Geldpolitik
Türkei: Lira steigt erneut nach Leitzinsanhebung

Ankara – Die türkische Zentralbank hat eine Trendwende in ihrer Geldpolitik eingeleitet. Sie hat ihren Leitzins am Donnerstag deutlich angehoben. Die an den Märkten mit Spannung erwartete Sitzung wurde vom neuen Chef Naci Agbal geleitet. Die türkische Zentralbank erhöhte am Donnerstag ihren Leitzins  von 10,25 Prozent auf 15 Prozent. Die Entscheidung wurde in einer Erklärung im Anschluss an die erste Sitzung der Bank unter ihrem neuen Notenbankchef, dem ehemaligen Finanzminister Naci Agbal, bekannt gegeben. „In den kommenden Perioden werden alle Faktoren, die die Inflation beeinflussen, berücksichtigt, und die Straffung der Geldpolitik wird entschieden fortgesetzt, bis ein dauerhafter Rückgang der Inflation erreicht ist“, so eine Mitteilung der Bank. Erdogan spricht sich gegen Anhebung aus Noch am Mittwoch sprach sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen eine Anhebung aus. Ausländische Investoren dürften nicht durch höhere Zinsen „erdrückt“ werden, sagte Erdogan vor führenden Wirtschaftsvertretern. Das Land müsse sich stattdessen wirtschaftlich auf Exporte, Produktion und Arbeitsplätze konzentrieren. Agbal demonstrierte mit seiner heutigen Entscheidung Unabhängigkeit von Erdogan. Der türkische Staatschef hatte in den vergangenen Monaten immer wieder erklärt, dass die hohe Inflation der Türkei mit den hohen Leitzinsen der Zentralbank zusammenhinge. Wirtschaftsexperten widersprechen dieser Theorie jedoch. Rekordanstieg bei Lira Nachdem die Lira am Samstag gegenüber dem Euro mit 10,12 einen neuen Tiefstand erreichte, stieg ihr Wert seitdem um beachtliche 11,27 Prozent auf 8,98 (Donnerstag) und erreichte somit den höchsten prozentualen Anstieg seit über zwei Jahren. Die türkische Währung hatte seit Jahresbeginn jedoch ein Drittel an Wert verloren.  

Fall Omar Ibrahim
Foltervorwürfe: Türkische Staatsanwälte leiten Untersuchung gegen al-Sisi ein

