Hollywood
„Breaking Bad“-Star Giancarlo Esposito nimmt in Saudi-Arabien den Islam an

Riad / Berlin – Er spielte einen der ikonischsten und unterkühltesten Bösewichte der Seriengeschichte, nun sorgt er privat für weltweites Aufsehen: Der US-amerikanische Schauspieler Giancarlo Esposito, weltbekannt für seine Rolle als Drogenbaron Gustavo „Gus“ Fring in den Kultserien Breaking Bad und Better Call Saul, ist zum Islam konvertiert.

Wie Medien am Sonntag übereinstimmend berichteten, vollzog der Hollywood-Star den spirituellen Schritt während seines aktuellen Aufenthalts im Königreich Saudi-Arabien, wo er derzeit für ein monumentales Filmprojekt vor der Kamera steht.

Die Schahada am Filmset gesprochen

Die Nachricht wurde von Turki Al-Sheikh, dem Vorsitzenden der saudi-arabischen Generalbehörde für Unterhaltung (General Entertainment Authority), offiziell bekannt gegeben. Al-Sheikh erklärte, dass Esposito nach einer intensiven Zeit im Königreich und der engen Zusammenarbeit mit muslimischen Kollegen den Entschluss gefasst habe, formell den islamischen Glauben anzunehmen.

Der Schauspieler rezitierte demnach die Schahada – das islamische Glaubensbekenntnis – und schloss sich anschließend den Mitgliedern des Produktionsteams zum gemeinsamen Gebet in einer Moschee an. Ein Video, das Esposito beim Beten an der Seite der Filmcrew in einer Moschee zeigt, verbreitete sich in den sozialen Medien rasant und löste im Netz sowie unter seinen weltweiten Fans emotionale und weitreichende Diskussionen aus.

Laut Al-Sheikh sei die Entscheidung das Ergebnis zutiefst positiver persönlicher Erfahrungen im Land gewesen. Esposito habe sich von der außerordentlichen Gastfreundschaft, dem starken Gemeinschaftsgefühl und dem herzlichen Empfang, den er vor Ort erlebte, zutiefst beeindruckt gezeigt.

Von Broadway-Anfängen zum Hollywood-Olymp

Der heute 68-jährige Esposito blickt auf eine beeindruckende, jahrzehntelange Karriere zurück. Geboren in Kopenhagen als Sohn eines italienischen Vaters und einer afroamerikanischen Opernsängerin, zog er im Alter von sechs Jahren nach Manhattan. Bereits mit sieben Jahren stand er am Broadway und feierte 1968 sein offizielles Bühnendebüt.

Vor seinem weltweiten Durchbruch arbeitete er unter anderem eng mit Star-Regisseur Spike Lee zusammen und spielte in Filmklassikern wie Do the Right Thing, Malcolm X sowie in Kinohits wie Die üblichen Verdächtigen (The Usual Suspects). Für seine Darstellung des Gus Fring in Breaking Bad (2009–2011) wurde er mit zwei Critics‘ Choice Television Awards ausgezeichnet und dreimal für den renommierten Primetime Emmy nominiert. Zuletzt feierte er Erfolge in Blockbuster-Serien wie The Mandalorian und The Boys.

Hauptrolle im teuersten arabischen Action-Epos

Der Anlass für Espositos Aufenthalt in Saudi-Arabien ist das Filmprojekt 7 Dogs (auch Seven Dogs genannt), das am 27. Mai Premiere feierte und als einer der teuersten arabischsprachigen Filme gilt, die je produziert wurden.

Der Film entstand unter der Regie des marokkanisch-belgischen Erfolgsduos Adil El Arbi und Bilall Fallah (Bad Boys: Ride or Die). Die Idee und Story stammen von Turki Al-Sheikh selbst, das Drehbuch schrieb Mohamed El-Dabbah.

Das Action-Epos, das im Stil von Hollywood-Größen wie John Wick, Bad Boys oder Mission: Impossible gedreht wurde, wartet mit einem internationalen Starensemble auf – darunter Monica Bellucci, die Bollywood-Legenden Salman Khan und Sanjay Dutt sowie Kampfkünstler Max Huang. Gedreht wurde größtenteils in Saudi-Arabien, aber auch in internationalen Metropolen wie Shanghai, Mumbai und in Ägypten.

Esposito selbst beschrieb die Dreharbeiten als einen absoluten Höhepunkt seiner Karriere. Bei der Premiere in Kairo betonte er, wie aufgeregt er gewesen sei, in einem arabischen Land zu drehen:

„Ich denke, dass im arabischen Kino eine große Zukunft liegt, weil es in der Lage ist, viele verschiedene Länder an einem einzigen Ort darzustellen.“

Saudi-Arabiens Giganten-Pläne für die Filmwelt

Das Projekt 7 Dogs unterstreicht die ambitionierten Pläne des Königreichs, sich als globaler Akteur in der Filmindustrie zu etablieren. Im Rahmen der wirtschaftlichen Neuausrichtung „Vision 2030“ hat Saudi-Arabien rund 71,2 Milliarden US-Dollar für den Ausbau des Unterhaltungssektors bereitgestellt.

Erst im September 2024 wurde zudem ein 100-Millionen-Dollar-Filmfonds aufgelegt, um internationale Studios ins Land zu locken und lokale Produktionen zu fördern. Bis zum Jahr 2030 soll der saudi-arabische Filmmarkt ein Volumen von 950 Millionen US-Dollar erreichen und mehr als 7.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen.

 

 


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USA
Ex-US-Abgeordnete Greene: Israel bombardiert Christen

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Washington – Mit einer schweren Anschuldigung gegen die israelische Regierung sorgt die prominente US-Politikerin Marjorie Taylor Greene für massives Aufsehen.

Die Rechtspopulistin, die bis zu ihrem spektakulären Rücktritt im Januar 2026 den 14. Kongresswahlbezirk von Georgia im US-Repräsentantenhaus vertrat, hat auf der Plattform X (ehemals Twitter) zu einem historischen Rundumschlag ausgeholt und wirft Tel Aviv den gezielten Beschuss christlicher Gebiete vor.

Greene, die nach heftigen öffentlichen Meinungsverschiedenheiten mit US-Präsident Donald Trump aus dem Kongress ausschied, spart dabei nicht mit drastischen Begriffen und spricht offen von einem „mörderischen israelischen Regime“.

