Tötung auf Verlangen
Hospizverband warnt vor Liberalisierung der Sterbehilfe

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Osnabrück – Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) hat vor den Gefahren einer Liberalisierung der Sterbehilfe gewarnt. Es gebe „Angehörige, die von ihren alten Verwandten erwarten, Schluss zu machen, um beispielsweise das Pflegeheim nicht mehr bezahlen zu müssen“, sagt der Verbandsvorsitzende Winfried Hardinghaus im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Zugleich gebe es Fälle, bei denen ältere Menschen von sich aus den Angehörigen nicht mehr zur Last fallen wollen. „Von den Niederlanden hört man manchmal ganz Schlimmes“, sagte Hardinghaus der „NOZ“ weiter. „Da müssen sich die alten Menschen teilweise erklären, warum sie noch weiterleben wollen.“ In den Niederlanden ist seit zwanzig Jahren die aktive Sterbehilfe (Tötung auf Verlangen), erlaubt. In Deutschland ist sie nach wie vor verboten, jedoch der assistierte Suizid grundsätzlich erlaubt. Zwei Gesetzentwürfe mit einschränkenden Regulierungen für die Suizidbeihilfe waren im Sommer gescheitert. Aus Sicht des 72-Jährigen mangelt es an Informationen über Hilfsangebote. Oft würden Menschen nicht sterben wollen, sondern „so nicht weiterleben“, sagte Hardinghaus. „Dabei können wir jedem alle Schmerzen nehmen.“ Mehr als 44 Prozent aller Suizide wurden 2022 in Deutschland von Menschen über 65 Jahren begangen.

Silvester
Silvester ohne Stress: Mit Heimtieren entspannt ins neue Jahr

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Wiesbaden – Wenn’s kracht, knallt und blitzt, freut sich mancher Mensch. Für viele Heimtiere ist Silvester aber kein Fest. Während die einen den Jahreswechsel feiern, ist diese Nacht für Heimtiere, besonders Hunde und Katzen, oft die schlimmste des ganzen Jahres. Ihr sensibles Gehör leidet unter dem Krach, das plötzliche, laute Knallen und die Lichtblitze können Unruhe und Panik auslösen. Auch der Brandgeruch versetzt die Tiere mit ihren sensiblen Nasen oft in Schrecken. Wie können Halter ihre Lieblinge an Silvester vor Raketen und Böllern schützen und Stress reduzieren? „Die wichtigste Regel ist: selbst ruhig bleiben“, erklärt Selina Zang, Fachreferentin beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF). „Wer nervös oder ängstlich ist, kann sein Empfinden unbewusst auf das Tier übertragen. Reagiert die Bezugsperson gelassen auf das Feuerwerk, wirkt das beruhigend und signalisiert dem Tier, dass keine akute Gefahr besteht.“ Die eine Katze flüchtet beim ersten Knall unter das Sofa, die andere legt sich zum Kuscheln auf den Schoß: „Das Tier sollte entscheiden können, ob es sich lieber verkriecht oder Nähe sucht. Wichtiger ist, dass der Schützling weiß, dass er nicht allein ist.“ Selina Zang rät, den Alltag für das Heimtier so normal wie möglich zu gestalten. Werden Hund oder Katze an Silvester mit für das Tier ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit bedacht, kann dies die Tiere verunsichern und ihre Unruhe bestärken. Spätestens am 31. Dezember, wenn die Dämmerung einbricht, sind die ersten Böller zu hören. Auch noch Tage nach dem Jahreswechsel knallt es vereinzelt hier und da. „Hunde sollten in dieser Zeit immer an der Leine geführt werden, um zu verhindern, dass sie bei einem plötzlichen Knallen in Panik weglaufen.“ Tierexpertin Zang empfiehlt, wenn möglich, Innenstädte, Wohnviertel sowie unbekannte Gebiete ganz zu meiden. Es ist ratsam, die gewohnte Abendrunde an Silvester auch zeitlich etwas nach vorn zu verlegen. Katzen, die sich auch im Freien bewegen, sollten bestenfalls ab dem frühen Nachmittag nicht mehr hinaus. Auch wenn es der Samtpfote vielleicht nicht gefällt, bleibt sie am besten bis zum nächsten Morgen in der Wohnung oder im Haus. Hunde und Katzen suchen sich drinnen meist selbst einen Platz, um sich dem lauten Treiben zu entziehen. Ein abgedunkelter Raum schafft zusätzlich eine entspanntere Atmosphäre, für Ablenkung sorgen gewohnte Spielrituale und alles, was die Stimmung stressfreier macht. Ein ruhiges, idealerweise von der Straße abgelegenes Zimmer macht Kleinsäugern wie Mäusen, Kaninchen und Hamstern den Rutsch ins neue Jahr angenehmer. Bei geschlossenen Gardinen oder Rollläden bleiben auch die blitzenden Lichter draußen. Ein dunkles Versteck im Gehege, ein neues Spielzeug und sanfte Musik können ebenso gegen Silvesterstress helfen. „Vermeiden sollten Halter aber unbedingt, das Gehege in einen Raum zu stellen, den ihre Tiere nicht kennen, zum Beispiel Keller oder Dachboden“, macht Zang deutlich. Die Nager sollten nicht aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen werden: Das bedeutet zusätzlichen Stress. „Zur Angst vor Böllern und grellem Licht kommt dann nämlich noch ein neues Revier mit fremden Geräuschen und Gerüchen hinzu.“ Kaninchen im Außengehege sollten in der Regel auch an Silvester draußen bleiben. Die ungewohnte Umgebung und vor allem der Temperaturunterschied würden zur höheren Belastung führen als die laute Nacht im Freien. Eine brandfeste Abdeckung ist überall da sinnvoll, wo die Gefahr besteht, dass Feuerwerkskörper ins Gehege fallen könnten. Wie bei Kleinsäugern sollte auch der Raum, in dem Heimvögel stehen, am letzten Tag des Jahres abgedunkelt werden. Flattern die Tiere, aufgeschreckt durch plötzlichen Lärm und Blitze, aufgeregt in ihrer Voliere, ist das Risiko sich zu verletzen sehr hoch. Das Fenster oder alternativ die zum Fenster gewandte Seite der Voliere sollten sorgfältig abgedunkelt werden. Um Panikflüge zu vermeiden, empfiehlt Zang, ein schwaches Nachtlicht im Zimmer brennen zu lassen. „Vögel können im Dunkeln nicht gut sehen. Werden sie durch den unvermittelten Lärm aufgeschreckt, macht sie die dunkle Umgebung noch unruhiger.“ Leise Musik kann die Gefiederten beruhigen, eine kleine Leckerei lenkt sie vom Trubel ab. Wer das Vogelzimmer am Silvesterabend lüftet, sollte die Fenster entweder bereits einige Stunden vor dem Jahreswechsel wieder schließen oder mit dem Öffnen bis zum Neujahrsmorgen warten. Der Grund ist, dass Heimvögel sehr empfindlich auf den Feinstaub reagieren, der durch das Feuerwerk freigesetzt wird. Nicht nur Heimtiere kann Silvester in Stress und Panik versetzen. Auch Wildtiere können vom plötzlichen Lärm und grellen Blitzen überrascht werden und sind dem Feuerwerk meist schutzlos ausgeliefert. Wer Füchsen, Igeln, Rehen, Vögeln und anderen Wildtieren helfen möchten, sollte auf Feuerwerk lieber verzichten.

