Spekulanten nutzten Brexit-Schock
Brexit: Britscher Pfund rutscht auf tiefsten Stand seit 1985

Wie erwartet hat die Entscheidung der britischen Stimmbürger, die EU zu verlassen, starke Einbrüche an den internationalen Finanzmärkten ausgelöst. Die globalen Märkte erlebten die größten Schwankungen seit der weltweiten Finanzkrise im Jahre 2008.

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London (nex) – Wie erwartet hat die Entscheidung der britischen Stimmbürger, die EU zu verlassen, starke Einbrüche an den internationalen Finanzmärkten ausgelöst. Die globalen Märkte erlebten die größten Schwankungen seit der weltweiten Finanzkrise im Jahre 2008.

Das britische Pfund verlor gegenüber dem US-Dollar zehn Prozent an Wert und rutschte auf den tiefsten Stand seit 1985. Teilweise erreichten die vorübergehenden Verluste der 100 wichtigsten britischen Börsenunternehmen 100 Milliarden Pfund. Die  europäischen Märkte verzeichneten ein Minus von zehn Prozent, was einem Verlust von etwa 650 Milliarden Euro entsprach. Vor allem europäische Banktitel verloren an Wert, im Durchschnitt um 14,5 Prozent.

Die sicherste Kapitalanlage Gold hingegen profitierte von den Turbulenten und verbuchte ein Plus von sechs Prozent. Damit stieg die Anlage auf den höchsten Stand der vergangenen zwei Jahre. Eine Unze Gold lag erstmals jenseits von 1300 US-Dollar. Die Ölpreise hingegen rutschten wegen einer bevorstehenden neuen Krise unter 47 Dollar.

Die Abstürze erwiesen sich jedoch als kurzfristig. Das Pfund begann sich bereits zum Handelsschluss wieder zu erholen, sodass Experten davon ausgehen, dass vor allem Anleger, die auf Spekulationsgewinne aus waren, diese ins Trockene bringen wollten. An den starken Beziehungen Großbritanniens zu den USA werde sich nichts ändern, betonte auch US-Präsident Barack Obama in einer ersten Stellungnahme und kündigte an, die „spezielle Beziehung“ zwischen beiden Ländern werde stark bleiben. Auch der französische Präsident François Hollande betonte, das bedeutende Le Touquet Abkommen zwischen Frankreich und Großbritannien werde in Kraft bleiben.

Der Arbeitgeberverband Confederation of British Industry (CBI), der gegen den Brexit geworben hatte, machte deutlich, dass britische Unternehmen resilient seien und sich anpassen würden. Mehrere Nicht-EU-Staaten fragten bereits wegen bilateraler Verträge an. Ein Beobachter in den sozialen Medien kommentierte die Achterbahnfahrt mit den Worten: „Bis zur Teatime war alles wieder vorbei. Kein schlechter erster Tag in der Freiheit.“

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