Harte Kritik an Militäroperationen im Libanon

Auslöser für den jüngsten Zorn der ehemaligen Abgeordneten sind die anhaltenden israelischen Militäroperationen und Luftangriffe im Süden des Libanon. Greene warf der israelischen Führung vor, keinerlei Rücksicht auf religiöse Stätten oder internationale Allianzen zu nehmen:

„Israel bombardiert den christlichen Südlibanon unerbittlich und hat keinen Respekt vor Amerika oder Präsident Trump.“

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Israel verlasse den Pfad der reinen Selbstverteidigung. Die Behauptung der israelischen Regierung, man bekämpfe lediglich den Terrorismus, wies Greene vehement zurück:

„Sie verteidigen sich nicht. Sie fallen ein, greifen an und ermorden Tausende und Abertausende unschuldige Menschen und Kinder.“

Frontalangriff auf israelischen Minister: „Mörderischer Psychopath“

In einem weiteren, noch drastischeren Post reagierte Greene auf eine Meldung über den israelischen Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir. Dieser hatte zuvor offen gefordert, dass der gesamte Libanon „brennen muss“. Greene fand daraufhin extrem scharfe Worte für das israelische Regierungsmitglied:

„Er ist ein mörderischer Psychopath. Kein einziger Cent oder Waffen sollten an Israel gegeben werden. Sie begehen einen Genozid.“

Mit dieser direkten Beschuldigung des Völkermords verschärft die ehemalige Kongressabgeordnete ihre Rhetorik fundamental und fordert einen totalen und sofortigen Stopp jeglicher US-Hilfen für Tel Aviv.

Teil einer größeren Bewegung am rechten Rand

Greenes Vorstoß kommt nicht von ungefähr, sondern spiegelt einen wachsenden Riss innerhalb der amerikanischen Konservativen wider. Beobachter weisen darauf hin, dass sich immer mehr prominente Köpfe der „America First“-Bewegung von Donald Trumps bedingungslosem Israel-Kurs distanzieren.

Neben Greene äußern sich auch andere einflussreiche Stimmen des rechten Lagers, wie der Medienunternehmer Tucker Carlson und Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon, zunehmend skeptisch über ein unbefristetes Engagement der USA in israelischen Militäroperationen. Diese Fraktion lehnt den traditionellen Interventionismus der Neokonservativen ab, was zu tiefen Gräben innerhalb der Republikanischen Partei führt. 

Gleichzeitig verliert Trump auch an anderer Stelle Rückhalt: Bedeutende jüdisch-amerikanische Milliardäre und traditionelle Großspender der Republikaner, wie Seth Klarman und Leslie Wexner, haben sich wegen Trumps polarisierender Rhetorik und seiner Nahost-Politik von der Partei abgewandt. Auch liberale Organisationen wie die Union for Reform Judaism verurteilen den aktuellen Kurs scharf.

International wächst ebenfalls der Druck: Ausländische Staatschefs wie der kolumbianische Präsident Gustavo Petro forderten Trump offen dazu auf, sich angesichts des Konflikts im Gazastreifen von der israelischen Führung zu distanzieren.

Abrechnung mit US-Finanzhilfen und dem MOU

Ein zentraler Kern von Greenes Kritik betrifft die massiven finanziellen und militärischen Unterstützungen, die Washington seit Jahrzehnten an Tel Aviv überweist. Es sei „absolut erbärmlich“, dass führende Politiker in den USA angesichts der aktuellen Lage nicht aufbegehren, obwohl die amerikanischen Steuerzahler das Land mit Milliarden Dollar, Waffen und militärischer Unterstützung subventionieren.

In diesem Zuge erklärte sie auch das sogenannte „Memorandum of Understanding“ (MOU) – das die langfristige US-Militärhilfe für Israel regelt – für gescheitert:

„Das MOU ist wertlos, wenn Israel nicht gezügelt werden kann.“

Als selbsternannte Vertreterin einer christlich-nationalen Strömung in den USA betonte Greene, Amerika sei eine „christliche Nation“, weshalb das Schweigen der US-Regierung zu den Angriffen auf Regionen mit hohem christlichen Bevölkerungsanteil im Libanon nicht länger hinnehmbar sei.

Der totale Bruch mit Donald Trump

Der Tweet verdeutlicht einmal mehr den tiefen Graben, der sich zwischen Greene und dem Lager des US-Präsidenten aufgetan hat. Während Greene und Trump über Jahre als engste Verbündete galten, führte der offene Streit über die US-Außenpolitik sowie die Debatte um die Freigabe der brisanten Jeffrey-Epstein-Akten schließlich zu ihrem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Kongress.

In ihrem Post ging Greene sogar so weit, Trumps bisherige Außenpolitik direkt anzugreifen und bezeichnete die Konfrontation mit Teheran als historischen Fehltritt: „Der Iran-Krieg war der größte Fehler, den Trump je gemacht hat. Die Amerikaner und unsere Truppen zahlen den Preis dafür – finanziell, wirtschaftlich und mit dem Leben von 13 Soldaten.“

 


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Islam in Deutschland
Meilenstein für den Islam in Deutschland: Erste Islamisch-Theologische Fakultät Europas entsteht in Münster

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Münster / Berlin – An der Universität Münster wird Geschichte geschrieben: Zum 1. Juli nimmt an der dortigen Hochschule die europaweit erste eigenständige Islamisch-Theologische Fakultät an einer staatlichen Universität ihre Arbeit auf.

Die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) würdigte diesen Schritt in einer Stellungnahme auf Domradio als historischen „Meilenstein“ für die Integration und die akademische Landschaft in Deutschland.

Schavan betonte, dass die Etablierung der islamischen Theologie auf Augenhöhe mit den christlichen Theologien ein starkes Signal für die gesellschaftliche Anerkennung des Islams in Deutschland sei.

Volle akademische Gleichberechtigung

Bislang war die islamische Theologie in Münster als Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) dem Fachbereich für Philologie angegliedert. Mit der Neugründung einer eigenständigen Fakultät erlangt die Disziplin nun die volle akademische Unabhängigkeit. Dazu gehören ein eigenes Promotionsrecht zur Vergabe von Doktortiteln sowie die Befugnis, Prüfungskommissionen eigenständig zu besetzen.

Laut dem Rektor der Universität, Johannes Wessels, ist die Finanzierung von insgesamt acht Professorenstellen durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen dauerhaft gesichert. Diese umfassen Kernbereiche wie islamische Geschichte, Philosophie und Ethik. Das reguläre akademische Leben und der Lehrbetrieb werden nach der Besetzung aller Gremien zum Wintersemester 2026/2027 voll anlaufen.

Hintergrund: Was ist der Unterschied zu bestehenden Instituten?

Obwohl es in Deutschland bereits seit über einem Jahrzehnt verschiedene Zentren und Institute für islamische Theologie gibt – darunter in Frankfurt, Tübingen, Osnabrück oder Gießen –, unterscheidet sich das Modell in Münster grundlegend von den bisherigen Strukturen.

