Terrorismus
Terroranschlag in Wien: : „Ich werde mich nicht distanzieren“

Ein paar Gedanken zu den Aufforderungen, wir Muslime sollten uns distanzieren Ein Gastbeitrag von Mehmet Ünal Wir Muslime sind so vielfältig wie jede andere Gruppe auch. Unter uns gibt es orthodoxe, säkulare Muslime die durch ihr Äußeres sichtbar sind und auch andere, denen man das nicht ansieht oder wieder welche die ihre Religion nicht leben. Wir sind blond, rothaarig, schwarzhaarig, sind weiß, PoC oder asiatisch. Wir alle gehen auf Weihnachtsmärkte, in Restaurants, Bars, feiern gerne und machen so banale Sachen wie einkaufen, arbeiten oder unsere Kinder in die Schulen begleiten. Viele von uns, so wie ich, sind auch multireligiös verheiratet. In meinem Fall mit einer Katholikin. Unsere Familien gehen in Moscheen oder Kirchen. Diese sogenannten islamistischen Terroristen, Mörder, Abschaum, greifen Weihnachtsmärkte, Kirchen, Schulen oder wie jetzt in Wien, in ihrem Wahn, wahllos Menschen an. Sie selektieren dabei auch nicht, könnte das ein Muslim sein, sondern sie morden. Denen ist es egal, ob ich in einer Gaststätte mit meinen Freunden sitze, die Muslime oder Christen sind. Denen ist es egal, ob sie meine Frau oder meine Schwiegereltern in der Kirche oder auf der Straße meinen Schwager, meine Schwester, meinen Bruder, meinen Vater ermorden. Denen ist es egal, Hauptsache sie töten. Nach jedem sogenannten islamistischen Terror, kommt regelmäßig die Aufforderung, Muslime sollten sich distanzieren. Wovon sollen wir uns denn distanzieren? Dass wir, unsere muslimischen und nicht muslimischen Familienmitglieder oder auch christlichen Familienmitglieder und Freunde genau so gut Opfer sein könnten? Wir Muslime teilen vielleicht dieselbe Religion mit diesen Attentätern, aber wir teilen mit ihnen weder das Islamverständnis, geschweige denn die Ideologie. Wir alle, Muslime, Christen, Juden, Atheisten, sind Ziele dieser Verbrecher und Mörder, daher verweigere ich mich dem Aufruf zur Distanz dieser Terroristen. Ich bekenne meine volle und uneingeschränkte Solidarität gegenüber allen Opfern dieser Mörder.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Die Austro-Türken Mikail Özen und Recep Tayyip Gültekin riskierten während des Terroranschlags in Wien mitten im Kugelhagel ihr Leben, um einem angeschossenen Polizisten und einer älteren Frau zu helfen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dankte den im Netz als Helden gefeierten Männern für ihren Mut.

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Kommentar
Bergkarabach: Willkürliche Grenzziehung von Josef Stalin

Ein Gastbeitrag von Asif Masimov – Doktorand an der Humboldt-Universität zu Berlin In der Perzeption der deutschen Medien zum Bergkarabach-Konflikt bildet als Klassiker natürlich der Verweis auf Stalin, der diese Region Aserbaidschan zugeschlagen haben soll. Im Anhang dieses Schreibens wird ein Archivdokument beigefügt, das eindeutig bestätigt, dass die Region Bergkarabach innerhalb Aserbaidschans bleiben soll. Aus der Abschrift dieses Dokuments wird nun dieser entscheidende Punkt übersetzt: Am 5. Juli 1921 fand die Tagung des Kaukasischen Büros (Kavbüro) statt. Dort wurde entschieden, die Lage Bergkarabachs innerhalb Aserbaidschans beizubehalten.
„Ausgehend von der Notwendigkeit der Friendssicherung zwischen Muslimen und Christen und aufgrund der ökonomischen Verbundenheit von Berg- und Talkarabach mit Aserbaidschan, wird beschlossen, Bergkarabach innerhalb Aserbaidschans zu belassen und der Region mit dem administrativen Zentrum Schuscha, das Teil der autonomen Oblast ist, eine breite Autonomie zu gewähren.“
Interessanterweise stimmte Josef Stalin bei dieser Entscheidung nicht ab. Es mag sein, dass Stalin auf den Ausgang der Entscheidung Einfluss hatte. Die Tatsache, dass in dem Dokument die Zugehörigkeit des Gebietes innerhalb Aserbaidschans eindeutig schwarz auf weiß formuliert wurde, kann hier aber nicht negiert werden. Die seitens der Armenier erfundenen Aussagen „Aserbaidschan zugeschlagen“, „[…] zugesprochen“, „[…] angeschlossen“ usw. werden leider vor Veröffentlichung durch die deutschen Journalisten nicht weiter überprüft und somit als Fake News ganz selbstverständlich weiterverbreitet. Vier der Tagungsteilnehmer entschieden sich für diese Vorgehensweise, drei Teilnehmer stimmten enthalten.[2] Es handelte sich also nicht um eine willkürliche Entscheidung Stalins. Durch die aufgeführten Schwerpunkte wird deutlich, dass bei dieser Tagung überhaupt nicht diskutiert wurde, ob Bergkarabach Aserbaidschan zugeteilt werden muss. Dennoch findet man diesen Streitpunkt während der Tagung vom 4. Juli 1921 für Armenien. [1] Zit. nach RGASPI (Russisches Staatsarchiv für sozio-politische Geschichte), F.64, Op.1, D.1, L.125. [2] Gulieva, D. P.: K istorii obrazovanija Nagorno-Karabachskoj Avtonomnoj Oblasti Azerbajdžanskoj SSR 1918-1925, Dokumenty i Materialy, Baku, 1989, S. 59.

Asif Masimov Asif Masimov hat Internationale Beziehungen und Politikwissenschaften studiert. Er ist Doktorand im Fach Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er bloggt auf masimovasif.net zu historischen und politischen Themen rund um Deutschland, Aserbaidschan und Russland.

