London – In den sozialen Medien kursieren seit Februar 2026 massive Anschuldigungen gegen die US-Moderatorin Ellen DeGeneres.
In viralen Beiträgen auf X und TikTok, die teilweise über 12 Millionen Aufrufe erzielen, wird behauptet, neu veröffentlichte Dokumente aus dem Umfeld von Jeffrey Epstein würden belegen, dass DeGeneres in rituelle Gräueltaten an Kindern und Kannibalismus verwickelt sei.
Die Anatomie der Behauptungen
Die Urheber dieser Falschmeldung nutzen extrem schockierende Details, um emotionale Empörung auszulösen. In den manipulierten Beiträgen wird behauptet, DeGeneres besäße eine „zweite, geheime Küche“ ohne Kameras, in der menschliches Fleisch zubereitet werde. Zudem ist die Rede von Kühleinheiten für Säuglinge und einer „soziopathischen Ruhe“ beim Verzehr.
Analyse der Beweismittel
Die technische Prüfung der angeführten Belege ergibt ein eindeutiges Bild:
Forensische Untersuchung des Audiomaterials: Als Hauptbeweis wird ein angebliches „Whistleblower-Audio“ verbreitet. Experten der Northwestern University (u. a. Prof. V.S. Subrahmanian) haben die Aufnahme mit 83 Erkennungs-Algorithmen geprüft. 63 dieser Tools entlarvten das Material als KI-generierten Deepfake. Die Analyse zeigte „Aliasing-Artefakte“, ein statisches Hintergrundrauschen und das Fehlen natürlicher Atemmuster, was technisch belegt, dass die Stimme künstlich erzeugt wurde.
Abgleich mit den Epstein-Gerichtsakten: Die Durchsuchung der offiziellen Protokolle des Falls Giuffre v. Maxwell sowie der „Epstein Library“ des US-Justizministeriums ergibt keinen Treffer für kriminelle Aktivitäten von DeGeneres. Ihr Name findet sich weder auf den relevanten Fluglisten noch in belastenden Zeugenaussagen zu den Missbrauchsvorgängen auf der Epstein-Insel.
Ursprung der Meldungen: Die Berichte lassen sich auf die Plattform „The People’s Voice“ (ehemals NewsPunch) zurückführen. Die Website veröffentlichte am 11. Februar einen Artikel und ein Video, in denen eine ungenannte „Insiderquelle“ zitiert wurde. Das Video enthielt eine A/udioaufnahme eines „Whistleblowers“, der detaillierte und unbegründete Behauptungen über DeGeneres aufstellte.
Laut Studien des Oxford Internet Institute gilt diese Seite als eine der weltweit aktivsten Quellen für systematisch fabrizierte Nachrichten. „Dieses Konto hat seinen Sitz in Afrika und betreibt wahrscheinlich Spam für X Einnahmen“, so ein Kommentar.
Einordnung der aktuellen Beleglage
Die Untersuchung zeigt, dass die derzeit verbreiteten Beweise für die schweren Vorwürfe technisch manipuliert wurden oder in den genannten offiziellen Quellen nicht existieren.
Unabhängig von der persönlichen Bewertung der Protagonisten stützen sich die aktuell viral gehenden Behauptungen über Kannibalismus und Kindesmissbrauch im Fall DeGeneres auf nachweislich fiktive Inhalte, die unter Nutzung von KI-Technologie erstellt wurden, um von den tatsächlich in den Akten dokumentierten Sachverhalten abzulenken.
AUCH INTERESSANT
– Kommentar –
Epstein-Akten: Gesicherte Straftaten, begriffliche Unschärfen und die Dynamik öffentlicher Zuschreibungen
Bei den derzeit kursierenden sogenannten „Epstein Files“ handelt es sich nicht um eine neue Ermittlungsakte, sondern um eine Zusammenstellung bereits existierender Unterlagen aus unterschiedlichen straf- und zivilrechtlichen Verfahren.
































