Die existierenden Einrichtungen waren meist als Fachbereiche an andere Großfakultäten (wie Sprach-, Kultur- oder Geschichtswissenschaften) angegliedert. Sie besaßen dadurch oft keine vollständige rechtliche Unabhängigkeit, etwa bei der autonomen Berufung neuer Professoren oder dem alleinigen Recht zur Verleihung akademischer Grade. Mit dem Aufstieg zur eigenständigen Fakultät steht die islamische Theologie in Münster nun rechtlich, organisatorisch und akademisch auf genau derselben Stufe wie die traditionsreichen christlichen Theologien.

„Ein Zeichen der Anerkennung für Muslime“

Gründungsdekan der neuen Fakultät wird der renommierte Theologe Mouhanad Khorchide. Er unterstrich die immense Bedeutung dieses Schrittes für die muslimische Gemeinschaft in Deutschland und Europa:

„Das ist ein Zeichen der Anerkennung der Muslime, weil es jetzt auch eine Auseinandersetzung mit ihnen im akademischen Kontext gibt.“

Ein zentraler Schwerpunkt der neuen Fakultät wird auch weiterhin die Ausbildung von Religionslehrkräften für den islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen sein. Am Strukturprozess und dem Beirat der Fakultät sind unter anderem namhafte Verbände wie die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland sowie der Zentralrat der Muslime in Deutschland beteiligt.

Einzigartiges Campus-Modell der Religionen

Auch räumlich geht die Universität Münster neue Wege: Die Islamisch-Theologische Fakultät wird auf einem derzeit im Bau befindlichen, gemeinsamen „Campus der Theologien“ angesiedelt.

Dort werden die Islamwissenschaftler Tür an Tür mit den Vertretern der katholischen und protestantischen Religionswissenschaften arbeiten und sich eine gemeinsame Bibliothek sowie eine Mensa teilen. Dieses bundesweit einzigartige Kooperationsmodell soll den interreligiösen Dialog direkt im universitären Alltag verankern und fördern.

 

 

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Naturmittel
Welches Schwarzkümmelöl sollte ich kaufen?

Ein passendes Schwarzkümmelöl zu finden, kann schnell zur Herausforderung werden. In Drogerien, Reformhäusern und Onlineshops stehen dutzende Produkte nebeneinander, die sich in ihren Bezeichnungen, Herkunftsangaben und Preisklassen zum Teil erheblich voneinander unterscheiden und den Überblick erschweren.

Wer das Öl des Echten Schwarzkümmels (Nigella sativa) gezielt als Nahrungsergänzung in seinen Alltag einbinden möchte, steht unweigerlich vor konkreten und durchaus berechtigten Fragen, die sich vor allem darauf beziehen, welche Qualitätsmerkmale beim Kauf tatsächlich zählen und worauf man besonders achten sollte.

Spielt es eine Rolle, woher die Samen stammen? Ist die Bio-Variante den höheren Preis tatsächlich wert? Das Öl nutzen vor allem Allergiker, Immunbewusste und Hautgeplagte. Dieser Ratgeber stellt die wichtigsten Kaufkriterien vor und erleichtert die Wahl eines geeigneten Produkts.

Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt

Kaltpressung, Herkunft und Reinheit als Leitkriterien

Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal liegt im Herstellungsverfahren. Kaltgepresstes Schwarzkümmelöl wird bei Temperaturen unter 40 Grad Celsius gewonnen. Dadurch bleiben hitzeempfindliche Inhaltsstoffe wie Thymoquinon, ungesättigte Fettsäuren und ätherische Öle weitgehend erhalten. Raffinierte oder heißgepresste Varianten sind zwar günstiger, verlieren durch die thermische Behandlung jedoch einen Teil ihres Wirkstoffprofils.

Neben dem Pressverfahren verdient die Herkunft der Samen Aufmerksamkeit. Ägyptische Schwarzkümmelsamen gelten seit Jahrhunderten als besonders gehaltvoll. Das trockene, warme Klima des Niltals fördert eine intensive Ausreifung der Samen. Die traditionelle Gewinnung von Schwarzkümmelöl aus türkischen und nahöstlichen Anbaugebieten hat ebenfalls eine lange Geschichte und wird in vielen Regionen bis heute gepflegt. Daneben existieren Anbaugebiete in Indien, Äthiopien und der Türkei, deren Produkte qualitativ durchaus mithalten können. Ein Blick auf das Etikett verrät in der Regel, woher die Samen stammen.

Reinheit heißt, dass das Öl frei von jeglichen Zusätzen wie Aromen oder Konservierungsstoffen ist. Ein erstklassiges Produkt enthält keine Aromen, Konservierungsstoffe oder Trägerstoffe. Der Gehalt an freien Fettsäuren ist ebenfalls aufschlussreich: Ein niedriger Wert deutet auf eine besonders schonende Herstellung des Öls hin.

Bio-Siegel, Laborprüfungen und Transparenz

Ein kontrolliert biologischer Anbau schließt den Einsatz synthetischer Pestizide und Kunstdünger aus, wodurch die Belastung der Erzeugnisse mit chemischen Rückständen deutlich verringert und die natürliche Bodenfruchtbarkeit bewahrt wird. Wer Rückstände minimieren möchte, greift daher gezielt zu Produkten mit anerkanntem Bio-Siegel – etwa dem EU-Bio-Logo oder dem Naturland-Zeichen. Bei pflanzlichen Kapselpräparaten wird auch Nature Love genannt.

Unabhängige Laboranalysen liefern zusätzliche Sicherheit. Seriöse Hersteller lassen ihr Öl auf Schwermetalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und mikrobiologische Verunreinigungen prüfen. Einige Anbieter veröffentlichen die Analysezertifikate direkt auf ihrer Webseite oder legen sie dem Produkt bei. Das schafft Transparenz und erleichtert den Vergleich.

Allerdings zeigt sich gerade bei der eigenständigen Recherche zu Gesundheitsthemen im Internet ein bekanntes Problem: Online-Recherchen im Gesundheitsbereich erzeugen häufig mehr Verunsicherung als Klarheit. Umso wichtiger ist es, bei der Produktwahl auf nachprüfbare Fakten statt auf Werbeversprechen zu setzen.

Flüssiges Öl oder Kapseln – welche Darreichungsform passt?

Vor- und Nachteile beider Varianten im Alltag

Im Wesentlichen gibt es zwei Produktformen: das flüssige Öl in der Flasche und Weichkapseln mit Ölfüllung. Beide Varianten haben spezifische Stärken, und die Entscheidung hängt stark vom persönlichen Alltag ab.

