Einsturzgefahr
Topkapi-Palast: Evakuierung nach Entdeckung tiefer Risse

Istanbul (nex) – Teile des Topkapi-Palasts sollen einer Restaurierung mit Kosten in Höhe von etwa 10 Millionen Türkische Lira unterzogen werden, nachdem im Juli tiefe Risse in der Schatzkammer des Palastes aus osmanischer Zeit festgestellt worden waren und sie für Touristen gesperrt werden musste. Nach einer Risikoanalyse, die nach dem Einsturz von Teilen einer Mauer in der Nähe des Gülhane Parks im April dieses Jahres durchgeführt worden war, weist der so genannte Eroberer-Pavillon (Fatih Köskü) mit den weltberühmten Schätzen ernstzunehmende Risse in den Boden-Wand-Anschlussbereichen auf. Der Pavillon wurde deshalb für Besucher gesperrt und die Artefakte aus dem Osmanischen Reich – einschließlich des Löffelmacher-Diamants (Kasikci Elmasi), eines 86 Karat schweren birnenförmigen Edelsteins, sowie des mit vier Smaragden besetzten Dolches – wurden in die Palastlager gebracht. Der Expertenbericht besagt, dass die Fliesen an der Palastkuppel und den Decken, die zwischen 1940 und 1960 angebracht worden waren, zu schwer für das Gebäude gewesen seien, was auch im Zusammenhang mit den manchmal eintretenden seismischen Aktivitäten des Marmarameers eine Einsturzgefahr für das Gebäude bedeutete. Die Behörden teilten mit, dass das Gebäude in seinem gegenwärtigen Zustand ein Erdbeben der Stärke 5,0 nicht überleben würde. Eine rasche Intervention sei erforderlich. Dafür müssten zunächst eine Baugrunduntersuchung und anschließend Bodenbefestigungsarbeiten durchgeführt werden, heißt es weiter in der Analyse. Nach dem Mauereinsturz im Gülhane Park, bei dem zwei Menschen starben und fünf weitere verletzt worden waren, erklärte der frühere Leiter des Topkapi Palast-Museums, Ilber Ortayli, dass die gesamte Anlage in Gefahr wäre, wenn man nicht sofort die Verstärkungsarbeiten startete.

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Mit US-Raketen zum "Scharia-Staat"
Al-Nusra-Front in Syrien: „Ziel ist die Gründung eines islamischen Staates“

Köln (nex) – Die syrische Al-Nusra-Front erhält nach Angaben eines Kommandeurs der Kampftruppen Waffen aus den USA. Wie der Al-Kaida-Mann in einem Interview mit dem Publizisten Jürgen Todenhöfer für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ erklärte, lieferten die USA Panzerabwehrraketen vom Typ Tow. „Die Raketen wurden uns direkt gegeben“, sagte der Al-Kaida-Mann auf die Frage, ob die USA ihnen die Waffen über die Freie Syrische Armee, die sogenannten gemäßigten Rebellen gegeben habe. „Die Amerikaner stehen auf unserer Seite“, sagte der Kämpfer weiter. Er schränkte jedoch ein, dass die Kooperation von den USA nicht ausgestaltet werde, wie von Al-Kaida-Seite gewünscht. Todenhöfer führte das Interview vor zehn Tagen. Der Al-Kaida-Kommandeur kündigte zu diesem Zeitpunkt an, den später aus Luft bombardierten UN-Hilfskonvoi nicht nach Aleppo passieren zu lassen, falls sich die Truppen des syrischen Regimes unter Präsident Baschar Al-Assad sich nicht wie verlangt zurückziehen würden. „Das Regime muss sich aus allen Gebieten zurückziehen, damit wir die Lkw reinlassen. Wenn ein Lkw trotzdem rein fährt, werden wir den Fahrer verhaften.“ Kompromissbereit sei man nicht, so Todenhöfers Gegenüber weiter: „Wir werden kämpfen bis zum Sturz des Regimes.“ Das Ziel sei „die Gründung eines islamischen Staates gemäß der Islamischen Scharia“, sagte er. „Wir akzeptieren keinen säkularen Staat.“

