Erdogan in Kiew
Türkei und Ukraine unterzeichnen Donnerstag Freihandelsabkommen

Ankara – Die Türkei und die Ukraine werden voraussichtlich am Donnerstag ein historisches Freihandelsabkommen unterzeichnen, sagte der türkische Handelsminister am Mittwoch. „Morgen werden wir hoffentlich ein Freihandelsabkommen der neuen Generation mit der Ukraine unterzeichnen, das das Ergebnis von mehr als einem Jahrzehnt Verhandlungen ist“, sagte Mehmet Mus auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Ankara. Hierzu erklärte der ukrainische Premierminister Denys Shmygal:
Wir haben die Verhandlungen mit unseren türkischen Partnern intensiviert, um sicherzustellen, dass das (Freihandels-)Abkommen den Interessen der ukrainischen Wirtschaft entspricht, Chancen für unsere Exporte schafft und das Potenzial für die Modernisierung ukrainischer Unternehmen eröffnet.
Der Handelsumsatz zwischen der Türkei und der Ukraine, die beide Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres sind, belief sich im Jahr 2021 auf insgesamt 7 Mrd. USD, wobei die ukrainischen Exporte einen Wert von 4,1 Mrd. USD hatten. Getreide und Metalle machten 70 % der ukrainischen Exporte in die Türkei aus. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen haben sich aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über Getreide und Metalle über ein Jahrzehnt hingezogen. Weitere Abkommen, die am Donnerstag unterzeichnet werden sollen, umfassen die Zusammenarbeit in den Bereichen Hochtechnologie, Luft- und Raumfahrt, Jugendpolitik und Strafverfolgung, so Shmygal. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan wird Kiew am morgigen Donnerstag besuchen, wo er am 10. hochrangigen strategischen Rat zwischen der Türkei und der Ukraine teilnehmen wird. Bereits 1991, als die Ukraine ihre Unabhängigkeit erklärte, war die Türkei das erste Land, das den neuen Status der Ukraine anerkannte. Das NATO-Mitglied Türkei hat gute Beziehungen sowohl zu Kiew als auch zu Moskau, kritisierte in der Vergangenheit jedoch wiederholt Russlands Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim. Angesichts des anhaltenden Separatistenkonflikts im Osten der Ukraine, der seit April 2014 mehr als 13.000 Menschen das Leben gekostet hat, sprach sich Ankara zudem für die territoriale Integrität der Ukraine aus. Mit einer diplomatischen Initiative erhofft sich Ankara einen russischen Einmarsch in der Ukraine abzuwenden. Die Türkei wolle Stabilität und Frieden in der Schwarzmeerregion. Erdogan habe häufig mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin über dieses Thema gesprochen, erklärte der türkische Staatschef gegenüber Medien bereits im Dezember vergangenen Jahres  gegenüber türkischen Medien.

„Ob als Vermittler oder in Gesprächen mit den Russen, mit diesen Gesprächen mit der Ukraine und Herrn Putin wollen wir, so Gott will, einen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten“, so der türkische Staatschef am Montag. Kiew begrüßte die Erklärungen des Präsidenten. „Wir werden alle Bemühungen begrüßen, die uns helfen können, diesen Krieg zu beenden und die ukrainischen Gebiete, die derzeit unter russischer Kontrolle stehen, zurückzugeben“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf einer Pressekonferenz.

In der vergangenen Woche betonte Erdogan jedoch, dass es unklug wäre, wenn Russland die Ukraine angreifen würde, und dass die Türkei in diesem Fall das tun würde, was als NATO-Mitglied notwendig ist. „Ein solcher Schritt wäre unklug für Russland und die Region“, so der türkische Staatschef.

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Türkei und Vereinigtes Königreich verhandeln über ein Freihandelsabkommen, das weitere Sektoren einbeziehen soll.

