Militäroperation "Schutzschild Euphrat"
Ein türkischer Soldat bei PYD-Angriff in Nordsyrien getötet

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Ankara (aa/nex) – Wie eine Quelle aus militärischen Kreisen mitteilte, wurde am heutigen Samstag bei einem Raketenangriff des syrischen PKK-Ablegers PYD in Nordsyrien ein Soldat getötet und drei weitere wurden verletzt. Es sind die ersten Opfer, die die Türkei seit dem Beginn der Operation „Schutzschild Euphrat“ am vergangenen Mittwoch zur Säuberung der Region von Terroristen zu beklagen hat. Die Quelle, die auf Grund von Restriktionen bezüglich öffentlicher Äußerungen unter der Bedingung der Anonymität mit den Medien sprach, erklärte, dass die Raketen sieben Kilometer südlich von Dscharablus, der nordsyrischen, vom IS (Daesh) befreiten Stadt auf zwei türkische Panzer abgefeuert worden seien. Der Angriff sei von PYD-Kämpfern verübt worden, so die Quelle weiter. Die Gruppe ist der syrische Ableger der Terrororganisation PKK, die seit 1984 gegen die Türkei kämpft. Die türkischen Sicherheitskräfte hätten mit Artilleriebeschuss reagiert. Die Soldaten seien in Militärhubschraubern in Krankenhäuser der südosttürkischen Provinz Gaziantep verbracht worden, teilte die Quelle weiter mit. Die Operation „Schutzschild Euphrat“ sah die Unterstützung der Oppositionsgruppe Freie Syrische Armee mit Artillerie, Panzern, Luftangriffen und Spezialkräften zur Rückeroberung von Dscharablus vor. Die Stadt liegt westlich des Euphrats und etwa einen Kilometer von der südtürkischen Grenze entfernt. Kampfflugzeuge der Anti-IS-Koalition haben ebenfalls die Operation unterstützt.

"Älteste Messe der Türkei"
Türkei: 85. Internationale Messe Izmir ist eröffnet

Ankara (nex) – Die 85. Internationale Messe Izmir – die älteste Messe der Türkei – öffnete ihre Pforten am gestrigen Freitag und findet bis zum 4. September statt. Vertreter aus 42 Ländern nehmen an der Veranstaltung teil. Diesjähriges Partnerland ist Malaysia. Als Ehrengast der Messe stellt die westtürkische Provinz Manisa ihre historischen und kulturellen Reichtümer vor. Der türkische Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie, Faruk Özlü, sagte bei seiner Eröffnungsrede: „Messen bieten Gelegenheiten zur Entwicklung diplomatischer Beziehungen zwischen den Ländern und tragen zur Ausweitung wirtschaftlicher und Handelsbeziehungen bei. Die Internationale Messe Izmir brachte selbst während des Zweiten Weltkriegs Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen.“ Das Motto dieses Jahres lautet „Innovation“ „Industrieprodukte machen 95 Prozent der Exporte der Türkei aus“, so Özlü weiter. „Forschung und Entwicklung (F+E) sowie Innovationen sind dafür von großer Bedeutung.“ Der Minister lud ausländische Unternehmen ein, in der Türkei im Bereich F+E in Produktion zu gehen: „Es gibt keine Unterschiede zwischen einheimischen und ausländischen Unternehmen. Alle profitieren von denselben Möglichkeiten.“

Wirtschaft
Südosttürkei: „Terror und Gewalt halten die Menschen davon ab, in die Region zu investieren.“