Türkisch-griechische Beziehungen
Atomkraft: Mögliche türkisch-griechische Zusammenarbeit

Ankara –  Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Griechenland, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag Athen besucht. Bei diesem bahnbrechenden Treffen, unter anderem mit der griechischen Präsidentin Katerina Sakellaropoulou und dem Premier Kyriakos Mitsotakis, wurden zwischen den einstigen Kontrahenten zahlreiche Abkommen unterzeichnet. Zu den Vereinbarungen gehört ein Abkommen über ein 12-monatiges Visaprogramm, das es der wachsenden Zahl türkischer Touristen ermöglichen würde, das ganze Jahr über nahegelegene griechische Inseln zu besuchen, ohne eine Genehmigung beantragen zu müssen. Auf seiner Rückreise sagte Erdogan, dass die Türkei zudem die Zusammenarbeit mit Griechenland im Bereich der Kernenergie ausbauen wolle, und fügte hinzu, er hoffe, dass sein Besuch in Athen dazu beitragen werde, die Beziehungen zwischen den NATO-Verbündeten zu verbessern. Die Treffen seien in einer „sehr positiven“ Atmosphäre verlaufen. „Wir sind bestrebt, die Zusammenarbeit mit Griechenland nicht nur im Energiebereich, sondern in allen Bereichen, einschließlich der Kernenergie, zu entwickeln und auszubauen“, sagte Erdogan. „Zum Beispiel können wir Griechenland die Möglichkeit bieten, von der Energie aus unserem Kernkraftwerk zu profitieren, das in der Provinz Sinop gebaut werden soll“, zitiert Daily Sabah den türkischen Staatschef.

Mitsotakis erklärte seinerseits am Donnerstag, dass er die Türkei im EU-Beitrittsprozess unterstützen werdedund sagte: „Wir haben auch über die Frage der Visumbefreiung für Studenten gesprochen, um eine engere Zusammenarbeit in der Visumfrage sicherzustellen.  Wir haben die Reisefreiheit türkischer Bürger berücksichtigt“, so Mitsotakis während seiner Rede in einer Pressekonferenz. 

Die Türkei und Griechenland hätten in der Vergangenheit immer wieder Situationen erlebt, die den Frieden bedrohten. Daher sei es jetzt für beide Länder besonders wichtig, ihre Beziehungen in einem ruhigen Umfeld fortzusetzen und Lösungen für die Probleme zu finden, mit denen Griechenland und die Türkei konfrontiert sind. Bei einem Treffen letzten Juni in Vilnius habe man beschlossen, die Beziehungen wiederzubeleben und Vertreter beider Seiten hätten sich in den letzten sechs Monaten bereits drei Mal getroffen.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Wirtschaftsbeziehungen und den bilateralen Handel zu verbessern. Wir haben ein sehr wichtiges Ergebnis erzielt, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Migration auszubauen“, so der griechische Regierungschef. 