Die folgenden Punkte können dabei helfen, die Abwägung zwischen den verschiedenen Möglichkeiten deutlich zu erleichtern, sodass eine fundierte Entscheidung leichter fällt:

1. Geschmack: Das kräftig-pfeffrige Öl lässt sich pur, in Salaten oder Smoothies verwenden; Kapseln sind eine geschmacksneutrale Alternative.
2. Dosierung: Kapseln bieten exakte Mengen pro Stück; flüssiges Öl erfordert Messlöffel oder Pipette und mehr Aufmerksamkeit.
3. Haltbarkeit: Geöffnetes Öl kühl lagern und schnell verbrauchen; Kapseln halten dank Oxidationsschutz deutlich länger.
4. Flexibilität: Öl ist vielseitig in Küche und Hautpflege einsetzbar; Kapseln eignen sich ideal für unterwegs.
5. Preis: Flüssiges Öl ist pro Milligramm oft günstiger als Kapseln, da deren Verarbeitung und Hüllenmaterial teurer sind.

Typische Fehler beim Kauf vermeiden

Ein weit verbreiteter Fehler ist es, die Qualität ausschließlich am Preis festzumachen. Auffallend günstige Angebote beruhen häufig auf raffiniertem Öl, gestreckten Mischungen oder minderer Samenqualität.

Ein weiterer Stolperstein liegt in der fehlenden Deklaration, denn wenn auf dem Etikett weder die genaue Herkunft der Saat noch das angewandte Pressverfahren klar angegeben sind, fehlt dem Käufer eine wichtige Orientierungshilfe bei der Qualitätsbeurteilung. Der Kauf über unbekannte Drittanbieter ohne transparente Lieferkette birgt ebenfalls Risiken.

Dunkles Glas schützt das Öl vor dem lichtbedingten Abbau wichtiger Fettsäuren. Plastikflaschen können Weichmacher abgeben und sind weniger geeignet. Wer vegan lebt, sollte bei Kapseln darauf achten, dass die Hülle aus pflanzlicher Cellulose oder Tapioka gefertigt ist.

Den richtigen Griff ins Regal wagen

Die Ausgangsfrage lässt sich nicht mit einem einzigen Produktnamen beantworten, da die beste Wahl von individuellen Bedürfnissen abhängt.

Wer besonderen Wert auf kulinarische Abwechslung in der eigenen Küche legt und das nussige Aroma von Schwarzkümmelöl in Salaten, Dressings oder warmen Gerichten genießen möchte, greift am besten zum kaltgepressten Öl, das idealerweise in einer lichtgeschützten Glasflasche abgefüllt wurde.

Wer eine unkomplizierte Einnahme ohne Eigengeschmack bevorzugt, trifft mit Kapseln die richtige Wahl. In beiden Fällen bilden kontrolliert biologischer Anbau, eine schonende Kaltpressung, klar nachvollziehbare Herkunft sowie unabhängige Laborprüfungen das solide Fundament, auf dem eine gut durchdachte und verlässliche Kaufentscheidung aufbauen sollte.

Zertifikate, Analyseergebnisse und klare Zutatenlisten führen deutlich zuverlässiger zum passenden Produkt als bloße Marketingversprechen. Auf diese Weise verwandelt sich selbst eine zunächst unübersichtliche und kaum durchschaubare Auswahl in eine gut durchdachte, auf soliden Fakten beruhende Kaufentscheidung, die langfristig überzeugt.

Häufig gestellte Fragen

Wie teste ich die Qualität meines gekauften Schwarzkümmelöls zu Hause?

Frisches, hochwertiges Schwarzkümmelöl riecht würzig-pfeffrig, nicht ranzig oder muffig. Die Farbe sollte goldgelb bis leicht grünlich sein. Ein einfacher Test: Geben Sie einen Tropfen auf einen Löffel – gutes Öl hinterlässt keinen bitteren Nachgeschmack, sondern schmeckt würzig mit leichter Schärfe. Bei ranzigem Geschmack das Produkt nicht weiter verwenden.

Was kostet hochwertiges Schwarzkümmelöl und worauf sollte ich beim Preis achten?

Qualitatives kaltgepresstes Bio-Schwarzkümmelöl kostet zwischen 15-30 Euro pro 100ml. Extreme Preisunterschiede deuten oft auf Qualitätsmängel hin – sowohl bei verdächtig günstigen als auch bei überteuerten Produkten. Achten Sie auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und vergleichen Sie die Inhaltsmenge, da manche Anbieter nur 50ml-Flaschen verkaufen.

Wie erkenne ich minderwertiges Schwarzkümmelöl beim Kauf?

Verdächtig sind extrem günstige Preise unter 10 Euro pro 100ml, fehlende Angaben zum Herstellungsverfahren oder unklare Herkunftsbezeichnungen. Warnsignale sind auch synthetische Zusätze in der Zutatenliste oder Produkte ohne Mindesthaltbarkeitsdatum. Seriöse Hersteller geben immer das Pressverfahren und die botanische Bezeichnung Nigella sativa an.

Wo finde ich Schwarzkümmelöl in praktischen Kapseln für den täglichen Gebrauch?

Für alle, die den intensiven Geschmack von reinem Schwarzkümmelöl scheuen, bieten sich Kapseln als praktische Alternative an. Bei Nature Love finden Sie Schwarzkümmelöl in Bio-Qualität, das in geschmacksneutralen Kapseln verpackt ist. Diese Darreichungsform ermöglicht eine exakte Dosierung und lässt sich problemlos in den Alltag integrieren.

Welche häufigen Anwendungsfehler sollte ich bei Schwarzkümmelöl vermeiden?

Ein typischer Fehler ist die Lagerung bei Raumtemperatur in der Küche – das Öl gehört nach dem Öffnen in den Kühlschrank. Auch die gleichzeitige Einnahme mit blutverdünnenden Medikamenten kann problematisch sein. Beginnen Sie immer mit kleinen Mengen, da manche Menschen empfindlich auf die ätherischen Öle reagieren.

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Israel-Kritik
US-Journalistin Ana Kasparian: Ich traue den Israelis nicht

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New York / London – Die bekannte US-Journalistin und Co-Moderatorin des progressiven Nachrichtenformats The Young Turks (TYT), Ana Kasparian, sorgt erneut mit scharfer Kritik an der israelischen Führung für Aufsehen.

In einem emotionalen Interview mit dem in London ansässigen Nachrichtenportal Middle East Eye (MEE) sprach sie offen über die persönlichen Konsequenzen und Einschüchterungsversuche, denen sie ausgesetzt sei, seit sie sich kritisch zur israelischen Kriegsführung im Gazastreifen äußert.