Istanbul – Türkische Staatsanwälte haben eine Untersuchung gegen den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi und 29 ägyptische Beamte wegen mutmaßlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingeleitet, sagte die Menschenrechtsanwältin Gülden Sönmez am Mittwoch. Sönmez vertritt den ägyptischen Studenten Omar Gamal Metwally Ibrahim, der zuvor von den ägyptischen Behörden verhaftet und inhaftiert worden war. „Omar überlebte die Mordversuche und Hinrichtungen, die auf dem Rabaa-Platz in Kairo stattfanden, und wurde Zeuge von Hunderten von Tötungen und außergerichtlichen Hinrichtungen dort und auf anderen Plätzen und Feldern. Er ist ein Universitätsstudent, der rechtswidrig in Ägypten inhaftiert war“, sagte Sönmez gegenüber Reportern und bezog sich dabei auf die Ermordung von über tausend ägyptischen Demonstranten durch das Sisi-Regime im August 2013. „Obwohl Omar Ibrahim ein junger Mann war, wurde er in Ägypten drei Jahre lang in vier Polizeistationen, sieben Gefängnissen und zwei Geheimdienstzentren festgehalten. Er wurde in der Haft schwer gefoltert, und sein Körper leidet immer noch unter bleibenden Schäden“, so Sönmez weiter. Ibrahims Vater und Brüder befinden sich laut Sönmez noch immer in Haft. „Abdel-Rahman, Omars Bruder, ist seit sechs Jahren inhaftiert und läuft aufgrund seines Gesundheitszustandes Gefahr, sein Leben zu verlieren. Sein anderer Bruder, Abdulaziz, ist seit drei Jahren inhaftiert, und seit 30 Tagen gibt es keine Nachricht über seinen Zustand. Beide wurden mit verschiedenen Methoden der Misshandlung schwer gefoltert“, betonte Sönmez. „Schauprozesse“ Am 3. Juli 2013 wurde der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens, Mohammed Mursi, nach nur einem Jahr im Amt durch einen Militärputsch gestürzt. Seitdem werden Mitglieder und angebliche Mitglieder der Muslimbruderschaft mit aller Härte verfolgt, Hunderte von ihnen wurden getötet, Zehntausende inhaftiert. So heißt es in dem unter dem Titel „Egypt: ‘Officially, you do not exist’ – Disappeared and Tortured in the Name of Counter-Terrorism“ erschienenen Bericht von Amnesty International (AI), dass nicht nur politische Aktivisten von derartigen repressiven Praktiken betroffen seien, sondern auch Kinder unter 14 Jahren. „Gewaltsame Verschleppung ist zu einem Hauptinstrument der ägyptischen Staatspolitik geworden“, erklärte Philip Luther, der AI-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. „Jeder, der es wagt, seine Meinung zu sagen, befindet sich in Gefahr, unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung entführt, vernommen und gefoltert zu werden, wenn er das Vorgehen der Regierung kritisiert“, so Luther weiter. Der Bericht dokumentiert Fälle von Personen, die verschleppt und mit Schlägen und Elektroschocks, auch an den Genitalien, gefoltert worden seien, um falsche Geständnisse zu erzwingen. „Der Bericht liefert eine vernichtende Kritik an der ägyptischen Staatsanwaltschaft, die bei diesen Gewalttaten Komplizin ist und auf grausame Weise Verrat an ihrer gesetzlichen Verpflichtung begangen hat, das Volk vor Verschleppung, willkürlichen Festnahmen, Folter und anderen Misshandlungen der Häftlinge zu schützen“, so Luther weiter. Mursi starb im Juni 2019 in Haft. Laut UN-Experten könnten Haftbedingungen direkt zu seinem Tod geführt haben.  Sie bezeichneten seinen Tod als „eine staatlich sanktionierte willkürliche Tötung“. Nur drei Monate später starb auch der jüngste Sohn Mursis, Abdullah, an einem angeblichen Herzinfarkt in einem Krankenhaus in Kairo. Abdullah Mursi, 25, war vor seinem Tod mit der UNO in Kontakt gewesen, um sich offiziell über den Tod seines Vaters zu beschweren. . „Abdullah starb kurz nachdem er privat den Vereinten Nationen entscheidende Beweise für den Tod seines Vaters gegeben hatte“, sagte Yehia Hamed, ein ehemaliger Minister unter Mursi, in der Erklärung. „Ich stand in engem Kontakt mit Abdullah Mursi und bin überzeugt, dass es seine sehr mutige Arbeit mit den Vereinten Nationen war, die zu seinem Tod führte.“
(Screenshot/Twitter(

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– New York – UN-Experten bezeichnen Mursis Tod als „staatlich sanktionierte Tötung“

Die Haftbedingungen des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi könnten direkt zu seinem Tod geführt haben, sagten unabhängige UN-Experten am Freitag. Sie bezeichneten seinen Tod als „eine staatlich sanktionierte willkürliche Tötung“.