Ankara (nex) – Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim rief die Geschäftswelt zu Investitionen im Osten und Südosten der Türkei auf und bot dafür staatliche Anreize wie Kaufgarantien, feste Investitionskosten sowie Ausgabendeckung beim Bau von Fabriken. Geschäftsleute aus der Region begrüßten Yildirims Aufruf. Das Wirtschaftsförderungspaket werde einen großen Beitrag zur Beendigung der Gewalt in der Region leisten, da neue Investitionen für Frieden und Stabilität äußerst wichtig seien, erklärten sie. Sie hofften auf eine Wiederbelebung der Investitionen durch Subventionen, die momentan infolge der Terroranschläge einen Stillstand erlebten. „Ich bin der Überzeugung, dass das neue Wirtschaftsförderungspaket einen wesentlichen Beitrag zur Beendigung der Gewalt in den Provinzen dieser Region leisten und beachtliche soziale und wirtschaftliche Vorteile bringen wird“, erklärte der Vorsitzende der Zweigstelle der Vereinigung Anatolischer Geschäftsleute (ASKON) in Diyarbakir, Aydin Aytac, und fügte hinzu: „Es wird die Wirtschaft und Entwicklung in der Region durch Stärkung der Beschäftigung und Produktion auf jeden Fall fördern.“ Altac betonte, dass das Paket die staatliche Unterstützung von Frauen und Jugendlichen und die Subventionen für die Infra- und Suprastruktur von Fabriken stärken sowie Kaufgarantien für die Produkte gewähren werde. „Der Terror ist ein Hindernis für die Investitionsprojekte der Regierung und stört deren Pläne im sozialen und wirtschaftlichen Bereich für die Region“, so Altac weiter. Terror habe in Regionen mit verbesserter Wirtschaft und geringer Arbeitslosigkeit keine Chance. Für das Beschäftigungsproblem machte Altac den Terror verantwortlich: „Terror und Gewalt halten die Menschen davon ab, in die Region zu investieren. Die Terroristen zünden Fahrzeuge an, blockieren die Straßen, schikanieren unsere Leute und Unternehmen, die hier investieren, und setzen die Einwohner unter Druck.“  

Türkisch-russische Beziehungen
Erdogan und Putin: Bilaterale Gespräche vor G20-Gipfel

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Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin sind nach Angaben von Informationsquellen aus dem türkischen Präsidialamt darin übereingekommen, die Lieferung humanitärer Hilfe an Syrien zu beschleunigen. Des Weiteren seien bilaterale Gespräche vor dem für den 4. und 5. September vorgesehenen G20-Gipfel in Hangzhou in China geplant, so die Quelle weiter.

Erdogan und Putin erörterten am heutigen Freitag während eines Telefongesprächs die bilateralen Beziehungen sowie die Zusammenarbeit bei regionalen Angelegenheiten und humanitären Krisen. Während des Gesprächs hoben die beiden Politiker auch die Bedeutung der Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor.

Erdogan gab Auskunft über die andauernde Militäroperation „Schutzschild Euphrat“ gegen den IS (Daesh) in Nordsyrien. Beide Politiker wiesen darauf hin, wie wichtig die Fortsetzung der Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS (Daesh) und alle anderen Terrorgruppen für die Sicherheit in der Region sei, teilte die Quelle mit.

Militäroperation "Schutzschild Euphrat"
Turkmenen-Präsident: Türkische Militäroffensive erster Schritt in Richtung Frieden

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Gaziantep (nex) – Der Präsident der syrischen Turkmenen-Versammlung teilte am gestrigen Freitag mit, dass die mit der Unterstützung der Türkei durchgeführte Operation zur Rückeroberung Dscharablus‘ vom IS (Daesh) der „erste Schritt des syrischen Friedens“ gewesen sei. Emin Bozoglan erklärte gegenüber Journalisten in der südosttürkischen Provinz Gaziantep, dass die Operation Schutzschild Euphrat ein Schritt zur „Gründung einer Syrischen Demokratischen Republik“ gewesen sei, in der Turkmenen, Kurden, Araber und andere Ethnien miteinander in Frieden leben könnten. Bozoglan fügte hinzu: „Die Türkei, der Iran und Russland haben mit der Schaffung eines politischen Blocks begonnen und die USA sind mit diesem Schritt von ihrem Plan, Syrien zu teilen, ein Stück abgerückt.“ Die Militäroperation wurde am Mittwochmorgen zur Säuberung des südlichen Gebiets der türkischen Grenze von Terroristen gestartet.

Selbstmordanschlag in Sirnak
Mindestens 11 Tote: Erdogan verurteilt tödlichen Selbstmordanschlag in Südosttürkei