Reisen
Türkei: Izmir ab Mai 2017 durch direkte Fähre mit Lesbos verbunden

Izmir (nex) – Das kommunale Fährenunternehmen der türkischen Metropole Izmir wird ihre Katamarane künftig regelmäßig zwischen dem Hafen Alsancak und der griechischen Insel Lesbos verkehren lassen, um auf diese Weise den Tourismus auf der Ägäis zu beleben. Dies erklärte der Chef der Nordägäischen Inselentwicklungsagentur (EOAEN), Thrasos Kalogridis. Das Unternehmen İzdeniz wird im nächsten Mai mit den Katamaran-Touren zwischen Lesbos und der Vier-Millionen-Stadt İzmir beginnen. Derzeit verkehren zwischen der türkischen Ägäisküste und Lesbos vor allem Fähren, die von Ayvalık in der Provinz Balıkesir aus in See stechen. Kalogridis unterstreicht gegenüber Medien die Wichtigkeit einer direkten Verbindung von und nach İzmir: „Es ist ein bedeutsames Ziel für Lesbos, direkt mit Izmir verbunden zu sein. […] Wir haben den Oberbürgermeister von İzmir, Aziz Kocaoğlu, getroffen, mit ihm das Ziel erörtert und wir haben uns dazu entschlossen, zwischen beiden Zielen Katamaran-Touren anzubieten. Derzeit befinden sich zwei Katamarane in der Phase der Konstruktion und werden im April 2017 geliefert. Dann werden auch die Touren beginnen. Die erste davon voraussichtlich am 17. Mai 2017.“ Mithilfe der Touren soll auch die Zahl der türkischen Touristen auf Lesbos um 30 Prozent gesteigert werden. Bereits jetzt zählen die griechischen Inseln zu den beliebtesten Sommerurlaubszielen für viele Türken. Etwa 400 000 türkische Bürger besuchen diese jährlich. Derzeit gehen Fähren von Ayvalık nach Lesbos, von Çeşme nach Chios, von Kuşadası und Seferihisar nach Samos, von Bodrum nach Kos und von Marmaris nach Rhodos.    

Boris Johnson in Ankara
Johnson: Großbritannien wird EU-Beitritt der Türkei weiter unterstützen

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Dortmund (nex) – Der britische Außenminister Boris Johnson erklärte am gestrigen Montag, dass die Türkei eine wichtige Rolle für Europa spiele. Er machte diese Äußerung im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik des Landes, das Millionen Syrern Schutz bietet. Johnson kam mit dem türkischen EU-Minister und Chefunterhändler am gestrigen Montag in Ankara zusammen. Der britische Außenminister, der vor dem Treffen mit Journalisten sprach, brachte seine Anerkennung für die Großzügigkeit der Regierung und des türkischen Volkes gegenüber den Flüchtlingen zum Ausdruck. Am Montagmorgen hatte er eine Containerstadt für syrische Flüchtlinge in der südosttürkischen Provinz Gaziantep besucht. Der britische Außenminister lobte auch die Haltung des türkischen Volkes für die Demokratie und gegen den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli, bei dem 240 Menschen getötet und weitere 2.200 verletzt worden waren. Johnson erklärte, die Menschen in der Türkei hätten nicht zugelassen, dass ihre Demokratie von den Putschisten zerstört werde. Er fügte hinzu, dass sein Land die EU-Beitritt der Türkei weiterhin unterstützen werde und dass Großbritannien die EU, nicht Europa, verlasse. Auch EU-Minister Celik hob hervor, dass der EU-Austritt Großbritanniens nicht gleichbedeutend damit sei, dass es Europa verlasse. „Großbritannien ist eine europäische Macht und wird auf diesem Weg weitergehen. Die Türkei ist – wenn sie auch kein EU-Mitglied ist, historisch betrachtet eine europäische Macht und eine europäische Demokratie. Nach dem Putschversuch vom 15. Juli hat die Türkei mit ihrem Volk bewiesen, dass sie eine Demokratie erster Klasse hat.“ Für den heutigen Dienstag ist eine Zusammenkunft von Johnson mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan geplant.

