Rechtsextremismus
Bericht: Reservistenverband der Bundeswehr wirft Kalbitz raus

Der Reservistenverband der Bundeswehr hat den bisherigen Brandenburger AfD-Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz (47) rausgeworfen. Das berichtet die Westfalenpost und beruft sich auf Patrick Sensburg, Präsident des Verbandes. Kalbitz stehe als Mitglied des rechtsextremen Flügels der AfD und als ehemaliges Mitglied in der inzwischen verbotenen rechtsextremen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) nicht hinter der freiheitlich demokratischen Grundordnung unseres Landes, sagte Sensburg der Zeitung. Das Kündigungsschreiben sei Kalbitz an diesem Freitag per Post zugestellt worden. Bei der vorherigen schriftlichen Anhörung habe er die Vorwürfe zurückgewiesen und sich als Demokrat bezeichnet, der hinter der Bundeswehr stehe. „Wir tun alles, um unseren Verband sauber zu halten“, sagte Sensburg. Er kündigte an, sämtliche 115.000 Mitglieder des Verbandes auf extremistische Gesinnung überprüfen zu lassen. „Dabei geht es nicht um rechts oder links und auch nicht um die Zugehörigkeit einer bestimmten Partei“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Sauerland. „Unsere Mitglieder sind Demokraten. Einzelfälle dürfen den Verband nicht in ein schlechtes Licht rücken.“ Kalbitz war von 1995 bis 2005 Zeitsoldat als Fallschirmjäger und verließ die Bundeswehr mit dem relativ niedrigen Dienstgrad Oberfeldwebel. Anschließend schloss er sich dem Reservistenverband an. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) soll ihn jedoch für Reservisteneinsätze gesperrt haben.

Libyen-Krise
NATO will Marine-Zwischenfall Frankreich-Türkei vor Libyen untersuchen

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Brüssel – NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Donnerstag, das Militärbündnis werde einen Vorfall zwischen türkischen Kriegsschiffen und einem französischen Marineschiff im Mittelmeer untersuchen. Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums wurde die Fregatte Courbet dreimal vom Zielradar der türkischen Marine erfasst, als sie versuchte, sich einem türkischen Zivilschiff zu nähern. Das Schiff wurde von drei türkischen Kriegsschiffen eskortiert. Die französische Fregatte war zum Zeitpunkt des Vorfalls vom 10. Juni Teil der NATO-Marineoperation Sea Guardian im Mittelmeer. Frankreich behauptet, dass ein solches Verhalten nach den Einsatzregeln des Bündnisses als feindseliger Akt gilt. Die Türkei hat die Vorwürfe dementiert. „Wir haben dafür gesorgt, dass die militärischen Behörden der NATO den Vorfall untersuchen, um volle Klarheit über die Geschehnisse zu schaffen“, sagte Stoltenberg gegenüber Reportern, nachdem er den Vorsitz bei einer Videokonferenz der NATO-Verteidigungsminister geführt hatte, bei der das Thema von mehreren Teilnehmern angesprochen wurde. „Ich denke, das ist jetzt der beste Weg, damit umzugehen und zu klären, was tatsächlich passiert ist“, fügte er hinzu. Ankara weist Vorwürfe zurück Sprecher der türkischen Streitkräfte haben am Donnerstag die französischen Vorwürfe, die Türkei habe eines ihrer Schiffe, das an einer NATO-Mission im Mittelmeer teilnimmt, angegriffen, entschieden zurückgewiesen. Die Anschuldigungen seien haltlos, und die türkischen Streitkräfte hätten in den vergangenen sieben Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zum NATO-Militärbündnis geleistet, sagte ein namentlich nicht genannter hochrangiger türkischer Beamter der Nachrichtenagentur Anadolu. „Die türkischen Streitkräfte haben die Erfahrung, den Unterschied zwischen gefährlichen Bewegungen, Schikanen, freundschaftlichen Aktivitäten, Kooperation, Solidarität und Koordination zu erkennen“, fügte er hinzu.

