Corona-Pandemie
Sicherheitsfirma Kötter steigt in Geschäft mit Corona-Testzentren ein

Essen – Die bundesweit tätige Sicherheitsfirma Kötter steigt in das Geschäft der Pandemie-Bekämpfung ein und will für Unternehmen Testzentren auf deren Betriebsgelände betreiben. Nach einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) hat das Essener Familienunternehmen die Tochterfirma Kötter Pandemic Solutions gegründet. Partner ist die 21Dx GmbH aus München, die bereits 15 Testzentren und rund 50 mobile Testteams in Deutschland betreibt. „Diese Kompetenzen sind die ideale Ergänzung zu unseren Sicherheits-, Reinigungs-, Hygiene- und Personal Service-Konzepten, mit denen wir unsere Kunden bereits bei der Aufrechterhaltung ihrer Prozesse in Produktion, Logistik und Verwaltung unterstützen“, sagte Kötter-Mitinhaber Friedrich P. Kötter der WAZ. Die Essener wollen in Verwaltungen und Produktionshallen nicht nur Corona-Tests anbieten, sondern auch Reinigungsdienste und mobile Luftreiniger. Trotz massiver Einbrüche bei Passagierkontrollen an Flughäfen, reihenweise ausgefallener Messen und Großveranstaltungen sowie geschlossener Museen in zwei Lockdowns hat die Kötter-Gruppe im vergangenen Jahr ihrem Umsatz leicht um 1,1 Prozent auf 571 Millionen Euro gesteigert. Die Zahl der Mitarbeiter ging auf 17.600 zurück. Mitinhaber Friedrich P. Kötter spricht von der „schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik“, in der sich das Land gerade befinde. KÖTTER Unternehmensgruppe behauptet sich in äußerst schwierigem Geschäftsjahr Schließungen von Museen; Absagen von Messen und Veranstaltungen; geringeres ÖPNV-Angebot; rapide gesunkene Fluggastzahlen; rückläufige Industrieproduktion: Lediglich einige Faktoren, die im Zuge der Corona-Krise die Entwicklung der Facility-Services-Branche massiv beeinflussen und damit auch die KÖTTER Unternehmensgruppe vor nie gekannte Herausforderungen stellen. Dennoch konnte das Familienunternehmen den Gruppenumsatz im zurückliegenden, äußerst schwierigen Geschäftsjahr mit jetzt 571 Millionen Euro stabil halten. „Ich bin stolz und dankbar zugleich, dass unser Familienunternehmen in der schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik Kurs halten konnte“, erklärte Friedrich P Kötter. Ein wichtiger Faktor sei hierfür die enge Partnerschaft mit Kunden und Beschäftigten. Gleichzeitig dürfe das leichte Umsatzplus von 1,1 % aber nicht den Blick für die „harte Realität verstellen“ oder sogar zu „falschen Erwartungen verleiten“. „Denn die Wirtschaftskrise hat auch bei uns deutliche Spuren hinterlassen, wird sich voraussichtlich länger hinziehen als alle vor dem zweiten Lockdown noch gehofft hatten, und ihre endgültigen Auswirkungen sind noch lange nicht absehbar“, betonte der Verwaltungsrat. „Speziell die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zeichnet ein verzerrtes Bild von der tatsächlichen Liquiditäts- und Finanzlage vieler Unternehmen in der aktuellen Rezession – und täuscht damit über die wirkliche gesamtwirtschaftliche Situation hinweg.“

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Die gemeinsamen Interessen der Türkei und der Vereinigten Staaten überwiegen ihre Differenzen und Ankara will eine verbesserte Zusammenarbeit mit Washington, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag in einem versöhnlichen Ton.

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Griechenland
Thessaloniki: Osmanischer Friedhof muss für Sporthalle weichen

Muslimische Begräbnisstätte aus osmanischer Zeit für Bebauung einer Sporthalle entfernt

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge 

Griechische Bauarbeiter haben im Dorf Simantra (Σημάντρων) des zur Stadt Thessaloniki gehörenden Landkreises Kassandra eine Grabstätte aus osmanischer Zeit entdeckt. Beim Anrücken des Baggers entdeckte dessen Fahrer die Gräber. Daraufhin wurden die Bauarbeiten unterbrochen. Die Baufirma kontaktierte das Historische Museum von Chalkidiki und die Stadtverwaltung von Nea Propontida (Νέα Προποντίδα).

