Beitrittsverhandlungen
Erdogan: Leere EU-Drohungen beeindrucken weder mich noch mein Volk

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Istanbul (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am heutigen Freitag erklärt, dass die Türkei ihre Grenzen für die Flüchtlinge, die in die Europäische Union einreisen wollten, öffnen werde, falls die EU zu weit gehe. Das Europäische Parlament hatte am gestrigen Donnerstag das Einfrieren der Beitrittsgespräche mit der Türkei empfohlen. Erdogan, der eine Rede auf dem vom Verein Frauen und Demokratie (KADEM) ausgerichteten 2. Internationalen Gipfel „Frauen und Gerechtigkeit“ hielt, sagte: „Ihr habt euer Wort nicht gehalten. Als 50.000 Flüchtlinge an der türkisch-bulgarischen Grenze standen, war euer Aufschrei groß. Ihr fragtet: ‚Was tun wir, falls die Türkei ihre Grenzen öffnet? Wenn ihr zu weit geht, werden die Grenzen geöffnet.‘“ Erdogan betonte, dass weder er noch seine Mitbürger sich von diesen leeren Drohungen betroffen fühlten: „Und wenn ihr alle der Empfehlung des EU-Parlaments zustimmen würdet, hätte das nichts zu bedeuten.“ Anfang der Woche hatte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, davor gewarnt, die Beitrittsgespräche mit der Türkei auszusetzen, was zu einer „Lose-lose-Situation“ führen würde. Die Türkei hat im Jahr 1987 offiziell seinen EU-Beitrittsantrag gestellt, die Verhandlungen dazu wurden jedoch erst im Jahr 2005 aufgenommen. Eigentlich strebt Ankara seit den 1960-er Jahren an, Mitglied des Verbunds zu werden.
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„Seit 53 Jahren hält uns die EU hin, wie kann das sein?“, fragte Erdogan in einer Rede vergangener Woche. In dieser Rede hatte Erdogan die Europäische Union auch aufgefordert, seine “schamlosen” Drohgebärden und Ankündigungen bezüglich einer möglichen “Überprüfung” des Beitrittsprozesses einzustellen. “Ihr seid spät dran”, erklärte Erdogan. “Überprüft es so früh wie möglich. Aber überprüft es nicht nur, trefft eine endgültige Entscheidung.” “Es ist nicht relevant, ob ich in Anbetracht des Gebarens der EU die Geduld verliere, es ist aber sehr wohl relevant, wenn das türkische Volk die Geduld verliert. Und von diesem Punkt sind wir nicht weit entfernt.” Erdogan betonte auch, Brüssel solle zeitnah Farbe zu bekennen, wenn es darum geht, den Terrorismus wirksam und entschlossen zu bekämpfen. Sollte die EU weiterhin Terroristen und Kriminellen Zuflucht gewähren, die aus der Türkei flüchten, um sich der Strafverfolgung zu entziehen, dann könnte auch eine neue Flüchtlingswelle den Schengen-Raum erreichen. Vor allem Terroristen aus der PKK oder Mitglieder des Gülen-Netzwerks würden in der EU regelmäßig das maximale Ausmaß an Bewegungsfreiheit genießen. Politiker aller Bundestagsparteien, vor allem der Linken und der Grünen, würden diese zum Teil sogar “regelrecht hofieren”, betonte Erdoğan. “Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die Platz für Gauner, Putschverbrecher und Terroristen haben, auch über die erforderlichen Kapazitäten für ein paar Millionen Flüchtlinge verfügen, die vor tatsächlichen Gefahren fliehen”, machte der türkische Präsident deutlich.

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Ausland
Türkei: Regierung verspricht für 2017 Agrarsubventionen von fast vier Milliarden US-Dollar