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Ankara (nex) – Erdogan erklärte, Anschläge wie der heutige in Sirnak, bei dem elf Polizisten getötet wurden, würden die Entschlossenheit der Türkei nur stärken. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den am heutigen Freitag von der PKK in der südosttürkischen Provinz Sirnak verübten tödlichen Anschlag, bei dem elf Polizisten ums Leben kamen, aufs Schärfste verurteilt. „Die Türkei wird niemals zulassen, dass diese Terroristen ihre schmutzigen Ziele erreichen“, betonte er in einem Statement. Nach Angaben des Gouverneursamtes verloren mindestens elf Polizisten ihr Leben, als PKK-Terroristen einen bombenbeladenen Lkw in der Nähe eines Kontrollpunktes zum Detonieren brachten. Bei der Explosion wurden auch 75 Polizisten und drei Zivilisten verletzt. Erdogan unterstrich, dass diese Anschläge zu einer Zeit, in der die Türkei gegen die Terrorbedrohung innerhalb und außerhalb ihrer Grenzen kämpfe, die Entschlossenheit des Landes nur stärken würden. „Es steht außer Frage, dass unser Kampf gegen den Terror weitergehen wird“, so der türkische Präsident weiter. Er sprach den Familienangehörigen der getöteten Polizisten sein Beileid aus. Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als eine Terrororganisation eingestuft. Sie hat im Juli vergangenen Jahres ihren 30-jährigen Kampf gegen den türkischen Staat wiederaufgenommen, bei dem bislang über 600 Sicherheitskräfte ihr Leben verloren und etwa 7.000 PKK-Terroristen eliminiert wurden.

Nach Beschwerde der Menschenrechtsliga
Frankreich: Oberstes Verwaltungsgericht kippt Burkini-Verbot

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Paris (nex) – Das Gericht begründet seine Grundsatzentscheidung zum Burkiniverbot mit dem Hinweis, dass es die Grundfreiheiten verletze. Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht hat am heutigen Freitag das Burkiniverbot, das bei Muslimen zu Empörung und innerhalb der Regierung zu Kontroversen geführt hatte, vorläufig gestoppt. Ein endgültiges Urteil steht noch aus. Der Staatsrat hat der Beschwerde der Menschenrechtsliga gegen das Burkiniverbot in der Mittelmeerstadt Villeneuve-Loubet stattgegeben, da es gegen die Grundfreiheiten verstoße. Das Gericht teilte in einem Statement mit, dass das Dekret zum Verbot von Burkinis in Villeneuve-Loubet eine „ernsthafte illegale Verletzung der Grundfreiheiten darstellt“ – gemeint sind die Bewegungs-, Glaubens- und persönliche Freiheit. Im französischen Rechtssystem können vorläufige Entscheidungen gefällt werden, bevor das Gericht sich anschließend mehr Zeit für die Vorbereitung eines Urteils nimmt. Das Dekret, das von über einem Dutzend Küstenstädten erlassen worden war, führte zu Rissen in der Einheit der sozialistischen Regierung, da Ministerpräsident das Verbot am gestrigen Donnerstag noch verteidigte, während einige Minister sich dagegen aussprachen.    

Militäroperation „Schutzschild Euphrat“
Syrien: Befreiung Dscharablus‘ vom IS – Einwohner danken der Türkei

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Syrien: Einwohner kehren nach Befreiung vom IS nach Dscharablus zurück Istanbul (nex) – Korrespondenten der Nachrichtenagentur Anadolu betreten die Stadt, nachdem die Freie Syrische Armee (FSA) die volle Kontrolle übernommen hat Nachdem Dscharablus im Zuge der Militäroffensive der Türkei in Syrien zur Säuberung der türkisch-syrischen Grenze von terroristischen Elementen von IS (Daesh)-Milizen durch die Freie Syrische Armee (FSA) befreit worden ist, machen sich nun einige Einwohner wieder auf den Weg zurück in die Stadt im Gouvernement Aleppo. Nach Angaben von Korrespondenten der Nachrichtenagentur Anadolu, die nach dessen Befreiung ebenfalls nach Dscharablus gekommen sind, arbeiten Mitglieder der FSA daran, so bald wie möglich wieder Normalität in die Stadt einkehren zu lassen. Die Oppositionsgruppe hatte den IS (Daesh) am vergangenen Mittwoch vertrieben. Die FSA-Kommandeure, die zu Anadolu sprachen, erklärten, dass die IS-Terroristen zwar die Stadt verlassen hätten, sie jedoch noch nach Bomben suchten, die von Ersteren gelegt worden sein könnten. Einer der vertriebenen Einwohner, Mohammed Kenkeri, erzählte, dass er glücklich sei, in seine Heimatstadt zurückkehren zu können und dankte der Türkei für ihre Unterstützung bei der Säuberung der Region vom IS (Daesh). „Ich hoffe, dass der Frieden erhalten bleibt und die Dinge sich wieder einpendeln“, so Kenkeri. Auch der Kommandeur der türkischen Spezialkräfte, Zekai Aksakalli, besuchte am gestrigen Donnerstag Dscharablus und führte einige Inspektionen durch. Die türkische Militäroperation „Schutzschild Euphrat“ in Syrien wurde am vergangenen Mittwoch gestartet, indem türkische Panzer die Grenze passierten und mit Artilleriebeschuss und Luftschlägen die Angriffe der FSA auf Stellungen des IS (Daesh) unterstützten. Die Operation steht im Einklang mit dem Selbstverteidigungsrecht des Landes, das sich aus internationalen Verträgen herleitet und einem den türkischen Streitkräften vom Parlament verliehenen Mandat im Jahr 2014, das im September 2015 für ein weiteres Jahr verlängert worden war. Seit Januar dieses Jahres kamen durch Raketenangriffe von IS-Gebieten in Syrien aus auf die türkische Provinz Kilis mindestens 21 Menschen ums Leben. Am vergangenen Samstag wurden bei einem Selbstmordanschlag, für den ebenfalls der IS (Daesh) verantwortlich gemacht wird, auf eine Hochzeitsgesellschaft in der Provinz Gaziantep 54 Menschen getötet. Im Mai verloren zwei Polizisten bei einem Autobombenanschlag ihr Leben.

