US-Besuch
Annen zum Ukraine-Konflikt: „Medial überhitzte Debatte“

Berlin – Vor dem Antrittsbesuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in Washington hat der Parlamentarische Staatssekretär im Entwicklungsministerium, Niels Annen (SPD), die mediale Debatte um die angebliche Zurückhaltung des Kanzlers kritisiert: „Es geht ja nicht darum, wer das erste Foto macht. Es geht darum, wer am Ende substantiell etwas beitragen kann, und das tun wir“, sagte Annen im phoenix tagesgespräch. In der „medial erhitzen Debatte“ werde ein Besuch zum alleinigen Kriterium für Engagement genommen. Dabei habe die Bundesrepublik bisher vieles geleistet. „Das wissen übrigens auch unsere Freunde im Kongress und das wissen auch diejenigen, die jetzt in den Think-Tanks eine Debatte führen, die sich übrigens sehr um sich selbst dreht“, sagte der SPD-Abgeordnete und nannte Beispiele für das bisherige Engagement: „Telefonate, enge Abstimmungen der außenpolitischen Berater. Wir haben eine gemeinsame Linie – auch gegenüber der Russischen Föderation – entwickelt; das Normandie-Format wieder auf den Weg gebracht“, so Annen weiter. Deutschland sei im Baltikum aktiv mit der sogenannten Vorne-Verteidigung und übernehme dort sogar die Führung einer Battle-Group, so Annen weiter und betonte die Geschlossenheit in der Bundesregierung: Die konzertierten Gespräche von Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Emmanuel Macron zum Ukraine-Konflikt am heutigen Tage seien miteinander absprochen worden. „Das ist es, was am Ende zählt.“ Annen verteidigte die klare Haltung der Bundesregierung in der Ukraine-Russland-Frage gegenüber der Kritik aus den USA. „Dieser Vorwurf und dieses Narrativ, was dort aufgebaut worden ist, halte ich wirklich für absurd.“ Er wisse aus eigener Erfahrung, dass in Washington oftmals die eigene Aufmerksamkeit im Vordergrund stehe. Es erschließe sich ihm nicht, auf der einen Seite die Einheit des Westens sowie die klare Position der NATO einzufordern und andererseits den ganzen Tag über fehlende Geschlossenheit zu reden, sagte Annen bei phoenix.

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Die Türkei und die Ukraine werden voraussichtlich am Donnerstag ein historisches Freihandelsabkommen unterzeichnen, sagte der türkische Handelsminister am Mittwoch.

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Bergkarabach
Armenische Provokationen: Geschosse treffen Wohnhaus

Baku – Armenische Soldaten haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Dorf Gapanli der Region Terter Einheiten der aserbaidschanischen Armee beschlossen. Wie das aserbaidschanische Verteidigungsministerium in Baku mitteilte, wurden bei dem zweistündigen Feuergefecht weder Zivilisten noch Soldaten der aserbaidschanischen Armee verletzt. Die Region befand sich 30 Jahre unter armenischer Besatzung und konnte im zweiten Karabach-Krieg von der Armee Aserbaidschans befreit werden. In der Gegend sind russische Friedenstruppen stationiert, die ein erneutes Aufflammen der Kämpfe verhindern sollen. Den armenischen Beschuss beantwortete die aserbaidschanische Armee mit Vergeltungsmaßnahmen, so das Verteidigungsministerium in Baku. Nachdem die armenische Seite aserbaidschanische Stellungen unter Beschuss nahm, schlug ein Geschoss in ein Wohnhaus in der Ortschaft Gapanli ein. Wie das Verteidigungsministerium ferner erklärte, handle es sich bei den Provokateuren um Mitglieder einer irregulären armenischen Einheit, die unter Alkoholeinfluss das Feuer eröffnet habe. Über den Vorfall wurde sowohl das Kommando der russischen Friedenstruppen als auch die gemeinsame türkisch-russische Beobachtungsstelle unverzüglich informiert. Während des 44-tägigen Konflikts, der am 10. November 2020 mit einem Waffenstillstand endete, befreite Aserbaidschan mehrere Städte und fast 300 Siedlungen und Dörfer in Berg-Karabach von einer fast drei Jahrzehnte währenden armenischen Okkupation. Die beiden Länder unterzeichneten schließlich eine von Russland vermittelte Vereinbarung zur Beendigung der Kämpfe und zur Erarbeitung einer umfassenden Lösung. Kemal Bölge/Baku

