Corona-Pandemie
Die Corona-Impfung: Rettung oder Risiko?

Die Debatte um den Corona-Impfstoff zeigt die Zerrissenheit in der Gesellschaft in diesen Tagen. Während die handelnden Politiker und die führenden medizinischen Institute alle Hoffnung auf den Impfstoff setzen und unisono zum Impfen aufrufen, gibt es Teile der Bevölkerung und auch Experten, die skeptisch sind. Ihre Sorge: der Impfstoff sei mit heißer Nadel gestrickt und nicht ausreichend auf Langzeitwirkungen getestet. Diese Bedenken teilen auch Menschen, die sich nicht als generelle Impfgegner bezeichnen würden. Für sie sind noch viele Fragen offen – von der Wirksamkeit des Impfschutzes über die Befürchtung von Impfschäden bis zur Frage, wann spürbare Effekte bei den Infektionszahlen zu erwarten sind. Skeptiker befürchten zudem, dass auch ohne Impfpflicht Menschen unter Druck geraten, die sich nicht impfen lassen wollen. Erste Fluggesellschaften wollen keine ungeimpften Passagiere mitnehmen. Droht solcherlei Diskriminierung auch am Arbeitsplatz, in Schule oder Kita? Darf die ungeimpfte Krankenschwester nicht mehr arbeiten, der Arzt nicht praktizieren? Viele Impf-Befürworter beschäftigt unterdessen die Frage, wer den Impfstoff wann bekommen kann und soll. Denn selbst für die, die sich sofort impfen lassen würden, werden die Impfdosen am Anfang nicht ausreichen. Es muss also eine Reihenfolge geben, die ebenfalls Gegenstand der Debatte ist. „Fakt ist!“ aus Magdeburg diskutiert den ethisch-moralischen Aspekt des Themas und fragt außerdem nach: Wie gut ist Mitteldeutschland auf die Impfungen vorbereitet? Wie sicher ist der Impfstoff? Und ist eine komplette Rückkehr zum Leben vor der Pandemie trotz Impfstoff überhaupt möglich? Darüber diskutiert Anja Heyde mit folgenden Gästen:
  • Beate Bröcker (SPD), Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit Sachsen-Anhalt;
  • Dr. med. Martin Terhardt, Kinderarzt und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO);
  • David Sieveking, Film-Regisseur aus Berlin (2018 Film „Eingeimpft“) sowie
  • Prof. Jan Schildmann, Medizin-Ethiker Universitätsklinik Halle.
Bürgerreporter Stefan Bernschein wird in der Sendung die Fragen der Menschen im Land zur Sprache bringen und verfolgt das Netz während der Sendung. Die Zuschauer haben die Gelegenheit, ihre Fragen an Politiker und Experten zu stellen, im Vorfeld über Mail an faktist@mdr.de oder während der ausnahmsweise schon von 20.45 Uhr bis 21.45 Uhr ausgestrahlten Sendung auf der Facebook-Seite von MDR SACHSEN-ANHALT.

Auch interessant

– Verschwörungsmythen – Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Corona-Pandemie
Albanien: Mann während Corona-Ausgangssperre von Polizei getötet

Tirana – Tausende Albaner protestieren seit Tagen gegen die Tötung eines 25-jährigen Mannes durch die Polizei. Der als Klodian Rasha identifizierte Mann wurde am Dienstagmorgen durch die Polizei getötet, da er sich „verdächtig verhielt“ und sich nicht an die  coronabedingten Ausgangssperren gehalten haben soll. Zudem habe er die vorgeschriebene Atemschutmaske nicht getragen. Albanischen Medienberichten zufolge versammelten sich am Mittwochnachmittag Demonstranten vor dem Innenministerium, und forderten lautstark den Rücktritt von Innenminister Sander Lleshaj. Das Gebäude des Premierministers Edi Rama sei mit Steinen beworfen worden. Dabei hätten die Demonstranten „regierungskritische Parolen skandiert“. Spezialkräfte der Polizei eilten herbei, um das Gebäude zu schützen. Medienberichten zufolge wurden mindestens acht Polizisten und zwei Demonstranten verletzt. Der Stellungnahme der Polizei zufolge, habe sich der 25-Jährige am Dienstagmorgen „verdächtig verhalten“ und sei dem Aufruf der Polizei anzuhalten, nicht gefolgt und geflüchtet. Einer der Polizisten habe geschossen, weil er dachte, dass der Flüchtende bewaffnet sei. Das Innenministerium habe mitgeteilt, dass in der Nähe des Opfers zudem eine Schusswaffe gefunden worden sei. Vater verurteilt Tat In einem in den sozialen Medien veröffentlichten Video hat der Vater des Getöteten die Tat verurteilt. Sein Sohn sei an dem Morgen in der Nähe des Hauses bloß Zigaretten holen gegangen und die Polizei habe ihn erschossen, nur weil er keine Maske trug. „Selbst wenn er ein Krimineller wäre, der wegen eines Verbrechens gefasst wurde. wenn er etwas getan hätte, hätte ihn die Polizei einfangen, verhaften und ins Gefängnis stecken können“, so der Vater. „Sowas würden nicht einmal die Serben tun“, klagt der leidende Vater in dem Video. https://twitter.com/i/status/1336841503403020288

Rüstungstechnologie
Nach Lieferstopp: Türkische Drohne mit einheimischer Kamera CATS ausgestattet