Ankara (nex)- Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters habe der türkische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung, Faruk Celik, erklärt, dass die Regierung im kommenden Jahr Agrarsubventionen in Höhe von umgerechnet 3,8 Milliarden US-Dollar gewähren werde. „Wir werden im Jahr 2017 unseren Landwirten Agrarsubventionen in Höhe von insgesamt 12,8 Milliarden Türkische Lira gewähren“, teilte Celik in dem Parlamentsausschuss für Planung und Haushalt mit. Er wies außerdem darauf hin, dass über eine Milliarde Euro in Form von Zuschüssen im Rahmen eines bis 2020 gültigen Programms gewährt werden soll. Der Minister sprach auch die Schwierigkeiten des Landes in der Fleischproduktion an und erklärte, dass die Regierung jeweils 219 US-Dollar als Unterstützung bei der Impfung aller vier Monate alte Kälber ausgeben werde. „Wir werden auch 184 geschützte Gebiete festlegen und die Nutzung dieser zu anderen Zwecken unterbinden“, so Celik weiter. Man habe bereits 136 solcher Gebiete ausgewählt Celik betonte, dass insgesamt 941 Erzeugungsgebiete im Einklang mit dem Agrarsubventionsmodell für Anbaugebiete bestimmt worden seien. In den ersten neun Monaten dieses Jahres habe die Türkei Agrar- und Lebensmittelexporte im Wert von 11,3 Milliarden US-Dollar getätigt, fügte er hinzu.

Großbrände in Israel
Israel: Netanjahu dankt Türkei für Unterstützung bei Brandbekämpfung

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Istanbul (nex) – Das türkische Außenministerium teilte mit, dass die Türkei am gestrigen Mittwoch ein Flugzeug nach Israel zur Unterstützung des Landes bei der Bekämpfung der Großbrände geschickt habe. Israel kämpft seit vergangenem Dienstag gegen das Feuer und hat das Ausland um Unterstützung gebeten. Feuerwehrleute versuchen, die Flammen zu löschen, die Häuser beschädigen und Tausende zwingen, diese zu verlassen. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu (AA) bedankte sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Türkei für die Entsendung eines Löschflugzeugs. Auch Russland, Italien, Kroatien und Griechenland haben angeboten, Flugzeuge zur Brandbekämpfung zu schicken. Netanjahu hatte aus Sorge vor der Ausweitung der Brände wegen der starken Winde um Hilfe aus dem Ausland gebeten. Etwa 50.000 Menschen mussten nach Angaben der örtlichen Behörden am heutigen Donnerstag aus ihren Häusern und Arbeitsstätten in der nordisraelischen Stadt Haifa evakuiert werden, als Feuerwehrleute eine Reihe von Buschfeuern löschten. Mehrere Straßen seien gesperrt und Schulen geschlossen worden. „Die Einwohner wurden in Einrichtungen in der Nähe gebracht und werden nun dort versorgt“, erklärte Or Doron, die Sprecherin der drittgrößten Stadt des Landes.

Smart Products
Verbraucherminister wollen Label für Datenverbrauch von Produkten

Düsseldorf (nex) – Angesichts des wachsenden Marktes für vernetzte Alltagsgegenstände wie Fernseher, Kühlschränke oder Kleidungsstücke fordern die Verbraucherschutzminister der Länder ein Label für den Datenverbrauch sogenannter Smart Products. „Die Verbraucherschutzministerkonferenz fordert, dass zur Sensibilisierung der Verbraucher bei diesen Produkten und Anwendungen auf den ersten Blick erkennbar sein muss, wie datenintensiv oder datensparsam das angebotene Produkt oder die angebotene Dienstleistung ist“, heißt es in einer Tischvorlage für ein Treffen der Minister an diesem Donnerstag, die der „Rheinischen Post“vorliegt. Darin heißt es weiter: „Hier könnte geprüft werden, ob ein Label mit einfachen, vergleichbaren Klassifizierungen analog der Energieverbrauchskennzeichnung eine praktikable Lösung auf europäischer Ebene darstellen könnte.“ Auch standardisierte Bildelemente bringen die Minister ins Gespräch. Sie begründen den Vorstoß damit, dass die Verbraucher die Wahlfreiheit behalten sollen. So seien Hersteller und Anbieter von Smart-Home-Angeboten und Smart Products „zu verpflichten, Verbraucher umfassend zu informieren und aufzuklären, welche Daten, auf welchem Weg, zu welchem Zweck generiert und wo und wie sie gespeichert, wem sie zugänglich gemacht und wann sie gelöscht werden“, heißt es in dem Papier.