Dabei fand Kasparian drastische Worte gegenüber den Akteuren vor Ort und deren Einfluss auf die US-Politik:

„Ich traue den Israelis nicht. Sie können sich verpissen (They can f** off*). Ich bin Amerikanerin. Ich werde nicht zulassen, dass ein fremdes Land und seine kleinen Handlanger in Amerika mir Angst machen, meine Meinung über das zu sagen, was ich in Gaza sehe.“

Morddrohungen und Einschüchterungsversuche

In dem Interview-Format „Real Talk“ erklärte die Journalistin, dass die persönliche Belastung seit Beginn ihrer Berichterstattung massiv zugenommen habe. Neben dem Verlust von beruflichen Kooperationen und konkreten Morddrohungen berichtete Kasparian auch von gezielten Einschüchterungsversuchen aus dem Umfeld des israelischen Militärs.

Unter anderem seien ihr von israelischen Soldaten Fotos von Waffen zugeschickt worden, um sie zum Schweigen zu bringen. Davon wolle sie sich jedoch keinesfalls beugen oder einschüchtern lassen.

Kasparian kritisierte in diesem Zusammenhang auch die politische Landschaft in den USA. Sie warf Teilen der amerikanischen Medien- und Politiklandschaft vor, eine Debatte über die Realität im Nahen Osten systematisch zu unterdrücken. Der Druck auf Personen des öffentlichen Lebens, die das Vorgehen der israelischen Regierung hinterfragen, sei mittlerweile beispiellos.

„Die Linke liebt es zu verlieren“: Bereit für Allianzen mit Rechten

Ein zentraler und überraschender Aspekt des Interviews war Kasparians radikaler Appell für neue politische Allianzen. Die eigentlich tief im linken Lager verwurzelte Journalistin ging hart mit ihren eigenen politischen Weggefährten ins Gericht: „Die Linke liebt es zu verlieren. Sie können gar nicht genug davon bekommen“, kritisierte sie das strategische Versagen der US-Linken.

Kasparian warf dem Partei-Establishment von Demokraten und Republikanern gleichermaßen vor, die amerikanische Bevölkerung verraten zu haben. Konkret kritisierte sie die prominente linke Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez (AOC), die sich in der Gaza-Frage sogar von der ultra-rechten Republikanerin Marjorie Taylor Greene rechts überholen lasse.

Vor diesem Hintergrund betonte Kasparian, dass sie im Kampf gegen die US-Militärhilfe für Israel bereit sei, ideologische Gräben zu überspringen und eine Links-Rechts-Koalition einzugehen. Um „einen Völkermord zu stoppen“, sei sie gewillt, mit jedem zusammenzuarbeiten – völlig unabhängig von dessen sonstiger politischer Ausrichtung.

Kontinuität einer scharfen Kritikerin

Es ist nicht das erste Mal, dass Kasparian die israelische Regierung und den Zionismus frontal angreift. Sie gehört mittlerweile zu den profiliertesten journalistischen Stimmen in den USA, die die anhaltenden Militäraktionen im Nahen Osten scharf verurteilen.

Bereits in der Vergangenheit hatte sie Israel als „satanisch“ bezeichnet. In einem darauffolgenden Statement wies sie Antisemitismus-Vorwürfe vehement zurück und adressierte die israelische Öffentlichkeit direkt mit den Worten: „Ihr werdet nicht gehasst, weil ihr jüdisch seid. Ihr werdet gehasst, weil ihr unschuldige Menschen tötet.“

Ein globaler Wendepunkt der Wahrnehmung

Kasparians jüngste Aussagen reihen sich ein in eine weltweit wachsende Bewegung von Prominenten, Sportlern, Politikern und Gewerkschaftern, die angesichts der verheerenden zivilen Opferzahlen in Gaza, dem Libanon und der Region einen fundamentalen moralischen Protest gegen die Politik von Premierminister Benjamin Netanjahu formulieren. 

Dieser Protest zieht sich mittlerweile durch alle gesellschaftlichen Lager: In Hollywood brechen Stars wie Richard Gere das Schweigen und verurteilen das Leid der Zivilbevölkerung, während im Profisport Trainerikonen wie Pep Guardiola von der Ignoranz der Weltgemeinschaft sprechen.

Parallel dazu verschärft sich der diplomatische Druck innerhalb Europas, angeführt von Ländern wie Spanien, während transnationale Gewerkschaftsallianzen von Hafenarbeitern an der Basis ein faktisches Waffenembargo durchsetzen.

Die Schärfe, mit der Kasparian nun die Einflussnahme ausländischer Akteure in den USA anprangert, verdeutlicht, dass die Debatte längst eine neue Stufe erreicht hat. Die Kritik an der israelischen Führung ist kein reines Nischenthema mehr, sondern ein fundamentaler, globaler Konflikt um die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit im Westen.

Gastbeitrag
Kommentar: „Ist die Türkei ein Rechtsstaat?“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

In der Türkei kristallisieren sich zwei Lager, die sich nicht nur in einem Punkt vehement widersprechen. Das erste Lager sagt: „Die Justiz ist vollkommen unabhängig.“ Das zweite Lager sagt: „Die Justiz wird vom Präsidenten per Fernbedienung gesteuert.“ Beide Lager haben etwas gemeinsam: Sie vereinfachen die Wirklichkeit bis zur Unkenntlichkeit.

Folgt man der ersten Version, dann ist die türkische Justiz eine Art juristisches Shangri-La. Richter treffen Entscheidungen ausschließlich auf Grundlage von Recht, Gesetz und Gewissen. Beförderungen, Versetzungen, Massenstrafverfahren? Reine Zufälle. So zufällig wie Schneefall in der Sahara.

Folgt man der zweiten Version, dann sitzt irgendwo im Präsidentenpalast ein Beamter mit einer Fernbedienung: Taste 1 für Freispruch, Taste 2 für Untersuchungshaft, Taste 3 für „erneut verhaften, morgen nochmal verhandeln“. Die Richter wären demnach lediglich Statisten in schwarzen Roben.

Das Problem ist nur: Beide Meinungen erklären die Realität nicht besonders gut.

Denn merkwürdigerweise gewinnt die Opposition in der Türkei immer wieder Prozesse, auch und vor allem bei zuwiderlaufenden Verordnungen und Gesetzen, dass der amtierende Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan unterschrieben oder abgesegnet hat. Ebenso gewinnen Kommunen gegen Ministerien, Bürger gegen Behörden, Journalisten gegen den Staat.

Sogar das Verfassungsgericht hat sich gelegentlich immer wieder erlaubt, Entscheidungen zu treffen, die nicht unbedingt Jubelstürme in Regierungskreisen ausgelöst haben. Das ist natürlich unergründlich für jene, die jeden türkischen Richter oder Staatsanwalt für einen Parteifunktionär halten, weshalb das ein Tabuthema bleibt.

