Türkisch-armenische Beziehungen
Armenien hebt Embargo für Waren aus der Türkei auf

Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Armenien hat Jerewan angekündigt, ihr Embargo gegen türkische Waren ab Anfang 2022 aufzuheben.

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Jerewan – Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Armenien hat Jerewan angekündigt, ihr Embargo gegen türkische Waren ab Anfang 2022 aufzuheben.

Wie das armenische Wirtschaftsministerium am Donnerstag bekannt gab, wurde die Entscheidung das Embargo für türkische Waren nicht zu verlängern, „als Ergebnis ressortübergreifender Diskussionen getroffen“. Das Embargo wurde von Armenien aufgrund der Unterstützung Aserbaidschans durch die Türkei während des sechswöchigen Konflikts um Berg-Karabach gegen Ende 2020 verhängt.

Der Erklärung des Ministeriums zufolge ist es nicht nur die Wiederbelebung der Beziehungen, die die Aufhebung des Embargos erforderlich macht, sondern auch die Tatsache, dass Armenien wirtschaftlich mit dem Mangel an türkischen Waren im Land zu kämpfen habe.

„Obwohl das Embargo dazu geführt hat, dass die [armenische] Produktion neu aufgebaut oder ausgeweitet wurde …, ist die wichtigste negative Auswirkung des Embargos die erhebliche Auswirkung auf die Inflation, die sich vor allem bei einer Reihe von Konsumgütern bemerkbar macht. Es gibt viele Bitten unserer Geschäftsleute, das Einfuhrverbot für türkische Waren aufzuheben“, so die Mitteilung.

Nach Jahren der Spannungen vereinbarten die Türkei und Armenien im vergangenen Monat die Ernennung von Sondergesandten im jeweils anderen Land, um den Normalisierungsprozess voranzutreiben. Der Neustart in den türkisch-armenischen Beziehungen soll nicht nur die Aufhebung des Embargos ermöglichen, sondern auch die Wiedereröffnung der Grenze zwischen den beiden Ländern und die Aufnahme von Charterflügen zwischen Jerewan und Istanbul.

Anfang dieser Woche kündigte der türkische Außenminister an, dass die bilateralen Gespräche in Russland stattfinden werden. Es müsse ein Fahrplan für die Normalisierung der Beziehungen festgelegt werden. Dies werde auf der Tagesordnung des ersten Treffens stehen, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Mevlüt Cavusoglu. Er wies darauf hin, dass die Charterflüge zwischen der Türkei und Armenien bald beginnen würden, und bekräftigte, dass die Türkei ihre Normalisierungsgespräche in Absprache und Koordination mit Aserbaidschan führe. Die Rhetorik Armeniens sei „bisher positiv gewesen“. Eine Normalisierung der Beziehungen werde für die Stabilität, den Frieden und den Wohlstand im Kaukasus wichtig sein, fügte Cavusoglu hinzu.

Am 15. Dezember ernannte die Türkei Serdar Kilic, einen ehemaligen Botschafter in den USA, zu ihrem Sondergesandten, um Schritte zur Normalisierung der Beziehungen mit Armenien zu erörtern. Drei Tage später ernannte auch Armenien seinen Sonderbeauftragten für den Dialog mit der Türkei, den stellvertretenden Sprecher der Nationalversammlung Ruben Rubinyan.

„Alle Länder der Region, einschließlich Armenien, und die ganze Welt werden von Frieden und Entspannung im Kaukasus profitieren“, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede vor dem aserbaidschanischen Parlament im Juni.

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