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Bergkarabach-Konflikt
Kommentar: 1.500 PKK-Kämpfer aufseiten Armeniens

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de US-Erkenntnisse über Massenvernichtungswaffen im Irak waren frei erfunden Der ehemalige US-Verteidigungsminister Colin Powell hielt am 5. Februar 2003 eine wichtige Rede vor der UN- Vollversammlung in New York. Darin sprach er von wichtigen nachrichtendienstlichen Erkenntnissen, die den Besitz von Massenvernichtungswaffen des Irak beweisen würden. Mit Massenvernichtungswaffen sind in diesem Zusammenhang biologische und chemische Kampfstoffe gemeint. Die USA wollten mit dieser Ansprache die Weltöffentlichkeit und verbündete Staaten überzeugen, dass ein Krieg gegen den Irak unausweichlich sei. Später stellte sich heraus, dass die Ansprache eine Inszenierung und die Erkenntnisse über Massenvernichtungswaffen frei erfunden war. Kurze Zeit später begann der US-Angriff gegen den Irak mit mindestens einer Million getöteter irakischer Zivilisten. Kein Staat auf der Welt hat es seitdem gewagt, eine Anklage gegen die Verantwortlichen dieses Krieges zu fordern. Wer wollte sich damals mit den Vereinigten Staaten anlegen? Der Irak hat sich von diesem Krieg bis heute nicht erholt. Ich habe dieses Beispiel mit dem Irak-Krieg erwähnt, weil die Medien auch damals die US-amerikanischen „Erkenntnisse“ über Massenvernichtungswaffen im Irak aufgegriffen hatten, bis auf wenige Ausnahmen und darüber berichtet haben. Der Spiegel muss Beweise für seine Behauptung vorlegen Seit über vier Wochen dauert der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan an. Baku ist fest entschlossen, sein von armenischen Streitkräften besetztes Territorium Berg-Karabach und weiterer Gebiete zurückzuerobern. Ein großer Teil der deutschen Medien ist unter dem Einfluss der armenischen Propaganda und berichtet tendenziös, obwohl Berg-Karabach völkerrechtlich ganz klar zu Aserbaidschan gehört. Jetzt komme ich auf den Brief der aserbaidschanischen NGO IRKAZ aus Köln zu sprechen, der das Nachrichtenmagazin Spiegel richtigerweise aufgefordert hat, Beweise für die Behauptung vorzulegen, die Türkei hätte „Tausende syrische Söldner“ bezahlt und ins Kriegsgebiet entsendet. Aserbaidschan handelt nach internationalem Recht Hinter dieser Behauptung, die gebetsmühlenartig von den Medien wiederholt wird, verbirgt sich ein konkreter Plan. Die Strategen hinter dieser Propagandakampagne wissen ganz genau, dass Berg-Karabach rechtlich betrachtet zu Aserbaidschan gehört. In dieser Frage können sich die armenischen Lobbyorganisationen und ihre internationalen Verbündeten nicht über das Völkerrecht stellen. Jetzt komme ich auf den entscheidenden Punkt: Da Aserbaidschan nach internationalem Recht und Gesetz handelt und sein eigenes okkupiertes Gebiet Berg-Karabach von der armenischen Besatzung befreien möchte, gibt es international daran nichts zu kritisieren.
Zum Thema: Präsident Ilham Alijew: Terrorgruppe PKK kämpft aufseiten Armeniens
Deshalb haben die Planer dieser Kampagne öffentlichkeitswirksam die Behauptung in die Welt gesetzt die Türkei hätte „syrische Söldner“ nach Aserbaidschan entsendet. Daher verwundert es kaum, dass deutsche und andere westliche Medien, die Armenien unterstützen, diese Propaganda verbreiten. Aber ein Beweis wurde hierfür bisher nicht erbracht. Im Übrigen benötigt die aserbaidschanische Armee keine „Söldner“, um sein eigenes Gebiet von den armenischen Streitkräften zu befreien, zumal es selbst genug Soldaten hat und sich in der ersten Woche der Militäroperation über 100.000 Freiwillige bei den Rekrutierungsstellen in Aserbaidschan gemeldet haben. Ein weiterer Aspekt, was gegen einen Einsatz von „Söldnern“ spricht, ist das bergige Gelände in den Teilen Berg-Karabachs, das von Gebirgen durchzogen wird. Rachel Avraham: 1.500 PKK-Mitglieder kämpfen auf der Seite Armeniens Wenn wir schon über angebliche „Söldner“ in Aserbaidschan sprechen: Interessant finde ich Rachel Avrahams Artikel der israelischen Journalistin und Forschungsanalystin in der Jewish Press mit dem Titel Has Armenia Resurrected a Terror Group? In ihrem Beitrag berichtet sie von 1.500 PKK-Mitgliedern, die an der Seite Armeniens gegen Aserbaidschan kämpfen. Sie beruft sich bei dieser Zahl auf den Anti-Terrorismusexperten Bartu Eken. Über diesen Punkt hüllen sich die pro-armenisch berichtenden Medien in Schweigen, zumal es sich bei der PKK um eine Terrororganisation handelt, die in Deutschland verboten ist. Auch der aserbaidschanische Präsident erklärte in einem Interview mit aserbaidschanischen und türkischen Medien, dass im Konflikt um Bergkarabach Söldner mit kanadischen und libanesischen Pässen für die Terrororganisation PKK aufseiten Armeniens kämpften. „Schon vor den Kämpfen hatten wir Informationen darüber, dass auch die PKK-Gruppen ihr Lager in Karabach aufgeschlagen haben, weil Berg-Karabach ein unkontrolliertes Gebiet war. Es gab keinen internationalen Kontrollmechanismus. Das ist ein unkontrollierter Bereich. Daher gab es hier einen Schmuggel, Drogenhandel sowie ein Lager, in dem bewaffnete Gruppierungen und die PKK ihre Kämpfer drillten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie hier auch am Bau dieser Befestigungsanlagen beteiligt waren“, so Alijew in einem Interview mit dem türkischen TV-Sender A-Haber. Die genaue Zahl der PKK-Lager wisse er nicht, da diese ihren Ort oft wechselten, es seien jedoch viele. Unter den getöteten Kämpfern aufseiten der Armenier seien Menschen mit libanesischen und kanadischen Pässen. „Es gibt Menschen, die nicht identifiziert werden können. Aber es ist klar, dass sie keine armenischen Soldaten sind. Das heißt, sie sind Söldner“, so Alijew weiter.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Turkologe Dr. Heß bezeichnet den Spiegel als „auflagengeil“

