Syrienkrise
Erdogan an Russland: Ihr solltet uns nicht im Weg stehen

Nachdem syrische Regierungstruppen türkische Beobachtungspunkte in der Sicherheitszone angegriffen haben und mindestens fünf Soldaten und ein Zivilist getötet wurden,  schlugen die türkischen Streitkräfte mit voller Wucht zurück. 

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Ankara – Nachdem syrische Regierungstruppen türkische Beobachtungspunkte in der Sicherheitszone angegriffen haben und mindestens fünf Soldaten und ein Zivilist getötet wurden,  schlugen die türkischen Streitkräfte mit voller Wucht zurück.

Türkische Kampfjets hätten nach dem Angriff in der nordwestlichen syrischen Provinz Dutzende der Ziele zerstört und 30 bis 35 syrische Soldaten “außer Gefecht gesetzt“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vor einer Reise in die Ukraine.

Die Türkei werde weiter Rechenschaft für den Angriff verlangen. Es sei nicht möglich, einen solchen Angriff unbeantwortet zu lassen. An Russland gerichtet sagte Erdogan, dass syrische Truppen das Ziel seien und sie „nicht im Weg stehen“ sollten.

Die von Russland unterstützen Soldaten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hätten angegriffen, obwohl sie zuvor auf die Stellungen der türkischen Kräfte hingewiesen worden seien. Die Assad-Truppen rücken mit Unterstützung der russischen Luftwaffe vor und haben bereits Dutzende Ortschaften eingenommen, darunter die wichtige Stadt Maarat al-Numan. Die jüngste Offensive der Regierungstruppen treibt Hunderttausende Menschen in die Flucht. Die Türkei, die bereits 3,6 Millionen Syrer aufgenommen hat, fürchtet einen weiteren Zustrom von Flüchtlingen aus dem Nachbarland im Süden, berichtet die Welt am Montag.

Erdogan: Russland hält sich nicht an Vereinbarungen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Russland vorgeworfen, sich nicht an die Vereinbarungen zu Syrien zu halten.

Moskau sei den Abmachungen von Astana und Sotschi „nicht treu“, zitiert am Mittwoch die Kommunikationsbehörde des Präsidialamts Erdogan. Den Astana-Prozess gebe es nicht mehr und die Türkei, Russland und der Iran sollten „schauen was sie tun können, um ihn wiederzubeleben“, so Erdogan.

Angesichts der russischen Bombardierungen in Idlib habe „die Türkei bald keine Geduld mehr und werde von nun an tun, was nötig ist“.

„Wenn Russland sich an Vereinbarungen [zu Syrien] hält, werden wir das auch tun, aber im Moment hält Russland weder an Astana noch an Sotschi [Vereinbarungen] fest“.

Obwohl Putin und Erdogan sich bei einem Treffen im russischen Sotschi im September 2018 darauf einigten, in der syrischen Provinz Idlib eine entmilitarisierte Zone zu schaffen, in der Aggressionen ausdrücklich verboten sind, gehen russische und syrische Streitkräfte in diesem Gebiet seit Monaten verstärkt gegen Oppositionelle vor. Seitdem seien bei Angriffen des Regimes und der russischen Streitkräfte mehr als 1.300 Zivilisten getötet worden.

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