Forschungsmannschaften treffen bei Suchbohrungen auf Goldfeld
İzmir (nex) – Nachdem das westtürkische Soma in der Provinz Manisa im letzten Jahr durch das größte Bergwerksunglück der türkischen Geschichte weltweit in die Schlagzeilen gekommen war, gibt es aus der auf diese Weise heimgesuchten Stadt endlich auch gute Nachrichten. Wie der türkische Medien bericheten, hat Energieminister Ali Rıza Alaboyun den Fund von 100 Tonnen Goldreserven in Soma bekanntgegeben.
Diese Goldreserven sollen mit einem Beitrag von 2,5 Milliarden Dollar zur Konsolidierung des türkischen Staatshaushaltes und zur Stärkung der Wirtschaft im Lande beitragen. Die für die Türkei erfreuliche Nachricht kam aus dem Dorf Kiraz bei Soma der Provinz Manisa. Mannschaften der Mineralforschung, die bereits 2013 damit begonnen hatten, auf einer Gesamtlänge von 22 000 Metern zu bohren, seien dort auf Gold- und Kupferfelder gestoßen. Mit dem Fund würden die Goldreserven der Türkei von derzeit 700 Tonnen um 14 Prozent weiter ansteigen.
Auch aus Konya war eine erfreuliche Nachricht zu verzeichnen. Dort wurden in Karapınar zwei Millionen Tonnen an Kohlereserven gefunden, was den zweitgrößten Wert nach den Kohlereserven in Afşin-Elbistan darstelle. Darüber hinaus betonte Alaboyun, dass es in Thrakien und Zentralanatolien große Schiefergasvorkommen gäbe. Bezüglich des Abbaus von Bor weise die Türkei, so Alaboyun, ebenfalls ein hohes Potenzial auf. Nicht weniger als 45 Prozent der weltweit verfügbaren Borsäure werden in der Türkei produziert. Der Verkauf aus Rohmaterial sei jedoch wenig lukrativ, weshalb man darauf setze, es als verarbeitetes Material in gewinnträchtigerer Weise zu verkaufen.
Bor ist ein Industriesalz, das in etwa 250 unterschiedlichen Bereichen verwendet werde, darunter im Gesundheitswesen, der Landwirtschaft, der Verteidigungsindustrie oder der Chemie. Alaboyun zufolge habe sich die Regierung dazu entschlossen, mit BOROSİB eine speziell auf Bor spezialisierte Industriezone zu schaffen, wo Unternehmen, Institute, Universitäten, Kommunen, Banken und öffentliche Einrichtungen gemeinsam daran arbeiten sollen, die effizienteste Nutzung des Metalls sicherzustellen.
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Berlin (dts) – Der Gesamtpersonalrat des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hält die Rechtsstaatlichkeit bei der aktuellen Bearbeitung von Asylanträgen von Syrern und Eritreern für nicht gegeben. In einem Brandbrief an den Behördenleiter Frank-Jürgen Weise, der der „Welt“ vorliegt, sprechen die Personalvertreter von „systematischen Mängeln“ bei den bisher umgesetzten Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung und zur Erhöhung der Anzahl der Entscheidungen. Diese seien „mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nicht vereinbar“, heißt es in dem vierseitigen Brief vom Mittwoch.
