Gastkommentar
Gräberschändung: Empörung alleine reicht nicht mehr

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel „Breite Empörung nach Beschädigung muslimischer Gräber in Iserlohn“, heißt es heute im Westdeutschen Rundfunk. Empörung allein reicht aber schon lange nicht mehr! Und eine „Beschädigung“ ist es auch nicht mehr! Vielmehr sind wir schon längst über das berühmt-berüchtigte „Nie wieder!“ hinaus! Der Alltagsrassismus grassiert seit Jahren, der strukturelle Rassismus hat sich etabliert. Er ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und gesellschaftsfähig geworden, weil vor allem Politik und Medien kontinuierlich daran gearbeitet haben. Nach Mölln und Solingen hat man sich empört gezeigt und gleich danach Politik auf dem Rücken der „Ausländer“ betrieben. Nach der Aufdeckung der NSU war man außer sich vor Empörung, um recht schnell alles geschreddert ad acta zu legen. Empört gezeigt hat man sich auch nach Hanau, um im Anschluss daran die Türken für Ihre Empörung zurechtzuweisen und damit die Integrationsindustrie erneut anzukurbeln. Vor lauter Empörung über die Türken, die türkische Regierung, über den einen oder anderen türkisch-islamischen Verband und Zivilorganisationen, die von sämtlichen deutschen Parteien und in Deutschland ansässigen NGO‘s gepflegt werden; kein Wunder, dass auch die jetzige Schnappatmung über eine „Beschädigung“ eines muslimischen Gräberfeldes nur kurz anhalten wird, um sich dann wieder genüsslich über das Türkendasein echauffieren zu können. Nein, Empörung allein reicht nicht mehr! Jeder von uns muss diesen gehässigen, propagandistischen Schnappatmern dieses hässliche Gesicht des Hasses und Rassismus vorhalten, damit sie sich Ihrer indirekten Rolle bei solchen Anfeindungen und rassistisch-abscheulichen Taten bewusst werden. Denn Sie haben es gewusst, wohin das führen wird – nein, nicht führen kann, sondern führen wird. Denn die Geschichte ist sich damit schon überdrüssig geworden!
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

Auch interessant

– Islamfeindlichkeit – Bombendrohungen: Zentralrat der Muslime fordert mehr Polizeischutz für Moscheen

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland fordert angesichts von Übergriffen und Bombendrohungen mehr Polizeischutz für Moscheen.

Bombendrohungen: Zentralrat der Muslime fordert mehr Polizeischutz für Moscheen

Griechenland
Raubüberfall in Gümülcine: Täter zückt Messer und erbeutet Bargeld 

Gümülcine/Komotini – Ein bewaffneter Räuber hat am 31. Dezember einen Stehimbiss in Gümülcine überfallen und den Besitzer mit einem Messer angegriffen. Dabei stahl er das Bargeld aus der Kasse. Dem Räuber gelang es zunächst unerkannt zu entkommen. Die örtliche Polizei im Nordosten Griechenlands leitete eine Fahndung nach dem flüchtigen Täter ein. Der beim Angriff des Täters an der Hand verletzte Imbissbuden-Besitzer wurde im Krankenhaus ärztlich versorgt. Nach der intensiven Fahndung gelang es der Polizei den flüchtigen Räuber festzunehmen. Ferner stellte die Polizei die gestohlenen Tageseinnahmen des Imbissbuden-Besitzers sicher, die dem Besitzer von den Beamten ausgehändigt wurden. Der festgenommene Räuber wurde einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Kemal Bölge

Auch interessant

– Türkisch-armenische Beziehungen – Armenien hebt Embargo für Waren aus der Türkei auf

Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Armenien hat Jerewan angekündigt, ihr Embargo gegen türkische Waren ab Anfang 2022 aufzuheben.

