Moskau – Auf dem 8. Gipfeltreffen des Forums der Erdgas exportierenden Länder (GECF) – an dem unter anderem auch der iranische Präsident Massud Peseschkian teilnahm –, hat der russische Präsident Wladimir Putin eine scharfe Abrechnung mit der europäischen Energiepolitik vorgenommen.
Vor den Delegierten betonte Putin in Moskau, dass Russland als unangefochtener Schlüsselakteur auf dem globalen Gasmarkt über die weltweit größten Erdgasreserven verfügt. Er warf den europäischen Staaten vor, ihrer eigenen Wirtschaft und dem sozialen Sektor massiven Schaden zuzufügen, indem sie sich systematisch von verlässlichen russischen Energielieferungen ausschließen.
Nord-Stream-Sabotage und Warnung vor Marktausschluss
Im Zentrum seiner Ausführungen stand die anhaltende geopolitische Konfrontation rund um den globalen Gashandel. Putin bezeichnete die Sabotage an den Nord-Stream-Erdgasleitungen unmissverständlich als einen direkten Terrorakt. Jeder Versuch, Russland politisch oder wirtschaftlich vom globalen Gasmarkt auszuschließen, werde unweigerlich schwerwiegende Folgen nach sich ziehen – insbesondere drastisch steigende Energiekosten für andere Länder, die den weltweiten Wettbewerb belasten.
Der russische Staatschef ging zudem auf die strukturellen Veränderungen des Marktes ein. Auch wenn jedes Land seinen Energiemix selbst bestimme, mache Erdgas nach wie vor ein Viertel des globalen Energiegleichgewichts aus.
Die Rolle des Erdgases als Eckpfeiler des globalen Energiesektors und des internationalen Handels werde in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Als Hauptproblem, mit dem der internationale Gasmarkt aktuell konfrontiert ist, identifizierte Putin akute Versorgungsengpässe, die durch den politischen Abzug erheblicher Gasmengen aus dem etablierten Markt entstehen.
Mögliche Arktis-Kooperation mit den USA und Kritik am EU-Kurs
Flüssigerdgas (LNG) nimmt inzwischen eine dominierende Rolle ein und macht etwa die Hälfte des globalen Gashandels aus. Vor diesem Hintergrund schlug Putin auch überraschende Töne bezüglich internationaler Kooperationen an: Moskau prüfe derzeit die Möglichkeit einer wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten in der Arktis, ungeachtet der ansonsten tiefen geopolitischen Zerwürfnisse.
Die aktuellen Aussagen knüpfen nahtlos an die langjährige Kritik des Kremls an. Bereits in der Vergangenheit hatte Putin der EU vorgeworfen, mit der Abkehr von langfristigen Lieferverträgen hin zu börsenbasierten Spotmärkten und LNG-Importen ein „strategisches Eigentor“ geschossen zu haben.
Während Europa versucht, seine Unabhängigkeit von russischen Pipeline-Lieferungen zu wahren, zeigt die anhaltende Marktkonfrontation, wie sensibel und anfällig das europäische Energiesystem für globale Krisen, veränderte Handelsströme und Preisschwankungen bleibt.
📸 #FamilyPhoto On Oct 27, the 8th Summit of Heads of State & Government of the Gas Exporting Countries Forum (#GECF) opened in Moscow. GECF members account for 70% of the world’s proven natural gas reserves & 38% of global production. https://t.co/FMTn7pHjEP
— MFA Russia 🇷🇺 (@mfa_russia) October 27, 2026