Finanzen
Deutschland: Für 83,7 Prozent der Unternehmen sind Zahlungsverzögerungen Alltag

Mainz (ots) – Für 83,7 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind Zahlungsverzögerungen ihrer Kunden Alltag. Das ist Ergebnis einer neuen Coface-Befragung zum Zahlungsverhalten im Geschäft zwischen Unternehmen (B2B). Damit liegt der Anteil über demjenigen in China. Dort berichteten in einer vergleichbaren Coface-Studie rund 80 Prozent von Zahlungsverzögerungen. In der deutschen Unternehmenslandschaft sind Zahlungsverzögerungen ausgeprägter bei Unternehmen, die vorrangig vom Exportgeschäft abhängig sind. Sie verbuchen zu fast 90 Prozent Verzögerungen, bei den auf den deutschen Markt konzentrierten Unternehmen sind es 82,8 Prozent. „Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Umfang der Außenstände tendenziell leicht verringert“, erklärt Dr. Mario Jung, Economist für Nordeuropa bei Coface und Autor der Studie. 20 Prozent der befragten Unternehmen berichten von geringeren Außenständen, 16,9 Prozent von einem Anstieg. Über 60 Prozent sehen keine Veränderung. Unter den exportorientierten Unternehmen sehen gut 24 Prozent eine Verringerung ihrer Außenstände, 23,3 Prozent einen Anstieg. Am stärksten betroffen von Zahlungsverzögerungen ist der Bereich Textil/Leder/Bekleidung mit 94,4 Prozent, gefolgt von Papier/Verpackung/Druck (89,3 Prozent) sowie Holz/Möbel (87,5 Prozent). Am wenigsten betroffen sind die Mechanik-/Präzisionsindustrie mit „nur“ 75,0 Prozent. Auch die Branchen Kfz-/Fahrzeugindustrie (78,8 Prozent) sowie der Großhandel (81,0 Prozent) notieren unter dem Durchschnitt. In zeitlicher Perspektive bleiben die Verzögerungen in einem überschaubaren Rahmen. Für mehr als drei Viertel liegt die Dauer bei maximal 60 Tagen. Damit stellt sich die Situation für deutsche Unternehmen deutlich besser dar als für ihre chinesischen Pendants: Dort beträgt der Anteil von Verzögerungen von bis zu 60 Tagen nur 60 Prozent. Weitaus kritischer ist dort auch der Anteil von sehr langen Zahlungsstörungen von über 150 Tagen mit 10 Prozent. Bei den deutschen Unternehmen, die sich auf den Inlandsmarkt konzentrieren, liegt dieser Anteil bei nur 1,9 Prozent, bei exportorientierten Unternehmen bei 7 Prozent. Hauptgrund für Zahlungsverzögerungen sind für mehr als jedes zweite Unternehmen finanziellen Schwierigkeiten ihrer Kunden. Dagegen spielen Streitfälle, beispielsweise um die Produktqualität, eine nachgeordnete Rolle (9,4 Prozent). Auch Betrug ist gerade einmal bei 3,8 Prozent Hauptursache. Für exportorientierte Unternehmen fällt die Antwortstruktur sehr ähnlich aus. Allerdings berichten solche Unternehmen auch öfter von Problemen bei der Wechselkursfestsetzung oder im Devisenverkehr allgemein. Zahlungsfristen sind nach der aktuellen Coface-Studie gängige Praxis. 84,4 Prozent haben ihren Kunden Zahlungsfristen eingeräumt. Bei Unternehmen, die vor allem am Exportgeschäft hängen, sind es fast 92 Prozent. Rund jedes zweite Unternehmen bezeichnet die Erfordernisse am Markt als Hauptgrund. 14,1 Prozent räumen Zahlungsziele ein, um eine angespannte Liquiditätslage ihrer Kunden abzufedern. „Das ist besonders gefährlich“, warnt Téva Perreau, General Manager Nordeuropa bei Coface. „Diese Unternehmen begeben sich selbst auf eine höhere Risikostufe.“ Deutsche Unternehmen räumen relativ kurze Zahlungsfristen ein. Bei gut 56 Prozent beträgt das durchschnittliche Ziel bis 30 Tage. Nimmt man noch die Grenze 60 Tage hinzu, gewähren mehr als 92 Prozent Ziele bis 60 Tage. Die maximalen Zahlungsziele bestätigen die Tendenz zu kürzeren Fristen. Demnach schreibt fast die Hälfte der Unternehmen maximal 60 Tage fest. Allerdings berichten auch immerhin 12 Prozent von maximalen Zahlungsfristen von mehr als 120 Tagen. Nach den Erfahrungen von Coface werden rund 80 Prozent offener Zahlungen nicht mehr vollständig getilgt, wenn sie längerer als sechs Monate in Verzug sind. Übertreffen diese zwei Prozent des Jahresumsatzes, können sie die Liquidität des Lieferanten beeinträchtigen. Für die gesamte deutsche Unternehmenslandschaft liegt der Anteil von länger als sechs Monate fälligen Zahlungen, die mindestens zwei Prozent des Jahresumsatzes ausmachen, bei 13,4 Prozent. Zum Vergleich: In China sind es deutlich über 30 Prozent. Die große Mehrheit der Unternehmen hat ein eigenes Kredit-Risikomanagement, welches zu rund 30 Prozent auch eine eigene Organisationseinheit bildet. Knapp 17 Prozent haben kein eigenständiges Management von Risiken im Forderungsgeschäft. 5,2 Prozent verzichten sogar ganz auf eine Steuerung ihres Kreditrisikos. „Das ist unternehmerisches Glücksspiel“, sagt Téva Perreau.