Der Beamte widersprach ausländischen Presseberichten, in denen das französische Militär mit der Behauptung zitiert wurde, die türkische Marine habe ein französisches Kriegsschiff schikaniert, und erklärte, eine derart einseitige Berichterstattung über ein einfaches Problem – das angegangen werden könnte, wenn die NATO-Verfahren ordnungsgemäß befolgt würden – entspreche nicht dem Geist des Bündnisses, der Solidarität und der Koordinierung.

Die Berichte hätten ignoriert, wie das französische Kriegsschiff gefährliche Manöver mit übermäßiger Geschwindigkeit unter Verletzung der NATO-Verfahren und der Sicherheitsvorschriften für den Seeverkehr durchführte, was die „bösen Absichten der haltlosen Berichte“ weiter unter Beweis stelle. Das französische Schiff, das dieses gefährliche Manöver durchführte, sei von dem türkischen Kriegsschiff durch einfache Kamerasichtung überwacht worden, aber das Zielradar sei nicht eingesetzt worden, erklärte er. Das französische Kriegsschiff sei vor dem Vorfall sogar von türkischer Seite mit Treibstoff versorgt worden. Er betonte, dass die Annäherung an ein verbündetes Kriegsschiff mit einer Geschwindigkeit von 20 Knoten gegen die normalen Verfahren verstoße, und sagte, dass die französische Seite trotz der Bemühungen des türkischen Schiffes, es anzufunken, nicht mit dem türkischen Schiff kommuniziert habe, berichtet Anadolu weiter. Die NATO sei über den Vorfall informiert worden und die Türkei arbeite daran, mögliche Streitigkeiten durch Prinzipien der Solidarität, Koordination und des Dialogs zu lösen. Libyen-Krise Die Türkei und Frankreich befinden sich in rivalisierenden Lagern in Libyen, wo letzteres die Streitkräfte von Rebellengeneral Khalifa Haftar unterstützt. Die Türkei unterstützt die von der UN anerkannte Regierung unter Premierminister Fayez al-Sarraj. In einem Interview mit dem Privatsender CNNTürk am 18. Juni verurteilte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu Frankreich wegen seiner fortgesetzten Unterstützung für Haftar auf Kosten „der Untergrabung der internationalen Bemühungen um politische Einheit in Libyen“.    

Libyen-Krise
Libyen: Türkei und USA stärken zusammenarbeit

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Ankara – Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay sagte am Freitag, dass sich die verstärkte Zusammenarbeit der Türkei mit den USA in Libyen, positiv auf die Lage in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land auswirken könne. In der vergangenen Woche äußerte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, dass die Türkei und die USA „Vereinbarungen zu Libyen“ getroffen hätten. Die Türkei und die Vereinigten Staaten könnten wegen des Konflikts in Libyen eine neue Ära in ihren Beziehungen einleiten, sagte Erdogan nach einem Telefongespräch mit seinem US-Kollegen Donald Trump und fügte hinzu, dass der Rebellenkommandeur Chalifa Haftar bei den diplomatischen Bemühungen um Frieden bald ins Abseits geraten werde. In einem Interview mit dem staatlichen Rundfunksender TRT bekräftigte Erdogan, Trump habe den Erfolg der Türkei bei der Neugestaltung des Konflikts in Libyen gewürdigt, indem der Beitrag des NATO-Mitglieds zur Unterstützung der international anerkannten Regierung von Fayez al-Sarradsch den Krieg dramatisch zu seinen Gunsten verschoben habe. „Eine neue Periode kann zwischen den USA und der Türkei in Bezug auf den [libyschen] Prozess beginnen, und wir hatten einige Vereinbarungen während unseres Gesprächs, damit ein solcher Schritt erfolgen könne“, sagte Erdogan, ohne näher darauf einzugehen. Das Kriegsgeschehen in Libyen hat sich mit dem militärischen Einsatz der Türkei, der im Dezember vergangenen Jahres begann, verändert. Al-Sarradsch kann sich nach einem Abkommen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan auf Korkut-Flugabwehrysteme und vor allem Bayraktar-TB2-Drohnen aus türkischer Produktion verlassen. Laut der israelischen Fachzeitschrift Israel Defense sei die Bayraktar TB2 eine der besten Drohnen weltweit ihrer Klasse. Noch vor einigen Monaten sah Haftar im Libyen-Konflikt bereits wie der sichere Sieger aus. Doch dann schloss die Regierung von al-Sarradsch im November einen Pakt mit der Türkei, in dem sie anerkannte, dass die türkischen Hoheitsrechte im Mittelmeer bis an die libysche Seegrenze reichten. Ankara lieferte türkische Kampfdrohnen, gegen die von Russland produzierten und von den VAE finanzierten Flugabwehrsysteme Pantsir-S1 sich als nicht effektiv erwiesen. Nun sind seine Truppen und die russischen Söldner auf dem Rückzug. Nach dem Sturz des verstorbenen Herrschers Muammar Gaddafi im Jahr 2011 wurde die libysche Regierung 2015 im Rahmen eines politischen Abkommens unter der Führung der UNO gegründet.