Verstoß gegen Grundrechte
Frankreich: Oberstes Verwaltungsgericht hebt erneut Burkini-Verbot auf

Dortmund (nex) – Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht hat am gestrigen Sonntag ein in der Mittelmeerstadt Cagnes-sur-Mer eingeführtes Burkiniverbot aufgehoben. In der Begründung hieß es, das Verbot verstoße gegen Grundrechte und -freiheiten – gemeint sind die Glaubens- und persönliche Freiheit. Das Verbot war am 24. August 2016 von der Verwaltung der südfranzösischen Stadt eingeführt und am 12. September vom Verwaltungsgericht Nizza bestätigt worden. Menschenrechts- und Anti-Islamophobie-Organisationen hatten beim Staatsrat Berufung gegen die Entscheidungen eingelegt. Das Oberverwaltungsgericht begründete sein Urteil damit, dass es keine Zeichen an bestimmten Badekleidungsstücken erkennen könne, die – wie von der Verwaltung als Begründung für das Verbot vorgeschoben – die öffentliche Ordnung störten. Somit könne die Stadtverwaltung ein solches Verbot nicht ohne Anführung besonderer Gefahren verhängen. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass der Staatsrat ein Burkiniverbot aussetzt. Das in Villeneuve-Loubet verhängte Verbot, das ebenfalls vom Verwaltungsgericht Nizza bestätigt worden war, wurde am 26. August vom Obersten Verwaltungsgericht aufgehoben. Das Verbot von Ganzkörperbadeanzügen, das in den vergangenen zwei Monaten mehrere französische Küstenstädte verhängt hatten, führte unter den Muslimen zu Empörung und innerhalb der Regierung zu Kontroversen.

Flüchtlingslösungen
Türkei: Geld-Karten für eine Million weiterer Flüchtlinge aus Syrien

Ankara (nex) – Eine Million in der Türkei lebender Flüchtlinge wird künftig mit Kreditkarten auf Guthabenbasis ausgestattet. „Es ist ein Projekt zur sozialen Sicherheit, das als gutes Beispiel für die Welt dienen wird“, erklärte Kerem Kinik, der Vorsitzende des türkischen Roten Halbmonds, am Montag im Rahmen einer Veranstaltung zur Vorstellung des Projekts in Ankara. Etwa 350 Million Euro sollen zu seiner Umsetzung aufgewendet werden. Jede Karte wird mit einem monatlichen Guthaben von 100 TL (ca. 30 Euro) aufgeladen. Mit dem Geld können die Flüchtlinge Nahrung, Kleidung und Gesundheitsdienstleistungen bezahlen. Das Projekt wird aus jenen sechs Milliarden Euro finanziert, welche die EU im November des Vorjahres als Eigenbeitrag zum Flüchtlingsdeal mit Ankara zugesagt hat. Umgesetzt wird es vom türkischen Roten Halbmond, der Katastrophenschutzbehörde AFAD, dem türkischen Ministerium für Familie und Soziales und dem Welternährungsprogramm der UNO. Kinik wies noch einmal darauf hin, dass die Türkei derzeit drei Millionen Flüchtlinge beherberge und man fieberhaft daran arbeite, noch mehr hilfsbedürftige Syrer zu erreichen. AFAD-Präsident Mehmet Halis Bilden erklärte, die Türkei habe seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland 25 Milliarden US-Dollar für die Betreuung der Flüchtlinge aufgewendet, während internationale Einrichtung lediglich 512 Millionen aufgewendet hätten. Alleine mehr als 260 000 Flüchtlinge seien in 26 Zeltstädten untergebracht, die über 12 Provinzen der Türkei verteilt sind. In diesen Zeltstädten kommen bereits ähnliche Karten zum Einsatz. Im Oktober sollen die ersten Begünstigten des neuen Projekts ihre Karten beantragen können.

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Niedergang des Journalismus
Wahrheit oder Fake: Manipulierte Bilder und die Schwierigkeiten im Journalismus