Irak
Turkmenen-Führer Salihi warnt vor Eindringen schiitischer Miliz in Sunniten-Stadt

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Ankara (nex) – Der Vorsitzende der irakischen Turkmenen-Front, Erschad Salihi, hat am gestrigen Mittwoch seine Sorge darüber geäußert, dass die schiitischen Haschd asch-Schabi (PMU) in Richtung der vom IS (Daesh) kontrollierten Stadt Tal Afar vorankämen. Tal Afar wird mehrheitlich von Turkmenen bewohnt. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu erklärte Salihi, dass die Haschd asch-Schabi Milizen sich nur noch zwei Kilometer von Tal Afar entfernt befänden, was eine große Bedrohung für die in der Stadt eingekesselte Zivilbevölkerung bedeute. Die Gruppe ist eine Dachorganisation schiitischer Milizen, die 2014 mit dem Ziel gegründet wurde, die Terrororganisation IS (Daesh) zu bekämpfen. „Die Haschd asch-Schabi behandelt Tal Afar wie eine Militärzone, ungeachtet der Tatsache, dass Tausende Zivilisten in der vom IS (Daesh) kontrollierten Stadt eingekesselt sind“, so Salihi Er wies darauf hin, dass die Zentralregierung in Bagdad in jüngster Vergangenheit behauptet habe, dass die irakische Armee in Koordination mit der Bundespolizei Tal Afar von der Terrorgruppe zurückerobern werde. „Wir befürchten schlimme Dinge für Tal Afar, sollten die Haschd asch-Schabi-Milizen in die Stadt eindringen“, warnte der Turkmenen-Chef. Sunnitische Politiker im Irak haben wiederholt davor gewarnt, dass mit dem Eindringen der schiitischen Miliz in Tal Afar ein konfessioneller Konflikt mit den sunnitischen Einwohnern der Stadt ausgelöst werden könnte. Tal Afar ist eine Stadt im Gouvernement Nineveh mit mehrheitlich turkmenischer Bevölkerung. Mossul ist die Hauptstadt des Gouvernements. Im vergangenen Monat hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu erklärt, dass die Türkei alle notwendigen Maßnahmen einleiten werde, um jeglicher potenziellen Gefahr des Eindringens der Haschd asch-Schabi in Tal Afar zu begegnen. Salihi wies auch darauf hin, dass sie es nicht dulden würden, dass PKK-Terroristen unter dem Vorwand, die Stadt vom IS (Daesh) zu befreien, nach Tal Afar kämen, wie dies zuvor in Sindschar geschehen sei.

Krieg gegen den Terror
Türkischer ATAK-Hubschrauber künftig mit heimischen panzerbrechenden Raketen bestückt

Ankara (nex) – Der im eigenen Land gebaute, türkische ATAK-Helikopter, der sich durch verbesserte Angriffskapazitäten und taktische Aufklärungsfähigkeiten auszeichnet, wird mit langstreckenfähigen, panzerbrechenden Luft-Boden-Raketen des Typs UMTAS ausgestattet, die vom türkischen Unternehmen ROKETSAN hergestellt werden. Dies teilte die Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch mit. Die ersten Testläufe zu der Entwicklung haben bereits begonnen. UMTAS war ursprünglich für Panzer und mit schweren Waffen ausgestattete Fahrzeuge konzipiert worden. Die Raketen können jedoch in unterschiedliche Systeme integriert werden, auch in Helikopter oder Drohnen. Nun wurden die Fassungen L-UMTAS und UMTAS in ATAK-Helikopter integriert und von dort aus abgefeuert. Dadurch wird es dem seit Juni 2014 von den türkischen Streitkräften (TSK) verwendeten ATAK künftig möglich sein, mithilfe der neuen Technologie ferne Ziele auszuschalten, die zuvor via Laser anvisiert wurden. Die mit UMTAS ausgestatteten ATAK-Helikopter werden hauptsächlich im Krieg gegen den Terror eingesetzt werden. Derzeit befinden sich 16 Helikopter des Typs im Inventar der TSK. Bis Ende 2017 soll deren Zahl auf 35 steigen. Der ATAK-Helikopter, den es in zwei Ausführungen gibt – mit Luftnahunterstützung und mit Multitasking-Ausstattung – kann aus großer Höhe Missionen mit schwerer Artillerie ausführen.