NRW
Grüne verlangen Planungsstopp für neue Rheinbrücke im Kölner Süden

Köln – Die Grünen in Bund und Land erhöhen den politischen Druck im Kampf gegen die geplante Autobahnrheinbrücke im Süden von Köln. „Wir fordern den Stopp der bisherigen Planungen und werden dies auch bei der Bildung einer neuen Bundesregierung als Forderung einbringen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Planungen für das Projekt seien „aus der Zeit gefallen“, so der Politiker aus Köln. „Die Menschen vor Ort würden massiv durch zusätzlichen Verkehr und Stau, Schadstoffe und Lärm belastet, äußerst hochwertige Ökosysteme müssten zerstört werden.“ Eine Resolution zum Stopp der Planungen wurde jetzt von den grünen Bundestagabgeordneten Katja Dörner (Bonn), Oliver Krischer (Düren), Katharina Dröge (Köln) sowie dem Vorsitzenden der Grünen im Landtag, Arndt Klocke, unterschrieben. Selbstverständlich müsse die Mobilität im Ballungsraum zwischen Köln, Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Rhein-Erft-Kreis verbessert werden, sagte Lehmann. Deswegen sei die Verlängerung der Stadtbahn-Linie zwischen Bonn, Niederkassel und Köln sehr sinnvoll. „Der Bau einer neuen Straßenbahn-Brücke, inklusive einer attraktiven Radwegeverbindung, wäre längst nicht so ein einschneidender Eingriff wie der einer neuen Autobahn-Brücke.“ Auch die Ertüchtigung und Verbreiterung der Rodenkirchener Brücke müsse jetzt vordringlich geprüft werden. In der CDU stieß die Resolution der Grünen auf Kritik. Klaus Voussem, verkehrspolitscher Sprecher der CDU im Landtag, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, die Grünen hätten „ein ideologisches Brett vor dem Kopf“. Die zusätzliche Rheinquerung sei „richtig und wichtig für die Menschen und die Wirtschaft in der Region.“