Bergkarabach-Konflikt
Alijew-Interview: Deutsch-Aserbaidschaner verurteilen ARD

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Seit dem 27. September tobt im Südkaukasus erneut ein Krieg. Immer mehr Deutsch-Aserbaidschaner kritisieren die aus ihrer Sicht einseitige und fehlerhafte Berichterstattung der deutschen Medien über den Konflikt. Diese haben die ARD in einem offenen Brief für die Kürzung eines Interviews mit Präsident Ilham Aliyev scharf verurteilt. Der Brief im Wortlaut: Sehr geehrter Herr Buhrow Sehr geehrtes ARD Team, zuerst bedanken wir uns bei Ihnen für das originelle und spannende Interview mit dem Aserbaidschanischen Präsidenten, Ilham Aliyev über den Konflikt in Berg-Karabach. An dieser Stelle, ein Lob an die Redaktion für den gelungenen Leitfaden des Interviews und für die gestellten Fragen, einschließlich der kritischen Fragen, die zum Zweck der Aufklärung der komplexen Konfliktsituation dienen sollten. Diese kritische Sichtweise auf den Konflikt, ist essenziell für die korrekte Darstellung des Konfliktes und für die Richtigstellung der Fakten zur Beseitigung der Falschmeldungen, Unwahrheiten und der Propaganda, die leider in den Kriegszeiten allgegenwärtig ist und zum Zweck der Volkshetze dienen. Als deutsche Bürger, vertrauen wir unseren Informationsquellen, da wir an die Haltung des Pressekodexes unserer Medien glauben und uns eine Unabhängigkeit und die Freiheit der Medien zugesprochen wird. In diesem Kontext schätzen wir die freie Meinungsäußerung unserer Journalisten die nicht parteiisch, jedoch faktisch und sachlich berichten. Daher schätzen wir die Skepsis, das kritische Hinterfragen, welche uns durch unsere Logik zur freien Meinungsbildung verhelfen sollte. Zu unser Enttäuschung, jedoch wurden die Antworten auf diese kritischen Fragen stark reduziert und ausgeschnitten… Daher geht mein Lob der Verantwortung der Pressefreiheit an dieser Stelle zu der Vollversion des Interviews in der originalen Länge und Sprache. Die veröffentlichte und übersetzte Version in die deutsche Sprache des Interviews, hat den Eindruck einer Zensur, welche zur Vermittlung einer schon vorab festgelegten Meinungsbildung verhelfen sollte. Dies stellt die ethischen Standards ihrer Redaktion und die Verantwortung ihres Journalismus über die Meinungsbildung der Massen zum aktuellen Konflikt stark in Frage.
Zum Thema: Deutsch-Aserbaidschaner fordern vom Nachrichtenmagazin „Spiegel“ Beweise
Die veröffentlichten Ausschnitte scheinen offensichtlich eine manipulative Darstellung der Fakten zu sein. Dies scheint die Grundlage der Irreführung der Zuschauer zu sein, die an den Pressekodex und an den unabhängigen und freien Informationsfluss in den öffentlich-rechtlichen Medien glauben und vertrauen. Dieses Vertrauen, darf nicht in Form einer Zensur missbraucht werden. Die einseitige Darstellung der Fakten der ausgeschnittenen Version des Interviews, scheint einen Propagandacharakter zu haben. In diesem Kontext, hat der Zuschauer keine Chance die Antworten auf diese kritischen Fragen zu erfahren und ihre Kernaussage zu empfangen, welches seiner freien Meinungsbildung dienen und verhelfen sollte. Stattdessen, scheint dem Zuschauer das Recht auf die freie Meinungsbildung in Form von einer Zensur weggenommen zu sein, in dem die Fakten verschwiegen werden und die freie Meinungsbildung mit Bezug auf die faktischen Aussagen verhindert werden zu scheint. Hierbei stellt sich die Frage, wieso nicht nur die Antworten auf die kritischen Fragen, sondern auch einige wichtige Fragen und Antworten des Interviews ausgeschnitten und weggelassen worden sind. Dabei Handelt es sich um das Aufflammen des Konfliktes. Der Grund hierfür wurde verschwiegen, höchstwahrscheinlich, weil es nicht das irreführende Narrativ unterstützt, in dem Aserbaidschan als Aggressor dargestellt wird, sondern diese mit Fakten des armenischen Angriffes widerlegt. Besonders betonen möchte ich hierbei auch die Fragen zu der Grundlage des Berg-Karabach-Konfliktes, in dem die ethnische Mehrheit der Bevölkerung des Berg-Karabachs historisch in Frage gestellt wird. Die Antwort, die sich auf öffentlich anerkannte, historische Fakten beruht, wurde ebenfalls ignoriert. In diesem Teil des Interviews stellen mehrere Verträge als Quelle, die Einwanderung von der armenischen Völkergruppe in die Konfliktregion Berg-Karabach in den Beweis. Da, diese Fakten unsere freie demokratische Sichtweise beeinflussen, in dem es das Selbstbestimmungsrecht der Völker betrifft, ist dieser Ausschnitt essenziel und sollte nicht weggeschnitten werden. Da diese Grundlage einen völlig neuen Blick der Massen auf den Konflikt eröffnet und sie wissenschaftlich bewiesen aufklärt, ist das Verschweigen dieser Fakten einer Abhängigkeit ihrer Medienredaktion von dritten Faktoren gleichzustellen. Dies lässt den Verdacht aufkommen, dass ihre Berichtserstattung zum Eigennutz von Dritten dient und hat den Anschein eines Machtmissbrauches und des Framing-Effekts, die zur anderen Zwecken als zur Zwecken der Information dient. Mit der Hoffnung eines Fehlers haben sich die Deutsch-Aserbaidschaner zum Interview bei Ihrem Reporter geäußert und die freie Meinungsäußerung zu Gebrauch gemacht, in dem sie die veröffentlichte Version bei ihm hinterfragt haben. Die Gegenreaktion Ihres Reporters ist empörend. Anbei schicke ich Ihnen das Screenshot der Interaktion. Beruhend auf seinen Kommentar, möchte ich an dieser Stelle, erstens Sie auf das Datenschutzrecht aufmerksam machen. 