Berühmte US-Sängerin ist Muslimin
Janet Jackson wendet sich mit islamischen Botschaften an ihre Fans

Doha (nex) – Worüber seit etwa einem Jahr spekuliert wird, scheint sich nun zu bestätigen: Die bekannte Popsängerin Janet Jackson ist zum Islam konvertiert und vertritt dabei offenbar auch eine konservative Auslegung des Glaubens. Bereits im Oktober waren in der britischen Boulevardpresse Bilder aufgetaucht, die Jackson, die seit 2012 mit dem 41-jährigen katarischen Milliardär Wassam Al Mana verheiratet ist, im Niqab zeigen sollen. Nun hat sich Janet Jackson erstmals nach drei Monaten wieder in sozialen Medien zu Wort gemeldet – und ihren Gruß an die Fans mit der arabischen Grußformel „Alhamdulillah“ („Gott sei Dank“) beendet. Bereits im April hatte Jackson – unverschleiert – in einer Videobotschaft mitgeteilt, ihre Welttournee verschieben zu müssen. Die 50-Jährige, die bislang noch keine Kinder hat, gab an, Nachwuchs zu erwarten und schloss ihre Botschaft mit der Formel „Inshallah“ („So Gott will“). Die Jacksons entstammen einer Familie von Zeugen Jehovas. Janets Bruder Jermaine Jackson war bereits vor mehreren Jahren zum Islam konvertiert. Es gibt auch Gerüchte, wonach der 2009 verstorbene „King of Pop“ Michael Jackson in seinen letzten Lebensjahren als Muslim gelebt haben soll. Darüber gesprochen hatte er jedoch nie. Janet Jackson will im nächsten Jahr ihre ausgefallene Tournee nachholen.

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"Alarmierende Zahlen"
Deutschland: 100.000 Frauen pro Jahr Opfer von Gewalt in der Partnerschaft

Dortmund (nex) – Am vergangegen Dienstag haben Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) zum ersten Mal Zahlen vorgestellt, die einen Einblick darüber bieten, in welchem Umfang und mit welchen Ausprägungen Gewalt in Paarbeziehungen bei der Polizei bekannt wird. Erstmals liegt eine detaillierte Aufbereitung vor, die zeigt, in welcher Beziehung Täter und Opfer stehen, welche Delikte passieren. Leider wird deutlich: Mord und Totschlag, Sexualdelikte, Körperverletzungen und Stalking kommen nicht selten in Beziehungen vor. Die kriminalstatistische Auswertung des BKA bestätigt: Meist sind es Frauen (82%), die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Fast die Hälfte von ihnen lebte zum Tatzeitpunkt mit dem Täter in einem Haushalt (49%). „Häusliche Gewalt gegen Frauen, gegen Männer, gegen Kinder ist keine Privatsache. Es ist eine Straftat – und sie muss entsprechend verfolgt werden. Gewalt, die oft in den eigenen vier Wänden stattfindet, also an einem Ort, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte – ist leider für viele Frauen Realität. Dieses Tabu, darüber nicht zu sprechen, muss weiter gebrochen werden. Zum ersten Mal wurden nun Zahlen ausgewertet speziell zu diesem Thema“, machte Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig deutlich. „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter“, sagt BKA-Präsident Holger Münch. „In einer erstmals erstellten Auswertung der bei der Polizei registrierten Fälle haben wir festgestellt, dass sie über subtile Formen wie Demütigungen, Beleidigungen und Einschüchterungen, psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen bis hin zu Vergewaltigungen und Tötungen reicht. Ebenso muss man von einem nicht unerheblichen Dunkelfeld ausgehen. Denn Opfer häuslicher Gewalt empfinden ihre Situation oft als ausweglos, sie werden nicht bemerkt und sie machen sich nicht bemerkbar. Hier sind neben den Strafverfolgungsbehörden vor allem staatliche und nichtstaatliche Institutionen gefragt, Opfern mit Hilfsangeboten zur Seite zu stehen. Partnerschaftsgewalt darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben!“ Zu den Zahlen: Im Jahr 2015 wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner insgesamt 127.457 Personen Opfer von Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking, davon knapp 82% Frauen. Das sind über 104.000 Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen waren. Gemessen an der Gesamtzahl weiblicher Opfer in den Bereichen Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking ist das ein Anteil von 36%. In 2015 wurden in Deutschland Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt
  • von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung: über 65.800,
  • von Bedrohung: über 16.200,
  • von gefährlicher Körperverletzung: über 11.400,
  • von Stalking: über 7.900,
  • von Mord und Totschlag: 331.
Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Opfer zu fast 100% weiblich, bei Stalking und Bedrohung in der Partnerschaft sind es fast 90%. Bei vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung sowie bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen sind es 80%. Bei deliktsspezifischer Betrachtung ist festzustellen, dass der größte Anteil der Opfer partnerschaftlicher Gewalt, gemessen an der Opfergesamtzahl in den einzelnen Straftatenbereichen, im Jahr 2015 sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern auf Nachstellung (Stalking) entfiel (Anteil bei den weiblichen Opfern 46,7%, bei den männlichen 20,9%), gefolgt von Mord und Totschlag (Anteil bei den weiblichen Opfern 43,7%, bei den männlichen 5,1%) sowie vorsätzlicher einfacher Körperverletzung (Anteil bei den weiblichen Opfern 39,4%, bei den männlichen 6,4%). „Diese Zahlen sind alarmierend“, so ADD-Sprecher Remzi Aru gegenüber NEX24. „Bevor sich manche Politiker auf die Statistiken anderer Länder stürzen, sollten sie sich – nicht nur in dieser Sache – vielleicht zunächst einmal um die Opfer hier in Deutschland kümmern.“ Bundesfrauenministerin Schwesig erklärt dazu: „Wir brauchen diese Zahlen, denn sie helfen dabei, häusliche Gewalt sichtbar zu machen. Sie helfen auch, Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von häuslicher Gewalt zu entwickeln. Sie sind zugleich ein Indikator dafür, in welchem Umfang sich Opfer trauen, Hilfe bei Polizei und Justiz zu suchen. Die Bundesregierung räumt dem Schutz vor Gewalt höchste Priorität ein.“ Mit dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 08000 116 016 wird betroffenen Frauen seit 2013 eine bundesweite 24 Stunden-Beratung angeboten, die kostenlos eine anonyme und niedrigschwellige Erstberatung in 15 Sprachen ermöglicht.