Eurostat
EU-Preisniveau: Deutschland liegt auf Platz 6

Luxemburg – Im Jahr 2019 gab es bei den Preisniveaus für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen in der Europäischen Union der 27 Mitgliedsstaaten (EU) erhebliche Unterschiede. In Dänemark (141% des EU-Durchschnitts) war das Preisniveau am höchsten. Darauf folgten Irland (134%), Luxemburg (131%), Finnland (127%) und Schweden (121%). Deutschland lag bei 107%. Die niedrigsten Preisniveaus fand sich dagegen in Bulgarien (53%) und Rumänien (55%). Mithin unterschieden sich die Preisniveaus für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen in der EU zwischen dem günstigsten und dem teuersten Mitgliedstaat fast um das Dreifache. Diese Daten über Verbraucherpreisniveaus im Jahr 2019 stammen aus einem Artikel, der von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht wurde. Im Jahr 2019 war das Preisniveau eines vergleichbaren Warenkorbs von Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken im teuersten Mitgliedstaat mehr als zweimal so hoch wie im günstigsten. Die Preisniveaus reichten von 66% des EU-Durchschnitts in Rumänien und 70% in Polen bis 129% des Durchschnitts in Dänemark, gefolgt von Luxemburg und Österreich (je 124%), Finnland (119%), Irland (116%), Frankreich (115%), Schweden (114%), Malta (113%) und Belgien (112%). In Deutschland lag es bei 101%. Die Preisniveaus von alkoholischen Getränken und Tabakwaren wiesen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten auf. Das niedrigste Preisniveau wurde 2019 in Bulgarien (62% des Durchschnitts) verzeichnet, vor Polen (74%), Ungarn und Rumänien (je 75%). Die höchsten Preise wurden hingegen in Irland (188%) registriert, mit etwas Abstand gefolgt von Finnland (157%), Schweden (131%) Frankreich (126%) und Dänemark (119%). In Deutschland lag es bei 101% des EU-Durchschnitts. Es ist zu beachten, dass diese großen Preisunterschiede in erster Linie auf die unterschiedliche Besteuerung dieser Produkte in den einzelnen Mitgliedstaaten zurückzuführen sind. Unterhaltungselektronik stellt eine Produktgruppe mit geringeren Preisunterschieden zwischen den Mitgliedstaaten dar: Die Spanne reichte von 91% des Durchschnitts in Polen bis 111% in Frankreich (Deutschland: 98%). Auch Bekleidung ist eine Produktgruppe, in der die Preisniveauunterschiede zwischen den Mitgliedstaaten weniger stark ausgeprägt waren, wobei Bulgarien (79% des Durchschnitts) am preiswertesten und Dänemark (132%) am teuersten war, mit etwas Abstand gefolgt von Schweden (118%) und Finnland (115%). Deutschland lag bei 99%. Mit der bemerkenswerten Ausnahme von Dänemark (138% des Durchschnitts) und den Niederlanden (121%) waren die Preisunterschiede zwischen den Mitgliedstaaten auch bei privaten Verkehrsmitteln eher begrenzt und reichten von 82% in der Slowakei bis 114% in Irland (Deutschland: 100%).

Berlin
Gegen PKK: Kurdische Mutter bittet Angela Merkel um Hilfe

Berlin – Eine mutige kurdische Mutter steht seit vielen Wochen in Protest gegen die Terrororganisation PKK vor dem Bundestag in Berlin. Mit ihrer Aktion möchte Maida T. die Unterstützung der Bundesregierung erlangen. Da das Interesse der deutschen Medien und Politiker für ihre couragierte Aktion bisher ausblieb, hat sie sich nun vor das Kanzleramtsgebäude gestellt und hofft auf die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Entschlossen, ihre Tochter aus den Fängen der Terrororganisation PKK zu befreien. „Bitte helfen sie uns“, sagte sie an Angela Merkel gerichtet, als sie mit türkischen Medien sprach. Maida T. werde so lange weiter protestieren, bis ihre Tochter Nilüfer wieder zu Hause ist. Bereits seit November versuche sie die Öffentlichkeit auf die Situation ihrer Tochter aufmerksam zu machen. Nachdem sie mehrere Wochen vor dem PKK-nahen Verein „Navenda Kurdistan“ in Berlin protestiert hatte, begann sie ihren Protest vor dem Bundestag fortsetzen.  Der Protest der Maida T. reiht sich somit in die Protestwelle ein, die kurdische Mütter in der Türkei begonnen haben. In Diyarbakir organisierten sie einen Sitzstreik vor dem Parteigebäude der HDP, um gegen die Entführung und Zwangsrekrutierung ihrer Kinder zu protestieren. Mütter gegen PKK Seit Monaten protestieren kurdische Eltern vor den Büros der oppositionellen „Demokratischen Volkspartei“ (HDP) in der südosttürkischen Stadt Diyarbakır gegen die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder durch die Terrororganisation PKK.

Im August hatte die kurdische Mutter Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakir einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen.