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Internet
Meta könnte Facebook und Instagram in Europa abschalten

San Francisco – Der Tech-Gigant warnte offenbar, dass die regulatorische Kontrolle der EU über „transatlantische Datentransfers“ seine Fähigkeit beeinträchtigt, gezielte Werbung zu schalten. Falls Meta nicht die Möglichkeit erhält, die Daten seiner europäischen Nutzer auf US-amerikanische Server zu übertragen, zu speichern und zu verarbeiten, könnten Facebook und Instagram in ganz Europa abgeschaltet werden, so die Warnung Metas in in seinem Jahresbericht. In seinem Jahresbericht an die US-Börsenaufsichtsbehörde warnt Meta, dass das Unternehmen viele seiner „wichtigsten Produkte und Dienste“, darunter Facebook und Instagram, in der EU „wahrscheinlich“ nicht mehr anbieten kann, wenn das Unternehmen nicht mehr die aktuellen Modellvereinbarungen „oder Alternativen“ verwenden darf, so verschiedene Medienberichte, unter anderem in iTWire, The Guardian und Side Line Magazine. Die Nutzung von Daten zwischen Ländern und Regionen sei für die Erbringung seiner Dienste und die gezielte Werbung von entscheidender Bedeutung, betonte Meta. Daher nutzte es bisher den transatlantischen Datentransferrahmen namens Privacy Shield als Rechtsgrundlage für diese Datenübertragungen. Dieses Abkommen wurde jedoch im Juli 2020 vom Europäischen Gerichtshof wegen Verstößen gegen den Datenschutz für nichtig erklärt. Seitdem haben die EU und die USA betont, dass sie an einer neuen oder aktualisierten Fassung des Abkommens arbeiten. Sollte sich Facebook aus dem europäischen Markt zurückziehen (der mit einem Wert von 21 Milliarden US-Dollar der zweitgrößte Markt des Unternehmens ist), könnte dies für alle Bands, Labels und Zeitschriften, die sich bei ihren Werbemaßnahmen ausschließlich oder in hohem Maße auf Facebook verlassen, einen schweren Schlag bedeuten.

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Die Gaming-Industrie der Türkei wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Das Land will ihren Anteil an der weltweit 150 Milliarden Dollar schweren Industrie von derzeit einer Milliarde Dollar auf 10 Milliarden erhöhen.

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Energiewende
Wirtschaftsweise hält hohe Energiepreise für „beste Werbung für Energiewende“

Osnabrück – Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hat die stark gestiegenen Energiepreise in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) als „beste Werbung für die Energiewende“ bezeichnet. „Die Energiewende bietet doch die Chance, sich weniger abhängig zu machen von Gas- und Ölimporten. Je schneller das geschieht, desto unabhängiger wird man sowohl wirtschaftlich als auch politisch künftig sein“, sagte Schnitzer im Interview mit der „NOZ“. Auch in der Wirtschaft gebe es immer mehr die Einsicht, „dass die Energiewende für uns in Deutschland eine Geschäftschance werden kann“. „Die Technologien und Maschinen dafür zu entwickeln und sie in die Welt zu exportieren muss das Ziel sein.“ Um die gestiegenen Energiepreise sozial abzufedern, hält sie Einmalzahlungen in Form von Bonuszahlungen, wie sie die Bundesregierung jetzt plant, „genau für den richtigen Weg“. „Das hilft den Betroffenen, ohne dass dauerhaft alle Löhne steigen und die Lohn-Preis-Spirale in Gang gesetzt wird.“ Man könne zusätzlich über einen Kinderbonus nachdenken. Eine Mehrwertsteuersenkung halte sie nicht für den richtigen Weg, „weil sie nicht unbedingt an die Kunden weitergegeben wird“. „Das wirkt sich nicht so stark preissenkend aus“, meint die Sachverständige. Priorität müssten jetzt die Streichung der EEG-Umlage und die Senkung der Stromsteuer haben. „Die Streichung der EEG-Umlage und die Senkung der Stromsteuer sollten in der Tat Priorität haben, weil Strom in Deutschland im europäischen Vergleich sehr teuer ist. Das macht es unattraktiv, auf klimafreundliche Technologien umzusteigen, die mit Strom betrieben werden, wie zum Beispiel Wärmepumpen“, sagte Schnitzer der NOZ.

