Berlin (dts) – Ärzte sind einer aktuellen Studie zufolge deutlich stärker suchtgefährdet als der Rest der Bevölkerung: In einer Online-Umfrage der Röher-Parkklinik in Eschweiler gaben elf Prozent der 400 teilnehmenden Ärzte an, regelmäßig Alkohol und/oder Medikamente zu konsumieren, um Stress abzubauen, berichtet die „Welt am Sonntag“.
Die Ergebnisse bestätigten eine frühere Studie der Klinik zusammen mit dem Springer-Medizinverlag. Vor fünf Jahren hatten zehn Prozent der 1.300 Teilnehmer angegeben, stressbedingt regelmäßig Suchtmittel zu konsumieren.
„Die Zahlen sind bedenkenswert hoch“, sagte Studienleiterin Katja Geuenich der „Welt am Sonntag“. Selbst wenn man berücksichtige, dass an der anonymisierten Studie vor allem Ärzte mit hohem Stresserleben teilnähmen, läge die bereinigte Zahl bei bis zu acht Prozent. Dies entspricht einer Schätzung der Bundesärztekammer, nach der sieben bis acht Prozent der Ärzte mindestens einmal im Leben an einer Suchterkrankung leiden.
Die Betroffenen gaben häufig an, sich überfordert zu fühlen. Außerdem klagten sie über eine hohe Arbeitsbelastung und lange Arbeitstage. „Offenbar nehmen sie die Probleme des Arbeitslebens mit nach Hause, was die Situation weiter verschärft. Irgendwann kann man dann nicht mehr ohne Hilfsmittel abschalten“, warnte Geuenich. „Ärzte sind weitaus stärker von Suchtkrankheiten betroffen als der Rest der Bevölkerung“, sagte auch Hermann J. Paulus, Senior Medical Director der Oberbergkliniken, die auf die Behandlung suchtkranker Mediziner spezialisiert sind.
Gründe dafür seien, dass Ärzte häufig in Ausnahmesituationen arbeiteten, „sie müssen Entscheidungen über Leben und Tod treffen“, so Paulus. Außerdem kämen sie an Suchtmittel wie Opiate und Medikamente ohne Rezept heran. Dass es nach wie vor keine genauen Zahlen darüber gibt, wie viele Ärzte in Deutschland suchtkrank sind, liegt seiner Meinung nach auch daran, dass „für die Ärzte zu viel auf dem Spiel steht“. Die meisten Ärztekammern bieten zwar Programme für suchtkranke Ärzte an.
Eine Nachfrage der „Welt am Sonntag“ bei den 16 Landesärztekammern ergab allerdings, dass je nach Land im Schnitt nur bis zu zehn Betroffene dort jährlich Hilfe nachfragen, lediglich in Hessen waren es bis zu 25. Manche Bundesländer wie etwa Berlin können aber auch gar keine genauen Angaben machen, da es nur einen ehrenamtlichen Suchtbeauftragten gibt. Auch Niedersachsen startet erst in diesem Jahr ein spezielles Programm für suchtkranke Ärzte.
Terror gegen die Türkei
Bombe an Bord eines Turkish-Airlines-Fluges: Notlandung in Irland
Dublin (nex) – Nach einer Bombendrohung wurde der Flug TK 34 der Turkish Airlines, der von Houston (Texas) nach Istanbul fliegen sollte, auf den irischen Flughafen Shannon umgeleitet. An Bord wurde ein Paket entdeckt, das im Verdacht steht, einen Sprengkörper zu beinhalten.
Derzeit ist das Flugzeug von Einsatzwägen umringt, Spezialisten und ein Bombenentschärfungskommando haben die Arbeit übernommen, die Passagiere wurden evakuiert. Dem Portal BreakingNews.ie soll die Bordcrew auf die Bombe aufmerksam geworden sein, nachdem an Bord des Flugzeuges eine schriftliche Nachricht vorgefunden worden war. Ein Sprecher des Flughafens Shannon bestätigte, dass der Flug umgeleitet worden sei, verweigerte aber nähere Aussagen zum Grund dieser Maßnahme.
Um etwa 10.20 irischer Zeit (11.20 MEZ) nahm die Crew Funkkontakt zum Nordatlantischen Kommunikationszentrum der Irischen Flugverkehrsbehörde unter Verwendung eines PAN-PAN-Notsignals auf. Anschließend fragte man um die Erlaubnis an, Treibstoff über dem Atlantik abzuwerfen, um sicherzustellen, dass das Landegewicht eine sichere Landung erlaube. Diese wurde um 11.20 MEZ vollzogen.
Bundesliga
Borussia Dortmund bezwingt Gladbach
Mönchengladbach (dts) – Am 18. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga hat Borussia Dortmund im Spitzenspiel Mönchengladbach mit 3:1 besiegt.
