Start Panorama Ausland „Eastern Sentry“ Warnung an Russland: NATO schickt türkisches Kriegsschiff

„Eastern Sentry“
Warnung an Russland: NATO schickt türkisches Kriegsschiff

NATO verlegt den türkischen Drohnenträger TCG Anadolu zur Ostflanke. Die Mission Eastern Sentry bei Steadfast Dart 26 dient womöglich der Abschreckung gegen Russland.

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Hamburg – Die NATO demonstriert Geschlossenheit an ihrer Ostflanke.

Wie das Bündnis über den Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) bekannt gab, wird der türkische Drohnenträger „Anadolu“ im Rahmen der Mission „Eastern Sentry“ verlegt. Es ist ein klares Signal der Abschreckung in Richtung Osten – und eine Anerkennung für die militärische Schlagkraft der Türkei.

In einer Zeit anhaltender Spannungen setzt die NATO auf die modernste Technik ihrer Mitgliedstaaten. Die Verlegung des türkischen Flaggschiffs TCG Anadolu an die Ostküste der Allianz markiert einen strategischen Meilenstein. Das Schiff wird unter das Kommando des NATO Air Command (AIRCOM) gestellt, um die Luftüberwachung und Verteidigung entlang der östlichen Grenze massiv zu verstärken.

Was ist die TCG Anadolu?

Die TCG Anadolu ist nicht nur das größte Kriegsschiff der türkischen Marine, sondern weltweit das erste seiner Art: ein dezidierter Drohnenträger (LHD – Landing Helicopter Dock). Das Schiff wurde speziell dafür konzipiert, unbemannte Luftfahrzeuge (UCAVs) wie die Bayraktar TB3 operativ einzusetzen.

Mit einer Länge von 231 Metern dient sie als schwimmende Militärbasis, die sowohl Hubschrauber als auch Drohnen und Panzerverbände transportieren kann. Ihr Einsatz bei „Eastern Sentry“ verleiht der NATO eine hochflexible Komponente in der See- und Luftraumüberwachung.

Großmanöver „Steadfast Dart 2026“

Die Verlegung findet im Kontext von Steadfast Dart 26 statt. Dabei handelt es sich um eine der bedeutendsten NATO-Großübungen des Jahres 2026.

Ziel dieses Manövers ist es, die Verlegung großer Truppenkontingente und modernster Waffensysteme an die europäischen Außengrenzen zu trainieren. „Steadfast“-Übungen sind darauf ausgelegt, die kollektive Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses gemäß Artikel 5 des NATO-Vertrags sicherzustellen und die Reaktionsgeschwindigkeit der Allianz zu testen.

Lob für türkische Professionalität

Innerhalb des Bündnisses wird die Entscheidung, die Anadolu in eine so kritische Mission zu integrieren, als Anerkennung der türkischen Streitkräfte gewertet.

NATO-Kreise lobten explizit die Professionalität und die technologische Vorreiterrolle der türkischen Armee. Besonders im Bereich der Drohnen-Technologie und der taktischen Koordination habe die Türkei Standards gesetzt, die für die Sicherheit der gesamten Allianz von entscheidender Bedeutung seien.

Oberst Matthias Boehnke, Sprecher des NATO JFC Brunssum, fand klare Worte zur türkischen Beteiligung:

„Die Türkei ist der größte Beitragszahler dieser Übung. Die Hauptkräfte und der Großteil der Einheiten kommen aus der Türkei. Der Beitrag ist wirklich gewaltig.“

Auch der Inspekteur der deutschen Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, betonte die strategische Bedeutung:

„Der Beitrag der Türkei kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie stellen mit rund 2.000 Soldaten und dem Einsatzverband um die TCG Anadolu die Speerspitze dieses Manövers dar.“

International sorgt vor allem die Integration der türkischen Drohnentechnologie für Bewunderung. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte im Rahmen der Übung:

„Ich bin sehr beeindruckt von der Drohnentechnologie, die aus der Türkei stammt. Diese Systeme sind ein entscheidender Faktor für die Sicherheit der gesamten Allianz und stärken unsere kollektive Verteidigungsfähigkeit erheblich.“

„Unmissverständliche Botschaft“

Die NATO sendet mit diesem Schritt eine unmissverständliche Botschaft: Das Bündnis stehe „wachsam, vereint und bereit“, jeden Zentimeter seines Territoriums zu verteidigen. Die Integration des türkischen Drohnenträgers in die Luftverteidigungsstruktur zeigt, dass die Türkei eine Schlüsselrolle bei der Sicherung des Friedens in Europa einnimmt.

Der Code „The East“: Wenn die NATO in ihrem Tweet von einem „Clear Signal to the East“ (einem klaren Signal in den Osten) spricht, ist das der Standard-Code für Russland. Seit dem Ukraine-Krieg gibt es im NATO-Sprachgebrauch keinen anderen Akteur im Osten, der eine solche maritime Präsenz und Luftüberwachung rechtfertigen würde.

Die Geburtsstunde von „Eastern Sentry“: Diese spezifische Mission wurde im September 2025 ins Leben gerufen – und zwar als direkte Reaktion auf russische Drohnen- und Kampfjet-Eindringlinge in den Luftraum von Polen und Rumänien. Der Name „Wächter des Ostens“ ist also historisch fest mit der Abwehr russischer Provokationen verknüpft.

Die Geografie: Dass die TCG Anadolu jetzt Kurs auf die Küste vor Lettland nimmt (wie heute, am 20. Februar 2026, offiziell gemeldet wurde), unterstreicht das Ganze. Lettland ist die vorderste Frontlinie der NATO zu Russland. Ein Drohnenträger dort oben ist wie ein helles Flutlicht direkt vor Russlands Haustür.

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