Demnach sind die verkürzten schriftlichen Verfahren für Asylsuchende aus Syrien und Eritrea „mit dem Rechtsstaatsgebot nicht vereinbar“. Nach der Erfahrung der Bearbeiter sei davon auszugehen, dass es einen „hohen Anteil von Asylsuchenden gibt, die eine falsche Identität angeben, um eine Bleibeperspektive mit der Möglichkeit des Familiennachzugs etc. zu erhalten“. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte in diesem Zusammenhang von einer Schätzzahl von rund 30 Prozent der Asylsuchenden gesprochen, die sich als Syrer ausgeben würden, in Wahrheit aber keine seien. Die Personalvertreter widersprechen zudem der offiziellen Darstellung der Nürnberger Behörde, wonach die BAMF-Mitarbeiter die Angaben zur Identität akribisch prüfen würden. „Tatsächlich verzichtet das Bundesamt auf eine Identitätsüberprüfung.“ Syrer sei derzeit, wer sich „schriftlich im Rahmen einer Selbstauskunft als Syrer bezeichnet (im Fragebogen an der richtigen Stelle ein Kästchen ankreuzt) und der Dolmetscher (in der Regel weder vereidigt noch aus Syrien kommend) dies bestätigt“. Die Dolmetscher würden in keinem Arbeitsverhältnis zum BAMF stehen. Noch seien sie in irgendeiner Weise auf die Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland vereidigt. „Letztlich wird diesen Dolmetschern alleine die Prüfung des Asylgesuchs überlassen.“ Eine solche „massenhaft praktizierte Entscheidungspraxis“ steht nach Ansicht der Personalvertreter „mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nicht im Einklang“. Der Personalrat fordert BAMF-Chef Weise auf, umgehend wieder zu einer gründlichen Kontrolle der Identität der Flüchtlinge zurückzukehren. „Selbst wenn ein Asylsuchender aus Syrien ein Personaldokument vorlegt, ist eine Echtheitsprüfung zwingend geboten“, heißt es in dem Brief. Hintergrund sind Meldungen über eine hohe Anzahl von gefälschten syrischen Pässen.
Trotz Warnungen aus dem Innenministerium seien die Entscheider „angehalten, ohne erfolgte Echtheitsprüfung diesem Personenkreis den Flüchtlingsstatus zuzuerkennen“. Der Wegfall der Überprüfung „erleichtert zudem auch das Einsickern von Kämpfern der Terrormiliz IS nach Mitteleuropa und stellt ein erhöhtes Gefährdungspotential dar“. Auf deutlichen Widerstand trifft auch die deutlich verkürzte Einarbeitungszeit für neue BAMF-Entscheider, die nach Kenntnisstand der Personalvertreter nach einer drei- bis achttägigen Einarbeitungsphase bereits eingesetzt werden und „massenhaft Bescheide“ ausstellten. Mit Blick auf die für die Qualität einer Entscheidung notwendige Vorbildung der Mitarbeiter ist von einer „Schnellschuss-Qualifizierung“ die Rede: Die Herabsetzung der Einarbeitungszeit von früher drei Monaten könne die neuen Mitarbeiter aus fachfremden Bereichen „unmöglich in die Lage versetzen, im rechtsstaatlichen Sinne individuelle und sachlich/juristisch fundierte (Grund)Rechtsprüfungen vorzunehmen mit möglicherweise existentiellen Folgen für die Antragssteller“. Die Personalvertreter fordern den BAMF-Chef auf, trotz einer notwendigen Beschleunigung bei der Bearbeitung der Anträge ein „rechtsstaatliches Verfahren im Sinne einer (echten) Identitätsprüfung“ auch bei Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Eritrea zu gewährleisten.
Berlin/Moskau (dts Nachrichtenagentur) – Die Exporte der deutschen Wirtschaft nach Russland sind in den vergangenen anderthalb Jahren stark zurückgegangen: 2014 sanken sie um 6,6 Milliarden Euro oder 18,4 Prozent. Im ersten Halbjahr 2015 betrug der Rückgang 4,8 Milliarden Euro oder 31,5 Prozent, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht, die der „Rheinischen Post“ vorliegt. Die Bundesregierung macht dafür aber nicht allein die Sanktionen gegen Russland verantwortlich.
Als „zentralen Faktor“ für den Rückgang der deutschen Exporte nach Russland im Jahr 2014 und 2015 sieht die Bundesregierung ihrer Antwort zufolge „den wirtschaftlichen Abschwung in Russland“, der neben strukturellen Schwächen und gewachsenen Kapitalabflüssen vor allem vom niedrigen Ölpreis herrühre. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze warf der Bundesregierung vor, „hinsichtlich der Konsequenzen der eigenen Sanktionen im Dunkeln zu tappen“. Die Bundesregierung habe scheinbar keine genaue Kenntnis über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland. Dies sei angesichts der proklamierten „Zielgerichtetheit“ fatal.