Herausforderung für Katastrophenschutz
Istanbul: Forscher erwartet Mega-Erdbeben

Istanbul (nex) – Der französische Geophysiker Xavier Le Pichon, ein Forscher, der sich in den letzten 15 Jahren auf die Störungszone des Marmara-Meers konzentriert hat, hat vor einem potenziellen Erdbeben einer Stärke von 7,6 gewarnt, das langsam auf Istanbul zukommen könnte. Dies berichtet die Tageszeitung Hürriyet.

„Auf Grund politischer Unruhen und regionaler Konflikte wird es nicht weiter wahrgenommen, aber das Erdbeben wird eine Wirkung auf Istanbul haben und es kommt näher“, erklärte der Forscher. Le Pichon bezieht sich in seiner Analyse auf Datenmaterial, das ihm das französische Forschungsschiff Le Suroit im letzten Monat überlassen worden war. Das Schiff war 1999 nach dem Erdbeben von Gölcük in die Türkei gekommen. „Le Suroit hat im letzten Monat auch einen Artikel veröffentlicht, in dem es um die Entdeckung eines potenziellen Erdbebens ging“, so Le Pichon. „Die Marmara-Störungslinie, die ein Erdbeben herbeiführen wird, wird von türkischen Seismologen als ein einheitliches, durchlaufendes Blattverschiebungssystem beschrieben.“ Le Pichon erklärt, man habe 1999 bemerkt, wie die nordanatolische Störungslinie sich der Provinz Marmara genähert und auf ein einheitliche Linie zugelaufen sei. „Wir beobachteten, dass die Geschwindigkeit der Fortbewegung bei 20 Millimetern jährlich liegt und fanden heraus, dass der letzte Riss in dieser Linie nach zwei größeren Erdbeben des Jahres 1766 in Istanbul aufgetreten war. Wir haben auch herausgefunden, dass es in den nächsten 30 Jahren ein Erdbeben der Stärke 7,6 geben wird“, warnte der Forscher. Eine Forschungsarbeit aus dem Jahr 2001, die Prof. Celal Şengör und Prof. Tuncay Taymaz von der Technischen Universität Istanbul durchgeführt hatten, sowie eine Reihe weiterer Experten bestätigten die Informationen über die Störungslinie. „Eine große Zahl an Forschern sagte damals, diese Daten konnten damals unter den gegebenen Umständen nicht adäquat erklärt werden“, so Le Pichon.