Türkische Technologie für Bayraktar TB2-Drohne

Von Kemal Bölge

Während des Krieges zwischen Armenien und Aserbaidschan kamen auch Kampf- und Aufklärungsdrohnen des Typs Bayraktar TB2 des türkischen Unternehmens Baykar Technologies zum Einsatz. Die TB2 ist seit einigen Jahren unter anderem gegen die Terrororganisationen PKK und Daesh/IS sowie in Syrien und in Libyen eingesetzt worden. Die Ukraine hatte 2019 sechs Bayraktar TB2 für die eigene Armee gekauft und Fotos von diesen veröffentlicht. Darüber hinaus hat die ukrainische Regierung nach Medienangaben 48 weitere TB2 Drohnen bestellt.

Diese sollen in einem Joint Venture Unternehmen in der Ukraine hergestellt werden. Im Krieg um Berg-Karabach hat nach Ansicht von Militärexperten der Einsatz von Kampf- und Aufklärungsdrohnen der aserbaidschanischen Armee entscheidende Vorteile verschafft, weil im gebirgigen Terrain Berg-Karabachs die Manövrierfähigkeit von Kampfflugzeugen eingeschränkt gewesen sei und Drohnen diesen Nachteil ausgeglichen hätten.

Einheimisches Produkt ersetzt kanadische Kamera

Im Zuge der militärischen Erfolge der aserbaidschanischen Armee gegen Armenien verlangten armenische Lobbyorganisationen in den USA und in Kanada von den Regierungen in beiden Ländern Konsequenzen. Die kanadische Firma Westcam Inc., die die Kamera LX15 produziert, reagierte auf den politischen Druck der kanadischen Regierung mit einem Lieferstopp für die TB2. Kurz nach dieser Mitteilung hatte Baykar Technologies erklärt, dass man ab sofort auf die von der türkischen Firma Aselsan produzierte Kamera Cats (Optisch-elektronisches System) zurückgreifen werde.

Test mit Aselsan Cats-Kamera war erfolgreich

Das Unternehmen veröffentlichte dazu auch ein Video, bei dem die TB2 mit der Aselsan Cats Kamera ausgestattet einen Probeangriff auf ein Ziel an der Bucht von Saros flog. Bei diesem Test wurde die TB2 mit MAM-L (Mini Akıllı Mühimmat) mit präzisionsgelenkten Fliegerbomben mit Laserleitsystem von Roketsan ausgerüstet. Zum ersten Mal wurde dabei die Drohne mit vier MAM-L Fliegerbomben ausgerüstet statt wie bisher zwei MAM-L und zwei MAM-C, die für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt wurden.

Die MAM-L Fliegerbombe soll eine effektivere Splitterwirkung haben als die MAM-C. Bei dem Probeangriff hat die von Aselsan entwickelte Kamera Cats das Ziel mit einem Laserstrahl markiert, die Fliegerbomben mit Laserleitsystem abgefeuert und das Ziel erfolgreich getroffen.

Die kanadische Kamera hat mit den dazugehörigen Kabeln in etwa 55 kg Gewicht, während die türkische Kamera von Aselsan cirka 65 kg wiegt. Die Kameraauflösung in beiden Geräten beträgt 1920 x 1080 Pixel, bei der Thermal-Kamera in beiden Fällen 640 x 512 Pixel. Die Laserwellenlänge bei Westcam 860 nm und bei Aselsan Cats 1064 nm. Das türkische Cats-System ist in der Lage, aus 30 km Entfernung per Laserstrahl ein Ziel zu markieren.

Türkischer Motor für TB2

Ferner gab Baykar bekannt, dass statt des vom österreichischen Unternehmen Rotax hergestellten Motors Rotax 912 auf die vom türkischen Luft- und Raumfahrtkonzern TUSAŞ Engine Industries entwickelten PD 170 Motor in die TB2 integrieren werde. Der Motor von Rotax hat eine Stärke von 100 PS, während der TUSAŞ Motor PD 170 cirka 172 PS vorzuweisen hat.

Grundsteinlegung der heutigen Verteidigungsindustrie wurde 1974 gelegt

Nach dem Waffenembargo der USA von 1974, hat die Türkei mit der Gründung von Stiftungen für das Heer, die Marine und die Luftwaffe den Grundstein für Rüstungsunternehmen wie Aselsan, Havelsan, Roketsan, TUSAŞ usw. gelegt. Wenn die türkische Armee heute wie in der Vergangenheit in der Lage ist, Operationen im Inland oder grenzüberschreitenden Einsätze durchzuführen, ist dabei ihr größter Unterstützer die türkische Verteidigungsindustrie.

Die Zusammenarbeit im Rüstungsbereich wird koordiniert von der Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie (SSB) mit den Unternehmen der Stiftung zur Stärkung der türkischen Streitkräfte, Forschungsinstituten wie TÜBITAK, privaten Rüstungskonzernen, kleinen- und mittelständischen Unternehmen sowie den Universitäten des Landes.

Auch interessant

– Rüstungsindustrie – Sicherheitsexperten: Türkische Rüstungsunternehmen bringen israelische Waffenindustrie in große Bedrängnis

Das angespannte Verhältnis zur Türkei wirkt sich negativ auf die israelische Rüstungsindustrie aus, schreibt ein sicherheitspolitisches Fachmagazin. Die Türkei kaufe nicht nur keine Rüstungsgüter für den eigenen Bedarf mehr in Israel, sondern mache dem Land zusätzlich auch noch erfolgreich Konkurrenz auf dem Weltmarkt.