1. Die Unterstellung einen Namen und ein Foto auf Twitter haben zu müssen um auf die Fragen einzugehen, unterstützt den Datenschutz des Individuums in den sozialen Netzwerken nicht. Ein voller Name und ein Bild ist nicht die Grundlage der freien Meinungsäußerung, darüber hinaus sollte die Privatsphäre der Nutzer respektiert werden. 2. Die Erklärung, wie es mit den Journalisten in Deutschland aussieht ist völlig irrelevant, da dies den Kommentatoren unterstellt keine Ahnung über eine demokratische Regierung zu haben. Die Pflichten der Medien, scheinen hierbei jedoch in Vergessenheit geraten zu sein. 3. „So ist es mit der Pressefreiheit „ – beweist, dass ihr Reporter statt sich wirklich auf die Pressefreiheit zu beruhen und auf die Fragen sachlich einzugehen, in Namen der Pressefreiheit, diese eigennützig ausnutzt. 4. Zuletzt “wir haben veröffentlicht was wir für wichtig halten“, stellt die Pressekodizes ihrer Redaktion generell in Frage. Aus dieser Aussage ist zu schließen, dass Kriegsverbrechen, illegale Besatzungen, Kriegsprovokationen, Beweismittel, Zivilisten, die Menschenrechtsverletzungen, die Freiheit, Lösung des Konfliktes, Genozide, Rassismus, Pressefreiheit, Frieden, Gerechtigkeit, Dokumente, Kriminalität, die Kompromissbereitschaft, Flüchtlinge, Sicherheit, Kulturerbe und Aserbaidschaner für unwichtig gehalten werden. All diese Rechtsverstöße scheinen somit, begrüßt zu sein. In Zusammenhang zu dieser Aussage frage ich mich auch wieso die Aussage über die Kirche im Interview veröffentlicht wird, jedoch die Aussage über die Moschee ausgeschnitten wird. In Anbetracht der Antwort ihres Journalisten, lässt sich auch schließen, dass eine Religionsgruppe wichtiger als die andere Religionsgruppe gehalten wird. Was auch gegen die Ziffer 10 (Religion, Weltanschauung, Sitte) des Pressekodexes verstoßt. Auch die Kinderrechtsverletzung scheint unwichtig zu sein, da das Kinderopfer des Krieges nicht veröffentlicht wird. Eine demokratische Gesellschaft in Europa wird offensichtlich auch für weniger wichtig gehalten, da dieser Teil des Interviews ebenso ausgeschnitten worden ist. Der Vorwurf eines Ablenkungsmanövers, von den Verstoßen gegen eine freie demokratische Gesellschaft mit Hilfe von Gewalt wird ignoriert und somit von Medien anscheinend selbst als Ablenkung von den Realen genutzt und verschwiegen. Auch, wichtige wirtschaftliche Faktoren zur Lösung des Konflikts wie Sanktionen wurden ausgeschnitten. Die Internationale Stellungnahme zum Konflikt und der versuch Armeniens den Konflikt zum globalem Problem zu machen und die Rolle von anderen Ländern wurden ebenfalls verschwiegen. Das fragliche Budget zur Kriegsführung von Armenien wird ebenfalls kaschiert. Die Liste von ausgeschnittenen Fragen und Antworten ist lang und in Anbetracht zu der übersetzten Version in der deutschen Sprache, die von Ihnen veröffentlicht worden ist, entstehen berechtigte Zweifel der massiven Medienmanipulation ihrerseits. Die Aussage ihres Mitarbeiters ist mit Vorurteilen behaftet und unprofessionell. Es ist somit fraglich, ob der Rundfunkverbund öffentlich-rechtlich agiert oder anderweitige Interessen verfolgt. Die strategische Positionierung der ARD scheint sich gegen die ethischen Standards für den Journalismus entschieden zu haben. Die Achtung vor aserbaidschanischen Opfern der Kriegsverbrechen in diesem Konflikt scheint nicht vorhanden zu sein. Es findet eine einseitige Berichtserstattung statt, in dem es nur über das Leid des armenischen Volkes berichtet wird und die die Rechtsverletzungen der Armenier gegen die Aserbaidschaner kaschiert und unterdrückt werden. Ebenfalls werden die internen Menschenrechtsverletzungen von Armenien wiederholt verschwiegen. Es scheint eine gezielte Parteiergreifung stattzufinden. Wir hoffen sehr, dass die ARD seiner Verantwortung gegenüber der Massen bewusst vorgeht und diese Missverständnisse korrigiert und klarstellt. Es ist selbstverständlich das solche Informationen zu fatalen Ergebnissen führen. Die hier weggelassenen Passagen haben einen starken Einfluss auf die Geschehnisse und die Tatsachen. Wir als Zuschauer der öffentlich-rechtlichen Medien erwarten sachliche und faktische Darstellung der Informationen, die beidseitig und keiner falls einseitig ausgestrahlt werden. Die ausgeschnittenen Teile, haben einen starken Einfluss auf die Geschehnisse und die Tatsachen. Diese führen zur Verständigung des komplexen Konfliktes dar. Die Auslassung von wichtigen Aussagen, beeinflusst die Position der Gemeinschaft mit einer negativen kritischen Tendenz. Dies sorgt einerseits, für Unsicherheit unserer Mitbürger und beeinträchtigt andererseits das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft. Das Vertrauen an die demokratische und freie Presse geht somit auch zum wiederholtem Mal verloren. Wir sind über die demokratische, freie und unabhängige Meinungsbildung unserer Mitbürger mit Berücksichtigung auf die Situation, wenn man die Punkte bis jetzt bedenkt, zutiefst besorgt. Bitte klären sie uns zu oben genannten Faktoren auf. Als Mitbürger bitten wir sie um eine unverzügliche Stellungnahme hierzu. Bleiben Sie gesund! Mit den Besten Grüßen, Khadija Rzayeva, Diesem offenen Brief schließen sich an: Aserbaidschanisch-Deutscher Freundschaftsverein e.V., Vereinigung aserbaidschanischer Studierender und Wissenschaftler in der Bundesrepublik Deutschland (VASW) e.V., Deutsch-Aserbaidschanischer Freundschaftsverein Troisdorf e.V., IRKAZ e.V., Aluminiportal Aserbaidschan, Dr. Gülcin Abbaszade, Dr. Samir Hasanov, Dr. Gurban Alakbarov, Erwin Muhr, Dominik Dengler, Heidar Huseynov, Elnur Gurbanov, Emil Sattarhoff, Bahram Novruzov, Asif Masimov, Ziyaddin Ismayilov, Avi Shefatja.