Mainz (ots) – Nie war es einfacher, Bild- und Videoaufnahmen zu fälschen als heute mit den digitalen Möglichkeiten. Nie war die Öffentlichkeit mehr in Gefahr, sich durch manipulierte Bilder fehlleiten zu lassen. Die Dokumentation „Das manipulierte Bild“ von Claus U. Eckert (Donnerstag, 29. September, 20.15 Uhr) lässt die Zuschauer in die Welt der digitalen Manipulation eintauchen und zeigt, welche Auswirkungen sie auf den Journalismus hat, und mit welchen Methoden die Fälschungen enttarnt werden können. Die digitale Manipulation macht auch vor Nachrichtenbildern nicht Halt: Dutzenden Fotoreportern wurde in den vergangenen Jahren nachgewiesen, ihre Bilder dramatischer und spektakulärer gestaltet zu haben. Mehr noch: Bilder werden eingesetzt, um Fakten in ihr Gegenteil zu verkehren. Mit Satellitenbildern wollte Russland der Ukraine die Schuld am Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine über der Ost-Ukraine zuschieben. Doch eine forensische Untersuchung internationaler Experten ergab, dass die Aufnahmen gefälscht wurden. Die Raketensysteme wurden – so die Ansicht der Sachverständigen – nachträglich in das Bild montiert. Derartige Manipulationen sind vor allem in Krisensituationen und internationalen Konflikten an der Tagesordnung. Nachrichtenredaktionen wie die des ZDF-„heute journals“ beschäftigen mittlerweile eigens geschulte Mitarbeiter, die die TV-Bilder unbekannter Quellen verifizieren. Anhand von GPS-Daten, Wetterlage, Gebäuden oder Soldatenuniformen versuchen die Experten, den Wahrheitsgehalt der Quellen zu überprüfen. Ein anderes Problem ist die Bedeutung von Bildern zur Informationsvermittlung in den sozialen Netzen. Bilder werden massenhaft gepostet und geteilt, oft ungeprüft. Und immer häufiger zeigen die Bilder nicht das, was sie vorgeben zu zeigen. Wie zuletzt bei dem Amoklauf in einem München er Einkaufszentrum. Gert Scobel und seine Gäste diskutieren in der Sendung „scobel – Niedergang des Journalismus“(im Anschluss, 21.00 Uhr) über Lügenpressevorwürfe, (neue) Medienmacht und -Monopole, den Verlust der Öffentlichkeit, Whistleblower, das kostbare Gut der Pressefreiheit und die Suche nach der journalistischen Wahrheit. Lügenpresse-Vorwürfe, Hetzjagden auf Journalisten und ein allgemeiner Vertrauensverlust des Berufsstandes prägen die Wahrnehmung des Journalismus in der Öffentlichkeit. Die Medien werden angeblich zunehmend von Politikern, Wirtschaftsunternehmen und mächtigen Lobbys gelenkt und die Öffentlichkeit auf diese Weise manipuliert. Treffen diese Vorwürfe zu, oder handelt es sich um opportune Verschwörungstheorien? Verliert die vierte Gewalt und mit ihr die Demokratie ihr freiheitliches und aufklärerisches Fundament?

Gert Scobels Gäste sind: Bernhard Pörksen, Universität Tübingen. Stefan Niggemeier, Onlinejournalist und Medienkritiker, Berlin. Susanne Fengler, Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus, Dortmund.

„Wissenschaft am Donnerstag“, 29. September 2016 20.15 Uhr: Das manipulierte Bild, Dokumentation 21.00 Uhr: scobel – Niedergang des Journalismus, Gesprächssendung Erstausstrahlungen

ADAC-Test
Unfallforschung: Sicherheitsdefizite bei Crashs auf der Beifahrerseite

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München (nex) – Bei seitlichen Kollisionen zeigen sich bei den meisten Fahrzeugen Sicherheitsdefizite für die Insassen auf der gegenüberliegenden Seite des Aufpralls. Das haben aktuelle Tests des ADAC ergeben. Laut Automobilclub besteht bei solchen Zusammenstößen die Gefahr, dass der Fahrer beim Aufprall seitlich aus dem Gurt rutscht. Die aktuellen Airbags sind für diesen Belastungsfall nicht ausgelegt. Sie lösen zwar aus, bieten aber keinen Schutz. Die Folge sind erhebliche Verletzungen im Kopf,- Brust-, Hüft- und Beckenbereich durch Aufschlagen auf Armaturen, Türverkleidung und Sitzteilen – wegen geringer Innenraumbreiten vor allem ein Problem von Kleinwagen. Im schlimmsten Fall prallen Fahrer und Beifahrer sogar zusammen und verletzen sich gegenseitig. Auswertungen der ADAC Unfallforschung haben ergeben, dass bei jedem dritten schweren seitlichen Unfall die Kollision auf der Beifahrerseite stattfindet. Aktuell sind die Sicherungssysteme wie Gurt und Airbag jedoch hauptsächlich auf optimalen Schutz bei Crashs auf der Fahrerseite ausgerichtet. Laut ADAC-Experten könnten Verletzungen schon durch einfache Maßnahmen wie die Aktivierung von Gurtstraffern auf den vorderen Sitzen beim Seitencrash erheblich abgemildert werden. Die Insassen bleiben so auch beim Seitencrash an den Sitz gebunden, eine seitliche Verlagerung des Körpers wird minimiert und der mögliche Kontakt mit dem Beifahrer und Teilen des Innenraums verhindert. In vielen Fällen hat auch eine erhöhte Mittelkonsole einen entscheidenden Einfluss auf die Schwere der Unfallfolgen. Letztere, weil sie den Brustbereich stützt und somit die gefährliche Körperverlagerung vermeidet. Mittelkonsolen mit integrierten Airbags könnten in Zukunft verhindern, dass der Fahrer bei einem Seitencrash gegen den Beifahrersitz oder -Beifahrer prallt. Für den Seitenaufpralltest wurden zwei Modelle der Kompaktklasse (gängige Variante) und ein Roadster (hohe Mittelkonsole) ausgewählt. Untersucht wurden in unterschiedlichen Unfallkonstellationen die Auswirkungen auf die Insassen, wenn ein 1,3-tonnen schwerer Barrierewagen mit 50 und 65 Stundenkilometern in die Beifahrerseite prallt. Der ADAC hat die bei den Tests aufgetretenen Sicherheitsdefizite bereits im europäischen Crashkonsortium Euro NCAP thematisiert. Die Erkenntnisse könnten bereits 2020 in dessen Verbraucherschutzprogramm Euro NCAP einfließen und das aktuelle Seitencrashverfahren erweitern.