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Fußball International
Medien: Löw kurz vor Unterschrift bei Fenerbahce Istanbul

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Istanbul – Anfang März hatte Bundestrainer Joachim Löw seinen Rücktritt nach der EM angekündigt. Seitdem brodelt die Gerüchteküche um seinen weiteren Werdegang. Medienberichten zufolge könnte er seinem ehemaligen Schützling, Mesut Özil, bald in die Türkei folgen. Löw ist offenbar kurz davor einen Vertrag mit dem türkischen Rekordmeister Fenerbahce Istanbul zu unterzeichnen. Wie türkische Medien berichten, soll Klub-Präsident Ali Koc einen Sponsor an Land gezogen haben, der Löws Gehalt finanziert. Wie tz unter Bezugnahme auf die Medien berichtet, läuft alles auf einen Dreijahresvertrag hinaus, den der Weltmeister-Trainer bald unterschreiben werde. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Ära Joachim Löw* beginnt“, zitiert tz eine türkische Zeitung. Löw war bereits vor über 20 Jahren Trainer von Fenerbahce. In der Saison 1998/1999 wechselte er vom VFB Stuttgart nach Istanbul und wurde in dem Jahr mit Fenerbahce Pokalsieger. Löw soll den Verein zum Erfolg früherer Tage verhelfen. Momentan liegt der Özil-Klub abgeschlagen auf Platz fünf der Süper Lig Fenerbahce-Präsident und Milliardär Koc hatte bereits 2018 angedeutet, einen „berühmten Trainer“ zu verpflichten und erwähnte einen möglichen Wechsel Löws nach Istanbul. Wenn er die Wahl zum Präsidenten von Fenerbahce gewinne, werde er Bundestrainer Joachim Löw nach Istanbul holen, sagte er gegenüber der türkischen Tageszeitung Hürriyet. Erste Gespräche mit Löw hätten bereits stattgefunden, berichteten Medien damals.

Clan-Prozess
Tondokument widerlegt Bushidos wichtigste Aussagen im Clan-Prozess

Hamburg – Als Kronzeuge der Anklage prägte Rapstar Bushido, bürgerlich Anis Ferchichi, mit spektakulären Schilderungen monatelang das Gerichtsverfahren gegen seinen früheren Freund und Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker. Nun berichtet der stern über einen bislang unbekannten Gesprächsmitschnitt, der diese Darstellung klar widerlegt. Damit steht der Prozess, der als Symbolverfahren für den Kampf des Rechtsstaates gegen organisierte Clankriminalität gilt, auf der Kippe. Versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zählen zu den Tatvorwürfen gegen den Hauptangeklagten Arafat Abou-Chaker. Diese Anklagepunkte beruhen im Wesentlichen auf Ferchichis Darstellung eines Treffens am 18. Januar 2018. Clan-Chef Arafat Abou-Chaker habe ihn dabei mit Hilfe zweier Brüder mehr als vier Stunden in seinem Büro eingeschlossen, beleidigt, bedroht, mit Gegenständen beworfen und ins Gesicht geschlagen, um Geldforderungen Nachdruck zu verleihen. Seine Aussagen gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft hat der Rapper vor Gericht wortreich bestätigt, teils unter Tränen. Nach Angaben des stern widerlegt ein Gesprächsmitschnitt vom 18. Januar 2018 diese Behauptungen. Demnach hat das Treffen in Wahrheit weniger als zwei Stunden gedauert, die Audiodatei enthält keine der von Bushido zitierten Drohungen und Beleidigungen sowie keine Indizien für Tätlichkeiten gegen ihn. Laut stern bestätigt ein renommierter Audioforensiker nach eingehender Analyse des Tondokuments Datum und Uhrzeit der Aufnahme in dem Büro und dass an dem Mitschnitt nicht manipuliert wurde: „Wir können bei allen verwendeten Analysemodellen keine Indizien dafür finden, dass hier etwas herausgenommen oder hinzugefügt wurde.“ Sowohl Anis Ferchichi er als auch Arafat Abou-Chaker wollten sich gegenüber dem stern nicht zu den Ereignissen am 18. Januar 2018 äußern. Der Zeuge Ferchichi tritt im Strafprozess auch als Nebenkläger auf und führt gegen Abou-Chaker zivilrechtliche Auseinandersetzungen, in denen es um ein Millionenvermögen geht. Die Fortsetzung der Beweisaufnahme am Landgericht Berlin ist für den Februar 9.Februar geplant, dem 59.Hauptverhandlungstag.