Zahl der Verhaftungen seit 2007 steigt auf 16
Türkei: Zwei weitere Verhaftungen im Mordfall des armenischen Journalisten Hrant Dink

 

Istanbul (nex) – Wie eine Quelle aus juristischen Kreisen mitteilte, wurden am gestrigen Donnerstag im Mordfall Hrant Dink zwei weitere Personen verhaftet. Als Teil der laufenden Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul waren Ende Juli Oberstleutnant Metin Yildiz und der Journalist Ercan Gün festgenommen worden.

Das Zweite Friedensgericht in Istanbul verfügte nun die Verhaftung der Beschuldigten wegen Mitgliedschaft im Gülen-Netzwerk FETÖ des in den USA lebenden Fetullah Gülen. Die Zahl der Verhaftungen in dem Fall ist somit auf 16 gestiegen. Dink wurde am 19. Januar 2007 am helllichten Tag vor seinem Büro in Istanbul ermordet.

Der Gründer der türkisch-armenischen Wochenzeitung Agos war eine der bekanntesten armenischen Stimmen der Türkei. Der damals 17-jährige Ogün Samast behauptete, Dink wegen „Beleidigung des Türkentums“ getötet zu haben und wurde 2011 zu 23 Jahren Haft verurteilt. Seitdem befassten sich mehrere Staatsanwälte mit der Frage, ob Samast allein gehandelt habe. Im Juli 2014 urteilte das Verfassungsgericht, in dem Mordfall sei ineffektiv ermittelt worden.

Im Dezember des vergangenen Jahres wurde gegen 26 ehemalige Polizeibeamte wegen der Gründung einer bewaffneten Organisation und Pflichtverletzung Anklage erhoben. Des Weiteren wurde Mitte August in dem Zusammenhang ein Gendarmerieoffizier festgenommen. Neue Behauptungen, dass es zwischen dem Fall und der FETÖ Verbindungen gebe, verleihen den Ermittlungen ebenfalls eine neue Dimension.