Corona-Pandemie
Telefonseelsorge zur Coronakrise: Hoher Anteil von Frauen sucht Gespräch

Osnabrück – Die Verunsicherung der Bevölkerung macht sich auch bei der Telefonseelsorge bemerkbar. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, steigt die Zahl der Anrufe wegen der Coronakrise deutlich an. Sprecherin Astrid Fischer sagte der Redaktion, im Vergleich zur Vorwoche sei diese aktuelle Lage etwa zehnfach häufiger Gegenstand der Gespräche. Der Trend hält an: „Die Gespräche entwickeln sich gerade sehr in Richtung Corona.“ Hoher Anteil von Frauen sucht Gespräch über Virus und die Folgen Außerdem berichtete die Telefonseelsorge unter Verweis auf ihre Statistik, dass das Thema vor allem Frauen umtreibe. Fast drei Viertel der Anrufer zur Coronakrise seien weiblich. Und was beschäftigt die Hilfesuchenden? Telefonseelsorge zur Coronakrise: Einsamkeit ist größte Sorge Am häufigsten gehe es um Einsamkeit, am zweithäufigsten um Ängste, so die Sprecherin. Die Sorgen unterschieden sich auch nach Altersgruppen: „Die 50- bis 79-Jährigen sprechen in diesem Zusammenhang eher über Ängste. Jene, die über 80 sind und jünger als 40, sprechen häufiger über Einsamkeit.“ Auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen warnte vor Folgen für jene, die anfällig für Ängste und gegebenenfalls übersteigerte Reaktionen seien. Bereits jetzt seien deren Routinen gestört. Eine Ausgangssperre könne die Probleme dieser Bevölkerungsgruppe noch verschärfen, hieß es.

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Corona-Pandemie
Deutscher Zoll beschlagnahmt Corona-Atemschutzmasken und Schutzkleidung

Düsseldorf – Die Zollbehörde Mönchengladbach hat bei einer Kontrolle im europäischen Verteilzentrum des US-Konzerns 3M in Jüchen hochwertige Atemschutzmasken und andere Schutzkleidung für Ärzte, Laboranten, Chemiker und auch Masken für die Bevölkerung beschlagnahmt, die offenbar illegal exportiert werden sollten. Das erfuhr die Düsseldorfer „Rheinische Post“ (Freitagausgabe) aus Werks- und Sicherheitskreisen. Die Kontrollaktion steht offenbar in Zusammenhang mit hochwertigen Gesichtsschutzmasken für Ärzte und Labore, die aktuell in der Corona-Krise weltweit händeringend benötigt werden und kaum verfügbar sind. „Es geht ganz klar um Schutzkleidung und alles, was damit zusammenhängt. Die werden illegal ins Ausland verschickt“, hieß es aus Behördenkreisen. Unsere Redaktion konnte mehrere Fotos einsehen, die die Kontrolle des Zolls in einer der Werkshallen in Jüchen am Donnerstag zeigen. Sowohl eine Sprecherin der Generalzolldirektion Bonn wie auch eine des Unternehmen 3M bestätigten den Einsatz. „Der Zoll war bei 3M vor Ort, um die Einhaltung der Rechtsvorschriften für Exportware zu überprüfen. Alles andere unterliegt dem Steuergeheimnis“, sagte ein Sprecher des Hauptzollamtes Krefeld. Wie aus Foto- und Video-Aufnahmen hervorgeht, hielten mehrere Fahrzeuge der Zolls am Donnerstag vor dem Tor 2 des Technologiekonzerns in Jüchen. Bei den Kontrollmaßnahmen wurde mindestens ein Spürhund eingesetzt. Andere Aufnahmen, die die Zeitung einsehen konnte, zeigen die Kontrolle einer der Werkshallen und palettenweise beschlagnahmte Waren mit dem amtlichen Siegel des Zolls. Die Sprecherin des Konzerns sagte der Zeitung: „Die Zollbehörde Mönchengladbach hat heute auf dem Gelände unseres europäischen Distributionszentrums in Jüchen eine für den Export in die Schweiz angemeldete Warensendung kontrolliert.“ Laut Aussage der Zollbehörden habe die Inspektion in Zusammenhang mit den aktuell bestehenden Exportbeschränkungen für medizinische Schutzausrüstung gestanden, so die Sprecherin. Sicherheitskreise bestätigten unserer Redaktion, dass bei der Kontrolle mehrere Lieferungen von Schutzausrüstung vom Zoll beschlagnahmt und versiegelt worden sind; diese Ware sollte demnach in die Schweiz und in die USA exportiert werden. „Es geht um mehrere LKW-Ladungen, die illegal exportiert werden sollten.“ Der Konzern 3M erklärte: „Wir haben unmittelbar nach Verhängung der Exportbeschränkungen Anfang März die Ausfuhr der betroffenen Güter eingestellt. Die betroffene Ware befand sich noch zur Prüfung in unserem Versandlager und wird nun, gemeinsam mit den Zollbehörden, einer weiteren Bewertung unterzogen.“ Der Konzern kündigte an, weiterhin eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten zu wollen, um sämtliche Anforderungen aus den Exportbestimmungen zu erfüllen. Wegen der Coronakrise darf medizinische Ausrüstung derzeit nur noch in Ausnahmefällen aus der EU exportiert werden. Schutzausrüstung darf laut Bundesregierung nur noch exportiert werden, wenn der lebenswichtige Bedarf Deutschlands gedeckt ist. Das gilt selbst dann, wenn ein Mangel an Schutzausrüstung in anderen Ländern Menschenleben gefährdet. Die momentan geltenden Ausfuhrregelungen der Bundesregierung für Schutzausrüstung werden in der jetzigen Situation beinahe im Tagesrhythmus der aktuellen Situation angepasst. Die Firmenzentrale des Unternehmens 3M liegt in Saint Paul im US-Bundesstaat Minnesota. Der Standort in Jüchen ist der größte Logistikstandort in Europa mit einer Lagerfläche von rund 72.000 Quadratmeter und 100.000 Palettenplätzen. Dort sind etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt. Täglich werden nach Angaben des Konzerns bis zu 400 Tonnen an Waren zur Auslieferung bereitgestellt. In normalen Zeiten gehen die Lieferungen in 75 Staaten weltweit.