Apartheid
AfD nennt Amnesty-Bericht zu Israel „antisemitisch“

Berlin – Die AfD hat den am Dienstag veröffentlichten Israel-Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International scharf verurteilt. Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, bezeichnete den Bericht als „widerwärtig“. „Bislang hatten selbst linke NGOs kein derart diffamierendes Urteil über Israel gefällt wie jetzt Amnesty International. Dieser AI-Bericht zeigt einmal mehr die Voreingenommenheit, mit der Israel als jüdischer Staat immer wieder ins Visier von Antisemiten auf der ganzen Welt genommen wird“, so Storch in einer Stellungnahme. Der Bericht sei laut Storch einseitig und ein „durchschaubarer, niederträchtiger Versuch, über sogenannte Israel-Kritik den Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft zu verankern“. Die Alternative für Deutschland stehe „uneingeschränkt an der Seite Israels und verurteile diese „antisemitischen Angriffe, Israel als Apartheidsstaat zu delegitimieren“, aufs Schärfste. Am heutigen Dienstag hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) einen  Bericht veröffentlicht, in dem sie Israels Behandlung von palästinensischen Menschen als „Apartheid“ bezeichnet.

„Unser offizieller neuer Bericht befasst sich mit dem jahrzehntelangen Leiden der Palästinenser unter der israelischen Herrschaft. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Israels Behandlung der Palästinenser in ganz Israel und in den besetzten palästinensischen Gebieten einer Apartheid gleichkommt“, so die Organisation in einer Mitteilung auf Twitter.

Die israelischen Behörden müssen für das Verbrechen der Apartheid gegen die Palästinenser zur Rechenschaft gezogen werden, so Amnesty International heute in einem vernichtenden neuen Bericht. AI:
Die Untersuchung zeigt detailliert auf, wie Israel ein System der Unterdrückung und Herrschaft gegen das palästinensische Volk durchsetzt, wo immer es die Kontrolle über dessen Rechte hat. Dazu gehören Palästinenser, die in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT) leben, ebenso wie vertriebene Flüchtlinge in anderen Ländern.

Der umfassende Bericht „Israels Apartheid gegen Palästinenser: Cruel System of Domination and Crime against Humanity“ (Grausames Herrschaftssystem und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) legt dar, wie massive Beschlagnahmungen von palästinensischem Land und Eigentum, rechtswidrige Tötungen, Zwangsumsiedlungen, drastische Bewegungseinschränkungen und die Verweigerung der Nationalität und Staatsbürgerschaft für Palästinenser allesamt Bestandteile eines Systems sind, das nach internationalem Recht einer Apartheid gleichkommt.

Dieses System werde durch Verstöße aufrechterhalten, die nach Auffassung von Amnesty International den Tatbestand der Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllen, wie er im Römischen Statut und in der Apartheid-Konvention definiert ist. Amnesty International fordert den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) auf, das Verbrechen der Apartheid bei seinen laufenden Ermittlungen in den OPT zu berücksichtigen, und appelliert an alle Staaten, die universelle Gerichtsbarkeit auszuüben, um die Urheber der Apartheidverbrechen vor Gericht zu stellen.

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In einem Interview mit dem Nachrichtensender RT, fordert Pink Floyd-Gründer Roger Waters ein Ende des „grausamen Angriffs“ auf Gaza und den Stopp aller Militärhilfen an Israel.

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Amnesty-Bericht
Menschenrechtsorganisation wirft Israel „Apartheid“ vor