Armenien hebt Embargo für Waren aus der Türkei auf

Türkisch-armenische Beziehungen
Armenien hebt Embargo für Waren aus der Türkei auf

Jerewan – Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Armenien hat Jerewan angekündigt, ihr Embargo gegen türkische Waren ab Anfang 2022 aufzuheben. Wie das armenische Wirtschaftsministerium am Donnerstag bekannt gab, wurde die Entscheidung das Embargo für türkische Waren nicht zu verlängern, „als Ergebnis ressortübergreifender Diskussionen getroffen“. Das Embargo wurde von Armenien aufgrund der Unterstützung Aserbaidschans durch die Türkei während des sechswöchigen Konflikts um Berg-Karabach gegen Ende 2020 verhängt. Der Erklärung des Ministeriums zufolge ist es nicht nur die Wiederbelebung der Beziehungen, die die Aufhebung des Embargos erforderlich macht, sondern auch die Tatsache, dass Armenien wirtschaftlich mit dem Mangel an türkischen Waren im Land zu kämpfen habe. „Obwohl das Embargo dazu geführt hat, dass die [armenische] Produktion neu aufgebaut oder ausgeweitet wurde …, ist die wichtigste negative Auswirkung des Embargos die erhebliche Auswirkung auf die Inflation, die sich vor allem bei einer Reihe von Konsumgütern bemerkbar macht. Es gibt viele Bitten unserer Geschäftsleute, das Einfuhrverbot für türkische Waren aufzuheben“, so die Mitteilung. Nach Jahren der Spannungen vereinbarten die Türkei und Armenien im vergangenen Monat die Ernennung von Sondergesandten im jeweils anderen Land, um den Normalisierungsprozess voranzutreiben. Der Neustart in den türkisch-armenischen Beziehungen soll nicht nur die Aufhebung des Embargos ermöglichen, sondern auch die Wiedereröffnung der Grenze zwischen den beiden Ländern und die Aufnahme von Charterflügen zwischen Jerewan und Istanbul. Anfang dieser Woche kündigte der türkische Außenminister an, dass die bilateralen Gespräche in Russland stattfinden werden. Es müsse ein Fahrplan für die Normalisierung der Beziehungen festgelegt werden. Dies werde auf der Tagesordnung des ersten Treffens stehen, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Mevlüt Cavusoglu. Er wies darauf hin, dass die Charterflüge zwischen der Türkei und Armenien bald beginnen würden, und bekräftigte, dass die Türkei ihre Normalisierungsgespräche in Absprache und Koordination mit Aserbaidschan führe. Die Rhetorik Armeniens sei „bisher positiv gewesen“. Eine Normalisierung der Beziehungen werde für die Stabilität, den Frieden und den Wohlstand im Kaukasus wichtig sein, fügte Cavusoglu hinzu. Am 15. Dezember ernannte die Türkei Serdar Kilic, einen ehemaligen Botschafter in den USA, zu ihrem Sondergesandten, um Schritte zur Normalisierung der Beziehungen mit Armenien zu erörtern. Drei Tage später ernannte auch Armenien seinen Sonderbeauftragten für den Dialog mit der Türkei, den stellvertretenden Sprecher der Nationalversammlung Ruben Rubinyan. „Alle Länder der Region, einschließlich Armenien, und die ganze Welt werden von Frieden und Entspannung im Kaukasus profitieren“, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede vor dem aserbaidschanischen Parlament im Juni.

Auch interessant

– Armenien – „Positive Signale“ zwischen der Türkei und Armenien

Armenien sieht „positive Signale“ aus der Türkei und wird entsprechend reagieren, sagte der armenische Premierminister am Freitag.