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Corona-Pandemie
Japanisches Medikament Favipiravir wirksam gegen Coronavirus

Peking – Seit dem Ausbruch der Pandemie durch das neue Coronavirus COVID-19 erwartet man dringend die Entwicklung von spezifischen Arzneimitteln. Nun scheint es Hoffnung zu geben. Laut medizinischer Behörden in China ist das japanische Grippemedikament Favipiravir, auch bekannt als T-705, Avigan oder Favilavir. „eindeutig wirksam“ bei der Behandlung von Covid-19. Favipiravir habe in klinischen Studien mit 340 Patienten in Wuhan und Shenzhen ermutigende Ergebnisse erzielt, so Zhang Xinmin, ein Vertreter des chinesischen Wissenschafts- und Technologieministeriums.

Vor allem bei leichten und mittelschweren Symptomen sei das Medikament wirksam. Bei Patienten mit einer schweren COVID-19-Erkrankung sei die Wirksamkeit allerdings bedeutend geringer. Patienten, denen Favipiravir verabreicht wurde, wurden durchschnittlich nach 4 Tagen negativ auf die Erreger getestet. Ohne Favipiravir waren die Testergebnisse im Schnitt erst nach 11 Tagen negativ, berichtet Futurezone mit Hinweis auf eine Mitteilung des chinesischen Wissenschafts- und Technologieministeriums.

Bei 91 Prozent der Favipiravir-Patienten zeigten Röntgenaufnahmen zudem eine deutliche Verbesserung des Lungenzustands. Bei all jenen, die kein Favipiravir verabreicht bekommen haben, konnte nur bei 62 Prozent eine Verbesserung des Lungenzustandes beobachtet werden, berichtet der Guardian.

Toyama Chemical, einer Tochtergesellschaft von Fujifilm, hat das Medikament entwickelt. Die japanische Regierung hat das Medikament bereits 2016 als Nothilfe zur Bekämpfung des Ebola-Virusausbruchs in Guinea zur Verfügung gestellt.

Nachdem die Informationen über das neue Medikament veröffentlicht wurden, ist der Aktienkurs des japanischen Unternehmens in die Höhe geschossen. Allein am Mittwoch haben die Aktien der Fujifilm Holdings Corp um rund 15 Prozent zugelegt, berichtet Futurezone weiter.