Griechenland
Athen: Demonstrationen gegen Islamfeindlichkeit

Athen – In Athen haben Protestierer ein Ende der Islamfeindlichkeit im Land gefordert. Auf Plakaten trugen die Teilnehmer Aufschriften wie „Faschisten, verpisst euch von unserem Stadtteil und „Nein zu Islamophobie.“ In Athen gingen Hunderte Menschen auf die Straße, um gegen den Sprengstoffanschlag auf ein muslimisches Gotteshaus in der griechischen Hauptstadt im Januar und gegen islamophobe Angriffe zu protestieren, die sich nach Ansicht der Teilnehmer in letzter Zeit gehäuft haben. Unterstützt wurde die Versammlung durch die Oppositionspartei Syriza, verschiedenen Menschenrechtsgruppen, die Union der pakistanischen Gesellschaft in Griechenland, der Rat für die Rechte der Bangladescher sowie Migranten aus dem Sudan, Kamerun, Marokko und Kuba.
(Foto: Birlik Gazetesi)
Muslime und andere Migrantengruppen versammelten sich Freitagmittag im Athener Fix-Park, um gemeinsam gegen den Anschlag auf eine Moschee im Stadtteil Kato Patisia und islamfeindliche Übergriffe zu demonstrieren. Der Demonstrationszug machte in der Bizaniu Straße halt, in dem sich die Moschee befindet, die im Januar Ziel eines Bombenanschlags war. Verschiedene Teilnehmer hielten vor dem muslimischen Gotteshaus eine Rede. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration trugen Plakate mit Aufschriften wie „Faschisten, verpisst euch von unserem Stadtteil“ und „Nein zu Islamophobie.“ Nach den Ansprachen zog die Menge friedlich zurück zum Fix-Park.

Herzog-Besuch
Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Kiew – Die Türkei und Israel können zusammenarbeiten, um Erdgas von Israel nach Europa zu liefern. Die beiden Länder werden bei Gesprächen im nächsten Monat über die Zusammenarbeit im Energiebereich sprechen, so der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf dem Rückflug von Kiew vor Reportern. Ankara führe auch Gespräche über die Unterzeichnung eines Erdgasliefervertrags mit dem Irak. Erdogan kündigte im vergangenen Monat den Besuch des israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog an. „Dieser Besuch könnte ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen der Türkei und Israel aufschlagen“, sagte Erdogan in einem Interview mit dem türkischen Sender NTV im vergangenen Monat und fügte hinzu, er sei „bereit, in allen Bereichen, einschließlich Erdgas, Schritte in Richtung Israel zu unternehmen“. „Wir werden unser Bestes tun, um auf einer Win-Win-Basis zusammenzuarbeiten“, erklärte der türkische Staatschef weiter. „Als Politiker sind wir nicht dazu da, um zu kämpfen, sondern um Frieden zu schaffen“, so Erdogan. Seit seinem Amtsantritt hat Präsident Herzog bereits mehrere Telefongespräche mit Erdogan geführt. Beim ersten Mal rief Erdogan an, um Herzog zu seiner Wahl zu gratulieren. Beim zweiten Mal rief Herzog Erdogan im Rahmen der Bemühungen um die Freilassung eines israelischen Ehepaars an, das in der Türkei verhaftet worden war. In der vergangenen Woche rief Erdogan Herzog an, um zum Tod von dessen Mutter zu kondolieren. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel erreichten 2010 ihren Tiefpunkt, als die israelische Marine ein türkisches Hilfsschiff, die Mavi Marmara, überfiel, das auf dem Weg war, humanitäre Hilfe in den blockierten Gaza-Streifen zu liefern. Bei dem Überfall wurden 10 Aktivisten getötet. Das Ereignis löste eine beispiellose Krise in den türkisch-israelischen Beziehungen aus, die seit Jahrzehnten friedlich verlaufen waren. Beide Länder riefen nach dem Vorfall sogar ihre diplomatischen Gesandten zurück. Türkische Politiker kritisieren Israels Politik gegenüber den Palästinensern, einschließlich der illegalen Siedlungen im besetzten Westjordanland und in Jerusalem sowie der humanitären Lage im Gazastreifen. EastMed-Pipeline