London – Am heutigen Dienstag hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) einen  Bericht veröffentlicht, in dem sie Israels Behandlung von palästinensischen Menschen als „Apartheid“ bezeichnet. „Unser offizieller neuer Bericht befasst sich mit dem jahrzehntelangen Leiden der Palästinenser unter der israelischen Herrschaft. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Israels Behandlung der Palästinenser in ganz Israel und in den besetzten palästinensischen Gebieten einer Apartheid gleichkommt“, so die Organisation in einer Mitteilung auf Twitter. Die israelischen Behörden müssen für das Verbrechen der Apartheid gegen die Palästinenser zur Rechenschaft gezogen werden, so Amnesty International heute in einem vernichtenden neuen Bericht. AI:
Die Untersuchung zeigt detailliert auf, wie Israel ein System der Unterdrückung und Herrschaft gegen das palästinensische Volk durchsetzt, wo immer es die Kontrolle über dessen Rechte hat. Dazu gehören Palästinenser, die in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten (OPT) leben, ebenso wie vertriebene Flüchtlinge in anderen Ländern.
Der umfassende Bericht „Israels Apartheid gegen Palästinenser: Cruel System of Domination and Crime against Humanity“ (Grausames Herrschaftssystem und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) legt dar, wie massive Beschlagnahmungen von palästinensischem Land und Eigentum, rechtswidrige Tötungen, Zwangsumsiedlungen, drastische Bewegungseinschränkungen und die Verweigerung der Nationalität und Staatsbürgerschaft für Palästinenser allesamt Bestandteile eines Systems sind, das nach internationalem Recht einer Apartheid gleichkommt. Dieses System werde durch Verstöße aufrechterhalten, die nach Auffassung von Amnesty International den Tatbestand der Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllen, wie er im Römischen Statut und in der Apartheid-Konvention definiert ist. Amnesty International fordert den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) auf, das Verbrechen der Apartheid bei seinen laufenden Ermittlungen in den OPT zu berücksichtigen, und appelliert an alle Staaten, die universelle Gerichtsbarkeit auszuüben, um die Urheber der Apartheidverbrechen vor Gericht zu stellen.

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– Jerusalem – UN verurteilt Israel wegen Angriff auf Kinder

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat die israelischen Behörden aufgefordert, keine Gewalt mehr gegen Kinder anzuwenden und alle inhaftierten Kinder freizulassen.

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TOGG Deutschland
Türkisches E-Auto: TOGG eröffnet Deutschlandzentrale

Stuttgart – Die türkische E-Automarke TOGG, hierzulande auch als „Erdogan-Auto“ bezeichnet, hat in Deutschland ihre erste Auslandszentrale eröffnet und somit ihren ersten Vorstoß auf den europäischen Markt unternommen. TOGG soll noch in diesem Jahr mit der Massenproduktion beginnen. Wie der türkische TV-Sender TRT berichtet, habe das Unternehmen unter dem Namen „TOGG Europe“ in Stuttgart eine Vertretung eröffnet. „Ich glaube, wenn auf die Qualität geachtet wird, werden sowohl die Deutschen als auch die Türken das Auto kaufen“, erklärte Durmuş Yılmaz, ein Automobilzulieferer in Deutschland gegenüber TRT. „Wir sehen, dass die Deutschen sehr genau auf die Details achten. Wenn sie es kaufen, werden sie feststellen, dass es ein gutes Auto ist“, sagte Yılmaz gegenüber TRT. Mehmet Gürcan Karakaş, CEO von TOGG, sagte im August letzten Jahres, dass das Unternehmen mit dem Verkauf in Deutschland beginnen werde, gefolgt von anderen Märkten in Europa. Karakaş war zuvor bei Bosch beschäftigt. Der Rohbau für die Fabrik in Gemlik im Nordwesten ist fertig, gerade stellen sie die ersten Fertigungsstraßen auf und im Winter soll die auf zunächst 125.000 Autos im Jahr ausgelegte Produktion beginnen, berichtet ntv. Wie das Wirtschaftsmagazin Businessinsider berichtete, besteht das Ziel des deutschen Ablegers darin, sich bei dem Technologie-Hub de:hub in Stuttgart zu bewerben, der beim Wirtschaftsministerium angesiedelt und in zwölf Städten in Deutschland vertreten ist. Das Netzwerk fördert den Austausch von technologischer und wirtschaftlicher Expertise und ermöglicht so Innovationen, berichtet Businessinsider weiter. Türkisches E-Auto Am 27. Dezember 2019 stellte die Türkei ihren ersten einheimischen Automobilprototypen vor, der innerhalb von 18 Monaten von der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), einem Konglomerat von Industriegiganten wie der Anadolu-Gruppe, BMC, Kök-Gruppe, Turkcell und Zorlu Holding sowie einer Dachorganisation, der Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei, entworfen und hergestellt wurde.   TOGG-Fabrik Im Juli 2020 legte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan  den Grundstein für das erste einheimische Autowerk des Landes.