Gleichzeitig gibt es aber auch Verfahren, bei denen selbst wohlwollende Beobachter die Augenbrauen heben. Verfahren, die genau dann erstaunlich schnell werden, wenn die politische Bedeutung steigt. Als hätte die türkische Justiz einen eingebauten Turbo, der nur bei Oppositionspolitikern aktiviert wird. Das kann von einem Beobachter so subjektiv empfunden worden sein, aber auch den Tatsachen entsprechen – aber ist das ein Freibrief, um die türkische Justiz zu verunglimpfen?

Denn hier beginnt die eigentliche Tragikomödie. Während die einen behaupten, die Türkei sei kein Rechtsstaat, zeigen sie auf Europa, dass Reich vollkommener Rechtsstaatlichkeit. Dort sei die Justiz rein, unberührt und über jeden Zweifel erhaben.

Als hätten Richter in Berlin, Paris oder Madrid nie Zeitung gelesen, nie Nachrichten geschaut und nie politische Präferenzen gehabt. Schon vergessen, welche Vorwürfe hier erhoben werden? Wiederum andere behaupten, Europa sei keinen Deut besser als die Türkei.

Beides ist ungefähr so überzeugend wie die Behauptung, alle Schiedsrichter seien entweder vollkommen objektiv oder vollständig gekauft. Die Wahrheit ist viel banaler: Menschen sind Menschen, Richter sind Menschen, Staatsanwälte sind Menschen und auch Staatsbedienstete sind Menschen, Menschen aus der Mitte der Gesellschaft.

All sie kochen mit demselben Wasser, ob in der Türkei, in Deutschland oder in Mali, ist vollkommen egal. Menschen leben also nicht im Vakuum, was auch auf die staatlichen Organe umgemünzt werden kann.

Der Unterschied zwischen einem starken und einem schwachen Rechtsstaat besteht deshalb nicht darin, dass die Menschen dort bessere Engel wären. Sondern darin, wie viele Hürden ein System errichtet, damit persönliche, politische oder ideologische Vorlieben möglichst wenig Schaden anrichten.

Der deutsche Richter wird nicht automatisch zum Heiligen, sobald er die Robe anzieht. Der türkische Richter wird nicht automatisch zum Parteisoldaten, sobald er vereidigt wird. Die eigentliche Frage lautet vielmehr: Wer zahlt den Preis, wenn ein Richter oder Staatsanwalt gegen die Erwartungen der Mächtigen entscheidet?

Wenn die Karriere darunter leidet, die Versetzung kommt, dann kann die Debatte über Rechtsstaatlichkeit beginnen. Wenn nichts passiert, ist die Debatte schlichtweg abgehoben, zu politisch aufgeladen. Sie verlangt eigentlich eine Differenzierung. Sie verlangt Zahlen, Urteilsbegründungen, den Rechtsweg, Mechanismen zur Ernennung und nicht die einfache Erklärung, es sei entweder eine Diktatur oder Schlaraffenland.

Und so stehen sich die Lager weiterhin gegenüber: Die einen rufen „die türkische Justiz ist vollkommen unabhängig!“ und die anderen rufen „die türkische Justiz ist vollkommen kontrolliert!“, während irgendwo ein Richter in Anatolien gerade einen Nachbarschaftsstreit über einen Obstbaum verhandelt und sich wahrscheinlich fragt, warum ausgerechnet er zum Hauptdarsteller im globalen Kampf um Demokratie und Autoritarismus geworden ist.

Die ehrlichste Beschreibung der Lage ist, dass die Justiz weder so unabhängig, wie ihre Verteidiger behaupten, noch so allmächtig kontrolliert, wie ihre Kritiker behaupten. Aber in Zeiten politischer Polarisierung verkauft sich eine Grauzone eben schlechter als eine Verschwörung. Und so bleibt der Rechtsstaat – in der Türkei wie anderswo – oft weniger eine juristische Kategorie als eine Glaubensfrage. Je nachdem, ob das Urteil gerade die eigene Seite trifft.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


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Weltflüchtlingstag
UN: 37 bis 42 Millionen Kinder und Jugendliche waren 2024 weltweit auf der Flucht

Berlin – 37 bis 42 Millionen Kinder und Jugendliche waren 2024 laut UN-Angaben weltweit auf der Flucht. Doch das sind nur grobe Schätzungen. Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni fordert die Kindernothilfe hier dringend mehr Klarheit, damit kein geflüchtetes Kind unsichtbar und damit ungeschützt bleibt.

In vielen Ländern, so die Kinderrechtsorganisation, würden Daten über vertriebene Minderjährige nicht routinemäßig erhoben und ausgewertet. Warum sie ihre Heimat verlassen müssen, ob sie auf der Flucht hungern, krank sind, zur Schule gehen oder ausgebeutet werden, könne in vielen Fällen nicht beantwortet werden. „Ohne schützendes Umfeld sind Kinder und Jugendliche extremen Gefahren ausgesetzt. Wenn sie dann noch nicht einmal erfasst werden, öffnet das Kinderrechtverletzungen Tür und Tor“, warnt Kindernothilfe-Vorstand Carsten Montag.

Dort, wo UN-Erhebungen vorliegen, beobachtet die Kindernothilfe alarmierende Entwicklungen. So habe sich die Zahl gewaltsam vertriebener Kinder seit 2010 fast verdreifacht – sie lag 2024 weltweit bei geschätzten 48,7 Millionen. Zwei Drittel von ihnen stammten aus nur fünf Ländern: Afghanistan, Syrien, Venezuela, Ukraine und Südsudan. Für Vertreibungen innerhalb der Landesgrenzen sei heute überwiegend der Klimawandel verantwortlich. Gar keine konkreten Zahlen gebe es überdies zu der extrem gefährdeten Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten.

„Wir wissen auf das Quartal genau, wie viele Menschen ein Smartphone besitzen. Aber wenn es um Kinder geht, die vor Krieg, Dürre und Epidemien fliehen müssen, versagen unsere Statistiken“, kritisiert Carsten Montag. Angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten sei es beschämend, dass Millionen Kinder und Jugendliche auf der Flucht unter dem Radar der Behörden blieben. „Sichtbarkeit ist der erste Schritt zum Kinderschutz. Dafür muss sich die Bundesregierung nachdrücklich einsetzen, auf EU-Ebene und darüber hinaus.“

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Antisemitismus
Zentralrat der Juden sieht „neue Normalität“ des Judenhasses in Deutschland

Berlin – Angesichts neuer Zahlen zu antisemitischen Straftaten in Deutschland hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, vor einer gesellschaftlichen Gewöhnung an den Hass auf Juden gewarnt.