Sicherheitsexperten: Türkische Rüstungsunternehmen bringen israelische Waffenindustrie in große Bedrängnis

Türkei
Erdogan gratuliert Juden zum Hanukkah-Fest

Ankara – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat anlässlich des jüdischen Festes „Hanukkah“ eine Botschaft veröffentlicht. Darin gratulierte Erdogan allen jüdischen Bürgern zu Hanukkah. Erdogan betonte in der auf der Webseite des Präsidialamts veröffentlichten Botschaft die Reformen der letzten 18 Jahre, die das Einheits-, Zusammenhalts- und Zugehörigkeitsgefühl der Türkei verstärkten und das freie Ausleben des Glaubens ermöglichten. Mit diesen Gedanken wünschte der Staatspräsident allen Jüdischgläubigen, insbesondere den jüdischen Bürgern der Türkei, viel Glück und Frieden zum Hanukkah-Fest. Erdogan:
Wir halten es für sehr wichtig, dass alle, die in diesem Land leben, ihre Überzeugungen und Traditionen frei und ohne jede Diskriminierung unabhängig von ihrer Religion, Sprache oder ethnischen Herkunft praktizieren können. In diesem Sinne haben wir in den letzten 18 Jahren Schritte unternommen, die die Freiheiten aller unserer Bürger erweitern und insbesondere die Glaubens-, Gottesdienst- und Gewissensfreiheit gewährleisten.
Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit breiteten sich weltweit wie eine Plage aus, so der türkische Staatchef. Die Türkei werde jedoch mit ihrer großen Kultur der Toleranz und ihrer Tradition, die „Unterschiede als Reichtum betrachte“, weiterhin ein Beispiel für die ganze Welt sein. „Ich gratuliere allen Juden, insbesondere unseren jüdischen Bürgern, die ein untrennbarer Teil unserer Gesellschaft sind, zu Hanukka und wünsche ihnen alles Gute für ihr Wohlergehen an diesem bedeutsamen Tag, an dem Licht über Dunkelheit herrschte“, so Erdogan weiter.

Auch interessant

– Selahattin Ülkümen – Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete

Nach Ansicht des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie der Duldung von nicht erlaubten Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.

Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete
 

VW-China
Nach Türkei-Stopp: VW eröffnet großes Entwicklungszentrum in China

Peking – Während VW das geplante Werk in der Türkei nach enormem Druck aus der Politik und den Medien stoppen musste – genannt wurde die Menschenrechtslage – hat der Autobauer am Dienstag in Hefei, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet, um die Entwicklung der Elektromobilität in China voranzutreiben. VW will sich mit JAC Volkswagen Automotive weiter auf die Produktion von E-Autos konzentrieren. Das neu errichtete F&E-Zentrum wird verschiedene Abteilungen, einschließlich F&E, Qualitätssicherung und Testung, in einem Industriegebiet zusammenfassen und sich auf die Industrialisierung von Produkten konzentrieren. Da China der weltweit größte NEV-Markt sei, sei das Land ein innovatives Kraftwerk für die Autoindustrie. Deshalb müsse das Unternehmen seine lokale F&E-Expertise in China, für China und von China in die Welt aufbauen und stärken, zitiert China.org Stephan Wöllenstein, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns in China. Da Volkswagen seinen Anteil an JAC Volkswagen im Mai dieses Jahres mit einer Investition von zwei Milliarden Euro auf 75 Prozent erhöht hat, wurde das Joint Venture JAC Volkswagen in diesem Monat in Volkswagen (Anhui) Automotive Company Limited umbenannt und Volkswagen hat die Managementkontrolle übernommen, berichtet China.org weiter. In der zweiten Phase des Expansionsprojekts von Volkswagen Anhui, die 2021 beginnen soll, wird laut Wöllenstein die Infrastruktur und Ausstattung der Produktionslinie verbessert. Das Werk werde eine jährliche Produktionskapazität von rund 350.000 Fahrzeugen haben. Das erste Modell soll 2023 vom Band laufen. China wird wegen den Menschenrechtsverletzungen gegen Minderheiten, wie etwa Uiguren oder Christen, von Menschenrechtsorganisationen heftig kritisiert. Washington erwägt Chinas Menschenrechtsverletzungen gegen muslimische Uiguren als „Völkermord“ einzustufen. Über eine Million Gefangene Laut Menschenrechtsorganisationen halte China eine unglaublich große Zahl von Personen der weitgehend muslimischen Minderheit in über den ganzen Nordosten verstreuten sogenannten Umerziehungslagern gefangen. Über eine Million, mehr als sieben Prozent der muslimischen Bevölkerung in der chinesischen Region Xinjiang, sind nach Experten der Vereinten Nationen jetzt in einem sich erweiternden Netzwerk von „politischen Umerziehungslagern“ eingesperrt. „Zu Pekings Gräueltaten gegen die Uiguren gehören schreckliche Taten gegen Frauen, darunter Zwangsabtreibung, Zwangssterilisation und andere Zwangsgeburtsverhütungsmethoden, staatlich geförderte Zwangsarbeit, sexuelle Gewalt, auch durch Vergewaltigung in der Haft, Zwangsheimaufenthalte von Han [chinesischen] Beamten und Zwangsehen“, so eine Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats, des NSR, im September dieses Jahres. Die ausbleibende Verurteilung der VW-Investition von deutschen Politikern und Medien sorgt bei Beobachtern in der Türkei für große Verwunderung.