Frankfurt/Main (dts) – Der seit sechs Tagen andauernde Streik der Flugbegleiter führt bei Lufthansa zu erheblichen finanziellen Belastungen: „Dies ist der längste Streik, den die Kunden der Lufthansa, unsere Mitarbeiter und unsere Partner je erleben mussten. Der finanzielle Schaden liegt schon jetzt in einem deutlichen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“, sagte Vorstandsmitglied Bettina Volkens gegenüber „Bild“. Dennoch werde Lufthansa gegenüber der Gewerkschaft UFO hart bleiben, kündigte Volkens an: „Leider müssen wir diesen Konflikt aushalten für eine erfolgreiche Zukunft der Lufthansa – ganz besonders auch für unsere Mitarbeiter.“
Volkens forderte die Flugbegleiter gegenüber „Bild“ zum Einlenken auf: „Mit dem Streik sägen sie an dem Ast, auf dem wir alle sitzen. Die Einzigen, die sich darüber freuen, sind unsere Wettbewerber.“ Die Managerin warnte zugleich vor weiteren Streiks in der Adventszeit. Auf die Frage, ob Kunden zur Weihnachtszeit mit Streiks rechnen müssten, sagte Volkens: „Ich kann und will mir das nicht vorstellen. Wir müssen unseren Mitarbeitern noch deutlicher machen, dass die Veränderungen für ihre Zukunft und ihre beruflichen Perspektiven wichtig und nicht gegen sie gerichtet sind.“
Berlin (dts) – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat den anhaltenden Flüchtlingsstrom nach Deutschland mit einer Lawine verglichen. „Lawinen kann man auslösen, wenn irgendein etwas unvorsichtiger Skifahrer an den Hang geht und ein bisschen Schnee bewegt“, sagte Schäuble am Mittwochabend bei einer Veranstaltung des Centrums für Europäische Politik (CEP) in Berlin. Laut Beobachtern könne diese Aussage als indirekte Kritik am Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefasst werden.
„Ob wir schon in dem Stadium sind, wo die Lawine im Tal unten angekommen ist oder ob wir in dem Stadium im oberen Ende des Hanges sind, weiß ich nicht“, so der Finanzminister weiter. Die Zuwanderung nach Deutschland sei ein „Rendezvous unserer Gesellschaft mit der Globalisierung“. In diesem Zusammenhang appellierte Schäuble erneut an die anderen EU-Länder, dass der Migrationsdruck nach Europa nur gemeinsam gelöst werden könne. „Oder es kann ziemlich schlecht für uns alle werden.“
Cancun (nex/SpOn/Reuters) – Wie das Portal „Spiegel online“ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll in Mexiko südlich der Stadt Cancun ein Paar beim Geschlechtsverkehr im Whirlpool einer Ferienanlage ums Leben gekommen sein.
Das Paar aus Kanada war demnach zuvor zur Trauung seiner Tochter angereist. Bisherigen Ermittlungen zufolge soll der stark übergewichtige Mann im heißen Wasser des Pools eine Herzattacke erlitten haben. Dabei habe er seine schlanke Frau unter Wasser gedrückt, sodass diese nicht mehr in der Lage gewesen wäre, sich aus der Umklammerung zu befreien. Die Leichen der beiden Urlauber seien leblos umschlungen im Pool gefunden worden, so „Spiegel online“.
Ein Stromschlag als alternative Unglücksursache, wie dies zu Beginn ebenso in Betracht gezogen worden war, konnte bereits ausgeschlossen werden, sodass der Herzinfarkt beim Sex und die anschließenden tragischen Verkettungen von Umständen als die wahrscheinlichste Todesursache angesehen werden können. Dennoch wolle das kanadische Konsulat in Mexiko weiter zusammen mit den lokalen Behörden Informationen sammeln.
Berlin (dts) – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wirft den Wirtschaftsweisen vor, „auf dem Rücken von Flüchtlingen“ den gesetzlichen Mindestlohn torpedieren zu wollen. Das sei eine Unverschämtheit, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Scharf wandte sich Hoffmann insbesondere gegen die Forderung der Regierungsberater, den Mindestlohn nicht steigen zu lassen.
