Gaza-Krieg
Deutschland: Journalisten für Pressefreiheit im Gaza-Krieg

Mit einer Unterschriftenaktion haben Journalisten in Deutschland eine ihrer Meinung nach vorherrschende einseitige Berichterstattung zum Gaza-Krieg verurteilt.

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Berlin – Für die Journalisten ist es in Gaza so gefährlich wie nirgendwo sonst auf der Welt. Wie „Reporter ohne Grenzen“ bekannt gab, wurden während des Krieges bereits 140 Medienschaffende durch die israelische Militäroffensive getötet. Mindestens 31 von ihnen wurden bei der Ausübung ihrer Arbeit getötet, einige von ihnen gezielt. Angriffe auf Pressevertreter sind Kriegsverbrechen.

„Dennoch tötet das israelische Militär immer wieder Kolleg:innen, die durch Aufschriften an Westen und Helmen unmissverständlich als Pressevertreter:innen erkennbar waren. Anfang August etwa schoss die Armee auf den 27-jährigen Al-Jazeera-Reporter Ismail al-Ghoul und seinen Kameramann Rami al-Refee. Beide wurden dabei getötet“, heißt es in der Mitteilung.

Mit einer Unterschriftenaktion haben nun Journalisten in Deutschland eine ihrer Meinung nach vorherrschende einseitige Berichterstattung zum Gaza-Krieg verurteilt. Zu den Unterzeichnern gehören Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung, des Spiegels, des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, von RTL und der Zeit.

Auf der neuen Seite Gaza Journalisten schützen, fordern sie unter anderem eine Aufhebung des israelischen Einreiseverbots für unabhängige internationale Berichterstatter ins Kriegsgebiet und einen Schutz für Journalisten in Gaza.

Deutsche Medien werden dazu aufgerufen nicht nur die Darstellungen Israels zu übernehmen und diese ungeprüft wiederzugeben. Stattdessen fodern sie eine „Quellenvielfalt, Einbettung in den historischen und politischen Kontext, Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit palästinensischen Journalist:innen“.

Große Teile der deutschen Journalismus-Branche beziehen zu diesen gefährlichen Entwicklungen keine Stellung. An einem offenen Brief von über 70 internationalen Medienorganisationen, der fordert, internationalen Journalisten Zugang zu Gaza zu geben, war kein deutsches Medium beteiligt. Ende August riefen mehrere europäische Organisationen den Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Josep Borrell, in einem offenen Brief dazu auf, die Journalist:innen in Gaza zu schützen.

Insgesamt reagieren deutsche Medien jedoch zurückhaltend auf die Tötung von Journalist:innen und die Einschränkung der Pressefreiheit in Gaza.

Stattdessen scheinen einige deutsche Redaktionen die eklatanten Einschränkungen der Pressefreiheit schlicht als gegeben hinzunehmen.

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