In der darauffolgenden Woche setzte sich Fevziye Cetinkaya, eine weitere kurdische Mutter, die behauptet, ihr 17-jähriger Sohn sei über Mitglieder der HDP in die Reihen der Terrorgruppe aufgenommen worden, vor das Gebäude der Partei. „Alles, was ich von ihnen (HDP-Mitglieder) will, ist, dass mein Kind zu mir zurückgebracht wird“, sagte sie. „Entweder haben sie mein Kind hier versteckt oder es woanders hingebracht…. Ich werde nicht gehen, bis mein Kind zurück ist“, fügte sie hinzu. Der Vater warf HDP-Mitgliedern vor, ihre Kinder zum Beitritt zur PKK zu ermutigen. „Sie schicken Kinder von armen Menschen [zur PKK]…. Ich will meinen Sohn zurück, sonst nichts. Wir haben diese Kinder unter schwierigen Bedingungen aufgezogen und in die Schulen geschickt“, sagte er. Die HDP wird seit ihrer Gründung beschuldigt, Verbindungen zur PKK zu unterhalten. Die separatistische PKK, die neben der Türkei auch in den USA und der EU als terroristische Organisation geführt wird, ist für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, verantwortlich.

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Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im Sommer begann, entwickelt sich allmählich zu einer Bewegung. Immer mehr Kurden trauen sich, gegen die HDP-Partei und die Terrororganisation PKK auszusprechen.

Kommentar: Die deutsche Öffentlichkeit erfährt nichts über die mutigen kurdischen Mütter

Türkei
„Aggression im Mittelmeer“: Türkei weist Frankreichs Vorwürfe zurück

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Ankara – Sprecher der türkischen Streitkräfte haben am Donnerstag die französischen Vorwürfe, die Türkei habe eines ihrer Schiffe, das an einer NATO-Mission im Mittelmeer teilnimmt, angegriffen, entschieden zurückgewiesen. Die Anschuldigungen seien haltlos, und die türkischen Streitkräfte hätten in den vergangenen sieben Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zum NATO-Militärbündnis geleistet, sagte ein namentlich nicht genannter hochrangiger türkischer Beamter der Nachrichtenagentur Anadolu. „Die türkischen Streitkräfte haben die Erfahrung, den Unterschied zwischen gefährlichen Bewegungen, Schikanen, freundschaftlichen Aktivitäten, Kooperation, Solidarität und Koordination zu erkennen“, fügte er hinzu. Der Beamte widersprach ausländischen Presseberichten, in denen das französische Militär mit der Behauptung zitiert wurde, die türkische Marine habe ein französisches Kriegsschiff schikaniert, und erklärte, eine derart einseitige Berichterstattung über ein einfaches Problem – das angegangen werden könnte, wenn die NATO-Verfahren ordnungsgemäß befolgt würden – entspreche nicht dem Geist des Bündnisses, der Solidarität und der Koordinierung. Die Berichte hätten ignoriert, wie das französische Kriegsschiff gefährliche Manöver mit übermäßiger Geschwindigkeit unter Verletzung der NATO-Verfahren und der Sicherheitsvorschriften für den Seeverkehr durchführte, was die „bösen Absichten der haltlosen Berichte“ weiter unter Beweis stelle. Das französische Schiff, das dieses gefährliche Manöver durchführte, sei von dem türkischen Kriegsschiff durch einfache Kamerasichtung überwacht worden, aber das Zielradar sei nicht eingesetzt worden, erklärte er. Das französische Kriegsschiff sei vor dem Vorfall sogar von türkischer Seite mit Treibstoff versorgt worden. Er betonte, dass die Annäherung an ein verbündetes Kriegsschiff mit einer Geschwindigkeit von 20 Knoten gegen die normalen Verfahren verstoße, und sagte, dass die französische Seite trotz der Bemühungen des türkischen Schiffes, es anzufunken, nicht mit dem türkischen Schiff kommuniziert habe, berichtet Anadolu weiter. Die NATO sei über den Vorfall informiert worden und die Türkei arbeite daran, mögliche Streitigkeiten durch Prinzipien der Solidarität, Koordination und des Dialogs zu lösen.

