Ankara – Die Rüstungszusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei bewegte sich lange auf einem niedrigen Niveau. Auf der 4. Deutsch-Türkischen Wirtschaftskonferenz in Ankara versuchten Unternehmer nun, sie zu vertiefen. Wie Christian Buttkereit in einer Reportage für tagesschau.de (14.10.2026) berichtet, stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie.
Ziel sei es gewesen, bestehende Kooperationen auszubauen und neue Partnerschaften auszuloten. Anlass für das wachsende Interesse ist laut Bericht der technologische Fortschritt der türkischen Rüstungsindustrie.
Längst sei nicht nur die Bayraktar-Drohne ein Exportschlager, sondern auch Lenkflugkörper und Korvetten. Deutschland habe sich jahrelang mit Rüstungsexporten in die Türkei schwergetan, weil Grenzstreitigkeiten oder andere innenpolitische Konflikte in der Türkei schwerer wogen als die NATO-Partnerschaft. Die Zeit der Exportbeschränkungen hat Ankara allerdings für eine autarke Rüstungsindustrie verwendet.
Manch ein Rüstungsmanager aus Deutschland weist darauf hin, dass die Türkei diese Phase genutzt habe, um eigene Waffensysteme zu entwickeln, die inzwischen international konkurrenzfähig seien. Türkische Produkte verdrängen damit immer mehr europäische Waren. Deutschland begegnet der Türkei daher in zunehmendem Maße auf Augenhöhe. Die Zeiten asymmetrischer Beziehungen in Politik, Kultur und Wirtschaft lösen sich auf.
„Es geht in Richtung Partnerschaft“
Florian Gleich von Renk Germany, einem Augsburger Unternehmen, das unter anderem das Getriebe für den Leopard-II-Panzer baut, reiste eigens nach Ankara. Früher habe die Firma auch in die Türkei geliefert, dann habe die Bundesregierung Exportbeschränkungen verhängt. Gegenüber tagesschau.de sagte Gleich: „Der große Unterschied zu vorher ist, dass es nicht mehr eine Käufer-Verkäufer-Beziehung ist, sondern es geht in Richtung Partnerschaft. Wir wollen zusammenarbeiten. Wir haben Know-how und die Türkei hat Produktionskapazitäten.“
Aber auch auf türkischer Seite ist das Interesse groß: Şevket Ünal, Vizepräsident für internationale Geschäftsentwicklung bei Havelsan, verweist auf die Qualität deutscher Produkte und den Zugang der Türkei zu neuen Absatzmärkten, etwa in Afrika. Sein Unternehmen entwickelt ferngesteuerte, KI-gestützte Militärroboter wie den Kleinpanzer Barkan, aber auch Software.
Ünal sagte: „In Deutschland gibt es beispielsweise große Werften, in denen Kriegsschiffe gebaut werden. Darin ist Software verbaut. Hier verfügt Deutschland aber über keine eigene System-Software – die könnten wir als Havelsan zusammen mit Deutschland entwickeln und dann gemeinsam den Weltmarkt erschließen.”
Vertrauen als zentrale Voraussetzung
Ein Begriff habe sich wie kein anderer durch die Konferenz gezogen: „Vertrauen“. Die deutsche Botschafterin in der Türkei, Sibylle Katharina Sorg, wird mit den Worten zitiert, industrielle Kooperation basiere auf Verträgen, strategische Industriekooperation jedoch auf Vertrauen.
Sorg sagte laut Tagesschau, Bedenken in Europa hinsichtlich der Türkei seien nicht immer auf Missverständnisse oder ungerechte Behandlungen zurückzuführen. Es gebe echte Debatten über Rechtsstaatlichkeit, politische Berechenbarkeit und außenpolitische Entscheidungen.
Buttkereit verweist in diesem Zusammenhang jedoch auch auf die Sonderrolle der Türkei innerhalb der NATO im russischen Krieg gegen die Ukraine. Beispielsweise habe sich Ankara den Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen. Renk-Manager Gleich betonte dagegen die Notwendigkeit, Know-how zu schützen und gleichzeitig als gesamtes Europa schnell und ordentlich hochzurüsten. „Es macht ja keinen Sinn, wenn jeder seine eigene Suppe kocht”, wird er zitiert.
Die Konferenz habe einen Impuls für die deutsch-türkische Teamarbeit im Verteidigungsbereich gesetzt – und zugleich die Erwartung geschürt, dass den Worten bald Taten folgen.
Şevket Ünal von Havelsan mahnt derweil zur Eile: „Wir können uns sehr schnell mit deutschen Firmen zusammentun und schnell gemeinsame Dinge entwickeln. Wenn wir aber auf Hindernisse stoßen, die unsere Motivation ausbremsen, dann könnte das ganze Vorhaben so schnell wieder erlöschen, wie es begonnen hat.”