Österreich
Terroranschlag: Erdogan dankt „türkischen Helden“ von Wien

Wien – Die Austro-Türken Mikail Özen und Recep Tayyip Gültekin riskierten während des Terroranschlags in Wien mitten im Kugelhagel ihr Leben, um einem angeschossenen Polizisten und einer älteren Frau zu helfen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dankte den im Netz als Helden gefeierten Männern für ihren Mut. Innenminister Karl Nehammer lobte den Einsatz der beiden am Dienstagnachmittag als Zeichen des Miteinanders. „Wir wollten den letzten Kaffee vor der Ausgangssperre trinken und dabei sind wir mitten im Gefecht gelandet“, schilderte Özen die Situation auf Instagram. Recep Tayyip Gültekin erklärte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu, dass er mit seinem Freund Mikail Özen in einem Café am Schwedenplatz in der Wiener Innenstadt saß, als er die verletzte Frau sah. Ohne zu überlegen sei er rausgelaufen, um die Frau in Sicherheit zu bringen. Nachdem er die Verletzte an einen sicheren Ort gebracht hatte, geriet Gültekin selbst in die Schusslinie der Terroristen und bekam eine Kugel ins Bein. Als er einen Polizisten sah, der ebenfalls angeschossen war, zögerte er nicht und eilte trotz seiner eigenen Schussverletzung auch ihm zur Hilfe. „Andere Polizisten schauten zu, ich schrie sie um Hilfe an, aber sie taten nichts. Ich sagte zu Mikail, wir kümmern uns selbst darum „, so Gültekin. „Wir konnten nicht einfach nur zuschauen. Wir sind hingelaufen und haben ihn zum Krankenwagen befördert“, so Özen. Die beiden Kampfsportler haben den Wiener Polizisten daraufhin zu einem Krankenwagen getragen. „Ich trug ihn auf dem Rücken, und Mikail hielt seine Beine“, so Gültekin. Aufgrund der vielen Verletzten habe er selbst zuerst auf eine Einweisung ins Krankenhaus verzichtet, sagte Gültekin. „Terror ist überall Terror“ Er lebe in Österreich und verdiene seinen Lebensunterhalt hier, sagte Gültekin: „Die Polizei, die verletzt wurde, war meine Polizei. Die Menschen, die verletzt wurden, waren meine Leute. Ich spreche dem österreichischen Staat mein Beileid aus und hoffe, dass die Verletzten schnell genesen werden.“ Er fügte hinzu: „Wenn morgen dasselbe passiert, würde ich nicht zögern, Menschen zu retten. Ich möchte keine Diskriminierung zwischen Muslimen, Juden oder Christen sehen. Terror hat in diesen Religionen keinen Platz. Terror ist überall Terror.“ Präsident Recep Tayyip Erdogan dankt Helden Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dankte in einem Videotelefonat den beiden Männern für ihren Mut. Während des Gesprächs wünschte Erdogan Gültekin eine baldige Genesung und fragte nach seinem Gesundheitszustand. Die Türkei sei stolz auf sie, sagte Erdogan: „Seien Sie den Österreichern gegenüber weiterhin hilfsbereit. Sie verstehen uns vielleicht nicht, aber wir verstehen sie.“ In einem Twitter-Beitrag dankte auch Nikolaus Meyer-Landrut, der EU-Botschafter in der Türkei, den beiden Helden für ihre Hilfe für die Verletzten. Der Botschafter zitierte den Tweet des türkischen Außenministers Mevlut Cavusoglu über Gültekin und Özer:
Sehr geehrter Herr Minister, Wir danken und gratulieren den TR-Bürgern Recep Tayyip Gültekin und Mikail Özer, die den Verletzten der Anschläge von gestern Abend in Wien geholfen haben In Solidarität und Zusammenarbeit sind wir bereit, gegen rassistische Übergriffe zu kämpfen, wo immer sie stattfinden
Bei dem Terroranschlag in Österreichs Hauptstadt am Montagabend sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen und 17 weitere wurden verletzt.  