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New York
„Apartheid“: UN-Menschenrechtler verurteilen Israels Annexionspläne

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Nahezu 50 unabhängige Menschenrechtsexperten fordern die internationale Gemeinschaft auf, sich gegen den Plan Israels zur Annexion bedeutender Teile des besetzten palästinensischen Westjordanlandes auszusprechen. Der Schritt würde „ein palästinensisches Bantustan“ schaffen und ein Kernprinzip des Völkerrechts verletzen, warnten sie in einer Erklärung vom Dienstag. „Die Annexion von besetztem Territorium stellt eine ernsthafte Verletzung der Charta der Vereinten Nationen und der Genfer Konventionen dar und steht im Widerspruch zu der vom Sicherheitsrat und der Generalversammlung der Vereinten Nationen mehrfach bekräftigten Grundregel, dass der Erwerb von Territorium durch Krieg oder Gewalt unzulässig ist“, so die Erklärung.
„Die internationale Gemeinschaft hat die Annexion gerade deshalb verboten, weil sie Kriege, wirtschaftliche Verwüstung, politische Instabilität, systematische Menschenrechtsverletzungen und weit verbreitetes menschliches Leid hervorruft“.
„Apartheid des 21. Jahrhunderts“ Die Annexion werde die israelische Souveränität auf fast 30 Prozent des Westjordanlandes ausdehnen und den größten Teil des Jordantals und mehr als 230 illegale israelische Siedlungen umfassen. Sie werde auch die Menschenrechtsverletzungen verschärfen, die während der fünf Jahrzehnte der israelischen Besatzung begangen worden seien, darunter Landbeschlagnahme, Gewalt von Siedlern, Zerstörung von Häusern und exzessive Anwendung von Gewalt und Folter. „Was vom Westjordanland übrig bliebe, wäre ein palästinensisches Bantustan, Inseln unzusammenhängenden Landes, die vollständig von Israel umgeben sind und keine territoriale Verbindung zur Außenwelt haben“, so die Erklärung weiter.
„Die Zeit nach der Annexion wäre die Kristallisation einer bereits ungerechten Realität: zwei Völker, die im selben Gebiet leben, vom selben Staat regiert werden, aber mit zutiefst ungleichen Rechten. Dies ist die Vision einer Apartheid des 21. Jahrhunderts“.
Die Experten erinnerten daran, dass Israel bereits früher besetztes Land annektiert hat: Ost-Jerusalem im Jahr 1980 und die syrischen Golanhöhen ein Jahr später. „Bei beiden Gelegenheiten verurteilte der UN-Sicherheitsrat die Annexionen sofort als unrechtmäßig, traf aber keine sinnvollen Gegenmaßnahmen, um sich Israels Aktionen entgegenzustellen“, sagten sie und fügten hinzu, dass sich das Land auch gegen Ratsresolutionen, die Siedlungen kritisieren, gewehrt habe. Sie betonten jedoch, dass es „diesmal anders sein muss“, und forderten Rechenschaftspflicht und ein Ende der Straflosigkeit im Einklang mit dem Völkerrecht. „Die internationale Gemeinschaft hat die rechtliche und politische Verantwortung, eine auf Regeln basierende internationale Ordnung zu verteidigen, sich Verletzungen der Menschenrechte und der grundlegenden Prinzipien des Völkerrechts zu widersetzen und ihre zahlreichen Resolutionen, die Israels Verhalten dieser langwierigen Besetzung kritisieren, in die Tat umzusetzen. Insbesondere haben die Staaten die Pflicht, einen anderen Staat nicht anzuerkennen, zu unterstützen oder einem anderen Staat in irgendeiner Form von illegalen Aktivitäten wie Annektierung oder der Errichtung von Zivilsiedlungen in besetztem Gebiet zu helfen“, sagten sie.
„Die Lehren aus der Vergangenheit sind klar: Kritik ohne Konsequenzen wird weder die Annexion verhindern noch die Besetzung beenden“.
Unabhängige Stimmen Die 47 Experten, die die Erklärung unterzeichneten, wurden vom UNO-Menschenrechtsrat ernannt, um spezifische Ländersituationen oder thematische Fragen in allen Teilen der Welt zu beobachten. Sie sind von der UNO unabhängig, d.h. sie sind weder Mitarbeiter, noch werden sie von der Organisation bezahlt.
(Screenshot Twitter)

New York
Türkischer Außenpolitiker zum Präsidenten der UN-Generalversammlung gewählt