„Positive Signale“ zwischen der Türkei und Armenien

Afghanistan
Hungerkrise: Erneut Proteste gegen US-Sanktionen in Kabul

Kabul – Am heutigen Sonntag gab es in der afghanischen Hauptstadt erneut Proteste gegen US-Sanktionen. Die Demonstranten forderten die Vereinigten Staaten auf, eingefrorene afghanische Gelder freizugeben und den wirtschaftlichen Druck auf Afghanistan zu verringern, damit das „afghanische Volk sein Land wieder aufbauen kann“. Die Demonstranten erklärten, die US-Sanktionen gegen Afghanistan hätten die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Ferner forderten sie die internationale Gemeinschaft auf, die Übergangsregierung der Taliban anzuerkennen, wie lokale Medien berichten. Auch der pakistanische Premierminister Imran Khan forderte bereits im November die USA auf, die Gelder Afghanistans freizugeben. Er warnte vor einem „wirtschaftlichen Zusammenbruch“ des Landes. „Pakistan hat immer wieder die Bereitstellung von sofortiger humanitärer Hilfe für Afghanistan gefordert … Pakistan würde wichtige Nahrungsmittel wie Weizen und Reis, medizinische Notversorgung und Unterkünfte für Afghanistan bereitstellen“, hieß es in einer Erklärung. Unmittelbar nachdem die Taliban Mitte August die Kontrolle über das vom Krieg zerrüttete Land übernommen hatten, blockierte Washington den Zugang Kabuls zu rund 9,4 Milliarden Dollar, die größtenteils bei der US-Notenbank gelagert waren. Das Einfrieren des Geldes und die internationalen Sanktionen haben die afghanische Wirtschaft, die in den letzten 20 Jahren stark von externer Hilfe abhängig war, an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Auch die Weltbank und der Internationale Währungsfonds haben die finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsprojekte eingestellt. Hungerkrise in Afghanistan Afghanistans Wirtschaft liegt am Boden. Die Hungerkrise spitzt sich dramatisch zu und viele Menschen wissen nicht, woher sie Essen bekommen sollen. Im Winter breitet sich der Hunger dramatisch aus und erreicht das Niveau vom Jemen oder dem Südsudan. Wie aus einer Analyse der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) und des UN-Welternährungsprogramms (WFP) hervorgeht, hat aktuell fast die Hälfte der Bevölkerung in Afghanistan nicht genug zu essen, knapp 19 Millionen Menschen. Zwei Millionen Kinder sind mangelernährt. Aufgrund von Dürre, Pandemie und Konflikt wird sich der Zugang zu und die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln weiter verschlechtern. Es sei schrecklich, was man im Kinderkrankenhaus sehe, sagt Mary-Ellen McGroarty vom Welternährungsprogramm – aber dort seien nur die Kinder, die es in ein Krankenhaus schaffen. Die größte Katastrophe sehe man dort nicht, betont sie und fragt, wie viele Kinder es seien, deren Eltern nicht in der Lage seien, sie in ein Krankenhaus zu bringen. Die kleinen Kinder „zahlen hier in Afghanistan im Moment einen unglaublichen Preis“, zitiert tagesschau McGroarty weiter. US-Regierung unter Druck Die US-Regierung Biden sieht sich zunehmendem Druck von Abgeordneten, Hilfsorganisationen und ehemaligen Beamten ausgesetzt, den Fluss von Milliarden von Dollar an Hilfsgeldern und Bargeld nach Afghanistan wieder aufzunehmen, wo die humanitäre Krise immer gefährlicher wird. Anfang Dezember forderten drei ehemalige US-Militärkommandeure in Afghanistan und vier ehemalige US-Botschafter in Kabul sowie weitere ehemalige hochrangige Beamte die Regierung auf, eine Lockerung der Politik in Betracht zu ziehen, die das Auslandsvermögen der afghanischen Regierung eingefroren und die US-Finanzhilfe abgeschnitten hat, die zusammen mit anderen Gebermitteln einst drei Viertel der Einnahmen des Landes ausmachte. „Was wir brauchen, ist der Mut zum Handeln“, so die Autoren in einer vom Atlantic Council veröffentlichten Erklärung. Sie wiesen auf Schätzungen der Vereinten Nationen hin, wonach nur 5 Prozent der rund 40 Millionen Einwohner Afghanistans über ausreichend Nahrungsmittel verfügen und 97 Prozent der Bevölkerung in den nächsten 18 Monaten unter die Armutsgrenze fallen werden, und erklärten, die Vereinigten Staaten hätten „ein Interesse an ihrem Ruf und eine moralische Verpflichtung“, ihnen zu helfen. In einem separaten Schreiben an Außenminister Antony Blinken und Finanzministerin Janet Yellen appellierten im Dezember fast 40 überparteiliche Kongressmitglieder, darunter die demokratischen Vorsitzenden der wichtigsten nationalen Sicherheitsausschüsse im Repräsentantenhaus, an die Regierung, neue Schritte in Betracht zu ziehen. „Wir wollen den Taliban nicht helfen, aber wir wollen auch nicht, dass die Afghanen im Winter verhungern“, sagte der Abgeordnete Tom Malinowski, D-N.J., der die Initiative mit angestoßen hat. „Wir wollen, dass die Millionen von Afghanen, die das Land nicht verlassen werden, sondern versuchen, die Errungenschaften der letzten 20 Jahre zu verteidigen, wissen, dass die Vereinigten Staaten immer noch hinter ihnen stehen“. „Wenn man den Menschen helfen will, den Winter zu überleben“, sagte Malinowski in einem Interview, „kann man nicht bis zum Frühling warten.“ Oh ja