UN-Experten bezeichnen Mursis Tod als „staatlich sanktionierte Tötung“

Boxen
Kampf gegen Mike Tyson: Roy Jones Jr „bereit zu sterben“

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Los Angeles – Bereits im Jahr 2003 standen die Weltklasseboxer kurz vor einem Duell. Roy Jones Jr. entschied sich damals jedoch, ins Halbschwergewicht zurückzukehren. Am 28. November soll der 8-Runden-Schaukampf zwischen dem 54-jährigen Mike Tyson und 52-jährigen Roy Jones Jr. nun im Staples Center in Los Angeles stattfinden. In einem Interview mit US-Podcaster Joe Rogan erklärte Jones Jr., dass er bereit sei zu sterben, wenn er in den Ring mit Tyson steigt. Während einer Diskussion über Kämpfer, die im Ring starben, sagte er: „Wenn man von Mike Tyson geschlagen wird, kann einem alles Mögliche passieren. Mike Tyson ist kein gewöhnlicher Boxer. Er ist einer dieser Typen, die genau das mit dir machen können“, so der ehemalige Weltmeister in fünf Gewichtsklassen. „Sie sollten also wissen, worauf Sie sich einlassen, und Sie sollten darauf vorbereitet sein, denn das ist Mike“, betonte Jones Jr.. Ihm mache es jedoch nichts aus, er kämpfe für seinen Lebensunterhalt. „Ich werde bereit sein, für meinen Platz zu sterben“, so der 52-Jährige. „Und ich weiß, dass das passieren kann, wenn ich mit einem so gefährlichen Menschen wie Mike Tyson in den Ring steige.“ Er liebe den Boxsport jedoch sehr, aus diesem Grund sei er bereit zu sterben. „Wenn ich also beim Boxen sterben muss, dann sterbe ich als glücklicher Mann“, so Jones Jr.
„Weil ich das wusste, als ich mit dem Boxen anfing. Ich wusste, dass Menschen dabei verletzt werden, manche kommen da nicht lebend raus. Wenn man also auf diese Weise gehen muss, muss man das wissen. Aber wenn du nicht dieses Teil dieses Spiel bist, wenn du dich nicht so sehr für das einsetzt, was du tust, dann solltest du nicht mit mir über das Boxen reden. Denn das ist es, was Boxen ist.“
Tyson, der 1986 im Alter von 20 Jahren jüngster Schwergewichtsweltmeister der Geschichte wurde, bestritt seinen letzten Profikampf im Jahr 2005, Jones Jr. war bis 2018 über drei Jahrzehnte durchgehend aktiv. Kampf live auf Sky In der Nacht vom 28. auf den 29. November treffen zwei der größten Boxer aller Zeiten aufeinander. Mike Tyson wurde im Alter von 20 Jahren der jüngste Schwergewichtsweltmeister der Geschichte und dominierte über viele Jahre die Gewichtsklasse. Roy Jones Jr. errang vom Mittelgewicht bis hinauf ins Schwergewicht Weltmeister-Titel in fünf Gewichtsklassen und gilt als einer der besten Boxer, der jemals in den Ring stieg. Sky überträgt den Showkampf zwischen den beiden lebenden Boxlegenden live. In der Kampfnacht stimmt Sky die Zuschauer ab 2.30 Uhr auf das Duell ein. Die halbstündige Vorberichterstattung ist für alle Sky Abonnenten freigeschaltet. Ab 3.00 Uhr sehen Besteller des Tickets dann die Live-Übertragung der Veranstaltung im Staples Center in Los Angeles.  

Rechtsextremismus
AfD-Landtagsabgeordneter schrieb Texte für Video von rechter Youtuberin