Auf dem Gelände, in dem die muslimischen Gräber von 201 Toten lagen, soll eine Sporthalle gebaut werden. Ein Dokument unter der Protokollnummer 55417/10-2-2021 erlaubt den Weiterbau der Sportstätte. In einer kurzen Mitteilung heißt es: „Bei Ausgrabungen wurden 201 Gräber aus osmanischer Zeit entdeckt. Die Gräber wurden fotografiert sowie dokumentiert und anschließend vom Baugelände entfernt.“

Simantra, Griechenland
(Foto: Ilhan Tahsin)

Kein Feingefühl und Respekt gegenüber dem Islam

Der Journalist Ilhan Tahsin kritisiert in seinem Beitrag die Entscheidung der Stadtverwaltung von Nea Propontida scharf. Nach Ansicht von Tahsin müssen die Verantwortlichen des zuständigen Magistrats zwei Fragen beantworten: Wohin wurden die Gebeine der Toten transportiert und wie wurde der Transport durchgeführt? Für den Journalisten hätten die griechischen Behörden ohne das nötige Feingefühl agiert und auf die religiösen Riten der islamischen Religion (Nakli Kubur) keine Rücksicht genommen. Man hätte die Begräbnisstätte mit Baufahrzeugen ausgehoben, auf LKWs geladen und irgendwo abgeladen.

Die Fragen von Ilhan Tahsin sind berechtigt, da in diesem Fall die griechischen Behörden einen muslimischen Prediger (Imam) mit der religiösen Zeremonie beauftragen und anschließend die Umbettung der Toten an einen anderen Ort hätten organisieren können. Das Schicksal der osmanischen Gräber in Simantra ist leider kein Einzelfall, weil der griechische Staat nicht nur islamfeindlich ist, sondern bis heute systematisch auch die Existenz der türkischen Minderheit in Westthrakien leugnet und selbst Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) nicht umsetzt. Offiziell verwendet Athen den Begriff der „muslimischen Minderheit“ und erkennt damit die ethnische Zugehörigkeit als Türken aus Westthrakien nicht an.


Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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Türkei
Erdogan möchte Beziehungen mit den USA stärken

Rize – Die gemeinsamen Interessen der Türkei und der Vereinigten Staaten überwiegen ihre Differenzen und Ankara will eine verbesserte Zusammenarbeit mit Washington, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag in einem versöhnlichen Ton. „Wir glauben, dass unsere gemeinsamen Interessen mit den Vereinigten Staaten unsere Meinungsunterschiede bei weitem überwiegen“, sagte Erdogan in einer Videokonferenz und fügte hinzu, dass Ankara die Zusammenarbeit durch „eine langfristige Perspektive auf einer Win-Win-Basis“ stärken wolle. „Die Türkei wird weiterhin ihren Teil in einer Weise tun, die der verbündeten und strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern würdig ist“, sagte er und fügte hinzu, dass die türkisch-amerikanischen Beziehungen in letzter Zeit „ernsthaft auf die Probe gestellt“ worden seien, berichtet Reuters.  „Wir konnten nicht die Unterstützung und Solidarität sehen, die wir von unserem NATO-Verbündeten erwartet haben, insbesondere bei der Bekämpfung der PKK-Terrorgruppe und ihrer Ausläufer“, sagte Erdogan. Die Beziehungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten sind wegen einer Vielzahl von Themen angespannt. Im Dezember sanktionierten die Vereinigten Staaten die Türkei für den Kauf russischer S-400-Verteidigungssysteme, während Ankara durch die US-Unterstützung für die kurdische YPG-Miliz in Syrien, die es als terroristische Organisation betrachtet, verärgert ist.