„Wir planen, den [Bau des] Werks in 18 Monaten abzuschließen und unser [erstes] Fahrzeug im letzten Quartal 2022 vom Band laufen zu lassen“, sagte Erdogan bei der Grundsteinlegung in der nordwestlichen Provinz Bursa.

Insgesamt sollen drei verschiedene Modelle entstehen, die fünf unterschiedliche Plattformen umfassen: Sedan (Limousine), Hatchback (Kombilimousine), Station Wagon (Kombi), Sports (Roadster) und Crossover (SUV). Am Freitag wurde neben der SUV-Variante auch eine Limousine vorgestellt. Der elektrische Antriebsstrang soll rund 400 PS leisten und je nach Version Heck- oder Allradantrieb ermöglichen, berichtet Focus. 

TOGG gewinnt internationalen Designpreis

Für ihr C-SUV-Modell erhielt die türkische Automarke im April vergangenen Jahres einen der weltweit renommiertesten Designpreise, den iF Design Award. Der C-SUV, der das Ergebnis von 150.000 Arbeitsstunden des TOGG-Designteams in Zusammenarbeit mit Pininfarina als strategischem Partner und unter der Leitung des weltbekannten Designers Murat Günak ist, wurde laut einer Mitteilung von TOGG in der Kategorie „Professional Concept“ ausgezeichnet. „TOGG ist die erste türkische Marke, die eine solche Auszeichnung erhält und hat mit seinem C-SUV-Modell bei den iF Design Awards 2021 einen bedeutenden Erfolg im Bereich Mobilität erzielt“, heißt es in der Mitteilung weiter.

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– Türkei – Atak Electric: Erdogan fährt ersten türkischen fahrerlosen Bus Probe

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan unternahm am Montag eine Probefahrt im ersten in der Türkei entworfenen und hergestellten fahrerlosen E-Bus, dem Atak Electric.

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Ukraine-Krise
Kiew kündigt Erdogan-Besuch an

Kiew – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird am Donnerstag in die Ukraine reisen, um mit Präsident Wolodymry Zelenskiy Gespräche zu führen, die die Spannungen zwischen Kiew und Russland abbauen sollen. Daran anschließend erwartet Erdogan den russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Türkei. „Diese Woche werden wir den türkischen Präsidenten in der Ukraine willkommen heißen“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Montag bei einem Online-Briefing. Erdogan werde an einer hochrangigen Sitzung des Strategischen Rates teilnehmen, bei der auch das Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und der Türkei unterzeichnet werden soll. „Erdogan wird Zelenskiy Botschaften zur Erhaltung des Friedens in der Region und zur Verhinderung eines Anstiegs der Spannungen und eines heißen Konflikts übermitteln“, so ein namentlich nicht genannter türkischer Offizieller gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Putin werde im Anschluss an die Olympischen Winterspiele, die vom 4. bis 20. Februar in China stattfinden, die Türkei besuchen. „Wir gehen davon aus, dass beide Gespräche zum Abbau der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine beitragen werden“, erklärte der Offizielle weiter. Das NATO-Mitglied Türkei hat gute Beziehungen sowohl zu Kiew als auch zu Moskau, kritisierte in der Vergangenheit jedoch wiederholt Russlands Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim. Angesichts des anhaltenden Separatistenkonflikts im Osten der Ukraine, der seit April 2014 mehr als 13.000 Menschen das Leben gekostet hat, sprach sich Ankara zudem für die territoriale Integrität der Ukraine aus. Mit einer diplomatischen Initiative erhofft sich Ankara einen russischen Einmarsch in der Ukraine abzuwenden. Die Türkei wolle Stabilität und Frieden in der Schwarzmeerregion. Erdogan habe häufig mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin über dieses Thema gesprochen, erklärte der türkische Staatschef gegenüber Medien bereits im Dezember vergangenen Jahres  gegenüber türkischen Medien. „Ob als Vermittler oder in Gesprächen mit den Russen, mit diesen Gesprächen mit der Ukraine und Herrn Putin wollen wir, so Gott will, einen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten“, so der türkische Staatschef am Montag. Kiew begrüßte die Erklärungen des Präsidenten. „Wir werden alle Bemühungen begrüßen, die uns helfen können, diesen Krieg zu beenden und die ukrainischen Gebiete, die derzeit unter russischer Kontrolle stehen, zurückzugeben“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf einer Pressekonferenz. In der vergangenen Woche betonte Erdogan jedoch, dass es unklug wäre, wenn Russland die Ukraine angreifen würde, und dass die Türkei in diesem Fall das tun würde, was als NATO-Mitglied notwendig ist. „Ein solcher Schritt wäre unklug für Russland und die Region“, so der türkische Staatschef.