Der Kölner AfD-Politiker und NRW-Landtagsabgeordnete Roger Beckamp hat sich in der Vergangenheit als Ghostwriter für eine rechte Bloggerin betätigt. Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ergaben, dass Beckamp im Mai des vergangenen Jahres der Youtuberin Lisa H., die kurz davor noch mit der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ zusammengearbeitet hatte, per Mail ein Manuskript zuschickte, das diese nur drei Tage später beinahe wortgleich in einem von ihr veröffentlichten Video übernahm. In dem finalen Clip allerdings war nicht ersichtlich, dass Beckamp oder die AfD an der Erstellung beteiligt gewesen sind. Das Video war als Antwort auf den bekannten Beitrag „Die Zerstörung der CDU“ von Rezo angelegt. In einem Mailverlauf, der dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, macht Beckamp zunächst Vorschläge für konkrete Inhalte des Antwort-Videos, etwa zwei Stunden später übersendet er dann eine Datei, die einen vollständigen Sprechertext enthält, in dem etwa steht, dass durch die „unkontrollierte Masseneinwanderung“ die „eigenen Leute verdrängt“ würden. Auch wird in dem Text mehrfach dafür geworben, den Positionen der AfD mehr Gehör zu schenken. In der Mail, die Beckamp von seiner Dienstadresse im Landtag verschickte und auch mit seinem Titel „MdL“ (Mitglied des Landtags) unterzeichnete, schrieb der Abgeordnete, der Text sei nur eine „denkbare Orientierung“ für das Video, toll wäre noch eine persönliche Geschichte „oder auch irgendetwas ausgedachtes Bildhaftes“. Zudem bot er Hilfe beim Schnitt durch einen Mitarbeiter der Landtagsfraktion an. H., die laut eigenen Angaben mittlerweile aus der rechten Szene ausgestiegen ist, gibt gegenüber der Zeitung an, es sei abgesprochen gewesen, dass Beckamp nach Veröffentlichung nicht mit dem Video in Verbindung gebracht wird. Beckamp dementierte das auf Nachfrage nicht. Er betonte gleichwohl, eine vorherige Zusammenarbeit von H. mit der vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“ sei ihm nicht bekannt gewesen. H. habe eine aktuelle Verbindung zu den „Identitären“ in einem ersten Gespräch explizit verneint. H. hingegen sagt, Beckamp habe sie gefragt, ob sie in der „Identitären Bewegung“ aktiv sei, allerdings bevor sie habe ausreichend antworten können, sinngemäß hinzugefügt: „Selbst wenn, ist mir das eigentlich auch egal.“ Wer Recht hat und wessen Erinnerung getrübt ist, ist kaum zu klären, für das Gespräch gibt es nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ keine weiteren Zeugen. In der AfD existiert seit 2016 ein Unvereinbarkeitsbeschluss mit der vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“ – weder die Partei noch ihre Politiker arbeiten offiziell mit ihr zusammen. Der NRW-Landesverband der AfD wollte die Aktivitäten von Beckamp auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ nicht bewerten und teilt mit: „Herr Beckamp ist als Mandatsträger nicht an Weisungen des Landessprechers gebunden.“ Aus der Fraktion im Landtag hieß es, niemand habe dort etwas von Beckamps Engagement gewusst und man habe auch nichts damit zu tun. Auch die beim Bundeverband angesiedelte parteiinterne „Arbeitsgruppe Verfassungsschutz“, zu deren selbst erklärten Aufgaben es gehört, bei problematischen Äußerungen oder Verhaltensweisen von AfD-Politikern „korrigierende Maßnahmen“ durchzusetzen, will die Sache weder beurteilen, noch tätig werden. „Die weitere Behandlung dieser Angelegenheit ist Sache des Landesverbandes NRW“, schreibt der Leiter der Arbeitsgruppe, Roland Hartwig, auf Anfrage der Zeitung.

Bergkarabach-Konflikt
Türkei: Parlament stimmt Truppenentsendung nach Aserbaidschan zu

Ankara – Das türkische Parlament hat am Dienstag der Entsendung von Soldaten nach Aserbaidschan zur Überwachung der Waffenruhe in  Bergkarabach zugestimmt. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, werden die Truppen in einem gemeinsamen Zentrum mit russischen Soldaten stationiert. Die regierende Partei AKP, die Oppositionspartei CHP, die MHP und auch die IYI Partei, stimmten für den Antrag. Die Demokratische Volkspartei (HDP) stimmte jedoch dagegen. Das Mandat für die türkischen Truppen ist zunächst auf ein Jahr befristet. Unter Vermittlung Russlands und der Türkei hatten sich die verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan vergangene Woche auf eine Waffenruhe für Bergkarabach verständigt. Am 9. November unterzeichneten der russische Präsident Wladimir Putin, der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew und der armenische Premierminister Nikol Paschinyan eine gemeinsame Erklärung über einen vollständigen Waffenstillstand in Bergkarabach ab dem 10. November.

