Flüchtlingskrise
Mehr als 4.500 Menschen vor libyscher Küste gerettet
Tripolis (dts) – Mehr als 4.500 Flüchtlinge sind am Samstag vor der libyschen Küste aus dem Mittelmeer gerettet worden. Insgesamt seien 20 Rettungseinsätze gefahren worden, beim größten Einsatz rettete die italienische Küstenwache 1.137 Menschen von zwei Booten. An den Aktionen beteiligten sich zivile Schiffe, sowie Polizei- und Militärschiffe.
Auch ein Schiff der Bundesmarine barg Menschen von den kaum seetüchtigen Flüchtlingsbooten. Eine Frau wurde tot an Bord eines der Schiffe gefunden. Die geretteten Menschen stammten aus Eritrea, Libyen, Nigeria, Somalia und Syrien.
Krieg gegen den Terror
Türkei: Großer Schlag gegen PKK
Ankara (nex) – Bei Luft- und Bodenoperationen der türkischen Streitkräfte wurden 95 PKK-Terroristen getötet. In der Nacht zum Samstag wurden mit F-16 und F-4 E Kampfjets die PKK-Lager in Sinat-Haftanin im Nordirak bombardiert, teilte der Generalstab in Ankara am Samstag mit. Die von der Terrororganisation genutzten Höhlen, Baumzelte, Schutzeinrichtungen, Logistik- und Munitionslager sowie Unterkünfte seien zielgenau getroffen. Hierbei seien 60 Terroristen getötet worden.
Die zweite Operation erfolgte in Ovacık bei Tunceli. Nach einem nachrichtendienstlichen Hinweis wurde eine aus 35 Terroristen bestehende Gruppe aufgespürt. Die Gruppe wurde sowohl aus der Luft als auch vom Boden attackiert. Dabei wurden 35 Terroristen getötet. Dieser Operation wurde der Name des in Tunceli gefallenen Polizisten Aydın Nazillioglu gegeben.
Flüchtlingspolitik
Gröhe legt Plan für Flüchtlings-Gesundheitskarte vor
Berlin (dts) – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) plant Erleichterungen bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen: Wie das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ berichtet, hat das Ministerium einen Gesetzentwurf zur Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge vorgelegt. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen demnach zur Ausgabe einer Gesundheitskarte an Asylbewerber verpflichtet werden können. Bundesländer und Landkreise können dazu Rahmenvereinbarungen mit den Kassen aushandeln, denen sich die Kassen künftig nicht verweigern dürfen.
Bislang gibt es die Karte für Flüchtlinge in Hamburg und Bremen, im Januar will Nordrhein-Westfalen folgen. Außerdem sollen die Länder den Flüchtlingen künftig notwendige Schutzimpfungen anbieten. Der Gesetzentwurf sieht des Weiteren eine Neuregelung für traumatisierte Flüchtlinge vor: Für sie soll es künftig einfacher werden, auch langfristig eine Psychotherapie fortzuführen beispielsweise in Folteropferzentren. Der Entwurf soll in das Beschleunigungsgesetz eingefügt werden, mit dem die Bundesregierung die Unterbringung von Flüchtlingen erleichtern will. An den grundsätzlichen Leistungseinschränkungen für Flüchtlinge soll sich jedoch nichts ändern: Sie erhalten auch weiterhin nur eine Versorgung bei akuten Beschwerden oder Schmerzen.
Flüchtlingspolitik
SPD will Führerscheinprüfung auf Arabisch ermöglichen
Berlin (dts) – Wegen der vielen Flüchtlinge aus arabischen Ländern fordert die SPD-Fraktion, dass die Führerscheinprüfung in Deutschland auch auf Arabisch abgelegt werden kann. Das geht aus einem Schreiben der Verkehrspolitiker der Fraktion an Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hervor, der „Bild“ exklusiv vorliegt. „Mit der schnellen Änderung der Fahrerlaubnisverordnung könnten wir ein kleines Signal der Offenheit an die Menschen, die in diesen Tagen unser Land erreichen, aussenden und eine kleine Hürde beim Ankommen in unserem Land abbauen“, heißt es darin.
Hintergrund ist, dass Ausländer aus Nicht-EU-Länder nach 6 Monaten Aufenthalt in Deutschland eine Führerscheinprüfung (2.500 mögliche Fragen) ablegen müssen, um ihre Fahrerlaubnis umschreiben zu können. Die Prüfung kann bislang außer in Deutsch in elf weiteren Sprachen (darunter Russisch und Türkisch) abgelegt werden.
Flüchtlingspolitik
CDU-Politikerin wirft Merkel „ordnungspolitischen Offenbarungseid“ vor
Berlin (dts) – Mit scharfen Worten geht die sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann mit der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Gericht. „Euphorisierte Grenzöffnungsversprechen, weil jedem das Herz blutet, der völlig erschöpfte Flüchtlingsfamilien sieht“, seien zwar „menschlich verständlich, aber ohne ein Konzept dahinter ein ordnungspolitischer Offenbarungseid“, schreibt Bellmann in einem Beitrag für das „Handelsblatt“. Die Kanzlerin sende damit das Signal aus, dass in der EU Regeln und Verträge auch im Asylrecht nicht eingehalten werden müssten.