Beide Mannschaften lieferten sich ein packendes Duell, dass in der Schlussphase der ersten Hälfte von Dortmund dominiert wurde. In der 41. Minute überwand Reus nach Vorlage von Gündo?an die Gladbacher Abwehr und traf zum 1:0. Kurz nach der Pause kam Mkhitaryan nach Vorlage von Reus zum 2:0. Raffael traf in der 58. Minute zum zwischenzeitlichen Anschluss für die Fohlen.
Beide Mannschaften hielten das Tempo hoch und kamen immer wieder zu guten Gelegenheiten. Aubameyang vergab in der 73. Minute allein vor dem Tor aus zehn Metern Entfernung. Nur zwei Minuten später traf Gündo?an nach einer Flanke von Mkhitaryan zum 3:1. In der Schlussphase beruhigte sich die Partie etwas, da die Elf von Trainer Tuchel das Ergebnis zunehmend verwaltete. Durch den Sieg hält Dortmund den Abstand zu Spitzenreiter München.
Gladbach bleibt zunächst auf Platz vier, kann aber am Sonntag noch von Schalke und Wolfsburg eingeholt werden.
Syrienkonflikt
Erdoğan: Türkei wird keine russische Basis im Norden Syriens erlauben
Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte gegenüber Reportern, die Türkei werde es nicht zulassen, dass die Russische Föderation im Norden Syriens eine weitere Militärbasis errichte.
Die Journalisten hatten den Präsidenten nach dem Freitagsgebet auf Gerüchte angesprochen, wonach in Russland ein solches Vorhaben ins Auge gefasst worden wäre. Er sei darüber im Bilde, dass etwa 100 russische Soldaten im Norden Syriens stationiert worden wären.
Erdoğan betonte erneut, dass der syrische PKK-Ableger PYD, der bekanntlich von Russland unterstützt würde, nichts grundlegend Anderes wäre als die Terrororganisation IS (Daesh).
„Es gibt zwischen ihnen keinen Unterschied. Ich werde dieses Thema auch im Detail mit Herrn Biden erörtern“, erklärte der Präsident mit Blick auf das geplante Treffen mit dem US-Vizepräsidenten am Wochenende. Auch Katar, Deutschland, Frankreich und Großbritannien würden in dieser Frage auf seiner Seite stehen. „Wir werden so etwas in Nordsyrien nicht erlauben“, erklärte Erdoğan.
Erdoğan sprach auch den jüngsten Terroranschlag der PKK auf eine Grundschule an, der am Freitagmorgen in der südosttürkischen Provinz Diyarbakır Entsetzen und Wut ausgelöst hatte. Der Terrorangriff auf die Schule zeige, so Erdoğan, die widerwärtigen Pläne der Terrororganisation.
Er sei eine Antwort an die 1128 Akademiker gewesen, die jüngst in einer Petition die Antiterroroperation der Regierung gegen die PKK im Südosten des Landes als „Massaker“ bezeichnet hatten.
„Sie [die Akademiker] sagen ‚Das ist schon in Ordnung, wir haben damit kein Problem. Wir stehen hinter dem Terror‘“, so Erdoğan. „Unser einziger Trost ist, dass keines unserer Kinder infolge der Attacke gestorben ist.“
Fremdenfeindlichkeit
„Tatort“-Star Fahri Yardım macht die Stimmung in Deutschland Angst
Hamburg (dts) – Der Schauspieler Fahri Yardım ist über die Debatte nach der Kölner Silvesternacht beunruhigt. „Ich habe zum ersten Mal wirklich Angst“, sagte der 35-Jährige dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
„Vielen, die jetzt die Klappe aufreißen, unterstelle ich, dass sie sich über die Ereignisse in der Silvesternacht fast gefreut haben. Im Sinne von: Na, da kann ich mir ja wieder herrlich meinen Rassismus bestätigen lassen.“
Zur aktuellen Diskussion über sexuelle Gewalt sagte er: „Dass die CSU die Frauenrechte entdeckt, ist jetzt schon die Pointe des Jahres.“ Yardim, der im „Tatort“ den Kompagnon von Til Schweiger spielt, wuchs in Hamburg auf. Seine Eltern waren in den Siebzigerjahren als Studenten aus der Türkei nach Deutschland gekommen.
Schon als Kind kam Yardim mit zu Demonstrationen. 1986, mit sechs Jahren, wäre er laut „Spiegel“ beinahe in den „Hamburger Kessel“ geraten, den umstrittenen Einsatz der Polizei, bei dem Hunderte Protestierer einen halben Tag lang umzingelt wurden.
Legal Highs
Bayern: Frau nach Konsum von „Legal Highs“ in Lebensgefahr
Schweinfurt (dts) – In Schweinfurt schwebt eine Frau in Lebensgefahr, nachdem sie eine Kräutermischung geraucht hat.
Die 40-Jährige hatte am Freitagabend mit zwei weiteren Personen sogenannte „Legal Highs“ konsumiert, teilte die Polizei mit. Gegen 21:00 Uhr erreichte die Beamten ein Notruf. Die 40-Jährige und ein 36 Jahre alter Mann seien „zusammengebrochen“. Nach einer medizinischen Erstversorgung, wurden beide in ein Krankenhaus gebracht.