Israel und Griechenland arbeiten an einer gemeinsamen Pipeline, die Gas aus dem östlichen Mittelmeer nach Europa bringen soll. Die EastMed-Pipeline wurde auch von der ehemaligen Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt. Washington habe Griechenland nun jedoch mitgeteilt, dass die USA das Pipeline-Projekt nicht mehr unterstützen werde, da es zu regionalen Spannungen mit der Türkei führe. Erdogan schlug daraufhin eine israelisch-türkische Koordinierung für eine Gaspipeline nach Europa vor.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief am Donnerstag Isaac Herzog an, um ihm sein Beileid zum Tod der Mutter seines israelischen Amtskollegen auszusprechen.

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Demografie
Türkei: Bevölkerungszahl auf mehr als 84 Millionen gestiegen

Ankara – Die Bevölkerungszahl in der Türkei ist auf über 84 Millionen Einwohner gestiegen. Wie das türkische Statistikamt (TÜIK) in Ankara mitteilte, wuchs die Bevölkerung zum 31. Dezember 2021 gegenüber dem Vorjahreswert um 1 650 911 Millionen Menschen. Damit hat die Türkei eine Gesamtbevölkerung von 84 680 273 Millionen Einwohnern. Nach Angaben der Statistikbehörde lag der männliche Bevölkerungsanteil bei 42 428 101 Millionen und der weiblichen Population bei 42 252 172 Millionen. Prozentual betrachtet waren 50,1 Prozent der türkischen Bevölkerung männlich und 49,9 Prozent weiblich. Die Zahl der Ausländer wuchs um 458 626 auf insgesamt 1 792 35 Million Bewohner. Davon waren 49,7 Prozent männlich und 50,3 Prozent weiblich. Kemal Bölge/Ankara

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Nach Angaben des nationalen Statistikinstituts steht die Türkei einem Problem gegenüber, das den meisten europäischen Ländern gemein ist – dem der alternden Bevölkerung.

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Ägäis
Türkischer Fischer weist griechische Küstenwache zurecht

