Israel
Bericht: Israelisches Verteidigungsministerium lässt Dokumente zu Kriegsverbrechen verschwinden

Wie die israelische Zeitung Haaretz am Freitag enthüllte, begann das israelische Verteidigungsministerium bereits vor einem Jahrzehnt, Dokumente, die sich auf Verbrechen gegen Palästinenser während der Nakba von 1948 beziehen, aus den israelischen Archiven zu entfernen und zu verschließen.

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Wie die israelische Zeitung Haaretz am Freitag enthüllte, begann das israelische Verteidigungsministerium bereits vor einem Jahrzehnt, Dokumente, die sich auf Verbrechen gegen Palästinenser während der Nakba von 1948 beziehen, aus den israelischen Archiven zu entfernen und zu verschließen.Eine Gruppe innerhalb des Verteidigungsministeriums habe nicht nur Dokumente im Zusammenhang mit israelischen Kernkraftwerken und den Außenbeziehungen entfernt, sondern auch systematisch Hunderte von Dokumenten verschwinden lassen, um Beweise für die Nakba zu entfernen.Haaretz wies darauf hin, dass die Entfernung der historischen Dokumente erstmals vom Akevot Institut für Israelisch-Palästinensische Konfliktforschung entdeckt wurde.„Laut einem Bericht des Instituts, wird die Operation von Malmab, der geheimen Sicherheitsabteilung des Verteidigungsministeriums, geleitet, deren Aktivitäten und Budget geheim gehalten werden“, so Haaretz.Malmab habe historische Dokumente illegal und ohne Befugnis entfernt, sowie in einigen Fällen Dokumente versiegelt, die zuvor zur Veröffentlichung freigegeben worden waren. Einige der Dokumente, die in Tresoren aufbewahrt wurden, waren bereits veröffentlicht, berichtet Haaretz weiter.

Zudem seien Aussagen von Generälen der israelischen Streitkräfte über die Tötung von Zivilisten und der Zerstörung von Dörfern sowie die Dokumentation der Vertreibung von Beduinen entfernt worden.

Yehiel Horev, der Malmab zwei Jahrzehnte lang bis 2007 leitete, habe in einem Gespräch mit Haaretz bestätigt, dass er das Projekt, das immer noch laufe, begonnen habe. Es sei sinnvoll „die Ereignisse von 1948 zu verbergen, weil ihre Aufdeckung zu Unruhen unter der arabischen Bevölkerung des Landes führen könnte“, so Horev gegenüber Haaretz.

Auf die Frage ob es weise sei, Dokumente, die sich bereits in den Händen der Öffentlichkeit befinden, zu entfernen, antwortet Horev, dass das Ziel sei, „die Glaubwürdigkeit von Studien über die Geschichte der Nakba zu untergraben“.

Haaretz zufolge ist Horev der Ansicht, dass „eine Behauptung eines Forschers, die durch ein Originaldokument belegt ist, nicht dasselbe ist wie eine Behauptung, die nicht bewiesen oder widerlegt werden kann“.

Die israelische Tageszeitung veröffentlichte den Inhalt eines der Dokumente:

„Safsaf [ehemaliges palästinensisches Dorf bei Safed] – 52 Männer wurden gefangen, aneinander gefesselt, eine Grube gegraben und erschossen. 10 zuckten noch immer. Frauen kamen, flehten um Gnade. Gefundene Körper von 6 älteren Männern. Es gab 61 Leichen. 3 Fälle von Vergewaltigung, einer von Safed, Mädchen von 14. 4 Männer erschossen und getötet. Von einem schnitten sie ihm mit einem Messer die Finger ab, um den Ring zu nehmen.“

Als Nakba, deutsch Katastrophe oder Unglück, wird im arabischen Sprachgebrauch die Flucht und Vertreibung von etwa 750.000 arabischen Palästinensern aus dem früheren britischen Mandatsgebiet Palästina bezeichnet, das zu einem Teil am 14. Mai 1948 als Staat Israel seine Unabhängigkeit erlangte

Palästinenser waren gezwungen, ihre Häuser und Besitztümer zu verlassen. Sie waren auf der Flucht vor zionistischen militanten Gruppen, die in zahlreichen palästinensischen Dörfern, Städten und Gemeinden Massaker gegen Palästinenser begingen.

Zionistische Milizen überfielen am 9. April 1948 das palästinensische Dorf Deir Yassin mit einer bis dahin beispiellosen Brutalität.

Hierzu schreibt der Journalist und Autor Arn Strohmeyer:

Es war nach dem für die Araber sehr nachteiligen UNO-Teilungsbeschluss zu Unruhen unter der arabischen Bevölkerung gekommen. Die zionistischen Streitkräfte der Hagana sowie die Untergrundgruppen Irgun und Sterngruppe gingen daraufhin sehr schnell zu militärischen Gegenaktionen über.

Für die jüdischen Gruppen galt der von der politischen und militärischen Führung am 10. März 1948 beschlossene Plan Dalet, der besagte, dass palästinensische Dörfer zu zerstören seien (durch Inbrandsetzen, Sprengen und Verminung der Trümmer) und die Bevölkerung zu vertreiben sei.

Im April 1948 begannen die jüdischen Truppen, Jerusalem anzugreifen – zuerst den Stadtteil Shaykh Jarrah. Der Befehl lautete: „Das Viertel besetzen und alle Häuser zerstören!“ Dass dies nicht sofort in die Tat umgesetzt wurde, war dem Eingreifen der Briten zu verdanken. Die zionistischen Truppen nahmen nun aber die anderen Stadtteile Jerusalems unter Beschuss, die Stadt wurde regelrecht belagert, auch die Altstadt, in der 2000 Juden, aber auch viele Christen und Moslems lebten, die dorthin geflüchtet waren.

In den von den zionistischen Verbänden angegriffenen Stadtteilen kam es zu schweren Übergriffen, auch zu Plünderungen. Viele Häuser wurden zerstört, andere direkt von Juden übernommen. In dieser Zeit (am 9. April 1948) verübte die Irgun unter ihrem Anführer Menachem Begin auch das Massaker von Deir Yassin (ein Dorf in der Nähe Jerusalems), bei dem nach Angaben des Roten Kreuzes etwa 250 Palästinenser ermordet wurden.

Das Massaker verfolgte vor allem die Absicht, die Palästinenser in Panik zu versetzen und sie zur Flucht zu veranlassen. Erst am 19. Mai 1948 rückte die jordanische Armee [die Arabische Legion] in Jerusalem ein. Die zionistischen Streitkräfte zerstörten so gut wie alle 41 arabischen Dörfer in dem Teil des Distrikts von Jerusalem, den sie eroberten und vertrieben 60 000 Araber aus West-Jerusalem und seiner Umgebung.

In ganz Palästina sind zwischen dem 30. März und dem 15. Mai 1948 etwa 200 palästinensische Ortschaften besetzt und ihre Einwohner vertrieben worden. Das ist ein klarer Beleg dafür, dass der israelische Mythos nicht der Wahrheit entspricht, dass die Araber „freiwillig“ geflüchtet sind. Das alles geschah, bevor ein einziger arabischer Soldat palästinensischen Boden betreten hat.

 

 

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