Dritter Flughafen Istanbul
Istanbul: Neuer Mega-Flughafen wird 100.000 Arbeitsplätze schaffen

CEO des Bau-Konsortiums rechnet mit täglich 2000 Flügen von und zum dritten Flughafen Istanbul (nex) – Istanbuls dritter Flughafen, dessen erster Bauabschnitt im Frühling des Jahres 2018 fertiggestellt sein soll, wird täglich 2000 Flüge bewältigen und jährlich über 100 Millionen Passagiere über 250 Fluggesellschaften abfertigen. Dies betonte Yusuf Akçaoğlu, der CEO des IGA-Konsortiums, der am Montag mit der Nachrichtenagentur Anadolu über den Bau des dritten Flughafens sprach. „Der Atatürk-Flughafen, der etwa nur ein Drittel der Größe des neuen Terminals aufweist, fertigt jährlich 60 Millionen Passagiere ab“, betonte Akçaoğlu und erklärte damit seine Prognose für den neuen Flughafen. Er erinnerte zudem an den Rekord von 1500 Flügen an einem Tag, den der Atatürk-Flughafen am 18. September, dem letzten Tag des Festes Eid al-Adha, aufgestellt hatte. „Wenn wir mit der ersten Bauphase durch sind, wird es auf dem dritten Flughafen 2000 Flüge täglich geben.“ Akçaoğlu fügte hinzu, dass derzeit bereits 30 Prozent des Flughafens fertig sind und dafür etwa 2,4 Milliarden Euro von den insgesamt vorgesehenen sechs Milliarden im Etat aufgewendet wurden. „Es wird vom neuen Flughafen aus Flüge zu mehr als 350 Destinationen weltweit geben“, sagte der Unternehmer voraus. „Das wird den Flughafen zu einer wichtigen Drehscheibe machen. Der neue Airport wird mit 250 Fluglinien zusammenarbeiten.“ Zudem werde der Flughafen 100 000 Arbeitsplätze schaffen und über die größte Parkgelegenheit Europas verfügen. Erst jüngst errichtete Autobahnen und Schnellstraßen werden neben einer Hochgeschwindigkeitszugsverbindung gewährleisten, dass die Anbindung des Airports an das städtische Umland eine enge und schnelle sein wird.
(Foto: AA)
(Foto: AA)

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Universität St. Gallen
Studie: Zunehmende Digitalisierung im Beruf belastet Familienleben

