CDU-Ostbeauftragter Müller: „Wir müssen uns hart nach rechts abgrenzen“

Der CDU-Ostbeauftragte Sepp Müller lehnt die Aussagen von CDU-Chef Friedrich Merz zum Umgang mit der AfD in den Kommunen ab.

Teilen

Bielefeld – Der CDU-Ostbeauftragte Sepp Müller lehnt die Aussagen von CDU-Chef Friedrich Merz zum Umgang mit der AfD in den Kommunen ab. In einem Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen sagte Müller, es gebe „einen glasklaren Beschluss, dass wir weder mit der Linken noch mit der AfD zusammenarbeiten – aus unterschiedlichen Gründen. Fällt eine dieser Mauern, kann die CDU keine Partei mehr sein, in der ich mich engagiere. Das gilt für alle Ebenen.“

Mit Blick auf jüngste Wahlerfolge der AfD hatte Merz im ZDF-Sommerinterview gesagt: „Das haben wir doch zu akzeptieren. Und natürlich muss in den Kommunalparlamenten dann auch nach Wegen gesucht werden, wie man gemeinsam die Stadt, das Land, den Landkreis gestaltet.“ Müller verwies in der Neuen Westfälischen auf diejenigen, die nur aus Protest AfD wählten. Die CDU müsse diese Wähler zurückgewinnen, das seien 75 Prozent der AfD-Wähler. „Wir müssen um die Wähler der Mitte kämpfen und uns gleichzeitig nach rechts hart abgrenzen.“

Ob die CDU vor den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg ihren Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der Linkspartei im Osten überdenken sollte, verneinte Müller. „Diese Frage stellt sich für einen Ost-CDUler nicht“, sagte er. „Ob die Zukunft eine Partei verändern wird, ist eine andere Frage.“ Solange die Linke aber ihre Vergangenheit nicht geklärt habe, „geht das nicht“, betonte Müller. „Wir setzen alles daran, stabile Regierungen aus der politischen Mitte heraus zu bilden.“

Den Vorschlag des Parlamentarischen Geschäftsführers der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Thorsten Frei, das Individualrecht auf Asyl in der Europäischen Union abzuschaffen, teilte Müller nicht. Im Kern habe Frei „etwas angesprochen, das viele Menschen in Deutschland beschäftigt: Migration“, sagte Müller. „Wir müssen über dieses Thema reden.“ Den Impuls könne er verstehen. „Mir ist wichtig, eines bei der Debatte zu betonen: Wenn Migranten, genauso wie Ostdeutsche übrigens, im Gesundheitswesen oder in der Automobilindustrie nur einen Handgriff weniger machen, dann geht gar nichts mehr.“

Auch interessant

Israel: Abgeordneter Gideon Sa’ar fordert Anerkennung des „Völkermords an den Armeniern“

Tel Aviv - Inmitten einer historischen Annäherung zwischen der Türkei und Armenien sorgt ein politischer Vorstoß aus Israel für erhebliche Diskussionen. Der israelische Abgeordnete...

„Breaking Bad“-Star Giancarlo Esposito nimmt in Saudi-Arabien den Islam an

Riad / Berlin – Er spielte einen der ikonischsten und unterkühltesten Bösewichte der Seriengeschichte, nun sorgt er privat für weltweites Aufsehen: Der US-amerikanische Schauspieler...

Warum der „nützliche Migrant“ im Sport ein Trugschluss ist

Ein Gastkommentar von Aras Karasun Wer wirklich hofft, dass Menschen in Deutschland durch Fußball und den Migrantenanteil in der Nationalmannschaft, gemeinsames Feiern automatisch zusammenfinden, sollte...

Politsatire in der Türkei: Wenn der Bankräuber die interne Ermittlung leitet

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Es gibt politische Debatten, bei denen man sich fragt, ob man gerade einer Parteiversammlung, einem Gerichtsverfahren oder einer Folge von...

Ex-US-Abgeordnete Greene: Israel bombardiert Christen

Washington – Mit einer schweren Anschuldigung gegen die israelische Regierung sorgt die prominente US-Politikerin Marjorie Taylor Greene für massives Aufsehen. Die Rechtspopulistin, die bis zu...

Headlines

Nach fast 20 Jahren: IG Metall-Vorstand Urban tritt zurück

Frankfurt - Es ist ein Einschnitt für die Gewerkschaftsbewegung: Hans-Jürgen Urban, geschäftsführender Vorstand der IG Metall, zieht sich nach...

Polnischer Präsident Nawrocki auf Türkisch: „Merhaba Asker!“

Ankara - Ein sympathischer Protokollbruch sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für Begeisterung: Beim offiziellen Staatsbesuch in Ankara begrüßte...

Israel: Abgeordneter Gideon Sa’ar fordert Anerkennung des „Völkermords an den Armeniern“

Tel Aviv - Inmitten einer historischen Annäherung zwischen der Türkei und Armenien sorgt ein politischer Vorstoß aus Israel für...

„Qantara“ – und das Schmusemärchen vom Zionismus

Ein Gastkommentar von Michael Thomas Da meldet sich jetzt bei Qantara die israelische, selbstbekennende Zionistin und Historikerin Fania Oz-Salzberger zu...

Meinung

Türkischer Schauspieler Kadir Inanir gestorben

Istanbul - Die türkische Kinowelt steht unter Schock: Der legendäre Schauspieler Kadir İnanır ist im Alter von 77 Jahren im Krankenhaus verstorben. Der unvergessene...

Nach fast 20 Jahren: IG Metall-Vorstand Urban tritt zurück

Frankfurt - Es ist ein Einschnitt für die Gewerkschaftsbewegung: Hans-Jürgen Urban, geschäftsführender Vorstand der IG Metall, zieht sich nach bald zwanzig Jahren von seinem...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...