Rüstungsdeal
F-35: USA planen Kampfjet-Verkauf an Emirate

Die geplante Lieferung der F-35 Kampfjets an die Türkei wurde aufs Eis gelegt - ein Verkauf an die Vereinigten Arabischen Emirate soll jedoch stattfinden.

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Washington – Die geplante Lieferung der F-35 Kampfjets an die Türkei wurde aufs Eis gelegt – ein Verkauf an die Vereinigten Arabischen Emirate soll jedoch stattfinden.

Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, den Verkauf von 50 F-35 Tarnkappen-Kampfjets an die Vereinigten Arabischen Emirate voranzutreiben,  zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen US-Offiziellen am Dienstag. Es müsse jedoch „ein klares Verständnis der emiratischen Verpflichtungen“ geben.

„Wir beraten uns weiterhin mit emiratischen Vertretern, um sicherzustellen, dass wir ein unmissverständliches, klares gegenseitiges Verständnis in Bezug auf die emiratischen Verpflichtungen und Handlungen vor, während und nach der Lieferung haben“, so Mira Resnick, eine Sprecherin des US-Außenministerin, in einem Telefonat mit Reportern, ohne näher auf die Verpflichtungen einzugehen.

Der Verkauf von 50 F-35-Kampfflugzeugen an die Vereinigten Arabischen Emirate hat sich aufgrund von Bedenken in Washington über die Beziehungen Abu Dhabis zu China, einschließlich der Nutzung der 5G-Technologie von Huawei im Land, verzögert.

Die Vereinigten Staaten stimmten unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump dem Verkauf des Kampfflugzeugs zu, nachdem die VAE im vergangenen Jahr Beziehungen zu Israel aufgenommen hatten. Die Regierung von Präsident Joe Biden hat in diesem Jahr erklärt, dass sie den Verkauf fortsetzen würde, berichtet Reuters weiter.

Kampfjet-Krise mit der Türkei

Die USA hatten die Türkei im Juli 2019 aus dem F-35-Kampfjet-Programm gestrichen und mit Sanktionen belegt, nachdem Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von etwa 900 Bauteilen des F-35.

Sollte der Wunsch von Ankara von Washington nicht erfüllt werden, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bereits angedeutet, wo man sich dann ersatzweise umschauen könnte: das russische Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug Su-57.

„Wenn die USA die F-35-Frage nicht lösen wollen oder der Kongress sie blockiert, wird die Türkei andere Optionen in Betracht ziehen, einschließlich des Kaufs von (in Russland hergestellten) SU-35 oder SU-57“, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu in einem Fernsehinterview mit CNN Turk.

„Wir decken unseren Bedarf aus verschiedenen Quellen, bis wir unsere eigenen Flugzeuge herstellen“, betonte Cavusoglu und fügte hinzu, dass dies das Grundrecht eines jeden unabhängigen und souveränen Landes sei.

Die russische S-400 „Triumf“ (NATO-Bezeichnung: SA-21 Growler) ist das neueste Boden-Luft-Raketensystem mit langer und mittlerer Reichweite Russlands, das 2007 in Dienst gestellt wurde. Es ist für die Zerstörung von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen ausgelegt und kann auch gegen Bodeneinrichtungen eingesetzt werden. Die S-400 kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 400 km und in einer Höhe von bis zu 30 km unter intensivem feindlichem Beschuss und Störfeuer bekämpfen.

Washington lehnt Kauf der S-400 ab

Washington lehnte die Übernahme des russischen Fliegerabwehrsystems durch die Türkei entschieden ab und suspendierte die Türkei von ihrem Hi-Tech-Kampfjetprogramm F-35, da die S-400 eine Bedrohung für die Stealth-Kampfjets darstelle. Die US-Regierung hatte Ankara auch davor gewarnt, dass es US-Sanktionen nach dem Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act riskiert, wenn das S-400-System aktiviert wird. Die Türkei besteht darauf, dass sie gezwungen wurde, das russische System zu kaufen, nachdem Washington sich geweigert hatte, ihm das US-Patriot-System zu verkaufen.

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