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Adana Stadion
Erdogan: „Wir haben die Sportinfrastruktur der Türkei komplett erneuert“

Adana – Während türkische Stadien, wie etwa das bis 2011 von Rekordmeister Galatasaray genutzte Ali Sami Yen Stadion, wegen ihren heruntergekommenen Zuständen noch in den 1980er Jahren von Sportkommentatoren als „Kartoffelacker“ bezeichnet wurden, baute das Land in den letzten Jahrzehnten modernste Stadien, die mit den besten Stadien der Welt mithalten können. „Wir haben die Sportinfrastruktur unseres Landes in den letzten 18 Jahren komplett erneuert. Je nach den Bedürfnissen unserer Provinzen haben wir neue Sportanlagen in Betrieb genommen. Wir haben Stadien, Schwimmbäder, Fußballplätze, Jugendzentren, Sporthallen und Leichtathletikbahnen in allen Ecken der Türkei gebaut“, so der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in seiner Rede via Videoübertragung bei der Eröffnungsfeier des neu errichteten Stadions in der südtürkischen Stadt Adana, dem Yeni Adana Stadyumu. Nach einer fast siebenjährigen Bauzeit wurde das Stadion am Freitag offiziell in Betrieb genommen. Das sechsstöckige Stadion, das die FIFA- und UEFA-Standards erfüllt, hat eine Kapazität von 33.543 Plätzen. Das Stadion verfügt über eine Tiefgarage für 1.500 Autos, einen Gebetsraum, zwei Schwimmbäder und Massagesalons für die Sportler und die Schiedsrichter. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, symbolisieren die Farben der Sitze die beiden alteingesessenen Vereine von Adana. Die Sitzordnung umfasst sowohl die Farben von Adana Demirspor (blau und marineblau) als auch von Adanaspor (orange und weiß).
(Foto: Wikimedia)
Zahlreiche neue Stadien Zu den weiteren Stadien, die in den letzten Jahren erbaut wurden, gehören auch das überdachte Türk Telekom Stadium (Istanbul, 55223 Sitze), das 2016 erbaute und ebenfalls überdachte Vodafon Stadium in Istanbul mit 41188 Sitzen und das 2015 erbaute Antalya Stadion mit 32537 Sitzen.

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Türkei
Corona-Pandemie: Türkische Kolonya-Exporte steigen um fast 300 Prozent

Istanbul – Die Nachfrage nach dem desinfizierenden türkischen Kölnisch Wasser, dem Kolonya, ist seit Beginn der Corona-Pandemie drastisch gestiegen – und das nicht nur in der Türkei.  Aufgrund des hohen Alkoholgehalts von bis zu 80 Prozent, wird das Wasser nun auch gerne zum Schutz gegen das Coronavirus benutzt. Laut der von der Nachrichtenagentur Anadolu zusammengestellten Daten des Istanbuler Verbandes der Exporteure von Chemikalien und chemischen Produkten (IKMIB), verdreifachten sich im Jahr 2020 die Exporte. Den Daten zufolge  lagen die Export im Jahr 2019 noch bei 2,4 Millionen Tonnen und stiegen im vergangenen Jahr auf 6,9 Millionen Tonnen. Mit einem Gesamtanteil von 60 Prozent im letzten Jahr waren Deutschland, die Niederlande, der Irak, die USA und Großbritannien die größten Abnehmer der türkischen Kolonya-Exporte. Die Exporte nach Deutschland seien 2020 im Vergleich zu 2019 um 492 Prozent, in die Niederlande um 491 Prozent, in den Irak um 291 Prozent, nach Großbritannien um 246 Prozent und in die USA um 146 Prozent gestiegen. Engin Tuncer, der Eigentümer des führenden türkischen Kolonya-Herstellers Eyup Sabri Tuncer, erklärte gegenüber Anadolu, dass trotz der coronabedingten Störungen in der Logistik und den Lieferketten, die Produktion und der Handel mit Kölnischwasser ohne Unterbrechung weiterliefen. Tuncer betonte, dass im letzten Jahr die Vorteile von Hygiene- und Desinfektionsprodukten immer deutlicher wurden und sagte, dass türkische Kolonya Hersteller ihre Präsenz und Anerkennung im Ausland steigern konnten. „Während der Pandemie erhielten wir aus neuen Exportmärkten eine große Nachfrage nach traditionellem türkischem Kölnisch Wasser“, sagte Tuncer. Tuncer betonte, dass die jahrhundertealte Firma ihre Produktionskapazitäten erweitert hat, um die steigende Nachfrage zu befriedigen, insbesondere nach Kölnisch Wasser mit dem charakteristischen Zitrusduft. „Mit den neuen Investitionen, die wir in dieser Zeit tätigten, haben wir unsere Produktion verdreifacht, und unsere Verkäufe in den Geschäften und im Internet sind um das Sechsfache gestiegen“, erklärte er. In der türkischen Tradition wird Kolonya als erfrischender Duft in verschiedenen sozialen Situationen angeboten: nach dem Haarschnitt, auf einer Busfahrt, nach einer Reise, wenn Gäste ankommen oder wenn man einen kranken Freund besucht. „Wir sahen einen enormen Anstieg der Nachfrage aus Ländern, die [traditionell] nicht die Gewohnheit haben, Kolonya zu benutzen, wie Japan, Korea, Taiwan, Singapur, Malaysia und China, wo wir mit unseren Körperpflegeprodukten Fuß gefasst haben“, betonte Tuncer.