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New York – Der türkische Außenpolitiker Volkan Bozkır ist zum Präsidenten der 75. UN-Generalversammlung gewählt worden. Mit deutlicher Mehrheit ist Volkan Bozkir am Mittwoch zum Präsidenten der 75. Generalversammlung der Vereinten Nationen gewählt worden. Wie TRT Deutsch berichtet, ist Bozkir der erste türkische Staatsbürger in dieser Position. Er wird sein Amt am 15. September für ein Jahr antreten. Vertreter von 192 Staaten waren demnach bei der Wahl in New York anwesend. Mitgliedern der UN-Gruppe WEOG (Die Gruppe von westeuropäischen und anderen Staaten) unterstützten seine Kandidatur, so TRT Deutsch weiter. Nachdem er sein Jurastudium an der Universität Ankara absolvierte, war Bozkir seit 1972 in verschiedenen Bereichen des türkischen Außenministeriums tätig. Von 1996 bis 2000 war er Botschafter in Rumänien. 2014 bis 2016 vertrat er die Türkei als Europaminister. Er ist zudem seit 2011 Vorsitzender der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten des türkischen Parlaments, berichtet TRT Deutsch.

Menschenrechte
Weltflüchtlingstag: Grenzschließungen verstoßen gegen das Völkerrecht

Fast 80 Millionen Menschen weltweit waren Ende 2019 auf der Flucht, so die heute veröffentlichten Zahlen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Vor 10 Jahren waren es etwa die Hälfte. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Konflikte, Krieg oder extreme Naturereignisse – auch infolge des Klimawandels. Eines haben sie gemeinsam: Durch die Corona-Pandemie werden die ohnehin herrschenden Krisen noch zusätzlich verstärkt. „Die Corona-Pandemie hat erneut gezeigt, dass Menschen auf der Flucht besonders gefährdet und verwundbar sind“, sagt Peter Mucke, Geschäftsführer von Bündnis Entwicklung Hilft. Für die Geflüchteten in den überfüllten Camps weltweit sind die Abstands- und Hygienestandards schlicht nicht einzuhalten. Außerdem ist dort so gut wie keine ausreichende medizinische Versorgung vorhanden. Der Schutz der Geflüchteten wird auch indirekt gefährdet: Nach Schätzungen des UNHCR haben 57 Staaten weltweit ihre Grenzen geschlossen, ohne dabei eine Ausnahme für Asylsuchende zu machen. Wenn in dem bisherigen Aufenthaltsstaat unmenschliche Lebensbedingungen drohen, stellt dies eine Verletzung des Non-Refoulement Prinzips (Prinzip der Nichtzurückweisung) der Genfer Flüchtlingskonvention dar. „Das Recht auf Asyl wird durch die Grenzschließungen de facto außer Kraft gesetzt. Die Genfer Flüchtlingskonvention muss unter allen Umständen auch jetzt während der Corona-Pandemie eingehalten werden. Alles andere ist völkerrechtswidrig“, so Mucke. Zusätzlich verhindern Maßnahmen wie geschlossene Behörden, dass Geflüchtete einen gesicherten Aufenthaltsstatus erhalten.
Die Situation der Menschen auf der Flucht wird durch die Corona-Krise nicht nur schwieriger und gefährlicher, sondern auch zunehmend unsichtbar gemacht. Die Aufmerksamkeit für die Situation der Vertriebenen und Geflüchteten weltweit darf nicht in Vergessenheit geraten. So harren beispielsweise in der Region Cox’s Bazar in Bangladesch mehr als 900.000 Rohingya aus, in Somalia leben momentan 2,6 Millionen intern vertriebene Menschen in notdürftigen Siedlungen und auf der griechischen Insel Lesbos drängen sich mehr als 20.000 Menschen in einem Camp geplant für 3.000.
In ihren zahlreichen Projekten versorgen Bündnis-Mitglieder und ihre lokalen Partnerorganisationen geflüchtete und vertriebene Menschen unter anderem mit Lebensmitteln und Hygiene-Kits, errichten Gesundheitsstationen in den Camps und leisten psychosoziale Betreuung.

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– Systematische Gewalt – Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children veröffentlicht heute einen neuen Bericht zur Flucht der Rohingya aus Myanmar. In „Horrors I will never forget“ berichten Kinder und Jugendliche erschütternde Erlebnisse von massiver Gewalt, von Vergewaltigungen oder von Menschen, die lebendig verbrannt wurden.

Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“