Wie sein Großonkel, Eleftherios Venizelos, der in den 1930er Jahren die Entspannungspolitik mit der Türkei leitete und weithin als der bahnbrechende Staatsmann des Landes im 20. Jahrhundert gilt, wünscht sich Mitsotakis eine Annäherung, und sei es nur, weil sie gut für die Wirtschaft wäre.

Mitsotakis erinnerte an die Worte Venizelos‘ und sagte: „Venizelos sagte einmal zur Türkei: ‚Wir reichen Ihnen die Hand der Freundschaft, wir glauben, dass die feindseligen Beziehungen zwischen uns ein Ende haben werden’“.

Glücksspiel
Einleitung: Begriffe für Online-Sportwetten

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Wer sich erstmals mit Online Sportwetten befasst, wird wohl auf den einen oder anderen Begriff stoßen, mit dem er wohl nichts anfangen kann. Das heißt, bevor man die ersten Wetten abgibt, sollte man sich ein entsprechendes Wissen aneignen, um nicht durch Missverständnisse Geld zu verlieren. 2 Weg-Wette Die 2 Weg-Wette besagt, dass entweder das Ereignis A oder das Ereignis B eintritt. Klassische Sportarten, in denen 2 Weg-Wetten gerne platziert werden, sind Badminton, Tennis oder auch Tischtennis. Ante Post-Wette Die englische Bezeichnung für eine Langzeitwette. Langzeitwetten sind beliebt bei Wettwerben, die über mehrere Wochen oder Monate laufen, oder auch bei größeren Turnieren. So kann man etwa die Ante Post-Wette zu Beginn der Fußball-Europameisterschaft platzieren und schon vor dem Eröffnungsspiel auf den Sieger des Turniers setzen. Cashback „Geld zurück“: Viele Online Wettanbieter bieten mit regelmäßigen Cashback-Aktionen den Spielern die Möglichkeit an, dass sie mehr Risiko nehmen, weil sie den Einsatz – in der Regel bis 10 Euro oder auch prozentual – zurückbekommen. Doppelte Chance Bei dieser Wettmöglichkeit hat der Spieler die Möglichkeit, dass er zwei Spielausgänge mit nur einer Wette abdecken kann. Somit steigert er einerseits die Gewinnchancen und reduziert das Verlustrisiko. So kann man etwa auf Heimsieg und Unentschieden tippen – am Ende darf das Team also nur nicht als Verlierer vom Platz gehen. Einzelwette Wie der Name schon vermuten lässt, wird nur auf ein einziges Ereignis gesetzt. Das kann der Ausgang eines Spiels sein oder auch, ob mehr als 2,5 Tore fallen, wer das erste Tor schießt oder auch, ob es mehr als eine rote Karte gibt. In-Play Bei der In-Play Wette handelt es sich um einen Tipp, der während des Spiels abgegeben wird. Es gibt immer mehr Wettanbieter, die auch das Live Wetten anbieten, sodass hier jederzeit Tipps abgegeben werden können. Aufgrund der Tatsache, dass die Quoten hier dem Spielverlauf angepasst werden, erkennt man auch, wie der Buchmacher glaubt, wie das Spiel ausgehen wird. Live Wetten sind genauso beliebt wie das Live Casino geworden. Jedoch gibt es, wenn ein Online Casino eine deutsche Lizenz hat, keinen Live Bereich. Auch die Oasis Sperrdatei wird von vielen Spielern störend wahrgenommen. Wer dem Online Angebot mit deutscher Lizenz entgehen will, sollte einen Blick auf Safebettingsites werfen. Kelly System Eines der beliebtesten Money Management Systeme: Gewinne sollen maximiert und das Risiko auf ein Minimum reduziert werden. Durch umfangreiche Analyse soll es möglich sein, die Quote für den Eintritt eines Spielausgangs zu berechnen. Dabei vergleicht der Spieler seine Quote mit der Quote des Wettanbieters – so soll man zu hoch angesetzte Wettquoten finden können. Kombiwette Wenn mindestens zwei Einzelwetten auf einem Tippschein zu finden sind, spricht man von der Kombiwette. Ganz egal, ob es vier, fünf oder 10 Tipps sind: Am Ende müssen alle Tipps richtig sein, damit der Wettschein zur Auszahlung gelangt. Over In den letzten Jahren ist das Interesse an der Wettart „Over“ enorm gestiegen. Hier dreht sich alles um die Anzahl der geschossenen Tore. Dabei wird als Ausgangspunkt bei den Fußballspielen gerne der Faktor 2,5 Tore gewählt. Fallen in dem Spiel mehr als 2,5 Tore, dann handelt es sich um „Over“. Wenn jedoch weniger als 2,5 Tore fallen, so spricht man von „under“. Diese Wettart ist aber nicht nur bei Fußball möglich, sondern auch bei allen anderen Sportarten, in denen Tore oder Punkte erzielt werden müssen. Quote Mit der Quote lässt sich der Gewinn errechnen, der mit der gewonnenen Wette erzielt werden kann. Dabei analysiert der Wettanbieter die Spiele und drückt dann die Wahrscheinlichkeit mit der Quote aus. Das erklärt, wieso Außenseiter eine höhere Quote als Favoriten haben – je unwahrscheinlicher der Fall ist, dass das Ereignis eintritt, umso höher die Quote. Systemwette Mit einem 3 aus 5, 4 aus 6 oder 5 aus 6 kann man durchaus das Risiko einer Kombiwette reduzieren. Mit der sogenannten Systemwette muss nicht jedes auf dem Wettschein zu findendes Spiel richtig sein. Torwette Die exakte Anzahl an Tore zu erraten, kann durchaus schwierig sein. Aus diesem Grund gibt es bei der Torwette auch sehr gute Quoten. Wer hier richtig liegt, darf sich über hohe Gewinne freuen.  