One-in-One-out-Regel
Bürokratiekosten um über 1,3 Milliarden Euro seit 2015 gesenkt

Düsseldorf (nex) – Die Bundesregierung kommt mit der Entlastung der Unternehmen von Bürokratiekosten weiter deutlich voran. Seit dem Inkrafttreten der so genannten One-in-One-out-Regel Anfang 2015 sei die Wirtschaft um mehr als 1,3 Milliarden Euro entlastet worden, sagte der Chef des Nationalen Normenkontrollrats, Johannes Ludewig, der  „Rheinischen Post“. Die Regel bedeutet, dass für jede neue gesetzliche Regelung, deren Folgekosten die Wirtschaft belasten, eine gleichwertige Entlastung an anderer Stelle geschaffen werden muss. „Die zum 1. Januar 2015 auf Vorschlag des Nationalen Normenkontrollrats eingeführte ‚One in one out‘-Regel bringt offenbar tatsächlich den erhofften Druck ins System“, sagte Ludewig. Bis Mitte 2016 sei das ‚Out‘ um knapp eine Milliarde Euro höher ausgefallen als das ‚In‘. „Es zeichnet sich nun ab, dass sich dieser Trend seither weiter verstetigt“, sagte Ludewig. „So hat allein das zweite Bürokratieentlastungsgesetz zu einem ‚Out‘ von 360 Millionen Euro geführt“, sagte Ludwig. Das zweite Bürokratieentlastungsgesetz trat im Juli in Kraft. Es sieht weniger Aufzeichnungs- und Buchführungspflichten für kleinere und mittlere Unternehmen vor.

Rüstungsausgaben
Mehr Geld für Bundeswehr: Oberstleutnant Wüstner begrüßt Merkels Entscheidung

Berlin (nex) – Mit Zustimmung hat der Deutsche BundeswehrVerband das klare Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgenommen, künftig mehr Geld für die Bundeswehr auszugeben. In der Generaldebatte im Bundestag hatte Merkel angekündigt, das Ziel von zwei Prozent des Brutto-Inlandsprodukts für Rüstung und Verteidigung erreichen zu wollen. Der Bundesvorsitzende Oberstleutnant André Wüstner: „Ich begrüße die eindeutige Positionierung der Bundeskanzlerin ausdrücklich. Sie war allerdings auch überfällig: Ohne eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben könnten wir nicht nur die diversen Trendwenden in der Bundeswehr beerdigen, wir könnten auch den anspruchsvollen Verpflichtungen im Bündnis nicht nachkommen.“ Im Haushalt 2017, der am Freitag beschlossen werden soll, sind 37,4 Milliarden Euro für Verteidigung vorgesehen – 2,7 Milliarden mehr als im Vorjahr. Wüstner: „Das ist der Anfang einer ebenso guten wie alternativlosen Entwicklung. Allerdings sind damit die Probleme noch lange nicht gelöst. Es wird jetzt darauf ankommen, diesen Trend zu verstetigen. Ob es die Bundesregierung wirklich ernst meint, werden wir im kommenden Jahr sehen. Im Klartext: Der Verteidigungshaushalt 2018 muss noch einmal angehoben werden – und zwar über die bisherige Finanzplanung hinaus.“

Terrorismus
Türkei: Bombenanschlag in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Incirlik

Adana (nex) Zwei Tote und mindestens 21 Verletzte forderte eine Explosion am Donnerstagmorgen vor dem Gebäude des Gouverneurs der Provinz Adana. Provinzgouverneur Mustafa Demirtas zufolge detonierte ein mit Sprengstoff geladenes Fahrzeug auf dem Parplatz vor dem Gebäude. Vermutlich habe sich eine Frau in die Luft gesprengt, so Demirtas gegenüber türkischen Medien und fügte hinzu, dass das Nummernschild des verdächtigen Fahrzeugs identifiziert worden sei. Vermutlich habe sich eine Frau in die Luft gesprengt, erklärte Demirtas gegenüber türkischen Medien und fügte hinzu, dass das Nummernschild des Fahrzeugs des Verdächtigen identifiziert worden sei. Adana liegt rund 16 Kilometer vom Stützpunkt Incirlik entfernt, wo auch Bundeswehrsoldaten im Einsatz sind. Es sei bereits eine Nachrichtensperre verhängt worden. „Abscheulicher Angriff“ nannte der türkische Europa-Minister Ömer Celik die Tat auf Twitter.