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Während die Wirtschaften vieler Länder im vergangenen Jahr im Zuge der Corona-Krise eingebrochen sind und Finanzexperten auch für 2021 keine Besserungen erwarten, hat der IWF seine Prognosen für die türkische Wirtschaft für dieses Jahr auf sechs Prozent angehoben.

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Tierschutz
Bauern beklagen: Baurecht verhindert bessere Tierhaltung in Deutschland

Osnabrück – Der Bauernverband hat die Parteien im Bundestag aufgefordert, die Voraussetzungen zum Bau tiergerechterer Ställe abzusenken. Bauernpräsident Joachim Rukwied teilte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit: „Es kann nicht sein, dass sich die Koalitionsfraktionen in ihren Forderungen zu Tierwohl geradezu übertreffen, dann aber nicht bereit sind, die erforderlichen Rechtsgrundlagen für die Umbauten zu schaffen.“ Laut Rukwied wollten Landwirte mehr Tierwohl umsetzen. Dafür müssten aber neue Ställe gebaut werden, was häufig durch das geltende Baurecht verhindert werde. Rukwied sagte: „Ich appelliere deshalb an die Verantwortlichen: Schalten Sie das Baurecht für den Tierwohlstallbau auf Grün.“ In Berlin soll am Montag eine öffentliche Anhörung zum sogenannten Baulandmobilisierungsgesetz stattfinden. Mit ihrem umstrittenen Reformvorhaben will die Bundesregierung die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beschleunigen. Zudem soll die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen erschwert werden. Die Bundesländer fordern zudem in einer Stellungnahme aus dem Bundesrat, den Bau von Ställen zu erleichtern, sofern dadurch die Tierhaltung verbessert und die Zahl der gehaltenen Tiere nicht zunimmt. Rukwied forderte den Bundestag auf, dem Vorschlag der Länderkammer zu folgen.

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– Tierschutz – Tierschutzbund fordert Sachkunde-Nachweis für Haustiere

Der Deutsche Tierschutzbund hat sich für einen Sachkunde-Nachweis für bestimmte Tierarten ausgesprochen.

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Türkei-Sanktionen
Rückkehr zum F-35 Programm: Türkei engagiert US-Lobbying-Firma