NATO-Beitritt Schwedens
Jürgens: Beziehungen zwischen Türkei und Schweden werden prosperieren

ein Gastbeitrag von Klaus Jürgens

Wenn man sowohl aus beruflichen als auch aus privaten Gründen in der Vergangenheit aber auch gerade während der letzten zwei Jahre viel Zeit in Stockholm und Schweden verbrachte, kann man besser verstehen, wie sowohl hiesige Entscheidungsträger als auch „normale Bürger“ die Türkei und den laufenden NATO-Beitrittsprozess sehen.

Nachdem was man inoffiziell und offiziell vor Ort hört wird das nun in Kürze erwartete „Ja“ Ankaras zu einem schwedischen NATO-Beitritt sehr begrüßt. Das Gleiche galt übrigens auch für Helsinki und die finnische Bevölkerung.

Ganz wichtig ist hierbei zu bedenken, dass mittlerweile in Stockholm ein Denkprozess begonnen hat, an dem auch die ehemalige Außenministerin Ann Linde beteiligt ist, die vor kurzem zugab dass die PKK-Terror-Organisation finanzielle Unterstützung aus Schweden erhält; natürlich nicht von der Regierung sondern von illegalen Geldwäschern, die auf schwedischem Boden tätig sind.

Beobachter gehen davon aus, dass die bi-lateralen Beziehungen zwischen Stockholm und Ankara bald eine neue Blüte erleben werden; eine neue positive Phase, in der die schwedischen Behörden sowohl die PKK/YPG als auch die FETÖ-Sympathisanten, die sich in Schweden verstecken, viel genauer unter die Lupe nehmen werden. Dies gilt für das benachbarte Finnland weniger da es dort nur vereinzelte Terrornester gibt. Dies wiederum wird eine vollständige Umstrukturierung der bi-lateralen Beziehungen zwischen Stockholm und Ankara (Handel, Tourismus, Bildung, intelligente Städte, Energie und so weiter und so fort) ermöglichen.

Richtungswandel in schwedischer Sozialdemokratie war auschlaggebend

Man muss fairerweise sagen, dass der Vorschlag der NATO beizutreten eine der schwierigsten internen Entscheidungen war, die die schwedischen Sozialdemokraten je zu treffen hatten. Sie muss im Rahmen von zwei völlig gegensätzlichen Paradigmen analysiert werden.

Erstens sind die Sozialdemokraten von ihrer Geschichte her eine friedensfördernde Partei, und das schließt den Kampf gegen Unterdrückung in der ganzen Welt ein. Das einzige Land, der einzige Terrorclan, den sie immer völlig falsch verstanden haben, war und ist die PKK und ihr YPG-Satellit, die sie mit und für Freiheitskämpfer verwechseln anstatt was sie wirklich sind – Babymörder.

Weder ein Beitritt zur EG noch zur NATO stand jemals auf ihren Karten

Dann änderten sich die Zeiten, der Europarat verlor den größten Teil seiner Glaubwürdigkeit, Brüssel hatte damit begonnenen Stück für Stück einen Binnenmarkt aufzubauen, und schließlich kam das Jahr 1995 als Schweden der EU beitrat. Bald reichlich fließendes europäisches Geld war zweifellos ein wichtiger Anreiz, ebenso wie die Erlangung führender Verwaltungspositionen in Brüssel und natürlich die Entsendung von zahlreichen Abgeordneten ins Europäische Parlament. Erhöhtes internationales Ansehen durch den Beitritt zur EU? Fragen Sie Deutschland, natürlich!

Der NATO-Beitritt war jedoch ein völlig anderes politisches Spiel. Er stellte die sozialdemokratischen Neutralitätswerte auf den Kopf. Aber Stockholm konnte dem Ukraine-Krieg und der Invasion durch Moskau nicht tatenlos zusehen; es gab sogar vermehrt warnende Stimmen, ob Russland wie bereits in der Geschichte, erneut Schweden angreifen könnte. Also wie die Ostflanke absichern? Finnland allein Mitglied werden lassen? Nein – die einzige logische Lösung: Schweden muss der NATO beitreten.

Und nicht zuletzt hatte sich das politische Spektrum Schwedens dramatisch verändert. Die rechte Mitte begann das politische „Sweden First“- Spiel, also müssen die Sozialdemokraten dasselbe tun, um an der Wahlurne wieder zu gewinnen. Ein starkes Schweden in einer starken NATO gegen den „ausländischen Aggressor“ – vielleicht eine Erfolgsformel?