Kanzlerkandidatur
Spahn: Union sollte frühestens im März über Kanzlerkandidat entscheiden

Osnabrück – CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat für eine möglichst späte Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union geworben. Er halte „den Gedanken für klug, in einer so außergewöhnlichen Lage ein Nebeneinander von amtierender Kanzlerin und Kanzlerkandidat nicht zu lange werden zu lassen. Deshalb ist es sinnvoll, unseren Kandidaten später im Jahr zu benennen und nicht gleich nach der Entscheidung über den neuen CDU-Vorsitzenden“, sagte Spahn im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Eine Kür sechs Monate vor der Wahl wäre früh genug. Das hieße: Im März oder April sollten wir uns einigen. Dann reicht die Zeit, um einen auf unseren Kandidaten zugeschnittenen Wahlkampf zu führen.“ Spahn betonte, CDU und CSU würden „gemeinsam entscheiden“, und mahnte: „Ein Kanzlerkandidat der Union hat nur dann eine gute Chance, wenn er von beiden Schwesterparteien breit unterstützt wird.“ Stimmen aus der CDU, der populäre Gesundheitsminister möge sich selbst doch noch um den CDU-Vorsitz bewerben, erteilte Spahn eine Absage. „Ich habe im Februar entschieden, mit Armin Laschet im Team anzutreten, mit ihm als Kandidat für den Vorsitz. Das gilt“, sagte Spahn und ermahnte die CDU zur Geschlossenheit: „Wir haben vor wenigen Wochen am Streit über die Verschiebung des Parteitages erlebt, dass es unter der Oberfläche in der Partei weiterhin brodelt. Der Zusammenhalt der CDU ist kein Selbstläufer. Konflikte werden derzeit nur von Corona zugekleistert“, so seine besorgte Bestandsaufnahme. Spahns Appell: „Für mich bleibt es zentral, dass wir als Partei geeint sind. Es bringt uns gar nichts, wenn wir erst einen Vorsitzenden und später einen Kandidaten haben, der dann aber nicht Kanzler wird, weil wir es nicht schaffen, unsere Partei zusammenzuhalten.“ Die CDU-Führung will am kommenden Montag den genauen Fahrplan zur Wahl des Nachfolgers von Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze festlegen. Bislang ist eine Abstimmung Ende der zweiten Januar-Woche vorgesehen. Die Bewerber sind neben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet der Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen.

Erzieherausbildung i
CDU-Bundesvize will Erzieherausbildung bundesweit reformieren

CDU-Bundesvize Breher will für mehr Personal in Kitas sorgen Osnabrück – Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Silvia Breher will die Erzieherausbildung bundesweit reformieren, um den Beruf attraktiver zu machen. „Die Erzieher haben immer höhere Anforderungen, die Zahl der Kita-Plätze steigt. Die Erzieher werden aber gerade jetzt in der Pandemie gar nicht gesehen“, sagte Breher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Künftig sollen sich angehende Erzieher für eine dualisierte Ausbildung entscheiden können, während der sie eine tarifliche Ausbildungsvergütung erhalten, schlägt Breher vor. Das mancherorts Erzieher für ihre Ausbildung selbst zahlen müssen, ist aus ihrer Sicht veraltet und gehöre abgeschafft. Mit dem Vorstoß, den Breher gern im Wahlprogramm der CDU für die Bundestagswahl 2021 verankert sehen möchte, will die Bundestagsabgeordnete aus Niedersachsen auf den Fachkräftemangel in Betreuungseinrichtungen reagieren. Demnach fehlen allein in der frühkindlichen Bildung bis zum Jahr 2025 rund 190.000 Erzieher. „Wir brauchen dringend mehr Erzieher, und dazu müssen wir den Beruf attraktiver machen“, sagte Breher. „Die hohe Arbeitsbelastung und der zunehmende Erwartungsdruck, der an die Betreuung und Erziehung in Kitas gestellt wird, hält junge Menschen gerade davon ab, sich für den Erzieherberuf zu entscheiden. Das müssen wir ändern“, meint sie. Die Erzieherausbildung ist Ländersache und läuft je nach Bundesland unterschiedlich ab. Meistens handelt es sich um eine mehrjährige schulische Ausbildung mit Praktika, für die kein Verdienst gezahlt wird. Breher will die dualisierte Ausbildung, die in Niedersachsen bereits erprobt wird, künftig zusätzlich zu den bisherigen Ausbildungswegen flächendeckend anbieten. Um die Ausbildungsplätze zu finanzieren, will Breher das Gute-Kita-Gesetz, das 2022 ausläuft, fortführen und den Ländern zweckgebunden aus Bundesmitteln Geld für die Vergütung der Auszubildenden zur Verfügung stellen.