Prompt ignorierten Flüchtlinge zu Hunderten sogar die deutschen Grenzkontrollen und kämen illegal über die grüne Grenze. „Das ist das erste, was die Flüchtlinge von Europa lernen: Der persönliche Wille kann an allen im demokratischen Rechtsstaat vom Parlament beschlossenen Gesetzen vorbei durchgesetzt werden.“ Die CDU-Politikerin fürchtet, dass „Rechtssystem und Ordnungsmacht“ dem Ansturm nicht mehr gewachsen seien. „Die Leute befürchten Anarchie. Sie brauchen ein Signal, dass dieser Staat noch wehrhaft ist.“ Konsequente Abschiebungen wären aus Bellmanns Sicht ein solches Signal oder ein Asylrecht, „das kurzen Prozess mit Asylbewerbern erlaubt, die kriminell und straffällig geworden sind, dadurch ihr Aufenthaltsrecht in Deutschland verwirkt haben“. Viele trauten bestimmten Flüchtlingen einfach nicht zu, sich integrieren oder gar assimilieren zu wollen, und sie glaubten auch nicht, dass sie alle hochqualifiziert seien, den Fachkräftemangel beseitigten oder alle in lauterer Absicht kämen. „Nur einer von 100 Flüchtlingen, der eine dieser Vermutungen erfüllt, reicht, um alle anderen rechtschaffenen Flüchtlinge in Misskredit zu bringen, ein Klima der Angst zu erzeugen.“
Bellmann beklagt auch, dass sich „die große schweigende Mehrheit, die wir alle noch brauchen werden, damit wir diese Herausforderung meistern, ohne dass uns die Gesellschaft auseinanderbricht“, bereits resigniert zurückgezogen habe. „Aber das Wasser kocht noch, auch wenn ein Deckel drauf gelegt wurde. Da wird ein Ventil gesucht, dass spätestens mit der nächsten Bundestagswahl gefunden ist.“ Angela Merkel habe durch ihre „verordneten Kehrtwenden“ noch eine Schippe drauf gelegt. „Sie hat die Welt zwar damit verblüfft, den Flüchtlingen international sozusagen den Marschbefehl gegeben, den politischen Gegnern den Wind aus den Segeln genommen, aber so manchem Stamm-Unionisten ohne Vorwarnung den Boden der politischen Heimat unter den Füßen wegezerrt“. Die CDU-Politikerin erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Merkel, als vergleichsweise wenig Asylanten im Land gewesen seien und man mit Integrationsunwilligen der zweiten und dritten Einwanderergeneration zu kämpfen hatte, noch gesagt habe, „Multikulti“ sei gescheitert. „Jetzt wo die ganze Welt eingeladen ist, soll das plötzlich funktionieren und natürlich alles ganz ohne `deutsche Leitkultur`“, kritisierte Bellmann und fügte hinzu: „Selbst zwei gut integrierte syrische Ärzte aus einer Klinik meines Wahlkreises sagen: `Die Deutschen sind völlig verrückt und sich der Konsequenzen nicht bewusst.`“
Bundeshaushalt
Schäuble will Milliarden-Einsparungen zugunsten der Flüchtlinge
Berlin (dts) – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will im Haushalt des kommenden Jahres umfangreiche Einsparungen vornehmen, um die Lasten durch den Flüchtlingsstrom schultern zu können. Mit den Maßnahmen sollen bis zu 2,5 Milliarden Euro eingespart werden, berichtet der „Spiegel“. Damit wird der Bund zur Bewältigung der Flüchtlingskrise rund neun Milliarden Euro aufwenden.
Schon vor zwei Wochen hatte Schäuble angekündigt, die Etatüberschüsse aus dem laufenden Jahr von sechs Milliarden Euro ins nächste Jahr zu übertragen, um damit die Kosten für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen zu bewältigen. Für sein Sparpaket will Schäuble gleich zwei sogenannte globale Minderausgaben im Bundesetat 2016 vorsehen. Eine mit einem Volumen von 500 Millionen Euro soll auf die einzelnen Ressorts umgelegt werden. Jeder Minister kann dann selbst entscheiden, wie er seinen Sparbeitrag erzielt. Das zweite Rotstift-Programm mit einem Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro basiert auf dem sogenannten Bodensatzprinzip. Dabei hofft Schäuble, dass sich die Schätzansätze im Haushalt, etwa für Zinsausgaben, günstiger entwickeln als eingeplant. So ergibt sich ein Bodensatz an Einsparungen. Bleibt dieser aber hinter der vorgesehenen Größenordnung zurück, teilt das Finanzministerium den Ressorts weitere Vorgaben für Kürzungen zu, damit das angepeilte Volumen erreicht wird.