Beben in Elazig
Weiteres Erdbeben erschüttert die Türkei

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Elazig – Am Donnerstagabend hat ein weiteres Erdbeben die osttürkische Stadt Elazig erschüttert. Die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD hat die Stärke mit 5,0 angegeben. Laut der Erdbebenwarte in Istanbul hatte das Erdbeben eine Stärke von 5,1. Das Zentrum des Bebens lag demnach im Bezirk Sivrice in der Provinz Elazig in einer Tiefe von 21.34 km. Meldungen über Opfer liegen noch keine vor. Nur 15 Minuten später folgte ein kleineres Beben der Stärke 3,6. Erst im Januar wurde Elazig von einem starken Erbeben der Stärke 6.8 heimgesucht. Bei dem Beben kamen 41 Menschen ums Leben und mehr als 1600 wurden verletzt. Ein Megaerdbeben würde zu schweren Schäden in Istanbul führen Fachleute warnen schon seit Jahren vor einem Megaerdbeben in Istanbul. Das Erdbeben am 17. August 1999 in Gölcük, das auch in Istanbul zu spüren war, hatte damals fast 18.000 Menschen das Leben gekostet. Das Beben, dessen Epizentrum damals etwa 90 KM von der Istanbuler Altstadt entfernt lag, hatte eine Stärke von 7,6. Ein ähnliches Erdbeben mit einem Epizentrum direkt in Istanbul würde die Millionenmetropole sehr schwer treffen. Derzeit leben in der Stadt mehr als 15 Millionen Menschen.

Corona-Pandemie
Zentralrat der Muslime fürchtet finanzielles Aus für viele Moscheen durch Coronakrise

Osnabrück – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) warnt vor den finanziellen Folgen der Corona-Krise für Moscheen und appelliert an öffentlich-rechtliche Medien, Ergänzungsangebote zu schaffen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der ZMD-Vorsitzende Ayman Mazyek: „Vor allem nicht türkische Moscheen werden voraussichtlich einen herben finanziellen Verlust erleiden, weil sie von den Kollekten bei den wöchentlichen Freitagsgebeten und vor allem im Ramadan leben.“ Mazyek will mit Blick auf den Ramadan mit öffentlich-rechtlichen Medien sprechen Mazyek fürchtet: „Für viele bedeutet das das Aus.“ Schließlich könnten Imame und Gebäude nicht weiter finanziert werden. Der Ramadan beginnt am 24. April. „Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Situation bis dahin andauern wird.“ Parallel appelliert Mazyek an die öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender, als Ausgleich zu den geschlossenen Moscheen ein Angebot für Muslime zu schaffen. Dazu will der ZMD noch am Donnerstag mit den Sendern telefonieren. ARD und Deutschlandfunk könnten etwa Predigten übertragen – auch mit arabischer und türkischer Übersetzung. Der ZMD könne dazu ein Konzept erarbeiten, so der Vorsitzende. Theologisch müsse diese Form des Gebets noch diskutiert werden.  