„Offensichtlich hat der Sachverständigenrat hier einen klaren Gesetzesbruch im Auge. Im Gesetz ist eindeutig geregelt, dass die Mindestlohnkommission entscheiden wird, in welcher Höhe der Mindestlohn angehoben wird.“ Es bestehe Übereinstimmung mit den Arbeitgebern, dass die Anpassung den tariflichen Lohnanhebungen folgen solle. „Daran werden wir festhalten.“ Der DGB-Chef warnte außerdem davor, arbeitslose Deutsche gegen arbeitslose Flüchtlinge auszuspielen. „Das geht gar nicht. Da werden die Gewerkschaften nicht mitspielen“, sagte Hoffmann. Er reagierte damit auf die Anregung der Sachverständigen, anerkannte Arbeit suchende Flüchtlinge von Anfang als Langzeitarbeitslose einzustufen. Zugleich drängen die Experten darauf, die Ausnahmen vom Mindestlohn für Langzeitarbeitslose zu lockern. Bislang können sie bei Aufnahme einer neuen Beschäftigung sechs Monate lang unter Mindestlohn bezahlt werden. Nach Auffassung der Regierungsberater sollten es künftig zwölf Monate sein. Hoffmann kritisierte allerdings, es sei ein Irrglaube, eine Absenkung des Mindestlohns würde Langzeitarbeitslose in Beschäftigung bringen. Schon durch die Absenkung für sechs Monate sei nicht ein Langzeitarbeitsloser mehr in den ersten Arbeitsmarkt integriert worden. Entschieden wandte sich der DGB-Chef außerdem gegen parteipolitischen Streit in der Flüchtlingskrise. Das Thema sei von so großer gesellschaftlicher Bedeutung, „dass es kein kleinkariertes parteipolitisches Gezänk verträgt“. Damit müsse Schluss sein. Ansonsten drohe ein erheblicher Vertrauensverlust bei den Bürgerinnen und Bürgern. „Deshalb kann ich Teilen von CDU und CSU nur empfehlen, nicht täglich eine neue Sau durchs Dorf zu jagen.“ Alles andere verunsichere die Menschen zutiefst.
Berlin (dts) – Angesichts der Kritik der EU-Kommission an der Türkei hat der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Johannes Singhammer (CSU), davor gewarnt, die Beitrittsverhandlungen mit Ankara weiter voranzutreiben. “Der Fortschrittsbericht der EU-Kommission zur Türkei fällt mit Blick auf die Umsetzung demokratischer Grundwerte verheerend aus”, sagte Singhammer der “Welt”. “Es gibt gravierende Defizite bei Menschenrechten, Religionsfreiheit und dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Die Eröffnung weiterer Verhandlungskapitel bei den Beitrittsgesprächen darf es darum auf keinen Fall geben, das wäre das falsche Signal.”Die Europäische Union sei eine “Wertegemeinschaft”, so Singhammer. Darum müssten die Europäer nach einem solchen Bericht “ein klares Zeichen setzen”.
Nachrichtenunterdrückung: Russland widerlegt Behauptungen über Krankenhaus-Bombardements in Syrien
Der ehemalige TAGESSCHAU-Redakteur Volker Bräutigam hat erneut Programmbeschwerde gegen die ARD wegen Nachrichtenunterdrückung eingereicht. Begründung: Die ARD hat die Unterstellung, russische Kampfflugzeuge hätten ein Krankenhaus in Syrien bombardiert, ohne weitere Beweise verbreitet, nicht aber die Tatsache, dass Russland diese Meldung mit aktuellen Fotos widerlegt hatte, die das angeblich bombardierte Krankenhaus in unbeschädigtem Zustand zeigen. RT dokumentiert die Beschwerde im Wortlaut.
im Zusammenhang mit der auch von ARD-aktuell publizierten Unterstellung, russische Kampfflugzeuge hätten „möglicherweise“ ein Krankenhaus in Syrien bombardiert, legen wir nun eine weitere Programmbeschwerde vor. Diesmal wegen Unterschlagung der Nachricht, dass Russland am 02.11.15 die Beschuldigungen nachvollziehbar und glaubhaft widerlegt hat, mit aktuellen Fotodokumenten, die das angeblich bombardierte Krankenhaus in völlig unbeschädigtem Zustand zeigen.
Quelle: Screenshot ARD
Wir hatten bereits am 23.10.15 Beschwerde wegen der offenkundig irreführenden ARD-aktuell-Darstellung vom 22.10.15 erhoben, russische Flugzeuge hätten in Syrien „möglicherweise“ ein Krankenhaus bombardiert. Bezeichnenderweise lässt sich die beklagte TS-Nachricht in der tagesschau.de-Mediathek mittlerweile nicht mehr aufrufen. Die Seite wurde offensichtlich aus dem Archiv entfernt.