Analyse
Der Konflikt um Energieressourcen zwischen der EU und der Türkei

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge 

Vor dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten hat EU-Ratspräsident Charles Michel der Türkei wegen des Streits im östlichen Mittelmeer eine mögliche Reaktion der EU angekündigt. Bei dem Konflikt geht es um die Ausbeutung von fossilen Ressourcen, die sich im Meeresgrund des östlichen Mittelmeers befinden sollen. Die EU, insbesondere Griechenland und der griechische Teil von Zypern, verlangen von der Türkei die Einstellung von Erkundungen türkischer Forschungsschiffe in der Levante, da die Suche nach Energieressourcen ihrer Ansicht nach in deren Wirtschaftszone durchgeführt würde. Die Türkei lehnt dieses Ansinnen ab, da nach ihrer Meinung die Explorationen in der Wirtschaftszone der Türkei stattfänden. Ankara beruft sich dabei auf die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen, wonach Küstenstaaten eine eigene Wirtschaftszone von 200 Seemeilen (370,4 km) zusteht.

Griechische Position ist mit internationalem Seerecht unvereinbar 

Die von Deutschland vorgeschlagenen Gespräche über eine Lösung des Streits zwischen Griechenland und der Türkei brachten keine Ergebnisse, weil Athen seit jeher auf maximalistischen Positionen beharrt, die mit dem internationalen Seerecht nicht vereinbar ist. Ferner haben sich griechische Regierungen noch nie an Verträge mit der Türkei gehalten. Bestes Beispiel hierfür ist der Vertrag von Lausanne. Bei den Erkundungen der türkischen Forschungsschiffe war die griechische Regierung mit der Rückendeckung Frankreichs auf Provokation aus.

Der griechische Teil von Zypern hat mit internationalen Energiekonzernen und Anrainerstaaten Abkommen über die Ausbeutung von Öl und Gas abgeschlossen, ohne dabei die Türkei zu konsultieren. Die Türkei ist neben Griechenland und Großbritannien Garantiemacht in Zypern und lehnt den Alleinvertretungsanspruch der zyperngriechischen Administration über Gesamtzypern ab, weil sie als Schutzmacht der Zyperntürken eine Beteiligung Nordzyperns an der Energieausbeutung fordert.

Bei diesem Streit geht um die Ausbeutung von Energieressourcen im Mittelmeer und um geostrategische Interessen in der Region. Nach den Vorstellungen der EU soll die Türkei auf ihre rechtlichen Ansprüche, die sich aus dem internationalen Seerecht ergeben, verzichten, keine Erkundungen nach Erdgas mehr durchführen. Griechenlands und Südzyperns Einwände anerkennen und sich vor die Küste von Antalya zurückziehen. Das ist es, was Brüssel, überspitzt formuliert, von der türkischen Regierung verlangt. Deutschland, Frankreich und andere Staaten wissen, dass die Türkei wie jeder andere Staat in einer vergleichbaren Situation diese Forderung nicht akzeptieren wird. 

Rechtsanspruch der Türkei auf Wirtschaftszone im Mittelmeer

Zumal, wie ich bereits dargelegt habe, die türkische Position sich aus dem internationalen Seerecht ergibt, also ein Rechtsanspruch auf die eigene Wirtschaftszone vorliegt. Mögliche Wirtschaftssanktionen der EU würden gegen geltende internationale Verträge verstoßen, da die Türkei keine Rechtswidrigkeit begangen hat. Die EU missachtet beim Konflikt mit Ankara über die Ausbeutung von fossilen Energieressourcen das internationale Seerecht. Eine Lösung bestünde darin, Verhandlungen zwischen den Anrainerstaaten zu führen.

Griechenland hat stets versucht, seine Streitigkeiten mit der Türkei in der Ägäis und jetzt im Mittelmeer nicht durch Verhandlungen zu lösen, sondern unter Zuhilfenahme von EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich oder Österreich Sanktionen gegen die Türkei beschließen zu lassen. Griechische Medien und auch die Regierung hatten in den letzten Wochen die deutsche Regierung dazu gedrängt, ein Waffenembargo insbesondere im maritimen Bereich gegen die Türkei beschließen zu lassen, da Athen wegen der deutsch-türkischen Zusammenarbeit vor allem im U-Boot-Bereich äußerst besorgt ist. Es wird beim EU-Gipfel vor allem auf Deutschland ankommen, weil insbesondere Paris ein Verfechter von Sanktionen gegenüber der Türkei ist. Mit dem Vorstoß der griechischen Regierung wird der Eindruck erweckt, dass nicht ein Interessenkonflikt zwischen Griechenland und der Türkei existiert, sondern zwischen der EU und der Türkei.

Entscheidend beim EU-Gipfel ist die Position Deutschlands

Trotz der Haltung des französischen Präsidenten Macron wird die Position von Bundeskanzlerin Merkel beim Gipfel entscheidend sein. Sie wird womöglich keine Entscheidung treffen, die Deutschland und Europa schaden könnte. Es ist schwierig vorherzusehen, welche Entscheidung beim EU-Gipfel getroffen wird, da die Bundeskanzlerin im Vorfeld keine konkrete Stellungnahme in dieser Frage abgegeben hat.

Trotz divergierender Interessen sollte Deutschland einem Land wie der Türkei, das im Nahen Osten, auf dem Balkan, in Nordafrika, im Mittelmeer und auch im Kaukasus eine bedeutende Rolle spielt, zu keiner Verschärfung der Situation beitragen. Die EU hat auch in anderen Bereichen mit Problemen zu kämpfen. Nach wie vor sind die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien im Rahmen des EU-Austritts von London nicht abgeschlossen.