Geschichte
Operation Nemesis: Soghomon Tehlirian und der Mord an Talat Pascha

Ein Gastkommentar von Isa Ak In der Hardenbergstraße in der Nähe vom Bahnhof Zoo ermordete am 15. März 1921 der armenische Terrorist Soghomon Tehlirian den ehemaligen Innenminister des Osmanischen Reichs Talat Pascha. Als der Prozess begann, inszenierte er sich als emotional gestörten Täter, der nur den Tod seiner Familie rächen wolle. Doch was stimmt an dieser Geschichte und den augenscheinlich unterschiedlichen Aussagen? Als am 2. Juni 1921 der Prozess gegen Tehlirian beginnt hört die deutsche Öffentlichkeit den Schilderungen des Attentäters aufmerksam zu. Er beschreibt wie seine Schwester verschleppt, vergewaltigt und wie seinem jüngsten Bruder der Schädel eingeschlagen wurde. Er schildert wie die Leiche seiner Mutter mit dem Gesicht auf dem Boden und der des älteren Bruders auf ihm lag. Das Massaker will er durch einen Schlag auf den Kopf überlebt haben. Seine Familie sei ermordet worden. Doch Tehlirian ist ein Lügner. Er hat nämlich gar keine Schwestern. Zwei seiner drei Brüder leben mit seinem Vater in Serbien. Tehlirian inszeniert sich also als ein Opfer, obwohl er 1915 ganz woanders lebte. Ein Kollaborateur Russlands Im Gegensatz zu seinen Behauptungen befindet er sich zu Beginn des Weltkriegs in Belgrad. Dorthin zog sein Vater bereits vor 1914. Als der Weltkrieg beginnt, begibt er sich zu den armenischen Freiwilligenverbänden in Russland um gegen die Osmanen zu kämpfen. Als armenischer Nationalist erhoffte er sich durch den Sieg der russischen Truppen einen armenischen Nationalstaat in Ostanatolien. Der Vorstoß des Zarenreichs führt zu Massakern und Vertreibungen an muslimischen Kurden und Türken. Erst 1916 kommt er in sein Heimatort Erzincan zurück. Wie viele Muslime er auf dem Weg dorthin umgebracht hat wissen wir nicht. Doch wir wissen, dass er Teil der armenischen Nationalisten war die gegen das Osmanische Reich rebellierten und im Schulterschluss mit den Russen die Osmanen bekämpften. Er war demnach kein unschuldiges Opfer als das er sich später inszeniert hat und von der Zwangsumsiedlung verbreitete er nur jene Gerüchte die er aufschnappte. Operation Nemesis Als der 1. Weltkrieg endet fliehen führende Jungtürken der Partei für Einheit und Fortschritt nach Europa. Tehlirian befindet sich währenddessen noch in Istanbul und erschießt im Auftrag der Armenischen Revolutionären Föderation (ARF) den loyalen armenischen Osmanen Harutiun Mugerditschian. Jener Mugerditschian machte die Liste der armenischen Terroristen und Terrorverdächtigen vom 24. April 1915. Vor dem deutschen Gericht verbirgt Tehlirian jedoch, dass er ein Mitglied eines Terrornetzwerkes der ARF ist, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat in der „Operation Nemesis“ jene Türken die man für Schuldig an Massakern hält zu ermorden. Dass er bereits sogar einen Mord begangen hat wird auch verschwiegen. Operation Nemesis und der moderne armenische Terror Die Operation Nemesis beweist nicht nur eindrucksvoll wie effektiv antitürkische Propaganda funktionierte, sondern auch wie gut vernetzt die ARF war und welche Gefahr von ihr ausging. Der Mord an Talat Pascha war keine Rache, sondern vielmehr die Fortsetzung der nationalistischen Politik der ARF die es sich zur Aufgabe gemacht hatte ein unabhängiges Armenien in Ostanatolien zu gründen. Der Freispruch Soghomon Tehlirians inspirierte auch Gourgen Yanikian, der am 27.01.1973 die türkischen Diplomaten Mehmet Baydar und Bahadir Demir in Los Angeles erschoss. In dieser Tradition mordeten armenische Terroristen noch bis in die 90er Jahre weiter. Die Manifestation ihrer antitürkischen Rassismen durch die Enthumanisierung der Türken gipfelte schließlich in Bombenanschlägen auf Flughäfen, der Ermordung von türkischen Botschaftsvertretern und -mitarbeitern, sowie Frauen und Kindern.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Am 27.01.1973 erschoss der armenische Terrorist Gourgen Yanikian die türkischen Diplomaten Mehmet Baydar und Bahadir Demir in Los Angeles. Damit begann eine Welle des Terrors, der sich bis in die 90er Jahre hinzog.

Kommentar: Der verschwiegene armenische Terror

München
Corona: Mann besprüht Chinesin mit Desinfektionsmittel

München – In München wurde eine Chinesin vor ihrem Haus von ihrem Nachbarn mit Desinfektionsmittel angegriffen. Der Nachbar habe vor dem Haus gewartet und die 45-Jährige ohne Vorwarnung attackiert, berichtet die BILD mit Hinweis auf eine Polizeimeldung. Der Bosnier habe die Frau demnach mit Desinfektionsmittel besprüht und dabei mehrfach das Wort CORONA gerufen. Zudem habe er gedroht ihr den „Kopf abzuschlagen“. Die Chinesin alarmierte den Polizeinotruf 110. Die hinzukommende Streife konnte die Situation beruhigen und nahm gegen den 45-Jährigen eine Anzeige wegen Körperverletzung und Bedrohung auf. Zudem wurde er eindringlich belehrt, künftig derartige Handlungen und Straftaten zu unterlassen. Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen ist auch ein mögliches fremdenfeindliches Motiv, da die Geschädigte ein asiatisches Aussehen und eine asiatische Staatsangehörigkeit hat, so eine Mitteilung der Polizei München  

Flüchtlingskrise
Kommentar: Die Türkei hat weltweit die meisten Flüchtlinge aufgenommen

