USA
US-Bürger bestätigt Spionage für CIA in Nordkorea

Ein koreanisch-stämmiger US-Bürger, den Nordkorea trotz Verurteilung als Agent in die USA ausreisen ließ, hat im Interview mit dem NDR bestätigt, tatsächlich für den US-Geheimdienst CIA spioniert zu haben.

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Ein koreanisch-stämmiger US-Bürger, den Nordkorea trotz Verurteilung als Agent in die USA ausreisen ließ, hat im Interview mit dem NDR bestätigt, tatsächlich für den US-Geheimdienst CIA spioniert zu haben.

Der heute 67-jährige Kim Dong Chul räumt im „Weltspiegel“ ein, dass er sich nach dem Tod Kim Jong Ils, dem Vater des jetzigen Machthabers Kim Jong Un, im Jahr 2011 von einem CIA-Agenten in Südkorea habe anwerben lassen. Kim Dong Chul lebte seit 2001 als Geschäftsmann in Nordkoreas Sonderwirtschaftszone Rason nahe der russischen Grenze und hatte eine Reiseerlaubnis für das In- und Ausland.

„Nach Kim Jong Ils Tod gab es viele Gerüchte über mögliche Nachfolger und den künftigen Kurs des Landes“, sagte der mutmaßliche Ex-Agent dem NDR. Deshalb habe er sich bereit erklärt, seine Kenntnisse über das Regime und dessen Rüstungsprogramme weiterzugeben. Als technische Hilfsmittel habe er eine Armbanduhr erhalten, mit der er heimlich fotografieren konnte, und ein weitreichendes Lauschgerät, das er in sein Ohr habe einsetzen können.

Nach eigenen Angaben hat Kim Dong Chol Schiffe fotografiert, von denen die CIA nur ungenaue Satellitenbilder hatte. In dem NDR „Weltspiegel“-Bericht von Klaus Scherer im Ersten zeigt er zudem Fotos von Zinkbarren fast 100-prozentiger Reinheit aus Beständen der früheren Sowjetunion, die ihm Wissenschaftler des nordkoreanischen Atomprogramms gegen Schmiergeld überlassen hätten.

„Ich sprach sowohl Militärs als auch Wissenschaftler an, von denen ich wusste, dass sie Geld brauchten“, so Kim Dong Chul laut NDR. Im Oktober 2015 sei er schließlich von einem Mittelsmann verraten und festgenommen worden. Nach sechsmonatigem Verhör, das nach Kim Dong Chuls Angaben auch Folter einschloss, war er zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Im NDR Film zeigt er mehrere verkrümmte Finger, auf die sich während des Verhörs Soldaten mit ihren Stiefeln gestellt hätten.

Die Freilassung Kim Dong Chuls, gemeinsam mit zwei weiteren inhaftierten US-Bürgern, galt als Entspannungsgeste von Machthaber Kim Jong Un vor dessen erstem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni 2018 in Singapur. Eine NDR Anfrage bei der US-Administration zu Kim Dong Chuls CIA-Tätigkeit blieb nach Senderangaben bisher unbeantwortet.

„Weltspiegel“ (NDR): Sonntag, 8. September, 19.20 Uhr, Das Erste

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