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"Staat muss Frauen besser schützen"
Weißer Ring fordert Fußfessel für verurteilte Gewalttäter

Osnabrück (nex) – Die Opferorganisation Weißer Ring fordert eine Gesetzesänderung, um Tätern, die wegen häuslicher Gewalt verurteilt wurden, eine elektronische Fußfessel anlegen zu können. Nach Veröffentlichung neuer Zahlen des Bundeskriminalamtes, wonach mehr als 100 000 Frauen in Deutschland pro Jahr Opfer von Gewalt in der Partnerschaft werden, sagte Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Hier besteht Handlungsbedarf.“ Ehemalige Partner der Opfer würden sich häufig über Anordnungen von Gerichten hinwegsetzen. Sie ignorierten Verbote, Kontakt mit dem Opfer aufzunehmen, sich ihm zu nähern oder es erneut zu belästigen. Biwer sagte: „Nicht selten enden solche Verstöße in schweren Attacken auf das Opfer – insbesondere, wenn es sich um frühere Partner handelt.“ Würden die Täter mit Fußfesseln überwacht, könnten viele Taten verhindert werden. Die Geschäftsführerin des Weißen Rings sagte: „Dem Staat muss es ein Anliegen sein, dass die Polizei im Ernstfall schneller einschreiten und Frauen besser schützen kann.“ Das Gewaltschutzgesetz sieht seit 2002 solche Auflagen vor, um die Opfer vor Gewalt oder Nachstellungen wie Stalking zu schützen. Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Beim Weißen Ring melden sich immer mehr Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Von Januar bis Ende September dieses Jahres waren von den insgesamt 5925 Frauen, die sich an die Opferorganisation wandten und finanzielle Hilfe erhielten, rund 85 Prozent Opfer von Gewalt. Im Vorjahr 2015 lag dieser Anteil erst bei 84 Prozent, 2014 bei 83 Prozent. Zu Gewalt gegen Frauen gehören Tritte, Schläge oder unfreiwillige sexuelle Handlungen genauso wie Nötigung, Beleidigung, Demütigung und andere Formen psychischer Gewalt. Der Weiße Ring beruft sich auf eine Studie der Europäischen Union, wonach jede dritte Befragte über 15 Jahren in der EU schon einmal Oper von körperlicher oder sexueller Gewalt wurde. Jede 20. Frau berichtete von Vergewaltigungserfahrungen.

Türkisch-äthiopische Beziehungen
Ayalew Gobezie: Türkische Unternehmen haben in Äthiopien 10.000 Arbeitsplätze geschaffen

Ankara (nex) – Der äthiopische Botschafter in Ankara hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu beschrieben, wie türkische Investoren mit in dem oft als „die Wiege der Menschheit“ bezeichneten Land gegründeten und betriebenen Unternehmen mehr als 10.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Ayalew Gobezie ging auf die Anfänge der Beziehungen zwischen Äthiopien und der Türkei zurück, die bis ins Osmanische Reich zurückreichten: „Im Jahr 1896, als Abdülhamid II. der Sultan des Osmanischen Reichs war, herrschte Menelik II. als Kaiser über das Äthiopische Reich“, erklärte Gobezie und fügte hinzu: „Das erste osmanisch-türkische Konsulat in Äthiopien wurde im Jahr 1912 eröffnet.“ Man könne sagen, dass Äthiopien und die Türkei „exzellente bilaterale Beziehungen haben, die durch stärker werdende wirtschaftliche und politische Verbindungen auf der Grundlage von einem gemeinsamen Verständnis und gegenseitigem Respekt charakterisiert ist“, so der Botschafter weiter. „Aktuell produzieren viele türkische Unternehmen in Äthiopien und haben dadurch mehr als 10.000 feste Arbeitsplätze für die Äthiopier geschaffen“, fügte er hinzu. Gobezie wies darauf hin, dass fast die Hälfte der Investitionen, die nach Äthiopien kämen, von türkischen Geschäftsleuten getätigt würden. Das Land profitiere mehr von der Türkei und benötige derzeit mehr Investitionen vonseiten türkischer Unternehmen, betonte er. Der Diplomat machte auf die junge Bevölkerung seines Landes aufmerksam; die Hälfte der 100 Millionen Äthiopier sei zwischen 15 und 30 Jahre alt. „Mehr als 25 Millionen Kinder in Äthiopien sind Grundschüler“, betonte Gobezie und fügte hinzu: „Die meisten afrikanischen Länder haben durchschnittlich etwa 20 Millionen Einwohner.“ Die Hauptexportprodukte des Landes seien Kaffee, Sesam, Öl, Blumen, Gewürze, Hülsenfrüchte, Getreide, Textilien, Leder sowie Lederprodukte, so der Botschafter weiter. Äthiopien hat sieben der acht Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen erreicht und kann ein zweistelliges Wirtschaftswachstum nachweisen. Das reale Bruttoinlandsprodukt betrug zwischen 2004 und 2014 im Schnitt 10,9 Prozent. Äthiopien hat sich selbst zum Ziel gesetzt, bis 2025 ein Land mit mittlerem Einkommensniveau zu werden.

