Fairtrade
Lieferkettengesetz: „An T-Shirts darf kein Blut mehr kleben“

Grünen-Fraktionscefin Katrin Göring-Eckardt hat die Ankündigung eines Lieferkettengesetzes als "Hoffnungsschimmer" begrüßt. Besonders in der Textilindustrie gebe es wegen fehlender Regeln gravierende Probleme.

Teilen

Grünen-Fraktionschefin nennt Lieferkettengesetz „Hoffnungsschimmer“ 

Osnabrück – Grünen-Fraktionscefin Katrin Göring-Eckardt hat die Ankündigung eines Lieferkettengesetzes als „Hoffnungsschimmer“ begrüßt. Besonders in der Textilindustrie gebe es wegen fehlender Regeln gravierende Probleme.

„Sowohl die Näherinnen in Asien als auch die Verbraucher, die sich hierzulande ein T-Shirt aus dem Ladenregal nehmen, haben ein Recht darauf, dass daran weder Blut klebt noch dafür Flüsse und Grundwasser vergiftet worden sind“, sagte Göring-Eckardt im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Der Vorschlag von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dürfe nun „kein wirkungsloser Papiertiger werden, sondern muss echten Wandel bringen und den weltweiten Handel fairer machen“, sagte die Grünen-Politikerin. Deutschland habe als starke Wirtschaftsmacht dafür die besten Möglichkeiten.

Altmaier soll „sture Blockade“ aufgeben

Von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) forderte Göring-Eckardt, „seine sture Blockade gegen mehr Verantwortung in den Lieferketten, die auch viele Unternehmen längst wahrnehmen wollen, endlich zu beenden“.

Es sei nicht vermittelbar, dass im weltweiten Handel jede Schraube normiert sei, „aber keine funktionierenden Regeln gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen oder kalkulierte Umweltsauereien möglich sein sollen“. Es brauche klare Standards, „um das gnadenlose Preisdumping zulasten von Mensch und Natur zu beenden“.

Auch Verbraucherschützer begrüßten den Vorstoß von Heil und Müller: „Es ist gut, dass die Bundesregierung Wort halten und zügig ein Lieferkettengesetz auf den Weg bringen will“, sagte Kathrin Krause, Expertin für nachhaltigen Konsum beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der NOZ: „Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass bei der Herstellung eines T-Shirts oder Handys keine Arbeiterinnen ausgebeutet oder Umweltgifte eingesetzt wurden. Schließlich muss man beim Autokauf auch nicht individuell überprüfen, ob eine funktionierende Bremse eingebaut wurde.“

Verbraucherschützer mahnen EU-Lösung an

Zugleich mahnte der vzbv eine europäische Lösung an: „Richtige Wirkung kann erst eine EU-weite Regelung entfalten. Die Bundesregierung sollte das Thema nachhaltige Lieferketten daher zu einem zentralen Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft machen und für ein europäisches Gesetz werben“, sagte Krause. „Ein Lieferkettengesetz würde für Fairness und gleiche Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt sorgen. Nachhaltige Produktion darf kein Wettbewerbsnachteil sein.“

Auch interessant

AfD-Spitzenkandidatin Brinker bekräftigt Punktesystem für Wohnungsvergabe

Berlin - Menschen, die schon länger in Berlin leben und in bestimmten Berufen arbeiten, sollen nach den Vorstellungen der AfD bei der Wohnungsvergabe bevorzugt...

Rekord in Venedig: 25 Minuten Standing Ovation für Gaza-Dokumentation „NAZA“

Venedig - In Deutschland kaum vorstellbar: Bei den Filmfestspielen von Venedig hat die Gaza-Dokumentation „NAZA“ eine rund 25-minütige Standing Ovation erhalten. Der minutenlange Beifall...

KI-Boom auf Pump: Versteckte Tech-Schulden erreichen 2,6 Billionen Dollar

Hamburg - Der weltweite KI-Boom wird zunehmend durch Schulden und langfristige Verpflichtungen finanziert. Eine neue Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade zeigt, dass...

Karasun: „Die AfD bekämpft man nicht mit mehr AfD-Politik“

Ein Gastkommentar von Aras Karasun Sowas gab es in der Geschichte der BRD nicht, weder davor noch danach, von der CDU sowieso nicht. Wir reden...

Penzberg: Imam Benjamin Idriz erhält Schreiben mit „NSU 2.0“-Bezug

Penzberg – Nach mehreren islamfeindlichen Schmierereien in Penzberg ist es zu einem weiteren Vorfall gekommen. Imam Benjamin Idriz hat nach eigenen Angaben ein anonymes...

Headlines

Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

Tel Aviv - Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben...

US-Kommentatorin Hernandez – Darf ich vorstellen: Alice Weidel

Ein Gastkommentar von Mariana Hernandez Am Sonntag holte ihre Partei in einem deutschen Bundesland fast 44 Prozent. Sie führte ihren...

Netanjahu zum 7. Oktober: „Sie haben mich nicht geweckt“

Tel Aviv - Im Vorfeld der anstehenden Parlamentswahlen in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schwere Vorwürfe gegen die eigene...

Israels Verteidigungsminister Katz fordert Massenvertreibung aus dem Gazastreifen

Tel Aviv - Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat sich erneut für eine großangelegte Übersiedlung der palästinensischen Bevölkerung aus...

Meinung

Uri Poliavich: Gemeindeentwicklung und Schulen

Eine Schule kann mehr als nur ein Ort für Unterricht sein, wenn Familien, Pädagogen und lokale Initiativen denselben Bildungsraum nutzen. Uri Poliavich wird als...

Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

Tel Aviv - Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben angekündigt, den Handel mit Waren...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...