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Ein türkischer Fischer hat sich mit seinem Boot im Ägäischen Meer (Adalar Denizi) mit der griechischen Küstenwache angelegt, die ihn in internationalen Gewässern dazu aufforderte, das Seegebiet zu verlassen. Zum Zeitpunkt des Vorfalls soll sich das Boot des Fischers zwischen der türkischen Insel Gökçeada und der griechischen Insel Samothraki (Semadirek) in internationalen Gewässern befunden haben. Die Bootsbesatzung der griechischen Küstenwache habe sinngemäß „Sie befinden sich in griechischen Gewässern, verlassen Sie dieses Gebiet. Andernfalls werden wir ihr Boot versenken“, gerufen. „Wenn ihr euch traut, dann kommt“ Der Fischer zeigte sich, wie auf Videoaufnahmen zu sehen, von der Androhung der griechischen Küstenwache wenig beeindruckt. Er habe der griechischen Besatzung Folgendes zugerufen: „Das hier sind internationale Gewässer. Wenn ihr euch traut, dann kommt. Interveniert doch, aber ihr könnt euch nur aus dem Staub machen. Gleich kommt die türkische Küstenwache und dann werdet ihr verschwinden, ohne euch einmal umzudrehen. Ihr seid immer so.“ Nach der trotzigen Antwort des Fischers habe die griechische Küstenwache das Weite gesucht. Der Fischer Ilker Özdemir habe das Ganze auf seinem Smartphone aufgenommen und die Aktion ging anschließend in den sozialen Medien viral. Private Boote und Schiffe werden von der griechischen Küstenwache willkürlich zurückgedrängt Immer wieder kommt es im Ägäischen Meer zu ähnlichen Zwischenfällen, weil Griechenland private Boote und Schiffe aus Gewässern zurückdrängt oder auffordert, es zu verlassen, obwohl es sich dabei um internationale Seeregionen handelt. Im Ägäischen Meer gilt zwischen der Türkei und Griechenland eine 6-Seemeilen-Zone. Es war der 25. Dezember 1995, als der Bug des Frachtschiffs Figen Akat vor der Felseninsel Kardak im Ägäischen Meer auf Grund lief. Der Kapitän sendete einen Notruf aus, um von der türkischen Küstenwache Hilfe zu bekommen. Das herbeigeeilte Schnellboot der griechischen Küstenwache bot dem Kapitän seine Hilfe an und erklärte dem Schiffsführer, er befinde sich gerade in griechischen Hoheitsgewässern. Der Kapitän des Frachtschiffs lehnte das Hilfsangebot der griechischen Küstenwache ab und betonte, dass er sich in türkischen Hoheitsgewässern befinde und ein Hilfsgesuch an die türkische Küstenwache gesendet habe. Die unbewohnte Insel liegt 3,8 Seemeilen (7,03 km) vom türkischen Badeort Bodrum entfernt. Was jedoch danach vonstattenging, wurde in den deutschen Medien als „Kardak/Imia-Krise“ bezeichnet. Allerdings behaupteten damals zahlreiche deutsche Medien die Felseninsel gehöre zu Griechenland, was allerdings nicht richtig ist. In der Ägäis gibt es viele unbewohnte Inseln, wo der rechtliche Status dieser Eilande nicht geklärt ist. Es mag sein, dass die griechische Seite alle diese unbewohnten Inseln in der Ägäis als ihre Inseln ansieht, aber rein juristisch betrachtet steht diese Behauptung auf tönernen Füßen. Abgrenzung der Hoheitsgewässer Mit dem 1923 geschlossenen Vertrag von Lausanne einigten sich beide Nachbarstaaten auf die Festlegung der Hoheitsgewässer auf 3 Seemeilen. Griechenland weitete am 17. September 1936 einseitig seine Gewässer auf 6 Seemeilen aus. Mit dieser Maßnahme konnte Athen seine Territorialgewässer in der Ägäis von 21,8 Prozent auf 43,6 Prozent erhöhen. Die Türkei zog mit einem Gesetz über die Ausweitung seiner Territorialgewässer 1964 nach, der Anteil der türkischen Gewässer erhöhte sich auf 7,47 Prozent. In Anlehnung an die internationale Seerechtskonvention der Vereinten Nationen von 1982, die die Türkei nicht unterschrieben hat, haben griechische Regierungen ihren Rechtsanspruch bekräftigt, die eigenen Hoheitsgewässer zu gegebener Zeit von 6 auf 12 Seemeilen auszudehnen. Mit diesem Schritt würde der Anteil der griechischen Territorialgewässer in der Ägäis von 43,6 Prozent auf 71,5 Prozent steigen und der Anteil der internationalen Gewässer von 48,8 Prozent auf 19,7 Prozent sinken. Für die Türkei hätte dies zur Folge, dass die Zufahrt zu den wichtigsten türkischen Häfen über griechische Gewässer verläuft. Die türkische Seite bestreitet nicht die internationale Festlegung auf 12 Seemeilen, wohl aber, aufgrund der besonderen Situation, deren Anwendbarkeit in der Ägäis. Bei einer entsprechenden Umsetzung sieht Ankara einen Missbrauch des Anspruchs vorliegen und dies sei durch die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen und dem positiven Völkerrecht ausgeschlossen. Im Falle einer Ausweitung der griechischen Hoheitsgewässer in der Ägäis auf 12 Seemeilen betrachtet die türkische Regierung dies als Kriegsgrund (Casus Belli).
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

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Corona-Krise
Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD): „Wir brauchen ein Impfregister“

