Nobelpreis
Türkei: Erdogan verurteilt Vergabe des Nobelpreises an Genozid-Leugner Peter Handke

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Rede im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Titel “Jeder Mensch ist eine Welt” in Ankara die Verleihung des diesjährigen Literaturnobelpreises an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke, der den Völkermord und die Gräueltaten der Serben an die bosnischen Muslime relativiert und gar leugnete, verurteilt. 

Teilen

Nobelpreisverleihung hat sich ideologisiert und damit selbst zerstört

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Rede im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Titel “Jeder Mensch ist eine Welt” in Ankara die Verleihung des diesjährigen Literaturnobelpreises an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke, der den Völkermord und die Gräueltaten der Serben an die bosnischen Muslime relativiert und gar leugnete, verurteilt.

Der türkische Präsident sagte, dies sei der Zeitpunkt, an dem sich der Nobelpreis selbst zerstört habe und nur noch zu einem ideologischen Instrument mutiert sei. In einer weiteren Rede, bei der Erdogan am Abend vor kaukasischen Türken sprach, sagte der Präsident außerdem: „Das man einen Faschisten mit dem Literaturnobelpreis ehrt, ist beschämend und eine Schande.“

Auf die Frage, was er tun würde, wenn er selbst einmal für einen Nobelpreis nominiert werde, antwortete Erdogan: „Ich würde den Preis nicht annehmen.“

Die Türkei hatte sich gemeinsam mit den muslimischen Balkanstaaten Albanien und Kosovo sowie dem katholisch dominierten EU-Mitglied Kroatien darauf verständigt, die heutige Preisverleihung zu boykottierten. Handke, bekannt für seine Unterstützung für den serbischen Kriegsverbrecher und Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic, leugnet den Völkermord von Srebrenica und serbische Gräueltaten an der muslimischen Zivilbevölkerung Bosniens.

Während des Kosovo-Krieges hatte er in einem Essay geschrieben: „Steht auf, wenn ihr für Serbien seid“. Er besuchte zudem den serbischen Kriegsverbrecher Milosevic im Gefängnis und hielt eine flammende Rede auf seiner Beerdigungszeremonie. Dabei sagte er unter anderem: „Ich bin hier für Jugoslawien, ich bin hier für Serbien und ich bin hier für Slobodan Milosevic.“

Auch interessant

– Völkermord in Bosnien –
Srebrenica-Massaker: Beisetzung weiterer 33 Opfer am 24. Jahrestag

33 weitere identifizierte Opfer des Völkermords von Srebrenica, sollen am 11. Juli, dem 24. Jahrestag des schlimmsten Massakers in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, bestattet werden.

Srebrenica-Massaker: Beisetzung weiterer 33 Opfer am 24. Jahrestag

 

 

Auch interessant

Mekka-Pakt: Experte warnt Türkei vor Saudi-Falle

Mekka – Nach dem historischen Abschluss des gemeinsamen Verteidigungspakts zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan in der saudi-arabischen Metropole Mekka warnen regionale Beobachter vor...

Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

Damaskus - In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode...

Streit um Rentenreform: Lauterbach warnt vor Aus der Rente mit 63

Berlin - Neue Runde im Streit um die "Rente mit 63": Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwochausgabe), die Rentenkommission habe...

Mega-Rüstungsdeal: Waffen aus der Türkei an die Ukraine

Washington/Ankara – Es ist das historisch größte Rüstungsgeschäft zwischen der Türkei und der Ukraine seit Beginn des Konflikts: Das US-Außenministerium hat den amerikanischen Kongress...

Slowenien: Ex-Premier Golob nennt Netanjahu „Kriegsverbrecher“

Ljubljana/Tel Aviv – Nach dem jüngsten Regierungswechsel in Slowenien ist ein heftiger diplomatischer Schlagabtausch zwischen dem ehemaligen slowenischen Premierminister Robert Golob und dem israelischen...

Headlines

Mattner: „Auch israelische Siedler können Terroristen sein“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau...

Safa: Netanjahu ist nicht das Problem, Israel ist

Beirut - Der libanesische Diplomat und Menschenrechtsaktivist Mohamad Safa hat in einem ausführlichen Kommentar den internationalen Fokus auf Israels...

Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

Damaskus - In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar...

Mega-Rüstungsdeal: Waffen aus der Türkei an die Ukraine

Washington/Ankara – Es ist das historisch größte Rüstungsgeschäft zwischen der Türkei und der Ukraine seit Beginn des Konflikts: Das...

Meinung

Wandgemälde auf Trümmern in Gaza: Künstler ehren entlassene US-Burger-King-Mitarbeiterin

Gaza - Die Ruinen des Gazastreifens werden zunehmend zur Leinwand für globalen Dank und Solidarität. Palästinensische Künstler haben dort nun ein großflächiges Porträt einer US-amerikanischen...

Israelischer Familie wird Zutritt zu Zoo auf Koh Samui verweigert

Bangkok - Ein Vorfall an einem beliebten Touristenziel in Thailand hat im Internet eine breite Diskussion über die wachsenden Spannungen zwischen lokalen Unternehmen und...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...