Ankara – Die USA hatten die Türkei im Juli 2019 aus dem F-35-Kampfjet-Programm gestrichen, nachdem Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von etwa 900 Bauteilen. Die türkische Rüstungsindustrie habe nun eine der renommiertesten Anwaltskanzleien der Vereinigten Staaten engagiert, um wieder in das F-35-Kampfjet-Programm aufgenommen zu werden. Das staatliche Unternehmen Defence Industry Technologies – Savunma Sanayi Teknolojiler (SSTEK) – habe die in Washington ansässige Anwaltskanzlei Arnold & Porter mit der strategischen Beratung und der Kontaktaufnahme zu den Partnern und Interessengruppen des Programms beauftragt. Im Vertrag des Deals, der von der Website Foreign Lobby enthüllt wurde, zahlte Ankara 750.000 Dollar an die Firma, um „unter Berücksichtigung der komplexen geopolitischen und kommerziellen Faktoren, die im Spiel sind“, über eine Strategie für das SSB und die türkischen Auftragnehmer zu beraten. Im Rahmen der Vereinbarung beabsichtige die Firma auch, „eine gezielte Kontaktaufnahme mit den US-Handelspartnern und Interessenvertretern“ innerhalb des Programms zu unternehmen, um deren Verständnis für die Rolle der Türkei als „strategischer Verbündeter und geschätzter Partner“ zu ermitteln. Die Firma wird auch „die Exportkontrollen und Handelssanktionen die relevant sein könnten, kontinuierlich überwachen und alle besagten Sanktionen erklären.“ Der Vertrag ziele darauf ab, „die gesetzlichen Rechte der Türkei zu schützen, anstatt sich auf die Rückübernahme in das Programm zu konzentrieren“, so die Nachrichtenagentur Anadolu.  Der Ausschluss aus dem Programm bedeutet für türkische Rüstungsfirmen einen geschätzten Verlust von 12 Milliarden Dollar, wobei einige Unternehmen aufgrund bestehender Vertragsverpflichtungen bis 2022 weiterhin F-35-Teile an Lockheed Martin liefern. „Obwohl wir viel Geld für die F-35 bezahlt haben, wurden uns die F-35 immer noch nicht geliefert“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am 15. Januar. „Das ist ein schweres Unrecht, das die Vereinigten Staaten gegen uns als NATO-Verbündeten begangen haben.“ Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte und Washington sich geweigert hatte, Ankara das US-Patriot-System zu verkaufen, gab die Türkei 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. „Wir verhandelten (über Raketensysteme) mit den USA und europäischen Ländern. Leider haben wir keine positiven Angebote zu Themen wie Kosten, Lieferung, gemeinsame Produktion erhalten. Wir mussten uns für Russland entscheiden, das uns gegenüber eine positive Einstellung zu diesen Bedingungen hatte“, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar im Januar in Bezug auf Ankaras Erwerb von S-400-Systemen. Sanktionen gegen die Türkei Die Trump-Administration verhängte im Dezember zudem Sanktionen gegen die Türkei wegen des Kaufs des russischen Raketensystems.

„Die Türkei ist ein geschätzter Verbündeter und ein wichtiger regionaler Sicherheitspartner für die Vereinigten Staaten, und wir wollen unsere jahrzehntelange Geschichte der produktiven Zusammenarbeit im Verteidigungssektor fortsetzen, indem wir das Hindernis des türkischen S-400-Besitzes so bald wie möglich beseitigen“, schrieb Außenminister Mike Pompeo in einer Erklärung, in der er die Sanktionen ankündigte.

Die Strafmaßnahmen würden gegen das Direktorat der Verteidigungsindustrie (SSB) verhängt. Die verhängten Sanktionen beinhalten ein Verbot aller US-Exportlizenzen und -Genehmigungen für das Präsidium der türkischen Verteidigungsindustrie sowie ein Einfrieren von Vermögenswerten und Visabeschränkungen für den Präsidenten der Organisation, Dr. Ismail Demir und andere Spitzenbeamte.

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– Keshet 12-Bericht – Nach Druck aus Israel: USA schließen Türkei aus F-35-Programm aus

Die Vereinigten Staaten sollen unter Israels Einfluss die Türkei aus dem F-35-Projekt ausgeschlossen haben. Israel erkannte offenbar die Entscheidung Ankaras, russische S-400-Flugabwehrsyteme zu erwerben, als eine Möglichkeit, eigene Interessen zu lobbyieren, berichtet die Nachrichtenagentur Sputnik unter Bezugnahme auf eine Meldung des israelischen TV-Senders Keshet 12.