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– Persischer Golf – Türkei errichtet weitere Militärbasis in Katar

Die Türkei wird in diesem Herbst eine neue Militärbasis in der Nähe der bestehenden gemeinsamen Kommandozentrale in Katar eröffnen und ihre Truppenpräsenz im Golfemirat deutlich ausbauen.

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Corona-Krise
Steinmeier: Corona-Impfstoff mit ärmeren Ländern teilen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fordert Deutschland und Europa auf, ihre Kontingente eines Impfstoffes gegen das Coronavirus mit ärmeren Ländern zu teilen. Bis zu 300 Millionen Dosen hat die Europäische Union sich allein bei dem deutschen Unternehmen Biontech gesichert, das in der vergangenen Woche angekündigt hatte, gemeinsam mit seinem Partner Pfizer in den USA einen Impfstoff zur Zulassung anzumelden. „Deutschland und Europa sollten jetzt ein politisches Signal geben, dass sie bereit sind, von Beginn an einen Teil dieser Kontingente abzugeben, um etwa Gesundheitspersonal auch in ärmeren Ländern der Welt so rasch wie möglich zu schützen“, schreibt der Bundespräsident in einem Gastbeitrag im „Tagesspiegel“. Auf die Leistungen des Biontech-Unternehmerpaares Özlem Türeci und Ugur Sahin könne man stolz sein. „Aber es sollte uns noch stolzer machen, wenn wir die Einsicht und die Weisheit hätten, in dieser Situation der Welt ein Beispiel zu geben“ – nämlich, dass eine enge und solidarische Zusammenarbeit in der EU und international „mehr ist als ein Lippenbekenntnis, sondern buchstäblich lebensrettend“, so Steinmeier. Ärmeren Ländern zu helfen und Teile ihrer Bevölkerung zu impfen, sei nicht allein ein Akt der Solidarität, schreibt der Bundespräsident. Eine Pandemie, die in anderen Ländern weitergehe, koste Wohlstand und Leben. Außerdem bestehe die Gefahr einer Mutation des Virus anderswo, „die dann auch uns erneut gefährdet“. Steinmeier macht in seinem Beitrag für den „Tagesspiegel“ auch deutlich, dass er davon ausgehe, dass eine neue amerikanische Regierung unter Joe Biden eine solche Initiative Deutschlands und Europas unterstützen würde: „Das sollte uns ein zusätzlicher Ansporn sein.“

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– Corona-Impfung – Bill Gates: Erste Impfstoffe womöglich Anfang 2021 bereit

Nach der Welle von Fehlinformationen und Verschwörungstheorien gegen den Impfstoff, die in den letzten Monaten aufgekommen sind, könne es schwierig werden, alle Menschen zu impfen, so Microsoft-Gründer Bill Gates.

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Berlin
Middelberg will Verbot der „Grauen Wölfe“ prüfen lassen

Osnabrück – Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg, hält ein härteres Vorgehen gegen die türkische Bewegung „Graue Wölfe“ in Deutschland für dringend angezeigt. „Rechtsextremismus hat in Deutschland keinen Platz, egal aus welcher Richtung er kommt. Die Grauen Wölfe glauben an eine überlegene türkische Rasse und würdigen Juden, Kurden und andere Bevölkerungsgruppen herab. Das ist mit unserer Verfassung, insbesondere mit unserem Verständnis von Menschenwürde, nicht vereinbar“, sagte der CDU-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die Bundesregierung müsse härter gegen die Bewegung vorgehen. „Dazu gehört auch die Prüfung möglicher Verbote von Vereinen, die der Bewegung zuzurechnen sind“, so Middelberg weiter. In einem gemeinsamen Antrag von Union, SPD, FDP und Grünen soll die Bundesregierung an diesem Mittwoch beauftragt werden, ein Verbot der Vereine der Bewegung in Deutschland zu prüfen. Die Fraktionen fordern neben der Prüfung eines Verbots eine genaue Beobachtung der Aktivitäten, mehr Prävention und mehr Unterstützung für Personen, die von den „Grauen Wölfen“ verfolgt werden. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hatte für den gemeinsamen Antrag der Fraktionen geworben, die AfD hatte zuvor schon einen eigenen Antrag für ein Verbot vorgelegt.