NRW
Iserlohn: Muslimische Gräber geschändet

Iserlohn – Wegen Störung der Totenruhe auf dem muslimischen Teil des Iserlohner Hauptfriedhofs ermittelt seit Samstagnachmittag der Staatsschutz. Zwischen Freitagmittag (31.12.2021) und Samstagmorgen (01.01.2022) gegen 09.45 Uhr wurden auf dem muslimischen Teil des Hauptfriedhofs in Iserlohn mehrere Gräber geschändet. Unbekannte warfen rund 30 Grabsteine um und beschädigten Dekorationselemente sowie Pflanzen. Laut einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Hagen liegen bisher noch keine Hinweise auf Täter vor. Der Staatsschutz in Hagen ermittelt wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten sich unter der Rufnummer 02331 – 986 2066 zu melden. Wie IKZ-Online berichtet, waren die Angehörigen und Freunde der etwa 30 betroffenen Grabstellen durch Facebook-Posts informiert worden. Einige der Betroffenen hätten geweint. „Das ist unmenschlich. Das hat nichts mit Politik oder Religion zu tun. Ich habe noch nie mitbekommen, dass eine solche rote Linie überschritten wurde“, zitiert IKZ den 29-jährigen Jusef Halla, dessen Großeltern auf dem betroffenen Teil des Friedhofs bestattet wurden. Das türkische Außenministerium hat die Tat aufs Schärfste verurteilt.

„Mit Bedauern haben wir erfahren, dass auf einem muslimischen Friedhof in der Stadt Iserlohn ein Anschlag verübt wurde. Der Anschlag in der Silvesternacht ist ein neuer Indikator für die krankhafte anti-islamische Mentalität, die in letzter Zeit vor allem in Europa auf dem Vormarsch ist und sogar muslimische Friedhöfe ins Visier genommen hat. Wir hoffen, dass die Täter dieses  Angriffs identifiziert und vor Gericht gestellt werden und die ihnen gebührende Strafe erhalten“, so das Ministerium in einer Pressemitteilung.

Auch interessant

– Islamophobie – Mesut Özil: Islamfeindlichkeit und Antisemitismus mit Barmherzigkeit „entwaffnen“

Der deutsche Weltmeister von 2014 hat die Muslime aufgefordert, Islamophobie und Antisemitismus mit „Barmherzigkeit zu entwaffnen“.

Mesut Özil: Islamfeindlichkeit und Antisemitismus mit Barmherzigkeit „entwaffnen“

Impfstoffforschung
Türkei: Mega-Zentrum für Impfstoffforschung geplant

Ankara – Die Türkei hat sich vor kurzem mit Turkovac in die Liste der wenigen Länder eingereiht, die einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln und produzieren. In der Hauptstadt Ankara soll nun ein Biotechnologie- und Impfstoffzentrum errichtet werden, das bis Ende 2022 betriebsbereit sein soll. Das Zentrum sei eine Hommage an das Vermächtnis von Refik Saydam, dem vierten Premierminister des Landes und Arztes, der vor Jahrzehnten das Hıfzıssıha, das Institut für öffentliche Gesundheit, gründete, berichtet die englischsprachige Daily Sabah. Koca wies daraufhin, die Türkei wolle 25 Jahre, nachdem sie die Produktion eigener Impfstoffe eingestellt hat, stärker und ehrgeiziger werden. Der letzte Impfstoff, den sie produzierte, war ein Bacillus Calmette-Guerin (BCG)-Impfstoff gegen Tuberkulose. Koca weist darauf hin, dass die Türkei über eine zweihundertjährige Erfahrung in der Impfstoffherstellung verfüge und sich in den ersten Jahren der Türkischen Republik darum bemühte, diese wiederzubeleben, aber die Produktion eines einheimischen Impfstoffs habe erst fünf Jahrzehnte später begonnen. Das Zentrum werde eine Fläche von 50.000 Quadratmetern haben und die Ressourcen des Gesundheitsministeriums, der Universitäten und des privaten Sektors im Hinblick auf die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen nutzen. Der Minister erklärte, dass zunächst ein Technologietransfer aus Südkorea und Japan geplant sei, um das Potenzial des Zentrums zu verbessern. In der Türkei haben am Donnerstag die städtischen Krankenhäuser mit der Verabreichung des ersten eigenen Impfstoffs Turkovac begonnen. Der türkische Gesundheitsminister erklärte, dass die Wissenschaftler nun die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die sich schnell ausbreitende Omicron-Variante untersuchten. Er fügte hinzu, dass derzeit 135.000 Dosen Turkovac zur Verfügung stünden und in den nächsten drei Monaten drei Millionen Dosen Impfstoff produziert würden.