Ägäis-Beben
Türkei-Beben: Dreijährige Ayda nach 91 Stunden aus Trümmern gerettet

Izmir – Nach dem tödlichen Erdbeben in der Ägäis konnte am Dienstagmorgen in der westtürkischen Millionenmetropole Izmir ein weiteres Kleinkind aus den Trümmern geborgen werden. Am vierten Tag nach dem schweren Erdbeben in der Westtürkei haben Rettungsteams die dreijährige Ayda gerettet. Sie habe gelächelt und ihre Hand nach den Helfern ausgestreckt. „Wo ist Papa?“, fragte die Dreijährige als Erstes, so die Helfer. Sie habe zudem nach Ayran (Joghurtgetränk) und Wasser gebeten. „Ich habe ihre Stimme gehört. Ich habe meinen Kopf durch eine Lücke gesteckt. Sie hat gesagt: „Ich habe so Durst“, so ein Rettungshelfer gegenüber dem TV-Sender TRT. Gesundheitlich gehe es der Dreijährigen soweit gut, sagte ein Arzt. Lebensgefährliche Verletzungen gebe es keine. Ein weiterer Rettungshelfer erklärte gegenüber TRT, dass die kleine Ayda sehr viel Glück gehabt habe, weil sie zwischen einer Wasch- und Spülmaschine eingeklemmt gewesen sei. Das habe ihr vermutlich das Leben gerettet. Erst am gestrigen Montag war ein weiteres dreijähriges Kind nach 65 Stunden aus den Trümmern gerettet worden. Türkei-Erdbeben: Zahl der Toten steigt auf 102 Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben im Westen der Türkei ist nach Angaben der Behörden auf 102 gestiegen. Fast 1.000 Menschen sind bei dem starken Beben verletzt worden. Gebäude wurden beschädigt, Wasser trat bei einem Tsunami über die Ufer. Die türkische Katastrophenbehörde gab die Stärke mit 6,6 an, die US-Erdbebenbehörde USGS sogar mit 7. Laut der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD lag das Epizentrum in der Ägäis in einer Tiefe von 16,54 Kilometern nördlich der griechischen Insel Samos. Es handele es sich um eines der schwersten Erdbeben der vergangenen Jahre im Mittelmeerraum. Zu spüren war es auch auf dem griechischen Festland.
(Screenshot/Twitter)
     

Bergkarabach-Konflikt
Turkologe Dr. Heß bezeichnet den Spiegel als „auflagengeil“

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Reinhard Heß Die subtile Tendenziösität des SPIEGEL in seiner Berichterstattung über die jüngste Zuspitzung des Berg-Karabach-Konflikts offenbart sich auch im neuesten Heft. In voller Klarheit erkennbar ist sie am Gebrauch des Wortes „Enklave“. Im zweiseitigen Artikel zu Berg-Karabach wird das Wort gleich zwei Mal auf das Gebiet angewendet. Auf Seite 96 ist von der „Rückeroberung der überwiegend armenisch besiedelten Enklave Bergkarabach“ die Rede, und auf Seite 97 heißt es: „Vor allem Aserbaidschan scheint die Lage nutzen zu wollen, […] für die Rückeroberung der abtrünnigen Enklave zu kämpfen.“ (Zitate aus Alasaad/ Perrier/ Reuter 2020). Sorry, wenn ich an dieser Stelle kurz den Deutschlehrer spielen muss, aber offenbar ist das dringender nötig denn je. Eine „Enklave“ ist laut Definitionen des DUDEN ein „vom eigenen Staatsgebiet eingeschlossener Teil eines fremden Staatsgebiets“ (Müller et al. 1974: 209, s.v. Enklave), „ein fremdstaatl[iches] Gebiet im eigenen Staatsgebiet“ (Wermke/ Kunkel-Razum/ Scholze-Stubenrecht 2004: 338, s.v. Enklave).
Berlin: Aserbaidschans Botschaft kritisiert ARD wegen Interview-Kürzung
Dadurch, dass immerhin drei Autoren des reißerischen SPIEGEL-Artikels Berg-Karabach als „Enklave“ titulieren, machen sie es kurzerhand zu einem Teil eines fremden Staates. Und das ungeachtet der international unter anderem durch vier UN-Resolutionen aus dem Jahr 1993 klar bestätigten völkerrechtlichen Zugehörigkeit Berg-Karabachs (und der anderen von Armenien besetzten Gebiete) zu Aserbaidschan. Nähme man diesen Wortgebrauch ernst, würde dies des Weiteren bedeuten, dass die von armenischen Separatisten ausgerufene sogenannte „Republik Artsakh“ zugleich Teil eines fremden Staatsgebietes (mutmaßlich Armeniens) sei, was meines Wissens nicht einmal Armenien behauptet. Warum spiele ich hier den Herrn Oberlehrer? Erstens: weil es nicht das erste Mal ist, dass der Begriff „Enklave“ in deutschen Mainstreammedien im Zusammenhang mit dem Berg-Karabach-Konflikt in derart falscher Weise gebraucht wird. Die Sache wirkt also nicht unbedingt nur zufällig. Zweitens: Es ist alles andere als eine Kleinigkeit, Termini von so gravierender internationaler politischer Tragweite konsequent falsch anzuwenden. Schließlich – auch wenn das der vom SPIEGEL wiederholt bedienten Saga vom ,religiös motiviertenʻ (Christen gegen Muslime) Krieg um Berg-Karabach widerspricht – ist die völkerrechtliche und politische Zugehörigkeit des Gebiets das os contentionis der ganzen Sache, und zwar seit Beginn des Konflikts. Wenn der vom SPIEGEL in den deutschen Lesermassen gestreute angebliche „Enklaven“-Status Berg-Karabachs tatsächlich gegeben wäre, würde Aserbaidschan automatisch zu einem Aggressor, der fremdes Territorium angreift. Das scheint genau die Richtung zu sein, in der der SPIEGEL sich mit seinem Wortgebrauch bewegt. Wie der SPIEGEL die historischen Fakten durch bewusste Verkürzung und Simplifizierung zurechtstutzt, damit sie in sein anti-aserbaidschanisches Bild passen, zeigt auch der etwas kryptische und in dramatische Worte gekleidete Hinweis im selben Artikel, dass die jetzt für Aserbaidschan in Berg-Karabach kämpfenden Syrer „zum späten Opfer der Machtspiele Stalins“ geworden seien (Alasaad/ Perrier/ Reuter 2020).
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Die rhetorische Finte, die in dieser Andeutung steckt, besteht darin, dass der deutsche Leser (zumindest wenn er nicht Anhänger einer poststalinistischen Populistenpartei ist) hier automatisch den Eindruck gewinnen muss, dass die aserbaidschanische Sache natürlich unrechtmäßig, weil von Stalin bewirkt worden sei. Der SPIEGEL weiß dabei allerdings natürlich genau, dass kaum einer seiner Leser sich die Mühe machen wird, nachzulesen, wie sich die komplizierte Geschichte wirklich zutrug. Dass beispielsweise an der entscheidenden Sitzung des Kaukasusbüros der Bolschewiki-Partei vom 5. Juli 1921 keinesfalls nur Stalin als Beschließender teilnahm, sondern auch ein armenischer, ein aserbaidschanischer und zwei georgische Plenumsmitglieder (was man sogar bei armenischen Autoren nachlesen kann: Hakobian et al. 1993: 156). Dass in dem am 5. Juli 1921 mit vier Dafürstimmen und einer Enthaltung gefassten Beschluss davon die Rede ist, dass Berg-Karabach bei der Aserbaidschanischen SSR „verbleiben“ (ostavit´) solle, was wiederum impliziert, dass es schon zu ihr gehörte. Oder: Das Stalin im Jahr 1921, zu Lebzeiten Lenins, noch keineswegs der alleinige Machthaber in der Sowjetunion war. Und so weiter. Egal. Was für den auflagengeilen, sachliche Faktendarstellung unter reißerisches Storytelling stellenden gegenwärtigen SPIEGEL (ich kenne das Blatt aus Augstein Seniors Zeiten noch ganz anders) zählt, ist eine Schwarz-Weiß-Frosch-Perspektive, mit der er ungeachtet internationaler Rechtsfestlegungen und geschichtlicher Fakten der eigenen Voreingenommenheit applaudieren kann. Ist das Relotius 2.0? Oder hat sich seit dem Auffliegen des Lügenreporters in den SPIEGEL-Redaktionen vielleicht doch nicht so viel geändert, wie behauptet? Oder ist das schon die im Journalismus angekommene Generation der von Pisa und Rechtschreibreform um ihr Bildungsniveau Gebrachten? Die von vielen Medienvertretern gern und lautstark bejammerte Krise des Journalismus beziehungsweise des (oft als Selbstreferenz auftauchenden) „Qualitätsjournalismus“ hat auch mit einem Verfall an Sorgfalt zu tun, mit einer wurstigen Gleichgültigkeit und Unwilligkeit, seine eigenen Positionen zu hinterfragen und zu schärfen, auch zu recherchieren. Wenn sich das nicht ändert, und zwar durchgreifend und dauerhaft, braucht diese Art von Journalismus niemand mehr. Für mich ist der SPIEGEL jetzt angezählt. Ich muss nicht für immer Abonnent bleiben.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Michael Reinhard Heß ist promovierter und habilitierter Turkologe und seit 2005 Privatdozent an der FU Berlin. Thema der Habilitation waren Leben und Sprache des aserbaidschanischen Dichters İmadәddin Nәsimi (1370–1417). Zum Thema Karabach hat er die Bücher „Panzer im Paradies“ (Dr. Köster 2016) und „Karabakh from the 13th century to 1920“ (Gulandot, 2020) verfasst.