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– Ukraine-Krise – Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

Russland hat am Donnerstag die Lieferung türkischer Drohnen an die Ukraine verurteilt. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei.

Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine
 

Videospiele
Türkei: Gaming-Industrie soll auf 10 Mrd. Dollar wachsen

Istanbul – Die Gaming-Industrie der Türkei wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Das Land will ihren Anteil an der weltweit 150 Milliarden Dollar schweren Industrie von derzeit einer Milliarde Dollar auf 10 Milliarden erhöhen. Die Türkei habe hierfür auch die benötigten Kapazitäten, so der Generaldirektor der Technologieentwicklungszone (Bilişim Vadisi), Ahmet Serdar İbrahimcioğlu, der Tageszeitung Hürriyet. „Ich glaube, dass die Türkei in fünf Jahren ein hohes Niveau bei den Softwareexporten erreichen wird, und wir werden die angestrebten Zahlen im Spielesektor leicht erreichen“, sagte İbrahimcioğlu. Etwa 10.000 junge Spieleentwickler hätten an den vom Digital Animation and Gaming Center (Digiage) innerhalb von Bilişim Vadisi organisierten Camps teilgenommen. „Die Unternehmer, die an den letzten beiden Camps teilgenommen haben, haben fünf Millionen Dollar an Investitionen erhalten. Wir haben fast 50 Start-ups gegründet. Diese jungen Menschen haben also an den Camps teilgenommen und dann ihr eigenes Unternehmen gegründet. Zwei von ihnen sind in die USA gegangen, um auf internationaler Ebene tätig zu sein“, sagte er. Türkische Spielindustrie weckt internationales Investoreninteresse Die türkische Spieleindustrie hat auch das Interesse internationaler Investoren geweckt. Im Juni 2020 hatte etwa der aus San Francisco stammende Online-Spiele-Anbieter Zynga („Farmville“) für 1,8 Milliarden US-Dollar den türkischen Handyspiele-Entwickler Peak aus Istanbul übernommen. Zynga steckt hinter den mobilen Game-Hits FarmVille, Mafia Wars und CityVille. Doch Peak steht im Mittelpunkt internationalen Fokus nicht allein da, denn Zynga kaufte kürzlich ein weiteres türkisches Spielunternehmen. Rollic Games wurde gerade einmal vor knapp zwei Jahren gegründet und kürzlich für 168 Millionen US-Dollar übernommen, ein weiterer beachtlicher Betrag, der die Bedeutung der türkischen Spielbranche unterstreicht. Schon 2018 zeigte Zynga Interesse an der Türkei, so wurde damals Gram Games für 250 Millionen US-Dollar gekauft. Auch China ist beteiligt, denn letztes Jahr übernahm Tencent das türkische Spielunternehmen Masomo für 100 Millionen US-Dollar.