Flüchtlingskrise
Apple: Spendenaktion für Flüchtlinge in Europa
Cupertino/Kalifornien (nex) – Apple Inc wird Flüchtlinge, die zu Tausenden nach Europa aus Kriegsgebieten strömen, mit einer groß angelegten Spendenaktion unterstützen. Dies hat der Vorstandsvorsitzende Tim Cook seinen Angestellten in einer internen Nachricht am Freitag mitgeteilt.
Cook hat auf der Intranetseite der Gesellschaft bekannt gegeben, dass der Macbook und iPhone Hersteller eine „nicht unerhebliche Spende“ den Organisationen zukommen lassen werde, die durch ihre Arbeit den Flüchtlingen helfen und sie unterstützen.
Das Unternehmen, dessen Hauptsitz sich in Cupertino im US-Bundesstaat Kalifornien befindet, bietet ihren Kunden an, durch Downloads im iTunes Store und diversen Apps an das Rote Kreuz zu spenden.
„Appel wird sich zunehmend für Menschenrechte rund um die Welt einsetzen“, hat Cook in der Mitteilung geschrieben, die von der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt worden ist. „Wir hoffen, dass durch unsere Unterstützung die Situation etwas einfacher wird für manche“. Ein Sprecher des Apple Konzerns hat diese Aussage bestätigt.
Anfang der Woche hat Google bekannt gegeben, dass 11 Millionen $ für die Flüchtlinge in Europa durch Spendenaktionen gesammelt werden sollen. Die Reiseagentur TripAdvisor hat sich bereit erklärt 500.000 $ zu spenden. JP Morgan Chase und Goldman Sachs sind bereit, jeweils 1 Million $ beizusteuern.
Griechenland-Wahl
Herausforderer Meimarakis: Tsipras hat das „griechische Volk belogen“
Berlin (dts) – Unmittelbar vor der Parlamentswahl in Griechenland hat Vangelis Meimarakis, konservativer Herausforderer von Ex-Regierungschef Alexis Tsipras, dem Chef der linken Syriza-Partei vorgeworfen, dass griechische Volk belogen zu haben. Tspiras habe „das griechische Volk belogen und vollständig seine Glaubwürdigkeit verloren“, sagte Meimarakis zu „Bild“ (Samstag). Der Spitzenkandidat der „Nea Dimokratia“ (ND) warf Tsipras vor, „monatelang seine Märchen ständig verändert“ zu haben, „um seine Partei zu befriedigen“.
Als Tsipras` „Lügen dann aufgeflogen“ seien, sei er „weggerannt“ und habe ein Referendum durchgeführt, „um jetzt wählen zu lassen“. Diese Aktion bezeichnete Meimarakis in „Bild“ als „den wahren Grund“, warum Tsipras` Popularität so stark gesunken sei: „Die Griechen haben gesehen, was Syriza gemacht hat.“ Die Regierungszeit der Linken bezeichnete er als ein „Desaster für das ganze Land“. Tsipras habe die Euro-Mitgliedschaft Griechenlands akut gefährdet. Er hingegen sei entschlossen, mit der ND „neu durchzustarten“, sagte Meimarakis. „Unser Ziel ist, dass die europäischen Länder uns keine Kredite mehr geben müssen, weil wir diese Krise endlich beenden.“
Flüchtlingspolitik
Unionspolitiker wollen Asylrecht „nach unten angleichen“
Berlin (dts) – Deutschland muss sein Asylrecht nach Einschätzung führender Europapolitiker von CDU und CSU an das anderer EU-Staaten anpassen: „Wenn wir ein europaeinheitliches Asylrecht wollen, dann muss Deutschland sein Asylrecht europatauglich machen. Das heißt: Es nach unten angleichen“, sagte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Es gibt in Europa kein Land, das unser Individual-Asylrecht übernehmen will.“
Auch EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) sprach sich für Änderungen aus: „Zwei Punkte sprechen für eine Ergänzung des Asylrechts im deutschen Grundgesetz: Erstens die Beschleunigung der Verwaltungs- und Gerichtsverfahren sowie die Rückführung. Zweitens eine gewisse Annäherung der nationalen finanziellen und materiellen Leistungen in der EU.“ Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, der CSU-Politiker Manfred Weber, sagte dem „Focus“: „Wir müssen in Deutschland überprüfen, ob wir insbesondere für Wirtschaftsflüchtlinge durch zu hohe Sozialleistungen falsche Anreize setzen.“
BDK
Kriminalbeamte wollen volle Privatisierung der Flughafensicherheit
Berlin (dts) – Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat gefordert, dass die Sicherheit an Flughäfen komplett in private Hände gehen soll. Damit könnten mehr Polizisten andere Aufgaben übernehmen, so BDK-Chef André Schulz gegenüber „Bild“. „Mit der Ausweitung der Aufgabenübertragung an private Sicherheitsunternehmen könnten allein an den Flughäfen Frankfurt und München rund 4.000 Bundespolizisten ersetzt werden“, rechnete Schulz vor.
Sie könnten dann in „anderen Bereichen wesentlich sinnvoller eingesetzt werden“, sagte der BDK-Chef weiter.