Berlin (ots) – Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt und ständige Erreichbarkeit im Beruf belasten das Familienleben und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Das geht aus einer Studie der Universität St. Gallen hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Für die Studie mit dem Titel „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“ wurden mehr als 8.000 deutsche Arbeitnehmer im Juli und August dieses Jahres befragt. Die Untersuchung entstand im Auftrag der BARMER GEK in Kooperation mit BILD am SONNTAG. Als Projektpartner ist die Deutsche Telekom dabei. Anlässlich der Präsentation der Studie sagte Andrea Nahles (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales: „Der digitale Wandel stellt uns vor neue Herausforderungen. Wenn wir zu guten, langfristig tragfähigen Lösungen kommen wollen, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer diese gemeinsam gestalten. Mit Optimismus und Zuversicht kommen wir da weiter, als wenn wir in Angststarre verfallen: Es gilt, neue Flexibilitätskompromisse zu verhandeln, die sowohl den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt wie auch den familiären und gesundheitlichen Bedürfnissen der Beschäftigten Rechnung tragen. Dieses wichtige Thema treibe ich im Dialogprozess Arbeiten 4.0 weiter voran.“ „Die Digitalisierung ist voll in der Erwerbsbevölkerung angekommen“, sagte Studienleiter Prof. Dr. Stephan Böhm bei der Präsentation am 27. September 2016 im Axel-Springer-Haus. Die Unterschiede zwischen einzelnen Berufen und Branchen fielen dabei eher gering aus. Spitzenreiter beim sogenannten Digitalisierungs-Score sind laut Studie IT- und naturwissenschaftliche Berufe mit 62 Prozent. Schlusslicht sind Reinigungsberufe mit immerhin noch 37 Prozent. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK, fordert Unternehmen auf, gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung rechtzeitig entgegenzuwirken: „Digitalisierung des Arbeitslebens bietet nicht nur Chancen, falsch betrieben führt sie zu gesundheitlichen Risiken. Dem sollten Unternehmen in ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement früh entgegensteuern.“ Nach Angaben von Studienleiter Prof. Böhm geht die Digitalisierung der Arbeitswelt mit einer Reihe von Herausforderungen einher, darunter Einschlafschwierigkeiten, Kopf- und Rückenschmerzen sowie emotionaler Erschöpfung: „Außerdem hängen 18 Prozent aller Konflikte zwischen Arbeit und Familie mit der Digitalisierung zusammen.“ Insgesamt 23 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich durch ihre Arbeit ausgebrannt fühlten. Dennoch steht die Mehrheit der Befragten der Digitalisierung optimistisch gegenüber. Zwischen 51 Prozent in der Gruppe der über 60-Jährigen und 65 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen äußerten sich positiv über den digitalen Wandel. Marion Horn, Chefredakteurin BILD am SONNTAG: „Die Studie widerlegt, dass die Digitalisierung ausschließlich bei jüngeren Erwerbstätigen ein Thema ist. Der digitale Wandel ist in allen Altersschichten und Berufsgruppen angekommen. Erfreulich ist aber, dass so viele der Befragten die Entwicklung mit Zuversicht sehen.“ Anhand des gesammelten und ausgewerteten Datenmaterials konnten die Wissenschaftler Verhaltensweisen und Rahmenbedingungen ausfindig machen, die diesen unerwünschten Begleiterscheinungen entgegenwirken: „Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte, Sport, Verzicht auf Diensthandy und Dienstcomputer in der Freizeit und eine gute Beziehung zur Führungskraft gehen einher mit verringerten Arbeits- und Familienkonflikten sowie weniger emotionaler Erschöpfung“, so Böhm. Vor allem Führungskräfte und jüngere Berufstätige verspüren laut Studie einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsdruck. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust durch Technik nimmt mit zunehmendem Alter ab: Während in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen 27 Prozent der Befragten diese Sorge umtreibt, sind es bei den über 60-Jährigen noch 12 Prozent. Dr. Christian P. Illek, Vorstand Personal Deutsche Telekom AG: „Dieses Ergebnis bestätigt mich in meiner Auffassung, dass die Digitalisierung vor allem eine Frage der Haltung ist: Die Menschen wissen, dass wir die zunehmende Digitalisierung nicht aufhalten können. Wir werden diesen Prozess in unserem Sinne aktiv und umsichtig gestalten. Und dort, wo es Ängste und Sorgen gibt, müssen wir die Menschen begleiten und die Chancen der Digitalisierung überzeugend darstellen.“ Über die Studie: Die Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“ des Center for Disability and Integration der Universität St. Gallen basiert auf einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK. Dabei waren im Juli und August dieses Jahres insgesamt 8019 Teilnehmer befragt worden, darunter Auszubildende, Freiberufler, Beamte, Arbeiter und leitende Angestellte aus verschiedenen Altersgruppen. Die Studie entstand im Rahmen von „Deutschland bewegt sich“ (Twitter-Hashtag: #dbs16): Seit 2003 hat die Gesundheitsinitiative von BARMER GEK und BILD am SONNTAG rund 34 Millionen Menschen mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen deutschlandweit in Bewegung gebracht. Die Studienergebnisse sind repräsentativ für die rund 33,3 Millionen Berufstätigen in Deutschland, die während ihrer Arbeitszeit mit Computern arbeiten oder Mobiltelefone nutzen.