Nur dass diese Wahlkalküle der Sozialdemokraten nicht unbedingt aufgingen – es ist wohl Ironie des Schicksals das nun die derzeitige konservative Regierung den NATO-Beitritt als Trumpfkarte ausspielen darf.

Was kommt danach?

Bi-laterale Beziehungen zwischen Schweden und der Türkei werden prosperieren. NATO wird besser aufgestellt sein. Der Kampf gegen globalen Terror wird eine neue Bandbreite erhalten.

Somit kommen wir zu unserer abschließenden Frage: wäre NATO nicht bestens beraten, sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen und anzuerkennen, dass Ankara nicht nur ein führendes Mitgliedsland ist, sondern tatsächlich den Weg zu einer politisch viel umfassenderen Struktur gewiesen hat? Warum sollte also ein zukünftiger NATO-Generalsekretär nicht aus der Türkei ernannt werden, um diesen Punkt vor der ganzen Welt zu unterstreichen? Ein NATO-Generalsekretär aus der Türkei – das hieße doch Vorhang auf für NATO 2.0. in der Tat!


Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist.


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Griechenland unterstützt EU-Beitritt der Türkei

Forex
Auf welche Währungen die Anleger 2024 setzen sollten

von Gareth Gettinby

Die aktuelle Stärke des US-Dollars wird bis ins Jahr 2024 anhalten. Dies wird unterstützt durch das schwache globale Wachstum und die relativ hohen US-Renditen. Die Fed wird die Zinssätze noch länger relativ hoch hatlen.

Außerdem fehlt dem US-Dollar angesichts der Verlangsamung des Kreditwachstums, das die Nachfrage in Europa und in Großbritannien belastet, sowie der schwierigen Aussichten in China ein ernstzunehmender Gegner. Eine Abschwächung des Dollars setzt ein höheres Wachstum in Europa und China sowie eine anhaltende Disinflation voraus.

Außerdem müsste die US-Notenbank einen „Dovish Pivot“ vollziehen und aggressivere Zinssenkungen als in anderen Ländern vornehmen; dies wird nur geschehen, wenn es zu einem „Tail Event“ oder einer Rezession in den USA kommt, was beides nicht der Fall ist.

Aussichten in Großbritannien verschlechtern sich

Beim britischen Pfund sieht es dagegen weniger positiv aus. Wir rechnen nicht damit, dass sich die Outperformance des letzten Jahres wiederholt. Die Aussichten für Großbritannien haben sich erneut verschlechtert, da die Wirtschaft und die Verbraucher die Auswirkungen von 14 aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen (auf 5,25 %) zu spüren bekommen, wodurch die Zinssätze auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise sind.

Viele Wirtschaftsindikatoren zeigen überraschend nach unten, und da der geldpolitische Ausschuss der Bank of England prognostiziert, dass nur 25 bis 30 % der bisherigen Zinserhöhungen in der Wirtschaft angekommen sind, wird es wahrscheinlich noch mehr Probleme geben. Während viele der schwachen strukturellen Rahmenbedingungen bekannt sind, besteht der größte Nachteil für das GBP im Jahr 2024 in der Möglichkeit, dass die Märkte frühere Zinssenkungen einpreisen. Das britische Pfund wird nun wieder nach konventionellen Kritierien wie dem globalen Risiko und den Zinssätzen gehandelt.

Euro benötigt ausländische Impulse

Für den Euro ist eine anhaltende Stabilität derzeit das Beste, was man erwarten kann; ein Aufschwung ist schwer vorstellbar, da die Wirtschaft im Euroraum um eine Wachstumsdynamik ringt. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Konjunkturschwäche auf einen nachgebenden Arbeitsmarkt auswirkt.

Auch die fiskalische Unterstützung vieler Regierungen wird begrenzt sein, da die Verschuldung in Italien, Frankreich und Spanien bei über 100 % des BIP liegt. Damit sich der Euro erholen kann, bedarf es ausländischer Impulse. Eine Wiederbelebung des chinesischen Wachstums durch politische Anreize würde dem Euroraum durch eine positive Verschiebung des lokalen Wachstums und durch einen zyklischen Aufschwung helfen. Ein weiterer, wenn auch weniger wahrscheinlicher Treiber wäre eine schnellere Lockerung der Leitzinsen durch die US-Notenbank als erwartet, wodurch sich die reale Zinsdifferenz verringern und der Euro gestützt würde.

Begrenzter Appetit auf den Yen

Ohne signifikante Zinssenkungen der US-Notenbank und einen entsprechenden Zinserhöhungszyklus der Bank of Japan (BoJ) dürfte der Appetit auf den Yen begrenzt sein, der unter dem Einfluss höherer US-Renditen auf ein 32-Jahres-Tief gegenüber dem US-Dollar fiel. Der Carry Trade (Zinsdifferenz zwischen zwei Ländern) war im vergangenen Jahr bedeutsam, da die Anleger den JPY angesichts der negativen Zinsen in Japan als Finanzierungswährung nutzten.