„Anti-EU-Propaganda“ Russlands
Moskau: Putin beklagt Zerfall der Demokratie im Westen

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Moskau (nex) – Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat am heutigen Mittwoch erklärt, dass die Resolution des EU-Parlaments über die russischen Medien „eine politische Degradierung demokratischer Ideen im Westen“ darstelle. Zuvor hatte das Europaparlament eine nichtlegislative Resolution gegen die sogenannte „Anti-EU-Propaganda“ Russlands verabschiedet. „Wenn sie eine solche Entscheidung treffen, dann bedeutet das, dass wir Zeugen einer politischen Degradierung demokratischer Ideen im Westen werden“, erklärte Putin in einem von der staatlichen Nachrichtenagentur TASS veröffentlichten Statement. Insgesamt 691 Abgeordnete nahmen an der Abstimmung im EU-Parlament teil. 304 stimmten für die Resolution, 179 dagegen und 208 enthielten sich der Stimme. In der Resolution wird der Kreml der Propaganda gegen die EU beschuldigt. Diese soll er über die Medien sowie durch die Unterstützung und Finanzierung von Anti-EU-Kräften wie beispielsweise rechtsextremen Parteien und populistischen Bewegungen realisieren. In einer Erklärung des Europaparlaments heißt es dazu: „Die russische Regierung wendet eine Vielzahl von Werkzeugen und Instrumenten wie Thinktanks, mehrsprachige Fernsehstationen [wie zum Beispiel Russia Today], Pseudo-Nachrichtenagenturen und Multimediagruppen [zum Beispiel Sputnik], soziale Medien und Internet-Trolle an und schafft somit die Wahrnehmung von Failed States in der östlichen Nachbarschaft der EU.“ Im Oktober hatte der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten (AFET) des Europäischen Parlaments einen Bericht über die Bekämpfung von Propaganda verabschiedet, in dem die russischen Medien als eine der Hauptbedrohungen bezeichnet worden waren.

Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit
Shanghai-Pakt: Türkei übernimmt bereits 2017 Vorsitz des Energieclubs