Sie ist jedoch auf zahlreichen anderen Internetseiten dokumentiert.
Wir haben weiter am 29.10.15 Programmbeschwerde erhoben, weil ARD-aktuell es unterließ, darüber zu berichten, dass das Verteidigungsministerium in Moskau am 27.10.15 die NATO-Militärattachès einbestellt und ultimativ zur Beweisführung für die westlichen Anschuldigungen aufgefordert hatte, obwohl z.B. die Internationale Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya über die Pressekonferenz des Vize-Verteidigungsministers Antonow berichtet hatte.+
Es passt in diese Redaktionslinie, dass ARD-aktuell auch nicht über eine Pressekonferenz in Washington berichtete, auf der das US-Verteidigungsministerium einräumen musste, dass es nur über Presseberichte als „Beweis“ für die Anschuldigung verfügte, Russland habe in Syrien Krankenhäuser bombardiert.
Am 02.11.15, hat Moskau hingegen Beweise dafür vorgelegt, dass das angeblich zerstörte Krankenhaus in Sarmin nach vollkommen unbeschädigt ist und aufgezeigt, dass es in den übrigen Dörfern, in denen angeblich ebenfalls Krankenhäuser bombardiert wurden, überhaupt keine Krankenhäuser gab.
Nachdem ARD-aktuell zunächst ebenso beweis- wie bedenkenlos verbreitet hatte, russische Kampfflugzeuge seien „möglicherweise“ verantwortlich für das Krankenhausbombardement und die „bis zu 13 Toten“ in Sarmin (Zielrichtung dieser Beschuldigung: … Russland als ebenso schuldig dastehen lassen wie die USA wg. deren Kriegsverbrechen in Kundus, sowie Saudi-Arabien wg. seiner Verbrechen in Sadaa, Jemen), besitzt Chefredakteur Dr. Gniffke nun nicht einmal den journalistischen Anstand, über die Gegenbeweisführung Russlands in seinen Sendungen berichten zu lassen.
Widerrufe und Entschuldigungen für falsche bzw. manipulativ-irreführende ARD-aktuell-Berichterstattung unterbleiben in Tagesschau und Tagesthemen sogar dann, wenn Fehler objektiv nicht mehr zu leugnen sind. Nichts kann nach unserer Auffassung die antirussische Schlagseite in der Nachrichtenauswahl von ARD-aktuell nachdrücklicher hervorheben, als die hier nachweisliche selektive Berichterstattung.
Wir fordern Sie auf, prüfen zu lassen, ob ein Verstoß gegen die Programmgrundsätze und die Programmrichtlinien des Rundfunk-Staatsvertrags vorliegt.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhelm Klinkhammer
Volker Bräutigam
Nachschrift: Allgemeine Erörterung:
Nachdem die Ärzteorganisation Médicines Sans Frontières (MFS) seinerzeit mit Foto- und Videodokumenten sowie mit Zeugenaussagen die Krankenhaus-Bombardements und Massaker der USA (Kundus) und Saudi-Arabiens (Sadaa) sofort gemeldet hatte, scheint es jetzt im propagandistischen Interesse „des Westens“ zu liegen, ähnliche Beschuldigungen auch gegenüber Russland zu erheben, und sei die Beweislage dafür auch noch so dürftig und fragwürdig. Wir halten Ausführungen dazu hier für angebracht, um denkbaren Reinwaschungsversuchen des ARD-aktuell-Chefredakteurs ein wenig vorzubeugen, die er unter Rückgriff auf neueste „Nachrichten“ über eine angebliche russische Verstrickung in Völkerrechtsbruch zu unternehmen versucht sein könnte.
Einzige originäre Quelle (29.10.15) der jüngsten zumindest indirekten Anschuldigungen sind wiederum die MFS.