Studie
Beratungsarbeit: Wege aus dem salafistischen Extremismus

Nürnberg – Was bringt Menschen dazu, sich aus einer salafistischen Ideologie zu lösen? Wo und wie kann Beratung besser ansetzen, um Betroffene auf dem Weg ihrer Loslösung vom Salafismus zu unterstützen? Drei Jahre lang haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit diesem Thema beschäftigt. Die nun veröffentlichte Verbundstudie „Praxisorientierte Analyse von Deradikalisierungsverläufen“ („PrADera“) zeigt die Vielfalt der Wege in und aus dem salafistischen Extremismus. Besonders für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen ist der Salafismus attraktiv, weil er eine scheinbar klare Orientierung anbietet. Die erstmals mit Betroffenen geführten Interviews ergaben in der wissenschaftlichen Analyse, dass professionelle Unterstützung durch ein Beratungsangebot eine wichtige und notwendige Hilfe gerade für jene Personen darstellt, die nicht in der Lage sind, sich selbstständig von der Ideologie und der „Szene“ zu distanzieren. Über die Frage, wie sich die verschiedenen Wege der Distanzierung unterscheiden und welche Faktoren wirksam werden, konnte eine Typologie erstellt werden. „Menschen wenden sich aus unterschiedlichen Gründen zum Salafismus hin, ein typisches Profil gibt es nicht. Im Verlauf der Deradikalisierung ist Unterstützung durch Familie, Partnerin oder Partner eine wichtige Stütze. Auch Beratungsangebote haben durchweg positive Effekte und sind in einigen Fällen für eine Distanzierung unbedingt notwendig“, sagt Corinna Emser, Studien-Mitautorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungszentrum des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Für das Verbundforschungsprojekt „PrADera“ arbeitete das BAMF-Forschungszentrum mit dem Kompetenzzentrum für Deradikalisierung und Risikoanalyse des Bayerischen Landeskriminalamts und dem Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin zusammen. „Das Projekt ist ein sehr gutes Beispiel für die gelingende Zusammenarbeit von universitärer Forschung und Forschungseinrichtungen in Behörden, die gemeinsam nach höchsten wissenschaftlichen und ethischen Standards zusammengearbeitet haben“, so das Resümee von Dr. Robert Pelzer, Projektleiter am Zentrum Technik und Gesellschaft. Deradikalisierung in und nach der Haft Besonderen Bedingungen unterliegen Menschen, die straffällig und inhaftiert wurden, wie die Analyse der Deradikalisierungsverläufe weiter ergab. Für diese Interviewten war die Haft ein einschneidender Moment in ihrer Biografie: Denn in der Haft besteht einerseits die Chance, sich von Ideologie und salafistischer Praxis zu lösen, da das entsprechende salafistische Umfeld fehlt. Andererseits gibt es auch ein gewisses Risiko, dass Menschen ihre Überzeugungen und salafistische Praxis an die neuen Gegebenheiten anpassen und gegebenenfalls intensivieren. Daher sollte die Inhaftierung nach Möglichkeit stets mit einem Beratungsangebot einhergehen, empfehlen die Studienautorinnen und -autoren. Insbesondere nach der Haftentlassung ist eine fortlaufende Unterstützung durch Beratungsarbeit sehr wichtig. Dazu zählen in erster Linie lebenspraktische Maßnahmen, um den Distanzierungsprozess von der Szene weiter zu unterstützen. Beratung und Unterstützung in der Deradikalisierungsarbeit erfordern mitunter einen langen Atem, lautet eine der Erkenntnisse des Projekts. Die Interviewten berichteten, dass sie Themen der Ideologie meist erst nach einem längeren Prozess des Vertrauensaufbaus mit den Beratenden besprochen hätten. Daher ist es besonders wichtig, die Unterstützungsangebote stets individuell und an den Grad der Ideologisierung der betroffenen Person anzupassen, so der Rat der Forschenden im Hinblick auf Ausbau und Weiterentwicklung vorhandener Beratungsarbeit. Um die ausschlaggebenden Gründe für eine Loslösung vom Salafismus zu ermitteln, hatten die Forschenden Kontakt mit Szenemitgliedern aufgenommen. Daraus entstanden 16 narrative Interviews mit sechs Frauen und zehn Männern, die sich von salafistischen Bewegungen abwenden oder schon abgewandt hatten; sieben Personen davon waren zum Zeitpunkt der Hinwendung zum Salafismus noch minderjährig. Gefragt wurde nach positiven und negativen Erfahrungen in Bezug auf eventuell erlebte behördliche Maßnahmen oder im gesellschaftlichen Umgang und wie sich dadurch persönliche Ziele und Vorstellungen verändert haben.