Schwindender europäischer Einfluss

Der zunehmende Einfluss der Türkei im Kaukasus, im Nahen Osten, in Nordafrika und auch im östlichen Mittelmeer bereitet Brüssel Sorgen, weil mit dieser Entwicklung sich gleichzeitig auch die Bedeutung der EU als Akteur sich verringert hat. Der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan hat diese Tendenz verdeutlicht, weil die westlichen Staaten beim Konflikt den Aggressor Armenien unterstützt haben, obwohl Eriwan seit fast drei Jahrzehnten 20 Prozent aserbaidschanischen Territoriums besetzt hielt.

Nachdem die aserbaidschanische Armee Armenien militärisch besiegt hatte, wurde ein von Russland initiierter Waffenstillstand vereinbart. Russland war bereits vor dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan eine bedeutende Macht im Kaukasus. Jetzt kommt mit der Türkei ein weiterer Akteur hinzu, ohne dass dabei die westlichen Staaten ein Wörtchen mitzureden haben. Das Beispiel mit dem südlichen Kaukasus ließe sich mit Syrien, Libyen und auch anderen Regionen fortführen.


Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


Auch interessant

– Ankara – Ukraines Premier Schmyhal wünscht Freihandelsabkommen mit der Türkei

Die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die Ukraine, sagte Denys Schmyhal am Sonntag.

Ukraines Premier Schmyhal wünscht Freihandelsabkommen mit der Türkei

PSG-Basaksehir
Erdogan: Vorfall ist Fortsetzung der rassistischen Entwicklung Frankreichs

Ankara – Der türkische Präsident hat den rassistischen Vorfall beim Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Istanbul Başakşehir scharf verurteilt. Der Vorfall sei eine Fortsetzung der rassistischen Entwicklung in Frankreich, sagte Recep Tayyip Erdogan bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Frankreich sei zu einem Land geworden, in dem Rassismus und rassistische Aktivitäten stark gestiegen seien. „Wir sind bedingungslos gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport und in allen Lebensbereichen“, twitterte Erdogan bereits am Dienstagabend. Das Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Istanbul Başakşehir war am Dienstagabend wegen einer Äußerung des vierten Offiziellen aus Rumänien, Sebastian Coltescu, gegen den türkischen Co-Trainer, dem ehemaligen kamerunischen Nationalspieler Pierre Achille Webó, zunächst unterbrochen und schließlich abgebrochen worden. „Wir haben nach einem Foul protestiert, da waren vier oder fünf von uns an der Bank und der vierte Offizielle sagte ’schicke diesen schwarzen Typen runter'“, so Webó in einem Interview mit dem spanischen Radiosender Onda Cero.
(Screenshot/Twitter)
 

Das Leben des Salt Bae
Gastronomie: Wie viel kostet ein Nusret-Steak?