„Die inzwischen fast alltägliche Präsenz des Judenhasses führt zur Bildung einer ’neuen Normalität‘, in der jüdisches Leben aus der Öffentlichkeit gedrängt wird und nur unter immensen Schutzanstrengungen möglich ist“, sagte Schuster im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). „Der RIAS-Jahresbericht muss deshalb Weckruf und Auftrag für Politik und Zivilgesellschaft sein. Denn um diesen Trend umzukehren, sind enorme Anstrengungen nötig.“

Am Mittwoch hatte der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) seinen Jahresbericht für 2025 vorgestellt. Demnach wurden im vergangenen Jahr bundesweit 8.725 Vorfälle registriert. Das waren neun mehr als im Jahr davor. Im Durchschnitt kommt es damit zu etwa 24 Taten pro Tag.

„8.725 antisemitische Vorfälle, ca. 24 pro Tag – das sind keine statistischen Ausreißer, es ist die bedrückende Realität in Deutschland“, sagte Zentralratspräsident Schuster gegenüber noz. „Der Jahresbericht 2025 von RIAS macht deutlich: Statt einer Beruhigung der Lage erleben wir eine Verfestigung des Antisemitismus auf Rekordniveau.“

Antisemitismus sei ein reales und ernstes Problem, das konsequent benannt und bekämpft werden müsse, die Kommentatorin Susanne Mattner. 

„Gleichzeitig darf der Vorwurf nicht so weit gefasst werden, dass berechtigte Kritik an Regierungsentscheidungen oder militärischen Maßnahmen pauschal delegitimiert wird.“ Eine differenzierte Unterscheidung zwischen antisemitischen Ressentiments und sachlicher Kritik an israelischer Politik sei deshalb unverzichtbar, so Mattner.

In den vergangenen Jahren sei immer wieder der Eindruck entstanden, dass Kritik an konkreten Entscheidungen der israelischen Regierung nicht selten vorschnell als antisemitisch eingeordnet werde.

„Dadurch kann eine offene politische Debatte erschwert werden, obwohl Kritik an staatlichem Handeln in einer Demokratie grundsätzlich legitim sein sollte.“

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Fashion
Basic-Outfits stilvoll aufwerten: Einfache Tricks für mehr Persönlichkeit im Look

Basic-Outfits gehören zu den beliebtesten Looks im Alltag. Sie sind unkompliziert, zeitlos und lassen sich vielseitig kombinieren. Schon kleine Veränderungen bei Accessoires, Farben oder Materialien können einem Outfit mehr Persönlichkeit verleihen und den eigenen Stil gekonnt unterstreichen.

Die perfekte Basis: Warum zeitlose Basics unverzichtbar sind

Ein guter Look beginnt nicht mit auffälligen Trendteilen, sondern mit den richtigen Basics. Ein schlichtes T-Shirt, eine gut sitzende Jeans, ein klassischer Blazer oder ein zeitloses Hemd lassen sich immer wieder neu kombinieren und passen zu vielen Gelegenheiten.

Dabei lohnt es sich, auf Qualität statt auf eine große Menge an Kleidung zu setzen. Hochwertige Materialien sehen oft länger gut aus und tragen sich angenehmer. Ebenso wichtig ist die Passform: Kleidung, die gut sitzt, wirkt meist deutlich stilvoller als das teuerste Trendteil in der falschen Größe.

Accessoires als Stil-Booster einsetzen

Oft sind es die kleinen Details, die ein Outfit besonders machen. Dezenter Schmuck kann elegante Akzente setzen, während auffälligere Stücke gezielt zum Blickfang werden. Auch Taschen und Gürtel sind weit mehr als praktische Begleiter, sie können einem schlichten Look Struktur und Charakter verleihen. Abgerundet wird das Outfit durch Accessoires wie Sonnenbrillen oder Uhren, die den persönlichen Stil unterstreichen und selbst einfachen Kombinationen eine individuelle Note geben.

Mit Farben und Materialien Akzente setzen

Wer überwiegend neutrale Farben trägt, kann mit einzelnen Farbakzenten spannende Kontraste schaffen. Ebenso sorgen unterschiedliche Materialien für mehr Abwechslung.

Die Kombination aus Denim, Strick, Leder oder Baumwolle verleiht einem Outfit zusätzliche Tiefe und macht den Look interessanter. Ein farbiger Schal, eine auffällige Tasche oder ein gemusterter Blazer können einen schlichten Look deutlich aufwerten. Gleichzeitig wirkt ein Outfit oft besonders harmonisch, wenn Farben und Materialien bewusst aufeinander abgestimmt sind.

Schuhe als Stilfaktor nutzen

Schuhe beeinflussen die Wirkung eines Outfits oft stärker als gedacht. Während Sneaker für einen entspannten und modernen Look sorgen, wirken Loafer oder elegante Stiefeletten deutlich klassischer.

Bereits ein Wechsel der Schuhe kann denselben Basic-Look komplett verändern und an verschiedene Anlässe anpassen. Gleichzeitig sollten Schuhe nicht nur optisch zum Outfit passen, sondern auch zum persönlichen Stil.

Neue Inspiration für den eigenen Stil finden

Wer frischen Wind in seine Garderobe bringen möchte, muss nicht sofort neue Kleidung kaufen. Oft lohnt es sich, bestehende Lieblingsstücke neu zu kombinieren oder sich von aktuellen Styling-Ideen inspirieren zu lassen. Hilfreiche Anregungen bietet beispielsweise der Beitrag auf NEX24.

Stilvoll einkaufen und passende Accessoires auswählen

Neben der richtigen Kombination spielen ausgewählte Accessoires eine wichtige Rolle für einen individuellen Look. Wer auf der Suche nach stilvollen Ergänzungen für seine Garderobe ist, findet auf eZebra eine große Auswahl an Produkten, die sich ideal mit zeitlosen Basics kombinieren lassen.

Schon mit wenigen Veränderungen lassen sich schlichte Outfits damit deutlich aufwerten. Oft reichen gut gewählte Accessoires, passende Schuhe oder interessante Materialkombinationen aus, um dem eigenen Stil mehr Ausdruck zu verleihen.

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Glücksspielbranche
Bund und Länder prüfen 2026 Werberegeln für Online‑Glücksspiel

Hendrik Streeck (CDU), der Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung, hat Mitte Mai vor einem massiven Vollzugsproblem mit illegalem Glücksspiel gewarnt und schnelles Handeln von Bund und Ländern gefordert.

Obwohl Streecks Aufforderung vehement ist, drehen sich Bundes- und Länderverantwortliche schon lange um dieses Thema. Bis zum 31. Dezember 2026 soll es nämlich einen Abschlussbericht zur Evaluation des Glücksspielstaatsvertrags 2021 geben. Und was danach geregelt wird, ist noch völlig unklar.