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Ibn Salul und Muhammed-Karikaturisten: Wie sollen wir mit Beleidigung umgehen? Was sagt der Koran und was sagt der Prophet selbst dazu? Was müssen wir tun, um dem entgegenzutreten? Eine Antwort.

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Medien
Soziale Netzwerke in Corona-Krise Umschlagplatz für gefährliche Desinformation

Bonn – Soziale Netzwerke und Messengerdienste spielen eine wichtige Rolle für die politische Meinungsbildung in der digitalisierten Gesellschaft. Doch gerade in der Corona-Krise sind sie zunehmend zu einem Umschlagplatz für gefährliche Desinformation und Verschwörungerzählungen geworden. Und damit zu einem wichtigen Thema für die Medienpädagogik. Anlässlich des diesjährigen Safer Internet Days greifen die Zentralstelle für Politische Jugendbildung im Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) und das Grimme-Institut diese Entwicklung auf: In einem Webtalk am Dienstag, 8. Februar, 16.30 bis 18 Uhr, diskutieren Expert*innen unter dem Titel „Alles eine Verschwörung?“ über den aufgeklärten Umgang mit Messengergruppen, Verschwörungserzählungen und Corona-Leugner*innen. „Die öffentliche Debatte ist ein zentrales Element unserer Demokratie. Den Volkshochschulen ist es deshalb ein wichtiges Anliegen, eine Debattenkultur zu stärken, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert und Spaltungstendenzen entgegenwirkt. Diese Debatte darf kontrovers sein, aber sie muss auch sachlich und faktenbasiert geführt werden“, betont DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. „Deshalb ist es so wichtig, das Urteilsvermögen gerade junger Menschen zu stärken, damit sie auf der Suche nach Antworten nicht auf Fake News hereinfallen oder sich von Demagog*innen vereinnahmen lassen“, ergänzt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus. „Verschwörungserzählungen haben stark an Bedeutung zugenommen – als Herausforderung für unsere Demokratie und als Gegenstand von Bildungsbemühungen, auch über den Medienbildungsbereich hinaus“, so Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach. Deshalb setze sich das Institut in ganz unterschiedlichen Formaten mit diesem Thema auseinander und „ich befürchte, dass uns Verschwörungserzählungen auch in Post-Pandemie-Zeiten begleiten werden“, so Gerlach weiter. Die jährliche JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest belegt die wachsende Bedeutung dieses Lernfelds: 56 Prozent der Zwölf bis 19-Jährigen gaben an, im Netz auf extreme politische Ansichten zu treffen (plus 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und 51 Prozent der Jugendlichen wurden im Netz mit Verschwörungserzählungen konfrontiert (plus 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Auch die neue Bundesregierung sieht dringenden Handlungsbedarf und will sich laut Koalitionsvertrag stark machen gegen Hass im Netz und Verschwörungsideologien. Gemeinsam mit dem Grimme-Institut hat der Deutsche Volkshochschul-Verband bereits umfangreiche Materialsammlungen für die medienpädagogische Arbeit gegen Hate Speech, Fake News und Verschwörungserzählungen entwickelt, darunter zwei Modulboxen mit Unterrichtskonzepten. Der Webtalk am Safer Internet Day richtet sich an Menschen aus dem Bildungskontext, pädagogische Fachkräfte sowie alle Interessierten: Thomas Rathgeb, Abteilungsleiter für Medienkompetenz, Programm und Forschung der Landesanstalt für Kommunikation und Mitautor der JIM-Studie, wird in das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher einführen – vor allem auch mit Blick auf die Konfrontation und den Umgang mit Verschwörungserzählungen. Wie hierauf zu reagieren ist, soll mit der Bürgerrechtlerin und Publizistin Katharina Nocun diskutiert werden sowie mit Lars Gräßer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Grimme-Instituts und Mitautor der Modulbox „Politische Medienbildung für Jugendliche. Auf Verschwörungserzählungen reagieren“, die im Auftrag des DVVs entwickelt wurde. Das Gespräch wird moderiert von der freien Journalistin und Moderatorin Susan Djahangard. Interessierte können sich bis Sonntag, 6. Februar, zum Webtalk anmelden unter politischejugendbildung@dvv-vhs.de.