Nusret Gökçe – Ein Künstler mit dem Fleisch Zitat Muhammad Ali: „Die Champions kommen nicht aus den Trainingshallen, sondern von Menschen, die einen Wunsch, einen Traum und eine Vision innehaben”. Dafür ist Nusret Gökçe, der Mann der die Nusr-Et Steakhäuser ins Leben rief, ein lebender Beweis. Auch er hatte diesen Wunsch, diesen Traum und die Vision in sich – und er hat alles verwirklicht. Heute kennt man Nusret Gökçe als Salt Bae. Er ist es, der jedes Steak mit einer salzigen Unterschrift versieht. Und, von dem sich auch Fußballer wie Manuel Neuer, Mesut Özil, Lionel Messi oder Ribéry gerne bekochen lassen und Schönheiten wie Rihanna ihn als T-Shirt-Druck ständig bei sich tragen.
(Foto: Screenshot/Instagram)
Seit dieser gutaussehende Mann mit dem abgewinkelten Arm Salz wie Feenstaub über das Steak bei Nusr-Et verteilt, steht die Frage im Raum: Wer ist dieser Salt Bae? Nusret Gökçe – Ein Video ging viral Ein Teil seines Erfolges ist sicher die Marke, die er für sich selbst kreierte. Ein eng anliegendes weißes T-Shirt, eine Sonnenbrille und ab und zu auch eine Zigarre. So kennt man ihn, so zeigt er sich auf Instagram, wo er zwischenzeitlich über 31 Mio Follower hat. Und dort wurde er als türkischer Koch 2017 auch zum erfolgreichsten Meme des Jahres. Dafür genügte ein Video, das ihn zeigt, wie er kunstvoll ein Stück Fleisch tranchiert und mit erhobenem Arm und dem mittlerweile legendären abgeknicktem Handgelenk die Salzkörner wie Feenstaub über das Fleisch rieseln lässt. Innerhalb kürzester Zeit ging dieses Video von @lolalissaa viral und war der Start für Nusret Gökçes weltweite Karriere. Das Video hatte schnell 13 Mio Aufrufe und erhielt über 50.000 Kommentare. Dabei erhielt Nusret auch diesen liebevollen Slangausdruck Salt Bae. Bae steht dabei für Freund oder Freundin.
(Foto: Instagram(Nusr_et)
Nusret Gökce – Frühes Leben Nusret Gökçe wurde am 9. August 1983 in Erzurum als viertes von fünf Kindern einer armen Bergarbeiterfamilie geboren. Als er zwei Jahre alt war, zog die Familie nach Darica im Bezirk Kocaeli. Dort ging er auch zur Schule. Doch die Schule war nicht sein Lieblingsort. Er verließ sie bereits nach der Grundschule wieder. In einem Interview in einer türkischen Zeitung erwähnte er auf die Frage nach seiner Kindheit, dass er sich an keine Kindheit erinnern könne. Seine Kindheit sei immer von Arbeit und finanziellen Schwierigkeiten geprägt gewesen. Mit 14 Jahren begann er eine Metzgerlehre in Bostanci, einem Stadtteil in Istanbul. Auch die Lehrzeit war nicht einfach für ihn. Wie bei vielen türkischen Lehrlingen begann auch sein Beruf als Laufbursche und als Ladenputzer, von seinen 10 Meistern im Metzgereibetrieb hieß es, mach dies, mach das. Das Fleisch anzufassen lag auch für ihn als Lehrling noch in weiter Ferne. Seine erste Berührung mit Fleisch kam erst, als er kräftiger wurde, dann durfte er das Fleisch von den Knochen abkratzen. Fragt man ihn heute, was der Beruf des Metzgers für ihn bedeutet, sagt er von sich, dass er ein Künstler dieser Arbeit sei. Andere malen ein Bild, für ihn ist das Schneiden des Fleisches Poesi, er redet mit dem Fleisch und fügt ihm dabei seine Liebe zu.
Ein undatiertes Foto aus seiner Kindheit. (Screenshot/Twitter)
Nusret Gökce – Er ist noch nicht verheiratet Unermüdlich arbeitet er seit 23 Jahren in seinem Job. Er kennt weder Freizeit noch Feiertage, sein Arbeitstag zählt trotz seines Erfolges immer noch bis zu 18 Stunden. Konnte er deswegen noch keine Familie gründen? Ist er deshalb noch nicht verheiratet? In einem Interview einer türkischen Zeitung sagte er, er habe keine Zeit für eine Frau. Eine Frau zu haben, Händchen zu halten, ins Kino gehen oder zusammen irgendwo sitzen, das geht nicht. Das Fleisch steht allem im Weg. Nusret Gökçes Blick in die Welt 2007 eröffnete sein Lehrmeister, Günaydın Kasap, ein völlig neues Restaurant-Konzept, ein Metzger-Restaurant im Istinye Park, dem Einkaufszentrum der gehobenen Klasse auf der europäischen Seite von Istanbul. Nusret Gökçe hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon viel Erfahrung als Metzger für Günaydın Kasap in Küçükyalı, einem Stadtteil auf der asiatischen Seite von Istanbul, gesammelt und sollte nun die neue Filiale als Metzger und Koch im luxuriösen Istinye Park besetzen. Ihm gefiel dieses Konzept und er wurde schon damals erfolgreich. Nusret war in seinem Beruf schon immer ehrgeizig und er wollte noch andere Restaurant-Konzepte in der Welt kennenlernen. Seine Kreditkarte bis zur Kante ausgeschöpft und mithilfe eines Kunden, der ihn zu verschiedenen Restaurants vermittelte, machte er sich auf den Weg nach Argentinien, der Heimat des Hilton-, Angus- und Hereford-Beefs. Dort bekam er einen völlig neuen Einblick zum Thema Fleisch und seiner Zubereitung. Drei Monate war er in Buenos Aires und arbeitete in den verschiedensten Lokalen. Kostenlos. Er lernte nicht nur viel Neues zum Thema Fleischbearbeitung, er lernte auch, wie Fleisch anders gebraten und entsprechend serviert werden kann. Die ihm angebotenen Stellen hat er abgelehnt, er kehrte wieder zu Günaydın Kasap zurück und setzte dort um, was er in Argentinien gelernt hatte. Salt Bae lernt in den Steakhäusern von New York Es dauerte aber nur ein Jahr, dann überkam Nusret Gökçe der Wunsch, in die USA zu