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Fremdenfeindlichkeit
Brandanschlag von Mölln: Muslime und Christen gedenken gemeinsam Opfer der Schreckenstat

Solingen (nex) – Am gestrigen Mittwoch wurde zum 24. Mal des Brandanschlags von Mölln gedacht, dessen Ziel zwei türkische Familien gewesen waren. Bei der Attacke im Jahr 1992 waren drei Menschen getötet und neun schwer verletzt worden. 24 Jahre später haben Christen und Muslime in einem gemeinsamen Gottesdienst der Toten gedacht. In der Nacht des 23. November 1992 hatten zwei Neonazis zwei Häuser im Zentrum von Mölln in Brand gesetzt, dessen Ziel die türkischen Bewohner der Häuser, Familie Arslan und Familie Yilmaz, gewesen waren. Zwei Mädchen, die zehnjährige Yeliz Arslan und die 14-jährige Ayse Yilmaz sowie Yeliz‘ Großmutter Bahide Arslan (51) starben. Neun Menschen wurden bei dem Anschlag schwer verletzt. Die Täter, Lars Christiansen und Michael Peters, riefen unmittelbar nach dem Anschlag stolz bei der Polizei an. Ihre Bekenneranrufe beendeten sie mit „Heil Hitler“. Beide Männer sind längst wieder auf freiem Fuß. Auch eine weitere Veranstaltung ist im Laufe der Jahre mittlerweile zu einer Tradition geworden: die Gedenkwoche unter dem Motto „Das Erinnern erkämpfen“. Der „Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992“, die aus Familienangehörigen und Freunden der Opfer sowie Mitgliedern verschiedener antifaschistischer und antirassistischer Gruppen besteht, luden die Menschen zum gemeinsamen Gedenken der Opfer vor einem der beiden Häuser in der Mühlenstraße 9 ein. Der Bürgermeister von Mölln, Jan Wiegels, der an der Gedenkveranstaltung teilnahm, erklärte, dass die Zunahme „rassistischer und rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland alarmierend ist“. Nach offiziellen Angaben sei in den vergangenen Jahren die Zahl rassistischer Straftaten um 35 Prozent gestiegen. Allein 2015 seien mehr als 13.000 Straftaten mit rassistischem Hintergrund begangen worden, so Wiegels weiter. Er appellierte an die Teilnehmenden, Haltung gegen Rassismus einzunehmen, damit die Ereignisse von Mölln sich nie mehr und nirgendwo wiederholten.
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Eon Tochter
Uniper will über 500 Stellen streichen

Düsseldorf (nex) – Eons Kraftwerkswerkstochter Uniper will über 500 Stellen streichen, wie die „Rheinische Post“ aus Arbeitnehmerkreisen erfuhr. Derzeit verhandele man über einen Interessenausgleich und Sozialplan. Womöglich seien aber weniger als 500 Mitarbeiter betroffen, da Uniper frei werdende Stellen häufig schon nicht mehr besetzt habe, hofft man in den Arbeitnehmerkreisen. Uniper-Sprecher Josef Nelles wollte das nicht kommentieren. Uniper-Chef Klaus Schäfer hatte sich am Dienstag nicht zur Zahl der abzubauenden Stellen geäußert. Auch bei der Eon-Tochter Preussenelektra, die für das deutsche Atomgeschäft zuständig ist, soll gespart werden. Preussenelektra fordere, die Arbeitszeit von 37 auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen, hieß es in Arbeitnehmerkreisen weiter. Die Gehälter für Neueinsteiger in der oberen Gehaltsgruppe sollen um 6,5 Prozent sinken. Das sei aber mit den Gewerkschaften nicht zu machen. Preussenelektra wollte das auf Anfrage der Redaktion nicht bestätigen und verwies auf laufende Sondierungsgespräche. Derzeit sondieren die Gewerkschaften mit den in einer Tarifgemeinschaft verbundenen Unternehmen Eon, Uniper und Preussenelektra, wie ein neuer Tarifvertrag aussehen könnte.