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de Ich habe mich in meinem letzten Beitrag vom 7. März mit dem brutalen Gewalteinsatz der griechischen Polizei gegen wehrlose Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze auseinandergesetzt. Es ist fragwürdig wie diejenigen in Europa, die bei der Türkei immer den Moralapostel spielen, plötzlich nichts dabei finden, wenn hilflose Menschen von „staatlichen Ordnungshütern“ niedergeknüppelt, mit Tränengas beschossen, deren Reisedokumente und Wertsachen abgenommen und erwachsene männliche Flüchtlinge nackt ausgezogen und zurück in die Türkei geschickt werden. Auf der Website von tagesschau.de erschien zu den Ereignissen an der griechischen Grenze am 6. März ein Artikel mit der Überschrift „Die Grenze ist nicht offen“ und was tagesschau.de geschrieben hat, ist das beste Beispiel für eine manipulative Berichterstattung. Gleich im ersten Satz heißt es „An der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei ist es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Migranten und Einsatzkräften gekommen.“ Aus dem unverhältnismäßigen Gewalteinsatz der griechischen Polizei gegen Flüchtlinge wird mit diesem Satz eine „Auseinandersetzung zwischen Migranten und den Einsatzkräften“ und damit wird der Einsatz der griechischen Polizei gegen „Steine werfende Migranten“ für tagesschau.de legitim. Aber nicht alle deutschen Medien berichten in dieser Form, es gibt auch alternative Plattformen, die ausgewogen und sachlich zu diesem Thema berichten wie die World Socialist Web Site. Aber die meisten Mainstream-Medien haben bei diesem Thema einseitig berichtet und bezeichneten die Flüchtlinge als Migranten und das Vorgehen der griechischen Polizei als „rechtmäßig“, auch wenn es sich tatsächlich anders abgespielt hat. Immer wieder wurde bei der Berichterstattung erklärt, wie auch bei tagesschau.de, es handele sich bei diesen Menschen an der Grenze nicht um Flüchtlinge, sondern um Migranten, also um Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen in die EU wollten. Nehmen wir an, es wäre wirklich so wie behauptet. Ist das dann ein Grund diese Menschen ohne Gnade niederzuknüppeln? Man wolle sich von Erdogan nicht erpressen lassen, verlautbarten einige Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten und die Medien wiederholten dies wie ein alter CD-Player. Diese Aussagen spiegeln nicht die Realität wider, weil nach Angaben der UN-Flüchtlingshilfe die Türkei 2018 als Aufnahmeland weltweit die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Wer das nicht glaubt, kann gerne auf der Website der UN-Flüchtlingshilfe nachlesen. Die EU hat sich nicht an das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei gehalten, darauf hatte ich in meinem vorletzten Artikel hingewiesen, und wirft jetzt der Türkei „Erpressung“ vor. Man muss wirklich fragen, wer hier wen erpresst.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Während griechische Grenzschützer in diesen Tagen Flüchtlinge erschießen und ihre Boote rammen, maskierte „Bürgerwehren“ sowie Nationalisten sie jagen und die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen sie einsetzt, fanden griechische Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg Zuflucht in Syrien.

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Corona-Pandemie
USA erwägen wegen Coronavirus Einreiseverbote für Europäer

Washington – Die US-Regierung erwägt angesichts der Coronavirus-Krise künftige Einreiseverbot für Menschen aus Europa. Der amtierende Vize-Heimatschutzminister Ken Cuccinelli sagte am Mittwoch im US-Kongress, die Frage sei, wie Europa als Ganzes zu behandeln sei. Wie Deutschlandfunk (DLF) weiter berichtet, sagte Cuccinelli, dass mit den bisher beschlossenen Maßnahmen könnten Einreisen aus Europa noch nicht untersagt werden. Die Frage werde aber geprüft. Bereits Ende Januar hatte die US-Regierung Einreiseverbote für Nicht-US-Bürger beschlossen, die sich in China aufgehalten hatten. Gegen das neuartige Coronavirus gibt es bislang keinen Impfstoff. Auch Medikamente, die bei der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit helfen, sind noch nicht erforscht, berichtet DLF weiter.

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Israel hat seine Einreisebestimmungen verschärft. Um eine Ausbreitung des Coronavirus im Land zu verhindern, dürfen Touristen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Spanien und Frankreich nicht mehr einreisen.

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Corona-Pandemie
Coronavirus: Italien schließt alle Geschäfte und Lokale

Rom – Die italienische Regierung hat die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus noch einmal deutlich verschärft.

Alle Geschäfte bis auf Lebensmittelläden und Apotheken sollen geschlossen werden, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte bei einer Ansprache via Facebook. Offen bleiben auch Banken, Postfilialen, Unternehmen und das öffentliche Transportsystem. Unternehmen sollen wenn möglich Home-Office fördern.  „Niemand darf denken, dass wir schon in den nächsten Tagen die Auswirkungen der strengen Maßnahmen sehen werden, die wir erst vor einigen Tagen ergriffen haben. Wenn die Zahl der Infektionen nicht sofort zurückgeht, bedeutet dies aber nicht, dass sie nicht greifen“, zitiert Kurier Conte. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen war zuletzt auf mehr als 12.000 gestiegen. 827 Menschen starben bisher an den Folgen der Erkrankung, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Italien ist in Europa das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land. Experten zufolge dürfte es eine große Dunkelziffer bisher nicht registrierter Infektionen geben, berichtet Deutschlandfunk (DLF).