Die Anleger haben den JPY nun deutlich untergewichtet, so dass eine Auflösung dieser Währungs-Carry-Trades zu einer deutlichen Stärkung des JPY führen würde, was jedoch eine wachsende Besorgnis über eine Rezession in den USA voraussetzt, die zu niedrigeren Preisen für Risikoanlagen und niedrigeren US-Staatsanleihen führt. Außerdem muss die BoJ mitspielen, wenn sie in der ersten Jahreshälfte endlich aus den Negativzinsen herauskommen will, während andere große Zentralbanken möglicherweise eine Zinssenkung in Erwägung ziehen.

Lateinamerikanische Hochzinsanleihen

Die Schwellenländer könnten weiterhin Chancen für Anleger bieten. In einem günstigen makroökonomischen Umfeld, in dem die US-Renditen langsam sinken, dürften lateinamerikanische Hochzinsanleihen weiterhin ein attraktives Carry bieten. Auch wenn sie nicht mehr billig erscheinen, haben einige von ihnen (MXN, BRL) starke Fundamentaldaten und ein attraktives Konjunktur- und Rohstoffengagement. Bei den asiatischen Währungen wird viel von der Erholung in China abhängen. Es ist wahrscheinlich, dass die PBOC eine schwache Währung tolerieren wird, um die Wirtschaft bei der Eindämmung des Deflationsdrucks zu unterstützen.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.
Gareth Gettinby, Investment Manager bei Aegon Asset Management

Karriere
Arbeitsmarkt für Juristen: Spezialisierung immer gefragter

Mit einem juristischen Abschluss stehen Uni-Absolventen verschiedene Karrierewege offen. In der freien Wirtschaft, im Staatsdienst oder als Anwalt in einer Kanzlei warten gute Gehälter und Aufstiegschancen.

Was Arbeitsmarktforscher in vielen anderen Bereichen beobachten, gilt allerdings auch in der Juristerei. Mit einer gefragten Spezialisierung stehen die Karrierechancen besonders gut.

Und dabei gibt es für Nachwuchs-Juristen mehr Auswahlmöglichkeiten, als mancher vielleicht denkt. Denn die Optionen gehen über bekannte Bereiche wie Strafrecht oder Erbrecht weit hinaus. Und in einer sich stetig im Wandel befindenden Welt kommen sogar immer wieder neue Bereiche hinzu.

Gesellschaftspolitik bestimmt oft die Nachfrage nach Juristen

Es gibt juristische Arbeitsbereiche, die echte Dauerbrenner sind. Ob Anwalt für Arbeitsrecht in Magdeburg, Köln oder München – um Arbeitsverträge, Kündigungen und Abfindungen wird stets gestritten und es gibt in der Regel genug zu tun. Ähnlich wird es auch dem Anwalt für Sozialrecht oder Erbrecht oder dem Strafverteidiger gehen. Kein Wunder also, dass sich viele Absolventen für diese klassischen Arbeitsbereiche entscheiden.

Doch es gibt auch weniger bekannte Randgebiete des Rechts und die erfordern häufig speziellere Kompetenzen. Juristen mit einer entsprechenden Spezialisierung sind eher selten und entsprechend gefragt. Das gilt besonders für Bereiche, die gesellschaftspolitisch gerade sehr im Rampenlicht stehen.

Ein anschauliches Beispiel gibt aktuell das Energierecht ab. Das beschäftigt sich mit all jenen Rechtsnormen, die Energiewirtschaft und Energieversorgung betreffen. Wer als Anwalt für Energierecht tätig ist, kann sich zurzeit über hohe Nachfrage freuen. Mit einem im Wandel befindlichen Energiemarkt und den entsprechenden gesetzlichen Neuerungen ist das ehemalige juristische Randgebiet stark in den Fokus gerückt. Nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatleute suchen juristische Hilfe, wenn es um Energiepreissteigerungen oder Photovoltaik-Verträge geht. Der Rechtsanwalt für Energierecht ist aktuell entsprechend gefragt.

Auch andere Spezialisierung immer gefragter

Für Nachwuchs-Juristen lohnt sich oft ein spekulativer Blick in die Zukunft, wenn es um die Spezialisierung geht. Der heutige Anwalt für Energierecht hat die aktuellen Entwicklungen wohl kaum in diesem Umfang kommen sehen. In anderen Rechtsgebieten war die steigende Nachfrage allerdings vorauszuahnen. Ein naheliegendes Beispiel dafür liefert das IT-Recht.

Die rasante Weiterentwicklung von Computertechnologie und Internet hat über die vergangenen Jahrzehnte ganz neue Rechtsfragen aufkommen lassen, die es so in der Vergangenheit gar nicht gab. Sie berühren wiederum andere juristische Bereiche wie das Datenschutzrecht, das Urheberrecht, das Vertragsrecht und das Wirtschaftsrecht.

Und in kaum einem anderen Bereich ändern sich die Rahmenbedingungen so schnell wie in der IT-Welt. Mit der aktuell immer leistungsfähiger werdenden künstlichen Intelligenz stehen hier bereits wieder ganz neue rechtliche Fragestellungen vor der Tür.