Rassismus
Neue Rassismusvorwürfe gegen Polizisten in Sachsen-Anhalt

Halle/MZ – Sachsen-Anhalts Innenministerium geht neuen Rassismus-Vorwürfen in der Landespolizei nach. Anlass ist ein anonymes Schreiben, das am Montag im Ministerium einging. Darin werden Polizisten fremdenfeindliche Einstellungen vorgeworfen, zudem sollen Beamte teils rechtsextreme und strafbare Inhalte in diversen privaten Chatgruppen geteilt haben. „Ich sehe zu oft, wie geschmacklose Bilder und sogar 86a-Kennzeichen in diversen privaten WhatsApp-Gruppen ausgetauscht und am Leben gehalten werden“, heißt es in dem Schreiben. Der Strafgesetz-Paragraf 86a verbietet das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole wie Hakenkreuz und Hitlergruß. Dem Brief beigefügt sind Bilder, die in den Polizistengruppen geteilt worden sein sollen: Es sind sexistische Darstellungen von Frauen mit SS-Uniform und Hakenkreuz-Armbinde. Das anonyme Schreiben liegt der Mitteldeutschen Zeitung vor. Der Brief beschreibt ein „rechtes Macho-Klima“ in der Polizei. Fremdenfeindliche Äußerungen seien unter einigen Kollegen an der Tagesordnung. Beispielhaft nennt das Schreiben Schmähungen wie „Kanake“ und „Ziegenficker“. Die geschilderten Vorwürfe seien unter Kollegen bekannt, sie blieben aber ohne Konsequenz. „In diesem Klima gehen unsere guten Kolleginnen und Kollegen unter, die sich täglich anstrengen und ihren Dienst fleißig und verantwortungsbewusst verrichten“, heißt es in dem Schreiben. Das Innenministerium bestätigte der Zeitung den Eingang eines anonymen Schreibens. „Der Inhalt wird geprüft“, sagte ein Sprecher. Konkrete Schritte nannte das Ministerium zunächst nicht. „Dem dort vorgetragenen Inhalt wird voraussichtlich in gleicher Weise nachgegangen, wie im Fall der Vorwürfe bezüglich der Kantine der Bereitschaftspolizei“, so das Ministerium. Eine unabhängige Kommission untersucht derzeit, ob es antisemitische, rassistische und fremdenfeindliche Tendenzen in Sachsen-Anhalts Polizei gibt. Anlass sind bekannt gewordene Vorwürfe, laut denen in der Bereitschaftspolizei in Magdeburg über Jahrzehnte hinweg ein antisemitisches Klischee gepflegt worden sein soll: Ein Kantinenpächter soll von zahlreichen Polizisten als „der Jude“ bezeichnet worden sein.