Ankara (nex) – Die Türkei wird nach den Worten des türkischen Energieministers Berat Albayrak im kommenden Jahr als erster Nichtmitgliedsstaat den Vorsitz des Energieclubs der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) übernehmen. Der Nominierung der Türkei war die Anspielung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vorausgegangen, dass sein Land den Beitritt in die nichtwestliche Organisation in Betracht ziehen könne, wenn die EU nicht bald zu einer Entscheidung über den Beitrittsprozess gelange. Die Türkei hatte vorgeschlagen, dass alle SOZ-Mitgliedsstaaten turnusmäßig für jeweils ein Jahr den Vorsitz im Energieclub übernehmen sollten. Der Vorschlag wurde angenommen und die Türkei einstimmig zur Vorsitzenden des Energieclubs im Jahr 2017 gewählt. Erdogan, der am vergangenen Sonntag auf dem Rückflug von seinen offiziellen Besuchen in Pakistan und Usbekistan mit Journalisten sprach, hatte darauf hingewiesen, dass die Türkei beginne, sich Gedanken über den Beitritt in andere Organisationen – insbesondere die SOZ – statt in die EU zu machen. Er hatte weiter angemerkt, dass sein Land sich eine Vollmitgliedschaft in der größten nichtwestlichen Organisation in Eurasien vorstellen könne. „Er [Der Shanghai-Pakt] würde der Türkei ermöglichen, viel leichter zu handeln“, hatte er betont. Die Türkei solle sich nicht auf den Gedanken, der Europäischen Union beizutreten, fixieren, sondern sich vielmehr nach Alternativen wie dem von Russland angeführten Shanghai-Pakt umsehen, so Erdogan. Sie solle, was die EU betrifft, vor allen Dingen entspannt und nicht so darauf fixiert sein, ihr beizutreten, betonte er. „Einige könnten mich dafür kritisieren, aber ich äußere nur meine Meinung“, erklärte er. „Ich habe zum Beispiel die Frage gestellt: ‚Warum sollte die Türkei nicht auch in der Shanghai Five dabei sein?‘“ Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), auch bekannt als „Shanghai Five“, ist ein loser Sicherheits- und Wirtschaftszusammenschluss unter der Führung Russlands und Chinas. Weitere Mitglieder sind Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan. Erdogan sagte, er habe den Gedanken bereits mit seinen russischen und kasachischen Amtskollegen, Wladimir Putin und Nursultan Nasarbajew, erörtert. Die Organisation sei zwar von fünf Mitgliedern gegründet worden, erläuterte der türkische Präsident, „aber dann sind Länder wie Usbekistan, Pakistan und Indien dazugestoßen“, fügte er hinzu. „Auch der Iran möchte beitreten, und Herr Putin hat erklärt, dass sie die Situation evaluierten“, so Erdogan weiter. „Die Türkei wird als Mitglied der Shanghai 5 [in der EU-Beitrittsfrage] freier agieren können.“ Ein Mitglied des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Alexei Puschkow, twitterte am gestrigen Sonntag nach Erdogans Äußerungen: „Die Mitgliedschaft der Türkei in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit wäre ein vernünftiger Schritt von Erdogan. Die SOZ ist anders und stellt keinen Ersatz für die EU dar, sondern SOZ-Mitglieder sind, im Gegensatz zu denen der EU, vollständig souverän.“ Die Türkei hat im Jahr 1987 offiziell seinen EU-Beitrittsantrag gestellt, die Verhandlungen dazu wurden jedoch erst im Jahr 2005 aufgenommen. Eigentlich strebt Ankara seit den 1960-er Jahren an, Mitglied des Verbunds zu werden. „Seit 53 Jahren hält uns die EU hin“, betonte Erdogan. „Wie kann das sein?“ Bereits vergangene Woche hatte Erdogan die Europäische Union aufgefordert, seine “schamlosen” Drohgebärden und Ankündigungen bezüglich einer möglichen “Überprüfung” des Beitrittsprozesses einzustellen. “Ihr seid spät dran”, erklärte Erdogan. “Überprüft es so früh wie möglich. Aber überprüft es nicht nur, trefft eine endgültige Entscheidung. Es ist nicht relevant, ob ich in Anbetracht des Gebarens der EU die Geduld verliere, es ist aber sehr wohl relevant, wenn das türkische Volk die Geduld verliert. Und von diesem Punkt sind wir nicht weit entfernt.” Erdogan betonte auch, Brüssel solle zeitnah Farbe zu bekennen, wenn es darum geht, den Terrorismus wirksam und entschlossen zu bekämpfen. Sollte die EU weiterhin Terroristen und Kriminellen Zuflucht gewähren, die aus der Türkei flüchten, um sich der Strafverfolgung zu entziehen, dann könnte auch eine neue Flüchtlingswelle den Schengen-Raum erreichen. Vor allem Terroristen aus der PKK oder Mitglieder des Gülen-Netzwerks würden in der EU regelmäßig das maximale Ausmaß an Bewegungsfreiheit genießen. Politiker aller Bundestagsparteien, vor allem der Linken und der Grünen, würden diese zum Teil sogar “regelrecht hofieren”, betonte Erdoğan. “Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Platz für Gauner, Putschverbrecher und Terroristen haben, auch über die erforderlichen Kapazitäten für ein paar Millionen Flüchtlinge verfügen, die vor tatsächlichen Gefahren fliehen”, machte der türkische Präsident deutlich.

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PKK in Deutschland
Bilder aufgetaucht: Brutalo-Täter von Hameln war auf PKK-Demos