Ähnlich gefragt sind zur Zeit Fachkenntnisse im Umweltrecht. Auch dort gibt es große Umbrüche und entsprechend viele Fragestellungen und Streitpunkte. Klima- und Umweltschutz werden immer drängendere Themen, die aber oft im Widerspruch zu Wirtschafts- oder Bürgerinteressen stehen. Ein besonders interessanter, aber – auch in ethischer Hinsicht – komplexer Bereich ist das Medizinrecht.

Mit immer besser werdenden medizinischen Möglichkeiten entstehen auch hier immer neue rechtliche Problembereiche, in denen es oft nicht nur um sehr viel Geld, sondern auch um Leben und Gesundheit von Menschen geht.

Chancen und Möglichkeiten gibt es für angehende Juristen also viele. Die Entscheidung für eine Spezialisierung macht das aber sicher nicht leichter.

Erdogan in Athen
Griechenland unterstützt EU-Beitritt der Türkei

Athen – Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Griechenland hat der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis bei seinem heutigen Treffen in Athen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Griechenlands Unterstützung für einen EU-Beitritt der Türkei mitgeteilt.

Bei Erdogans heutigem Besuch wurden zwischen den beiden Ländern 15 Abkommen unterzeichnet, was laut Analysten ein Zeichen dafür sei, wie bahnbrechend der Besuch des türkischen Präsidenten war. Zu den Vereinbarungen gehört ein Abkommen über ein 12-monatiges Visaprogramm, das es der wachsenden Zahl türkischer Touristen ermöglichen würde, das ganze Jahr über nahegelegene griechische Inseln zu besuchen, ohne eine Genehmigung beantragen zu müssen.

Mitsotakis erklärte, er unterstütze die Türkei im EU-Beitrittsprozess und sagte: „Wir haben auch über die Frage der Visumbefreiung für Studenten gesprochen, um eine engere Zusammenarbeit in der Visumfrage sicherzustellen.  Wir haben die Reisefreiheit türkischer Bürger berücksichtigt“, so Mitsotakis während seiner Rede in einer Pressekonferenz. 

Die Türkei und Griechenland hätten in der Vergangenheit immer wieder Situationen erlebt, die den Frieden bedrohten. Daher sei es jetzt für beide Länder besonders wichtig, ihre Beziehungen in einem ruhigen Umfeld fortzusetzen und Lösungen für die Probleme zu finden, mit denen Griechenland und die Türkei konfrontiert sind. Bei einem Treffen letzten Juni in Vilnius habe man beschlossen, die Beziehungen wiederzubeleben und Vertreter beider Seiten hätten sich in den letzten sechs Monaten bereits drei Mal getroffen.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Wirtschaftsbeziehungen und den bilateralen Handel zu verbessern. Wir haben ein sehr wichtiges Ergebnis erzielt, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Migration auszubauen“, so der griechische Regierungschef. 

Wie sein Großonkel, Eleftherios Venizelos, der in den 1930er Jahren die Entspannungspolitik mit der Türkei leitete und weithin als der bahnbrechende Staatsmann des Landes im 20. Jahrhundert gilt, wünscht sich Mitsotakis eine Annäherung, und sei es nur, weil sie gut für die Wirtschaft wäre.

Mitsotakis erinnerte an die Worte Venizelos‘ und sagte: „Venizelos sagte einmal zur Türkei: ‚Wir reichen Ihnen die Hand der Freundschaft, wir glauben, dass die feindseligen Beziehungen zwischen uns ein Ende haben werden'“.

Erdogan erklärte seinerseits, dass sie auch die Haltung der beiden Länder in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer erörtert hätten: „Es ist unser Wunsch, unsere aktuellen Probleme durch konstruktiven Dialog, gute Nachbarschaft und gemeinsame Anstrengungen im Rahmen des Völkerrechts zu lösen. Das wollen wir. Wir haben betont, wie wichtig es ist, die Kanäle des Dialogs offen zu halten. Mit der Athener Erklärung haben wir unseren positiven Willen auf hohem Niveau bestätigt“, so der türkische Staatschef.

Man wolle die Ägäis in ein Meer des Friedens und der Zusammenarbeit verwandeln und mit gemeinsamen Schritten ein Vorbild für die Welt sein.

Wir sind zwei Nachbarländer, die das gleiche Meer teilen, die gleiche Geographie und die gleiche Kultur. Während es sogar Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei Geschwistern gibt, ist es natürlich, dass es Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei Nachbarn gibt. Es gibt kein Problem zwischen uns, das nicht gelöst werden kann. Lasst uns nicht zu denen gehören, die das Meer überqueren und im Bach ertrinken. Ich freue mich, dass Kyriakos die gleiche Meinung mit uns teilt.“