Tempolimit
Große Mehrheit für Tempo 130 auf Autobahnen

Immer mehr Bundesbürgerinnen und -bürger sind für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag des SWR Bürgertalks „mal ehrlich …“ hervor. Wie der Südwestrundfunk mitteilte, votierten 59 Prozent der rund 1.000 Befragten dafür, ein generelles Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen einzuführen. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr in einer entsprechenden Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend. Zahl der Gegner eines generellen Tempolimits hat abgenommen 39 Prozent der Befragten sprachen sich gegen die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen aus. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Laut SWR sprachen sich lediglich die befragten Anhänger der FDP mehrheitlich gegen ein Tempolimit aus (69 Prozent). Die Sympathisanten der AfD zeigten sich in dieser Frage exakt gespalten (jeweils 50 Prozent). Anhänger aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien stimmten deutlich für ein Tempolimit: Linke 90 Prozent, Grüne 75 Prozent, SPD 60 Prozent und CDU/CSU 56 Prozent. Durch Tempobegrenzung mehr Sicherheit erwartet Der SWR hatte zudem fragen lassen, ob sich die Bundesbürger*innen durch ein generelles Tempolimit mehr Sicherheit im Straßenverkehr erwarteten. Dies bejahten insgesamt 53 Prozent der Befragten. 33 Prozent meinten, das Tempolimit trage weniger zu mehr Sicherheit bei. Und 12 Prozent glauben „gar nicht“ an mehr Verkehrssicherheit durch ein Tempolimit. „mal ehrlich …“ ist Teil der ARD-weiten Themenwoche „#wie leben – bleibt alles anders“ Der SWR präsentiert die komplette Umfrage in seinem Bürgertalk „mal ehrlich … wer stoppt die Autoraser?“ am Mittwoch, 18. November 2020, ab 22 Uhr im SWR Fernsehen. Gäste bei Moderator Florian Weber sind Anna Depernay-Grunenberg (Grüne Baden-Württemberg), Europaabgeordnete und Verkehrsexpertin, Sandra Weeser, Bundestagsabgeordnete und stellvertretende FDP-Vorsitzende in Rheinland-Pfalz, sowie der Unfallforscher Siegfried Brockmann. Die Sendung wird im Rahmen der ARD-weiten Themenwoche „#wie leben – bleibt alles anders“ (15.-21. November 2020) ausgestrahlt.

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UEFA-Nations League
Spanien zerlegt Deutschland: 6:0

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Sevilla – Im „Endspiel“ um den Gruppensieg und den Einzug ins Finalturnier der Nations League unterlag die deutsche Nationalmannschaft 0:6 gegen Spanien. Die Löw-Elf lieferte zu keiner Zeit ernsthafte Gegenwehr. Beim letzten Spiel der Nations-League -Liga 1 ( Gruppe 4 ) trafen in Sevilla ,Spanien und Deutschland in der Gruppe 4 aufeinander. Deutschland hätte ein Unentschieden gereicht um das Endturnier zu erreichen. Es kam aber alles ganz anders! Die spanische Nationalmannschaft spielte von der ersten Minute an wie von einem anderen Planeten. Alvaro Morata & Co ließen den deutschen Spielern nicht den Hauch einer Chance. Über 90 Minuten hinweg waren die Spanier haushoch überlegen. Spanien überzeugte vor allem durch ihr Teamplay und ihre technische Überlegenheit. Der Klassiker zwischen Spanien und Deutschland sah teilweise schon wie ein Trainingsspiel für die spanische Nationalmannschaft aus. Die 0-6 Niederlage ist gleichzeitig die höchste Niederlage einer Deutschen Nationalmannschaft seit 1931 Die Gastgeber waren in allen Belangen präsenter als die DFB-Elf. Alavaro Morata brachte Spanien am Dienstagabend mit einem Kopfball in der 17. Minute in Führung. Das 2. Tor für die Spanier lieferte in der 33. Minute Ferran Torres. Nach einer Flanke von rechts köpfte Olmo den Ball an die Latte, den Nachschuss verwandelte Torres volley ins linke Eck. Nur fünf Minuten später verwandelte Rodrigo zum 0:3. Und wieder Ferran Torres: 4:0 in der 55. Minute. Unglaublich, auch in der 71. Minute verwandelt der 20-jährige ManCity-Profi Torres: 5:0! Der kurz zuvor eingewechselte Mikel Oyarzabal sorgt in der 89. Minute mit 6:0 für den Endstand. Jogi Löw zeigte sich vor dem Spiel gegen Spanien optimistisch: „Wir stehen da, wo wir sein wollten. Als Tabellenführer ins Spiel gegen Spanien zu gehen ist eine gute Ausgangsposition. Wir wollen gewinnen, das wäre ein guter Jahresabschluss“, sagte Löw vor dem Spiel im ARD. Gegen Spanien werde sich die DFB-Elf vermehrt in der Defensive wiederfinden. „Wir werden mehr Räume bekommen und können die Spanier vor Probleme stellen“, so Löw vor Beginn der Partie.