Belege Alasaad/ Perrier/ Reuter 2020. Alasaad, Daham/ Perrier, Guillaume/ Reuter, Christoph: Bis zum letzten Syrer. DER SPIEGEL 45 (30. Oktober 2020): 96f. Hakobian 1993. Hakobian, Hravard: Zur Geschichte Arzachs im Mittelalter in kulturgeschichtlicher Hinsicht. Übers. Richter, Manfred. In: Hakobian, Hravard et al.: Armenisches Berg-Karabach/ Arzach im Überlebenskampf. Christliche Kunst – Kultur – Geschichte. Richter, Manfred (Hgg.). Berlin: Edition Hentrich. 15-66. Müller et al. 1974. Müller, Wolfgang et al.: DUDEN Fremdwörterbuch. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Mannheim, Wien, Zürich: Dudenverlag. Wermke/ Kunkel-Razum/ Scholze-Stubenrecht 2004. Wermke, Matthias / Kunkel-Razum. Kathrin/ Scholze-Stubenrecht, Werner (Hgg.): DUDEN. Die deutsche Rechtschreibung. 23., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Mannheim usw.: Dudenverlag.

Bergkarabach-Konflikt
Berlin: Aserbaidschans Botschaft kritisiert ARD wegen Interview-Kürzung

Berlin – Die Botschaft von Aserbaidschan in Berlin hat „die starke Kürzung“ des ARD-Interviews mit Präsident Ilham Alijew kritisiert. Wichtige Stellen seien rausgeschnitten worden. Die Botschaft bezeichnete dies als Zensur. Das sei wohl das Verständnis von „Pressefreiheit “ der ARD. Am Samstagmorgen war das von dem BR-Korrespondenten Oliver Mayer-Rüth geführte Interview mit Alijew auf „tagesschau.de“ veröffentlicht worden. Von dem ursprünglich über 25 Minuten langen Gespräch werden aber nur knapp neun Minuten gezeigt, berichtet TRT Deutsch. Die Botschaft in einer Twittermitteilung:
Das Interview wurde stark ausgeschnitten. Wie soll das verstanden werden, wenn nicht eine Zensur. Aber wir sind daran gewöhnt, wenn es um die Wahrheiten geht Pressefreiheit” a la ARD. Das volle Interview unten video.azertag.az/video/106013?u
An einer rausgeschnittenen Stelle wird Alijew gefragt, wieso Berg-Karabach für Aserbaidschan so wichtig sei. Dieser entgegnet: „Ist Bayern wichtig für Sie? Nordrhein-Westfalen? Es ist unser Land, es ist unser Territorium, international anerkannt.“ Es sei eine „Frage der Gerechtigkeit“, berichtet TRT Deutsch weiter. Mayer-Rüth reagierte auf die Kritik an dem Interview auf Twitter: „So ist das mit der Pressefreiheit. Wir haben veröffentlicht, was wir für wichtig halten.“