Das Interesse auf beiden Seiten sei weiterhin hoch – auf türkischer Seite so hoch, dass am Abschlussdinner sogar der türkische Verteidigungsminister Yaşar Güler teilnahm.
Yasin Bas
🇩🇪🤝🇹🇷 4. Deutsch-Türkische Wirtschaftskonferenz in Ankara – Gemeinsam Zukunft gestalten! Am 13. Oktober 2026 kamen in den TOBB Twin Towers Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Institutionen beider Länder zusammen. TOBB, DIHK, AHK Türkiye und TD-IHK organisierten die Konferenz unter dem Leitthema „Strategische Partnerschaft in einer sich wandelnden Sicherheitsarchitektur“. Am Vorabend empfing die deutsche Botschafterin Sibylle Katharina Sorg die Gäste in der Deutschen Botschaft in Ankara. Die Konferenz eröffneten Mustafa Bayburtlu (TOBB), TD-IHK-Geschäftsführer Okan Özoğlu, TD-IHK-Präsident Till Oberwörder (per Videobotschaft), AHK-Türkiye-Präsidentin Bige Yücel und Dr. Volker Treier von der DIHK. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie, gemeinsame Produktions- und Technologieprojekte, resiliente Lieferketten, kritische Infrastrukturen sowie Zukunftstechnologien und Künstliche Intelligenz. Den Abschlussdialog führten TOBB-Präsident M. Rifat Hisarcıklıoğlu, Botschafterin Sibylle Katharina Sorg, Prof. Dr. Haluk Görgün, Präsident des türkischen Präsidiums für Verteidigungsindustrie, und Brigadegeneral Thomas Lowin von der NATO. ✨ Beim Gala-Dinner der TOBB mit dem türkischen Verteidigungsminister Yaşar Güler bot sich Gelegenheit für persönliche Gespräche und neue Kontakte. Die TD-IHK war mit Geschäftsführer Okan Özoğlu, den stellvertretenden Geschäftsführerinnen Sevgi Kalaycı und Nalan Yetim sowie Vorstandsmitglied Süreyya İnal vertreten. 🙏 Als Mitorganisatorin danken wir TOBB, DIHK und AHK Türkiye für die hervorragende Zusammenarbeit. Gemeinsam setzen wir uns für starke und nachhaltige Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Türkiye ein! 🇩🇪❤️🇹🇷 #TDIHK #DeutschTürkischeWirtschaftskonferenz #Ankara #StrategischePartnerschaft #Networking 🇩🇪🤝🇹🇷 Ankara’da 4. Türk-Alman Ekonomi Konferansı – Geleceği birlikte şekillendiriyoruz! 13 Ekim 2026’da iki ülkenin iş dünyası, siyaset ve kurum temsilcileri TOBB İkiz Kuleleri’nde bir araya geldi. TOBB, DIHK, AHK Türkiye ve TD-IHK’nin ortaklaşa düzenlediği konferansın ana teması “Değişen Savunma ve Güvenlik Mimarisinde Stratejik Ortaklık” oldu. Konferansın bir önceki akşamında Almanya Büyükelçisi Sibylle Katharina Sorg, konukları Ankara’daki Almanya Büyükelçiliği’nde ağırladı. Konferansın açılış konuşmalarını Mustafa Bayburtlu (TOBB), TD-IHK Genel Sekreteri Okan Özoğlu, TD-IHK Başkanı Till Oberwörder (video mesajıyla), AHK Türkiye Başkanı Bige Yücel ve DIHK’den Dr. Volker Treier yaptı. Görüşmelerde savunma sanayisinde iş birliği, ortak üretim ve teknoloji projeleri, dayanıklı tedarik zincirleri, kritik altyapılar, geleceğin teknolojileri ve yapay zeka öne çıktı. Kapanış oturumunda TOBB Başkanı M. Rifat Hisarcıklıoğlu, Almanya Büyükelçisi Sibylle Katharina Sorg, Savunma Sanayii Başkanı Prof. Dr. Haluk Görgün ve NATO’dan Tuğgeneral Thomas Lowin yer aldı. ✨ Milli Savunma Bakanı Yaşar Güler’in katıldığı TOBB gala yemeği, birebir görüşmeler ve yeni bağlantılar için fırsat sundu. TD-IHK’yi Genel Sekreter Okan Özoğlu, Genel Sekreter Yardımcıları Sevgi Kalaycı ve Nalan Yetim ile Yönetim Kurulu Üyesi Süreyya İnal temsil etti. 🙏 Ortak organizatör olarak TOBB, DIHK ve AHK Türkiye’ye değerli iş birlikleri için teşekkür ediyoruz. Almanya ile Türkiye arasında güçlü ve sürdürülebilir ekonomik ilişkiler için birlikte çalışıyoruz! 🇩🇪❤️🇹🇷 #TDIHK #TürkAlmanEkonomiKonferansı #Ankara #StratejikOrtaklık #İşBirliği
— TD-IHK (@TDIHK) October 14, 2026

