Zeugenaussagen und Gerichtsakten berichtet, reichen die Anschuldigungen über mutmaßliche Schikanen und Demütigungen in der Residenz des Regierungschefs mehr als 25 Jahre zurück.

Während mehrere ehemalige Mitarbeiter rechtliche Schritte eingeleitet haben, weisen Sara Netanjahu und ihre Rechtsbeistände sämtliche Vorwürfe vehement zurück und sprechen von einer gezielten Kampagne.

Neue Klagen und schwere Anschuldigungen 

Zu den jüngsten Fällen gehört die Beschwerde eines 61-jährigen ehemaligen Angestellten, der im vergangenen Jahr in der ministerpräsidialen Residenz tätig war. Laut seinen Angaben sei er regelmäßigen verbalen Ausfällen und Beleidigungen ausgesetzt gewesen und habe unter anderem die Küche auf allen vieren kriechend reinigen müssen.

Zudem wirft er der Ehefrau des Regierungschefs verbale Demütigungen vor. Das Büro des Ministerpräsidenten wies diese Darstellungen umgehend als erneuten Versuch zurück, durch Diffamierung finanzielle Mittel vom Staat zu erpressen.

Im Gegenzug reichte Sara Netanjahu eine Klage gegen den Mann ein, in der sie ihm vorwirft, die Residenz illegal fotografiert und damit ihre Privatsphäre verletzt zu haben.

Gerichtsentscheidungen und die Haltung der Verteidigung

Die juristische Aufarbeitung von Arbeitsbedingungen in der Regierungsresidenz hat in Israel bereits eine längere Vorgeschichte.

Im Februar 2016 sprach das Arbeitsgericht in Jerusalem dem ehemaligen Hausverwalter Meni Naftali eine Entschädigung von 170.000 Schekel zu, nachdem das Gericht missbräuchliche Arbeitsbedingungen als erwiesen ansah.

Das Urteil erging damals gegen den Staat und weitere Prozessbeteiligte, nicht gegen Sara Netanjahu persönlich. In einem weiteren Verfahren im selben Jahr erhielt ein Wartungsmitarbeiter ebenfalls eine Entschädigung, nachdem das Gericht seine Klage bezüglich eines von Einschüchterungen geprägten Arbeitsumfelds in wesentlichen Teilen bestätigt hatte.

Sara Netanjahu und ihre Anwälte betonen in ihren Stellungnahmen kontinuierlich, dass viele der erhobenen Anschuldigungen im Laufe der Jahre entweder außergerichtlich beigelegt oder von den Gerichten abgewiesen wurden. Sie beschreiben die anhaltende Berichterstattung als Teil einer politisch und medial motivierten Kampagne, die darauf abziele, das Ansehen der Familie des Ministerpräsidenten systematisch zu beschädigen und finanzielle Entschädigungen zu erzwingen.