Bei der 40-Jährigen bestehe nach Angaben der Ärzte Lebensgefahr. Die Ermittlungen dauern an. Legal Highs, auch Herbal Highs genannt, sind Rauschmittel, die unter anderem als Kräutermischungen angeboten werden. Die Produkte werden meist im Internet und in Headshops verkauft.
Bundesliga
Hoffenheim und Leverkusen trennen sich 1:1 – Ömer Toprak gelingt der Ausgleich
Sinsheim (dts) – Am 18. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga haben sich 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen 1:1 getrennt.
Leverkusen dominierte die Partie über weite Strecken, Hoffenheim mauerte sich in der eigenen Hälfte ein. Die Gastgeber gingen in der 40. Minute durch ein Tor von Hamad nach einer Ecke mit 1:0 in Führung. Nach dem Wechsel agierten die Sinsheimer aggressiver während der Werkself die Ideen fehlten, um den dichten Abwehrriegel der Gastgeber zu durchbrechen. Erst in der 75.Minute gelang es Toprak nach einer Ecke, den Ball per Kopf über die Linie und damit zum Ausgleich zu bringen. In der Schlussphase lieferten sich beide Mannschaften ein packendes Duell, an dessen Ende Hoffenheim einen Punkt festhalten konnte.
In den übrigen Partien siegte Ingolstadt gegen Mainz mit 1:0, Hannover unterlag gegen Darmstadt 1:2, Hertha und Augsburg trennten sich torlos und Stuttgart sammelte mit einem 3:1-Sieg gegen Köln wichtige Punkte im Abstiegskampf. Am Abend folgt noch die Begegnung zwischen Dortmund und Mönchengladbach. Anpfiff ist um 18.30 Uhr.
Europäische Union
Steinmeier: Ausschluss einzelner Staaten aus Schengen-Raum spaltet Europa
Berlin/Brüssel (dts) – Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die österreichische Regierung für ihre Drohung kritisiert, Griechenland aus dem Schengen-Raum der Reisefreiheit auszuschließen. „Scheinlösungen wie der Ausschluss einzelner Staaten aus dem Schengen-Raum bringen niemanden weiter“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Vor allem reduzierten sie nicht die Flüchtlingsströme, „sondern spalten Europa und laden die ganze Last bei Einzelnen ab, die dann vor ungeahnten wirtschaftlichen, sozialen und humanitären Problemen stehen würden“.
Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hatte Griechenland aufgefordert, seine Außengrenze besser zu sichern. Ansonsten müsse man über „den Ausschluss Griechenlands aus dem Schengenraum offen diskutieren“. Steinmeier entgegnete, eine Lösung der Flüchtlingskrise werde es nicht dadurch geben, dass „wir uns innerhalb Europas gegenseitig die Solidarität aufkündigen“.
Vielmehr müssten alle an einem Strang ziehen und die ganze Kraft darauf konzentrieren, die Fluchtursachen anzugehen, die EU-Außengrenzen zu stärken und auch innerhalb Europas zu einer fairen Verteilung zu kommen. „Hierbei dürfen wir in Europa keine Zeit mehr verlieren“, mahnte der Außenminister. Sonst liefen die Europäer Gefahr, „die Reisefreiheit im Schengen-Raum zu verspielen, die Grundfesten der europäischen Einigung in Frage zu stellen und uns selbst großen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen“. Hierbei müsse auch Griechenland seinen Teil leisten – „und schneller als bislang“.
Hollywood
Quentin Tarantino: „Was die Personen in meinen Filmen sagen, ist mir extrem wichtig“
Los Angeles (dts) – Hollywood-Regisseur Quentin Tarantino nimmt es sehr genau mit seinen Drehbüchern. „Was die Personen in meinen Filmen sagen, ist mir extrem wichtig. Und dann natürlich auch vor allem wie und zu wem. Ich schreibe immer extrem lange an meinen Drehbüchern. Das ist auch ein Grund dafür, dass ich in 24 Jahren gerade einmal acht Filme gemacht habe“, sagte der 52-Jährige in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
„Und ich lese dann meine Texte auch schon mal meinen Schauspielern über das Telefon vor. Christoph Waltz hat das mal scherzhaft das `Tarantino-Radio` genannt.“ In seinen Skripten mixe er alle möglichen Zitate mit Ausgedachtem – nur „adrenalinhaltig“ müsse es sein. Tarantino: „Es ist alles eine Frage von Imagination und Assoziation. Ich kann genauso gut die Gebrauchsanweisung für ein Potenzmittel als Ausgangspunkt für eine Dialogszene benutzen wie einen Monolog aus `Richard III.` oder eine James-Bond-Phrase. Ich nehme ein bisschen von hier, ein wenig von da und sehr viel von mir.“