Auch interessant

– Medizin – „Türkische Therapie“: Wie die Pockenimpfung aus dem osmanischen Harem nach Europa kam

Als Lady Mary Wortley Montagu, die Frau des englischen Botschafters am osmanischen Hof in Konstantinopel, 1717 beobachtet, wie Haremsfrauen ihre Kinder absichtlich mit Pocken infizieren, glaubt sie erst an eine barbarische Praxis.

„Türkische Therapie“: Wie die Pockenimpfung aus dem osmanischen Harem nach Europa kam

Wahlen 2023
Türkei: AKP verliert laut Meinungsumfrage Parlamentsmehrheit

Ankara – Wenn am nächsten Sonntag Wahlen wären, würde die Regierungspartei von Präsident Recep Tayyip Erdoğan nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts MetroPoll Araştırma vom 29. Dezember 2021 ihre Parlamentsmehrheit verlieren. Demnach kommt die AK Partei (AKP, Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung) auf 23,9 Prozent der Wählerstimmen. Die Republikanische Volkspartei (CHP) bekommt 20,3 Prozent, die oppositionelle İyi Parti (Gute Partei) 10,5 Prozent, die konservative Milliyetçi Hareket Partisi (MHP) auf 3,9 Prozent und die völkisch-nationalistische HDP auf 8,8 Prozent. Die Oppositionsparteien aus CHP und İyi Parti hätten dann im türkischen Parlament eine Mehrheit. Damit wäre die MHP und die HDP nicht mehr im Parlament vertreten. Nach dieser Umfrage liegt der Anteil der Unentschlossenen bei 11,1 Prozent und der Protestwähler bei 9,9 Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut hat in einer weiteren Frage die Unentschlossenen und Protestwähler mit einbezogen. Hier würde die regierende AK Partei 32,3 Prozent, die CHP 27,4 Prozent, die İyi Parti auf 14,2 Prozent, die HDP auf 11,9 Prozent und die MHP auf 5,3 Prozent kommen. Selbst in diesem Fall würde die AKP ihre Parlamentsmehrheit verlieren. Die Meinungsforscher befragten vom 11.-15. Dezember in 28 Provinzen 1.514 Bürger. Nächste Parlamentswahl soll spätestens am 18. Juni 2023 stattfinden In der Türkei gilt eine Zehn-Prozent-Hürde, um in der Großen Nationalversammlung Sitze zu bekommen. Wenn eine Partei bei den Parlamentswahlen nur 9,9 Prozent der Stimmen erhält, geht sie leer aus. Die nächsten Wahlen zum türkischen Parlament sollen gleichzeitig mit den Präsidentschaftswahlen spätestens am 18. Juni 2023 durchgeführt werden. Kemal Bölge/Ankara

Auch interessant

– Türkei – DEVA-Chef Ali Babacan: Die meisten Stimmen kommen von der AKP

Der Chef der neuen Oppositionspartei DEVA, hat in einem TV-Interview mitgeteilt, aus welchen Parteien der größte Stimmenzuwachs kam.