Zum Thema

– Bergkarabach-Konflikt – Deutsch-Aserbaidschaner fordern vom Nachrichtenmagazin „Spiegel“ Beweise

Seit dem 27. September tobt im Südkaukasus erneut ein Krieg. Immer mehr Deutsch-aserbaidschaner kritisieren die aus ihrer Sicht einseitige und fehlerhafte Berichterstattung der deutschen Medien über den Konflikt. Aufgrund ihres muslimischen Glaubens stelle man sie als den Aggressor und die Armenier stets als Opfer dar.

Deutsch-Aserbaidschaner fordern vom Nachrichtenmagazin „Spiegel“ Beweise

Ägäis-Beben
Türkei-Beben: Dreijährige Elif nach fast drei Tagen aus Trümmern geborgen

Izmir – Nach dem verheerenden Erdbeben in der Westtürkei konnte am Montag ein dreijähriges Kind aus den Trümmern geborgen werden. Hierzu schreibt der türkische Katastrophenschutz Afad am Montag auf Twitter:
Nach 65 Stunden haben wir in Izmir Elif lebend aus den Trümmern gerettet. Wir sind hier, bis wir den Letzten erreicht haben
Auf TV-Bildern war die Rettung des kleinen Mädchens zu sehen. Helfer trugen das verletzte Kind in ein Krankenzelt. Die Mutter der Dreijährigen, Seher Dereli Perincek, und ihre zehnjährigen Zwillingsschwestern Ezel und Elzem Perincek, wurden 23 Stunden nach dem Beben lebend aus den Trümmern geborgen. Für ihren siebenjährigen Bruder Umut kam leider jede Hilfe zu spät. Er verlor in den Trümmern sein Leben. „Elif packte meinen Finger […] Ich wisch den Staub von ihrem Gesicht“, sagte Feuerwehrmann Muammer Celik gegenüber Reportern nach der Rettungsaktion. Er habe sie zusammen mit einem seiner Mitarbeiter herausgeholt. Das Kind habe seinen Finger bis zum Erreichen des Erste-Hilfe-Zeltes nicht losgelassen, so Celik emotional sehr aufgewühlt. „Dieses Kind verdient es zu leben“, so der Feuerwehrmann. „Wir haben die Hoffnung für Elif nie verloren.“ „Ich bin sehr froh. Möge Gott es ihnen (den Rettern) vergelten. Ich bin wieder mit Elif vereint, bald ist sie auch mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern vereint. Meine Gebete wurden erhört“, so die Großmutter des Kindes gegenüber Reportern. Am frühen Montagmorgen wurde nach 58 Stunden auch eine Vierzehnjährige aus den Trümmern geboren. Insgesamt seien bisher 106 Menschen gerettet worden. Die Bergungsarbeiten  dauern noch an. Türkei-Erdbeben: Zahl der Toten steigt auf 85 Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben im Westen der Türkei ist nach Angaben der Behörden auf 69 gestiegen. Fast 1.000 Menschen sind bei dem starken Beben verletzt worden. Gebäude wurden beschädigt, Wasser trat bei einem Tsunami über die Ufer. Die türkische Katastrophenbehörde gab die Stärke mit 6,6 an, die US-Erdbebenbehörde USGS sogar mit 7. Laut der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD lag das Epizentrum in der Ägäis in einer Tiefe von 16,54 Kilometern nördlich der griechischen Insel Samos. Es handele es sich um eines der schwersten Erdbeben der vergangenen Jahre im Mittelmeerraum. Zu spüren war es auch auf dem griechischen Festland.  

Ägäis-Beben
Türkei-Erdbeben: Zahl der Toten steigt auf 69

Izmir – Bei dem verheerenden Erdbeben am Freitag sind nach bisherigen Erkenntnissen in der Türkei mindestens 69 Menschen ums Leben gekommen. 949 Menschen seien nach jüngsten Erkenntnissen verletzt, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntagabend. Auf der griechischen Insel Samos wurden zwei Jugendliche tot geborgen. Die Gesundheitsbehörden meldeten dort mindestens 19 Verletzte. Seit Freitag soll es über 900 Nachbeben gegeben haben. Das Beben hatte nach Angaben der nationalen türkischen Katastrophenbehörde eine Stärke von 6,6. Die USGS, die Erdbeben-Behörde der USA, gab die Stärke des Bebens sogar mit 7 an. In der westtürkischen Millionenmetropole Izmir sind mehrere Gebäude eingestürzt und Menschen verschüttet worden. Auf Fernsehbildern waren größere Staubwolken zu sehen, die über der Stadt hingen. Ausgelöst durch das Erdbeben traf ein Tsunami auf die türkische Küste.

Laut der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD lag das Epizentrum in der Ägäis in einer Tiefe von 16,54 Kilometern nördlich der griechischen Insel Samos. Bei dem Beben handele es sich um eines der schwersten im Mittelmeerraum der vergangenen Jahre. Zu spüren war es auch auf dem griechischen Festland.

Zum Thema

– Ägäis-Beben – Nach Erdbeben: Mitsotakis und Erdogan sprechen sich gegenseitig Beileid aus

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis haben sich nach dem verheerenden Erdbeben in der Ägäisregion gegenseitig ihr Beileid ausgesprochen und  Unterstützung versprochen.

Nach Erdbeben: Mitsotakis und Erdogan sprechen sich gegenseitig Beileid aus