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"Nein zum Rassismus"
Türkei gedenkt der Opfer des Hanau-Anschlags

Istanbul – Mit Gedenktafeln wurde in der Türkei der Opfer des Hanau-Anschlags gedacht. „Nein zu Rassismus“ lautete die Botschaft. Wie TRT Deutsch berichtet, hat das Präsidium für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften (YTB) in der Türkei eine Gedenkaktion für die Opfer des rechtsextremistischen Anschlags von Hanau gestartet. In Ankara und Istanbul wurden dafür Gedenktafeln aufgestellt. Die Botschaft lautet „Nein zu Rassismus“. Vier der Opfer waren türkischstämmig „In Deutschland ging der rechtsextremistische Terrorist Tobias R. am 19. Februar 2020 in zwei Shisha-Bars in der Stadt Hanau bei Frankfurt und schoss auf Menschen, die er als ‚Ausländer‘ bezeichnete. In seinem Manifest erklärte er, er wolle Deutschland von den Menschen mit Migrationshintergrund säubern“, heißt es auf den Tafeln in englischer und türkischer Sprache.
(Foto: YTB)
„Die Türkei wird die rassistischen und islamfeindlichen Angriffe gegen seine Bürger in Europa vergessen“, sagte Zafer Sirakaya, Leiter der Unterkommission für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften des türkischen Parlaments, der Nachrichtenagentur Anadolu. „Wir haben die Brandstiftungen 1984 in Duisburg, 1988 in Schwandorf, 1993 in Solingen und die Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds, darunter acht unserer Bürger, nie vergessen“, so Sirakaya. Die Türkei beobachte die islamfeindlichen Angriffe auf ihre Bürger und Moscheen mit großer Sorge. „Wir sind im ständigen Dialog mit den zuständigen Behörden, um die Aufklärung solcher Angriffe sicherzustellen“, betonte der Abgeordnete der regierenden AKP aus Istanbul. Es sei wichtig, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.
„Im Kampf gegen Rassismus und Islamophobie ist es unerlässlich, dass diese Angriffe genau erkannt, klar benannt und als menschenverachtende Verbrechen behandelt werden. Fremdenfeindlichkeit steht in absolutem Widerspruch zur Menschenfreundlichkeit, dem moralischen Prinzip jeder Religion, auch der unseren.“
Sarikaya würdigte die Demonstrationen gegen Rassismus in Deutschland, wies jedoch darauf hin, dass der „Rechtsextremismus in Europa nach wie vor auf dem Vormarsch sei und eine Herausforderung im Kampf gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit“ darstelle. „Tausende von Menschen demonstrierten Seite an Seite gegen rechtsextremen Terror und Islamophobie. Doch die rassistischen und islamfeindlichen Übergriffe halten in Europa und Deutschland weiter an, was uns mit großer Sorge erfüllt“, so Sarikaya weiter. Sarikaya:
„Unser größter Wunsch ist es, dass es in Zukunft ein friedliches Zusammenleben gibt, unabhängig von Religion, Sprache oder Ethnie – denn Rassismus und Islamophobie vergiften nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Gesellschaften.“
Der 43-jährige Tobias R. hatte am Abend des 19. Februar 2020 neun Menschen mit ausländischen Wurzeln an mehreren Orten in der Stadt im Rhein-Main-Gebiet erschossen. Danach tötete er mutmaßlich seine Mutter und anschließend sich selbst. Im Internet veröffentlichte er vor der Tat Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten.

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– Fremdenfeindlichkeit – „Wo wohnen hier noch Scheißtürken?“: Die Ermordung des Seydi Battal Koparan

Viele Jahre vor der NSU oder den Ermordungen türkischer Familien in Solingen oder Mölln Anfang der 1990er, kam es bereits in den frühen 1980er Jahren zu zahlreichen tödlichen Angriffen rechtsradikaler Gruppen auf Migranten, insbesondere  Türken. Anfang der 1980er Jahre machten Neonazis bundesweit Jagd auf türkische Migranten.