DEVA-Chef Ali Babacan: Die meisten Stimmen kommen von der AKP

Corona-Pandemie
Bundestagspräsidentin Bas gegen schnelle Impfpflicht

Osnabrück – Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat vor der schnellen Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gewarnt: „Wir sollten uns für eine Impfpflicht wirklich Zeit nehmen und nichts übers Knie brechen. Einen Bundestagsbeschluss schon im Januar hielte ich für verfrüht“, sagte Bas im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Das Parlament müsse sich gründlich mit dem komplexen und kontroversen Thema befassen. „Es geht immerhin auch um die körperliche Unversehrtheit der Menschen, und viele sehen diese bedroht. Das gilt es ernst zu nehmen.“ Bund und Länder hatten den Bundestag am 2. Dezember zu einem „zeitnahen“ Beschluss aufgefordert, damit die allgemeine Impfpflicht „etwa ab Februar“ greifen könne. „Wenn wir erst im März fertig wären, wäre das völlig in Ordnung. Ich warne jedenfalls davor, unnötigen Zeitdruck zu machen“, sagte Bas nun der NOZ. Es dürfe „nicht passieren“, dass die aufgeheizte Debatte von der eigentlichen Aufgabe ablenke, sofort mehr Menschen zu impfen. Wenn das Ziel erreicht werde, die Impfquote Richtung 80 oder sogar 90 Prozent zu treiben, „brauchen wir womöglich gar keine Impfpflicht mehr“, betonte Bas. „Jeder, der sich jetzt impfen lässt, trägt dazu bei.“ Sollte doch eine Impfpflicht kommen, dann gehe das nur mit einem Register, sagte die SPD-Politikerin und stellte sich damit gegen Kanzler Olaf Scholz: „Eine Impfpflicht macht nur mit einem nationalen Impfregister Sinn. Nur so ließen sich Fälschungen vermeiden. Und nur mit einem solchen Register ließe sich erkennen, wenn eine Charge womöglich nicht ganz in Ordnung war oder ob es Nebenwirkungen gibt, die in seltenen Fällen später auftreten könnten“, begründete sie ihre Forderung. Nur mit einem solchen Register könnten Menschen auch gezielt angeschrieben werden, wenn es um den nächsten Boostertermin gehe. Scholz hatte hingegen gesagt, er sehe ein Impfregister „skeptisch“. Auch vom Koalitionspartner FDP kommt scharfer Widerstand.

Auch interessant

– Corona-Pandemie – Türkei beginnt Impfkampagne mit eigenem Impfstoff Turkovac

Die Türkei hat am Donnerstag mit der Verabreichung des eigenen Impfstoffs Turkovac begonnen.

Türkei beginnt Impfkampagne mit eigenem Impfstoff Turkovac

Corona-Pandemie
Türkei beginnt Impfkampagne mit eigenem Impfstoff Turkovac

Istanbul – Die Türkei hat am Donnerstag mit der Verabreichung des eigenen Impfstoffs Turkovac begonnen. Es handelt sich dabei um einen Totimpfstoff, der in Zusammenarbeit mit der Erciyes-Universität in der Provinz Kayseri und den türkischen Gesundheitsinstituten des Gesundheitsministeriums entwickelt wurde. Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca teilte heute ein Video auf Twitter, während ihm der neue Impfstoff verabreicht wurde.

„Wir widmen unseren Impfstoff Turkovac in Gedenken an unsere Bürger, die wir aufgrund von Covid-19 verloren haben“, kommentierte Koca das Video. „Ich empfehle den Menschen dringend, sich mit dem Turkovac-Impfstoff impfen zu lassen, vor allem als Auffrischungsimpfung“, sagte Koca, als er seine Impfdosis im Stadtkrankenhaus von Ankara erhielt, und verwies auf die Bedrohung durch die Omicron-Variante des Coronavirus. Bisher wurde in der Türkei mit Biontech oder dem chinesischen Impfstoff Sinovac geimpft.

Nach der dritten und letzten klinischen Studie mit 40.800 Probanden, wurde im November der Antrag auf eine Notfallzulassung bei der Medikamentenbehörde TITCK gestellt, die in der vergangenen Woche für die Türkei erteilt wurde. „Bisher hat keiner der mit Turkovac Geimpften eine schwere Form von Covid-19 entwickelt, die eine Einweisung ins Krankenhaus oder einen Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich gemacht hätte… Damit wird die Wirksamkeit des Impfstoffs nachgewiesen. Alle Daten werden den Ausschüssen vorgelegt, die die bereits erteilte Notfallzulassung für Turkovac prüfen, sagte Ates Kara, ein Berater des Gesundheitsministers. In einem Fernsehinterview betonte Präsident Recep Tayyip Erdogan, dass der Impfstoff auch dazu beitragen werde, das Zögern in der türkischen Bevölkerung, das aufgrund von „weit verbreiteten Verschwörungstheorien und Impfgegner-Propaganda“ entstanden sei, zu beseitigen. „Ich weiß, dass es ein Teil unserer Bürger die – wenn auch unbegründet – zögert, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen“, sagte Erdogan am Freitag. „Mit Turkovac, der von unseren eigenen Wissenschaftlern in der Türkei entwickelt und hergestellt wurde, rufe ich diese Bürger auf, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen“, fügte er hinzu. Bereits im November vergangenen Jahres teilte Erdogan die Entwicklung eines eigenen Impfstoff mit. Im vergangenen Juni begann die dritte Phase der Tests. „Es ist entscheidend, dass wir unseren eigenen Impfstoff haben, um unser Land so schnell wie möglich aus dem Griff der Pandemie zu retten und die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Nation zu sichern. Mit dieser Entwicklung haben wir nun den endgültigen Wendepunkt erreicht, um unseren eigenen Impfstoff zu haben“, sagte Erdogan damals.