Medien
Sophia Weimer wird neue dpa-Nachrichtenchefin

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Berlin – Sophia Weimer wird zum 1. März 2024 neue Nachrichtenchefin der Deutschen Presse-Agentur. Die 37 Jahre alte Journalistin komplettiert das fünfköpfige Nachrichtenchef-Team der dpa, das in Vertretung der Chefredaktion die Dienste der Agentur im In- und Ausland in Wort, Bild, Audio, Video und Grafik steuert. Sie folgt auf Daniel Rademacher, der zuletzt die Planungen für den neuen Berliner Newsroom der Agentur gelenkt hatte und jetzt den Rollout des neuen dpa-Redaktionssystems „Rubix“ steuert. Während dieser Zeit war Rademacher in seiner Nachrichtenchef-Rolle von Uta Winkhaus vertreten worden, die im März in die Politikredaktion zurückkehrt. Sophia Weimer arbeitet derzeit im dpa-Ressort Panorama. Dort zeichnete sie sich vielfach als versierte Koordinatorin von Breaking-News-Lagen aus. Mehrere Jahre lang war sie auch Organisationschefin des Deutschlandsdesks in der Berliner Zentralredaktion. Außerdem ist sie Programm-Managerin für den Berliner Newsroom der Agentur und steuert die großen Events auf den neuartigen Kollaborationsflächen dort. Diese Rolle wird sie vorerst neben ihrer Aufgabe als Nachrichtenchefin behalten. dpa-Chefredakteur Sven Gösmann betont: „Sophia Weimer ist ein Nachrichtenprofi und eine profilierte Führungskraft der dpa. Sie steht für einen multimedialen Anspruch an Qualitätsjournalismus. Das hat sie in der Vergangenheit in vielen Nachrichtenlagen bewiesen. Mit ihrer Kommunikationsstärke hat sie zudem ein beeindruckendes Startprogramm an Veranstaltungen und prominenten Interviewgästen für unseren neuen Newsroom organisiert. Uta Winkhaus und Daniel Rademacher danke ich sehr für ihre Arbeit im Nachrichtenchef-Team in herausfordernden Zeiten. Sie haben das beide großartig gemacht und wirken jetzt an anderer Stelle bei dpa weiter an der Entwicklung mit.“ Sophia Weimer kam 2011 als Volontärin zu dpa. Die Stationen der gebürtigen Paderbornerin bei dpa waren nach einem Studium der Journalistik und Medizin vor allem das Landesbüro Berlin und die Panorama-Redaktion.

Studie
Wenn Online-Dating zum Burnout führt

Die meisten Menschen daten online. Doch die Zahl der Nutzer:innen, die sich vom Online-Dating ausgebrannt fühlt, nimmt stetig zu. In der aktuellen Studie untersucht Dr. Wera Aretz, Psychologieprofessorin an der Hochschule Fresenius in Köln, wie Online-Dating-Burnout entsteht. Es ist die erste Studie in Deutschland, die sich diesem Thema aus wissenschaftlicher Perspektive widmet. Dazu vergleicht das Forschungsteam die Ergebnisse mit den Angaben von Personen, die keine Online-Dating-Portale nutzen. Daher sind auch Menschen, die nicht online daten, eingeladen, an der Studie teilzunehmen. Die zwölfminütige Teilnahme an der Online-Befragung ist ohne Anmeldung oder Registrierung möglich. Online-Dating-Burnout Ein Großteil der Online-Dating-User:innen verbringt viel Zeit auf Dating-Plattformen, swipt eifrig Profile und kommuniziert mit Matches. Zu den ersehnten Treffen kommt es dann jedoch häufig nicht. Dennoch treibt die Hoffnung auf die große Liebe sie weiter an. Ein Teufelskreislauf, denn der langfristige Erfolg bleibt oftmals aus. Die mögliche Folge: Ein Online-Dating-Burnout. „Auch wenn viele Userinnen und User zu Beginn Spaß beim Online-Dating haben, kann eine sehr lange und zu intensive Nutzung auch negative Folgen für die Psyche haben“, erklärt Prof. Dr. Wera Aretz. So berge beispielsweise die große Auswahl an möglichen Partner:innen für bestimmte Persönlichkeitstypen die Gefahr, sich überfordert zu fühlen und sich nicht entscheiden zu können. Ein weiteres Beispiel ist das Ghosting, das sich ungünstig auf das Selbstwertgefühl auswirken könne. „Diese und weitere Faktoren können psychisch sehr belastend sein und zu einem Online-Dating-Burnout führen“, so Aretz weiter. „Dieses neu aufgekommene Phänomen wirft wichtige Fragen zur mentalen und zum Umgang mit digitalen sozialen Interaktionen auf. Es ist daher wichtig, die Ursachen, Symptome und präventiven Maßnahmen im Kontext des Online-Dating-Burnouts zu analysieren, um ein besseres Verständnis für die damit verbundenen Risiken zu entwickeln und mögliche Lösungsansätze zu entwickeln. Dies wollen wir mit unserer aktuellen Studie untersuchen.“ Die Studie vergleicht Online-Dating-Nutzer:innen mit Personen, die Online-Dating-Portale nicht oder nicht mehr nutzen. Daher kann jede:r diesen Fragebogen beantworten – ganz gleich, ob der Teilnehmende noch niemals Online-Dating genutzt hat, derzeit kein Online-Dating mehr verwendet oder aber aktive:r Nutzer:in ist. Die Online-Umfrage können Interessierte hier ausfüllen: https://bit.ly/41fHojN