Hanau: „Wer mit den Opfern von Hanau solidarisch sein will, muss handeln“

Australien
Reichweite australischer Nachrichtenseiten nach Facebook-Blockade eingebrochen

Canberra – Der Web-Traffic auf australischen Nachrichtenseiten sank um rund 13 Prozent, nachdem Facebook deren Inhalte auf der Social-Media-Plattform in dieser Woche blockiert hatte, so die ersten Daten, die den übergroßen Einfluss des US-Unternehmens auf den lokalen Markt unterstreichen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Leider hat das Verschwinden von Facebook zu einem Schlag für die Traffic-Zahlen der Verlage geführt: Als der Facebook-Traffic abfiel, verlagerte sich der gesamte australische Traffic nicht auf andere Plattformen“, sagte eine Sprecherin von Chartbeat. Die Chartbeat-Daten, die den in- und ausländischen Traffic von rund 250 australischen News-Publishern am Mittwoch vor dem Verbot mit dem am Donnerstag verglichen, liefern einige der ersten greifbaren Beweise für die Auswirkungen von Facebooks Schritt, so Reuters weiter. Seit Mittwoch erlaubt Facebook Nutzern aus Australien nicht mehr, in seinem Netzwerk Medieninhalte zu teilen, auch nicht die der ausländischen Redaktionen. Politiker, Nachrichtenanbieter und zivilgesellschaftliche Gruppen in Großbritannien und den USA haben den Vorstoß Facebooks als „Versuch, eine Demokratie zu tyrannisieren“ und „ein ganzes Land in die Knie zu zwingen“ scharf verurteilt. Das Unternehmen solle „seine Macht unter Kontrolle  bringen“. Der Grund für Facebooks Schritt ist ein geplantes Mediengesetz, das vorsieht, dass Internetriesen wie Facebook und Google künftig örtliche Medienunternehmen bezahlen sollen, wenn sie deren Inhalte verbreiten. Facebooks Nachrichtenblockade wird wohl nicht von Dauer sein. Noch gibt es Gespräche zwischen Facebook und Vertretern der australischen Regierung, die laut Finanzminister Josh Frydenberg auch noch zu Ergänzungen und Klarstellungen zu dem umstrittenen Gesetz führen könnten, berichtet der Spiegel. 

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– „Schutz europäischer Interessen“ – Investor Hommels: „Facebook-Algorithmus ist viel mächtiger als alle Wahlplakate“

„Der Facebook-Algorithmus ist viel mächtiger als alle Wahlplakate, die man irgendwo an Bäume nagelt. Wenn man da nicht als Staat hart eingreift, riskiert man die politische Willensbildung im eigenen Land. Wohin das führt, haben wir in England und den USA gesehen“, so Ex-Facebook-Investor Klaus Hommelser.

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Hanau-Anschlag
Zentralrat der Muslime zum Terror in Hanau: Die Opfer waren Deutsche

Osnabrück – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) fordert einen anderen Fokus beim Anschlag von Hanau vor einem Jahr. Im Interview mit der der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek: „Ich wünsche mir im allgemeinen Diskurs und auch in der medialen Berichterstattung, dass stärker betont wird: Das waren Deutsche. Das waren unsere Landsleute, die angegriffen wurden. Der Terrorist will Spaltung und Menschen erster und zweiter Klasse darstellen. Deshalb müssen wir auch in unserer Sprache klarmachen, dass wir uns nicht entzweien lassen.“ Außerdem dürfe das Wissen über Rassismus kein Spartenwissen mehr sein, so Mazyek. „Es geht um den Erhalt unserer Gesellschaft und darum, wie wir unsere Vielfalt und Vielschichtigkeit schützen können.“ Darüber hinaus fordert Mazyek eine lückenlose Aufklärung des Terror-Anschlags. Es seien Fehler passiert. Beispielsweise seien in der Tatnacht viele Notanrufe getätigt worden, die von der Polizei nicht angenommen wurden. Auch müsse geklärt werden, ob in der Shisha-Bar wirklich die Notausgänge verschlossen waren. Die Gefahr rassistischer Angriffe sei nach wie vor groß, so Mazyek. Punktuell würden Schutzmaßnahmen erhöht, aber das sei noch nicht ausreichend. „Wir brauchen ein noch klareres Bewusstsein in den Innenministerien, dass rechtsextreme Anschläge, zum Beispiel auf Muslime, keine abstrakte Gefahr sind, sondern eine konkrete.“

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Knapp ein Jahr nach dem Attentat vom 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem ein psychisch kranker Mann neun Menschen mit Migrationshintergrund und danach seine Mutter und sich selbst tötete, erheben Überlebende sowie Angehörige der Opfer Vorwürfe gegen die Polizei.

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