Drei Studien laufen bis zum Jahresende in Berlin

Der Glücksspielstaatsvertrag sieht vor, dass Ende Dezember 2026 eine Evaluation stattfindet. Bis dahin hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) drei Studien in Auftrag gegeben: Über technische Spielerschutzmaßnahmen, über die Ausmaße des Schwarzmarktes und über die Auswirkungen von Werbung.

Besonders die letzte stellt eine politische Herausforderung dar. Die Berliner Marktforschungsgesellschaft eye square untersucht diesen Aspekt, nachdem ihr im Dezember 2023 der Auftrag erteilt wurde. Dabei wird sie von einem Expertengremium unter Leitung von Prof. Gerhard Bühringer von der TU Dresden begleitet.

Untersucht wird, wie Werbung auf vulnerable Personengruppen wirkt und ob die Werbevorschriften des GlüStV ihre Doppelrolle leisten können. Spielinteressierte sollen in den lizenzierten Markt gelenkt werden, ohne dass neue Klientel angesprochen wird.

Wann eine umfassendere Anpassung des Staatsvertrags in Kraft tritt, ist offen.Eine kleinere Reform ist seit Mai 2026 in Kraft und verpflichtet Internetprovider zur DNS-Sperre nicht lizenzierter Glücksspielseiten.

Boni und Gratisdrehungen im Visier

Eye square erfasst über TV-Spots hinaus auch Online-Werbung, Sportsponsoring und Sonderwerbemaßnahmen, darunter ausdrücklich Boni und Rabatte. Lizenzierte Spielotheken arbeiten regelmäßig mit Aktionen, die ohne eigene Einzahlung starten. Klassisch sind Freispiele für einen festgelegten Slot, gekoppelt an Umsatzbedingungen und einen Maximalbetrag bei der Auszahlung. Vergleichbar funktionieren No Deposit Bonus Codes, mit denen sich nach Registrierung ein kleines Startguthaben aktivieren lässt. Reguliert sind beide Formen über den GlüStV, im Erhebungskonzept der Studie tauchen sie unter den Sonderwerbemaßnahmen auf.

Die Studie soll eine Trennlinie zwischen zwei Wirkungen ziehen. Welche Werbung lenkt Spielinteressierte in den lizenzierten Markt, welche zieht Personen an, die bisher nicht spielten? Auf diese Frage hat die Politik bisher keine belastbare Antwort.

Zwölf Bundesligisten setzen weiter auf einen Wettpartner

Zwölf von achtzehn Klubs der Fußball-Bundesliga sind nach Angaben des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV) mit einem Sportwetten-Anbieter als Sponsor verbunden, mal als Trikotbrust-Logo, mal als Ärmel- oder Bandenwerbung, mal digital. Tipico ist seit 2024 Hauptpartner der 3. Liga des DFB, das Logo erscheint auf den Ärmeln aller Vereine der Liga.

Die Konstellation wackelt in Einzelfällen. Der VfB Stuttgart hat seinen Trikotsponsor zur Saison 2025/26 von Winamax auf die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) umgestellt. Hintergrund waren auch europäische Auswärtsspiele in Ländern wie Spanien, in denen Glücksspiel-Logos auf der Brust verboten sind. Die Spielergewerkschaft VDV hat im Herbst öffentlich gegen Glücksspielwerbung im DFB-Umfeld Stellung bezogen und auf die hohe Suchtgefahr bei Sportwetten hingewiesen.

Premier League verbietet 2026/27 Glücksspiel auf der Trikotbrust

Die englische Premier League hat beschlossen, ab der Saison 2026/27 keine Glücksspielanbieter mehr auf der Trikotbrust zuzulassen. Die Niederlande sind seit Juli 2025 noch strenger. Dort ist jegliches Sportsponsoring durch Glücksspielunternehmen untersagt. Italien hatte schon 2018 mit dem Dekret „Dignità“ ein Totalverbot für Glücksspielwerbung verhängt.

Die deutsche Regelung liegt zwischen diesen Polen. Werbung im Fernsehen und Internet ist ausschließlich zwischen 21 und 6 Uhr erlaubt, im Stadionumfeld nur als Dachmarkenwerbung ohne Quotenangaben. Dazu kommen Pflichthinweise auf Suchtrisiken und das Verbot, Minderjährige anzusprechen. Ob die eye square-Daten am Ende den deutschen Mittelweg stützen oder einen Schritt Richtung niederländisches Modell empfehlen, lässt sich erst nach Vorlage des Endberichts beantworten.

Was können Sachsen und Thüringen blockieren?

Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vom April 2025 hat das Thema ins politische Programm gehoben, ohne konkrete Maßnahmen zu benennen. Zeile 2901 nennt das Ziel, gemeinsam mit den Ländern die Bekämpfung illegalen Glücksspiels zu verbessern. Das ist die ganze Vereinbarung.

Im März 2026 hat die GGL Zahlen vorgelegt, eine Studie auf Basis der Blockchain Research Lab-Methodik beziffert den Schwarzmarktanteil am deutschen Online-Glücksspiel auf 22,97 Prozent. Im selben Monat hat GGL-Vorstand Ronald Benter beim 23. Symposium Glücksspiel an der Universität Hohenheim deutlich gemacht, was er von der laufenden Evaluierung erwartet. Wer an den gesetzgeberischen Entscheidungen rütteln wolle, brauche Evidenz, nicht Lobbypapiere.

Die Industrie liefert Gegenforderungen. Der DSWV will eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft gegen ausländische Anbieter und mehr Druck auf Werbeplattformen über den Digital Services Act. Suchtprävention und Spielergewerkschaft laufen in die andere Richtung und fordern ein weitergehendes Werbeverbot, insbesondere im Sport. Welche Linie sich in den Staatskanzleien durchsetzt, hängt auch davon ab, wie eindeutig die eye square-Daten ausfallen.

Eine Änderung des Staatsvertrags benötigt die Zustimmung aller 16 Landesparlamente. In Sachsen und Thüringen sind die Mehrheitsverhältnisse fragil. Nach Vorlage des Endberichts im Dezember beginnt eine Konsultationsphase zwischen den Staatskanzleien. Eine umfassendere Staatsvertragsanpassung dürfte frühestens 2027 zur Ratifizierung anstehen.

Internetprovider sperren erste Domains

Die im Mai eingeführte Sperrpflicht richtet sich gegen Domains, die von der GGL als unerlaubt eingestuft werden. Zugangsanbieter müssen die Auflösung der Adressen unterbinden. Die Frist zur technischen Umsetzung ist im Staatsvertrag geregelt, Umgehungen über VPN-Dienste oder eigene DNS-Resolver bleiben außerhalb der Reichweite. Wie stark die Maßnahme den Schwarzmarktanteil tatsächlich drückt, gehört zu den offenen Fragen, die der Endbericht beantworten soll.

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