gehen. Er war neugierig, wie in den dortigen Steakhäusern das Fleisch zubereitet wird. Wieder war es ein Kunde, der ihm die Kontakte nach New York vermittelte. Viermal musste sich Nusret bewerben, bis ihm ein Visum erteilt wurde. Bei der vierten Bewerbung legte er sämtliche Zeitungsartikel über seine Kochkünste bei – sie brachten ihm den Einstieg in die USA. Er durchwanderte die unterschiedlichsten Steakhäuser und es war ihm das größte Bedürfnis, mit viel Wissen im Rucksack nach Istanbul zurückzukehren. Zuvor allerdings bekam er noch Gelegenheit, ein Menü für die Journalisten zu zaubern, das dann in der New York Times veröffentlicht wurde. Der Durchbruch in die Welt der Großen war gekommen. Vom ersten Nusr-Et Steakhouse bis zum eigenen Hotel Zurück in Istanbul legte er mit seinem Freund Mithat Erdem, der als Investor fungierte, den Grundstein für das erste eigene Restaurant. Damit begann eine Neuinterpretation der Steakhaus-Kultur. Neben seinen Nusr-Et Steakhäusern in Istanbul, Ankara, Bodrum und Marmaris, setzt das Unternehmen mittlerweile auch auf Nusret BURGER, ein Burger-Konzept für Fleischliebhaber, die keine Kompromisse eingehen wollen. So zumindest bewirbt Nusr-Et diese Restaurants auf seiner Homepage. Mit starken Partnern an seiner Seite, konnte sich Nusr-Et Steakhouse auch weltweit niederlassen. Von Dallas über Miami nach New York und weiter nach Dubai, Abu Dhabi, Doha/Katar, Mykonos nach London. Und wo immer die Nusr-Et Steakhäuser ihre Tore öffnen, kommen die Reichen und die Schönen, Sternchen aus Film und Show, Sportler und Designer, einfach alle, die ihren Namen gerne mit Nusret Gökçe in Verbindung bringen. Und bald werden sie auch in seinen Betten schlafen. Im Oktober 2020 eröffnete er in Istanbul sein erstes Hotel, den Nusret-Maçka-Palast. Damit verwirklicht er seinen größten Traum, wie er auf Instagram preisgab. Was kostet ein Steak bei Nusr-Et oder ein Bett im Hotel? Nusr-Et Steakhouse hat eine sehr ausgewogene Speisekarte. Vorspeisen, wie Steak Tatar sind in bei Nusr-Et in Istanbul für 145 TL (Umgerechnet etwa 15 Euro/Stand 12/20) oder ein Nusret Spezial Sushi für 60 TL (6,3€) zu bekommen. Natürlich werden auch die verschiedensten Salate angeboten. Ein Hirtensalat bekommt man schon für 40 TL (4,2€) oder ein Avokado-Salat für 46 TL (4,75€). Beim Fleisch kann man zwischen Rinder-Steaks, Bonfilets oder Lammfleisch wählen. Die Preise richten sich hier nach dem Gewicht des gewünschten Fleisches. So bezahlt man zum Beispiel für ein Nusret Kobe 200 gr 240 TL (25,3€). Ein Gold-Steak, wie es Franck Ribéry gegessen hat, kostet als 500 gr-Steak 500 TL (53€). Dagegen isst sich ein Lokum Burger schon für 60 TL (6,34€). Das Park Hyatt Istanbul Macka Palas, das Hotel, das er vergangenes Jahr für 50 Mio Dollar erworben hat, bekam bisher überwiegend erstklassige Bewertungen. Die Preise für ein Zimmer bewegen sich von 400 Dollar bis 1200 Dollar für eine exklusive Suite. Alle Preisangaben sind ohne Gewähr. Ehre und Respekt für Diego Maradona im Nusr-Et Steakhous Eine respektvolle und ehrenhafte Geste zeigte er diese Tage. Zum Tod von Diego Maradona reservierte er im Nusr-Et Steakhouse in Dubai den Lieblingstisch der Fußballlegende mit den Worten: “Dies war Dein Lieblingstisch Maradona. Dieser Tisch ist für immer für Dich reserviert. RIP-Legende”.
(Instagram/Screenshot)
Salt Bae – Mit Fitness auf der Karriereleiter nach oben Neben seinem guten Aussehen und seinen Kochkünsten ist auch die muskulöse Figur von Nusret Gökçe ein weiterer Faktor, der zu seinem Ruhm beiträgt. Er macht kein Geheimnis daraus, wie er sich täglich fit hält. Sieht man seine Workouts, verbunden mit seiner Disziplin, wundert man sich nicht mehr über den Körperbau des Salt Bae. Bei Instagram gibt er seinen Körperfettanteil mit 5,8 Prozent an. Bei einer Größe von 1,68m bringt er 65kg auf die Waage. https://youtu.be/cOQN5SUJukg Auf der Karriereleiter ist noch kein Ende in Sicht. Sein Vermögen wird auf 200 Mio Dollar geschätzt. Trotz seines Reichtums ist Nusret Gökçe bodenständig geblieben. In seiner Heimatstadt hat er Schulen bauen lassen, er hilft Erdbebenopfern, hilft den Frauen am Frauentag und ist auch sonst immer bereit, seinen Erfolg mit Bedürftigen zu teilen. Salt Bae und seine Erfolge Sein erster großer Erfolg war, als die Journalisten während seiner Zeit in New York ein Menü von Salt Bae in der New York Times veröffentlichten. Er hat auch schon als Gastschauspieler in der bekannten TV Serie Narcos mitgewirkt. In der Serie geht es um das Leben des kolumbianischen Drogenhändlers und Drogenschmugglers Pablo Escobar. Nusret servierte im Film wie im Leben Fleisch in einem Restaurant.
(Foto: Twitter/Nusret)
Neben Acun Ilicali stand Salt Bae in der Game Show Survivor 2017 Turkey vor der Kamera. In seinen Restaurants arbeiten mittlerweile über 400 Mitarbeiter. Superstars und Promis gehören zu seinen Gästen. Er konnte seinen größten Traum, ein eigenes Hotel, verwirklichen.

Zum Thema

– Türkei – Istanbul: Nusret eröffnet sein 50-Millionen-Dollar-Hotel

Vom Metzger zum Multimillionär – für Nusret Gökce ein wahr gewordener Traum. Nach Dutzenden Restaurants weltweit, eröffnet er am heutigen Freitag sein im vergangenen Jahr gekauftes Hotel in Istanbul.

Istanbul: Nusret eröffnet sein 50-Millionen-Dollar-Hotel