NDR Info
Deutscher Nato-General kritisiert Umgang mit afghanischen Ortskräften

Hamburg – Der deutsche Nato-General Jörg Vollmer hat den Umgang mit afghanischen Ortskräften der Bundeswehr kritisiert. Im Interview mit NDR Info sagte der Vier-Sterne-General, das „eigentlich Beschämende“ in der Schlussphase des Afghanistaneinsatzes sei gewesen, „wie wir mit den Menschen umgegangen sind, die uns über so viele Jahre unterstützt haben. Wir hätten, und das wussten wir, sie deutlich früher nach Deutschland bringen können.“ Vollmer sieht das als Negativ-Signal für die Zusammenarbeit mit Ortskräften in anderen Einsatzgebieten. Der Deutsche ist Befehlshaber des Allied Joint Force Command der Nato, das den Einsatz für das Bündnis geführt hatte. Vollmer plädierte im NDR Interview für eine „ehrliche Aufarbeitung“ des Einsatzes über Ressorts hinweg, sowohl hinter verschlossenen Türen als auch in der Öffentlichkeit. Den vernetzten Ansatz der verschiedenen Ministerien müsse man „jetzt ganz kritisch überprüfen“. Das Petitum des Nato-Generals für noch laufende oder künftige Auslandseinsätze: „Klar definieren und immer wieder evaluieren, was wir eigentlich erreichen wollen.“ Wenn man nicht erreiche, was man sich vorgenommen habe, müsse man sich bescheidenere Ziele setzen oder sich dafür entscheiden, „das Ganze zu beenden“. Der Bundestag wird sich im neuen Jahr in einem Untersuchungsausschuss und in einer Enquete-Kommission mit dem Afghanistan-Einsatz beschäftigen. Gefragt nach der US-geführten Evakuierungsmission Mitte August am Flughafen Kabul erklärte Vollmer, derzeit könnten das „in dieser Geschwindigkeit und in dieser Qualität und in dieser Durchsetzungsfähigkeit nur unsere amerikanischen Verbündeten“ leisten. Forderungen, dass die Europäer künftig allein handlungsfähiger werden sollten, hält der General für nachvollziehbar: „Ich halte es für sinnvoll, darüber nachzudenken, aber bitte im Nato-Rahmen und nicht Parallelstrukturen aufbauen in der Europäischen Union. Aber man muss ganz klar dann auch den politischen Willen haben, hier die Mittel beizustellen und sie auch entsprechend robust einzusetzen, wenn es notwendig ist.“ Vollmer äußerte sich in dem Interview für eine neue Folge der NDR Info Radio- und Podcastserie „Killed in Action – Deutschland im Krieg“. „Der Abzug“ ist Titel und Thema dieser siebten Folge des Podcasts der langjährigen Afghanistan-Korrespondenten Christoph Heinzle und Kai Küstner. Sie ist ab Donnerstag, 30. Dezember, in der ARD Audiothek abrufbar. Am Sonntag, 2. Januar, ist sie um 17 Uhr im Radio auf NDR Info zu hören. Zuvor am selben Tag sendet NDR Info von 14.30 Uhr an eine Zusammenfassung der ersten sechs Folgen. „Killed in Action – Deutschland im Krieg“ erzählt am Beispiel Afghanistans, wie sich das Selbstverständnis der Bundeswehr durch die Auslandseinsätze gewandelt hat. Im Mittelpunkt steht die Perspektive der Soldaten und ihrer Angehörigen.

Auch interessant

– Moskau – Putin: Beleidigung des Propheten Mohammed ist keine Kunstfreiheit

Der russische Präsident Wladimir Putin hat erklärt, dass die Beleidigung des Propheten Mohammed eine Verletzung der Religionsfreiheit darstellt und nicht als freie Meinungsäußerung betrachtet werden sollte.

Putin: Beleidigung des Propheten Mohammed ist keine Kunstfreiheit