Berlin – Nach ihren ersten 100 Tagen im Amt als Bundestagspräsidentin äußert sich Bärbel Bas zur Impfpflicht, der Pandemie-Bewältigung und ihrem Anspruch als Bundestagspräsidentin. In phoenix persönlich spricht sich die bisherige Gesundheitspolitikerin, die seit 2009 ihren Wahlkreis Duisburg im Bundestag vertritt, die SPD-Fraktion bereits als Parlamentarische Geschäftsführerin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende gelenkt hat, für die Einführung eines Impfregisters in Deutschland aus. „Ich stehe auch heute noch dazu: Wir brauchen ein Impfregister“, erklärt die SPD-Politikerin. Das Argument gegen ein Impfregister sei immer der Datenschutz. „Das halte ich aber für vorgeschoben, weil man bestimmte Dinge nicht tun will“, so Bas. Man befinde sich noch immer „im luftleeren Raum darüber, wie viele Menschen denn nun geimpft sind“, beklagte sie. „Es gibt kein Register, wo man ablesen kann: In den Bereichen haben wir eine gute Impfquote, in den Bereichen nicht und dort können wir noch viel mit Aufklärung tun.“ Die mit der Corona-Pandemie und einer möglichen Impfpflicht einhergehende Verrohung der Debattenkultur will die Bundestagspräsidentin aus dem Deutschen Bundestag heraushalten. „Der Ton ist sowieso schon rauer geworden – auch im Parlament. Deshalb achte ich so sehr darauf, dass die Sprache, die in den Social Media-Kanälen sehr roh geworden ist – dass sich das nicht noch im Parlament widerspiegelt.“ Es sei jedoch wichtig, dass in der Gesellschaft Debatten und Meinungen nicht unterbunden würden, so die Frau mit dem ranghöchsten Amt im Staat nach dem des Bundespräsidenten. „Auch die, die gegen eine Impfung sind, müssen Gehör finden und man muss die Argumente auch abwägen.“ Trotz ihrer generellen Befürwortung der Impfung falle ihr die Abwägung für oder gegen eine Impfpflicht schwer. „Ich selbst bin da noch gar nicht festgelegt, da mir alle im Moment sagen: Für die Omikron-Variante spielt sie sowieso keine Rolle mehr.“ Mit Blick auf den Umgang und die Kommunikation der Politik in der Corona-Pandemie zeigt sich Bas selbstkritisch: „Was die Bürgerinnen und Bürger gerade müde macht und so verzweifelt, ist, dass wir immer gesagt haben: Wenn ihr euch impfen lasst, dann wird alles gut und wir können alles wieder lockern“, erklärt sie. „Und dann kam doch alles anders, weil dieses Virus uns nicht die Chance gelassen hat, das dann auch so umzusetzen“, so Bas. „Wir haben manchmal auf eine Weise und auch unterschiedlich kommuniziert, was viele Menschen verwirrt hat.“ Dabei räumt die Gesundheitspolitikerin ein, dass auch politisch Fehler gemacht worden sind: „Das muss man einfach auch mal eingestehen.“ In ihrer Amtszeit als Bundestagspräsidentin setze sie sich nun dafür ein, die Politik im Parlament transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten. „Ich hoffe, dass ich mir irgendwann den Stempel aufdrücken lassen kann, für Transparenz gesorgt zu haben, dass das Interesse an den Bundestagsdebatten gestiegen ist und mehr Menschen zuschauen.“ Um die Meinungen von Bürger:innen bei Entscheidungen im Parlament einfließen zu lassen, will sie verstärkt auf Bürgerräte setzen. Auch interessant

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Aufgrund der steigenden Infektionszahlen haben die Behörden in Karamürsel, in der nordwesttürkischen Provinz Kocaeli, drastische Maßnahmen ergriffen.

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Kampf gegen Terror
IS-Terrorchef bei US-Operation in Syrien getötet

Washington – US-Spezialkräfte haben laut Angaben des Weißen Hauses den Chef der Terrororganisation DAESH/IS, Abu Ibrahim al-Haschimial-Kuraschi, in der syrischen Region Idlib Mittwochnacht aufgespürt. Wie US-Präsident Joe Biden in einer Mitteilung erklärte, habe sich der Chef der Terrormiliz Daesh/IS vor den anrückenden US-Soldaten in die Luft gesprengt und sei tot. Biden habe den Befehl erteilt, „eine große terroristische Bedrohung“ zu eliminieren. Der US-Präsident und seine Stellvertreterin Kamala Harris hätten die Aktion live vom Weißen Haus aus verfolgt. Vor der Erstürmung des Verstecks seien die Anwohner des mehrgeschossigen Hauses über Lautsprecher aufgefordert worden, das Gebäude zu verlassen. Laut US-Präsident Biden kamen bei der Anti-Terror-Operation gegen Al-Kuraschi keine US-Einsatzkräfte zu schaden. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London teilte mit, dass bei dem Einsatz 13 Menschen getötet worden sind, darunter vier Kinder. Nach US-Informationen sind die Opfer auf die Explosion und den Widerstand eines Daesh-Terroristen zurückzuführen. Über mögliche Todesopfer machte die US-Armee keine Angaben. Kemal Bölge

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Er gilt als IS-Chef der Türkei und wurde im Juni vergangenen Jahres festgenommen, als er versuchte, illegal aus Syrien in die Türkei einzureisen.

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