Hameln (nex/tp) –  Nach der brutalen Bluttat in Hameln, bei der eine 28-jährige Frau hinter einem Auto hergeschleift wurde, hat sich die Kurdische Gemeinde in Deutschland zu Wort gemeldet. Bei der Bluttat selbst gibt es nun Augenzeugen, die erklärten, dass das Opfer auf der Straße so laut geschrien habe, dass mehrere Menschen ans Fenster geeilt seien „und das Tatgeschehen beobachtet haben“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Dienstag. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand hat der 38-jährige Beschuldigte am Sonntagabend möglicherweise im Streit um das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn zunächst zweimal auf seine frühere Freundin eingestochen, sie dann mit einem Seil ans Auto gebunden und rund 250 Meter über die Straße geschleift. Der zweijährige Junge saß nach Angaben der Polizei während der Fahrt im Auto. Die Frau schwebt in Lebensgefahr, sie ist ins Koma verfallen. Der Mann hatte sich kurz nach der Tat der Polizei gestellt und befindet sich wegen des Verdachts auf versuchten Mord in Untersuchungshaft. Nun hat sich die Kurdische Gemeinde in Deutschland zu Wort gemeldet. Sie verurteilt zwar das brutale Verbrechen, macht aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass der Täter nicht wie in den Medien behauptet worden sei, Kurde, sondern ein Araber sei, wenn man Bezug zu den „Mhallami“ herstelle. Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden Mehmet Tanriverdi, handelt es sich bei den „Mhallami“ um einen „arabischen Clan aus dem Nahen Osten“:
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„Die Angehörigen dieses Clans sind Araber aus dem Libanon und aus Mardin/Türkei, die überwiegend arabisch sprechen und unter dem Vorwand, Kurden zu sein, in Deutschland Asyl beantragen und sich als Staatenlose ausgeben, um der Abschiebung zu entgehen. In den Behördenakten werden sie meistens fälschlicherweise als Kurden aus dem Libanon geführt. Die Gruppe Mhallami selbst bezeichnet sich aber zum größten Teil als Araber, nicht als Kurden. Sie gehören der kurdischen Community in Deutschland nicht an.“ Doch erst jüngst aufgetauchte Bilder des mutmaßlichen Täters widerlegen Tanriverdis Aussage. So sind in sozialen Netzwerken unzählige Bilder sowohl des Täters als auch des Opfers aufgetaucht, die sehr wohl belegen, dass beide einen kurdischen Hintergrund haben oder sich zumindest in diesem Milieu aufhalten. So steht der mutmaßliche Täter, der 38-jährige Nurettin B., vor einer PKK-Fahne, war mehrfach auf PKK-nahen Veranstaltungen zugegen und anscheinend auch sehr aktiv, was die „Kurdenfrage“ angeht. Ausserdem sind Aufnahmen vorhanden, die zeigen, dass die gesamte Familie, auch die der Frau politisch aktiv tätig sind. Die „Mhallami“ werden von den Kurden nicht als Kurden gesehen, während die Araber im Nahen Osten wiederum sie nicht als Araber betrachten. Es gibt hierzu mehrere Erklärungsversuche, darunter die von Lokman I. Meho, Farah W. Kawtharani: The Kurdish community in Lebanon (Seite 2-3). Wenn die Kurdische Gemeinde in Deutschland sich genauso viel Mühe geben würde, nicht nur Nichtkurden auszusortieren, sondern „Kurden“ zu vereinnahmen, die sich nicht als „Türken“ betrachten und die an unzähligen zu verurteilenden Straftaten beteiligt waren, dann wäre die Erklärung verständlich. So aber hinterlässt es einen faden Beigeschmack.  
 

Kampf gegen den Terror
Türkei: Kurdischer Ministerpräsident und Yildirim beschließen Fortsetzung der Kooperation gegen PKK

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Ankara (nex) – Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat am heutigen Mittwoch in Ankara mit dem Ministerpräsidenten der irakisch-kurdischen Regionalverwaltung, Nechirvan Barzani, die Entwicklungen im Irak, insbesondere die Militäroperation in Mossul, erörtert. Das Treffen zwischen Yildirim und Barzani im Cankaya-Palast habe über eine Stunde gedauert, teilte eine anonyme Quelle mit. Die türkische Armee hat im Irak ein Trainingslager im nordirakischen Mossul, was jüngst zur Verärgerung in Bagdad geführt hat. Yildirim und Barzani hätten auch über die bilateralen Beziehungen gesprochen. Sie hätten sich auf die Fortsetzung des gemeinsamen Kampfes gegen Terrororganisationen, insbesondere gegen die PKK und den IS (Daesh), die den Frieden und die Stabilität im Irak angriffen, geeinigt. Barzani kam auch mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Ankara für etwa 45 Minuten zusammen. Anschließend traf der kurdische Ministerpräsident den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan im Mabeyn-Palast in Istanbul. Hier seien die vor Kurzem gestartete Tal Afar-Operation der schiitischen Haschd asch-Schabi sowie die neuesten Entwicklungen in Sindschar besprochen worden. Man gehe davon aus, dass auch die festgenommenen HDP-Abgeordneten Thema des Treffens gewesen seien.

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