Textauszug: „Infolge einer signifikanten Zunahme der Luftangriffe auf Krankenhäuser im Norden Syriens wurden mindestens 35 syrische Patienten und medizinisches Personal getötet und 72 Menschen verwundet. Das berichten Gesundheitsmitarbeiter, die von Ärzte ohne Grenzen in Syrien unterstützt werden. Seit der Eskalation der Angriffe Ende September wurden den ganzen Oktober hindurch zwölf Krankenhäuser in den Provinzen Idlib, Aleppo und Hama gezielt angegriffen. Darunter waren sechs von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Krankenhäuser. Insgesamt mussten sechs Krankenhäuser schließen, von denen drei von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wurden. (…)“
Die Informationen über die bombardierten Krankenhäuser kommen demnach von syrischen „Gesundheitsmitarbeitern“, auf die sich die Organisation stütze, also nicht von den MSF-Ärzten selbst; über die Verlässlichkeit ihrer Informanten äußern sich die MFS nicht. Die MFS beschuldigen allerdings auch keine der Kriegsparteien direkt.
Kommerzielle Nachrichtensender wie n-tv registrierten das immerhin und machten klar, man wisse nicht, wer die Kliniken bombardierte: http://mobil.n-tv.de/politik/Luftangrif … 43656.html
Dass die Bombardements tatsächlich stattgefunden haben, zog n-tv aber wie alle übrigen Systemmedien nicht in Zweifel. Und der Deutschlandfunk, regierungsfromm wie gewohnt, formuliert sogar so, dass Rezipienten nahegelegt wird, dass russische Flieger die Schuldigen waren.
Wie die vom „antirussischen Faktor“ noch halbwegs freien Meldungen der „Ärzte ohne Grenzen“ von transatlantisch getrimmten Medien wie SPIEGEL-online propagandistisch verfärbt werden (ARD-aktuell verfährt methodisch nicht anders), wie missbräuchlich das ist und zu welchen Fehleinschätzungen es beim Rezipienten führt, ist bei Telepolis sehr verständlich beschrieben.
Seriöse Journalisten würden allerdings überhaupt keine Information aus einem Kriegsgebiet a priori als glaubwürdig, objektiv zutreffend und berichtenswert ansehen, auch solche der Ärzteorganisation MFS nicht. Sondern im vorliegenden Falle bedenken: MFS behauptete „zunehmende Bombardements von Kliniken“ in Syrien erst am 29.10.15 – und im Unterschied zu den sehr konkreten, mit ärztlichen Zeugenaussagen sowie Fotodokumenten belegten Nachrichten über Kundus und Sadaa ohne präzise Orts- und Zeitangaben.
Bemerkenswert: Erst nachdem die USA erwiesenermaßen absichtlich ein Krankenhaus in Afghanistan bombardierten und die Koalition der Saudis in Yemen sich des gleichen Völkerrechtsbruchs schuldig gemacht haben, fällt der Ärzteorganisation auf, dass auch in Syrien Derartiges in den vergangenen Wochen mehrmals passierte.+
Es hätte also der journalistische Grundsatz zu gelten: Für alle Nachrichten über serienweise zerstörte Kliniken in Syrien muss es mindestens eine zweite unabhängige Quelle geben, sonst sind sie nicht verwendbar. Die MFS sind insoweit nicht über alle Zweifel erhaben.
Für sauberen Journalismus gilt: Keine Nachricht weitergeben ist immer noch besser, als eine unbewiesene und möglicherweise falsche Nachricht zu senden.
Berlin (dts) – Die Schauspielerin Natalia Wörner bemerkt, dass sich ihre Branche aktuell neuen Themen zuwendet: „Die Flüchtlingsfrage ist so dominant, dass sie überall diskutiert wird, auch unter Filmschaffenden“, so Wörner in der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Werden die Zeiten politischer, werden es auch die Filme.“ Zur Vorbereitung einer Rolle als Diplomatin habe sie den Außenminister bei einer Reise nach Asien begleitet.
„Ich war auf dieser Reise bei vielen Gesprächen dabei, vor allem aber bei den Hintergrundgesprächen im Flieger, auch bei den Briefings.“ Dabei habe sie viel darüber erfahren, „wie dieser Apparat organisiert ist, wie die Leute miteinander umgehen, wie sie Dinge abwägen. Etwa, welche Informationen man herausgibt und zu welchem Zeitpunkt“, sagte Wörner. Auch würde sie gerne wissen, „wie so eine Brüsseler Nachtsitzung abläuft, wie dort im kleinsten Kreis miteinander gerungen wird“, so Wörner: „Wenn die wichtigsten Regierungschefs Europas zusammenkommen und es wirklich zur Sache geht, dann ist das doch unglaublicher Filmstoff.“